Vom 20. bis 22. November werden erneut hunderte Kommunisten für das Karl-Marx-Seminar in Berlin zusammenkommen, um eine zentrale Strategiefrage der Arbeiterbewegung zu diskutieren: Demokratie retten oder Sozialismus erkämpfen? 

Die bürgerliche Demokratie steckt in einer historischen Krise. Aufgrund der organischen Krise des Kapitalismus kann die herrschende Klasse den Konsens der Massen nicht mehr erkaufen. Als Reaktion auf Austerität, Deindustrialisierung und Militarismus wendet sich die Arbeiterklasse von den klassischen Parteien des Kapitals angewidert ab. 

Als ungetestete Partei profitiert die AFD besonders von diesem Prozess. Sie kann sich als härtester Gegner der etablierten Politik inszenieren. Das gelingt ihr trotz ihres arbeiterfeindlichen Programms, da viele in Folge der zahlreichen Niederlagen des Reformismus keinen anderen Kanal für ihre Wut finden. Gleichzeitig zieht es große Teile der Jugend zur Linkspartei. Sie haben mit dem Kapitalismus gebrochen und wollen für den Sozialismus kämpfen.  

In dieser Situation wäre es die Pflicht einer sozialistischen Partei, den Elan der Jugend zu nutzen, um in der Arbeiterklasse zu erklären und zu demonstrieren, dass die einzige Anti-Establishment-Politik der Klassenkampf ist. Doch statt den Kampf gegen Kapitalismus und gegen Rechts zu verbinden, macht sie sich zum linken Feigenblatt des bürgerlichen Staats. Hilfsangebote an die CDU, Zustimmung für Aufrüstung im Bundesrat, Regierungsbeteiligungen statt sozialistischer Opposition und keine systematische Mobilisierung auf den Straßen und in den Betrieben. So haben die Rechten leichtes Spiel, sich als die einzigen Systemgegner darzustellen. 

Wir Kommunisten verfolgen eine gänzlich andere Politik. Unser Ziel ist der Sturz des Kapitalismus. Um uns auf diese Aufgabe vorzubereiten, setzen wir uns nicht nur mit den aktuellen Entwicklungen auseinander, sondern lernen auch aus den vergangenen Erfahrungen der Arbeiterbewegung. Dabei weist die Zwischenkriegszeit der 1920er und 30er erstaunliche Parallelen zur Gegenwart auf. 

Auch damals war die Zeit geprägt von imperialistischem Konkurrenzkampf, Militarismus, Angriffen auf demokratische Rechte und ökonomischer Krise. Gleichzeitig wurden all diese Phänomene mit heftigem Klassenkampf, von Generalstreiks bis zu sozialistischen Revolutionen, beantwortet. Die Fragen, mit denen sich die Arbeiterklasse beschäftigen musste, um eine korrekte Taktik abzuleiten, stellen sich heute wieder. Müssen wir versuchen, die Krise abzumildern oder sollten wir direkt auf die Revolution hinarbeiten? Müssen wir uns mit den Liberalen verbünden, um gegen die Reaktion zu kämpfen und welche Haltung sollten Kommunisten gegenüber dem Reformismus einnehmen? 

Um all diese Fragen zu beantworten, bietet das Seminar mehrere Referate mit Analysen vergangener Kämpfe und Ereignisse an. Wir wollen die nötigen Lehren daraus ziehen, damit zukünftige Kämpfe nicht in Niederlagen enden. Nur so können wir den Sozialismus zu unseren Lebzeiten erreichen. 

Um die Welt zu verändern, braucht es eine wissenschaftliche Methode, mit der wir sie analysieren können. Doch auf der Linken begegnet uns ein Wirrwarr aller möglichen Ideen, die den Kapitalismus von seinen Widersprüchen befreien wollen, ohne ihn zu stürzen. Sie geben vor, verschiedene Unterdrückungsformen bekämpfen zu wollen, doch lassen ihre Wurzel unangetastet. Wir wollen diskutieren, welche revolutionäre Philosophie der Marxismus nutzt, um die Realität zu verstehen und zu verändern. In verschiedenen Referaten klären wir außerdem, warum der Kapitalismus ein unreformierbar krisenhaftes System ist und warum die Unterdrückung von Frauen und Nationen nur durch gemeinsamen Klassenkampf beendet werden kann. 

Die Geschichte ist reif für die sozialistische Revolution. Doch sie bedarf im Marxismus ausgebildete Revolutionäre. Deshalb: Melde dich auf derkommunist.de für das Karl-Marx-Seminar an und organisiere dich in der RKP! 

Tagesordnung

15:00 – 15:30 Einlass

15:30 – 16:00 Begrüßung

16:00 – 20:00 Imperialismus und Klassenkampf: Perspektiven der Weltrevolution

09:30 – 10:00 Einlass

10.00 – 12:00 1. Workshop Einheit

12:00 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 16:00 2. Workshop Einheit

16:00 – 16:30 Pause

16:30 – 18:30 Finanzapell

18:30 – 23:00 Abendprogramm

09:30 – 10:00 Einlass

10:00 – 12:00 3. Workshop Einheit

12:00 – 13.30 Mittagspause

13.30 – 16.30 Deutschland 2026: Die Krise der Demokratie und der Prozess der Revolution

Leselisten zur Vorebreitung

Plenardiskussionen

Deutschland ist wirtschaftlich, sozial und politisch in der Krise: Das Kapital zerstört unzählige Arbeitsplätze, die Merz-Regierung organisiert den sozialen Kahlschlag gegen die Arbeiterklasse und rüstet massiv auf, die Unzufriedenheit der Massen mündet in Wahlerfolgen für die AfD und die Arbeiterbewegung findet keine Effektive Antwort auf diese Entwicklung? Wie erklären Kommunisten diese Gemengelage und welche Perspektive haben sie für die kommende Periode?

1. Workshop Einheit

Wozu brauchen wir als Revolutionäre eine Philosophie – reicht es nicht, wütend zu sein und zu kämpfen?

Wer sich nur auf die unmittelbaren Fakten stützt, ohne die Gesetzmäßigkeiten dahinter zu erkennen, läuft Gefahr, den Status quo für unveränderlich zu halten und im Reformismus zu landen.

Der dialektische Materialismus zeigt uns: Die Welt ist in ständiger Bewegung und widersprüchlich. Nur wer das versteht, kann den Klassenkampf bewusst führen und gewinnen.

Die Nationale Frage ist ein unumgängliches Thema für alle Marxisten und die Arbeiterbewegung als solche. Das Thema birgt viel Sprengstoff. Immer wieder brechen Proteste, Streikwellen aber auch Kriege aus, bis heute sehen wir das in: Irland, Katalonien, Gaza, Kashmir und der Ukraine. Viele so genannte „Marxisten“ scheitern daran die richtigen Positionen und Taktik in dieser Frage aufzustellen. Um selbst Fehler zu vermeiden, widmen wir uns in diesen Vortrag Lenins Methode.

Die Frage der Charakterisierung des bürgerlichen Staats war schon immer das Einfallstor für verschiedene opportunistische und linksradikale Ideen, die zu falschen Strategien geführt haben. Die Reformisten verstehen den bürgerlichen Staat als neutrale Instanz, die für die Durchsetzung der Interessen der Arbeiterklasse genutzt werden kann. Anarchisten und andere Linksradikale lehnen politische Gewalt an sich ab und kommen so zu einer Absage von Klassenkampf und Arbeitermacht. In den Schriften von Marx, Engels, Lenin und Trotzki hingegen findet sich in der Staatsfrage ein roter Faden, der die Prüfung der Geschichte bestanden und bis heute die einzig brauchbare Staatstheorie darstellt mit der Marxisten zu einer wirksamen revolutionären Strategie gelangen können. Diesen roten Faden wollen wir aufgreifen und diskutieren.

Im 19. Jahrhundert war Großbritannien die unangefochtene Weltmacht. Seine herrschende Klasse saß fest im Sattel. Einige Jahrzehnte später verkehrte sich das in sei Gegenteil: Vor 100 Jahren erschütterte der erste Generalstreik den britischen Kapitalismus. In diesem Workshop geht es darum, wie imperialistischer Niedergang zuhause Klassenkampf und Revolution hervorbringt.

Wohin treibt England? – Leo Trotzki

Writings on Britain – Leo Trotzki

Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus – W.I. Lenin  (hier in gedruckter Form)

In the Cause of Labour (History of the British workers’ movement) – Rob Sewell

A communist history of the British General Strike 1926 – Ben Gliniecki

2. Workshop Einheit

Heute fühlen sich viele alleine und machtlos, weil man all den Krisen und Kriegen scheinbar hilflos ausgeliefert ist. Aber in Wirklichkeit ist es der Mensch, der die Geschichte macht und nicht die Geschichte selbst. Hier wird beantwortet, welche Rolle Individuen in der Geschichte wirklich spielen können und was Geschichte überhaupt ist.

Warum konnte die nationale Bourgeoisie in Lateinamerika die demokratischen und nationalen Aufgaben nicht zu Ende führen? Im Mittelpunkt stehen die besonderen Bedingungen des Klassenkampfes in abhängigen kapitalistischen Ländern, das Verhältnis zwischen Imperialismus, Bourgeoisie und Proletariat sowie die daraus entstehenden Perspektiven für eine sozialistische Revolution.

Wie kann es passieren, dass die Kapitalisten in Krisenzeiten ihre politische Macht scheinbar freiwillig an den Staatsapparat und einen „starken Mann“ abtreten? Anhand der Jahre zwischen 1848 und 1851 in Frankreich werden wir in diesem Referat betrachten, wie Marx das Phänomen des Bonapartismus analysiert hat. Kommt vorbei und diskutiert mit uns, warum diese revolutionären Erkenntnisse über den bürgerlichen Klassenstaat unverzichtbar sind, um die Krisenherrschaft im heutigen Imperialismus zu begreifen.

Die deutsche Arbeiterbewegung organisierte in den 1930ern Millionen radikalisierter Proletarier. Der Kampf für den Sozialismus stand auf der Tagesordnung. Doch die „kleinere Übel“-Politik der SPD  paralysierte die Klasse und verhalf den Faschisten zum Sieg. Das Elend der Weimarer Republik zeigt die Sackgasse der bürgerlichen Demokratie. Nur mit einer Einheitsfront hätte die KPD siegreich sein können.

3. Workshop Einheit

Durch die Krise des Kapitalismus treten die Klassengegensätze offen an die Oberfläche. Dabei kommen von links und rechts vermeintliche Lösungen wie man der Wirtschaft wieder aufhelfen könne. Kommunisten müssen verstehen, dass Krisen dem Kapitalismus inhärent sind und nur sein Sturz und der Aufbau einer Planwirtschaft die Probleme der Menschheit lösen können.

Von 1931 bis 1939 stürzten sich die spanischen Massen immer wieder in den Kampf gegen den Kapitalismus, der ab Juli 1936 die Form eines offenen Bürgerkriegs annahm. Doch die durchweg verräterische Politik ihrer Führung trieb die Arbeiterklasse schlussendlich in die Niederlage und bereitete damit den Weg für den Faschismus. Diese Periode enthält zahlreiche Lehren für alle heutigen Revolutionäre. Unter anderem zeigt sie eindrücklich die theoretischen Fehler des Anarchismus auf und wie diese in der Praxis eine Revolution begraben können.

2015 hieß es „Wir schaffen das“, zehn Jahre später stimmt die Union mit der AfD, während auch die SPD Abschiebungen vorantreibt. Die Linke hat der Hetze nichts als moralische Appelle entgegenzusetzen, und das BSW wiederum versucht sich mit einer restriktiven Migrationspolitik bei der Arbeiterklasse anzubiedern. Das gesamte bürgerliche und reformistische Lager ist am Ende, es hat der Arbeiterklasse nichts zu bieten. Wir brauchen einen revolutionären Bruch: Welche Position sollte die Arbeiterbewegung zur Migration einnehmen?

Anmeldung

Melde dich jetzt an für das Karl-Marx-Seminar am 20 bis 22. November in Berlin.

Ort der Konferenz:

Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Willy-Münzenberg-Saal

Ticketpreise:

Schüler: 25€

Studenten: 50€

Arbeiter: 75€

Unterstützertickets: Basispreis + eine Summe deiner Wahl

Wir bitten ausdrücklich jeden, der es sich leisten kann, ein Unterstützerticket zu kaufen, damit wir auch Genossen, deren Finanzen sehr knapp sind, eine Teilnahme ermöglichen können.

Verpflegung:
 
Am Samstag werden wir ein Abendessen zur Verfügung stellen. Ansonsten muss sich jeder eigenverantwortlich um die Verpflegung kümmern. In der Nähe des Veranstaltungsorts gibt es viele Imbisse und Supermärkte. Der Penny und der Rewe im Ostbahnhof haben auch am Sonntag geöffnet.
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