Die Bundesregierung plant, ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige einzuführen – vorgeblich, um die Jugend und deren Gesundheit zu schützen. Dieses Argument ist an Heuchelei kaum zu übertreffen. Natürlich kann der exzessive Konsum sozialer Medien psychische Erkrankungen verstärken, während Doomscrolling emotional abstumpfen lässt. Doch es ist dieselbe Regierung, die massiv in Bereichen wie Schulen, Jugendpsychiatrie und Sozialarbeit spart – also bei wichtigen Anlaufstellen für psychisch kranke Jugendliche.
Statt sich mit den Problemen der Jugend auseinanderzusetzen, soll sie politisch entmündigt werden, damit die Regierung die Kosten ihrer Kriege und Krisen ungestört auf die Massen abwälzen kann. Der wahre Grund für das Social-Media-Verbot ist nicht der Schutz vor „Mediensucht“ oder „Fake News“. Tatsächlich geht es den Herrschenden darum, den Verlust ihres ideologischen Einflusses aufzuhalten.
Denn sie fürchten die Wut und Politisierung der Jugend, die das Vertrauen in die bürgerlichen Medien verliert und sich deswegen Plattformen wie TikTok oder Instagram zuwendet, um Informationen zu erhalten. Der Genozid in Gaza, die Epstein-Files, der Ukraine-Krieg und die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht entlarven zunehmend die Heuchelei der Herrschenden und das Versagen des Kapitalismus. Die Regierung erkennt diese Entwicklung und versucht deswegen jetzt, durch ein Social-Media-Verbot ihre ideologische Kontrolle über die Jugend zu verstärken: Der Staat soll entscheiden, wo Jugendliche sich informieren.
Das geplante Verbot kommt zu einem besonders brisanten Zeitpunkt: Mit den Schülerstreiks gegen die Wehrpflicht ist eine wachsende politische Mobilisierung im Kampf gegen Kapitalismus und Imperialismus zu beobachten. Immer mehr Jugendliche wollen sich gegen ein System organisieren, das ihre Zukunft zerstört und sie gleichzeitig an die Ostfront schicken will, um für die Profite der Reichen zu sterben.
Es ist kein Zufall, dass derzeit fast jede europäische Regierung solche repressiven Maßnahmen diskutiert. Die Kraft der Jugend und der Arbeiterklasse international ist enorm, das zeigen die Gen-Z-Revolutionen in Nepal, Serbien, Bangladesch und Co. An vorderster Front stand die Jugend, die sich organisiert und gekämpft hat – auch mithilfe sozialer Medien.
Die Jugendlichen selbst lehnen ein restriktives Verbot ab: Fast 70% der 14- bis 17-Jährigen wollen keine Einschränkungen ihrer Social-Media-Nutzung. Sie sehen diese Plattformen als wichtige Ressource für politischen Austausch und Informationsgewinnung. Statt eines Verbots fordern sie mehr Aufklärung und einen bewussten Umgang mit digitalen Medien.
Der wahre Skandal der sozialen Medien liegt in deren kommerzieller Ausbeutung durch kapitalistische Großkonzerne. Der Kampf um unsere Aufmerksamkeit, algorithmische Manipulation und Doomscrolling sind reale Probleme, die besonders Jugendliche betreffen. Unsere Gehirne verfallen wortwörtlich dem Brainrot, nur damit Konzerne ihre Profite steigern können.
Die Antwort ist klar: Es braucht kein staatliches Verbot, sondern eine selbstbestimmte Bewegung gegen die kapitalistische Medienkontrolle. Der wahre Schutz der Jugend liegt in der demokratischen Kontrolle über Informationen und Technologie. Nur die Enteignung der Konzerne und die Demokratisierung der Medien sind der Weg zu einer echten politischen und sozialen Veränderung, die den Interessen der breiten Masse dient!