Interview mit einem Auszubildenden in einer Kölner Klinik
Das Gesundheitssystem wurde in den letzten Jahrzehnten bereits immer weiter kaputtgespart, so dass schon jetzt Menschen in der Folge sterben oder unnötig leiden. Auf unterbesetzten Stationen wird die Würde von Patienten und Beschäftigten schon jetzt jeden Tag mit Füßen getreten. Doch die Merz-Regierung will nun mit der “GKV-Reform” weitere massive Kürzungen durchsetzen, die zur Folge haben könnten, dass bis 2030 jede zweite Klinik pleite geht. Die Arbeiterklasse darf sich diese Angriffe nicht bieten lassen. Es ist höchste Zeit, einen Abwehrkampf bis zum politischen Streik und zum Generalstreik zu organisieren.
Frage: Die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland ist von ungefähr 2400 Anfang der 90er Jahre auf fast die Hälfte im Jahr 2024 gesunken. 40% der Kliniken sind jetzt in privater Hand. Burnout betrifft Pflegekräfte fast doppelt so häufig wie Beschäftigte anderer Berufsgruppen und rund 40% denken darüber nach, den Beruf zu verlassen. Ich möchte mit dir über die aktuelle Situation im deutschen Gesundheitssystem sprechen und dich bitten, dich zunächst einmal kurz vorzustellen, wer du bist und warum du diese Ausbildung machst.
Antwort: Ich bin Sandro*, 36 Jahre alt. Ich habe schon viel anderes gearbeitet. Ich habe eine Ausbildung in der Gastronomie gemacht, bei der Deutschen Post gearbeitet. Das war alles okay, aber irgendwann habe ich mir gedacht: Gastro verdienst du scheiße und bei der Deutschen Post gehst du kaputt. Ich habe damals schnell einen Knieschaden bekommen. Damals habe ich mir gedacht, jetzt such mir einen chilligen Job. Einen Job, wo du einigermaßen gut Geld verdienst, aber nicht so viel arbeiten musst. Da bin ich in die Stadtverwaltung gegangen, genauer zum Postamt. Da war ich dann ca. 3 Jahre und da habe ich mir gedacht: Bist du bekloppt? Du stempelst ein und weißte nicht warum. Du schaffst keine Werte, du machst keine sinnvolle Arbeit. Nur Blödsinn. Also habe ich mich hingesetzt und darüber nachgedacht, was ich tun könnte. Der soziale Bereich hat mich interessiert, insbesondere die Krankenpflege.
F.: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
A.: Ich bin ja Auszubildender. Das ist ja ein bisschen anders als bei einer examinierten Pflegekraft. Die trägt mehr Verantwortung als ich. Ich mache meine Ausbildung in der Psychiatrie in Köln und da bin ich gerade auf der beschützten Gerontopsychiatrie. Die Station ist geschlossen. Die Menschen können nicht raus. Und die Menschen sind über 65. Und da ist der Alltag in der Früh-Übergabe: Blutzuckermessen, Waschen, Frühstück, Medikamente. Verbände machen: Wundverbände, Kompressionsverbände. Dann machst du Pause. Dann ist Mittagessen. Gibst das Mittagessen raus. Medikamente. Und wenn da noch Zeit ist, machst du mit den Patienten was Therapeutisches. Pflegetherapeutisches Angebot. Gehst du mit denen vielleicht spazieren. Es geht aber nur, wenn genug Personal da ist.
F.: Gibt es nicht genug Personal?
A.: Es gibt manche Tage, da geht gar nichts. Das sind zwei Examinierte plus ich als Auszubildender. Und einer, der ein freiwilliges soziales Jahr macht. Da geht es nicht. Bei 25 Patienten. Oder aber ich bin auch manchmal so dreist und sage, ich mache es trotzdem. Die Patienten haben ein Recht darauf, hier mal raus zu kommen. Dass jemand mit ihnen mal was macht. Anstatt nur Waschen und Essen.
F.: Du hast gesagt „Das geht nichts”. Die Krankenhäuser befinden sich in einer schwierigen Lage. Seit Mitte der 80er Jahre können sie Gewinne erzielen. Die Medizin wird zunehmend nach wirtschaftlichen und immer weniger nach menschlichen Kriterien organisiert. Was du gerade erzählt hast, folgt dieser Profitlogik.
A.: Ja klar. Herzlich willkommen im Kapitalismus. Die Klinik, in der ich arbeite – eine Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie – gehört nämlich einer öffentlichen Einrichtung an. Man könnte behaupten, meine Klinik ist nicht privatisiert, also könnte man sagen, für sie ist es egal, sie machen keinen Profit.
Ja, es gibt keine Aktionäre im Hintergrund, die irgendwelche Dividenden ausgeschüttet bekommen sollen. Aber nichtsdestotrotz hast du die wirtschaftliche Lage des Kapitalismus im Hintergrund. Das heißt: Du kriegst keine Gelder, du kriegst keine Mittel. Die Häuser von uns sind marode. Sie haben keine Klimaanlagen. Meine Klinik baut gerade ein neues Gebäude – natürlich ohne Klimaanlage, denn dafür ist das Geld nicht da. Die Klinik versucht die Betten immer voll zu machen. Ein Bett bleibt nie lange leer, denn wenn ein Bett leer bleibt, erhält die Klinik kein Geld. Die Menschen bleiben sehr lange bei uns, weil man versucht, die Betten so lange wie möglich zu belegen und die Menschen so lange dort zu behalten, bis sie Geld einbringen.
Es gibt auch psychisch kranke Patienten, die laut Gesetz gegen ihren Willen zu uns gebracht werden müssen. Einige dieser Patienten können wir jedoch nicht entlassen, obwohl sie ab einem bestimmten Zeitpunkt keine stationäre Behandlung mehr benötigen. Der Grund ist, dass sie keinen Ort haben, an den sie entlassen werden können. Sie bleiben also nicht aus medizinischen, sondern aus sozialen Gründen in der Klinik. „Wir haben ein Gesundheitssystem“ – in Anführungszeichen. Tatsächlich haben wir kein Gesundheitssystem, sondern ein Krankheits- und Verwahrsystem.
F.: Wir haben uns zum ersten Mal bei einer Kundgebung gegen die Schließung von zwei Krankenhäusern hier in Köln getroffen. Jemand am Mikrofon sagte, dass manchmal Operationen durchgeführt werden, die eigentlich gar nicht notwendig sind. Kannst du mir genauer erklären, was damit gemeint ist?
A.: Genauso, wie es gesagt wurde. Dass es Operationen gibt, die nicht notwendig sind, die aber trotzdem durchgeführt werden, weil man dafür Geld bekommt.
Hier an der Hand habe ich eine Narbe. Ich bin einmal gestürzt. Die Bänder waren überdehnt, aber man sagte mir, sie seien gerissen, weshalb eine Operation notwendig sei. Das ist rentabler. Selbst in einer öffentlichen Klinik. Eine häufige Magen-Darm-Erkrankung heilt im Durchschnitt innerhalb von 7 Tagen aus. Die Krankenkasse zahlt nach Ablauf der 7 Tage Krankenhausaufenthalt keinen Cent mehr. Entweder wird die Person also innerhalb von 7 Tagen gesund, oder, falls sie nicht gesund wird, braucht sie etwas anderes. Dann braucht sie eine andere Diagnose, die ihren Verbleib im Krankenhaus rechtfertigt, damit die Krankenkasse weiterhin zahlt. Zum Beispiel: Ein Harnwegsinfekt, obwohl er keinen hat. Oder macht noch ein paar Untersuchungen. Wir müssen noch XY ausschließen. Das ist gang und gäbe. Ein weiteres Beispiel: Die Geburt. Auf der Entbindungsstation. Bei einer natürlichen Geburt geht es nicht um viel Geld. Wie viele Frauen werden heute dazu gedrängt, sich einem Kaiserschnitt zu unterziehen, obwohl auch eine natürliche Geburt in Ordnung wäre? Viele Frauen würden eine natürliche Geburt vorziehen. Aber ein Kaiserschnitt bringt Geld ein: Man führt den Eingriff durch, und der Krankenhausaufenthalt dauert viel länger. Alles wird von den Krankenkassen bezahlt. Ob es sich nun um ein Knie handelt, um eine Hüfte oder um eine Entbindung – es findet sich immer ein Weg, den Krankenhausaufenthalt zu verlängern.
F.: Du hast klar und deutlich erklärt, wie die Profitlogik im Krankenhauswesen funktioniert und warum sie erschreckend ist. Ich glaube, dass diese Profitlogik auch deine Arbeitsbedingungen beeinflusst.
A.: Tja, was soll ich sagen … Es gibt Stationen, wo man zum Beispiel die Spätschicht zugeteilt bekommt, wenn man bestimmte Dinge nicht erledigt hat. Wenn man dann die Arbeit der Spätschicht nicht schafft, muss man die Nacht dort verbringen. Und so weiter. Es ist eine Kettenreaktion. Und das gilt für alles, sei es beim Waschen oder beim Verbandswechsel. Wir lernen, was richtig ist und wie man es richtig macht. Zum Beispiel, wie man den Verband wechselt, ohne dass sich die Wunde entzündet; wie man Menschen auf ihrem Weg zur Genesung unterstützt. Aber das tritt in den Hintergrund. Wenn das medizinische Pflegepersonal nicht die Initiative ergreift und sagt: „Okay, ich werde alles geben.“ Das heißt: Ich renne, ich halte nie an, ich gehe nicht auf die Toilette, ich trinke nichts – damit die Pflege der Menschen funktioniert. Und darunter leiden sowohl der Patient als auch das medizinische Personal. Denn das medizinische Personal wird schließlich krank, fühlt sich erschöpft, erleidet ein Burnout und verlässt dann den Sektor. Dies führt zu Personalmangel. – Das medizinische Personal erkrankt, wenn bereits Personalmangel herrscht. Der Patient, weil er nicht angemessen behandelt wird. Er erhält nicht die Versorgung, die er braucht.
F.: Die Krankenhausreform, die Ende 2024 unter Gesundheitsminister Lauterbach (SPD) von der Ampelregierung beschlossen wurde und seit dem 1. Januar 2025 gilt, sieht einen schrittweisen Umbau des Krankenhauswesens bis 2029 sowie einen Transformationsfonds von 50 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2035 vor. Trotzdem wird davon ausgegangen, dass zwei Drittel der Kliniken wirtschaftlich gefährdet sind. Als jemand, der in einem Krankenhaus arbeitet: Wie beurteilst du diese Reform?
A.: Jede Reform hat Köpfe gekostet in Form von Kliniken. Und Reformen werden ja nicht gemacht in unserer Gesellschaft im Sinne der Menschen. Wenn wir uns nun fragen: Warum funktioniert die Politik so? Warum gibt es all diese Reformen? Die zentrale Frage ist die nach der Kriegsfähigkeit. Woher nehme ich das Geld, um mich auf einen Krieg vorzubereiten? Um ihn führen zu können? Genau da: Aus den Sozialkassen. Das ist die logische Konsequenz. Man mag es Krankenhausreform nennen. Man kann es aber auch einfach Kriegsreform nennen. Und zwar jede dieser Reformen, meiner Meinung nach.
F.: Du sprichst jetzt aus der Perspektive einer Person, die eine Ausbildung zur Pflegekraft absolviert. Aber in einem Krankenhaus gibt es auch Ärzte, Mitarbeiter der Notaufnahme, Therapeuten usw. Wird das, was du bisher erzählt hast, unter euch diskutiert, kritisiert?
A.: In meiner Klinik machen die Pflegekräfte das so. Die Ärzte wollen nur, dass die Pflegekräfte tun, was sie ihnen sagen. Die Pflegekräfte sagen nichts dazu. Nur eine kleine Minderheit befasst sich aus politischer Sicht mit diesen Themen. Und von Therapeuten oder dergleichen, da hörst du gar nichts. Wir haben bei uns in der Klinik einen Kreis, das heißt Vertrauensleute-Kreis. Das ist von der Gewerkschaft. Aber selbst da gibt es die rechten Sozialdemokraten bei uns. Die wollen davon gar nichts wissen. Wehe, man greift die Linie an.
F.: Aber glaubst du nicht, dass deine Kollegen in der Lage sind, einen Kampf gegen das zu organisieren, was gerade geschieht? Du hast es selbst gesagt: Der Druck bei der Arbeit nimmt immer mehr zu, die Bedingungen verschlechtern sich.
A.: Das wäre zwar möglich, aber die Voraussetzung dafür fehlt. Die Voraussetzung eines gewissen Bewusstseins. Warum ist das so? Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Gewerkschaftsbürokratie, die nicht zum Kampf erzieht. Unsere sozialdemokratische Gewerkschaftsführung hat unsere Gewerkschaften nicht zu Kampforganisationen gemacht. Und ich glaube nicht, dass die Pflegekräfte von sich aus sagen: “ Ah, jetzt, eigentlich müssen wir uns dafür interessieren“. Die Botschaft, die wir in den Unternehmen von der Gewerkschaftsführung erhalten, lautet: Verschaffe dir Gehör, aber nur, wenn ich es dir sage.
F.: Aber in Berlin zum Beispiel haben die Pflegekräfte schon einen Kampf geführt. Auch das Universitätsklinikum Köln hat vor drei Jahren ziemlich lange für den Tarifvertrag gestreikt. Das ist genau das Gegenteil von dem, was du sagst.
A.: Es kommt darauf an, um was es geht. Sie sind bis zu einem gewissen Grad bereit, etwas zu tun. Aber mehr auch nicht. Solange meine Gewerkschaftsführung mir nicht sagt, jetzt geht es ums Ganze, solange werde ich nicht das tun, was eigentlich notwendig ist. Das ist ja unsere Erziehung in den Betrieben durch die Gewerkschaftsführung. Mach deinen Mund auf, aber nur dann, wenn ich es dir sage. Am 1. Juli habe ich an der Kundgebung des DGB „Basta!“ gegen die Sozialkürzungen, die die Regierung Merz durchsetzen will, teilgenommen. Klar, man nimmt daran teil und protestiert: Die Redner sagen: „Hey, so wie sich die Dinge entwickeln, ist das alles Scheiße, das ist alles Blödsinn“ oder so ähnlich. Und die Leute jubeln, sagen „Genau“, „Ja“, „Buuu“. Und dann gehen sie wieder nach Hause. Und dann kehren sie an ihren Arbeitsplatz zurück und machen genau das Gleiche weiter wie zuvor. Und das ist nicht die Aufgabe unserer Gewerkschaften. Die Aufgabe unserer Gewerkschaften besteht darin, die Menschen dazu zu erziehen, sich zusammenzuschließen, um gegen die kapitalistische Gesellschaft zu kämpfen.
F.: Ich verstehe deine Kritik an der Gewerkschaftsbürokratie – viele Arbeiter sehen das ähnlich. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass Veränderungen oft erst dann möglich wurden, wenn Menschen begannen, sich eine Alternative zur bestehenden Ordnung vorzustellen und dafür zu kämpfen. Und oft geschah dies in der Geschichte der Arbeiterbewegung auch gegen den Willen der Gewerkschaftsbürokratie: Die Arbeiter haben sie einfach übergangen.
Du hast das heutige Gesundheitssystem sehr scharf kritisiert. Wenn du die Möglichkeit hättest, ein anderes System aufzubauen – wie würde ein Gesundheitssystem aussehen, das den Menschen dient und nicht der Logik von Kosten und Profit?
A.: Eine Zentralisierung der Disziplinen halte ich für extrem wichtig. Also ein Haus, wo viele Disziplinen abgedeckt werden, wo Prophylaxen betrieben werden. Also es kann ja nicht sein, dass der Mensch in die Klinik kommt, weil er krank wird. Man muss sich doch die Frage stellen, was kann passieren, damit der Mensch überhaupt nicht krank wird. Prophylaxen. Viel mehr Prävention. Und eine Klinik, die selbstverständlich über genug Mittel, über genug Technik, über genug Wissen und Personal verfügt. Und Wissen ist enorm wichtig. Weißt du, was ich lerne in meiner Ausbildung? Müll.
F.: Warum Müll?
A.: Ich lerne das Notwendigste. Wenn ich nicht hergehen würde und sagen würde, okay, ich brauche mehr Wissen, und mich nicht selbstständig hinsetzen würde, würde ich nur das Notwendigste wissen. Weil meine Pflegeausbildung mehr nicht hergibt. Sie gehen nicht her und zeigen uns, wie ist ein EKG zu interpretieren. Wie sind Blutwerte zu interpretieren. Wie funktioniert das Herz, die Lunge, die Niere, die Leber. Wie funktioniert die Psyche des Menschen und wie kann ich mit Menschen umgehen, die psychisch erkrankt sind. Also es ist auch eine massive Dequalifizierung. Du wirst nicht qualifiziert, adäquat, um dem Ganzen gerecht zu werden.
F.: Damit sind wir wieder am Anfang unseres Gesprächs angelangt: Willkommen im Kapitalismus, wie du gesagt hast. Es erinnert mich an eine Fabrik: Man lernt nur die einfachsten Arbeitsschritte (zum Beispiel einen Knopf drücken, einen Hebel betätigen) – wie Marx erklärte, wird die Arbeit dadurch vereinfacht, was ihren Wert mindert und die Gewinne steigert.
A.: Genau. Mehr brauchen wir nicht. Und dann wirst du, so wie in der Fabrik der Mensch der Anhang der Maschine wird, wird die Pflegekraft der Anhang des Arztes. Aber der Arzt sieht viele Dinge nicht.
F.: Das bedeutet, dass in einem besseren Krankenhaus- und Gesundheitssystem der Zukunft, wie es uns das Kapital vorschlägt, werden die Rollen von Ärzten und Pflegekräften (also Arbeitern) also nicht mehr so klar voneinander getrennt sein. Es muss eine stärkere Zusammenarbeit und gemeinsame Planung geben.
A.: Das eine bedingt das andere.
F.: Kommen wir zurück zur Realität. In Köln sollen zwei Krankenhäuser geschlossen werden. Gleichzeitig ist der Bau eines neuen unterirdischen Krankenhauses geplant, das im Kriegsfall betrieben werden kann und Soldaten aufnehmen soll. Die Kosten belaufen sich auf 40 Millionen Euro. Was hältst du davon?
A.: Was soll ich davon halten? Das ist doch zum Kotzen! Also, in den letzten zwei Wochen herrschten auf meiner Station 38 Grad. Und meine verdammte Klinik hat kein Geld, um uns mobile Klimaanlagen zur Verfügung zu stellen.
F.: Eine letzte Frage. Wie kann man deiner Meinung nach all diesen schrecklichen Dingen ein Ende bereiten, die in unserem Gespräch zur Sprache gekommen sind?
A.: Ich halte es für absolut notwendig, sich im Betrieb, in der Schule, an der Universität zu engagieren, zu arbeiten, sich unermüdlich einzusetzen – genau dort, wo wir uns befinden –, um das Thema anzugehen, es mit den Kollegen, Kommilitonen zu diskutieren und sie davon zu überzeugen, dass es unter dieser Gesellschaftsordnung, in diesem System, mit dieser Regierung und mit dieser Gewerkschaftsführung keinen Ausweg gibt. Man muss sich organisieren und zum Beispiel gegen die Gewerkschaftsbürokratie kämpfen. Ich glaube, genau das ist im Moment der entscheidende Punkt. Andernfalls hast du keine Chance, diesem kapitalistischen Grauen ein Ende zu setzen.
* Name von der Redaktion geändert.