Italien: Streik gegen die Reform der technischen Schulen – Alle auf die Straße gegen die Schule der Herrschenden!

Die rechte Regierung unter Giorgia Meloni treibt den Umbau des italienischen Bildungssystems weiter voran. Besonders im Fokus steht dabei die Reform der technischen Oberstufen („istituti tecnici“).

Die Reform ist Teil eines umfassenderen Umbaus des Bildungssystems. Dazu gehört auch das sogenannte „4+2-Modell“, bei dem die reguläre Oberstufe von fünf auf vier Jahre verkürzt wird und die Schüler anschließend zwei weitere Jahre an unternehmensnahen Ausbildungsinstituten („ITS“) absolvieren sollen. Hinzu kommt das „Liceo del Made in Italy“, ein nationalistisches Prestigeprojekt, das Schule noch direkter in den Dienst des italienischen Kapitals stellen soll. Gegen diese Bildungsreformen organisieren Lehrkräfte, Schüler und Basisgewerkschaften zunehmend Proteste und Streiks.

(Artikel von Ilic Vezzosi – Rsu Flc Cgil Aldini-Valeriani, Bologna)

Am 7. Mai steht die Schule still, um den erneuten Angriff auf das öffentliche Bildungssystem abzuwehren. Die Reform der technischen Institute stellt einen massiven Angriff auf das öffentliche Bildungswesen dar und unterwirft die Ausbildung vollständig den Interessen des lokalen Kapitals. Durch eine tiefgreifende Umgestaltung der Lehrpläne kürzt die Maßnahme drastisch die Unterrichtsstunden und trifft sowohl die allgemeinbildenden Fächer als auch die profilprägenden Inhalte der jeweiligen Fachrichtungen schwer. Das Ziel ist eindeutig: Schulen sollen zu Reservoirs billiger Arbeitskraft gemacht werden, während jeder Anspruch auf umfassende Bildung und persönliche Entwicklung einer rein auf die Bedürfnisse kapitalistischer Verwertung ausgerichteten Ausbildung geopfert wird.

Der zentrale Punkt dieser Maßnahme ist die faktische Abschaffung der gemeinsamen zweijährigen Grundausbildung. Mit der Abschaffung dieser wichtigen Errungenschaft, die Schülern am Ende des zweiten Jahres eine Neuorientierung ermöglicht, zeigt die Regierung offen, dass ihre Bildungspolitik den Bedürfnissen des Kapitals und nicht den Interessen der Jugendlichen untergeordnet ist. Die Schule wird damit noch stärker zu einem Instrument sozialer Selektion und lenkt junge Menschen noch früher in vorgezeichnete Bildungs- und Berufswege. Die Stoßrichtung ist eindeutig: Der Weg soll frei gemacht werden für das umfassendere Projekt einer allgemeinen Verkürzung der Oberstufe von fünf auf nur noch vier Jahre.

Die Leidtragenden dieses Kahlschlags sind neben den Jugendlichen auch die Lehrkräfte und übrigen Beschäftigten im Bildungswesen. Mit der Reduzierung der Unterrichtsstunden sinkt zwangsläufig auch die Zahl der Stellen laut gewerkschaftlichen Schätzungen landesweit um 576. Trotz beschwichtigender Erklärungen und leerer Versprechen über angebliche Ausgleichsmechanismen zeigt die Realität bereits, dass die Folgen der Reform schon heute spürbar sind. An vielen Schulen führt die Reform bereits zu Personalüberhängen. Für die Lehrer bedeutet das wachsende Unsicherheit, Konkurrenz um Stellen und eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in einem ohnehin ausgezehrten Bildungswesen.

Angesichts dieser Situation wächst im ganzen Land eine breite Ablehnung. In Bologna wächst an allen technischen Instituten der Widerstand gegen die Reform, dort entwickelt sich eine Mobilisierung, wie man sie seit langer Zeit nicht mehr erlebt hat. Schüler und Beschäftigte der Schulen organisieren sich zunehmend selbst. In diesem Zusammenhang ist ein selbstorganisiertes Koordinierungskomitee der technischen Institute entstanden, und die CGIL, der größte italienische Gewerkschaftsbund, sah sich angesichts des Drucks von unten gezwungen, für den 7. Mai zu einer Demonstration aufzurufen. Auch die Schüler beteiligen sich entschlossen am Protest und organisieren Kundgebungen vor den Schulen sowie Demonstrationszüge durch die Stadt.

Die Grenze des von der CGIL ausgerufenen Streiks besteht allerdings darin, dass die formale Mobilisierung ausschließlich auf die technischen Institute beschränkt wurde. Dadurch wird die notwendige Einheit der Beschäftigten angesichts eines Angriffs geschwächt, der das gesamte öffentliche Bildungswesen betrifft. Dennoch konnte sich dank der Initiative der Basisgewerkschaften auch der übrige Bildungssektor dem Streik anschließen und protestieren, nachdem diese mit der nötigen Weitsicht zu einer allgemeinen Mobilisierung aller Beschäftigten im Schulwesen aufgerufen hatten.

Das Ziel muss klar und unmissverständlich sein: die sofortige Rücknahme und vollständige Abschaffung der Reform der technischen Institute sowie aller jüngsten Gegenreformen, einschließlich des „4+2-Modells“ und des nationalistischen Prestigeprojekts „Liceo del Made in Italy. Das öffentliche Bildungswesen braucht einen radikalen Kurswechsel. Notwendig sind neue und deutlich höhere Investitionen in das öffentliche Bildungswesen, endlich würdige Löhne für das gesamte Lehr-, Verwaltungs- und technische Schulpersonal sowie eine drastische Verringerung der Schülerzahl pro Klasse.

SCHLIESS DICH DEN KOMMUNISTEN AN!

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