Propagandainszenierung in München: Was hat es mit den „250.000“ Demonstranten für den Shah auf sich?

Die Bilder von der Münchner Theresienwiese sind beeindruckend. Laut Münchner Polizei versammelten sich 250.000 Menschen sich am 14. Februar 2026, iranische Fahnen mit Löwen und Sonne wehten, Sprechchöre für „Regimewechsel“ hallten über den Platz, Porträts von Reza Pahlavi, dem Sohn des letzten Schahs wurden hochgehalten.

Doch wer genau forderte hier den Sturz des iranischen Regimes, und wen repräsentierte diese lautstarke Exil-Opposition wirklich? Die Antwort auf diese Frage offenbart etwas Fundamentales. Das Programm der Demonstranten steht nicht für das kämpfende Volk im Iran, sondern für eine privilegierte Elite, die 1979 mit Milliarden ins Exil floh und nun ihre Rückkehr an die Macht anstrebt, gebettet auf die Schultern des US-Imperialismus und des israelischen Staates.

Die „Nationale Union für Demokratie im Iran“ (NUFDI) transportierte Schah-Unterstützer aus ganz Europa in 800 Reisebussen nach München. Unabhängige Schätzungen liegen weit unter den Zahlen der Polizei, nämlich bei etwa 70.000 bis 100.000. Der westliche Imperialismus gab sich alle Mühe zu suggerieren, die westliche Intervention im Iran habe eine massenhafte Unterstützung in der Bevölkerung. Doch das ist eine Lüge.

Der Schah und die Diaspora

Das Schah-Regime entstand 1953 durch einen von CIA und MI6 finanzierten und organisierten Militärputsch gegen Premierminister Mohammad Mossadegh. Mossadegh hatte die Anglo-Iranian Oil Company verstaatlichen wollen, woraufhin britische und amerikanische Geheimdienste den Putsch organisierten, Mossadegh inhaftierten und Mohammad Reza Pahlavi als absoluten Monarchen installierten. Die USA finanzierten anschließend das Regime mit Milliarden: Zwischen 1953 und 1977 flossen über 1 Milliarde Dollar militärische Hilfe, die CIA schulte den Geheimdienst SAVAK in Foltermethoden, und US-Konzerne wie Gulf Oil plünderten die iranischen Ölfelder.

Das Ergebnis war extreme soziale Ungleichheit: Während 70% der Landbevölkerung analphabetisch blieben und Arbeiter in Elendsquartieren lebten, kaufte die königliche Familie Luxusimmobilien in Beverly Hills und Paris. Eine Revolution begann 1978 mit Streiks der Ölarbeiter, die die Produktion lahmlegten, gefolgt von Generalstreiks der Bahnarbeiter, Postangestellten und Fabrikarbeitern. In den Fabriken entstanden Arbeiterkomitees (Shuras), die die Produktion selbst organisierten. Im Februar 1979 kollabierte das Regime, als die Armee sich weigerte, auf die Massen zu schießen. Doch die Arbeiterkomitees wurden nicht zur Machtübernahme geführt: Die Tudeh-Partei folgte der Stalin-Doktrin der „fortschrittlichen bürgerlichen Demokratie“, unterstützte die „Antiimperialistische“ Front mit den Mullahs – und diese zerschlugen die Shuras, ermordeten Kommunisten und errichteten eine neue Diktatur.

Als die Islamische Revolution 1979 das Schah-Regime stürzte, verließen Angehörige unterschiedlicher Klassen das Land. Auf der einen Seite flohen Teile der herrschenden Klasse – Bourgeoisie, hohe Militärs, Palastbeamte, SAVAK-Offiziere (SAVAK = monarchistischer Geheimdienst), korrupte Staatsfunktionäre und deren Familien. Sie nahmen geschätzte zwei Milliarden Dollar mit, allein die Pahlavi-Familie entführte einen Großteil dieses Vermögens in die USA, und ließ sich vor allem in Los Angeles nieder, wo sie bis heute als wohlhabendste iranische Community außerhalb des Iran als „Tehrangeles“ bekannt sind. Diese Kreise haben ihre wirtschaftlichen Privilegien weitgehend bewahren können, sie sprechen für die Ausbeuter, nicht für die Ausgebeuteten, und ihr „Widerstand“ richtet sich nicht gegen Unterdrückung als solche, sondern gegen die falschen Unterdrücker, nämlich die Mullahs, die ihnen den Zugriff auf die iranischen Ressourcen verwehren und sie als herrschende Fraktion der Bourgeoisie abgelöst haben.

Auf der anderen Seite flohen nach 1979 und in den folgenden Jahrzehnten zehntausende politische Flüchtlinge. Studenten, Intellektuelle, Gewerkschafter, Kommunisten, Kurden, Frauenrechtlerinnen, die aus politischen Gründen das Land verlassen mussten. Sie flohen vor der Verfolgung durch das neue Regime, vor Folter und Hinrichtung, und fanden in den westlichen Ländern Zuflucht. Viele von ihnen haben im Exil ihre politische Arbeit fortgesetzt, organisierten sich in kleinen Gruppen, veröffentlichten Zeitungen, hielten Kontakt zu den Untergrundbewegungen im Iran. Doch sie verfügen nicht über die finanziellen Mittel, die Medienpräsenz und die organisatorische Infrastruktur der monarchistischen Elite.

Diese Zerrissenheit der Diaspora zeigte sich deutlich auf der Münchner Theresienwiese. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über die Demo: „Nicht alle hier wollen den Schah zurück.“ Doch wer die organisatorische Macht besitzt, bestimmt die politische Ausrichtung der Demo. Die Demonstration wurde von der NUFDI organisiert, einer Gruppe mit professioneller Infrastruktur, finanzieller Unterstützung aus den USA und Verbindungen zu israelischen und amerikanischen Think Tanks.

Die monarchistische Bewegung versucht die Politik der Diaspora durch finanzielle Ressourcen, Verbindungen in die Politik und Medienpräsenz zu dominieren. Das führt dazu, dass die ehrlichen Oppositionellen, die gegen das Mullah-Regime kämpfen wollen, unter Druck stehen. Auch wenn es durchaus Möglichkeiten gibt, sich unabhängig zu organisieren – etwa in kleineren Organisationen von Studenten oder politischen Geflüchteten – können diese nicht mit der Präsenz und Macht der Bewegung um die Exil-Elite mithalten.

Die israelische und US-amerikanische Propaganda, die die sozialen Medien mit gefälschten Videos zu den Protesten im Iran und Bots flutet, verstärkt diese Dynamik zusätzlich und verzerrt die Wahrnehmung der politischen Realität im Land. Viele, die verzweifelt gegen das Regime vorgehen wollen, aber keine klare Perspektive für ihren Kampf haben, lassen sich so von einer Bewegung vereinnahmen, deren Klasseninteressen komplett widersprüchlich zu den ihren sind.

Der Stiefellecker des westlichen Imperialismus

Reza Pahlavi, der sich 2022 selbst zum „Führer der Opposition“ ernannte, verkörpert das Programm der monarchistischen Elite mit brutaler Ehrlichkeit. Sein Wirtschaftsprogramm besteht aus massenhaften Privatisierungen, einschließlich der iranischen Rohstoffe, und der Öffnung des Landes für den westlichen Imperialismus.

Seine „demokratischen“ Versprechen, die ein Referendum und eine verfassunggebende Versammlung umfassen, verschleiern den autoritären Kern, der in den Unterlagen seiner eigenen Anhänger offen zutage tritt. Ein von der NUFDI veröffentlichter „Übergangsplan“ sieht vor, dass Pahlavi persönlich eine Übergangsregierung führt, mit vollständiger Kontrolle über die Ernennung der Mitglieder des Übergangsparlamentes und der Justiz, buchstäblich als „der königliche Hof“ bezeichnet. Wer ist Pahlavi, um die Mullahs der Islamischen Republik zur Rechenschaft zu ziehen und sie dann mit seinem eigenen königlichen Hof zu ersetzen? Er und der Rest des alten Pahlavi-Regimes haben schreckliche Verbrechen an den iranischen Massen begangen, Milliarden gestohlen, als sie das Land verließen, und die Methoden der Repression perfektioniert.

Die Unterstützung für Israel und die USA ergibt sich aus dieser Klassenposition zwangsläufig und offenkundig. Pahlavi ist wie sein Vater vor ihm ein loyaler Stiefellecker des westlichen Imperialismus, der persönlich Donald Trump nach dem 12-Tage-Krieg gegen den Iran dankte, um sich einzuschmeicheln und als anerkannter „Führer“ installiert zu werden, nachdem das jetzige Regime gestürzt ist. Viele Monarchisten halten sklavisch Trumps Slogan aus dem 12-Tage-Krieg hoch: „Make Iran great again“. Doch selbst Trump zeigte sich zurückhaltend, als er gefragt wurde, ob er Pahlavi treffen werde: Man solle abwarten, „wer auftaucht“ und es sei nicht unbedingt angebracht sich festzulegen. Diese Zurückhaltung zeigt die Vorsicht eines Teils der herrschenden Klasse in den USA, die die Erfahrungen im Irak, in Syrien und Afghanistan nicht vergessen hat: Pahlavi könnte nur auf dem Rücken einer US-Intervention an die Macht kommen, und das birgt die Gefahr von Chaos und Bürgerkrieg mit allen Implikationen für die regionalen Interessen der USA und die Weltwirtschaft. Doch dies hält die treuesten Gönner des Prinzen nicht ab.

Israel und Benjamin Netanyahu unterstützen die Monarchisten systematisch. Pahlavi besuchte 2023 Israel, und die israelische Zeitung Haaretz deckte auf, dass der Mossad die Bewegung seit 2022 mit Bots, Infiltration durch Telegram und Social-Media-Plattformen und auch finanziell unterstützt.

Diese massive Unterstützung aus dem Exil, kombiniert mit der wachsenden Verzweiflung breiter Schichten im Iran, hat dazu geführt, dass die Monarchisten in der öffentlichen Wahrnehmung plötzlich präsenter erscheinen. Dabei überschätzt die westliche Berichterstattung ihre tatsächliche Unterstützung: Zwar gibt es Iraner, die aus Not die Monarchisten als vermeintliche Alternative betrachten, doch ihre Zahl bleibt begrenzt und ihre Loyalität ist fragil. Die organisierte Basis der Pahlavi-Anhänger im Land selbst ist schwach.

Während die USA eher Interesse an einer gewissen Stabilität in der Region haben, kennt der israelische Imperialismus nur ein Ziel: Seinen einzigen ernstzunehmenden Kontrahenten in der Region auszuschalten. Ein westlicher Regime Change würde keinesfalls zu einer blühenden iranischen Demokratie führen, sondern zur Zerstörung und Zerschlagung des Landes.

Die Massen im Iran: Tod allen Tyrannen

Die iranische Bevölkerung will nichts von der Rückkehr des Schahs wissen. Und sie hat gute Gründe dafür – denn sie waren es, die 1979 das Pahlavi-Regime gestürzt haben. Der Generalstreik der Arbeiterklasse im Jahr 1978, die Massendemonstrationen, die Bildung von Shuras in den Fabriken, die Aufstände in den Armenvierteln – all dies beendete die Herrschaft des Schahs. Die Massen erinnern sich an die Folterkammern des SAVAK, an die Hinrichtungen von Kommunisten und Gewerkschaftern, an die extreme Ausbeutung, an die Unterdrückung der nationalen Minderheiten durch einen rassistischen persischen Chauvinismus, an die Ausbeutung durch westliche Ölkonzerne, die unter dem Schah ungehindert plündern konnten. Sie erinnern sich an ein Regime, in dem sie keine demokratischen Rechte hatten, in dem Armut und Korruption grassierten, während eine kleine Elite in Saus und Braus lebte.

Aus denselben Gründen demonstrieren die Massen heute gegen das Mullah-Regime. Die Islamische Republik hat die Methoden des Schah-Regimes perfektioniert. Dieselbe brutale Repression, dieselbe Ausbeutung durch eine korrupte herrschende Klasse, dieselbe Unterdrückung von Frauen, Arbeitern, Kurden. Die Mullahs haben die religiöse Ideologie als neue Legitimation gefunden, doch die materielle Realität ist und bleibt die gleiche. Die Inflation frisst die Löhne auf, die Arbeitslosigkeit explodiert, die Umwelt wird zerstört, während die Eliten sich bereichern. Iran ist heute Nummer 14 weltweit bei der Anzahl der Dollarmillionäre, während die überwältigende Mehrheit in Armut lebt.

Welches Interesse sollten die Iraner also an einer Unterstützung des Schahs haben? Keines! Der Slogan, der sich seit den Protesten 2022 durchgesetzt hat, lautet: „Tod allen Tyrannen – ob Schah oder Mullahs“. Die Studenten im Iran haben diesen Spruch zu ihrem Kernpunkt des Programms gemacht. Dies ist keine abstrakte Parole, sondern die praktische Erfahrung von vielen Jahrzehnten Unterdrückung. Sie wissen, dass der Schah ein Verräter war, der den Iran den USA und Großbritannien auslieferte.

Die Mullahs sind im gleichen Sinne Verräter – doch während der Schah direkte Marionette der USA war, haben sie das Land in eine strategische Abhängigkeit von China und Russland manövriert. Nicht als willfährige Handlanger, sondern als eigenständige kapitalistische Clique, die durch westliche Sanktionen und Isolierung gezwungen sind, Handelsabkommen und Militärkooperationen mit China und Russland einzugehen, während sie die eigene Bevölkerung ausbeutet. Die Arbeiterklasse im Iran erinnert sich an die historische Lektion von 1979: Es war ihre eigene Kraft, ihr Generalstreik, ihre Shuras, die den Schah stürzten – nicht die Exilanten in Paris oder Washington. Sie erinnert sich auch an die Tragödie, die folgte. Die Mullahs hielten ein Referendum ab, versprachen Demokratie und etablierten dann eine noch blutigere Diktatur. Pahlavi verspricht heute das Gleiche: Referendum, verfassunggebende Versammlung, Demokratie. Doch die Massen haben gelernt. Sie wissen, dass das nur der demokratische Deckmantel ist, hinter denen sich neue Formen der Unterdrückung verbergen.

Die Gewerkschaft der Haft-Tappeh-Zuckerrohrarbeiter formuliert dies mit schonungsloser Klarheit: „Die Pahlavis können auf den Kapitalismus zählen, aber die Arbeiter und Menschen, die Freiheit und Gleichheit wollen, können das nicht.“ Das Busfahrer-Syndikat von Teheran erklärt: „Der Weg zur Befreiung der Arbeiter und der Armen liegt nicht in einem von oben über das Volk verhängten Führer, nicht im Vertrauen auf ausländische Mächte, sondern im Weg der Einheit, der Solidarität und der Schaffung unabhängiger Organisationen.““ Diese Arbeiter wissen, wovon sie sprechen – denn sie haben den Schah gestürzt, sie haben die Mullahs überlebt, und sie wissen, dass wahre Befreiung nur aus ihrer eigenen Kraft kommen kann, nicht aus dem Exil, nicht aus Washington oder Jerusalem.

Die Haltung des Reformismus

Die Haltung der Reformisten und Linksliberalen zu den iranischen Protesten ist ein Lehrstück in politischem Versagen und ideologischer Verwirrung – und sie hat eine Geschichte. Bereits 1979 scheiterte ein Großteil der internationalen Linken an der iranischen Revolution. Michel Foucault und andere linke Intellektuelle feierten die Islamische Revolution als „antikoloniale Befreiung“. Sie blendeten die reaktionäre Natur der Mullahs aus und lieferten so die Arbeiterklasse den Islamisten aus. Dieser historische Fehler wirkt bis heute nach und manifestiert sich auf eine von zwei Arten. Moralischer Aktivismus ohne Klassenanalyse auf der einen Seite, vermeintlicher Antiimperialismus, der aber in Wahrheit die Anbetung der „Multipolarität“ und die Politik des vermeintlich „kleineren Übels“ ist, auf der anderen.

DIE LINKE positioniert sich formal solidarisch mit den Protestierenden im Iran. Ines Schwerdtner, Parteivorsitzende, erklärte im Januar 2026: „Die Menschen im Iran verdienen unsere ganze Solidarität und volle Unterstützung (…). Es braucht gezielte Sanktionen gegen Verantwortliche in Regierung, Geheimdiensten und Militär.“ Die außenpolitische Sprecherin der Partei, Cansu Özdemir, fügte hinzu: „Als Linke stehen wir solidarisch an der Seite der Menschen, die eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation und die Freiheit von der Diktatur fordern.“

Aus der Solidaritätserklärung mit den Protestierenden im Iran geht die Unterstützung der Parteiführung der LINKEN für den westlichen Imperialismus hervor. Die Forderung nach „gezielten Sanktionen“ mag wohlklingend sein, ist jedoch falsch. Sanktionen, so „gezielt“ sie auch bezeichnet werden, treffen in der Praxis immer die Zivilbevölkerung, denn die privilegierte Schicht an der Spitze des Regimes wird durch Korruption und Schmuggel einen Weg finden, die Sanktionen auf die Massen abzuwälzen. Die US-geführten Sanktionen sind neben der Ausbeutung durch das Regime selbst maßgeblich verantwortlich für die Halbierung des Fleischkonsums, für die Notwendigkeit, Brot auf Kredit zu kaufen und für die Medikamentenknappheit in den Krankenhäusern. Indem DIE LINKE Sanktionen fordert, trägt sie zur Verschärfung jener Lebensbedingungen bei, gegen die die iranischen Arbeiter auf die Straße gehen – und schwächt damit genau jene Kräfte, die den Kapitalismus überwinden könnten. Außerdem tut sie damit so, als seien die Staaten der westlichen, imperialistischen Länder ein geeignetes Mittel im Kampf gegen das Mullah-Regime.

Außerdem ignorieren Schwerdtner und Co. Völlig die Klassenzusammensetzung der Opposition. DIE LINKE spricht von „Oppositionellen“ und „Zivilgesellschaft“ als wären das homogene und progressive Blöcke, ohne zu verstehen, dass die organisierteste und lauteste Exil-Opposition, nämlich die Pahlavi-Anhänger aus der gestürzten Fraktion der herrschenden Klasse besteht, Milliarden gestohlen hat und aktiv mit Israel und den USA kooperiert, um eine Rückkehr zur Ausbeutung Irans durch den Westen zu ermöglichen. Stattdessen werden die vermeintlichen 250.000 auf der Theresienwiese, die sich selber als „die iranische Opposition“ bezeichnen, auch wenn DIE LINKE den Schah ablehnt, einfach so akzeptiert, ohne zu fragen, wer organisiert hat (die NUFDI), wer finanziert (die Exil-Elite mit ihren Milliarden), und was die Massen im Iran tatsächlich wollen. Mit dieser Position unterstützt die reformistische Führung der LINKEN de facto die imperialistische Agenda des Westens. Sie erweisen auch den protestierenden Massen im Iran einen Bärendienst! Denn mit ihrer vollkommen schädlichen Forderung nach „Sanktionen“ liefern die Reformisten dem iranischen Regime Munition für seine Propaganda, die Protestierenden als „pro-westliche Agenten“ zu verleumden.

Gleichzeitig gibt es in der politischen Linken Strömungen, die aus vermeintlichem „Anti-Imperialismus“ heraus zu den Protesten schweigen oder diese sogar kritisieren. Manche sehen im Mullah-Regime einen vermeintlichen verbündeten im anti-imperialistischen Kampf gegen die USA in einer „multipolaren“ Welt und stellen sich deswegen gegen die Proteste, die manchmal sogar als reine „CIA-Operation“ dargestellt werden. Diese Position ist ebenfalls schädlich. Sie ignoriert, dass der iranische Kapitalismus, ob religiös oder monarchistisch, die Massen ausbeutet, dass die Islamische Republik eine kapitalistische Diktatur ist, die Arbeiter, Frauen, Kurden usw. unterdrückt, unabhängig von ihrer geopolitischen Stellung zum US-Imperialismus. Sie ignoriert ebenfalls, dass das Mullah-Regime keineswegs per se „anti-imperialistisch“ ist, denn es hätte sehr gerne bei erst bester Gelegenheit einen akzeptablen Deal mit dem westlichen Imperialismus abgeschlossen. Sie lässt die iranische Arbeiterklasse genauso wie 1979 im Stich, als manche die Islamisten als „progressiv“ feierten, während diese die Arbeiterkomitees zerschlugen und Kommunisten ermordeten. Aber vor allem treibt diese Position die Protestierenden im Iran im Zweifel weiter in die Arme der Monarchisten und des Westens. Denn die Lebensbedingungen im Iran werden für viele Arme und Arbeiter immer schwerer auszuhalten. Etwas muss getan werden. Und wenn die politische Linke den Kampf gegen das Mullah-Regime ablehnt, hat die pro-westliche Opposition leichteres Spiel.

Was tun?

Die Aufgabe der Arbeiterklasse und Jugend in Deutschland ist klar. Sie muss den eigenen Imperialismus bekämpfen, damit die iranischen Massen die Hände frei haben, ihr Regime zu stürzen. Statt Sanktionen zu fordern, wäre es die Aufgabe der LINKEN den Klassenkampf gegen den deutschen Imperialismus zu organisieren: Für das Ende aller Sanktionen gegen den Iran, für den Abzug aller Bundeswehr-Soldaten aus dem Ausland und für das sofortige Ende des imperialistischen Überfalls auf den Iran durch die USA, Israel, Großbritannien und Frankreich!

Die Arbeiterklasse in den imperialistischen Ländern kann ihre Position nutzen, um das neue imperialistische Abenteuer im Iran zu beenden. Es ist die Pflicht der Kommunisten im Westen gegen die Vereinnahmung der Proteste durch die westlichen Imperialisten und ihrem Schoßhund Pahlavi und gleichzeitig gegen Sanktionen gegen das iranische Volk zu kämpfen. Die Forderung muss lauten: Hände weg vom Iran, wirtschaftlich wie militärisch!

Unsere Unterstützung muss jenen Kräften gelten, die tatsächlich eine Befreiung der Arbeiterklasse ermöglichen können: den unabhängigen Arbeiterorganisationen im Iran. Die Haft-Tappeh-Zuckerrohrarbeiter, das Busfahrer-Syndikat von Teheran und andere Arbeiterorganisationen, die Streikkomitees und potenziellen Shuras – das sind die Träger einer echten Revolution. Nur die Arbeiterklasse kann einen entscheidenden Schlag versetzen, um einen Jugendaufstand in eine echte Revolution zu verwandeln, nur sie kann die Produktion zum Stillstand bringen, denn kein Rad dreht sich und keine Glühbirne leuchtet ohne ihre Erlaubnis.

  • Hände weg vom Iran! Gegen Sanktionen und militärische Intervention!
  • Nieder mit der Merzregierung und dem deutschen Imperialismus!
  • Solidarität mit den Arbeitern im Iran, nicht mit der reaktionären Exil-Opposition!
  • Tod allen Tyrannen – ob Schah oder Mullahs! Für einen sozialistischen Iran!
  • Für die sozialistische Weltrevolution

SCHLIESS DICH DEN KOMMUNISTEN AN!

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