Europa in Flammen

Wir sind im Krieg! Europa brennt. Hunderttausende mussten evakuiert werden. Allein in Deutschland fielen dem Feind in nur einem Sommer 16.300 Zivilisten zum Opfer – knapp mehr als die 15.500 zivilen Toten in vier Jahren Ukrainekrieg. Diesen Sommer verlor die deutsche Wirtschaft 36 Mrd. Euro. Europa stand diesem Feind völlig unvorbereitet gegenüber. Dieser Feind ist nicht der böse Russe, sondern der Klimawandel! 

Die Waldbrände, die Europa diesen Sommer heimsuchten, vernichteten fast 700.000 Hektar Wald – Tendenz steigend. Abgebrannte Wälder führen wiederum zu weiteren Temperaturanstiegen. 52.000 Menschen erlagen europaweit der Hitzewelle. Tagelang waren die Notaufnahmen der Krankenhäuser noch überfüllter als sonst – Klimaanlagen gab es selbst dort nicht. 

Fest steht: Hitzesommer wie dieser werden in Zukunft zu den milderen zählen. Laut FAZ werden Temperaturen bis 45°C und Dürren in Deutschland zunehmen. Vor wenigen Wochen verkündete die UN, dass das 1,5-Grad-Ziel verfehlt wurde – was Wissenschaftler schon 2023 sagten. Im Moment steuern wir zielsicher auf eine Erderwärmung von 2,6 Grad Celsius zu! Damit sind irreparable Schäden an Natur und Klima unvermeidlich. 

Keine Lösung im Kapitalismus 

Obwohl der Klimawandel seit den 1980er Jahren bekannt ist, hat kein kapitalistischer Staat bislang wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergriffen. Nach den millionenstarken Protesten von Fridays for Future um das Jahr 2019 gab es zwar viele Lippenbekenntnisse der Politik, aber verändert hat sich nichts. Seit Pandemie und Ukrainekrieg wurden selbst die einstigen verbalen Zugeständnisse wieder zurückgenommen. Für die Kapitalistenklasse zählt nur militärisch aufzurüsten, um auch in Zukunft ihre Profitinteressen zu sichern. Obwohl wegen Hitzewellen mehr Patienten anfallen werden, wird das Gesundheitssystem kaputtgespart. 

Bundeskanzler Merz (CDU) betonte, die Waldbrände seien Folgen des „menschengemachten Klimawandels“ und rügte die „Klimawandelleugner“, um dann… nichts zu tun. Hitzeschutz sei Ländersache, da habe man schon genügend Geld zur Verfügung gestellt und in der Vergangenheit bereits ausreichend Klimaschutzmaßnahmen ergriffen – eine Behauptung, der Experten entschieden widersprechen. 

Das zeigt klar: Im Kapitalismus wird es nie einen wirksamen Klimaschutz geben. Was und wie im Kapitalismus produziert wird, entscheiden die Kapitalisten danach, was am profitabelsten ist und nicht danach, was gesellschaftlich am sinnvollsten ist. Erst recht in Zeiten der Krise und des Niedergangs setzt die Kapitalistenklasse auf kurzfristige Profite statt auf langfristiger Planung. 

Außerdem beweist das, dass es bei der militärischen Aufrüstung gegen Russland nicht um den Schutz des Lebens und der Gesundheit der Bevölkerung geht. Der Klimawandel hat allein dieses Jahr mindestens 16.000 Deutschen das Leben gekostet – „der Russe“ seit 1945 keinem einzigen. Würde es den Herrschenden um den Schutz der Menschen gehen, würden sie sämtliche Ressourcen auffahren, um den Klimawandel zu stoppen, statt für die Aufrüstung. 

Militarismus und Klimawandel 

Letztere trägt selbst zum Klimawandel bei. Kriege produzieren, neben furchtbarem menschlichem Leid, auch enorm viel CO2. In drei Jahren Ukrainekrieg wurden 230 Mio. Tonnen zusätzlich ausgestoßen – so viel wie ein westliches Land pro Jahr. In nur zwei Wochen Irankrieg waren es 5 Mio. Tonnen. 

Auch in Friedenszeiten gehört das Militär zu den größten Treibern des Klimawandels. Bislang ist es für ca. 5,5% des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Laut Experten könnte dieser Wert wegen der weltweiten Aufrüstung auf 10% oder 20% steigen. 

Klimaexperte Lennard de Klerk sagte der ZEIT über das Nato-Ziel, 5% des BIPs für das Militär auszugeben: „Dieser indirekte Effekt wiegt schwerer als die eigentlichen Emissionen durch Kriegshandlungen. Denn wir sprechen hier über enorme Investitionen in Rüstung, die sich über Jahrzehnte hinweg in zusätzlichen Emissionen niederschlagen werden.“ Jedes Prozent mehr vom BIP, das in Aufrüstung fließt, lasse die Innovationsrate bei grünen Technologien um bis zu 25% sinken, weil staatliche Mittel und Produktionskapazitäten in die Rüstungsindustrie abfließen. 

Planwirtschaft 

Klimaschutz kann daher nur erfolgreich sein, wenn er Hand in Hand geht mit einem erbitterten Klassenkampf gegen Aufrüstung und Krieg. Die liberale Führung von FFF Deutschland stellt sich derweil lieber öffentlich hinter den westlichen Imperialismus im Ukrainekrieg und im Nahen Osten. 

Erst durch die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und mit der Einführung einer demokratischen Planwirtschaft wird echter Klimaschutz möglich. Dann können wir all die Ressourcen, das Know-How, die Technologie, die gut ausgebildeten Arbeitskräfte nutzen, um die gesamte Industrie klimaneutral umzurüsten, erneuerbare Energien effektiv auszubauen, den Großteil des Verkehrs von der Straße auf die Schiene zu verlegen und den schlimmsten Folgen des Klimawandels etwas entgegenzusetzen. 

Die Kapitalisten rasen sehenden Auges in die Klimakatastrophe. Es ist Zeit, dass die Arbeiterklasse ihnen endlich das Steuer aus der Hand reißt!

SCHLIESS DICH DEN KOMMUNISTEN AN!

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