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	<title>Marxismus Archives -</title>
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	<title>Marxismus Archives -</title>
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		<title>Ist Hausarbeit ein „unbezahlter“ Job? – Ohne Marxismus keine Antwort auf die Angriffe der Merz-Regierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanna Saarinen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 17:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdrückung]]></category>
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<p>Ende 2023 waren 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Offiziellen Schätzungen zufolge wird diese Zahl bis 2055 auf bis zu 7 Millionen steigen. Den Großteil der Pflege übernehmen dabei immer noch angehörige Frauen. Denn die Kapazitäten der ambulanten Pflegedienste und Altenheime sind seit Jahren ausgelastet und werden kaum ausgebaut. Diese Politik setzen auch die „Reformvorhaben“ der Merz-Regierung fort: „Entbürokratisierung“ und „Flexibilisierung“ von Leistungen, Anreize für private Vorsorge sowie der „Stärkung der häuslichen Versorgung“. Unter dem letzten Punkt stellt sich Familienministerin Prien (CDU) ein Pflegegeld als Lohnersatz für pflegende Angehörige vor und erklärt: „Es wird mit unserer demografischen Entwicklung nicht möglich sein, dass Pflege allein von Fachkräften geleistet wird“.</p>



<p>Die Linkspartei kritisiert den Vorschlag der Gesundheitsministerin. Dieser sei nicht konkret genug und reiche nicht aus, da er lediglich 65% des letzten Nettoeinkommens für die Dauer von zwölf Monaten vorsehe. Sie fordert „eine finanzielle Absicherung der Pflegearbeit durch Geldleistungen und Rentenpunkte“ und erklärt: „Solange Frauen für ihre Sorgearbeit weder ausreichend Zeit noch finanzielle Absicherung erhalten, bleibt Gleichstellung eine leere Worthülse.“</p>



<p>Doch diese Kritik verfehlt den Kern der Sache. Die Merz-Regierung will die Folgen ihrer Austeritätspolitik auf die Arbeiterklasse abladen. Die schrumpfenden staatlichen Leistungen im Gesundheits- und Erziehungssektor müssen von berufstätigen Frauen kompensiert werden, die so noch mehr an Heim und Herd gefesselt und aus ihrem Berufsleben herausgedrängt werden.</p>



<p>Das angekündigte Pflegegeld dient hier als Feigenblatt für dieses Programm, wobei die Linkspartei nur die Größe des Feigenblatts zu kritisieren weiß. Denn für sie handelt es sich bei der Hausarbeit der Frauen um „unbezahlte“ Arbeit, die bis heute nicht gerecht entlohnt werde. Diese Idee ist nicht neu, sondern knüpft an die Forderung eines „Hausarbeitslohns“ von Feministen wie bspw. Silvia Federici an. Doch um zu einem wirksamen Programm gegen die Unterdrückung der Frau zu kommen, braucht es ein klares Verständnis, welche Rolle Hausarbeit innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise einnimmt und was sie von der Lohnarbeit unterscheidet.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Was sind Löhne?</strong></p>



<p>Diese Frage kann nur auf Grundlage des marxistischen Wertgesetzes beantwortet werden. Diese Marx’sche Erkenntnis besagt, dass der Wert einer Ware durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt wird, die zu ihrer Produktion erforderlich ist. Das gilt ausnahmslos für alle Waren innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise, auch für eine ganz besondere Ware: die Arbeitskraft.</p>



<p>Im Kapitalismus verkauft der Arbeiter nicht seine „Arbeit“, sondern seine Arbeitskraft, also seine Fähigkeit zu arbeiten, als Ware auf dem Markt. Diese Ware unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass sie im Produktionsprozess mehr Wert erzeugt, als sie selbst kostet. Genau hier liegt die Quelle des Mehrwerts und damit des Profits der Kapitalistenklasse.</p>



<p>Der Profit wird aber nicht durch den Lohn auf die Arbeiter aufgeteilt. Der Lohn ist nicht ein „gerechter Teil“ des vom Arbeiter geschaffenen Reichtums. Stattdessen wird der Wert der Arbeitskraft, ausgedrückt in Löhnen, auf die gleiche Weise bestimmt wie der jeder anderen Ware: durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion erforderlich ist. D.h. unter anderem durch die Menge an notwendigen Mitteln zum Lebensunterhalt, die die Reproduktion des Arbeiters sichert. So kann der Arbeiter mit seinem Lohn die notwendigen Mittel erwerben, um seine Arbeit täglich fortsetzen zu können.</p>



<p>Das Kapital ist aber davon abhängig, dass nicht nur der einzelne Arbeiter von Tag zu Tag arbeitsfähig gehalten wird. Um das Fortbestehen der kapitalistischen Produktion zu sichern, müssen zudem stets neue Generationen arbeitsfähiger Menschen nachrücken.</p>



<p>Zum Wert der Arbeitskraft gehören daher mehrere Komponenten der Reproduktion: 1) Die Kosten der Ausbildung: Abhängig von der notwendigen Qualifikation und Ausbildungsdauer der jeweiligen Arbeitskraft. 2) Die tägliche Reproduktion: Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit, Transport usw. 3) Die Reproduktion der Arbeiterklasse als Ganzes: Die Sicherung einer neuen Generation von Arbeitskräften.</p>



<p>Wie Marx in „Das Kapital“ erklärt: „Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsenen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie nötige Arbeitszeit.“</p>



<p>Der Wert der Arbeitskraft umfasst also nicht nur das individuelle Überleben des einzelnen Arbeiters, sondern die materielle Grundlage für die Existenz der Arbeiterfamilie. Diese bildet im Kapitalismus eine ökonomische Einheit, durch die die Reproduktion der Arbeitskraft organisiert wird.</p>



<p>Die Produktion von Tauschwert, die im Kapitalismus die Grundlage von Löhnen bildet, findet in der Hausarbeit nicht statt. Sie schafft Gebrauchswerte für den unmittelbaren Familienkonsum, produziert jedoch keine Waren für den Markt. Auch Kinder werden nicht als Ware hergestellt. Ihre Arbeitskraft wird erst dann zur Ware, wenn sie selbst als „freie“ Arbeiter den Arbeitsmarkt betreten. Zwar zwingt die kapitalistische Produktionsweise die Kapitalisten dazu, Löhne zu zahlen, die die Reproduktion der Arbeiterklasse sichern, doch daraus folgt weder, dass Hausarbeit Warenproduktion ist, noch dass sie direkt Mehrwert hervorbringt.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Unbezahlte Arbeit?</strong></p>



<p>Wenn also die Linke von „unbezahlter“ Sorgearbeit spricht und von diesem Standpunkt aus ihr Programm argumentiert, stellt sie sich auf eine falsche theoretische Basis. Denn die sogenannte „reproduktive Arbeit“, also Hausarbeit, Kindererziehung und alle weiteren Sorgearbeiten, werden bereits durch den vom Arbeiter verdienten Lohn abgedeckt. Aus Sicht der Gesetze des Kapitalismus besteht keine ökonomische Schieflage darin, die Hausfrau nicht direkt für die Arbeit zu bezahlen, die sie im Haushalt verrichtet. Der ihr vermeintlich zustehende Lohn, welchen sie für ihren Lebensunterhalt benötigen würde, ist bereits im Lohn des Mannes oder in den Löhnen der arbeitenden Familienmitglieder enthalten.</p>



<p>Das bedeutet nicht, dass hier keine Unterdrückung vorliegt, im Gegenteil. Hausfrauen sind dazu verdammt, die Rolle von Haussklaven für ihre Männer und Kinder zu spielen und dazu finanziell vollständig von ersteren abhängig zu sein. Hausarbeit fesselt Frauen an das private Heim, isoliert sie und verwehrt ihnen eine echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.</p>



<p>Und auch durch staatliche Leistungen wie einen Hausarbeitslohn oder das angekündigte Pflegegeld würde dieser Zustand nicht aufgehoben, sondern nur weiter zementiert werden. Denn ohne das aktive Eingreifen der Arbeiterklasse würden die Kapitalisten das Haushaltseinkommen durch Lohnkürzungen oder Teuerungen sowie das Zusammenstreichen staatlicher Leistungen an das ursprüngliche Niveau angleichen und von da aus ihre Angriffe auf den Lebensstandard fortsetzen.</p>



<p>In ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2025 fordert die Linkspartei die Pflege- und Sorgearbeit gerecht unter Männern und Frauen aufzuteilen. Das soll ermöglicht werden durch die Einführung der 4-Tage-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Zwar geht diese Forderung in Zeiten der Massenentlassungen in eine gute Richtung, doch kann sie weder an der bestehenden Ungleichverteilung der Hausarbeit noch an der Unterdrückung der Frau etwas ändern. Denn am Ende sind es immer noch Kapitalisten, die Arbeitskräfte nach ihren Profitinteressen einstellen. Schwangerschaft und Erziehungsurlaub stellen für diese ein wirtschaftliches Risiko dar.</p>



<p>Unabhängig von den gesetzlichen Rahmenbedingungen werden Frauen im Kapitalismus immer überproportional von Entlassungswellen und prekären Arbeitsverhältnissen betroffen sein, die sie zurück an Heim und Herd zwingen. Der einzige Weg, um die Frau nachhaltig von ihrem Dasein als Haussklavin zu befreien, ist eine konsequente Vergesellschaftung der anfallenden Sorgearbeit.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Private vs. gesellschaftliche Sorgearbeit</strong></p>



<p>Dabei sind die professionelle Arbeit im Pflege- und Sozialbereich und die Arbeit einer Hausfrau zuhause nicht miteinander vergleichbar. Der Umstand, dass Angestellte im „Care“-Bereich bezahlt werden, führt zu einer grundlegenden Veränderung dieser Arbeit. Es ist zwar noch immer genauso anstrengende Arbeit, aber anders als bei einer Hausfrau findet die Arbeit nicht 24/7 im eigenen Zuhause statt, sondern nur für eine bestimmte Zeit am Tag im Austausch für einen festen Lohn.</p>



<p>Ohne Lohn wird keine Arbeit verrichtet. Arbeiterinnen verlassen ihr Zuhause und fahren an ihren Arbeitsplatz, reden mit ihren Kollegen und Bekannten über Erfahrungen und Eindrücke in der Arbeit, werden von einem Unternehmen angestellt und können erkennen, was sie mit all den anderen Arbeitern verbindet. All das hilft einer Arbeiterin, die Natur der Klassengesellschaft und ihre inneren Abläufe zu verstehen. Auf einmal ist es möglich, Teil einer Gewerkschaft zu werden, Rechte einzufordern und durch den politischen Kampf die eigenen Interessen zu erkämpfen.</p>



<p>Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege in bezahlte Lohnarbeit zu überführen, bereitet die Bedingungen für die zukünftige Befreiung der Frau und der Familie aus der häuslichen Sklaverei: Alle erdrückenden Aufgaben, welche heute auf den Familien lasten (Wäsche waschen, Essen bereiten, Kinder- und Altenpflege…) müssen von der Gesellschaft übernommen werden.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Nur mit der richtigen Methode erreicht man ein richtiges Programm</strong></p>



<p>Die Stellung der Frau als Hausfrau ist ein historisches Überbleibsel früherer Klassengesellschaften das der Kapitalismus übernommen und seiner eigenen Logik untergeordnet hat. Friedrich Engels stellt in seinem Werk „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ fest: „Die moderne Familie enthält im Keim nicht nur Sklaverei (servitus), sondern auch Leibeigenschaft [&#8230;]. Sie enthält in Miniatur alle die Gegensätze in sich, die sich später breit entwickeln in der Gesellschaft und im Staat.“</p>



<p>Zudem stützt sich der Kapitalismus auf die besondere Unterdrückung der Frau, um das allgemeine Lohnniveau der Arbeiterklasse niedrig zu halten und zugleich eine Spaltung innerhalb der Arbeiterklasse entlang der Geschlechter zu erzeugen.</p>



<p>Die soziale Lage vieler Frauen, sei es als ökonomisch abhängige Hausfrauen oder als doppelt und dreifach belastete Lohnarbeiterinnen, ist daher das Ergebnis der Klassengesellschaft und eine notwendige Stütze der kapitalistischen Produktionsweise. Forderungen, die sich innerhalb dieses Systems bewegen, können diese Grundlage nicht aufheben.</p>



<p>Ein Programm zur Frauenbefreiung kann nicht aus subjektivem Empfinden, moralischer Empörung oder abstrakten Gerechtigkeitsvorstellungen entwickelt werden. Ohne eine materialistische Analyse der kapitalistischen Produktionsverhältnisse bleiben solche Ansätze wirkungslos und schüren Illusionen über die Reformierbarkeit des Kapitalismus. Das wiederum leistet den getarnten Angriffen der Herrschenden auf die Arbeiterklasse Vorschub anstatt sie als das zu enttarnen, was sie wirklich sind. Nur ein auf den objektiven Klassenverhältnissen beruhendes, marxistisches Programm kann die Ursachen der Frauenunterdrückung benennen und einen realen Weg zu ihrer Überwindung weisen.</p>



<p>Entscheidend ist die Vergesellschaftung der Reproduktionsarbeit, also ihre Herauslösung aus der privaten Familie und ihre kollektive Organisation unter Kontrolle der Arbeiterklasse. Das wird nur innerhalb einer sozialistischen Gesellschaft möglich sein. Nur die Vorteile einer Planwirtschaft können jede Spur häuslicher Sklaverei und die Unterwerfung der Frau unter den Mann ausmerzen, und die Frau ermächtigen, ihr volles Potenzial zu entfalten – etwas, das ihr seit Jahrtausenden verwehrt wird.</p>



<p>Unsere Aufgabe heute ist es, für den revolutionären Sturz des unterdrückerischen kapitalistischen Systems zu kämpfen. Der Kampf für die Befreiung der Frau ist kein individueller, sondern ein kollektiver, welchen wir nur als geeinte Arbeiterklasse gewinnen können.</p>



<p></p>
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		<title>Lesebegleiter &#8211; Leo Trotzki: Das Übergangsprogramm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RKI]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2025 12:06:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Lesebegleiter]]></category>
		<category><![CDATA[Trotzki]]></category>
		<category><![CDATA[Übergangsprogramm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anmerkung: Wir empfehlen die Ausgabe des Übergangsprogramms im Arbeiterpresse Verlag (aka Mehring Verlag) in der Reihe „Trotzki-Bibliothek“, da sie neben dem Übergangsprogramm auch eine ganze Reihe weiterer Texte und Diskussionen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Anmerkung: Wir empfehlen die Ausgabe des Übergangsprogramms im Arbeiterpresse Verlag (aka Mehring Verlag) in der Reihe „Trotzki-Bibliothek“, da sie neben dem Übergangsprogramm auch eine ganze Reihe weiterer Texte und Diskussionen Trotzkis zum Übergangsprogramm enthält, die sehr lehrreich sind! (Das Vorwort ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da es von den </em><a href="https://marxist.com/the-degeneration-and-collapse-of-the-fourth-international.htm"><em>Healyites </em></a><em>geschrieben wurde!) ISBN: 3-88634-041-4</em></p>



<p>Das Übergangsprogramm von Leo Trotzki (eigentlich „Der Todeskampf des Kapitalismus und die Aufgaben der Vierten Internationale“) gehört zu den Klassikern marxistischer Theorie und sollte von jedem Kommunisten studiert werden.&nbsp;</p>



<p>Trotzki schrieb diesen Text 1938 als Gründungsdokument der Vierten Internationale. Aber die Übergangsmethode, die er darin entwickelt, ist keineswegs seine Erfindung, sondern gehörte schon immer zum Marxismus. Lenin wandte sie z.B. an in <a href="https://www.marxists.info/deutsch/archiv/lenin/1917/09/katastrophe.html">„Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll“</a> (1917). Und Trotzki erklärte, dass das Übergangsprogramm eigentlich nur eine Aktualisierung des <a href="https://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1848/manifest/4-stelkomm.htm">IV. Kapitels des „Kommunistischen Manifests“ </a>(1848) von Marx und Engels sei.&nbsp;</p>



<p>Der Kern der Übergangsmethode ist, eine Brücke zu schlagen zwischen dem fertigen kommunistischen Programm einerseits und dem konkreten, aktuellen, unfertigen, sich entwickelnden Bewusstsein der Arbeiterklasse andererseits.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Charakter der Epoche</h3>



<p>Trotzki erklärte einmal, dass ein Programm mehr ist als eine Liste an Forderungen: Es ist ein gemeinsames Verständnis der Situation und der Aufgaben, die daraus fließen. Deswegen beginnt Trotzkis Übergangsprogramm mit einer prägnanten Charakterisierung der Epoche, in der es geschrieben wurde.&nbsp;</p>



<p>Der Kapitalismus befand sich in den 1930ern in einer organischen Krise. D.h. es handelte sich nicht um eine vorübergehende, konjunkturelle Krise, sondern um eine Krise des ganzen Systems. Der Kapitalismus als Produktionsweise war völlig unfähig geworden, die Produktivkräfte und damit die Gesellschaft, weiterzuentwickeln. Die Wirtschaftskrise, fallender Lebensstandard, Arbeitslosigkeit und Kriegsgefahr machten sich breit. Auf Grundlage des Kapitalismus konnte keines dieser Probleme mehr gelöst werden. Nur ein Bruch mit dem Privateigentum an den Produktionsmitteln und die sozialistische Planung der Wirtschaft hätten einen Weg vorwärts weisen können.&nbsp;</p>



<p>Deshalb hatten auch die Bourgeoisie und ihre Politiker überhaupt keinen Ausweg aus der Situation. Sie versuchten verzweifelt verschiedene abenteuerliche politische Maßnahmen wie den „New Deal“ von US-Präsident Roosevelt. Das war ein Versuch, die Probleme des Kapitalismus durch eine massive Ausweitung der Verschuldung zu lösen, was jedoch nicht funktionierte. In Europa wurden immer mehr bürgerliche Demokratien zu faschistischen Diktaturen. Es handelte sich also nicht nur um eine Wirtschaftskrise, sondern um eine allgemeine gesellschaftliche Krise, die alle Säulen der kapitalistischen Ordnung in Mitleidenschaft zog.&nbsp;</p>



<p>Trotzki erklärte, dass das ein Zeichen dafür war, dass die Bedingungen für den Sozialismus längst reif waren. Sie waren sogar überreif und begannen schon zu „verfaulen“, wie er sagte.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Da die Bourgeoisie unfähig war die Gesellschaft aus dieser Sackgasse zu führen, hing alles von der Arbeiterklasse ab. Ihre objektive Aufgabe war die Macht zu übernehmen, den Kapitalismus zu stürzen und den Sozialismus einzuführen!&nbsp;</p>



<p>Und die Arbeiterklasse hatte auf der ganzen Welt gezeigt, dass sie bereit war zu kämpfen! Angefangen mit der internationalen revolutionären Welle ab 1917/18. Später mit der chinesischen Revolution 1927-29, der spanischen 1931-39, der Massenbewegung in Frankreich um 1936 und dem Erblühen einer sehr kämpferischen Gewerkschaftsbewegung in den USA, die 1935 zur Gründung der Gewerkschaftsföderation CIO führte.&nbsp;</p>



<p>Aber die Führer der sozialdemokratischen und stalinistischen Massenorganisationen der Arbeiterklasse (II. und III. Internationale) bremsten diese Bewegung der Arbeiter voll aus. Beide hatten auf ihre Weise ein Bündnis mit der Bourgeoisie geschlossen und führten revolutionäre Bewegungen in Niederlagen. Trotzki erklärte daher: „Die geschichtliche Krise der Menschheit läuft auf eine Krise der revolutionären Führung hinaus.“ Deswegen gründete Trotzki 1938 die IV. Internationale.&nbsp;</p>



<p>Die Aufgabe der Vierten Internationale bestand darin, wie Trotzki erklärte, die Lücke zwischen der Reife der objektiven Situation einerseits und der Unreife des Proletariats und besonders seiner Führung zu schließen. Und zwar mit Hilfe des Übergangsprogramms.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Übergangsforderungen und Übergangsmethode</h3>



<p>Trotzki erklärte, dass die alte Sozialdemokratie vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) ihr Programm in zwei voneinander getrennte Teile aufspaltete: Das Minimalprogramm mit konkreten, unmittelbaren Verbesserungen im Kapitalismus (z.B. Lohnerhöhungen) und dem Maximalprogramm, die Einführung des Sozialismus. Zwischen beiden Teilen des Programms bestand keine Brücke.&nbsp;</p>



<p>Diese dualistische Aufteilung des Programms ist schon allein aus philosophischer Sicht unmarxistisch. Statt eine dialektische Verbindung vom Klassenkampf der Arbeiter unter dem Kapitalismus hin zur sozialistischen Revolution zu schlagen, ist beides wie durch eine unüberwindbare Mauer voneinander getrennt: Einerseits der empirische Klassenkampf um Reformen im Hier und Jetzt, andererseits Revolution und Sozialismus im fernen Himmelreich der Ideen. So wurde die sozialistische Revolution auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.&nbsp;</p>



<p>Aber während des historischen Wirtschaftsaufschwungs des Kapitalismus (in Deutschland etwa von 1871-1900) konnten einige Reformen aus dem Minimalprogramm erkämpft werden. Denn die Profite sprudelten und so konnten die Kapitalisten den Arbeitern ein paar Brotkrumen abgeben.&nbsp;</p>



<p>Aber in der neuen Epoche der organischen Krise des Kapitalismus, die auf den Ersten Weltkrieg folgte, war das nicht mehr in diesem Maße möglich. Denn auch die Profite der Kapitalisten sanken. Trotzki erklärte daher, dass in der Epoche des faulenden Kapitalismus jeder Kampf der Arbeiter um Reformen und Verbesserungen schnell an die Grenzen des kapitalistischen Systems stößt und sie sprengen muss, um durchgesetzt zu werden. Diese Grenzen des kapitalistischen Systems sind das Privateigentum an Produktionsmitteln und der Nationalstaat. Der Kampf des Proletariats um die Erhaltung seines Lebensstandards ist daher zum direkten Kampf gegen den Kapitalismus geworden.&nbsp;</p>



<p>Daher sind Übergangsforderungen solche Forderungen, die an den alltäglichen Kämpfen der Arbeiter gegen ihre drängendsten Probleme anknüpfen und von da ausgehend zur Aufgabe der Machtergreifung durch das Proletariat führen. Sie verbinden den Kampf um konkrete Verbesserungen mit der sozialistischen Revolution.&nbsp;</p>



<p>Übergangsforderungen verbinden die objektiven Aufgaben der Arbeiterklasse, die sich aus der Situation ergeben (Bildung von Räten, Kontrolle und Leitung der Wirtschaft, Bewaffnung und Selbstverteidigung des Proletariats und schließlich die Übernahme der Macht) mit dem aktuellen, unfertigen Bewusstsein der Massen. Das Bewusstsein der breiten Schichten der Arbeiterklasse ist oft eine Mischung aus gesunden Klasseninstinkten einerseits und Illusionen in die Reformisten, die bürgerliche Demokratie oder den Kapitalismus andererseits. Übergangsforderungen zeigen den Arbeitern ihre objektiven Aufgaben in einer Weise, die für sie nachvollziehbar ist und ihnen hilft, mit der Zeit ihre Illusionen zu überwinden.&nbsp;</p>



<p>Dafür nur ein Beispiel: In den 1930ern begann sich die Gefahr eines neuen Krieges abzuzeichnen. Die Regierungen rüsteten auf. Die Bourgeoisie in Großbritannien, Frankreich und den USA begründete das mit der Gefahr einer Invasion Nazi-Deutschlands. So sollte die Arbeiterklasse im kommenden Krieg auf diese Seite ihrer nationalen Bourgeoisie gezogen werden. Trotzki erklärte, dass die „Verteidigung des Vaterlands“ für die Arbeiter und Kleinbauern etwas völlig anderes heißt als für die Kapitalisten. Die Kapitalisten verstehen darunter die Verteidigung ihrer Profite in fernen Ländern, die Arbeiter und Kleinbauern verstehen darunter die Verteidigung ihrer Familie und ihres Zuhauses. Ein Sieg der Nazis hätte die Zerschlagung der britischen oder amerikanischen Arbeiterbewegung bedeutet. Der Wille, aus proletarischen Klasseninteressen gegen den Faschismus zu kämpfen, ist das progressive Element in diesem Bewusstsein. Die Idee, man müsse dazu zusammen mit den Kapitalisten das Vaterland verteidigen, das reaktionäre.</p>



<p>In dieser Situation zu den Arbeitern zu sagen „Der Hauptfeind steht im eigenen Land! Die Niederlage der eigenen Bourgeoisie ist das geringere Übel! Brecht mit eurer Regierung und sabotiert die Kriegsanstrengungen! Stürzt sie lieber und übernehmt die Macht!“ wäre falsch, denn die Arbeiter würden das nicht verstehen. Sollen sie sich von Hitlers Horden überrennen lassen?</p>



<p>Stattdessen stellte Trotzki die Frage anders: Auch wir sehen ein, dass die amerikanischen Arbeiter sich gegen Nazi-Deutschland verteidigen müssen. Aber können wir wirklich den Kapitalisten und der bürgerlichen Regierung der USA vertrauen, diesen Abwehrkampf im Interesse der Arbeiter erfolgreich und konsequent zu führen? Nein! Deswegen fordern wir die militärische Ausbildung und Bewaffnung der Arbeiter und Bauern unter unmittelbarer Kontrolle der Arbeiter- und Bauernräte! Schaffung von Militärschulen für die Ausbildung von Arbeitern zu Offizieren unter der Kontrolle der Arbeiterorganisationen etc. Sturz der bürgerlichen Regierung, da eine Arbeiterregierung diesen Krieg besser führen kann.</p>



<p>Auch so kommen die Arbeiter zum Schluss: Wir müssen die Macht selber übernehmen und unsere imperialistische Regierung stürzen, statt für ihre imperialistischen Interessen zu kämpfen. Und zwar weil die Frage auf eine Weise gestellt ist, die für sie nachvollziehbar ist.&nbsp;</p>



<p>Indem die Arbeiter in der Praxis für Übergangsforderungen kämpfen, machen sie Erfahrungen, aus denen sie gewisse Lehren ziehen. Z.B. hatten nach der Februarrevolution 1917 in Russland die reformistischen Menschewiki und Sozialrevolutionäre die Mehrheit in den Arbeiterräten (Sowjets). Die reformistische Mehrheit in den Sowjets stützte die kapitalistische Übergangsregierung. Die Massen vertrauten ihnen noch, denn sie hatten noch nicht den Unterschied zwischen reformistischen „Sozialisten“ und revolutionären Sozialisten begriffen. Die Bolschewiki hätten einfach sagen können: „Arbeiter traut nicht diesen Verrätern!“ Aber das hätte die Massen nicht überzeugt. Denn sie mussten erst in der Praxis für sich selbst lernen, dass die Reformisten Verräter sind. Deswegen sagten die Bolschewiki: „Menschewiki und Sozialrevolutionäre, ihr habt die Mehrheit in den Sowjets und ihr nennt euch Sozialisten. Wir fordern euch auf: Brecht mit den Kapitalisten und ihrer Regierung und übernehmt die Macht im Namen der Arbeiterklasse! In diesem Falle beschränken wir uns auf eine friedliche Diskussion in den Sowjets.“ Diese Forderung fand Unterstützung bei den breiten Massen, die zwar die Kapitalisten hassten, aber noch Illusionen in die Menschewiki und Sozialrevolutionäre hatten und sie begannen, diese Forderung aufzugreifen. In den nächsten Monaten machten die russischen Massen in der Praxis die Erfahrung, dass die Reformisten unter keinen Umständen bereit waren, mit den Kapitalisten zu brechen. Und ab September begannen die Bolschewiki in immer mehr Sowjets Mehrheiten zu gewinnen. So wurde der Weg für die Oktoberrevolution bereitet. Trotzki griff diese Erfahrung im Abschnitt zur „Arbeiter- und Bauernregierung“ auf.&nbsp;</p>



<p>Der Hauptzweck von Übergangsforderungen ist also, das Bewusstsein der Arbeiterklasse zu heben. Kommunisten stellen Übergangsforderungen vor allem deswegen auf und treten vor allem deswegen für sie ein, weil sie den Arbeitern helfen, im Kampf die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das ist ihr primärer Zweck!</p>



<p>Übergangsforderungen zeigen an konkreten Beispielen, in konkreten Situationen, die Notwendigkeit auf, dass die Arbeiterklasse über immer mehr Bereiche der Gesellschaft die selbst Kontrolle übernimmt. Die logische Folge davon ist die Machtübernahme durch das Proletariat.</p>



<p>Und Übergangsforderungen zeigen zugleich immer wieder, dass die Arbeiter selbst dafür aktiv werden müssen und sich nur auf ihre eigene Kraft verlassen können. Sie sind dazu geeignet, Spaltungslinien innerhalb der Arbeiterklasse zu überwinden und die Arbeiterklasse zu mobilisieren.</p>



<p>Im Übergangsprogramm stellte Trotzki eine ganze Reihe an konkreten Übergangsforderungen auf. Viele davon sind auch heute noch relevant, z.B. die Forderung nach der gleitenden Lohnskala und die gleitende Skala der Arbeitszeit. Aber was Kommunisten beim Lesen des Textes vor allem mitnehmen sollten, ist die Methode, die dahinter steht! Es sollte nicht darum gehen, Trotzkis Übergangsforderungen auswendig zu lernen und sie bei jeder Gelegenheit, bei jedem Streik, in jeder Situation einfach zu übernehmen. Wenn wir hingegen die dahinter liegende Methode verstehen, können wir heutige Situationen konkret analysieren und selber dafür passende Übergangsforderungen aufstellen. In Lesekreisen sollten wir darüber diskutieren, was heute passende Übergangsforderungen für verschiedene Probleme und Bewegungen wären.</p>



<p>Denn welche Forderung aufgestellt werden sollte, hängt immer von der konkreten Situation ab. Ein und dieselbe Forderung kann an einem Zeitpunkt richtig und fortschrittlich sein, zu einem anderen Zeitpunkt falsch und reaktionär. Letzteres, weil sie entweder den Ereignissen vorweggreift (z.B. in der jetzigen Situation sofort den Aufbau von bewaffneten Arbeitermilizen durch den DGB zu fordern) oder weil sie der Situation hinterher hinkt (immer noch die Öffnung der Geschäftsbücher zu fordern, während es längst Zeit ist, die Kapitalisten zu enteignen). Eine Forderung ist dann richtig, wenn sie hilft, das Bewusstsein der Arbeiter auf die nächste notwendige Stufe zu heben.</p>



<p>Gegen Ende der Broschüre stellte Trotzki noch einige grundlegende Prinzipien und Regeln für die Vierte Internationale auf, die heute für uns noch genau so gelten: etwa die Abgrenzung zum Sektierertum, das Bekenntnis zum Demokratischen Zentralismus und die Orientierung auf die Jugend.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Situation heute</h3>



<p>Durch einige besondere historische Umstände kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem tiefen wirtschaftlichen Aufschwung des Kapitalismus, etwa von Anfang der 1950er bis Anfang der 1970er Jahre. In dieser Zeit konnten wieder gewisse Reformen erkämpft werden, denn die Profite sprudelten. Doch die inneren Widersprüche des Kapitalismus brachten ab Mitte der 1970er Jahre wieder eine tiefe Krise hervor. Nur der Fall der Sowjetunion und die Öffnung Chinas verschafften dem Kapitalismus eine gewisse Atempause, da dem weltweiten Kapitalismus nun neue Absatzmärkte und Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung standen. Doch diese Atempause endete 2008 mit der weltweiten Finanzkrise. Seitdem ist die organische Krise des Kapitalismus auf der ganzen Welt wieder offen zu Tage getreten. Aus ihr gibt es im Kapitalismus ohne weiteres keinen Ausweg.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Sie ist wieder eine Krise der gesamten kapitalistischen Gesellschaft. Ab den 1980er Jahren gab es statt sozialer Reformen nur Kürzungs- und Austeritätspolitik. Die reformistischen Massenorganisationen können kaum noch Reformen erkämpfen und setzen im Gegenteil Angriffe auf den Lebensstandard der Massen mit um. Wir sehen heute einen Reformismus ohne Reformen.</p>



<p>Der Kapitalismus kann auch heute keines der großen gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit lösen: Klimawandel, Krieg, Deindustrialisierung, Armut, Wohnungsproblem, Gleichberechtigung der Geschlechter etc. Die Lösung all dieser Probleme scheitert am grundlegenden Widerspruch des Kapitalismus: am Profitstreben. Wir haben genügend Industrie und Technologie, um all diese Probleme zu lösen. Nur das Privateigentum an Produktionsmitteln und die Nationalstaaten hindern uns daran, sie einzusetzen. Der <a href="https://derkommunist.de/thesen-der-imt-zur-klimakrise/">Klimawandel </a>ist ein gutes Beispiel dafür.</p>



<p>Auch heute führt jeder Versuch der Massen, gegen diese ihr Leben unmittelbar betreffenden Probleme zu kämpfen, direkt an die Grenze des kapitalistischen Systems und zur Notwendigkeit der Machtübernahme durch die Arbeiterklasse. Wie soll beispielsweise der Klimawandel anders gestoppt werden als durch eine internationale Planwirtschaft?</p>



<p>Die Arbeiterklasse beginnt sich bereits zu radikalisieren und will gegen diese unmittelbaren Probleme kämpfen. Das Vertrauen in bürgerliche Institutionen wie Parteien, Parlamente, Mainstream Medien oder die Kirchen sinkt. Die Welle der Kürzungspolitik nach der Krise von 2008 brachte gewaltige Massenbewegungen hervor: In Griechenland allein fanden 10 Generalstreiks statt. Millionen Arbeiter unterstützten linksreformistische Führer und Parteien, die eine Zeit lang eine kämpferische Rhetorik an den Tag legten, und gingen für sie auf die Straße: Corbyn als Führer der Labour Party in Großbritannien, Mélenchon von France Insoumise in Frankreich, Tsipras als Vorsitzender von SYRIZA in Griechenland, Iglesias als Chef von Podemos in Spanien und Bernie Sanders in den USA. Selbst DIE LINKE in Deutschland erfuhr in den 2010ern einen gewissen Aufschwung.</p>



<p>Auch in den imperialistisch unterdrückten Ländern standen die Massen auf und bewiesen ihre Kampfbereitschaft, z.B. im arabischen Frühling ab 2011. Dort stürzten die ägyptischen Massen mehrere Präsidenten hintereinander.</p>



<p>Allein im Jahr 2019 kam zu potentiell revolutionären Massenbewegungen in Hong Kong, dem Libanon, dem Sudan, Chile, Ecuador, Kolumbien und in Frankreich marschierten die Gelbwesten. Nach der Pandemie setzte sich diese Bewegung fort mit den Massenprotesten in Kenia, Bangladesch, Sri Lanka, Indonesien, Nepal und anderen Ländern.</p>



<p>Doch all diese Bewegungen wurden letztlich von ihrer politischen Führung in Niederlagen geführt. Die Bewegungen in den unterdrückten Ländern wurden oft von Liberalen und Demokraten angeführt, die den Kapitalismus nicht antasteten. Und die linksreformistischen Führer in Europa und Nordamerika standen ebenfalls fest auf dem Boden des Kapitalismus. Tsipras in Griechenland hätte mit dem Kapitalismus brechen können, als 2016 61% der Bevölkerung in einem Volksbegehren gegen die von der EU diktierten Sparmaßnahmen stimmten und er gleichzeitig Premierminister war. Er hätte die Banken und Großkonzerne enteignen können und die Massen mobilisieren können, um die Gegenwehr der Kapitalisten zurückzuschlagen. Das wäre ein Beispiel für die Massen in ganz Europa gewesen. Doch der politische Horizont der Reformisten reicht nicht über den Kapitalismus hinaus. Und so mussten sie verraten und die Sparmaßnahmen umsetzen. Darauf folgte eine Periode von 10 Jahren, in denen Frustration und Pessimismus unter der Arbeiterklasse vorherrschte.</p>



<p>Der Verrat der Linksreformisten führte auch zur Stärkung der rechten Demagogen, weil sie nun scheinbar als einzige radikale Opposition zu den etablierten Parteien übrig blieben. Das zeigt der Erfolg Trumps in den USA, nachdem Bernie Sanders 2016 dazu aufgerufen hatte, die Kandidaten des Großkapitals, Hillary Clinton, zu unterstützen.</p>



<p>Trotzkis Worte von 1938 waren noch nie so aktuell wie heute: „Die historische Krise der Menschheit läuft hinaus auf die Krise der revolutionären Führung des Proletariats.“ Deswegen bauen wir die RKI auf, als eine Kraft, die in der Zukunft die reformistischen Führer an der Spitze der Arbeiterbewegung durch echte Revolutionäre ersetzen kann.</p>



<p>Auch heute stützen wir uns vor allem auf die Jugend! Die ältere Generation des Proletariats hat in den letzten 50 Jahren viele Niederlagen miterlebt. Viele sind zwar sehr wütend auf die bestehenden Zustände, viele sind aber auf eine gewisse Art resigniert. Vor allem halten die reformistischen Führer der DGB-Gewerkschaften und der SPD sie passiv. Die Führer dieser Organisationen haben die Arbeiterklasse in den letzten 40 Jahren in eine kampflose Niederlage nach der anderen geführt: Zerstörung der DDR-Volkswirtschaft durch die Treuhand nach der Wende, Schröders Agenda 2010, Deindustrialisierung im Ruhrgebiet, Aufbau eines gigantischen Niedriglohnsektors etc. Damit haben sie viele demoralisiert und das Vertrauen der Arbeiterklasse in ihre eigene Kraft untergraben.&nbsp;</p>



<p>Die heutige Jugend hingegen hat diese Niederlagen nicht miterlebt. Sie kennt seit sie denken kann nichts als die Krise! Sie gruseln sich mehr vor dem realexistierenden Kapitalismus mit all seinen alltäglichen Schrecken als vor den Gruselmärchen vom Kommunismus. Im Gegenteil: Ein wachsender Teil sucht nach den Ideen des Kommunismus! Noch mehr wollen endlich für Palästina, gegen den Klimawandel, gegen Kriege und die Herrschaft der Milliardäre kämpfen! Sie suchen nach einem Weg wie das geht. Diesen Weg können ihnen Übergangsforderungen aufzeigen. Sie können erklären, warum diese Kämpfe für Reformen nur als Teil des revolutionären Kampfes gegen den Kapitalismus geführt werden können und warum es dafür die RKP braucht.</p>



<p>Aus historischen Gründen blieben die wahren Marxisten nach dem Zweiten Weltkrieg eine kleine, isolierte Strömung, die gegen den Strom schwamm. Heute beginnt sich das Blatt zu wenden. Stalinistische Massenparteien gibt es kaum noch und der Reformismus diskreditiert sich immer mehr, weil er in der kapitalistischen Krise keine Reformen erkämpfen kann. Die erste und wichtigste Aufgabe der revolutionären Kommunisten heute ist die Bewahrung und das Studium der unverfälschten Ideen des Marxismus und seiner Methode. Aber um die Avantgarde der Jugend und der Arbeiterklasse zu gewinnen, die danach die Massen gewinnen werden, braucht sie auch heute die Übergangsmethode und Übergangsforderungen!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beispiele für Übergangsforderungen heute</h3>



<p>Wir hängen einige Beispiele für die aktuelle Übergangsforderungen an, die auch genutzt werden können, um sie in Lesekreisen und OGs zu diskutieren: Welche Übergangsforderungen sind die richtige in dieser konkreten Situation? Warum? Wie knüpfen sie am Bewusstsein an? Müssen wir sie für bestimmte Gelegenheiten anpassen?&nbsp;</p>



<p>Klimawandel</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://derkommunist.de/thesen-der-imt-zur-klimakrise/">https://derkommunist.de/thesen-der-imt-zur-klimakrise/</a>&nbsp;</li>



<li><a href="https://www.derfunke.de/rubriken/jugend/2570-wie-koennen-wir-die-arbeiterbewegung-fuer-die-klimastreiks-gewinnen">https://www.derfunke.de/rubriken/jugend/2570-wie-koennen-wir-die-arbeiterbewegung-fuer-die-klimastreiks-gewinnen</a>&nbsp;</li>
</ul>



<p>Palästina:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://marxist.com/italy-the-freedom-flotilla-and-the-escalation-of-the-palestine-movement.htm">https://marxist.com/italy-the-freedom-flotilla-and-the-escalation-of-the-palestine-movement.htm</a>&nbsp;</li>
</ul>



<p>Militarismus und Wehrpflicht</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://derkommunist.de/wehrpflicht-und-krieg-verhindern-sozialismus-erkaempfen/">https://derkommunist.de/wehrpflicht-und-krieg-verhindern-sozialismus-erkaempfen/</a></li>



<li><a href="https://derkommunist.de/angriffe-auf-zivilklausel-unis-sollen-bei-der-aufruestung-mithelfen/">https://derkommunist.de/angriffe-auf-zivilklausel-unis-sollen-bei-der-aufruestung-mithelfen/</a> </li>



<li><a href="https://derkommunist.de/kampagne-gegen-krieg-und-imperialismus-bildung-statt-bomben/">https://derkommunist.de/kampagne-gegen-krieg-und-imperialismus-bildung-statt-bomben/</a>&nbsp;</li>
</ul>



<p>Frauenbefreiung</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://derfunke.de/rubriken/frauenbefreiung/2834-frauen-in-der-krise-widerstand-organisieren">https://derfunke.de/rubriken/frauenbefreiung/2834-frauen-in-der-krise-widerstand-organisieren</a>&nbsp;</li>



<li><a href="https://derfunke.de/rubriken/frauenbefreiung/3003-fuer-die-befreiung-der-frau-fuer-die-sozialistische-revolution">https://derfunke.de/rubriken/frauenbefreiung/3003-fuer-die-befreiung-der-frau-fuer-die-sozialistische-revolution</a>&nbsp;</li>
</ul>



<p>Kampf gegen Rechts</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://derkommunist.de/an-linksjugend-sds-jusos-gewerkschaftsjugenden-fuer-eine-offensive-gegen-merz-afd-und-kapital/">https://derkommunist.de/an-linksjugend-sds-jusos-gewerkschaftsjugenden-fuer-eine-offensive-gegen-merz-afd-und-kapital/</a>&nbsp;</li>
</ul>



<p>Wohnungsfrage</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.derfunke.de/rubriken/deutschland/2851-deutsche-wohnen-co-enteignen-zeit-fuer-breite-massenaktionen">https://www.derfunke.de/rubriken/deutschland/2851-deutsche-wohnen-co-enteignen-zeit-fuer-breite-massenaktionen</a>&nbsp;</li>



<li><a href="https://www.derfunke.de/rubriken/deutschland/2508-wohnungsfrage-ist-im-kapitalismus-nicht-zu-loesen">https://www.derfunke.de/rubriken/deutschland/2508-wohnungsfrage-ist-im-kapitalismus-nicht-zu-loesen</a>&nbsp;</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Diskussionsfragen</h3>



<p>Was sind die „objektiven Voraussetzungen für die proletarische Revolution“? Warum beschreibt Trotzki sie als „verfaulend“?</p>



<p>Was ist das „Haupthindernis“, das einer revolutionären Situation im Wege steht, und warum?&nbsp;</p>



<p>Was sind Minimalanforderungen, Maximalforderungen und Übergangsforderungen?</p>



<p>Was ist Arbeiterkontrolle? Wie unterscheidet sie sich von der Enteignung der Kapitalisten und der Planwirtschaft? Warum macht es Sinn die Forderung nach Arbeiterkontrolle zu stellen?</p>



<p>Wie kann man z.B. den Kampf gegen Entlassungen zum Ausgangspunkt nehmen, um für Arbeiterkontrolle zu argumentieren?</p>



<p>Welche Übergangsforderungen würdest du heute stellen?</p>



<p>Wie sollten Marxistinnen und Marxisten mit reformistischen Massenorganisation umgehen?</p>



<p>Was ist „Doppelherrschaft“?</p>



<p>Was ist nach Trotzki der Unterschied zwischen „Enteignung“ und „Verstaatlichung“?</p>



<p>Welches Verhältnis sollte die Arbeiterklasse zu anderen unterdrückten Klassen haben?</p>



<p>Welche Position sollten Marxisten im Krieg einnehmen?</p>



<p>Was sind Sowjets? Wie entstehen sie?</p>



<p>Was ist der Unterschied zwischen der „Volksfront“ und der „Einheitsfront“?</p>



<p>Wie charakterisiert Trotzki den Klassencharakter der UdSSR? Was bedeutet das in der Praxis?</p>



<p>Warum betont Trotzki die Rolle der Arbeiterinnen und der Jugend?</p>



<p>Warum war die Kommunistische Internationale „für die Revolution gestorben“? (Gemeint ist: Sie konnte kein Werkzeug der Arbeiterklasse für die Revolution mehr sein)</p>



<p>Was ist demokratischer Zentralismus?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Revolution gegen die Reichen! </title>
		<link>https://derkommunist.de/revolution-gegen-die-reichen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Sep 2025 16:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Gaza verübt Israel ungehindert seinen Völkermord. Es zwingt die Palästinenser in Konzentrationslager, ermordet sie mit Bomben, Gewehrkugeln und Hunger. Israel bombardiert Iran, Syrien, Libanon und Katar. Kanzler Merz nennt [&#8230;]</p>
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<p>In Gaza verübt Israel ungehindert seinen Völkermord. Es zwingt die Palästinenser in Konzentrationslager, ermordet sie mit Bomben, Gewehrkugeln und Hunger. Israel bombardiert Iran, Syrien, Libanon und Katar. Kanzler Merz nennt das die „Drecksarbeit“, die Israel für die westlichen Regierungen macht. Deshalb liefert Deutschland weiter Waffen für einen Flächenbrand in Nahost. </p>

<p>Die USA schicken Kanonenboote vor die Küste Venezuelas und verhängen ein Kopfgeld gegen den demokratisch gewählten Präsidenten des Landes. Trump droht damit, Grönland, Kanada und Panama zu annektieren. Mit Wort und Tat reißt der US-Präsident die liberale Fassade des westlichen Imperialismus nieder. Es ging den Hütern der „regelbasierten Weltordnung“ nie um Werte, nur um ihre Interessen. </p>

<p>Die europäischen Regierungen wiederum ziehen den unnötigen Krieg in der Ukraine sinnlos in die Länge. Mit dem Leben ukrainischer Soldaten und Zivilisten erkaufen sie sich Zeit zum Aufrüsten. Vor allem versuchen sie, die USA weiter an Europa zu binden, weil sie ohne die Rückendeckung des US-Imperialismus ihre Einflusssphären in Afrika, Osteuropa und anderen Regionen verlieren. </p>

<p>Denn mit Russland und China stehen den europäischen Imperialisten mächtige Gegner gegenüber. Russland gewinnt in der Ukraine und China demonstrierte jüngst seine Stärke mit einer gewaltigen Militärparade. Das globale Rüsten und Wettrennen um die Neuaufteilung der Welt verschlingt Ressourcen, vergeudet menschliche Arbeit und zerstört den Planeten. </p>

<p>Die Herrschenden in Europa mischen mit. Auch wenn ihr Niedergang unaufhaltbar ist, stecken sie alles in die Aufrüstung. Zahlen sollen die Arbeiterklasse und Jugend. Merz sagt: „What ever it takes.“ Alles für die Profite und Interessen der Reichen, der Kapitalistenklasse: Sparpolitik im Sozialstaat und bei der Bildung, Einschränkungen von Meinungs- und Versammlungsfreiheit, enorme Schulden. </p>

<h3><strong>Jugend erhebt ihr Haupt</strong> </h3>

<p>Aber diese Politik der Reichen und die Krise des Kapitalismus schüren Klassenkampf. An der Spitze revolutionärer Erhebungen und Kämpfe steht die Jugend. Sie kennt den Kapitalismus nur im Niedergang, nur als System, das keine Zukunftsversprechen mehr bietet, außer ausufernder Barbarei. </p>

<p>Im September demonstrierte die nepalesische Jugend ihre Stärke auf der Straße und setzte das Parlament, den Obersten Gerichtshof und Häuser hochrangiger Politiker in Brand. Der Premierminister und andere Regierungsvertreter traten zurück, die Armee evakuierte die Politiker aus ihren Häusern. Dieser Aufstand war die Folge jahrelanger bitterer Armut. </p>

<p>Nur wenige Wochen vorher mündete eine Protestbewegung gegen die Sparpolitik der Regierung in Indonesien in einen offenen revolutionären Aufstand. Auch hier brannte die Jugend das Parlament, Regierungsbüros und vor allem Polizeistationen nieder, nachdem die Polizei mit brutaler Gewalt gegen die Proteste vorging. </p>

<p>In Serbien kämpft die Jugend auf der Straße seit dem Einsturz des Bahnhofvordachs in Novi Sad, der im November letzten Jahres 16 Menschen tötete. Auch hier haben Jahre der Austerität und Korruption die Wut der Massen geschürt. Nun zwangen sie mit ihren Demonstrationen den Premierminister zum Rücktritt. </p>

<p>In Frankreich blockierten am 10. September hunderttausende vor allem junge Menschen in den Großstädten das Land. Vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung entfaltete sich die Bewegung in verschiedenen Formen: Blockaden, Kundgebungen, Demonstrationen, Streikposten und Vollversammlungen. Auch hier richtet sich der Kampf gegen die Sparpolitik der französischen Kapitalistenklasse. </p>

<p>Diese Aufstände und Protestbewegungen knüpfen an den gewaltigen Erhebungen vor der Corona-Pandemie an, die in Chile, Bolivien, Kasachstan, Sudan, Algerien, Frankreich und vielen anderen Ländern stattfanden. Sie alle zeigen, dass der Kapitalismus weltweit seine Existenzberechtigung verloren hat. Die Jugend und Arbeiterklassen aller Länder suchen nach einem Ausweg aus dem Elend, das ihnen dieses System aufzwingt. </p>

<h3><strong>Macht der Arbeiterklasse</strong> </h3>

<p>Jede dieser Bewegungen ist ein Leuchtfeuer für die sozialistische Weltrevolution. Aber keine hat den Kapitalismus stürzen können. Davongejagte Regierungen und brennende Regierungspaläste sind beeindruckende Demonstrationen der Macht der Arbeiterklasse. Aber sie reichen nicht aus und geben nur einen kleinen Ausschnitt ihrer Macht wieder. </p>

<p>Karl Marx zeigte, dass ihre wirkliche Macht in ihrer Position im Produktionsprozess liegt. In keinem Land der Welt funktioniert etwas ohne die Arbeiterklasse. Ohne sie kein Strom, keine Häuser, kein Essen, keine Schulen – gar nichts. Wiederum ist die Kapitalistenklasse, sind die Reichen, ein parasitärer Teil der Gesellschaft. Weil ihnen die Banken und Konzerne gehören, schöpfen sie ab, was die Arbeiterklasse an Reichtum erzeugt. </p>

<p>Dem kann die Arbeiterklasse ein Ende setzen. Sie kann die Kapitalisten enteignen und die Produktionsmittel in eigener Regie planmäßig zur Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse nutzen – statt für den Profit der Kapitalisten. Diese wissenschaftliche Einsicht des Marxismus ist der Ausgangspunkt für ein sozialistisches Programm. </p>

<p>Aber die Führungen der Arbeiterparteien und Gewerkschaften haben sich längst mit dem Kapitalismus abgefunden. Sie wollen nicht für den Sozialismus kämpfen, sie wollen dem Kapitalismus nur ein nettes Gesicht geben. Aber das kann er heute nicht mehr bieten, zu tief ist seine Krise. Reformismus bietet heute keine Reformen, sondern nur Austerität. </p>

<h3><strong>Partei der Weltrevolution</strong> </h3>

<p>Auch in Deutschland verstehen das immer mehr junge Menschen. Sie suchen einen Weg, die Merz-Regierung und den Kapitalismus zu stürzen. Wir wollen mit ihnen gemeinsam gegen den Völkermord, gegen Krieg und Aufrüstung, gegen die Austerität und Einschränkungen demokratischer Rechte, gegen Hetze und Unterdrückung kämpfen. </p>

<p>Dafür bauen wir eine Weltpartei der sozialistischen Revolution auf, die Revolutionäre Kommunistische Internationale. Wir sammeln weltweit die Kräfte, die den Kapitalismus bekämpfen wollen. Unser Ziel ist die Erneuerung der Führung der Arbeiterbewegung, die mit dem Reformismus bricht und sich der Revolution verschreibt.  </p>

<p>Deshalb bauen wir kommunistische Zellen an den Unis, Schulen, Betrieben auf und studieren den Marxismus. Wir gehen mit kommunistischen Ideen auf Proteste gegen Sparpolitik und Kriegstreiberei sowie auf Streiks für höhere Löhne und gegen Stellenabbau. Wir unterstützen die Arbeiterklasse dabei, sich ihrer historischen Rolle bewusst zu werden und ihre volle Wirkmacht zu entfalten. Dann wird die sozialistische Weltrevolution erfolgreich sein. </p>

<h3><strong>Organisier dich! Werde Kommunist!</strong> </h3>
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		<item>
		<title>Ist Hausarbeit ein „unbezahlter“ Job? – einer falschen Theorie folgen reaktionäre Positionen in der Praxis</title>
		<link>https://derkommunist.de/ist-hausarbeit-ein-unbezahlter-job-einer-falschen-theorie-folgen-reaktionaere-positionen-in-der-praxis-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucha de Clases]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2025 06:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Silvia Federici, eine prominente Feministin und eine der eifrigsten Verfechterinnen von Hausarbeitslöhnen, unterstützt diese Forderung mit folgender Begründung: Dieser Lohn wäre ein Weg, um das Wesen der Care-Arbeit grundlegend zu [&#8230;]</p>
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<p>Silvia Federici, eine prominente Feministin und eine der eifrigsten Verfechterinnen von Hausarbeitslöhnen, unterstützt diese Forderung mit folgender Begründung:</p>

<p>Dieser Lohn wäre ein Weg, um das Wesen der Care-Arbeit grundlegend zu verändern und zu betonen, dass es sich dabei an und für sich um einen Job handelt. Hausarbeit muss als bezahlte Tätigkeit betrachtet werden, da sie zur ‚<em>Produktion von Arbeit beiträgt und Kapital produziert und damit jede andere Form der Produktion möglich macht</em>.‘ (<a href="https://archive.org/details/2013RevolucionEnPuntoCero/page/n9/mode/2up/">Revolución en punto cero, S.21</a>)</p>

<p>Man kann diese Ideen wie folgt zusammenfassen: Im Elternhaus werden die Arbeiterkinder – die Arbeiter von morgen – produziert, verpflegt und aufgezogen. Die Kapitalisten bekommen diese Arbeit umsonst. Sie tragen nichts zur Erziehung der Arbeiter bei, welche dann in den Arbeitsmarkt eintreten und in den Unternehmen ausgebeutet werden. Außerdem ist die „Schöpferin“ dieser „reproduktiven Arbeit“ (d.h. diejenige, die die Arbeitskraft produziert) die Hausfrau, welche keinen Cent dafür bekommt. Ihre „Arbeit“ wird vom Kapitalismus als ungelernte und als wenig wertvoll abgetan, nur die Arbeit von Männern außerhalb des Zuhauses wird wertgeschätzt. Daraus folgt: wenn der Mann für seine als wertvoll erachtete Arbeit Lohn erhält, dann muss „Reproduktionsarbeit“, die für die Entstehung einer neuen Generation Arbeiter unbedingt notwendig ist, dieselbe Anerkennung erhalten. Die Hausfrau sollte folglich ein Gehalt bekommen. Das würde ihr auch erlauben, innerhalb der Familieneinheit Unabhängigkeit zu erlangen.</p>

<p>Wenn wir uns mit theoretischen Fragen beschäftigen, müssen wir uns auf die grundlegenden Prinzipien besinnen, um die korrekten Schlüsse zu ziehen. Die marxistische Position zu dieser Frage basiert auf zwei Aspekten. Der erste ist der wissenschaftliche Standpunkt der Marxschen Arbeitswerttheorie, und zwar in Bezug auf die Zusammensetzung des Werts der Arbeitskraft (d.h. die Zusammensetzung des Lohns). Der zweite ist ein politischer, sozialistischer Standpunkt, der mit den allgemeinen Interessen der Arbeiterklasse und speziell der arbeitenden Frauen in ihrem Kampf für soziale Befreiung, für den Sozialismus und für die Überwindung der patriarchalischen Familie übereinstimmen muss.</p>

<p>Wir werden die von der Hausfrau geleistete Hausarbeit aus diesen beiden Perspektiven analysieren, um so die Forderung eines Hausarbeitslohns zu bewerten. Der Einfachheit halber werden wir dafür das grundlegendste Beispiel als Ausgangspunkt nehmen: eine Arbeiterfamilie, in der der Mann auswärts arbeitet, mit der hausarbeitenden Frau zu Hause.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Was sind Löhne?</h3>

<p>Zunächst einmal sollten wir definieren, was der Wert der Arbeitskraft – also der Lohn – ist und wie er ermittelt wird. Arbeitskraft ist eine Ansammlung von physischen und intellektuellen Fähigkeiten, die es einem Arbeiter ermöglichen, Arbeit für ein Unternehmen / einer Einrichtung / ein anderes Individuum zu leisten, die mit einem Lohn abgegolten wird.</p>

<p>Der Wert der Arbeitskraft, ausgedrückt in Löhnen, wird auf die gleiche Weise bestimmt wie der jeder anderen Ware: durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion erforderlich ist, d.h. durch die Menge an notwendigen Mitteln zum Lebensunterhalt, die unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen jeder Epoche die Reproduktion des Arbeiters sichert. So kann der Arbeiter mit seinem Lohn die notwendigen Mittel erwerben, um seine Arbeit täglich fortsetzen zu können: Nahrung, Wohnung, Kleidung, Bildung, Transport usw.</p>

<p>Die Reproduktion der Arbeiter durch den Lohn hat einen doppelten Charakter: die Reproduktion der eigenen Arbeitskraft des Arbeiters, damit er jeden Tag Arbeit verrichten kann, und – das ist der springende Punkt – die Möglichkeit, eine Familie zu gründen, die die geschlechtliche Reproduktion zukünftiger Arbeiter sicherstellt, damit die kapitalistische Produktionsweise weiter funktionieren kann, auch wenn die verschlissene Arbeitskraft aus dem Produktionsprozess ausscheidet.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Marx und Engels über Löhne und Hausarbeit</h3>

<p>Marx und Engels beziehen sich in all ihren Texten zur Ökonomie auf die oben beschriebene Definition von Löhnen. Marx schreibt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Was ist nun also der Wert der Arbeitskraft? Wie der jeder andern Ware ist der Wert bestimmt durch das zu ihrer Produktion notwendige Arbeitsquantum. Die Arbeitskraft eines Menschen existiert nur in seiner lebendigen Leiblichkeit. Eine gewisse Menge Lebensmittel muß ein Mensch konsumieren, um aufzuwachsen und sich am Leben zu erhalten. Der Mensch unterliegt jedoch, wie die Maschine, der Abnutzung und muß durch einen andern Menschen ersetzt werden. Außer der zu seiner eignen Erhaltung erheischten Lebensmittel bedarf er einer andern Lebensmittelmenge, um eine gewisse Zahl Kinder aufzuziehn, die ihn auf dem Arbeitsmarkt zu ersetzen und das Geschlecht der Arbeiter zu verewigen haben. Mehr noch, um seine Arbeitskraft zu entwickeln und ein gegebnes Geschick zu erwerben, muß eine weitere Menge von Werten verausgabt werden.” (Karl Marx, Lohn Preis und Profit, 1865.)</p>
</blockquote>

<p>Marx hebt in demselben Text folgendes hervor:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Seine äußerste Grenze [des Lohnes] ist durch das physische Element bestimmt, <em>d.h. um sich zu erhalten und zu reproduzieren</em>, um ihre physische Existenz auf die Dauer sicherzustellen, muß die Arbeiterklasse die <em>zum Leben und zur Fortpflanzung</em> absolut unentbehrlichen Lebensmittel erhalten. Der Wert dieser unentbehrlichen Lebensmittel bildet daher die äußerste Grenze <em>des Werts der Arbeit</em>.” (Ebenda)</p>
</blockquote>

<p>Es ist wichtig festzuhalten, dass Marx selbst unmissverständlich betont, dass der Lohn nicht nur als Mittel zum Unterhalt des einzelnen Arbeiters, sondern auch zum Unterhalt seiner Familie (zu der auch die Hausfrau und die Kinder gehören) erzielt wird. Wie Marx in Das Kapital erklärt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsnen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie nötige Arbeitszeit.“ (Karl Marx, Das Kapital, eigene Hervorhebung.)</p>
</blockquote>

<p>Und weiter:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Der Eigentümer der Arbeitskraft ist sterblich. Soll also seine Erscheinung auf dem Markt eine kontinuierliche sein, wie die kontinuierliche Verwandlung von Geld in Kapital voraussetzt, so muß der Verkäufer der Arbeitskraft sich verewigen, ‚wie jedes lebendige Individuum sich verewigt, durch Fortflanzung‘. Die durch Abnutzung und Tod dem Markt entzogenen Arbeitskräfte müssen zum allermindesten durch eine gleiche Zahl neuer Arbeitskräfte beständigt ersetzt werden. Die Summe der zur Produktion der Arbeitskraft notwendigen Lebensmittel schließt also die Lebensmittel der Ersatzmänner ein, d.h. der Kinder der Arbeiter, so daß sich diese Race eigentümllicher Warenbesitzer auf dem Warenmarkte verewigt.“ (Karl Marx, Das Kapital)</p>
</blockquote>

<p>Auch Engels schreibt ist seinem Text „Rezension des Ersten Bandes Das Kapital“:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Was ist der Wert der Arbeitskraft? Der Wert jeder Ware wird an der Arbeit gemessen, die zu ihrer Herstellung erforderlich ist. Die Arbeitskraft existiert in Form des lebenden Arbeiters, <em>der zum Leben und auch zum Unterhalt seiner Familie</em>, die den Fortbestand der Arbeitskraft auch nach seinem Tod garantiert, ein gewisses Maß an Lebensunterhalt benötigt. <em>Die zur Herstellung dieser Lebensgrundlagen erforderliche Arbeitszeit stellt daher den Wert der Arbeitskraft dar.</em> Der Kapitalist bezahlt den Arbeiter wöchentlich und kauft ihm so den Einsatz seiner Arbeitskraft für eine Woche ab. Bis jetzt hoffen wir, dass die Ökonomen uns in Bezug auf den Wert der Arbeitskraft mehr oder weniger zustimmen werden.“ (F. Engels, Rezension des ersten Bandes von Karl Marx‘ Kapital für das Demokratische Wochenblatt)</p>
</blockquote>

<p>Interessant sind auch Marx Ausführungen zu den Kosten für Ausbildung und Erziehung des Arbeiters, die ebenfalls im Lohn beinhaltet sind:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Um die allgemeine menschliche Natur so zu verändern, dass sie Fertigkeiten und Geschicklichkeit in einem bestimmten Arbeitszweig erwirbt, der zu einer entwickelten und spezifischen Arbeitskraft wird, ist eine bestimmte Ausbildung oder Schulung erforderlich, die wiederum eine mehr oder weniger große Menge an Warenäquivalenten umfasst. Je nach dem Charakter der Arbeitskräfte werden die Kosten für die Ausbildung höher oder niedriger sein. Diese Lernkosten, die im Falle der gewöhnlichen Erwerbsbevölkerung extrem niedrig sind, werden daher in den Geldbetrag eingerechnet, der für ihre Produktion ausgegeben wird.“ (Kapital, Band 1. Kapitel IV „Die Umwandlung von Geld in Kapital“, Abschnitt 3, Kauf und Verkauf der Erwerbsbevölkerung).</p>
</blockquote>

<p>Der zentrale Punkt ist folgender: Wie Marx und Engels erklären, deckt der Lohn des Arbeiters einerseits die Arbeitszeit ab, die notwendig ist, um den Arbeiter innerhalb gegebener gesellschaftlicher Bedingungen zu erhalten, damit er jeden Tag an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann, und andererseits für die Reproduktion der Arbeitskraft; d.h. um eine Familie zu gründen und einen Nachkommen zu hinterlassen. Kurz gesagt: Die so genannte „reproduktive Arbeit“, wie ein Teil der feministischen Bewegung die Hausarbeit definiert, wird bereits durch den vom Arbeiter verdienten Lohn abgedeckt.</p>

<p>Aus der Sicht der Gesetze des Kapitalismus besteht keine ökonomische oder moralische Ungerechtigkeit darin, die Hausfrau nicht direkt für die Arbeit zu bezahlen, die sie im Haushalt verrichtet. Der ihr zustehende vermeintliche Lohn, welchen sie für ihren Lebensunterhalt benötigen würde, ist bereits im Lohn des Mannes oder in den Löhnen der arbeitenden Familienmitglieder enthalten. Das ist keine Ungerechtigkeit in der kapitalistischen Ausbeutung, sondern ein Zeugnis der Unterdrückung und häuslichen Versklavung der Hausfrau unter der kapitalistischen Produktionsweise. Frauen sind dazu verdammt, die Rolle der Mägde für ihre Männer und Kinder zu spielen und dazu finanziell vollständig von ersteren abhängig zu sein. Aus diesem Grund ist die Forderung nach einem Lohn für Hausfrauen eine unmöglich zu verwirklichende Utopie. Sie hat keine Grundlage in der wissenschaftlichen Ökonomie und ist zusätzlich reaktionär, wie wir in weiterer Folge ausführen werden.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Sind Kapitalisten großzügige Menschen?</h3>

<p>Nähern wir uns der Sache aus einem anderen Blickwinkel. Nehmen wir an, die Frau verrichtet produktive Arbeit, die darin besteht, zur Erzeugung von Lohnarbeitern in Form ihrer Kinder und ihres Mannes beizutragen (sie bereitet das Essen zu, badet ihre Kinder, pflegt sie, wenn sie krank werden, kleidet sie, putzt und unterhält das Haus usw.). So müsste die Frau als Arbeiterin betrachtet werden, die genau wie ihr Mann einen Preislohn haben sollte, der sich aus den Mitteln für den täglichen Lebensunterhalt zusammensetzt. Tatsächlich gibt es aber natürlich keinen Kapitalisten, der sie direkt bezahlt. Sie wäre also dazu verdammt in Armut zu verhungern – das ist aber in der Realität nicht der Fall.</p>

<p>Woher kommen also die Mittel für den Lebensunterhalt der Hausfrau? Woher kommt das Geld, mit dem die Erziehung der Kinder, die Gesundheitsfürsorge oder das Haus, in dem sie lebt, bezahlt wird – wenn doch die Hausfrau keinen Cent erhält? Egal, wie man es dreht und wendet, die Antwort ist klar. Alle notwendigen Mittel für den Lebensunterhalt der Frau und ihrer Kinder (Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung, Gesundheit, Strom usw.) können nur vom Lohn des Mannes kommen. Würde der Lohn des Mannes also nur die Mittel für seinen eigenen Lebensunterhalt beinhalten, gäbe es für seine Frau und seine Kinder gar nichts. Oder sind die Kapitalisten so entgegenkommend, dem Arbeiter einen Lohn zu zahlen, durch den viele Menschen (eher schlecht als recht) leben können? Im Grunde genommen ist dem so.</p>

<p>Würden die Kapitalisten der Argumentation von Leuten wie Federici Beachtung schenken, würden sie sagen:</p>

<p>„Was du vorschlägst, klingt gut für uns. Die Frau muss für ihre Arbeit bezahlt werden, und da von dem Lohn, den wir dem Arbeiter zahlen, derzeit mehr als eine Person leben kann, werden wir den Lohn des Arbeiters auf das Notwendigste reduzieren, damit er über die Runden kommt, als ob er allein leben würde. (Welch ein Glück, dass uns nun linke Berater darauf hinweisen, dass wir unwissentlich für zweihundert Jahre die Gesetzmäßigkeiten der ‚Marxschen Arbeitswerttheorie‘ gebrochen haben!) Wir werden ab jetzt der Hausfrau den ihr zustehenden Anteil geben, damit sie von ihren eigenen Mitteln leben kann“.</p>

<p>Anders gesagt, Arbeitgeber würden jeden Monat zwei Löhne aushändigen – einen für den Angestellten, und einen weiteren für seine Frau.</p>

<p>Ein Einkommen für die Hausfrau zu sichern wäre ein großer Sieg für den feministischen Kampf, wenn auch um den Preis, dass der Lohn des Ehemanns um die Hälfte gekürzt würde. Am Ende hätte sich nichts geändert; die Summe beider Löhne würde denselben Lohn ergeben, den der Mann vorher bekommen hat. Kein Kapitalist würde mehr geben, als er vorher gegeben hat. Was würde das also beweisen? Schlichtweg, dass der Lohn des Mannes die Mittel für den Lebensunterhalt von Frau und Kindern beinhaltet. Das ist es, was wir damit auch zeigen wollten, und was Marx und Engels schon vor anderthalb Jahrhunderten erklärt haben.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Die Abwertung des Familienlohns</h3>

<p>Diese Realität über die Eigenschaften des Familienlohns wird in vielerlei Hinsicht tagtäglich bestätigt. In einem rückständigen kapitalistischen Land wie Spanien fand die großflächige Einbeziehung der Frauen in den Arbeitsmarkt später statt als in Westeuropa und Nordamerika. Es ist folglich nicht ungewöhnlich, dass ältere Menschen erzählen, dass vor 40 oder 50 Jahren die Familie mit einem einzigen Lohn (dem des Ehemannes) auskam. Heute aber müssen beide Partner arbeiten, und selbst dann kommen sie oft kaum über die Runden. Wie wirkt sich das auf die marxistische Theorie über die Lohnzusammensetzung in der Arbeiterfamilie aus?</p>

<p>Die stattgefundene Veränderung besteht darin, dass die massenhafte Integrierung von Frauen in den Arbeitsmarkt dazu geführt hat, dass die Kapitalisten den allgemeinen Durchschnittslohn tendenziell senken. Sofern die Frau arbeitet, benötigt der Mann keinen „Extra“-Zuschlag mehr, um den Rest der Familie zu unterstützen.</p>

<p>Das hatte Marx schon erklärt, als er die Auswirkungen der Maschinerie auf die arbeitende Familie diskutierte. Dabei berücksichtigte er nicht nur die Einbindung der Frau in die außerhäusliche Arbeit, sondern auch die der Kinder:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Maschinerie, indem sie jedes Mitglied der Familie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt den Wert der Arbeitskraft des Mannes auf seine ganze Familie. Sie entwertet also seine Arbeitskraft. Der Ankauf der Arbeitskraft einer vierköpfigen Familie mag vielleicht mehr kosten als früher der Ankauf der Arbeitskraft des Familienoberhauptes, aber dafür treten vier Tage Arbeit an die Stelle von einem, und ihr Preis fällt im Verhältnis zum Überschuß der überschüssigen Arbeitskraft von vier gegenüber der überschüssigen Arbeitskraft von einem. Damit die Familie leben kann, müssen nun vier Menschen nicht nur arbeiten, sondern überschüssige Arbeit für den Kapitalisten aufwenden. Wir sehen also, dass die Maschinerie, während sie das menschliche Material, das den Hauptgegenstand der Ausbeutungsmacht des Kapitals bildet, vermehrt, zugleich den Grad der Ausbeutung erhöht.“ (Karl Marx, Abschnitt 3. Kapitel 15 ‚Maschinerie und große Industrie‘. Das Kapital, Bd. 1., 1867).</p>
</blockquote>

<p>Mit anderen Worten: Der Lohn, der es einer Familie erlaubt, sich selbst zu versorgen, wird individuell abgewertet, je mehr Mitglieder der Familie in den Arbeitsmarkt einbezogen werden. Das bestätigt wiederum, dass jeder individuelle Lohn dann einen Anteil des gesamten Familienunterhalts enthält.</p>

<p>Es ist natürlich nicht so, dass jeder Kapitalist die Löhne seiner Arbeiter einzeln und unter sorgfältiger Abwägung derer jeweiligen Situation anpasst. Es wird aber der Durchschnittslohn an die gegebenen Umstände (anhängig von Branche, der geografischen Lage und den dazugehörigen typischen Familienverhältnissen und den durchschnittlichen Lebenskosten) angepasst – so wie wir das auch von anderen Teilen der kapitalistischen Wirtschaft wie Preisen, Profitraten, Mehrwertraten etc. kennen.</p>

<p>Marx diskutiert die Auswirkungen der außerhäuslichen Arbeit der Frau auf die Arbeiterfamilie sehr ausführlich und sagt in einer der Fußnoten im Kapital folgendes:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Da gewisse Funktionen der Familie, z.B. Warten und Säugen der Kinder usw., nicht ganz unterdrückt werden können, müssen die vom Kapital konfiszierten Familienmütter mehr oder minder Stellvertreter dingen. Die Arbeiten, welche der Familienkonsum erheischt, wie Nähen, Flicken usw., müssen durch Kauf fertiger Waren ersetzt werden. Der verminderten Ausgabe von häuslicher Arbeit entspricht also vermehrte Geldausgabe. Die Produktionskosten der Arbeiterfamilie wachsen daher und gleichen die Mehreinnahme aus. Es kommt hinzu, daß Ökonomie und Zweckmäßigkeit in Vernutzung und Bereitung der Lebensmittel unmöglich werden.“ (Karl Marx, Anm. 39. Abschnitt 3. Kapitel 15 ‚Maschinerie und große Industrie‘. Das Kapital, Bd. 1., 1867)</p>
</blockquote>

<p>Schlicht gesagt, so wie das Familieneinkommen durch die Erwerbstätigkeit, steigen auch die Erhaltungskosten der Familie, entweder durch einen höheren Verbrauch von Grundprodukten (Kleidung etc.) oder dadurch, dass es notwendig wird für die Betreuung der Kinder, die Reinigung des Hauses usw. jemanden einzustellen.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Sind Kinder ein von der Hausfrau produzierter „Tauschwert“?</h3>

<p>Ein letzter Aspekt, den es zu analysieren gilt, ist die Behauptung der Theoretikerinnen dieser neuen feministischen Tendenz, dass Hausfrauen Arbeiterinnen sind die ihre Kinder zu „Arbeitskraft“-Waren machen, zu neuen Lohnarbeitern, die einen „Tauschwert“ besitzen. Wie schon besprochen wird behauptet, dass Hausfrauen für diese Arbeit überhaupt keine Vergütung erhalten. Es lohnt sich, diesen Punkt an dieser Stelle zu vertiefen, um weitere Schlussfolgerungen ziehen zu können.</p>

<p>In dem Buch Reproduktive and Domestic Labour schreiben Isabel Larrañaga, Begoña Arregui und Jesús Arpal:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Überschattung der reproduktiven Arbeit durch die produktive Arbeit rührt von der Unterscheidung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert her, die von der Wirtschaftstheorie unterstützt wird. Durch diese Unterscheidung wird Arbeit, die auf die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse abzielt, als Gebrauchswert bezeichnet, während Produkte, die für den Tausch auf dem Markt bestimmt sind, als Tauschwert bezeichnet werden. Der Handel, der nur Waren einen Wert gibt, die einen Tauschwert liefern können, entzieht der Reproduktionsarbeit ihre gesellschaftliche Relevanz und verweist sie damit in den häuslichen Bereich, da ihr wirtschaftlicher Nutzen nicht messbar ist. Die Logik des Kapitals hat Arbeit und Beschäftigung miteinander vermengt und uns ein enges und einseitiges Verständnis von wirtschaftlicher Aktivität aufgezwungen.“</p>
</blockquote>

<p>Auf die gleiche Verwirrung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert sowie auf das gleiche Missverstehen des Lohnbegriffs stoßen wir bei einem anderen prominenten Verfechter der Hausarbeit, Iñaki Gil de San Vicente:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wenn wir den Wert, der im häuslichen oder reproduktiven Bereich investiert wird, in die bezahlte Arbeit einbeziehen würden, wäre das Lohnniveau viel höher als es derzeit ist, aber das ist nicht der Fall… Da es keinen Mechanismus gibt, der die reproduktive Arbeit anerkennt, wird der von ihr erzeugte Wert vom Kapitalisten enteignet. Daher liegt es im Interesse des kapitalistischen Systems, die hauptsächlich von Frauen geleistete Reproduktionsarbeit zu verbergen. Würde man diese unbezahlte Arbeit offenlegen oder beziffern, würde die Profit- und Akkumulationsrate des Kapitals sinken.“ (aus: Capitalism and the National and Social Emancipation of Gender)</p>
</blockquote>

<p>Diese gesamte Argumentation, die sich als marxistische auszugeben versucht, wonach die Hausfrau Werte (=Kinder) produziert, ist schlichtweg falsch.</p>

<p>Erstens wird ein Teil des Arguments durch die Tatsache widerlegt, dass die Bildung der Kinder – ein wesentlicher Teil ihres Ausbildungsprozesses als zukünftige Lohnarbeiter – außerhalb des Hauses stattfindet: im Kindergarten, in der Grundschule, in der weiterführenden Schule, in der Hochschule und an der Universität, ohne dass die Mutter (oder der Vater) direkt daran beteiligt sind. Zweitens haben wir gesehen, dass diese Ausgaben bereits im Lohn des Mannes enthalten sind, der diese Leistungen in Form von Steuern oder Gebühren bezahlt. In gleicher Weise haben wir bereits ausführlich behandelt, dass Unterhaltskosten für das Kind, die Mutter und andere Familienausgaben im Lohn des Mannes enthalten sind.</p>

<p>Das Problem von Federici, Gil de San Vincente und deren Anhänger ist, dass sie nicht erklären können, warum die Kapitalisten den Müttern (und Vätern) keinen Cent zahlen, obwohl sie deren produzierte Ware – die Kinder, die Lohnarbeiter – kaufen, um sie in ihren Firmen anzustellen. Wem kauft der Kapitalist diese Ware ab? Nicht der Mutter, nicht dem Vater, sondern der „Ware“ Arbeitskraft selbst, also von den Kindern. Junge Arbeiter bekommen Lohn, einen Tauschwert für ihre im Unternehmen geleistete produktive Arbeit – einen Lohn, der ihnen und nur ihnen gehört. Mit diesem Lohn erwerben jungen Arbeiter die Dinge, die sie für das alltägliche Leben benötigen, was ihren Anteil an den Kosten des Familienheims einschließt. Möglicherweise entscheiden sie sich auch dazu, ganz auf eigenen Beinen zu stehen.</p>

<p>Das bringt uns zu folgender Schlussfolgerung: Ein Gegenstand, unabhängig von seinem Gebrauchswert, wird erst zur Ware mit einem Tauschwert, wenn er auf den Markt kommt und dort gegen Geld gehandelt wird. Der Umstand, dass menschliche Arbeit aufgebracht wurde, um ihn zu produzieren, macht ihn noch nicht zur Ware. Ein Paar Schuhe, dass ich für den eigenen Gebrauch hergestellt habe, besitzt zwar einen Gebrauchswert – es befriedigt ein spezifisches Bedürfnis – ist aber keine Ware. Erst wenn ich die Schuhe auf den Markt bringe, um sie zu verkaufen, werden sie zur Ware mit einem Tauschwert, gegen den ich sie eintauschen kann. Die Lohnarbeit charakterisiert [im Unterscheid zur Sklavenarbeit], dass ihr Eigentümer der „freie“ Arbeiter ist (der seine Arbeitskraft für eine gewisse Zeit an einen Kapitalisten verkauft). Die Arbeitskraft ist also erst dann eine Ware, wenn sie den Arbeitsmarkt betritt, nicht davor. Und sie wird von ihrem Besitzer auf den Markt getragen, d.h. von den Arbeitern selbst.</p>

<p>Die Arbeit der Hausfrau ist also keine Warenproduktion, seien es nun ihre Kinder oder etwas anderes. Die sogenannte Hausarbeit beinhaltet die Aufrechterhaltung des Familienheims – ganz im Sinne der Haussklaven im alten Rom. Der Unterschied ist, dass die Frau im Kapitalismus rechtlich gesehen eine „freie Bürgerin“ ist.</p>

<p>Die Frau produziert Gebrauchswerte für den Familienkonsum, so wie wir es aus alten Bauernfamilien kennen. Die Kinderbetreuung innerhalb der Familie fällt in diese Kategorie der Gebrauchswerte und nicht in die der Waren, welche verkauft werden. Wenn die Kinder zu Arbeitern werden, wird ihre Arbeitskraft offensichtlich zu einer Ware und erhält einen Tauschwert, der die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit widerspiegelt, die in ihre Produktion investiert wurde. Die Tatsache, dass Kinder vielleicht in der Zukunft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden, gibt ihnen noch keinen Tauschwert. Es macht sie heute noch nicht zur Ware. Partner entscheiden sich nicht mit dem erklärten Ziel für Kinder, die Kapitalisten mit Arbeitern zu versorgen, sondern aufgrund menschlicher Neigungen. Fortpflanzung und Kindererziehung liegen außerhalb des Kreislaufs der kapitalistischen Ökonomie. Erst wenn Kinder sich dazu entschließen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, können sie Teil der „Arbeiterschaft“ werden, indem sie ihre Arbeitskraft an andere verkaufen. In diesem Moment wird ihre Arbeitskraft zur Ware mit einem Tauschwert, und sie selbst Teil der Lohnsklaverei.</p>

<p>Das steht jedoch alles nicht im Widerspruch zur Tatsache, dass Kapitalisten gezwungen sind, ihren Arbeitern einen Lohn zu zahlen, der es ihnen erlaubt, sich fortzupflanzen und ihre Kinder zu erziehen. Die Kapitalisten sind dazu gezwungen, weil sie ihre Arbeiterkräfte ständig erneuern müssen – sei es aufgrund von Erschöpfung, Alter oder dem Tod eines Arbeiters. Mit dieser Bezahlung haben die Kapitalisten zwar noch keine Garantie, dass ihnen diese Rechnung auch aufgeht: Vielleicht entschließt sich ein Paar gegen Kinder, oder vielleicht versterben diese frühzeitig, oder sie treten nie in die Lohnarbeit ein. Aber der Kapitalist hat keine andere Wahl, als dieses Risiko auf sich zu nehmen, und das aus einem sehr banalen Grund. In einer Gesellschaft, in der die Lohnarbeit dominiert, wird eine Familie keine Kinder haben, wenn sie es sich nicht leisten kann. Das gesamte System der Lohnarbeit würde in sich zusammenbrechen, weil es keine Menschen gäbe, die für andere Menschen arbeiten könnten. Denn ohne Arbeiter gäbe es auch keine kapitalistische Produktion.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Reproduktive Arbeit oder Haussklaverei?</h3>

<p>Unsere Ablehnung von Hausarbeitslöhnen ist von einem politischen, sozialistischen Standpunkt genauso entschieden wie aus ökonomisch-wissenschaftlicher Sicht.</p>

<p><br />Wir haben schon gezeigt, dass die Stellung der Hausfrau jener der Haussklaven im alten Rom sehr ähnlich ist. Sie wird von ihrem Herrn ernährt, gekleidet und versorgt. Dadurch ist sie an den Mann und seinen Willen gekettet. Ein bekanntes Zitat von Marx besagt: „Frau und die Kinder sind die Sklaven des Mannes“. Engels zitiert in seinem Werk über den Ursprung der Familie Marx und stellt fest:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die moderne Familie enthält im Keim nicht nur Sklaverei (servitus), sondern auch Leibeigenschaft, da sie von vornherein Beziehung hat auf Dienste für Ackerbau. Sie enthält in Miniatur alle die Gegensätze in sich, die sich später breit entwickeln in der Gesellschaft und im Staat.“ (Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates)</p>
</blockquote>

<p>Heute versuchen ehemalige Marxisten wie Federici die Sozialwissenschaft in Bezug auf die Stellung der Frau 150 Jahre zurück zu werfen. Den „marxistischen Feminismus“ hat Federici in den 1970er Jahren hinter sich gelassen. Auf ihre alten Tage hat sie die Freuden der Hausarbeit wiederentdeckt und positioniert die Frau der Arbeiterklasse wieder zwischen Töpfe und Pfannen, Windeln und Mopps, dümmlichen Seifenopern und ohne Ausbildung oder Beschäftigung.</p>

<p>Federici behauptet:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Forderung nach einem Lohn für Betreuungsarbeit war für viele Frauen wirklich befreiend, da Frauen so verstehen, dass das, was sie tun, eine Arbeit ist: nicht natürlich, sondern Ausbeutung.“ (Interview, 24.5.14 eldiario.es)</p>
</blockquote>

<p>Was wir hier haben, ist eine moralistische Theorie („Was soll heißen, dass die Arbeit der Hausfrau nicht produktiv sei?! Warum wird nur die Arbeit des Mannes ökonomisch wertgeschätzt?!“), ohne jeglichem wissenschaftlichen Wert, wie wir gerade erklärt haben.</p>

<p>Die Bezahlung der Hausfrau würde tatsächlich nicht nur den Lebensstandard der Arbeiterfamilie und damit das Freiheitsniveau der Hausfrau unverändert belassen, sondern auch die Vorstellung von der Hausfrau als Lasttier, das den ganzen sozialen Druck, der auf Arbeiterfamilien lastet, auf seinem Rücken trägt, verewigen (einschließlich psychischer und körperlicher Misshandlung). Sie würde weggesperrt werden vom sozialen Leben, gefangen in ihren eigenen vier Wänden und zu Arbeit gezwungen, die an ihrem Körper zehrt und ihren Geist vernebelt. So wird sie leichter zur Verteidigerin des Status Quo bewegt, was auch eine konservative Haltung zur politischen und gewerkschaftlichen Aktivität der Männer und Kinder befördert.</p>

<p>Selbst die Mehrheit der feministischen Bewegung in den 1960er und -70er Jahren hat dies verstanden, die in Einklang mit den Marxisten die häusliche Sklaverei der Frau verurteilte. Gerade in Spanien unter dem Eindruck des Kampfes gegen die Franco Diktatur wäre jeder, der die Forderung nach Lohn für häusliche Arbeit bei einem feministischen oder linken Treffen erhoben hätte, ohne Umschweife und völlig zurecht einfach rausgeworfen worden.</p>

<p>Heute allerdings gibt es sowohl in der Linken als auch der feministischen Bewegung eine ganze Reihe an „Theoretiker“, die diese Position verteidigen. Häusliche Arbeit sei emanzipatorisch und müsste bezahlt werden, was der Kapitalismus jedoch verweigere. Die Forderung nach staatlichen Subventionen oder Entschädigungen durch die Kapitalisten tarnt die Haussklaverei und erhält sie damit weiter aufrecht.</p>

<p>Warum Federici und Co. heute eine ganz andere Position als früher vertreten, hat einen ganz einfachen Grund: Sie behaupten zwar noch immer Marxisten zu sein – denn ohne dieses Etikett würden sie ihren Anti-Establishment-Glamour verlieren und nicht so viele Bücher verkaufen oder zu so vielen Konferenzen eingeladen werden. Gleichzeitig haben sie jedoch jeglichen Versuch aufgegeben, auf Basis der marxistischen Theorie für eine wirklich sozialistische Perspektive zu kämpfen. Sie geben sich als „pragmatisch“ und „realistisch“ aus, dabei haben sie sich schlichtweg dem Kapitalismus unterworfen.</p>

<p>Noch eindeutiger erkennt man das in Aussagen wie der folgenden aus einem Interview von vor einigen Jahren, in dem Silvia Federici erklärte:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„In den 1970er Jahren, als sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa strategische Entscheidungen getroffen werden mussten, hat die feministische Bewegung den Bereich der Reproduktion komplett aufgegeben und sich fast ausschließlich auf die Arbeit außerhalb des Hauses konzentriert. Das Ziel war, Gleichberechtigung durch Arbeit zu gewinnen. Doch die Männer waren am Arbeitsplatz unzufrieden, und Gleichheit zu erreichen, nur um genauso unzufrieden und unterdrückt zu sein wie sie, ist keine Strategie.“ (<a href="https://www.pikaramagazine.com/2014/07/tell-us-federici/">Pikaramagzine, 2014</a>)</p>
</blockquote>

<p>Was sagt Federici hier? „Hausarbeit ist schlecht, aber Arbeit in einem Unternehmen ist auch schlecht. Außerdem müssen Frauen dann eine ‚zweite Schicht‘ zu Hause schieben, mit Kindererziehung, Putzen usw. Da wir also keine andere Alternative sehen, wäre es doch noch immer besser, ins Haus zurückzukehren, das uns zwar versklavt, aber wir können zumindest Lohn dafür fordern.“</p>

<p>So glanzvoll sind also die Aussichten, die radikale Feministen wie Federici den Millionen an unterdrückten, armen und arbeitenden Frauen anzubieten haben. Wir können uns sicher sein, dass diese Lebensperspektive weit entfernt von jener ist, die Federici und andere Feministen in dieser Strömung für sich selbst verwirklicht haben.</p>

<p>Wir wollen nicht bestreiten, dass Arbeit im Kapitalismus entmenschlichend und ausbeuterisch ist, für Männer wie für Frauen. Und ja, Frauen sind gezwungen „Doppelschichten“ in der Arbeit und Zuhause zu leisten, denn natürlich befreit die Arbeit im Unternehmen die Frau nicht per se – aber sie gibt ihr die Möglichkeit, sich von ihrem Partner unabhängig zu machen. Einen „Hausarbeitslohn“ im Kapitalismus zu erreichen ist eine Illusion, besonders im aktuellen Kontext der Wirtschaftskrise und der anhaltenden Sparmaßnahmen. Unsere Antwort muss sein, den Kampf für die Vergesellschaftung der Hausarbeit mit dem Kampf für Sozialismus zu verknüpfen. Nur so können wir die Unterdrückung der Frau an der Wurzel packen, anstatt uns nur mit dem kleineren Übel, utopischen oder schlichtweg reaktionären Forderungen zu begnügen.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Lohnarbeit im Heim</h3>

<p>Professionelle Arbeit im Pflege- und Sozialbereich und die Arbeit einer Hausfrau zuhause sind miteinander nicht vergleichbar.</p>

<p>Der Umstand, dass Personen im „Care“ Bereich bezahlt werden, führt zu einer grundlegenden Veränderung dieser Arbeit. Es ist zwar noch immer genauso anstrengende wie schlecht bezahlte Arbeit, aber Arbeiter in diesem Bereich sind nicht mehr persönlich in die Arbeit, die sie verrichten, involviert. Anders als bei einer Hausfrau findet die Arbeit nicht im eignen Zuhause 24/7 statt, sondern nur für eine bestimmte Zeit am Tag im Austausch für einen definierten Lohn. Ohne Lohn wird keine Arbeit verrichtet. Arbeiterinnen verlassen ihr Zuhause und fahren an ihren Arbeitsplatz, reden mit ihren Kollegen und Bekannten über Erfahrungen und Eindrücke in der Arbeit, werden von einem Unternehmen angestellt und können erkennen, was sie mit all den anderen Arbeitern verbindet. All das hilft einer Arbeiterin, die Natur der Klassengesellschaft und ihre inneren Abläufe zu verstehen. Auf einmal ist es möglich, Teil einer Gewerkschaft zu werden, Rechte einzufordern und durch den politischen Kampf die eigenen Interessen zu erkämpfen. Dadurch bildet sich nicht nur ein qualitativ neues politisches Bewusstsein – auch der Selbstwert von „Care“- Arbeiterinnen steigt damit auf ein völlig anderes Niveau. Das alles ist nicht vergleichbar mit dem Leben einer Hausfrau, eingesperrt in ihrem eigenen Haus. Die Entfremdung der Arbeiterin ist dieselbe, die alle Arbeiter erfahren, egal ob Metallarbeiter oder Sekretär: es ist die Entfremdung einer Arbeiterin, nicht die eines Sklaven. Für die Hausfrau ist ihr Zuhause ihre Welt; für die Pflegekraft ist ihre Welt draußen, im sozialen Leben und in der Verteidigung ihrer Interessen als Arbeiterin und von Tausenden von Menschen wie ihr.</p>

<p>Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege in bezahlte Lohnarbeit zu überführen bereitet die Bedingungen für die zukünftige Befreiung der Frau und der Familie aus der häuslichen Sklaverei: Alle erdrückenden Aufgaben, welche heute auf den Familien lasten (Wäsche waschen, Essen bereiten, Kinder- und Altenpflege…) würden von der Gesellschaft übernommen. Neben gut ausgestatteten Kindergärten in den Gemeinden und an den Arbeitsplätzen, können im Sozialismus Freizeit- und Spielzentren für Kinder und Jugendliche errichtet werden, die gut gepflegt, brauchbar und lehrreich sind. Pflegeheime werden nicht die düsteren, schmutzigen, schlecht in Stand gehaltenen und teuren Einrichtungen sein, die wir derzeit gewohnt sind. Sie wären auf dem Niveau von hochwertigen Hotels, die kostenlos oder zu geringen Kosten zur Verfügung stehen, inklusive angeschlossenen, voll ausgestatteten Gesundheitseinrichtungen. Die Arbeiter in diesem Sektor müssten keine langen, anstrengenden Schichten durchstehen. Ihr Arbeitstag wäre vier oder fünf Stunden lang, vielleicht sogar kürzer. Die fortschrittlichste Technologie würde eingesetzt werden, um die körperliche Anstrengung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen, alten oder kranken Menschen auf ein Minimum zu reduzieren. Die gesamte Technologie wäre darauf ausgerichtet, die Arbeit bei jeder Aufgabe zu minimieren, insbesondere bei denen, die große körperliche Anstrengung erfordern.</p>

<p>Wie Engels so treffend schreibt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Hier zeigt sich schon, daß die Befreiung der Frau, ihre Gleichstellung mit dem Manne, eine Unmöglichkeit ist und bleibt, solange die Frau von der gesellschaftlichen produktiven Arbeit ausgeschlossen und auf die häusliche Privatarbeit beschränkt bleibt. Die Befreiung der Frau wird erst möglich, sobald diese auf großem, gesellschaftlichem Maßstab an der Produktion sich beteiligen kann und die häusliche Arbeit sie nur noch in unbedeutendem Maß in Anspruch nimmt. Und dies ist erst möglich geworden durch die moderne große Industrie, die nicht nur Frauenarbeit auf großer Stufenleiter zuläßt, sondern förmlich nach ihr verlangt, und die auch die private Hausarbeit mehr und mehr in eine öffentliche Industrie aufzulösen strebt.“ (Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats)</p>
</blockquote>

<h3 class="wp-block-heading">Für eine sozialistische Alternative zur Haussklaverei</h3>

<p>Marxisten stehen für die Vergesellschaftung der Kindererziehung sowie der Alten- und Behindertenbetreuung. Die Gesellschaft als Ganzes würde diese Aufgaben übernehmen und die arbeitende Familie, insbesondere die Hausfrau, von ihnen befreien. Tatsächlich hat die kapitalistische Entwicklung bereits zur Vergesellschaftung einiger Aspekte des Familien- und Gemeinschaftslebens geführt, zum Beispiel durch öffentliche Verwaltungssysteme oder Auslagerung an Privatunternehmen (wenn auch nur teilweise und unzureichend). Dazu gehören die Bildung, das Gesundheitswesen, Transport, Telekommunikation, Elektrizität, Abfallwirtschaft usw. Seit einiger Zeit sehen wir einen ähnlichen Trend bei der Versorgung von alten und Menschen mit Behinderungen, bei den sogenannten Pflegediensten.</p>

<p>Doch im Kapitalismus haben diese Schritte zur Vergesellschaftung der Hausarbeit ihre Grenzen. Die Kapitalisten wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, einen größeren Teil des Mehrwerts, den sie den Arbeitern auspressen (dies ist die Quelle ihrer Profite), an die Gesellschaft abzugeben, um damit eine Vergesellschaftung der Hausarbeit zu finanzieren. Daher muss ein Klassenkampf dafür geführt werden.</p>

<p>Sollte eine Hausfrau in diesem Sinne einen Lohn erhalten, um allein, unabhängig von ihrem Mann, leben zu können? Natürlich soll sie das, aber nicht aufgrund ihrer Position als Hausfrau, aus der sie sich befreien muss. Wir fordern, dass alle Arbeitslosen eine feste, angemessene und gut bezahlte Arbeit erhalten. Während sie arbeitslos sind, sollten sie Arbeitslosengeld in Höhe des Mindestlohns erhalten. Wir fordern, dass Hausfrauen, so wie Arbeitslose, diese Leistungen erhalten, dies aber unbedingt in Kombination mit der Forderung nach qualitativ hochwertigen und gut bezahlten Arbeitsplätzen für alle. Wir ermutigen jede Frau eine Arbeit zu finden, die es ihr ermöglicht, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir fordern sie auf, ihren Horizont zu erweitern, ein vielfältigeres soziales Leben außerhalb des Familienhauses zu führen und sich in den bewussten Kampf anderer Arbeiter für ein Übergangsprogramm zum Sozialismus mit Forderungen wie den folgenden einzubringen: Reduktion der Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich, kostenlose öffentliche Kindergärten, kostenlose öffentliche Kantinen, kostenlose öffentliche Waschsalons und professionelle Pflegearbeit durch bezahlte Arbeiter.</p>

<p>Wir müssen erklären, dass wir eine allgemeine Vergesellschaftung der Hausarbeit nur in einem sozialistischen System, in dem die Wirtschaft generell in kollektives Eigentum überführt und von den Arbeitern demokratisch geführt wird, erreichen können.</p>

<p>Engels schreibt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Mit dem Übergang der Produktionsmittel in Gemeineigentum hört die Einzelfamilie auf, wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft zu sein. Die Privathaushaltung verwandelt sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder wird öffentliche Angelegenheit…“ (Friedrich Engels, Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates)</p>
</blockquote>

<p>Die Vorteile einer sozialistischen Planwirtschaft – kollektive Arbeit und Unterdrückung des Profitmotivs in jeder menschlichen Tätigkeit, wahre Nächstenliebe ohne religiöse Heuchelei oder Eigennutz, zusammen mit der fortschrittlichsten Technologie und Wissenschaft – würden in einer sozialistischen Gesellschaft jede Spur häuslicher Sklaverei und die Unterwerfung der Frau unter den Mann ausmerzen, und die Frau ermächtigen, ihr volles Potenzial zu entfalten – etwas, das ihr seit Jahrtausenden verwehrt wird.</p>
								</div>
					</div>
				</div>
				</div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter – Antwort auf die FT-CI</title>
		<link>https://derkommunist.de/die-hunde-bellen-aber-die-karawane-zieht-weiter-antwort-auf-die-ft-ci/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Rey]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 06:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://derkommunist.de/?p=5699</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Gründung der Revolutionären Kommunistischen Internationale (RKI) im vergangenen Juni war ein bedeutsames Ereignis, das bei Tausenden von Revolutionären in aller Welt große Erwartungen geweckt hat. Die verschiedenen nationalen Sektionen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="5699" class="elementor elementor-5699" data-elementor-post-type="post">
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<p>Die <a href="https://schoolofcommunism.com/">Gründung der Revolutionären Kommunistischen Internationale (RKI)</a> im vergangenen Juni war ein bedeutsames Ereignis, das bei Tausenden von Revolutionären in aller Welt große Erwartungen geweckt hat. Die verschiedenen nationalen Sektionen der RKI wachsen in einem guten Tempo und werden in den kommenden Monaten weiter wachsen. Die hysterische Reaktion einiger bürgerlicher Medien auf die Neugründung unserer Sektionen als revolutionäre kommunistische Organisationen in Ländern wie den <a href="https://www.news18.com/world/revolutionary-communists-of-america-hold-first-congress-in-philadelphia-elon-musk-reacts-8983435.html">USA</a>, <a href="https://www.prospectmagazine.co.uk/politics/66095/revolutionary-communists-are-plotting-a-comeback">Großbritannien</a>, der <a href="https://www.swissinfo.ch/eng/swiss-politics/revolutionary-communist-party-founded/77443335">Schweiz</a>, <a href="https://www.bt.dk/politik/nyt-kommunistisk-parti-ser-vaebnet-revolution-som-en-mulighed-om-noedvendigt">Dänemark</a> und anderen bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.</p>

<p>Leider sind einige in der sogenannten „revolutionären Linken“ nicht glücklich über die Fortschritte der RKI. Mit der Mentalität kleiner Ladenbesitzer, die sich aus Angst vor der Konkurrenz ärgern, sind sie damit beschäftigt, alle möglichen Arten von Schlamm, Unwahrheiten und falschen Darstellungen über unsere Internationale zu verbreiten, in der Hoffnung, dass dies unsere Entwicklung irgendwie aufhalten wird. Wir sagen einen durchschlagenden Misserfolg ihrer Versuche voraus.</p>

<p>Kürzlich wurden wir auf einen <a href="https://www.leftvoice.org/are-you-a-communist-then-lets-talk-about-the-imt/">Artikel dieser Art</a> aufmerksam, der von Nathaniel Flakin, dem Anführer einer kleinen Gruppe in den USA namens „Left Voice“, verfasst wurde [Anmerkung der Übersetzung: Nathaniel Flakin ist außerdem in Deutschland aktiv.]. Diese Gruppe ist Teil einer internationalen Strömung namens <strong>Trotzkistische Fraktion &#8211; Vierte Internationale</strong> (FT-CI), die Flakin als „das größte und erfolgreichste trotzkistische Projekt der Welt“ bezeichnet. Sein Hauptbezugspunkt ist die Partei Sozialistische Arbeiter &#8211;  <strong>Partido de los Trabajadores Socialistas</strong> (PTS) in Argentinien.</p>

<p>Der Artikel ist ein bissiger Angriff auf die <strong>Internationale Marxistische Strömung</strong> (IMT) – <a href="https://derkommunist.de/manifest-der-revolutionaeren-kommunistischen-internationale/">die auf ihrer Gründungskonferenz im Juni sich als RKI neu formiert hat </a>– in der besten Art stalinistischer Verzerrungen: er lügt, erfindet, verdreht und verleumdet unsere Geschichte und unsere politischen Positionen in fast jedem einzelnen Satz – eine bemerkenswerte Leistung! Natürlich macht sich unser Freund Nathaniel Flakin bei 90 % seiner lügnerischen und halbwahren Behauptungen nicht einmal die Mühe, einen Link zu unseren Webseiten beizufügen, damit der Leser den Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen selbst überprüfen kann. Warum sollten Fakten eine gute Geschichte verderben? Und in den sehr seltenen Fällen, in denen er sich die Mühe macht, dies zu tun, handelt es sich um einzelne Artikel, die vor 15 oder 20 Jahren geschrieben wurden, ohne jeglichen Kontext und ohne Bezug zur heutigen Realität.</p>

<p>Genosse Flakin, der unsere Geschichte „aufarbeitet“, beschuldigt uns in seinem Artikel, Sozialdemokraten, Zentristen, Opportunisten, Pro-Imperialisten, „Cheerleader“ von Chavez zu sein; bürgerliche Regierungen in Venezuela, Mexiko und Bolivien zu unterstützen und, was am meisten überrascht, „anti-palästinensisch“ (!!) zu sein. Aus irgendeinem Grund widmet er einen beträchtlichen Teil seines Artikels dem Vorwurf, dass unsere Haupttätigkeit die Verteidigung von „Polizeigewerkschaften“ sei! Also bitte – die International Marxist Tendency und heute die RKI ist ja offenbar das Schlimmste vom Schlimmen, und kein vernünftiger Mensch sollte sich uns auch nur nähern. Die einzige Anschuldigung, die unser Scherzbold Flakin übersehen hat, ist wohl, dass wir die Ermordung von Rosa Luxemburg, Che Guevara und wer weiß – vielleicht sogar von Jesus Christus organisiert hätten.</p>

<p>Um Nathaniel gegenüber gerecht zu sein, müssen wir sagen, dass die meisten dieser „Anschuldigungen“ nichts Neues enthalten, was uns nicht schon seit Jahrzehnten mit monotoner Regelmäßigkeit von Dutzenden ultralinker und pseudotrotzkistischer Gruppen entgegengeschleudert wurde. Vieles davon <a href="https://marxist.com/marxism-sectarianism-luis-oviedo171203.htm">wurde bereits vor 20 Jahren von Alan Woods in einer ähnlichen Angriffskampagne der Arbeiterpartei Argentiniens (Partido Obrero de Argentina) beantwortet</a>, den die Leser zum Vergleich nachlesen können.</p>

<p>Die Wahrheit ist, dass Flakin und die <strong>FT-CI</strong> nicht mit dem Anspruch antreten, mit der RKI über programmatische und politische Differenzen ehrlich zu polemisieren oder das politische Niveau ihrer Mitglieder und der Diskussion anzuheben. Im Gegenteil, sie sind nur von Groll getrieben und versuchen, die RKI mit allen möglichen haarsträubenden Behauptungen zu diskreditieren, und zwar aus dem einfachen Grund, dass sie in ihr – aus sehr guten Gründen – einen gewaltigen politischen Gegner sehen. Sicherlich äußern viele der guten und engagierten Mitglieder der FT-CI Fragen und Zweifel gegenüber ihrer Führung aufgrund der positiven Entwicklung der RKI. Und die Führung kann ihnen nur mit einem Katalog von Beleidigungen gegenüber der RKI antworten. Das ist kein gutes Zeugnis für eine Organisation, die behauptet, revolutionär marxistisch zu sein und für die sozialistische Weltrevolution zu kämpfen.</p>

<p>Um auf die zahlreichen Fehler und Falschdarstellungen von Flakin angemessen zu reagieren, müssten wir ein ganzes Buch schreiben, aber wir wollen weder unsere Zeit verschwenden noch den Leser langweilen. Dennoch muss unsere Antwort leider etwas länger ausfallen als die 3100 Wörter, die Genosse Nathaniel uns gewidmet hat. Eine Lüge in einem Satz umfasst nur 6 oder 7 Wörter, aber jede Lüge und falsche Darstellung zu beantworten, erfordert ein paar mehr Wörter. Auf jeden Fall – und das ist der Hauptgrund, der uns ermutigt hat, Flakin zu antworten – wollen wir diese Polemik nutzen, um das „größte und erfolgreichste trotzkistische Projekt der Welt“ zu überprüfen, das die FT-CI und die argentinische PTS zu vertreten vorgeben. Aber mit dem methodischen Unterschied zu dem von Nathaniel und der FT-CI angewandten Verfahren, die Positionen, die wir der Kritik unterziehen werden, ehrlich zu zitieren und die Links zu ihrer Website beizufügen.</p>

<p>Und genau hier werden wir ansetzen.</p>

<h3><strong>„Das erfolgreichste trotzkistische Projekt der Welt“.</strong></h3>
<p>Unser Freund Flakin, der in seinem Artikel Ted Grant (historischer Führer der IMT) und Alan Woods (Führer der RKI) beschuldigt, „Meister der Selbstdarstellung“ zu sein, hat keine Hemmungen zu behaupten, dass „in Argentinien die PTS und die FIT-U das größte und erfolgreichste trotzkistische Projekt der Welt darstellen“. Wenn das nicht der Gipfel der Selbstdarstellung ist, dann wissen wir nicht, was so etwas sein könnte.  In seinem Enthusiasmus verkündet Genosse Flakin stolz, dass die FIT-U bei den letzten Präsidentschaftswahlen im November 2023 700.000 Stimmen erhalten hat. Um zu beurteilen, wie „groß und erfolgreich“ dieses Projekt ist, muss man auf seinen prozentualen Anteil an den Stimmen verweisen, der genau 2,7 % betrug. Eine Tatsache, die unser Freund Nathaniel zu erwähnen vergaß. Dieser sehr niedrige Stimmenanteil ist umso bemerkenswerter, als die FIT-U in Argentinien die einzige linke (reformistische oder revolutionäre) Liste war, die bei diesen Wahlen antrat, und somit keine Konkurrenz in diesem Bereich hatte.</p>

<p>Auch dieses Stimmenvolumen ist nicht neu.<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2005_Argentine_legislative_election"> Im Jahr 2005 </a>– also vor fast 20 Jahren – betrug die Summe der Stimmen, die die derzeitigen Parteien, die die FIT-U bilden, getrennt voneinander erhalten haben, 670.000. Also fast genauso viel wie heute, obwohl die Zahl der Wähler seither deutlich gestiegen ist. Mit Höhen und Tiefen ist dieser Prozentsatz an Stimmen (2 % bis 4 %) das, was die FIT seit ihrer Gründung im Jahr 2011 erhalten hat. Eine Ausnahme, die einen klaren Bruch mit dieser jahrzehntelangen Stagnation hätte markieren können, war das Ergebnis der FIT-U bei den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2021_Argentine_legislative_election">argentinischen Parlamentswahlen von 2021</a>. Dort erhielt sie 1,28 Millionen Stimmen und 5,41 %. Aber Genosse Flakin hütet sich merkwürdigerweise, diese Information in seinem Artikel, in dem er die PTS und die FIT-U lobt, zu erwähnen. Ja, das ist sehr seltsam, denn es scheint ein sehr bemerkenswertes Ergebnis zu sein, das von den Dächern geschrien werden sollte. Warum schweigt unser lieber Nathaniel dann darüber? Aus einem sehr bequemen Grund: weil er erklären müsste, wie es möglich ist, dass nur zwei Jahre später, inmitten der völligen Diskreditierung des Kirchnerismus und der traditionellen argentinischen Rechten und inmitten der größten sozialen Krise seit dem Argentinazo (dem revolutionären Volksaufstand von 2001-2002), die FIT-U bei den <a href="https://es.wikipedia.org/wiki/Elecciones_legislativas_de_Argentina_de_2023">letzten Parlamentswahlen 2023</a> 500.000 Stimmen verloren hat. Das ist ein Rückgang von 40 % der zwei Jahre zuvor erzielten Stimmen. Um dies zu erklären, müsste man natürlich ehrlich mit den Fakten und Daten sein und der Wahrheit ins Gesicht sagen, was dem Genossen Flakin in diesem wie in allen anderen Bereichen fern liegt.</p>

<p>Natürlich übten die Führer der PTS und der FIT-U<a href="https://www.laizquierdadiario.com/Posicion-del-PTS-frente-a-la-situacion-politica-nacional-y-el-balotaje"> keine Selbstkritik an diesen schlechten Ergebnissen</a> und schrieben alles der „Polarisierung“, der „Angst vor Milei“ und anderen Gemeinplätzen zu, um das Prestige ihrer Führer zu retten.</p>

<p>Flakin lobt die 5 nationalen Abgeordneten, die die FIT-U im argentinischen Parlament gewonnen hat, vergisst aber zu erwähnen, dass in Argentinien die Abgeordnetenkammer alle zwei Jahre die Hälfte ihrer Sitze erneuert und die FIT-U Glück hatte, dass keiner ihrer 4 Abgeordneten, die sie 2021 gewonnen hatte, bei den Wahlen 2023 erneut antreten musste. Sie hat bei den Wahlen im vergangenen Oktober lediglich einen weiteren Abgeordneten hinzugewonnen. Hätte sie jedoch die anderen vier Abgeordneten erneuern müssen, hätte sie angesichts des Stimmeneinbruchs sicherlich die Hälfte ihrer Vertretung verloren.</p>

<p>Wir sind nicht überrascht über das schlechte Ergebnis der FIT-U bei den letzten Wahlen. Ohne auf die brennende sozialen Realität einzugehen, entwarf ihre Führung eine Wahlkampagne mit inhaltsleeren und routinemäßigen politischen und ökonomischen Parolen wie etwa: „Hebt die Linke“ (sic), „Gegen die Anpassung der IWF-Kandidaten“, für mehr Mindestlohn und Renten usw. Wo doch Slogans des klaren Bruchs mit dem Regime nötig gewesen wären, um an die Atmosphäre der Wut in breiten Schichten der Arbeiterklasse und der Jugend anzuschließen. Im Gegensatz dazu verstand das Wahlkampfteam des ultrarechten Milei die Situation viel besser und verbreitete einfache und demagogische, aber eindringliche Botschaften, die an diese Atmosphäre anknüpften: „Wählt gegen die Kaste“ (was er von Podemos in Spanien kopiert hat) oder „Für ein Land, in dem die Ehrlichen, die, die bis zum Umfallen arbeiten, am Ende die Gewinner sind“, oder „Dass niemand von deiner Arbeit lebt“ usw., was mehrdeutig sowohl das Kleinbürgertum als auch die Arbeiter ansprach.</p>

<p>Die Wahrheit muss gesagt werden. Der FIT-U-Kampagne fehlte der Bezug zu dem großen sozialen Konflikt im Lande. Man wollte kein allzu radikales Gesicht zeigen, das angeblich die Wählererwartungen schmälern würde, obwohl das Gegenteil der Fall war. Von breiten Schichten der Arbeiter und Jugendlichen wurde eine radikale Position der klaren Ablehnung des bestehenden Regimes gefordert. Die FIT-U hat es versäumt, diese Alternative aufzuzeigen. Ihre wahltaktische Scheinheiligkeit hat ihren Tribut gefordert.</p>

<p>Flakin ärgert sich, dass die IMT vage Kritik an der FIT-U übt und ihr „parlamentarisches Abdriften“ vorwirft. Aber unsere Kritik ist nicht vage, sondern sehr präzise und völlig berechtigt. Der Höhepunkt dieses parlamentarischen Abdriftens ist der Slogan, der das <a href="https://www.laizquierdadiario.com/Plataforma-2023-conoce-todas-las-medidas-urgentes-de-Bregman-y-Del-Cano-para-estas-elecciones">Programm der FIT-U </a>seit Jahren krönt:</p>

<p>„Gegen die Vereinbarungen, die hinter geschlossenen Türen des Volkes ausgehandelt wurden, um das Land anzupassen und zu übergeben, kämpfen wir für die Durchsetzung der demokratischsten Institution, die innerhalb dieses politischen Regimes denkbar ist: <strong>eine verfassungsgebende Versammlung</strong><strong>.</strong><strong> Nicht wie die von 1994 oder Jujuy, sondern eine freie und souveräne, die wirklich den Willen des Volkes zum Ausdruck bringt und in der die großen nationalen Probleme debattiert werden,</strong> von den Gesetzen und Institutionen, die uns regieren, bis zu den sozialen und wirtschaftlichen Rechten“ (Fettdruck im Original).</p>

<p>Aber eine verfassungsgebende Versammlung ist nichts anderes als ein bürgerliches Parlament, das, wie die PTS selbst anerkennt, „innerhalb dieses politischen Regimes“ des Kapitalismus angesiedelt ist und dessen Aufgabe es ist, eine Verfassung für das Land auszuarbeiten. Die Adjektive „frei“ und „souverän“, die hinzugefügt wurden, um zu beeindrucken, ändern nichts an seinem Wesen. Um das angebliche sozialistische Programm der FIT-U zu verwirklichen, bräuchte man also nicht die Arbeitermacht, die Machtergreifung der Arbeiterklasse, sondern &#8211; der Leser möge es bemerken &#8211; das „denkbar demokratischste“ bürgerliche Parlament, als ob es einen freundlicheren und demokratischeren Kapitalismus geben könnte als das gegenwärtige argentinische kapitalistische Regime. Natürlich – so heißt es – wäre es eine verfassungsgebende Versammlung, die sich von den bisherigen unterscheiden würde – „nicht wie die von 1994“, die vom damaligen Präsidenten Carlos Menem einberufen wurde –, aber eine schönere und demokratischere, die nur in der Vorstellung der PTS- und FIT-U-Führer existiert. Wenn das kein „parlamentarisches Abdriften“, reiner parlamentarischer Kretinismus ist, was kann es dann sein? Und der Verfechter des „erfolgreichsten Trotzkismus der Welt“, unser Freund Flakin, hat die Frechheit, der RKI „opportunistische Positionen“ vorzuwerfen.</p>

<p>Übrigens sagen die Führer der PTS, dass sie dafür kämpfen, diese ideale verfassungsgebende Versammlung „durchzusetzen“, aber wie wollen sie das tun? Sie sagen es nicht. Vielleicht mit einem Volksaufstand, einer Art neuem Argentinazo? Aber wenn das der Fall wäre, wenn die argentinische Arbeiterklasse und andere unterdrückte Volksschichten so viel Kraft und Energie aufbringen würden, um das gegenwärtige korrupte und diskreditierte bürgerliche parlamentarische System zu zerschlagen, warum sollte man sich dann zum Ziel setzen, ein neues bürgerliches Parlament „durchzusetzen“? Warum nicht den Horizont der unterdrückten Massen erweitern, die sich in den revolutionären Kampf für die „Arbeiter- und Volksmacht“ stürzen?</p>

<p>Um es klar zu sagen, diese programmatische Verwirrung ist kein Zufall oder Missverständnis, sondern die Position einer Organisation, die es vermeidet, die zentrale revolutionäre Aufgabe der Arbeiterklasse zu benennen, weil – wohlgemerkt – das Gerede von der Arbeitermacht bei den konservativsten Schichten der Klasse keine Stimmen bringt. Anstatt den parlamentarischen Kampf zu nutzen, um in den breiten Schichten für die Notwendigkeit der Enteignung der Reichen und der Übernahme der Kontrolle der Gesellschaft durch die Arbeiter zu werben, wird dieser geopfert, um ein paar Sitze im Parlament zu gewinnen, indem das sozialistische Programm verwässert und der revolutionäre Kampfhorizont der Arbeiterklasse herabgesetzt werden.</p>

<p>Um die ganze Wahrheit zu sagen, geht das Wahlversagen der FIT-U über programmatische Aspekte, Slogans und Kampagnen hinaus. In Wirklichkeit spiegeln ihre Wahlergebnisse nur ihre schwache Verankerung in der argentinischen Arbeiterklasse wider. Diese ist auf das Scheitern ihrer sektiererischen Methoden in Bezug auf die Massenbewegungen in Argentinien zurückzuführen, die sich – ob sie wollen oder nicht – größtenteils um die heterogene peronistische Bewegung gruppieren.</p>

<p>Die Führer der FIT-U und die engagierten Kämpfer ihrer Mitgliedsparteien sollten darüber nachdenken, warum die argentinische revolutionäre Linke trotz der jahrzehntelangen reichen Erfahrungen der argentinischen Arbeiterklasse – revolutionäre Explosionen, kolossale Streiks, Volksaufstände, Zeiten der Ebbe und der Demoralisierung, wirtschaftlicher Aufschwung, wirtschaftliche Katastrophen, Zerstörung traditioneller und jahrhundertealter Parteien, explosionsartiges Entstehen neuer Parteien usw. – nicht als relevante und zu berücksichtigende Alternative wahrgenommen werden konnte. Und sei es nur deshalb, weil es in Argentinien nichts Vergleichbares zu den reformistischen linken Massenparteien gibt, wie wir sie in anderen Ländern Lateinamerikas und Europas sehen, und sie daher auf diesem Gebiet keine Konkurrenz haben. Der Grund für dieses Scheitern ist das Sektierertum und die organische Unfähigkeit ihrer Führer, die Taktik der Einheitsfront mit den Massen aus Fleisch und Blut, die die Arbeiterklasse dieses Landes ausmachen, zu verstehen. Das heißt, ihre Unfähigkeit, die Millionen zu erreichen, die den Massenorganisationen (seien sie peronistisch, reformistisch oder anders) folgen oder sich in ihnen organisieren, um gemeinsam für die gemeinsamen Interessen der Arbeiterklasse und gegen den Klassenfeind zu kämpfen, während sie ihre politische Unabhängigkeit und ihr revolutionäres Programm sowie ihre Freiheit, die Führungen dieser Organisationen zu kritisieren, bewahren.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der FIT-U und der Kirchnerismus</strong></h3>

<p>Flakin hält sich für sehr witzig, wenn er unverblümt behauptet: „Noch vor einem Jahrzehnt rief Woods die argentinischen Marxisten auf, sich der bürgerlich-fortschrittlichen Koalition von Néstor und Cristina Kirchner anzuschließen“. Wir würden uns freuen, wenn Flakin oder seine Freunde in Argentinien uns mitteilen könnten, wann, wo, in welcher Schrift oder Rede Alan Woods diese Empfehlung ausgesprochen hat. Wir würden ewig warten, denn sie ist eine reine Erfindung von Flakins fiebrigem Geist, wie alles andere auch. Alan Woods und die IMT empfahlen der argentinischen Linken, eine Einheitsfrontpolitik zu entwickeln, um mit der Arbeiterklasse in Verbindung zu treten, deren überwältigende Mehrheit den Kirchnerismus unterstützte. Leider stieß unser Rat auf taube Ohren.</p>

<p>Die Realität war, dass in der Zeit der Regierungen von Néstor Kirchner und Cristina Fernández die Linke, vertreten durch die Parteien, die die FIT-U bilden, sich in den Augen breiter Bevölkerungsschichten Hand in Hand mit den Rechten zeigte. Und von diesem Stigma haben sie sich in den Augen vieler Arbeiter noch nicht lösen können. Ja, der Kirchnerismus[2] hatte seinerzeit eine bürgerliche Führung, aber mit einem besonderen Charakter. Der Kirchnerismus (Néstor Kirchner wurde 2003 zum Präsidenten des Landes gewählt) entstand  nach dem Argentinazo und präsentierte sich mit einem sozialdemokratischen und klassenübergreifenden Profil, das zwar die Gesamtinteressen der Bourgeoisie wahrte, sich aber auf die Massen der Arbeiterklasse stützte, um zu versuchen, die räuberischsten Gelüste des argentinischen Kapitalismus zu zügeln und so neue soziale Explosionen zu verhindern. Dies zwang ihn zu wichtigen Zugeständnissen im wirtschaftlichen Bereich (Wiederverstaatlichung des Rentensystems und von Unternehmen wie der Erdölgesellschaft YPF usw.), im Bereich der sozialen Rechte (Kindergeld für arme Familien, Energie- und Verkehrssubventionen usw.) und im demokratischen Bereich (Verurteilung der Völkermörder des Militärprozesses von 1976-1983, Gesetz gegen Monopole in den Medien usw.). Bei dem Versuch, ein Gleichgewicht zwischen der Arbeiterklasse und der herrschenden Klasse herzustellen – wobei sie sich mal dem einen, mal dem anderen zuwandte – war sie nie eine bequeme Regierung für die argentinische Bourgeoisie, die eigene Parteien hatte, auf die sie sich stützen (die Radikalen, die peronistische Rechte, Macris PRO, usw.).</p>

<p>Auffallend ist, dass die Linke, die heute Teil der FIT-U ist, sich weigerte, irgendeine dieser Maßnahmen, die einen sozialen oder demokratischen Fortschritt bedeuteten, kritisch zu unterstützen und somit im Chor mit den Rechten gegen sie auftrat. In ihrer stumpfen Argumentation dachten sie, dass eine kritische Unterstützung dieser progressiven Reformen die Autorität der Kirchner-Regierung stärken würde. Tatsächlich hätte ihnen das geholfen, sich klar von der Rechten abzugrenzen, und hätte ihnen Autorität verliehen, sich bei einem Teil der Arbeiterklasse gehör zu verschaffen, der dem Kirchnerismus nahestand – um dessen Unzulänglichkeiten aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer klassenbasierten Alternative zum argentinischen kleinbürgerlichen Nationalismus, den dieser verkörperte, deutlich zu machen.</p>

<p>Die Regierung von Cristina Fernández (Kirchners Ehefrau und seine Nachfolgerin als Präsidentin des Landes zwischen 2007 und 2015) wurde in dieser Zeit brutal von der Rechten und ihren Medien angegriffen, die aktiv ihren Sturz anstrebten durch eine reaktionären Mobilsierung des Kleinbürgertums. Leider stellte sich die Linke in dieser Zeit in den Augen der breiten Massen auf die Seite des Klassenfeindes. Dies war das beschämende Verhalten von zwei der Parteien, die heute die FIT-U bilden, der Izquierda Socialista (IS) und der Movimiento Socialista de los Trabajadores (MST). Diese beiden bildeten, wie die PTS selbst einräumt, <a href="https://www.pts.org.ar/MST-la-izquierda-de-la-nueva-derecha">einen Block mit dem rechten Flügel und den Grundbesitzern der Sociedad Rural </a>und beteiligten sich im Jahr 2008 an deren reaktionären Mobilisierungen gegen die Exportsteuer auf landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die beiden anderen Parteien der FIT-U, PTS und Partido Obrero, hielten eine bequeme Äquidistanz aufrecht, anstatt in erster Linie die Grundbesitzer der Sociedad Rural  und die reaktionären Manöver des rechten Flügels anzuprangern.  Das bedauerlichste Verhalten fand jedoch in den Jahren 2012-2014 statt, als sich die argentinische Linke begeistert den Streiks und Generalstreiks der regierungskritischen Teile der Gewerkschaftsbürokratie anschloss, die entweder ihre eigenen Kasteninteressen verfolgten (Moyanos CGT und Michelis CTA) oder offen mit der Rechten verbunden waren (Barrionuevos CGT), mit dem einzigen Ziel, die Regierung von Cristina Fernández zu schwächen und ihren Sturz herbeizuführen. In keinem dieser Streiks, in absolut keinem, wurden Forderungen an die privaten Unternehmer gestellt. Alle diese Streiks wurden offen von den Rechten <a href="https://www.agenciapacourondo.com.ar/sindicales/la-sociedad-rural-adhiere-al-paro-de-moyano-y-micheli">und den Großgrundbesitzern, der Sociedad Rural</a>, unterstützt.</p>

<p><br />Auf diese Weise überließ die Linke dem Kirchnerismus das Monopol des Widerstands gegen die Rechte, der sich so sein „anti-oligarchisches“ Image aufbauen konnte, während die Linke diskreditiert wurde.</p>

<p>Das große Drama in Argentinien ist, dass die revolutionäre Linke mit ihren sektiererischen Irrtümern nicht in der Lage war, im Vorfeld eine Brücke zu den kirchneristischen Arbeitern zu schlagen. Das hätte ihr ermöglicht, nach der Diskreditierung und dem unvermeidlichen Scheitern des Kirchnerismus Tausende von Arbeitern und Jugendlichen aus ihren fortgeschrittensten Schichten für die Ideen des Marxismus zu gewinnen. Stattdessen bleibt sie heute isoliert und wird von der Mehrheit der Arbeiterklasse in diesem Land weiterhin mit Skepsis betrachtet.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die FIT-U, ein zerstrittener Haufen</strong></h3>

<p>In Wirklichkeit ist die FIT-U ein wenig inspirierendes Beispiel dafür, was eine echte Einheitsfront revolutionärer Organisationen sein sollte. Wenn etwas die argentinische „trotzkistische“ Linke in Argentinien charakterisiert hat, dann waren es ihre jahrzehntelangen gnadenlosen Streitereien und gegenseitigen Angriffe, die bei breiten Schichten der Arbeiter, die sich ihr näherten, zu Überdruss und Skepsis geführt haben. Schon die Gründung der FIT-U hatte nichts mit einer echten Einheitsfrontpolitik zu tun, die die Interessen der argentinischen Arbeiterklasse berücksichtigte. Jahrelang waren Wahlkämpfe für die verschiedenen „trotzkistischen“ Parteien und Gruppen eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, um ihre Apparate und Aktivitäten zu finanzieren, da der argentinische Staat den Parteien und Wahlbündnissen für jede erhaltene Stimme und jeden gewonnenen Abgeordneten Geld zahlt. Es war die Wahlreform 2011 der damaligen Regierung von Cristina Fernández – mit der Einführung der gleichzeitigen und verpflichtenden Vorwahlen (PASO), die jeder Partei oder Koalition vorschrieb, mindestens 1,5 % der Stimmen zu erhalten, um bei den Wahlen kandidieren zu können –, die die PTS und andere Parteien, die jetzt die FIT-U bilden, zwang, eine Koalition zu bilden, um gemeinsam diese 1,5 % zu erreichen, wenn sie die Möglichkeit haben wollten, bei den Wahlen zu kandidieren. Sie wurden nicht von den Interessen der Arbeiterklasse dazu bewegt, sich zusammenzuschließen, wie sie großspurig verkünden, sondern von den Interessen ihres Apparats.</p>

<p>Das wirklich Lachhafte  ist, dass die gegenseitigen Angriffe zwischen den Parteien, aus denen sich die FIT-U zusammensetzt, nach ihrer Gründung nicht eine Minute lang aufhörten. So wurden bei der PASO-Kampagne im August 2023, bei der die Spitzen der FIT-U-Liste für die Wahlen im Oktober desselben Jahres gewählt werden sollten, zwei gegensätzliche Listen vorgestellt. Gabriel Solano, Vorsitzender des Partido Obrero (PO), <a href="https://www.lanacion.com.ar/politica/elecciones-2023-gabriel-solano-precandidato-a-presidente-del-frente-de-izquierda-la-kirchnerizacion-nid07082023/">warf der Kandidatin der PTS</a>, Myriam Bregman, vor, den „Kirchnerismus zu beschönigen“ und sich auf die „progressive Mittelschicht“ statt sich auf die „Volksschichten“ zu konzentrieren. <a href="https://www.laizquierdadiario.com/Las-PASO-del-Partido-Obrero">Die PTS beschuldigte ihrerseits zuvor die PO</a>, sich „dem Regime und dem [kapitalistischen] Staat anzupassen“, und die MST (ein weiteres Mitglied der FIT-U) einer „opportunistischen Strategie“. Kann jemand bezweifeln, dass diese Art von Anschuldigungen und Haltungen auf jeden normalen argentinischen Arbeiter und Jugendlichen, der der FIT-U folgt oder mit ihr sympathisiert, eine deprimierende Wirkung haben? Abgesehen davon haben die Mitglieder der FIT-U in keinem Bereich des Klassenkampfes eine Einheitsfrontpolitik untereinander: weder auf der Ebene der Gewerkschaften, noch der Ebene der Bezirksarbeit, der Streikposten oder der Studenten. Jeder hat seine eigene Plattform, getrennt und im Wettbewerb zu den anderen, in jedem dieser Kampfbereiche.</p>

<p>Wenn dies die Art von „erfolgreichem Projekt“ ist, die unser Freund Nathaniel uns revolutionären Kommunisten der RKI empfiehlt, lehnen wir das Angebot höflich ab. Letztlich ist die FIT-U ein reines Wahlkampfprojekt, bei dem sich die Mitglieder gegenseitig hassen und gnadenlos angreifen. Sie sind nur durch Angst vereint, durch das bloße wahlpolitische Überleben und, nebenbei bemerkt, durch die Aufrechterhaltung ihrer Abhängigkeit von der bürgerlichen Staatsfinanzierung, die dies mit sich bringt.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein verworrenes und kalkuliert mehrdeutiges Programm</strong></h3>

<p>In einem Teil seines Artikels gegen die IMT begibt sich Genosse Nathaniel Flakin in die Rolle des Schwarzmalers, wenn er feststellt: „Ohne eine ernsthafte programmatische Grundlage wird das Abrutschen der IMT nach links nicht von Dauer sein und sie wird mit dem nächsten Tendenzwechsel dorthin zurückkehren, wo sie war.“</p>

<p>Wir erwidern Freund Flankin höflich, dass die IMT (jetzt RKI) nicht dorthin zurückkehren muss, wo sie vorher war, weil sie sich nie von einem ernsthaften und konsequenten revolutionären kommunistischen Programm entfernt hat. Die Leser können sich selbst ein Urteil bilden, indem sie direkt auf unsere Website marxist.com gehen und nicht durch Flankins Brille schauen. Aber können wir dasselbe über die PTS und die FIT-U sagen? Wir bezweifeln das.</p>

<p>Wir haben bereits bei einem Streifzug durch die „programmatischen Grundlagen“ der argentinischen PTS und ihrer Anhänger in anderen Ländern, wie z.B. <a href="https://www.izquierdadiario.es/Reforma-constitucional-expres-o-asamblea-constituyente-libre-y-soberana">in Spanien</a>, gesehen, dass sie, wann immer sie können, Parolen zugunsten der Arbeitermacht, der Machtergreifung durch die Arbeiterklasse, ausweichen oder sie mit demokratisierenden Positionen verschleiern, indem sie sich auf eine fantastische „freie und souveräne verfassungsgebende Versammlung“ im Rahmen des Kapitalismus beziehen. Diese ist außerdem in Ländern wie Argentinien oder Spanien, die bürgerliche Demokratien und keine diktatorischen Regime sind, völlig fehl am Platz. Im Allgemeinen ist der Ansatz der PTS in vielen Punkten ihres Programms verworren. Während sie einige korrekte Positionen vertritt, gibt es bei anderen eine Zweideutigkeit, die kalkuliert erscheint. So können wir zum Beispiel in ihrem programmatischen Artikel mit dem Titel: <a href="https://www.laizquierdadiario.com/spip.php?page=gacetilla-articulo&amp;id_article=252046">10 Punkte, um die Werktätigen, die Jugend und die Frauen gegen Milei und die plündernde Wirtschaftsmacht zu vereinen</a>, lesen:</p>

<p>„Umfassende Verstaatlichung der strategischen Ressourcen des Landes unter der Kontrolle und Verwaltung der betroffenen Arbeiter und Gemeinschaften“. (Punkt 4). Aber was sind diese strategischen Ressourcen? Das heißt, alles sagen und nichts sagen. Und somit verpflichtet man sich zu nichts.</p>

<p>Ähnlich verhält es sich in Punkt 8, wo es heißt:</p>

<p>„Das Bankensystem muss verstaatlicht werden, indem eine einzige staatliche Bank geschaffen wird, die die Ersparnisse zentralisiert, die Flucht von Kapital verhindert und billige Kredite an Kleinerzeuger, Selbstständige und Arbeiter vergibt (für eine Wohnung, den Kauf eines Autos oder Urlaub). Sie muss von den Arbeitern verwaltet werden, angefangen bei den Bankern und Finanzinstituten, die sehr gut wissen, wie das System funktioniert.“</p>

<p><br />Das hört sich gut an, aber es wird nicht gesagt, dass eine solche Verstaatlichung ohne Entschädigung der Banker erfolgen soll. Da dies nicht erwähnt wird, bedeutet die von der PTS vorgeschlagene Verstaatlichung, dass diese Parasiten aus dem Geschäft gekauft und ein zukünftiger Arbeiterstaat, der diese Verstaatlichung durchführen würde, entkapitalisiert wird. Wir wären damit einverstanden, kleine Sparer und Investoren zu entschädigen, denen es an anderen Mitteln mangelt, was einen sehr kleinen Teil des Kapitalstocks der Banken ausmachen würde, aber nicht die großen Finanzhaie, die durch die Ausplünderung des Volkes Gold gemacht haben. Kurz gesagt, was die PTS vorschlägt, ist eine bürgerliche Verstaatlichung, keine sozialistische Verstaatlichung.</p>

<p>Andererseits ist es bei diesen programmatischen Grundlagen erstaunlich, dass die PTS in einem Land wie Argentinien, wo der Agrarexportsektor einen sehr wichtigen Teil des Kapitalismus darstellt und die Hauptdevisenquelle ist, nicht die Parole der entschädigungslosen Verstaatlichung der Landbesitzer und Agrarexporteure verteidigt. Dies ist nicht nur eine Notwendigkeit, um die Ressourcen des Landes zum Nutzen der Mehrheit der Gesellschaft angemessen zu planen. Das Land in den Händen der Grundbesitzer und der internationalen Investmentfonds zu belassen, wäre eine gewaltige Waffe in ihren Händen, um das Land in die Knie zu zwingen und es mit Lebensmittelknappheit, Straßensperren usw. zu destabilisieren, wie wir bereits bei den Agrarstreiks der Bosse im Jahr 2008 gesehen haben, die einige der politischen Verbündeten der PTS in der FIT-U so fröhlich gefeiert haben.</p>

<p>Wir sehen hier, was die „seriöse“ programmatische Grundlage ist, die unser Freund Nathaniel Flakin dem von der RKI verteidigten rigoros revolutionären Programm entgegensetzen will.</p>

<p><br />Auch hier stellen wir die Frage: Hat dieses zweideutige Programm, das klare revolutionäre Maßnahmen gegen die herrschende Klasse und ihren Staat verschweigt, mit der Wahlpolitik der PTS und der FIT-U zu tun, um mögliche Wähler nicht zu „verschrecken“, oder ist es einfach eine Widerspiegelung der Inkonsequenz und theoretischen Schwäche ihrer Führung?</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Imperialismus und der Krieg in der Ukraine </strong></h3>

<p>Jemand könnte argumentieren, dass die FIT-U trotz all ihrer Unzulänglichkeiten eine Wahl-Einheitsfront ist, die bereits einen Fortschritt gegenüber der früheren politischen Zersplitterung der argentinischen Linken darstellt, und dass sie auf einer prinzipiellen Grundlage gebildet wurde, die auf den soliden Prinzipien des revolutionären Marxismus beruht. Wir müssen diesen wohlmeinenden Menschen vor seinem schweren Irrtum warnen.</p>

<p>Der ultimative Test für eine revolutionäre Tendenz ist ihre Haltung zur Revolution und zum Krieg. In Bezug auf die Revolution steht der Test offensichtlich noch aus, obwohl wir bereits auf die Zweideutigkeiten und programmatischen opportunistischen Tendenzen der FIT-U hingewiesen haben; und in Bezug auf den Krieg würde es genügen, einen Blick auf die Position der verschiedenen Gruppen der FIT-U zum aktuellen Krieg in der Ukraine zu werfen. Die Wahrheit ist, dass es innerhalb der FIT-U in diesem Punkt abgrundtiefe Divergenzen gibt. So unterstützen zwei ihrer vier Mitglieder, die <a href="https://www.izquierdasocialista.org.ar/2020/index.php/blog/elsocialista/item/21505-a-un-ano-de-la-invasion-fuera-putin-de-ucrania">Izquierda Socialista</a> und die <a href="https://mst.org.ar/2023/03/09/panorama-internacional-a-un-ano-de-la-invasion-rusa-a-ucrania/">MST</a>, die Lieferung von NATO-Waffen an die Ukraine und stellen sich in der Praxis und zu ihrer Schande auf die Seite des westlichen Imperialismus. Die PTS und ihre internationale Strömung (Trotzkistische Fraktion) halten ihrerseits eine <a href="https://www.izquierdadiario.es/Tres-propuestas-urgentes-para-luchar-por-un-internacionalismo-socialista-contra-el-genocidio-en-Palestina-el-militarismo-y-el-saqueo-imperialista">Position der Äquidistanz</a> aufrecht und geben der NATO und Russland gleichermaßen die Schuld. Für sie liegt der Schwerpunkt nicht darauf, in erster Linie gegen „unser“ imperialistisches Lager zu kämpfen, das im Falle Argentiniens der westliche Imperialismus ist:</p>

<p>„Von den Gruppen, die die Trotzkistische Fraktion bilden, haben wir eine Position der Klassenunabhängigkeit angesichts dieses reaktionären Krieges beibehalten, in dem sowohl Putin als auch Selenskyj, der der NATO untergeordnet ist, versuchen, die Ukraine für ihre geostrategischen Interessen zu unterwerfen. Wir plädieren für eine internationale Bewegung gegen den Krieg, für den sofortigen Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine und gegen den militärischen Interventionismus der NATO in Osteuropa und die imperialistische Aufrüstung. Mit dieser unabhängigen Position gegenüber der russischen Besatzung und der imperialistischen Vorherrschaft haben wir uns an den Mobilisierungen und Aktionen gegen den Krieg beteiligt, insbesondere in Europa und den USA.“</p>

<p>Allerdings muss man der Partido Obrero zugutehalten, dass sie zumindest in diesem Fall <a href="https://po.org.ar/comunicados/guerra-a-la-guerra-fuera-la-otan-y-el-fmi-abajo-la-burocracia-restauracionista-de-putin/">eine korrektere (und mutigere) Position</a> eingenommen hat, indem sie den westlichen Imperialismus in erster Linie für den Ausbruch des Krieges in der Ukraine verantwortlich macht.</p>

<p>Die Wahrheit ist, dass der Hauptschuldige für den Krieg die USA sind, die Selenskyj in einen Krieg gedrängt haben, der vollkommen vermeidbar gewesen wäre, wenn sie auf den Anspruch der Ukraine auf NATO-Mitgliedschaft verzichtet hätten. Dies muss laut und deutlich gesagt werden und darf nicht verschwiegen werden, wie es die Führer der PTS tun, die nicht in der Lage waren, dem Druck der derzeit dominierenden westlichen imperialistischen öffentlichen Meinung zu widerstehen.</p>

<p>Wir stellen dem Genossen Nathaniel Flankin dieselbe Frage wie im vorigen Abschnitt: Wie kann behauptet werden, dass die FIT-U das erfolgreichste trotzkistische Projekt in der Welt ist und ein Vorbild darstellt, wenn in ihr in allen grundlegenden Aspekten antagonistische Positionen koexistieren. Mehr noch, wenn Positionen offen verteidigt werden, die sie in das pro-imperialistische westliche Lager stellen und die das Banner des echten Marxismus und Trotzkismus besudeln?</p>

<p>Schließlich möchten wir am Rande die Alternative erwähnen, die die FT-CI für Lateinamerika in der gleichen Erklärung über ihre Position zur Ukraine vorschlägt, wenn sie von der Militarisierung des Subkontinents spricht:</p>

<p>„Angesichts dieser Situation besteht ein Ausweg zugunsten der Arbeiterklassen und der Volksschichten darin, die Unterordnung Lateinamerikas unter die Pläne des US-Imperialismus und seiner internationalen Organisationen zu brechen. Es ist notwendig, der Militarisierung Einhalt zu gebieten und die den Repressionskräften zugewiesenen Haushaltsmittel für Gesundheit und Bildung auszugeben. Nur die Arbeiterklasse und die breiten Massen können die Sicherheit der Gemeinden und Städte garantieren, denn sie haben weder mit dem organisierten Verbrechen noch mit den Armeen oder der Polizei gemeinsame Interessen.“</p>

<p>Der Ausweg ist, wie man sieht, nicht die sozialistische Revolution, die Machtergreifung der Arbeiter und Bauern, sondern ein einfacher Bruch mit dem Imperialismus und seinen internationalen Organen, ohne die wirtschaftlichen oder staatlichen Strukturen zu verändern. Ein solches Programm könnte jeder nationalistischen antiimperialistischen Bewegung genügen (wie dem Chavismo in seinen Anfängen oder der APRA von Haya de la Torre zu ihrer Zeit), aber nicht einer revolutionären kommunistischen Organisation. Und es ist ein weiterer Beweis – falls überhaupt noch einer nötig wäre – für den verworrenen, schwankenden, ängstlichen und zentristischen Charakter des Programms dieser internationalen Strömung.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Theoretischer Eklektizismus</strong></h3>

<p>Letztendlich spiegeln sich Fehler im Programm, in der Taktik und in der Organisation immer in Fehlern in der Theorie wider bzw. sind eine Folge davon.</p>

<p>Wir gehen von der Einschätzung aus, dass die Führung der PTS im Gegensatz zu den anderen Organisationen der FIT-U – die die marxistische Theorie verachten und sich einer streng ökonomistischen Politik verschrieben haben – der Theorie eine gewisse Aufmerksamkeit schenkt: Sie widmet ihr in ihren Materialien Platz, veröffentlicht regelmäßig eigene theoretische Publikationen und die Klassiker des Marxismus und mischt sich in relevante theoretische Debatten ein. Wir fühlen uns auch geschmeichelt und sind uns dessen bewusst, dass einige der theoretischen Veröffentlichungen der IMT ernst genommen werden, wie z.B. das Buch „Bolshevism, the Road to Revolution“ von Alan Woods.</p>

<p>Allerdings ist eine Tendenz zum theoretischen Eklektizismus in der PTS und ihrer internationalen Strömung nicht zu übersehen, die den Marxismus mit allen möglichen fremden Theorien und „Moden“ aus der akademischen Welt vermengt. So hat sich die Führung der PTS – wie die überwiegende Mehrheit der heutigen revolutionären Strömungen – dem Feminismus verschrieben, der schon immer eine klassenübergreifende Konzeption des Kampfes für die Emanzipation der Frau vertreten hat. Sie definieren sich als <a href="https://www.laizquierdadiario.com/El-feminismo-marxista-ante-la-crisis-actual">„marxistische Feministen“,</a> was dasselbe wäre wie die Behauptung, „marxistische Nationalisten“ oder „marxistische Ökologen“ zu sein. Der Feminismus, wie auch der Nationalismus einer unterdrückten Nation oder der Umweltschutz, sind heterogene Bewegungen, die Individuen aus verschiedenen Klassen umfassen. Es gibt keinen „Klassen“-Feminismus, genauso wenig wie es einen „Klassen“-Nationalismus gibt. Der Marxismus braucht weder den Feminismus noch den Nationalismus, um die Ursache für die Unterdrückung der Frauen oder der kleinen Nationen zu erklären, noch muss er sie um Erlaubnis bitten, wenn er vorschlägt, eine Bewegung gegen die Unterdrückung anzuführen. Der Marxismus muss den Zusammenhang all dieser Unterdrückungen mit der allgemeinen Unterdrückung durch Kapitalismus und Imperialismus aufzeigen und die Arbeiterklasse als die einzige unterdrückte konsequent revolutionäre soziale Klasse herausstellen, die in der Lage ist, diese Kämpfe anzuführen und sie mit der sozialistischen Transformation der Gesellschaft zu verbinden. Wir müssen betonen, dass nur der Marxismus und keine andere Denkströmung eine wissenschaftliche Erklärung für den Ursprung der Frauenunterdrückung sowie für die imperialistische Beherrschung der kolonialen Welt und anderer unterdrückter Nationen gegeben hat. Der Marxismus ist die einzige Lehre, die die Bedingungen für die Beendigung beider Unterdrückungen formuliert hat. Die RKI hat sich mit diesen Aspekten in <a href="https://derkommunist.de/marxismus-vs-identitaetspolitik/">Marxismus versus Identitätspolitik</a> eingehend beschäftigt.</p>

<p>Im Einklang mit dem oben Gesagten ist die PTS – wie auch die FIT-U – Aspekten der Identitätspolitik zum Opfer gefallen, wie z. B. der (fälschlicherweise) so genannten „inklusiven Sprache“, die ihr Publikum allen möglichen seltsamen Sprachverdrehungen aussetzt, um das grammatikalische Neutrum im Spanischen und in anderen Sprachen zu umgehen und die Phonetik mit der Verwendung des „x“ zu diesem Zweck zu verdrehen (in Arbeitern als <em>trabajadorx</em>,  Kämpfern als <em>luchadorx </em>und anderen Worten). Wir haben unsere Kritik daran in <a href="https://www.comunistasrevolucionarios.org/el-lenguaje-inclusivo-y-la-opresion-de-la-mujer-una-posicion-de-clase/">„Inklusive Sprache“ und die Unterdrückung der Frau: eine Klassenposition </a>behandelt.</p>

<p>Nirgendwo wird der theoretische und akademische Eklektizismus der PTS deutlicher als in der marxistischen Philosophie, dem dialektischen Materialismus. Zu gleichen Teilen wird Verwirrung und Verachtung vermengt, insbesondere gegenüber der Dialektik und ihren Gesetzen, die von Hegel synthetisiert und von Marx und Engels auf materialistische Grundlagen gestellt wurden. Juan Dal Maso, einer der bedeutendsten Theoretiker der PTS, schreibt in einem gemeinsam mit Ariel Petrucelli verfassten Text über die Dialektik:</p>

<p>„Im Marxismus existieren verschiedene Interpretationen des Problems der Dialektik, ihres Anwendungsbereichs als „Methode“ und ihres Verhältnisses zu anderen Disziplinen, ohne dass eine von ihnen zu schlüssigen Ergebnissen gekommen wäre, die es uns erlauben würden, die anderen zu verwerfen. Aus unserer Sicht sind <em>die Definitionen der Dialektik als Wissenschaft oder als Logik die problematischsten und am wenigsten unterstützten</em>, auch wenn sie für die Popularisierung nützlich erscheinen mögen“ (<a href="https://www.laizquierdadiario.com/Althusser-y-Sacristan-problemas-y-debates">Juan Dal Maso und Ariel Petrucelli</a>, Hervorhebung von uns).</p>

<p>Da haben wir es. In reinstem Eklektizismus wird uns gesagt: Es gibt viele Interpretationen dessen, was Dialektik ist, und sie sind alle gleichermaßen marxistisch. Aber die Gültigkeit der Dialektik ist keine Frage der „Interpretationen“, sondern ihrer „Anwendung auf die Realität“. Wie können unterschiedliche Interpretationen und damit unterschiedliche Anwendungen derselben „Methode“ gleich gültig sein? Im Gegensatz zu Dal Maso gibt es für die RKI nur eine einzige gültige Interpretation der Konzeption und Anwendung der Dialektik im Marxismus, und zwar diejenige, die von den Begründern unserer Lehre, Marx und Engels, und ihren treuesten Fortsetzern, Lenin, Trotzki und Rosa Luxemburg, formuliert und angewendet wurde. Was Dal Maso konkret beantworten muss, ist die Frage, ob er mit der Konzeption der Dialektik, die von den Meistern des Marxismus erklärt und angewandt wurde, zufrieden ist oder nicht. Und es scheint, dass er es nicht ist, denn seiner Meinung nach haben man keine „schlüssigen Ergebnisse“ erzielt.  In welcher Hinsicht oder in Bezug auf was ist dies nicht der Fall? Der Genosse schweigt. Damit sind wir bei der zentralen Frage angelangt: Es scheint, dass weder die PTS noch die FT-CI eine klare Position zum dialektischen Materialismus haben, zu diesem zentralen Pfeiler der marxistischen Theorie, der von Marx und Engels formuliert wurde. Aber noch wichtiger ist, was Dal Maso offen ablehnt: die dialektische Konzeption von Marx, Engels, Lenin, Rosa Luxemburg und Trotzki, die als Wissenschaft betrachtet wird, „die Wissenschaft von den allgemeinen Gesetzen der Bewegung und Entwicklung der Natur, der menschlichen Gesellschaft und des Denkens“ (Engels, Anti-Dühring), die Methode der Analyse und das Rückgrat des Marxismus. Das bedeutet, dass die Dialektik für Dal Maso bestenfalls eine Art Denkmethode ist, die vom menschlichen Denken ausgearbeitet wurde, nicht aber eine objektive Erscheinung der Materie, der Natur.</p>

<p>Die marxistische Dialektik, die ihre Postulate aus der Beobachtung und der Untersuchung der Materie, der Natur und der menschlichen Gesellschaft ableitet, begreift alles in ständiger Bewegung und Verwandlung, durch innere Widersprüche und Spannungen. Um ein Phänomen vollständig zu verstehen, analysiert die dialektische Methode alle Elemente, die in ihm vorhanden sind, nicht isoliert, sondern in ihren wechselseitigen Beziehungen. Die Entwicklung der Dinge vollzieht sich nicht allmählich, sondern in Sprüngen, nach einer Anhäufung quantitativer Veränderungen. Langfristig scheint diese Entwicklung frühere Stadien zu wiederholen, allerdings auf einer höheren Ebene der Komplexität und Entwicklung. Diese Art, die Wirklichkeit zu begreifen und zu analysieren, ist nicht nur für den experimentellen Wissenschaftler, sondern auch für den Sozialwissenschaftler und den Revolutionär eine kolossale Waffe, um die Erkenntnis der Wirklichkeit voranzutreiben und die Ereignisse vorherzusehen.</p>

<p>Die Ablehnung der marxistischen Dialektik, wie sie von den Begründern des wissenschaftlichen Sozialismus formuliert wurde, ist einfach eine revisionistische Haltung und folglich ein Weg, der Impressionismus und Empirismus und damit opportunistische und ultralinke Positionen begünstigt. Eine Zusammenfassung unserer Verteidigung der marxistischen Dialektik findet sich in <a href="https://marxist.com/what-is-marxism-economics-materialism.htm#dialecticalmaterialism">Einleitung zum Dialektischen Matieralismus.</a> </p>

<p><br />Es ist bemerkenswert, dass der von Dal Maso zitierte Text zwei Vertretern des „akademischen Marxismus“ der 1960er und 1970er Jahre gewidmet ist. In Wirklichkeit handelt es sich um zwei Revisionisten, nämlich Althusser und Manuel Sacristan, und voller Schmeicheleien für letzteren. In diesem Zusammenhang charakterisiert ein anderer prominenter Führer der PTS, ihr nationaler Abgeordneter Cristian Castillo, <a href="https://www.laizquierdadiario.com/Dos-itinerarios-para-seguir-reflexionando">eines der wichtigsten Werke Sacristans</a>, <a href="https://engels.cat/la-tarea-de-engels-en-el-anti-during/">„Engels&#8216; Aufgabe im Anti-Dühring“</a>, als „einen äußerst interessanten Text“. So „interessant“ ist dieses Werk von Sacristán, dass er Marx und Engels für ihren „Hegelianismus“ verspottet und zwei der grundlegendsten Gesetze der Dialektik angreift : das „Gesetz der Verwandlung von Quantität in Qualität“ und das „Gesetz der Negation der Negation“, zentrale Pfeiler der marxistischen Analyse. Sacristán, der aus seiner Anhänglichkeit an die kantische Logik und den Empirismus Humes nie einen Hehl gemacht hat, leugnete die Gültigkeit der Dialektik in der Natur, ebenso wie Dal Maso, der gerade hier seine beste Rechtfertigung findet.</p>

<p>Dies ist keine Ausnahme. Im Allgemeinen hat die FT-CI eine starke Tendenz, sich allen „modischen“ Ideen und Autoren des akademischen sogenannten „Marxismus“ anzupassen.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Falklandkrieg</strong></h3>

<p>An einer Stelle seines Schreibens lässt Flakin wie beiläufig eine Verleumdung gegen unsere Organisation fallen, indem er sagt: „Als die Regierung von Margaret Thatcher eine imperialistische Offensive gegen Argentinien startete, lehnte Grant jede Art von antiimperialistischem Widerstand ab, weil dies ‚die Marxisten in den Augen der Arbeiter in Verruf bringen würde‘“ (!). Diese erfundene Phrase ist sowohl inhaltlich als auch formal so dumm, dass sie ausreicht, um ihren Urheber zu charakterisieren, nämlich unseren Hofnarren Nathaniel Flakin.</p>

<p>Der gute alte Nathaniel, der sich nicht in den Sumpf wagen will, hütet sich, den Falklandkrieg von 1982 auch nur beim Namen zu nennen. Er beschränkt sich auf einen vagen Hinweis auf „eine imperialistische Offensive gegen Argentinien“ von Thatcher, ohne Datum oder Umstände, um keinen Hinweis auf die historische Episode zu geben, auf die er sich bezieht. Aber wir sind nicht bereit, diese „Episode“ einfach so vorbeiziehen zu lassen. Wir haben ein Interesse daran, die beschämende Haltung der PTS und ihrer Vorgänger (der Sozialistischen Arbeiterpartei von Nahuel Moreno) zu diesen Ereignissen aufzudecken. Wir hingegen sind sehr stolz auf unsere Position.</p>

<p>Der Falklandkrieg 1982 zwischen Argentinien und Großbritannien war ein völlig reaktionärer Konflikt auf beiden Seiten. Die Falklandinseln sind eine Gruppe von Inseln im Südatlantik, die Argentinien für sich beansprucht und die seit 1833 im Besitz Großbritanniens sind. Wir waren gegen diesen Krieg, der nichts mit einem „antiimperialistischen Kampf“ Argentiniens zu tun hatte, wie die PTS und ihresgleichen behaupten. Argentinien stand damals unter der Knute einer blutigen Militärdiktatur, die 30.000 Menschen verschwinden ließ und die Schläger nach Mittelamerika schickte, um die Todesschwadronen auszubilden, die am Kampf gegen die Guerilla beteiligt waren. Die „Junta“ war eine käufliche Agentur des Imperialismus, einschließlich der Briten, mit denen sie ausgezeichnete Beziehungen unterhielt.</p>

<p>Zu einem Zeitpunkt, als die Arbeiterkämpfe in Argentinien zunahmen – wie der Generalstreik vom 30. März 1982, der in Buenos Aires und anderen Großstädten breite Unterstützung fand, mit Tausenden auf den Straßen und Zusammenstößen mit der Polizei – beschloss die Militärjunta am 2. April desselben Jahres, die Falklandinseln zu besetzen, die nur schwach von britischen Truppen verteidigt wurden. Ihr Ziel war es, die wachsende Unzufriedenheit der Arbeiterklasse in Patriotismus und nationalen Chauvinismus umzuwandeln, um ihre eigene Haut zu retten und die Diktatur zu verlängern. Und das gelang ihnen so gut, dass praktisch die gesamte argentinische Linke, einschließlich der „Trotzkisten“, in Ekstase vor dem Abenteurertum der Junta kapitulierte.</p>

<p>Die Invasion der Falklandinseln enthielt kein einziges fortschrittliches Element. Ihre Ziele waren eindeutig reaktionär. Die Reaktion Großbritanniens war genauso reaktionär: Es ging darum, sein angeschlagenes imperialistisches Prestige zu verteidigen, weshalb es Argentinien den Krieg erklärte, um die Inseln zurückzuerobern. Der britische Imperialismus hatte weder die Absicht, in Argentinien einzumarschieren, noch eine Regierung in Buenos Aires einzusetzen, um das Land seinen Interessen zu unterwerfen, was dem Konflikt auf argentinischer Seite sicherlich einen antiimperialistischen Charakter verliehen hätte, aber das war nicht der Fall. Beschämenderweise haben die PTS und ihre Vorgängerin, die PST von Moreno, das Abenteuer der Militärjunta, die am Ende von der britischen Armee besiegt wurde, begeistert unterstützt.</p>

<p>Unsere Position war, dass argentinische und britische Arbeiter sich vereinigen sollten, um beide reaktionären Regierungen, in Buenos Aires und London, zu bekämpfen und zu stürzen. Am Ende waren es Ted Grant und <em>Militant</em>, die eine starke unabhängige Klassenposition aufrechterhielten, während die PTS und ihre Vorgänger zu jener Zeit vor dem bürgerlichen Nationalismus ihrer Bourgeoisie und einer mörderischen und blutigen Diktatur kapitulierten. Unsere Position zum Falklandkrieg findet sich ausführlicher in Alan Woods&#8216; hervorragendem Artikel: The Falklands: Marxism, War and the National Question.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Lügen und Verzerrungen</strong></h3>

<p>Es gibt Behauptungen, die so haarsträubend sind, dass wir nicht viel Zeit darauf verschwenden werden, wie zum Beispiel, dass wir im Nahen Osten die Alternative „zwei sozialistische Staaten“ in Palästina befürworten, einen für Palästinenser und einen separaten für Juden. Diese eklatante Lüge kann sehr leicht entlarvt werden, indem man einfach auf unsere Website <a href="http://www.marxist.com/">www.marxist.com</a> geht und das Wort „Palästina“ in die Suchmaschine eingibt oder die lange Liste der Artikel <a href="https://marxist.com/middle-east.htm">der letzten 25 Jahre über den Nahen Osten</a> liest. In der Tat gibt es einen herausragenden Artikel, den Flakin gelesen haben muss, <a href="https://kommunismus.ch/deutsch/international/nahost/palaestina-die-kommunistische-alternative-zur-zweistaatenloesung/">Palästina: das Scheitern der Zweistaatenlösung und die kommunistische Alternative</a>, der genau gegen die Zweistaatenidee argumentiert. Wir haben uns immer für einen einzigen Staat im gesamten historischen Palästina, einschließlich Jordanien, für Palästinenser, Juden und Drusen im Rahmen einer sozialistischen Föderation des Nahen Ostens ausgesprochen.</p>

<p>Der Spaßvogel Flakin widmet in seinem Artikel eine unglaubliche Menge an Raum darauf, hartnäckig zu behaupten, wir seien aktive Verteidiger von Polizeigewerkschaften. Das ist ein weiteres seiner Amalgame. Er erlaubt sich sogar die Unverschämtheit, Ted Grant die Bezeichnung von Polizisten als „Arbeiter in Uniform“ in den Mund zu legen, ohne dafür einen Beweis zu liefern. In Wirklichkeit hat der Begriff „Arbeiter in Uniform“ eine lange Tradition im Marxismus und wurde immer verwendet, um Soldaten aus der Arbeiterklasse zu beschreiben, nicht Polizisten. <a href="https://marxist.com/the-state.htm">Unsere Position</a> ist hier für jeden, der es wissen will, klar: Die Polizei ist ein Repressionsapparat zur Verteidigung der Interessen der herrschenden Klasse. Diese Institution ist der Feind der Arbeiterklasse, ist das klar, Genosse Flakin?</p>

<p>Um sein Amalgam zu konstruieren, musste Nathaniel mühsam alle nationalen Seiten der RKI durchforsten, bis er zwei vereinzelte Artikel unserer <a href="https://www.marxist.ca/article/rcmp-union-wins-large-pay-raise-every-union-must-demand-the-same-or-better">kanadischen</a> und <a href="https://communist.red/changing-consciousness-within-the-police/">britischen</a> Sektionen fand (letzterer sogar aus dem Jahr 2013!), um dann triumphierend „Sieg!“ zu rufen. Aber was steht in diesen Artikeln? Sie sagen unmissverständlich, dass die Institution Polizei unreformierbar ist und als Teil der Zerschlagung des gesamten bürgerlichen Staatsapparats in einem revolutionären Prozess abgebaut werden muss. Was Flakin in Frage stellen scheint, ist die Idee, dass unter bestimmten Umständen die Krise des Kapitalismus – insbesondere in Zeiten intensiver Klassenkämpfe – Risse im Polizeiapparat erzeugen kann. Insbesondere bei Individuen aus unteren Rängen mit proletarischer Herkunft, was die Disziplin und Befehlskette beeinträchtigen und einzelne von ihnen der Arbeiterklasse näherbringen könnte. Dies ist kein Wunsch der RKI, es ist einfach eine Feststellung, die sich in vielen revolutionären Prozessen gezeigt hat. Und wenn dies erwähnt wird, dann um den unverbesserlichen Pessimismus jener ultralinken und anarchistischen Gruppen zu bekämpfen, die ständig die Stärke des Staates übertreiben, anstatt die enorme Stärke der Arbeiterklasse zu betonen, die auf dem Höhepunkt des Klassenkampfes in der Lage ist, die Widerstandskraft der Repressionsapparate zu brechen, sie zu schwächen und zu zerschlagen. Wir zucken mit den Schultern über diejenigen, die diese möglichen Entwicklungen aus bloßen doktrinären Vorurteilen heraus ablehnen, wie im Fall von Flakin und der FT-CI, die lediglich einen moralistischen, aber keinen revolutionären Standpunkt vertreten.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Venezuela</strong></h3>

<p>Flakin widmet auch der Kritik an unserer Position zu Venezuela viel Raum. Wieder ohne Artikel oder Links zu nennen und stellt unsere wirklichen Positionen falsch dar und verzerrt sie. So schreibt er Alan Woods eine weitere dumme Phrase zu, die er selbst erfunden hat: „eine orthodoxe marxistische Analyse der venezolanischen Regierung wäre ‚sektiererisch‘ und ‚würde sie [die IMT] sofort von den Massen entfremden‘“ (!). Und so weiter.</p>

<p>Unsere Position zur venezolanischen Revolution ist sehr klar und wir haben in den letzten 20 Jahren intensiv darüber geschrieben. Wir empfehlen insbesondere die Lektüre unserer allgemeinen Position <a href="https://luchadeclases.org.ve/?p=96">Die Marxisten und die venezolanische Revolution</a> aus dem Jahr 2004, die Punkt für Punkt die antimarxistischen Positionen der FT-CI und anderer sektiererischer Tendenzen widerlegt, sowie die Analysen unserer Genossen in Venezuela auf ihrer <a href="https://luchadeclases.org.ve/">Website</a>.</p>

<p>Es genügt zu sagen, dass die IMT die venezolanische Revolution mit aller Kraft begrüßt hat. Ausgehend von demokratischen und antiimperialistischen Zielen, hat sie sozialistische Ziele auf den Tisch gelegt, ein einzigartiger Fall in der gesamten lateinamerikanischen Geschichte seit der kubanischen Revolution. Auch wenn die kleinbürgerlichen Sektierer dies ablehnen, kann niemand die individuelle Rolle leugnen, die Chávez in dem Prozess selbst und bei der Mobilisierung der arbeitenden Massen dieses Landes gespielt hat, was ihm den tödlichen Hass der venezolanischen Imperialisten und der Bourgeoisie eingebracht hat. Während sektiererische Gruppen, wie die FT-CI, Chávez nur mit der gleichen Wut wie die Imperialisten beschimpften, organisierte die IMT 10 Jahre lang die wichtigste internationale Solidaritätskampagne, die es je mit der venezolanischen Revolution gab: „Hände weg von Venezuela“. Gleichzeitig wiesen wir darauf hin, dass die Revolution mit der Verstaatlichung der Banken, des Großkapitals und des Grundbesitzes unter Arbeiterkontrolle abgeschlossen werden muss, dass der alte Staatsapparat aufgelöst und durch einen neuen ersetzt werden muss, der von unten kommt und sich auf die Gemeinden in den Barrios der Städte und auf dem Land stützt. Wir warnten vor der Gefahr, dass Bürokratismus und Korruption nicht zu den sozialistischen Aufgaben vordringen und die Revolution ruinieren würden; was sie auch getan haben. Wir erklärten die Notwendigkeit einer revolutionären marxistischen Massenpartei, um diese Aufgaben zu erfüllen, und dass die Voraussetzung dafür ist, in einen Dialog und eine Zusammenarbeit mit der einzigen wirklich existierenden Massenbewegung zu treten, die die fortschrittlichsten und bewusstesten Arbeiter zusammenbrachte: der bolivarischen Bewegung. Wir haben uns in der Fabrikbesetzungsbewegung, in der Gewerkschaftsbewegung und in der Jugendbewegung engagiert. Und für all das werden wir uns nicht entschuldigen oder um die Zustimmung von armseligen kleinen Gruppen bitten, wie der FT-CI in Venezuela, deren einzige Aktivität darin besteht, Artikel für ihre Website zu schreiben. Obwohl die Kräfte der RKI in Venezuela klein bleiben, haben wir uns einen Platz und Respekt unter den fortgeschrittenen Arbeitern verdient und die Saat für einen verheißungsvollen Durchbruch bei den kommenden Ereignissen gelegt.</p>

<p>Flakin zieht einen Vergleich zwischen dem venezolanischen Regime unter Chávez und dem Regime von Lázaro Cárdenas in Mexiko (1934-1940) und verweist auf <a href="https://www.marxists.org/archive/trotsky/1938/xx/mexico03.htm">Trotzkis Charakterisierung seiner Regierung</a> als bonapartistisches Regime <em>sui generis</em>. Genauer gesagt handelte es sich um ein Regime, das auf einemdem Caudillo beruhte, die sich auf die Arbeiterklasse und die Bauernschaft stützte, um eine antiimperialistische Politik der nationalen Unabhängigkeit voranzutreiben. Für ein umfassenderes Verständnis von Trotzkis Position siehe seinen Artikel <a href="https://www.marxists.org/archive/trotsky/1938/06/mexico02.htm">Mexiko und der britische Imperialismus</a> (5. Juni 1938).</p>

<p>Was wir hervorheben wollen, ist, dass Flakin das venezolanische Regime unter Chávez mit dem Regime von Cárdenas gleichsetzt. Dies ist die einzige korrekte Aussage, die wir in seinem gesamten Artikel finden – auch das ist eine bemerkenswerte Leistung! Überraschend ist (oder eher nicht), dass Flakin und die FT-CI diametral entgegengesetzte Schlussfolgerungen zu Trotzki (und der IMT) ziehen, was die Position betrifft, die Kommunisten gegenüber solchen Regimen einnehmen sollten. Flakin und die Führer der FT-CI sind sich nicht bewusst, dass Trotzki einen Kampf gegen die Ultralinken der mexikanischen trotzkistischen Gruppe führte, insbesondere gegen Luciano Galicia, der gegenüber Cardenas die gleiche Position vertrat wie die FT-CI gegenüber Chavez (siehe <a href="https://ceip.org.ar/Problemas-de-la">Probleme der mexikanischen Sektion</a> und <a href="https://ceip.org.ar/Ruptura-con-la-seccion-mexicana-1">Bruch mit der mexikanischen Sektion</a>, Leo Trotzki). Galicia warf Trotzki vor, „ein Bündnis mit der Bourgeoisie und der Regierung“ einzugehen, „opportunistisch“ zu sein und „eine zentristische Linie“ zu verfolgen. Sind dies nicht dieselben Vorwürfe, die Flakin und die FT-CI gegen die RKI in Venezuela erheben? Schließlich wurden Galicia und seine Gruppe auf dem Gründungskongress der Vierten Internationale ausgeschlossen.</p>

<p>Es gibt noch anderen Unsinn, auf den es sich lohnt zu antworten, wie z. B. Flakins Behauptung, dass „die IMT dafür geworben hat, dass die Arbeiter der Partei von Chavez, der PSUV, beitreten, also <em>einem progressiven Flügel der Bourgeoisie</em>“ (Hervorhebung von uns). Stimmt es, mein Freund Flakin, dass es in Venezuela <em>einen progressiven Flügel der Bourgeoisie</em> gab (oder gibt)? Eine solche Aussage würde man von einem Stalinisten erwarten, aber nicht von einem sogenannten Trotzkisten. Könnten Sie mir bitte nennen, welche venezolanische Bourgeoisie, mit Namen und Vornamen, die PSUV (Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas) und die Idee des Sozialismus unterstützt oder gefördert hat? Wenn der Genosse mit dieser Aussage einverstanden wäre, müsste er die Zulässigkeit einer Politik der Klassenkollaboration für bestimmte Zwecke anerkennen. Die IMT (und jetzt die RKI) hat sicherlich nie eine solche Position vertreten. In Wirklichkeit gab es weder in Venezuela noch irgendwo sonst auf der Welt einen progressiven bürgerlichen Flügel. Die venezolanische Bourgeoisie hat den Chavismo bis aufs Blut bekämpft und sich von der ersten Minute an mit dem Imperialismus verbündet. Deshalb können die Probleme Venezuelas, der Theorie der permanenten Revolution von Trotzki folgend, nur durch eine sozialistische Revolution gelöst werden.</p>

<p>Die letzte Bemerkung, die wir in Bezug auf Venezuela machen wollen, ist der Vorwurf von Flakin an unsere venezolanischen Genossinnen und Genossen, dass sie vor einigen Jahren<a href="https://luchadeclases.org.ve/?p=8580"> mit der Kommunistischen Partei Venezuelas zusammen </a>mit anderen Gruppen ein Bündnis als linke Opposition gegen die Maduro-Regierung gebildet haben, das auch eine gemeinsame Liste für die Wahlen 2020 beinhaltete. Wir freuen uns, dass Flakin das Programm, das dem Bündnis zugrunde lag, nicht in Frage stellt: ein Programm, das den Sozialismus zum Ziel hatte, das die prokapitalistische Politik Maduros anprangerte und das Forderungen nach Löhnen, öffentlicher Gesundheit, Renationalisierungen, nach demokratischen Rechten und gegen die Korruption des Regimes enthielt. Dieses Bündnis dauerte bis 2022. Was wir nicht verstehen, ist, warum Flakin darüber verärgert ist und sich überhaupt nicht daran stört, dass die PTS Argentiniens Teil eines politischen Bündnisses und Wahlbündnisses (der FIT-U) ist, in dem es Parteien (IS und MST) gibt, die mit dem westlichen Imperialismus im Ukrainekrieg verbündet sind und die in der Vergangenheit von derselben PTS angeprangert wurden, weil sie die reaktionären Mobilisierungen der argentinischen Landbesitzer unterstützt haben.</p>

<h3 class="wp-block-heading"><strong>Entrismus und Massenorganisationen</strong></h3>

<p>Wie üblich ist das „Kernstück“ der scharfen Anschuldigungen der ultralinken Gruppen, und insbesondere von Flakin, gegen uns unsere Orientierung auf die Massenbewegungen der Arbeiterklasse und dass wir unter bestimmten Umständen und Konstellationen revolutionäre Arbeit um oder innerhalb der politischen Massenbewegungen und -organisationen entwickelt haben, um Arbeiter für die Ideen des revolutionären Marxismus zu gewinnen. Aus irgendeinem Grund ist das für diese Leute die Sünde aller Sünden. Wir haben diesen Leuten so oft geantwortet, dass wir dem nicht zu viel Platz widmen wollen. Die Leser können eine angemessene Antwort in dem Text von Alan Woods finden, den wir am Anfang dieses Artikels erwähnt haben: <a href="https://marxist.com/marxism-sectarianism-luis-oviedo171203.htm">Marxismus versus Sektierertum: Antwort auf Luis Oviedo (PO)</a>.</p>

<p>Für diese Damen und Herren kann sich eine Strömung nur dann als revolutionär marxistisch bezeichnen und den Anspruch erheben, die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse zu sein, wenn sie sich selbst als solche verkündet, unabhängig von ihrer Größe, ihrem Programm, ihren Methoden und Ideen. Diese linke Kinderkrankheit ist leicht zu entlarven. Wir haben bereits gesehen, dass die nationalen Sektionen der FT-CI – die sich selbst als Partei der Revolution in ihren jeweiligen Ländern (zumindest in Argentinien) proklamieren – ein inkonsistentes, verworrenes politisches Programm haben, in dem sich sozialistische und revolutionäre Maßnahmen mit offen opportunistischen vermengt. Sie verstehen auch nicht die Taktik der Einheitsfront mit einer Massenbewegung. Darüber hinaus haben wir ihre revisionistische Position (gegenüber dem kleinbürgerlichen Akademismus) in Bezug auf die marxistische Philosophie und die Methode des dialektischen Materialismus gesehen. Aber eine solche Partei, selbst wenn sie eine Million Mitglieder hätte, würde im entscheidenden Moment an der Widersprüchlichkeit ihres Programms, ihrer Methode und ihrer Taktik scheitern. Eine Partei, unabhängig von ihrer Größe und ihrem Einfluss, muss zuallererst ein richtiges Programm, eine richtige Methode und richtige Ideen haben, und erst dann einen Apparat und den notwendigen Einfluss und die kämpferische Masse, um die Aufgabe der sozialistischen Revolution erfolgreich durchzuführen. So ist die bolschewistische Partei vorgegangen.</p>

<p>Trotz allem Gebell von Flakin und Co. ist die RKI stolz darauf, ein konsistentes kommunistisches Programm, ein gründliches Verständnis der marxistischen Methode (dialektischer Materialismus) und eine klare Vorstellung davon zu haben, wie man sich mit der realen Arbeiterbewegung und ihrem Bewusstwerdungsprozess verbindet. Das ist das Wesentliche. Natürlich streben wir danach, in jedem Land revolutionäre kommunistische Massenparteien zu bilden, aber es gibt kein Zauberbuch mit allgemeingültigen Rezepten, um dies zu erreichen, ausgehend von der Tatsache, dass die Kräfte des echten Kommunismus auf internationaler Ebene aus einer ganzen Reihe historischer Gründe, auf die wir hier nicht eingehen können, auf kleine Gruppen in jedem Land reduziert worden sind. Dazu schrieb Leo Trotzki:</p>

<p>„Natürlich muss eine marxistische Partei nach voller Unabhängigkeit und größtmöglicher Homogenität streben, aber in ihrem Entstehungsprozess muss sie oft als Fraktion einer zentristischen oder sogar reformistischen Partei agieren. So waren die Bolschewiki viele Jahre lang in der gleichen Partei wie die Menschewiki. Auch die Dritte Internationale ist allmählich aus der Zweiten Internationale hervorgegangen.“ (Grundsätzliche Erwägungen zum Entrismus, September 1933).</p>

<p>Flakin scherzt über unsere frühere Arbeit in der britischen Labour Party in den 1970er und 1980er Jahren, die sich jedoch als äußerst erfolgreich erwies. Unsere Strömung gewann die Führung der Young Labour Party, erreichte Tausende von Mitgliedern und hatte drei Abgeordnete im britischen Parlament (ein kleines Detail, das Flakin entgangen ist). Unsere Strömung, die unter dem Namen ihrer Zeitung <em>Militant</em> bekannt ist, wurde 1984-1986 Bürgermeister von Liverpool, wo sie zahlreiche Sozial- und Wohnungsbaumaßnahmen durchführte und sich gleichzeitig weigerte, die von der Thatcher-Regierung auferlegten Haushaltsbeschränkungen einzuhalten, weshalb unsere Stadträte und der Bürgermeister von der bürgerlichen Justiz abgesetzt wurden. All dies geschah, ohne unsere Ideen zu verbergen, und wir agierten offen mit unserem sozialistischen Programm und unserer eigenen Presse, während wir gleichzeitig eine unabhängige Arbeit in den Gewerkschaften, in den Stadtteilen und in der Studentenbewegung entwickelten. Natürlich hat diese Arbeit zu Ausschlüssen und Angriffen von Seiten des rechten Flügels und der Labour-Führung geführt. Flakin rühmt sich, dass die FIT-U 25.000 Menschen auf den Straßen von Buenos Aires versammeln kann. Militant organisierte 1990 eine zivile Massenbewegung gegen eine reaktionäre Steuer, die Poll Tax, die 200.000 Menschen auf dem Trafalgar Square in London auf die Straße brachte (und weitere 50.000 am selben Tag in Glasgow). Am Ende wurde <a href="https://marxist.com/militant-built-destroyed101004.htm">diese Arbeit durch die ultralinke Tendenz eines Teils der Führung zunichte gemacht</a>.</p>

<p>Das ist die Art von Arbeit, die wir in der Vergangenheit mit mehr oder weniger Erfolg in anderen Ländern entwickelt haben, auch in denen, die Flakin verhöhnt (Mexiko, Bolivien), der nicht einen einzigen Fall vorweisen können, in dem wir unsere Ideen und unser Programm versteckt haben: die Enteignung der herrschenden Klasse und die sozialistische Transformation der Gesellschaft.</p>

<p>Mitte des letzten Jahrzehnts wandten wir uns, wie es sich für eine revolutionäre Organisation gehört, mit der gleichen Methodik an die radikalisierten Massenbewegungen, die sich aus Hunderttausenden von Arbeitern und Jugendlichen zusammensetzten und in Europa und anderswo entstanden (Syriza, Podemos, France Insoumise, die Bewegung von Corbyn in Großbritannien usw.). Dort haben wir erklärt, dass man eine sozialistische Politik verfolgen muss oder die Bewegung zerstört wird, was auch geschehen ist. Wir sind stolz darauf, dass wir auf diese Weise Hunderte von Revolutionären in solchen Bewegungen für die Ideen des Kommunismus gewinnen konnten. Aber das war nur ein Teil unserer Arbeit und noch nicht einmal der wichtigste. Selbst in diesen Momenten haben wir uns als unabhängige Organisation an die Jugend gewandt und starke Stützpunkte an Schulen und Universitäten sowie unter jungen Arbeitern aufgebaut. Und wir haben einen Kampf geführt, den keine andere „marxistische“ Organisation auch nur versucht hat zu führen, nämlich die kompromisslose Verteidigung der unverfälschten marxistischen Theorie von Marx, Engels, Lenin und Trotzki, der einzigen Garantie für unsere zukünftige Entwicklung.</p>

<h3><strong>Die FT-CI bei der Arbeit in Podemos</strong></h3>

<p>Aber, Moment mal, ist es wahr, dass die FT-CI sich nie „die Hände schmutzig gemacht“ hat, indem sie in einer reformistischen Bewegung gearbeitet hat? Oh, nein, nein, nein; nein, hat sie nicht, oder? Oh ja, ja, ja; doch, das hat sie. Aber das bedeutet, dass Nathaniel Flakin alles löschen sollte, was er gegen die IMT geschrieben hat, oder aus seiner internationalen Organisation austreten sollte. Es ist wahrscheinlich, dass diese Arbeit vor vielen engagierten und ehrlichen Aktivisten in dieser Strömung verborgen wurde oder verborgen geblieben ist. Aber die Wahrheit ist, dass die spanische Gruppe der FT-CI, derzeit die Corriente Revolucionaria de los Trabajadores y Trabajadoras (CRT), zwischen 2014 und 2015 in Podemos (heiliger Strohsack, eine reformistische Organisation!) arbeitete und in Madrid einen Kreis namens<a href="https://www.facebook.com/podemos.trabajadorxsmadrid"> Podemos Trabajadores</a> förderte, dessen Inhalt auf der Facebook-Seite gelöscht wurde, um keine Spuren zu hinterlassen. In einer engstirnigen Auffassung des „Entrismus“ verbargen sie ihre Organisation – im Gegensatz zur IMT. Tatsächlich nahmen sie am ersten Podemos-Kongress in Madrid im Oktober 2014 teil. Sie engagierten sich insofern für Podemos, als sie auf diesem Kongress gemeinsam mit unabhängigen Aktivisten <a href="https://www.izquierdadiario.es/Con-los-trabajadorxs-Podemos-un-discurso-excepcional">ein politisches Dokument vorlegten</a>. Sie entwickelten auch andere Aktivitäten und schrieben monatelang Analysen im Namen dieses Kreises <a href="https://www.laizquierdadiario.com/A-donde-va-Grecia">hier</a>, <a href="https://traficantes.net/actividad/charla-debate-octubre-de-1934-y-sus-lecciones-ayer-y-hoy">hier</a>, <a href="https://www.izquierdadiario.es/Pinchazo-de-Pablo-Iglesias-menos-de-un-15-de-participacion-en-las-primarias-de-Podemos">hier</a>; oder <a href="https://www.izquierdadiario.es/Importante-presentacion-de-la-iniciativa-No-Hay-Tiempo-Que-Perder-en-Madrid">hier</a>, wo sie ihren Bruch mit Podemos inszenierten. Dagegen haben wir nichts einzuwenden, denn auch wir haben uns dort beteiligt, um mit <a href="https://www.dropbox.com/scl/fi/nsw6sehs094ra6mvveb13/PXSDOC.pdf?e=2&amp;fbclid=IwY2xjawE8WSRleHRuA2FlbQIxMAABHZp9n8PtK2qenC2L8NoZ_s8pSf7rrpo1D-BttqyWTVnmKm0Oxhfi8AmiHg_aem_RP9yw9G4drRVnZVenDENOw&amp;rlkey=os8ts0armd5so9swju9s62z8s&amp;st=oi8p1evt&amp;dl=0">Dokumenten</a> und Vorschlägen revolutionäre marxistische Ideen zu verbreiten. Der Unterschied ist, dass wir das nie verheimlicht haben und dass unser Programm im Gegensatz zur FT-CI konsequent kommunistisch war.</p>

<p>Aber man muss schon ein echter Heuchler sein und nicht das geringste Schamgefühl haben, um anderen vorzuwerfen, was man selbst getan hat.</p>

<h3><strong>Die Gründung der RKI</strong></h3>

<p>Heute gibt es weltweit keine sichtbare „radikale“ linke Referenz für Tausende von fortgeschrittenen Jugendlichen und Arbeitern, während gleichzeitig das Interesse am Kommunismus unter Tausenden von Jugendlichen und Arbeitern wächst, die versuchen den Faden der Geschichte wieder aufzunehmen, der durch den Verrat der Sozialdemokratie und des Stalinismus durchschnitten wurde. In der Zwischenzeit schreiten die Krise und die Barbarei des Kapitalismus unaufhaltsam voran. Das ist der Grund, warum sich die IMT als Revolutionäre Kommunistische Internationale neu aufgestellt hat – was wir im Grunde immer gewesen sind – und warum wir das Profil unserer nationalen Sektionen nun deutlich schärfen. Wir wollen jene Tausenden von Jugendlichen und Arbeitern aus aller Welt erreichen und für uns gewinnen, die sich als Kommunisten verstehen und eine ernsthafte, konsequente Organisation suchen, in der sie aktiv werden können. Nie war es dringender als heute, den Aufbau des subjektiven Faktors, der Weltpartei der proletarischen Revolution, zu beschleunigen. Das bedeutet, die RKI und neue revolutionäre kommunistische Parteien und Organisationen in jedem Land zu proklamieren. Das ist es, was die Situation erfordert, und wir handeln entsprechend.</p>

<p>Angesichts unserer Erfolge und Fortschritte, angesichts des Vertrauens, das wir in unsere Ideen und Perspektiven setzen, zucken wir mit den Achseln gegenüber denen, die mit unserer Entwicklung unzufrieden sind. Wie ein arabisches Sprichwort sagt: „Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter“.</p>
<p> </p>
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		<title>Bankrott der Identitätspolitik</title>
		<link>https://derkommunist.de/bankrott-der-identitaetspolitik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura Höllhumer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 06:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
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<p>Die Mehrheit der weißen Frauen wählte bei den letzten Präsidentschaftswahlen Donald Trump anstatt der weiblichen Kandidatin Kamala Harris. Die zweite große Verschiebung fand bei Schwarzen und Latino-Wählern statt, von denen viele ins republikanische Lager wechselten, anstatt ihre Identität zur Grundlage ihrer Wahlentscheidung zu machen</p>

<p>Der Grund dafür geht aus jeder Meinungsumfrage hervor: Die US-Amerikaner sind wütend. Sie sehen, wie das Leben seit Jahren immer schwieriger wird und wie es sich selbst mit zwei Jobs am Ende des Monats nicht mehr ausgeht. Und sie hassen alle Politiker, die diese Entwicklungen zu verantworten haben und die sich gleichzeitig vor die Menschen stellen und behaupten, es gäbe keine Probleme. Die Folge beschreibt das Wall Street Journal: „Immer mehr Amerikaner identifizieren sich weniger über Ethnie und Geschlecht als vielmehr über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse.“ Für viele liberale Medien bricht damit eine Welt zusammen.</p>

<p>In kleinerem Maßstab sehen wir die gleiche Entwicklung auch in Österreich. Bei der Nationalratswahl Ende September wurde die FPÖ erstmals von gleich vielen Frauen wie Männern gewählt.</p>

<p>Die massenhafte Zurückweisung der Identitätspolitik (im Volksmund bekannt als „Wokeness“) bereitet sich schon länger vor, aber nun wird ihr Bankrott für alle sichtbar.</p>

<h3><strong>Angriffe mit progressivem Anstrich</strong></h3>

<p>In den letzten Jahren versuchte sich die herrschende Klasse international den Anschein von Fortschrittlichkeit zu geben, indem sie sich als Kämpfer für Gleichberechtigung, Frauenrechte und Minderheiten inszenierten. Banken und multinationale Konzerne implementierten Programme zur Förderung von Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion. Bürgerliche Politiker rechtfertigten Sparprogramme mit dem Kampf gegen den Klimawandel.</p>

<p>Heute nimmt ihnen das niemand mehr ab. Die letzten Jahre haben diese Politik in den Augen der Massen als das entblößt, was sie ist: Der zynische Versuch, der Arbeiterklasse Sand in die Augen zu streuen, um die Kosten der Krise auf sie abzuwälzen. In den USA hatte die „diverseste Regierung der Geschichte“, das Kabinett Biden, zu verantworten, dass die Inflation den Lebensstandard erodierte. In Österreich brüstete sich die Schwarz-Grüne Regierung mit dem historisch höchsten Frauenanteil, aber während Unternehmen Milliardenförderungen erhielten, wurden Frauen der Arbeiterklasse mit den Coronafolgen allein gelassen.</p>

<p>Trotz aller politischen Korrektheit, der Quoten und der weiblichen Spitzenpolitiker wurde das Leben für alle, und insbesondere für Frauen der Arbeiterklasse und Minderheiten, schlechter. Denn die Bürgerlichen haben ihre Bekenntnisse zur „Wokeness“ nie ernstgenommen, es war von Anfang an ein billiger Trick. Das zeigt sich jetzt, wo alle netten Worte von gestern vergessen sind. Mit dem Wahlsieg von Donald Trump legt die herrschende Klasse ihr „wokes“ Mäntelchen ab. Alle DEI (diversity, equality, inclusivity) Programme wurden von heute auf morgen gestrichen, die Regenbogenfahne von der Website entfernt und selbst die liberalen Champions im Silicon Valley bekennen sich plötzlich zur „männlichen Energie“, die bisher „kulturell kastriert“ worden sei (Zitat: Facebook-Milliardär Zuckerberg) .</p>

<h3><strong>Kleinbürgerliche Sackgasse</strong></h3>

<p>Wir müssen ganz ernsthaft die Frage stellen, wodurch es den Herrschenden möglich war, dieses zynische Spiel zu spielen? Der Grund liegt in der Identitätspolitik selbst, denn sie vertritt keinen Klassenstandpunkt. Sie ist völlig kompatibel mit kapitalistischer Politik und wurde daher von einem Teil der Bürgerlichen auch aufgegriffen. Anstatt die Wurzel der Unterdrückung in den tiefen Widersprüchen des kapitalistischen Systems und der Klassengesellschaft zu suchen, sucht die Identitätspolitik in sexistischer Ideologie, „white supremacy“ oder „heteronormativem“ Denken – also in Ideen, statt in der materiellen Wirklichkeit.</p>

<p>Anstatt den gemeinsamen Klassenkampf aller Unterdrückten und Ausgebeuteten für den Sturz des Kapitalismus und ein Ende der Herrschaft der Banker und Kapitalisten zu propagieren, zerteilt sie die Menschen in immer kleinere Gruppen, die machtlos sind, sich gegen die wirkliche Quelle der Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren.</p>

<p>Anstelle eines echten Kampfes um die Gleichheit bietet man uns Quoten an. Statt des Kampfes um Befreiung durch den revolutionären Umbau der Gesellschaft werden uns „politische Korrektheit“ und Sprachreformen verscherbelt. Das läuft auf ein endloses, kleinliches Geplänkel über Wörter und Semantik hinaus.</p>

<p>Wenn Klasse erwähnt wird, dann nur als eine weitere Unterdrückungsform neben anderen („Klassismus“) und nicht als wirtschaftliche Grundlage der gesamten kapitalistischen Ausbeutung und als Schlüssel für dessen Überwindung.</p>

<h3><strong>Reaktionäre Folgen</strong></h3>

<p>Die Identitätspolitik hat ihren Zenit überschritten und ist im Niedergang. Dabei scheitern genau diese kleinbürgerlichen Methoden. Marxisten haben von Anfang an gewarnt, dass sich diese Ideen als schädlich für den Kampf gegen Unterdrückung erweisen werden und nicht als „Schritt in die richtige Richtung“, wie von vielen Aktivisten erhofft. Und genau das sehen wir heute: Durch die Assoziation vom Kampf für Gleichberechtigung mit dem kapitalistischen Establishment wird ebendieser in den Augen breiter Teile der Arbeiterklasse diskreditiert. Davon profitieren aktuell nur die Rechten.</p>

<p>Die klassenfremden Ideen der Idenitätspolitik schwächen die Arbeiterbewegung und helfen den Rechten gegen „Wokeness“ und „Genderwahnsinn“ die gleichen Einsparungen mit einem „Anti-Establishment“ Anstrich durchzuführen. Aus Ermangelung einer linken Alternative war es Donald Trump möglich, der angesammelten Wut auf die Heuchelei der Herrschenden einen Ausdruck zu verleihen. Er wird extrem reaktionäre Maßnahmen umsetzen und wird es zu einem Anstieg von Hetze und Angriffen auf Minderheiten, offen rassistischen und sexistischen Inhalte im Internet, usw. kommen.</p>

<h3><strong>Für revolutionäre Ideen</strong></h3>

<p>Die fortgeschrittensten Arbeiter und Jugendliche brauchen sinnvolle Ideen für den Kampf gegen Unterdrückung und nicht diesen liberalen Blödsinn. Diese findet man nur in den revolutionären Ideen des Marxismus. Wenn der Kampf um Gleichberechtigung nicht mehr als Ausrede für Angriffe auf die Arbeiterklasse genutzt werden wird, wird es möglich sein, auch jene Teile der Arbeiterklasse dafür zu gewinnen, die heute Rechts wählen. Beispielhaft sah man dies bereits in jenen amerikanischen Bundesstaaten, die zwar Trump wählten, aber gleichzeitig mehrheitlich für das Recht auf Abtreibung stimmten.</p>

<p>Wir schlagen zur Bekämpfung der Unterdrückung Klassenkampfmethoden vor. Wir sind für eine Taktik der Massenaktion gegen jede Ungerechtigkeit. Nur die allumfassende Einheit der Ausgebeuteten und Unterdrückten kann gegen die Unterdrückung kämpfen und den Weg zum Sturz des kapitalistischen Systems freimachen.</p>
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		<title>Schutzzoll oder Freihandel?</title>
		<link>https://derkommunist.de/schutzzoll-oder-freihandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sandro Tsipouras]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2025 06:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte ab 1945]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Protektionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Welthandel]]></category>
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									<p><em></em></p>
<p style="font-weight: 400;">Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 hat die Ära der Globalisierung endgültig beendet. Russland wurde mit Sanktionen in historisch einmaligem Ausmaß belegt. Vor allem die USA unter Donald Trump, aber auch die anderen Großmächte errichten untereinander Handelsschranken oder drohen damit. Welche Haltung sollte die Arbeiterbewegung dazu einnehmen?</p>
<p style="font-weight: 400;">Die europäischen „Experten“ reagieren mit Empörung auf das Ende des Freihandels. Auf der anderen Seite gibt es Überlegungen, ob eine aktive Schutzzollpolitik nicht nützlich sein könnte. Beide Herangehensweisen vereint der Irrtum, die Regierung eines Staates könnte willkürlich politisch entscheiden, wie sie sich zum Weltmarkt verhalten will.</p>
<h3>Vom Nationalstaat zum Weltmarkt</h3>
<p style="font-weight: 400;">Im Mittelalter war Europa ein Fleckenteppich aus winzigen, isolierten Märkten. Der aufkommende Kapitalismus schuf an ihrer Stelle wenige große Märkte, die Millionen von Menschen umfassten: die modernen Nationalstaaten. Nur in der Donaumonarchie und dem Zarenreich verzögerte sich die Durchsetzung dieses Modells bis ins 20. Jahrhundert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Je produktiver der Kapitalismus wurde, desto mehr drängte es die Kapitalisten der stärksten Nationen dazu, die Grenzen des nationalen Marktes zu überschreiten – weil sie mehr Abnehmer für ihre Waren oder mehr Arbeiter für ihre Fabriken brauchten. Daraus entstand der Weltmarkt und schließlich der Imperialismus. Der Imperialismus ist die höchste und letzte Stufe des Kapitalismus – ein System, in dem Staaten Werkzeuge der wirtschaftlichen Expansion ihrer Konzerne sind und die mächtigsten Staaten (mit den produktivsten Unternehmen) die Welt unter sich aufteilen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Freihandel und Protektionismus haben sich zusammen mit den Aufwärts- und Abwärtsbewegungen der Weltwirtschaft entwickelt. So leitete die Wirtschaftskrise von 1873 in Deutschland und Österreich („Gründerkrach“) eine Phase des Protektionismus ein, um die heimische Industrie und Landwirtschaft vor Importen aus dem produktiveren Ausland (damals Großbritannien) zu schützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte wiederum die britische Industrie immer deutlicher auf protektionistische Maßnahmen um sich wiederum vor dem aufsteigenden Rivalen Deutschland und den USA zu schützen. Nach der Wirtschaftskrise 1929 in den frühen 1930er Jahren setzten viele Länder auf massive Zollschranken und Maßnahmen, um den Binnenhandel zu begünstigen. Der Welthandel brach innerhalb weniger Jahre um etwa zwei Drittel ein, was die Krise weltweit enorm vertiefte.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Konkurrenz zwischen den Staaten ist eine höhere Ebene der Konkurrenz zwischen den einzelnen Großunternehmen. Freihandel und Protektionismus sind zwei verschiedene Taktiken für die Kapitalisten und ihren Staat, sich am Weltmarkt durchzusetzen. Weil das Kapital nicht aufhören kann zu expandieren, ist der Protektionismus vor allem dafür da, sich fit und konkurrenzfähig zu machen, bevor man erneut in den Ring steigt und „Freihandel!“ fordert. Wer sich nicht öffnet, muss dann damit rechnen, dass er dazu gezwungen wird.</p>
<h3>Von der Globalisierung zum Handelskrieg</h3>
<p style="font-weight: 400;">Die Entwicklung, die rückblickend oft als „Globalisierung“ bezeichnet wird, begann nach dem 2. Weltkrieg mit einem weltweiten Nachkriegsaufschwung („Wirtschaftswunder“). Die kapitalistische Welt vereinte sich hinter den USA, um der Sowjetunion die Stirn zu bieten. Die Führungsmacht der „Freien Welt“ forcierte den Freihandel, um ihre im Krieg geschaffene industrielle Überkapazität auszulasten und sich am Wiederaufbau zu bereichern. Dazu wurden die Vorläufer der EU und WTO (Welthandelsorganisation) gegründet.</p>
<p style="font-weight: 400;">In den 1990er wurde durch die Wiedereinführung des Kapitalismus in der Sowjetunion und in China der Weltmarkt enorm vergrößert. Rohstoffabbau und Industrieproduktion konzentrierten sich dort, wo sie am billigsten waren. Die Globalisierung der Lieferketten und Produktionsprozesse ermöglichte die Entwicklung einer ganzen Reihe moderner Technologien vom Smartphone bis zum E-Auto. China wurde immer mehr zum Hauptprofiteur dieses Prozesses und überholte 2010 die USA als führendes Industrieland. Jetzt erbringt es 30% der weltweiten Industrieproduktion.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Trendwende kam nach der Finanzkrise 2008: Erst Obamas „Buy American“-Politik, dann Trumps Handelskrieg gegen China, schließlich die Pandemie und der Ukraine-Krieg beendeten die Ära des freien Handels. Die einmalige Rolle des Staates in der chinesischen Wirtschaft ermöglichte es dort, trotz Krise und Pandemie die Produktivität seiner Industrie immer weiter zu steigern. Jetzt wird China zum Opfer seines eigenen Erfolgs: Obwohl die Arbeiter aller Länder sich über billige chinesische Waren freuen würden, sind sich die Kapitalisten einig, dass billige Waren von dort eine Gefahr für ihren eigenen Profit und Macht sind.</p>
<h3>Der Weltmarkt und die Arbeiterklasse</h3>
<p style="font-weight: 400;">Freier Handel heißt: Freizügigkeit für Arbeitskräfte, billige Importgüter und Lohndruck durch internationale Konkurrenz. Protektionismus heißt: dichte Grenzen, teure Importgüter und Lohndruck durch sinkende Produktivität. Gegen den Lohndruck hilft nur der Klassenkampf – sich einen höheren Anteil am Profit der Kapitalisten zu erkämpfen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Eine produktive Wirtschaft ist auf dem Weltmarkt durchsetzungsfähig und setzt auf Freihandel. Eine schwache Wirtschaft setzt auf Handelsschranken. Die Expansion der Produktion nach 1945 führte zur erwähnten Globalisierung. Die weltweite Überproduktion seit 2008 beendet sie. Gegen diese Stagnation hat der Kapitalismus jedoch kein Rezept. Die Wurzel der kapitalistischen Krise liegt in der Produktion, nicht im Handel. Es wird zu viel produziert, als dass alle Waren profitträchtig auf den Markt gebracht werden können.</p>
<p style="font-weight: 400;">„Was ist also unter dem heutigen Gesellschaftszustand der Freihandel? Die Freiheit des Kapitals“, und sonst nichts, wusste Marx schon 1847 (Rede über den Freihandel). Über Propaganda für den Schutzzoll spottete er nicht weniger bissig, denn die Argumentation läuft für die Arbeiterklasse darauf hinaus zu behaupten: „Es ist besser, von seinen Landsleuten, als von Fremden ausgebeutet zu werden.“ (Die Schutzzöllner, die Freihandelsmänner und die arbeitende Klasse). Marx führt weiter aus, dass man nicht auf die Menschenliebe der Kapitalisten hoffen sollte, sondern dass soziale Verbesserungen nur durch die Arbeiterklasse errungen werden können.</p>
<p style="font-weight: 400;">Eine internationale Zusammenarbeit im Interesse der Arbeiterklasse erfordert, dass sie die Macht ergreift, die Kapitalisten enteignet und eine demokratische sozialistische Planwirtschaft aufbaut. Wenn Technik, Wissenschaft, Industrie und natürliche Grundlagen in Einklang gebracht werden, können die Lebensgrundlagen des Planeten und die Bedürfnisse der Menschheit in den Mittelpunkt der Produktion rücken. Freihandel oder Protektionismus aber sind nur zwei Taktiken der Kapitalisten auf dem Weltmarkt, um den eigenen Profit abzusichern.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Reformismus geht von der Illusion aus, dass Löhne und Arbeitsplätze von der Höhe des Profites abhängen. Deswegen will er den Erfolg der Kapitalisten und macht sich Sorgen um Profitmasse, Investitionsquote, Exportüberschuss und sonstige Messwerte der Profitmacherei. Es bringt uns aber nichts, den Kapitalisten dabei unter die Arme zu greifen. Die Kapitalisten versuchen so oder so – mit oder ohne Zölle oder Freihandelsabkommen –, den im Inland und Ausland produzierten Reichtum möglichst für sich zu behalten. Ob die Arbeiterklasse von ihrer Arbeit leben kann, hängt nicht am Erfolg ihrer Ausbeuter, sondern am Erfolg ihres Kampfes gegen die Ausbeuter.</p>
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		<title>Frauenunterdrückung: Was tun? </title>
		<link>https://derkommunist.de/frauenunterdrueckung-was-tun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adam Czaplinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 13:30:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Wie bekämpfen wir Unterdrückung wirksam?]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://derkommunist.de/?p=4203</guid>

					<description><![CDATA[<p>Neben den Lasten der Lohnarbeit kommen für Frauen zusätzlich gaffende Blicke, geringere Löhne, herablassende Sprüche, Bevormundung, die Bürde der ungleichen Verteilung von Reproduktionsarbeit (Kochen, Putzen, weitere Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege usw.), [&#8230;]</p>
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<p>Neben den Lasten der Lohnarbeit kommen für Frauen zusätzlich gaffende Blicke, geringere Löhne, herablassende Sprüche, Bevormundung, die Bürde der ungleichen Verteilung von Reproduktionsarbeit (Kochen, Putzen, weitere Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege usw.), die Angst, nachts alleine unterwegs zu sein hinzu. Obwohl die Frau formal vor dem Gesetz gleichgestellt ist, hat sich ihre Lage in den letzten Jahren besonders verschlechtert. </p>

<h3><strong>Kapital gegen Arbeiterinnen</strong> </h3>

<p>Die Veröffentlichung des „Gender Pay Gap“ (GPG) 2024 löste eine gewisse Freude aus: Im Jahresvergleich sank der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen von 18% auf einen Tiefstand von 16%. Doch das ist Augenwischerei. Die Senkung lag nicht etwa an höheren, gerechteren Löhnen für Frauen, sondern an der tiefen Krise in der männerlastigen Industrie, wodurch der durchschnittliche Reallohn von Männern stärker gefallen ist. </p>

<p>Der Hauptgrund für die geringere Bezahlung von Frauen liegt in der Teilzeitarbeit. Frauen arbeiten anteilig deutlich häufiger in Teilzeit (50%) als Männer (13%), und hauptsächlich, um die Reproduktions- und Lohnarbeit überhaupt miteinander vereinbaren zu können. Pro Woche verrichten Frauen 30 Stunden Reproduktionsarbeit, und damit 44,3% mehr als Männer mit 21 Stunden. Familie ist allzu oft Pflicht, statt freie Wahl. </p>

<p>Selbst wenn man von der systematischen Benachteiligung durch Teilzeitbeschäftigung und der Tatsache, dass Frauen insgesamt in schlechtbezahlten Branchen arbeiten, absieht und sich den „bereinigten“ GPG anschaut, verdienen Frauen bei gleicher Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie 6% weniger als Männer. </p>

<p>Langfristig führt dies zu Altersarmut. 2024 waren 410.000 Frauen auf die Grundsicherung im Alter angewiesen, das sind 100.000 mehr als noch 2014 – trotz der Tatsache, dass die Erwerbstätigenquote von Frauen von 58,9% (2003) auf 73% (2022) gestiegen ist. Die Alterseinkünfte im Jahr 2023 von Frauen waren 27,1% niedriger als die von Männern. </p>

<h3><strong>Reproduktionsarbeit</strong> </h3>

<p>Weil Frauen hauptsächlich Reproduktionsarbeit verrichten und z. B. schwanger werden können oder sich um ihr krankes Kind kümmern müssen, erlauben es sich Kapitalisten, Frauen weniger Lohn zu geben, da sie im Beruf potenziell kurz- und mittelfristig wegfallen könnten. Geringere Löhne für Frauen werden wiederum als Vorwand genutzt, um auch die Löhne von Männern zu drücken. </p>

<p>Wiederum wäre es möglich Frauen (und Männer) von den Lasten der Reproduktionsarbeit weitgehend zu entlasten, durch öffentliche und kostengünstige Kantinen in den Betrieben, Schulen und Stadtvierteln; Wäschereien, flächendeckende und ganztägige Kitas, ausfinanzierte Pflegeheime usw. Aber dafür wollen die Kapitalisten nicht zahlen. Stattdessen sind soziale Bereiche wie Gesundheit und Pflege üblicherweise die ersten Opfer des Spardiktats. </p>

<p>Deshalb müssen die Gewerkschaften flächendeckende gewerkschaftliche Organisierung schaffen. Insbesondere Frauen müssen sie systematisch organisieren und gegen diese Sparmaßnahmen und Entlassungswellen, für höhere Tariflöhne, Renten, Arbeitszeitverkürzung und mehr Personal kämpfen &#8211; und sich nicht mit zu wenig abspeisen lassen. Die aktuellen Arbeitskämpfe im Rahmen des Tarifvertrags im öffentlichen Dienst müssen genau dafür genutzt werden. Dadurch könnten Frauen bei reduzierter Wochenarbeitszeit Vollzeit arbeiten und finanziell eigenständig sein. Vor allem in Bereichen wie der Heimpflege, Handel oder Gastro braucht es eine Organisierungsoffensive von Frauen, da sie dort besonders wenig organisiert und extrem ausgebeutet werden. </p>

<h3><strong>Gewalt und Frauenbild</strong> </h3>

<p>Der schlechte Lohn der Frau führt zur ökonomischen Abhängigkeit von ihrem Partner. Das Armutsrisiko alleinerziehender Mütter ist viermal höher als das verheirateter. Dadurch steigt der Druck bei ihren Partnern zu bleiben – auch wenn die Beziehung ungesund ist oder gewalttätig wird. </p>

<p>Nach offiziellen Angaben stieg 2023 die Zahl weiblicher Opfer sexualisierter Gewalt um 6,2% auf 52.330; die Zahl weiblicher Opfer häuslicher Gewalt um 5,6% auf 180.000. Bemerkenswert ist, dass Fälle von Hasskriminalität gegen Frauen – Straftaten, die ausschließlich auf frauenfeindlichem Gedankengut basieren – 2023 um 56,3% auf 322 Fälle stiegen. </p>

<p>Neben der gestiegenen finanziellen Abhängigkeit vom Partner – angetrieben durch die Pandemie und Inflation im Zuge des Ukrainekrieges – führt das Bundeskriminalamt diesen Anstieg “auf die Ablehnung von Gleichberechtigung und die Verbreitung extremistischer Ideologien im Internet zurück.“ 45% der Fälle von Hasskriminalität gegen Frauen sind dem rechten Spektrum zuzuordnen, was insbesondere durch die AfD und sogenannte “Alphamänner” online angefeuert wird. Kapitalisten begrüßen diese rückwärtsgewandten Rollenbilder, um die Lohnunterschiede und die Hausarbeit der Frauen zu legitimieren. </p>

<p>Der Aufstieg der Rechten ist die direkte Folge der Sparpolitik und der Angriffe der Establishment-Parteien auf die Arbeiterklasse. In der Tat sind es diese “demokratischen” Parteien, die die Lage der Frauen verschlimmern, insbesondere von Opfern von Gewalt. </p>

<h3><strong>Unterfinanzierung</strong> </h3>

<p>Ursprünglich hatte die Ampelregierung eine verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsstellen versprochen. Sie taten das Gegenteil. 2022 mussten 15.000-mal Schutzsuchende abgewiesen werden. Es existieren nur 7.000 Frauenhausplätze, während 14.000 Plätze fehlen. Beratungsanfragen können nicht ausreichend bearbeitet werden. Besonders akut ist die Lage für behinderte, migrantische und geflüchtete Frauen, weil spezialisierte Beratungsstellen fehlen. </p>

<p>Das kürzlich verabschiedete „Gewalthilfegesetz“ bietet (erst) ab 2032 einen kostenlosen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt an, aber keinen Anspruch auf einen Frauenhausplatz. Auf Druck der CDU sind Transfrauen ausgeschlossen. </p>

<p>Außerdem wurde neulich wegen Widerstand der FDP und CDU Paragraf 218 nicht abgeschafft, welcher Abtreibungen im ersten Trimester unter Strafe setzt. Frauen werden also unverändert ihrer Autonomie beraubt, wenn sie vor einer Abtreibung zu einer Zwangsberatung und Wartezeit zwischen Beratung und Abtreibung verpflichtet werden, oder eine Abtreibung ab dem 4. Monat wollen. </p>

<p>Wir dürfen kein Vertrauen in die Kapitalisten und ihre Politiker setzen, sondern müssen einen gewerkschaftlichen Kampf für die Ausfinanzierung von Frauenhäusern und allen anderen Anlaufstellen führen, was durch die Kapitalisten selbst bezahlt werden soll. Gewerkschaften haben dabei die Aufgabe, ihre Möglichkeiten (Betriebsversammlungen, Betriebsräte und Medien) zu nutzen, um eine permanente Aufklärungsarbeit gegen Gewalt an Frauen zu leisten. Es braucht kostenlosen, flächendeckenden Zugang zu öffentlichen Abtreibungsangeboten und Programmen für Frauengesundheit. </p>

<h3><strong>Frauen hassen Merz</strong> </h3>

<p>Nicht mal das Mindestmaß an Schutz und Selbstbestimmung interessiert die Kapitalisten und Politiker. Stattdessen nutzen alle Parteien von SPD bis AfD Morde an Frauen für rassistische Hetze und stellen Gewalt an Frauen als ein importiertes Problem aus dem „barbarischen Ausland“ dar. Dieser Kulturkampf verschlimmert die Lage von Frauen – insbesondere Migrantinnen – und treibt die Massen in die Arme der AfD mit ihrem reaktionären Frauenbild. </p>

<p>Wenig überraschend blicken Frauen ohne Enthusiasmus auf Friedrich Merz (CDU). Merz’ berüchtigter Ruf unter Frauen hat eine lange Geschichte: 1995 stimmte Merz gegen die Liberalisierung des Abtreibungsrechts, 1997 gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe – mit der Begründung, dass „die Ehe an Wert verlieren werde“ –, und 2006 gegen das Gleichbehandlungsgesetz. </p>

<p>Die kommende CDU-geführte Regierung macht kein Geheimnis daraus, dass alle den Gürtel enger schnallen müssen, um die Kapitalisten aus ihrer Wirtschaftskrise zu retten. Die ökonomische Lage der Frau wird enorm schlechter werden, die Gewalt wird steigen und Anlaufstellen werden weiter kaputtgespart. </p>

<h3><strong>Eine Brot- und Klassenfrage</strong> </h3>

<p>Wir kämpfen für die Enteignung der Kapitalisten, weil nur in einer demokratischen Planwirtschaft Geld und Ressourcen im Interesse der Massen verteilt und investiert werden können. Dadurch würden Frauen von den Lasten der Reproduktionsarbeit befreit und vollumfänglich in das gesellschaftliche Leben eingebunden werden. </p>

<p>Die populäre Meinung, dass Männer der Arbeiterklasse von der Frauenunterdrückung profitieren, stimmt nicht und behindert sogar den Befreiungskampf von arbeitenden Frauen, die gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen kämpfen müssen. Nur die Männer und Frauen der Kapitalistenklasse und ihre nächsten Verbündeten in Staat, Politik und Wirtschaft profitieren von der Unterdrückung von Frauen, während die Arbeiterklasse lediglich kleine Krümel zugeworfen bekommt und entlang des Geschlechts gespalten wird. </p>

<p>Die Frauenfeindlichkeit wird nicht über Nacht verschwinden. Doch die Einheit von Männern und Frauen der Arbeiterklasse im alltäglichen Kampf gegen die Kapitalistenklasse trägt mehr als alles andere dazu bei, frauenfeindliches Gedankengut aufzulösen. In diesem Kampf wird deutlich: Nicht Männer im Allgemeinen oder dieses und jenes Gesetz sind das Problem, sondern der Kapitalismus an sich. </p>

<p>Die Befreiung der Frauen ist nicht vom Kampf für die sozialistische Revolution zu trennen</p>
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		<title>DKP und Multipolarität: Keine Waffe gegen den Imperialismus</title>
		<link>https://derkommunist.de/dkp-und-multipolaritaet-keine-waffe-gegen-den-imperialismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adam Czaplinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Stalinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie & Organisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit den 1990er-Jahren gewinnt die Idee der multipolaren Weltordnung an Popularität. So ist die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ein entschlossener Anhänger dieses Konzeptes, demzufolge eine demokratische und friedliche Weltordnung ermöglicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Seit den 1990er-Jahren gewinnt die Idee der multipolaren Weltordnung an Popularität. So ist die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ein entschlossener Anhänger dieses Konzeptes, demzufolge eine demokratische und friedliche Weltordnung ermöglicht wird, wenn nicht mehr nur eine Großmacht (USA) die Welt dominiert, sondern mehrere Großmächte. Die multipolare Welt sei ein Fortschritt, da die Machtansprüche des Westens von anderen Großmächten ausbalanciert werden würden, wodurch unterdrückte Staaten Freiraum erhalten, ihre Industrie weiterentwickeln und den Lebensstandard erhöhen könnten.</p>


<p>Bei vielen Kommunisten und Antiimperialisten ist diese Idee ein ehrlicher Reflex gegen die lange Liste der Verbrechen des westlichen Imperialismus, deren historische und aktuelle Blutspur keine Region der Welt ausspart.</p>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Rolle aufsteigender Imperialisten</strong></h3>


<p>Die DKP überspannt den Bogen jedoch, wenn sie den jüngsten Sturz des syrischen Assad-Regimes als einen „Rückschritt für antiimperialistische Kräfte und Kräfte, die auf eine multipolare Weltordnung hinarbeiten“, bezeichnet. Ihre Behauptung, Syrien sei nun „wieder vollständig zum Spielball des Imperialismus geworden“, verschleiert, dass die langjährige russische Unterstützung des Assad-Regimes kein Akt des Antiimperialismus, sondern selbst ein imperialistischer Versuch war, seine Einflusssphäre zu erweitern.</p>


<p>Allgemein positioniert sich die DKP auffällig unkritisch zu Russland, China oder dem BRICS-Bündnis. Die Moskauer Sicherheitskonferenz, ein Treffen der politischen Elite Russlands und ihrer internationalen Verbündeten, sei ein „Gegenentwurf zur westlichen Hegemonie“, bei der die Zusammenarbeit Russlands und Chinas „den Ländern des Globalen Südens die Demokratisierung der internationalen Beziehungen auf der Grundlage der UN-Charta“ ermögliche.</p>


<p>Das BRICS-Bündnis gilt für sie als „Vehikel zur Überwindung der US-geführten unipolaren Weltordnung hin zu Multipolarität“, welches „auf Diplomatie und Aushandeln unter souveränen Partnern“ setze. Das Bündnis würde eine „herrschaftsarme, gleichberechtigte und sanktionssichere Finanzarchitektur“ schaffen, die weltweit Fortschritt ermöglicht.</p>


<p>Wie lässt sich diese Ansicht jedoch mit dem Fakt vereinbaren, dass globale Konflikte insbesondere in den letzten Jahren zugenommen haben, also genau in der Zeit wo neben den USA eine Reihe an Ländern zu bedeutenden regionalen und globalen Spielern aufgestiegen sind? War es außerdem nicht ausgerechnet der Aufstieg von imperialistischen Mächten (Deutschland, Japan und USA) am Anfang des 20. Jhd., die die Weltdominanz Großbritanniens anfochten, weshalb zwei Weltkriege um die globale Vormachtstellung geführt wurden?</p>


<p>Für die DKP handelt es sich scheinbar nur bei den USA und europäischen Mächten um Imperialisten, bei China und Russland jedoch nicht. Das ist keine wissenschaftliche Anwendung der Imperialismustheorie, sondern eine moralische Kritik, die zwischen scheinbar freundlichen und unliebsamen Ländern unterscheidet.</p>


<p>Dabei sind der Ukrainekrieg, die militärischen Spannungen rund um Taiwan, die Ausweitung militärischer Aktivitäten Russlands in der Sahelzone (bspw. Mali, Niger und Burkina Faso) und die Ausweitung ökonomischer Beziehungen Chinas in Lateinamerika und Afrika Ausdruck des Imperialismus.</p>


<p>Beispielsweise enthüllte ein Bericht von Human Rights Watch die Arbeitsbedingungen in von China betriebenen Kupferminen in Sambia: 18-Stunden-Arbeitstage, unsichere Arbeitsumgebungen, gewerkschaftsfeindliche Praktiken und tödliche Arbeitsunfälle. Inzwischen ist Sambia hoch verschuldet gegenüber China.</p>


<p>Einem Bericht von AidData zufolge gingen 80% chinesischer Darlehen im Rahmen des „Neue Seidenstraße”-Flaggschiffprojekts an afrikanische Länder in einer finanziellen Notlage. China vergibt diese Kredite nicht aus Nächstenliebe, sondern um natürliche Ressourcen auszubeuten und Vorzugsrechte beim Handel zu erhalten. Bei potenziellen Zahlungsausfällen wird China aus einer hohen Position heraus weitere solche Ansprüche durchsetzen können.</p>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Proletarischer Internationalismus</strong></h3>


<p>Letztendlich ist die Idee der multipolaren Weltordnung die moderne Weiterführung der stalinistischen Taktik: Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter. Anstatt auf Klassenunabhängigkeit wird auf Klassenkompromiss gesetzt. Indem die DKP aufsteigenden imperialistischen Mächten den Kampf gegen den westlichen Imperialismus überlässt, sich in Worten und Taten auf ihre Seite stellt und ihre Absichten verschleiert, degradiert sie sich zwangsläufig zum Diener der ausländischen Imperialisten.</p>


<p>Unsere Aufgabe als Kommunisten ist es, die Lügen aller Kapitalistenklassen aufzudecken und ihre wahren Interessen aufzuzeigen. Wir können nur Vertrauen in die internationale Arbeiterklasse und ihre Organisationen setzen. Um den unterdrückten Klassen und Völkern der Welt zu helfen, sollten wir nicht auf eine Multipolarität hoffen, sondern uns auf Karl Liebknechts berühmten Leitspruch „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ zurückbesinnen und unsere herrschende Klasse stürzen.</p>
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		<title>Modern Monetary Theory: Mit Staatsschulden aus der Wirtschaftskrise?</title>
		<link>https://derkommunist.de/modern-monetary-theory-mit-staatsschulden-aus-der-wirtschaftskrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ture Hirche]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jan 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus & Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Ökonomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf der ganzen Welt steht der Lebensstandard der Arbeiterklasse unter Beschuss. Um während der Krise des Kapitalismus konkurrenzfähig zu bleiben, setzen die Kapitalisten aller Länder darauf, ihre Produktionskosten zu reduzieren, [&#8230;]</p>
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<p>Auf der ganzen Welt steht der Lebensstandard der Arbeiterklasse unter Beschuss. Um während der Krise des Kapitalismus konkurrenzfähig zu bleiben, setzen die Kapitalisten aller Länder darauf, ihre Produktionskosten zu reduzieren, indem sie beim Lohn ihrer Angestellten sparen. Mehr arbeiten für weniger Geld ist das Programm der Herrschenden. Der Staat packt bei der Umverteilung von unten nach oben kräftig an und kürzt den Sozialstaat, das Gesundheitswesen und die Bildung zusammen, um Geld für Aufrüstung und Subventionspakete bereitstellen zu können.</p>



<p>Der Grund dafür liegt in der Logik des Kapitalismus. Damit die Wirtschaft wachsen kann, investieren Kapitalisten ihren Profit in die Produktion, um mehr Waren zu verkaufen und den Profit daraus wieder zu reinvestieren. Den Profit gewinnen sie, indem sie der Arbeiterklasse, weniger an Lohn bezahlen als die Waren, die sie für die Kapitalisten herstellt, wert sind. Das bedeutet jedoch, dass die Arbeiterklasse niemals alle Waren zurückkaufen kann, die sie hergestellt hat. Das ständige Reinvestieren der Profite führt dazu, dass es irgendwann zu viele Waren gibt, als dass diese profitabel verkauft werden können. Der Kapitalismus kommt in eine Überproduktionskrise.</p>



<p>Der einzige Weg aus dieser Krise besteht darin, überschüssige Produktionskapazitäten zu zerstören, um wieder neue Möglichkeiten für Investitionen zu schaffen. Doch das will kein Kapitalist auf seine Schultern nehmen. Die Vertreter der herrschenden Klasse der starken kapitalistischen Nation versuchen, die Last der Krise jeweils dem anderen aufzuzwingen. Sie erlassen z.B. Zölle auf ausländische Waren und versuchen, die Preise ihrer Konkurrenz zu unterbieten, mit dem Ziel, sie aus dem Markt zu verdrängen. Gleichzeitig rüstet jeder Staat auf, um seinen Einfluss auf der Erde notfalls auch bewaffnet durchzusetzen. Für die Arbeiterklasse bedeutet das Horror ohne Ende.</p>



<p>Das führt dazu, dass immer mehr Menschen mental mit dem System gebrochen haben und ein wachsender Teil von ihnen begreift, dass, um all diese Missstände aufzulösen, die einzige Lösung der revolutionäre Sturz des Kapitalismus ist. Doch gleichzeitig klammert sich ein hartnäckiger Teil der sogenannten Linken an die Idee, dass der Arbeiterklasse eine lebenswerte Existenz gesichert werden kann, wenn der Kapitalismus einfach unter eine neue Verwaltung gestellt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was ist die MMT?</strong></h3>



<p>Dieser Teil, der vor allem den linken Flügel der Sozialdemokratie repräsentiert, hat sich in der jüngeren Vergangenheit einer Theorie zugewandt, die vorgibt, eine revolutionäre Sichtweise auf die kapitalistische Wirtschaft zu liefern.</p>



<p>Die Modern Monetary Theory (MMT) vertritt die Ansicht, dass Angriffe auf die Arbeiterklasse keine Notwendigkeit im Kapitalismus seien. Im Gegenteil, es sei sogar ökonomisch völlig irrational und die herrschende Klasse würde ihre Attacken einzig und allein deshalb durchführen, weil sie einer ominösen „Spar-Ideologie” auf den Leim gegangen sei.</p>



<p>Stattdessen müsste der Staat neues Geld durch Schulden erschaffen und in die Wirtschaft geben, um neue Nachfrage zu schaffen. Die Hauptargumente der MMT lassen sich in drei Punkten zusammenfassen</p>



<p>1. Ein Staat mit einer eigenen „unabhängigen” Währung kann nicht pleitegehen, da er seine Schulden stets zurückzahlen kann, indem er neues Geld erschafft.</p>



<p>2. Solange die nötigen Produktionskapazitäten für neue Waren existieren, wird es zu keiner Inflation kommen, auch wenn der Staat neues Geld druckt und mehr ausgibt als er einnimmt.</p>



<p>3. Staaten müssen nicht erst Steuern einnehmen, um danach Geld ausgeben zu können. Stattdessen gibt der Staat Geld aus, um die Produktion und Konsumtion anzukurbeln und kontrolliert im Anschluss die Nachfrage durch das Eintreiben von Steuern.</p>



<p>Wenn der Staat tatsächlich Krisen vermeiden oder abschwächen kann, indem er der Wirtschaft Geld schenkt, so gäbe es in der Tat keinen Grund für Angriffe auf den Lebensstandard.</p>



<p>Doch diese Auffassung vom Kapitalismus geht komplett an seiner Realität vorbei. Die MMTler verstehen nicht, dass das Problem nicht der Mangel an verfügbarem Geld ist. Sondern in der Überproduktionskrise fehlen den Kapitalisten profitable Investitionsmöglichkeiten. Staatliche Investitionen überwinden diesen Widerspruch nicht. Wer das verstehen will, muss auf den Zusammenhang zwischen Geld und Produktion schauen.</p>



<p>Im Kapitalismus taucht Reichtum ausschließlich in der Form von Waren auf, die alle einen Tauschwert haben, der sich nach der zu ihrer Herstellung durchschnittlich benötigten Arbeitszeit richtet.</p>



<p>Geld repräsentiert die Summe aller Werte, die in der Wirtschaft im Umlauf sind, und ist das universelle Tauschmittel zwischen ihnen. Auch wenn viele Staaten die Möglichkeit haben, über Kredite von ihrer Zentralbank neues Geld in den Umlauf zu bringen, passiert das vor allem, wenn Unternehmen Kredite bei privaten Banken aufnehmen, um neue Waren zu produzieren. Es ist nicht der Staat, der die Nachfrage nach Geld regelt, sondern die Bedürfnisse der kapitalistischen Produktion.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was passiert, wenn Investitionen sich nicht lohnen?</h3>



<p>Wenn neues Geld in die Wirtschaft kommt, bedeutet das, dass die Summe von Geld im Verhältnis zur Summe von Werten gewachsen ist. Das führt zur Inflation, wenn sich gleichzeitig an der Menge von stofflichem Reichtum nichts verändert. Die Währungspolitik vieler kapitalistischer Staaten seit der Finanzkrise von 2008 macht diesen Zusammenanhangt deutlich.</p>



<p>Um die Wirtschaft zu retten, haben die Staaten begonnen, sie mit Geld zu überschütten und die nötigen Summen durch ihre Zentralbank zu erschaffen. Angefangen mit einem Rettungspaket von 800 Mrd. Dollar in den USA 2008 wurde der Leitzins zusätzlich auf nahezu null gesenkt, damit Unternehmen mehr Kredite aufnehmen und diese investieren.</p>



<p>Die Krönung kam mit der Corona-Pandemie, als die USA weitere 5 Billionen Dollar und die EU 750 Mrd. Dollar in ihre Wirtschaft gepumpt haben.</p>



<p>Dennoch stagnierten die Investitionen nach wie vor. Die Kapitalisten legten ihr Geld lieber in Finanzspekulationen anstatt in der Produktion an, weil es aufgrund einer weltweiten Überproduktion kaum rentable Anlageoptionen gab.</p>



<p>Die einzige Möglichkeit, mit der die MMT die Produktion in einer solchen Situation ankurbeln kann, wäre deshalb durch staatliche Aufträge an die Unternehmen. Doch diese Vorgehensweise ist in einer profitorientierten Wirtschaft extrem gefährlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wonach werden Ressourcen verteilt?</strong></h3>



<p>Angenommen, die Produktionskapazitäten für ein staatliches Nachfrageprogramm existieren und der Staat kann das von ihm geschaffene Geld tatsächlich für neue Waren verwenden. Der Staat würde also Geld an schwächelnde Unternehmen geben und direkt Waren oder Dienstleistungen bei ihnen kaufen, damit sie Arbeitskräfte anstellen und in die Produktion investieren. In der Theorie soll das eine Kettenreaktion auslösen.</p>



<p>Indem der Staat durch sein Investitionsprogramm garantiert, dass es mehr Jobs und damit Löhne gibt, erhöht sich die Nachfrage nach Konsumgütern. Die Unternehmen, die durch die erhöhte Nachfrage und das Geld durch den Staat mehr Vertrauen in die wirtschaftliche Lage haben, beginnen wieder in die Produktion zu investieren, was ebenfalls zu einer erhöhten Nachfrage nach Ressourcen führt, die für die Produktion verwendet werden müssen wie Arbeitskraft, Maschinen, Rohstoffe usw.</p>



<p>Doch der grundlegende Widerspruch des Kapitalismus bleibt bestehen. Die kapitalistischen Märkte können niemals ewig wachsen, da die Ausbeutung der Arbeiterklasse der Menge der profitabel absetzbaren Waren eine harte Grenze setzt. Auch eine Steigerung der Kaufkraft der Arbeiterklasse kann daran fundamental nichts ändern. Die Kluft zwischen dem, was verkauft werden soll und dem, was die Arbeiterklasse kaufen kann, bleibt bestehen. Sonst würden die Kapitalisten keine Profite machen.</p>



<p>Die oben beschriebene Kettenreaktion würde deshalb schnell ins Stocken geraten. Die Wirtschaft könnte zwar einen temporären Wachstumsschub erhalten. Doch die Krise wäre damit nur aufgeschoben und sie würde intensiver zurückkommen.</p>



<p>Der Kapitalismus ist nicht einfach ein System, in dem der Staat durch seine Ausgaben entscheiden kann, wo es Nachfrage geben soll. In diesem System organisiert sich die Verteilung von Ressourcen durch die Gesetze des Marktes, durch Angebot und Nachfrage, nach denen Kapital dort hinfließt, wo es profitabel und von dort verschwindet, wo es unrentabel ist.</p>



<p>Unternehmen Geld zu geben, die nicht gewinnbringend sind und das Geld nutzen, um ihre Produktion auszuweiten, beansprucht Ressourcen, die von anderen Kapitalisten vielleicht tatsächlich hätten profitabel eingesetzt werden können. Nun sind sie jedoch bereits in Verwendung und da sie begrenzt sind, wird es immer teurer, mehr von ihnen zu beschaffen. In Folge würden die Preise steigen und es kommt zur Inflation. Die Investitionen würden aufgrund der unsicheren Lage zurückgehen und Arbeitsplätze gestrichen werden.</p>



<p>Etwas Vergleichbares ist geschehen als Folge der lockeren Geldpolitik in den USA nach 2008. Da die geringen Zinsraten für Kredite nicht gereicht haben, um die Wirtschaft anzukurbeln, hat der Staat einfach damit begonnen, sogenanntes Helikoptergeld auf die Konten von Unternehmen und Bürgern zu überweisen. Die Folge war höhere Instabilität in der Wirtschaft.</p>



<p>Der Internationale Währungsfonds kommentierte dazu: „Eine ultralockere Geldpolitik über lange Zeiträume erleichtert das Überleben von Zombie-Firmen (unprofitable Unternehmen) und wirkt sich durch eine Fehlallokation von Ressourcen und einen geringeren Marktanteil negativ auf Nicht-Zombie-Firmen aus, was wiederum das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt.”</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ist der Staat der bessere Unternehmer?</strong></h3>



<p>MMTler argumentieren zwar, dass der Staat Missverhältnisse ausgleichen könnte, indem er durch eine kluge Steuerpolitik die Nachfrage nach Waren reduziert, wenn diese über das hinausschießt, was die Wirtschaft tatsächlich bereitstellen kann. Doch wie das realistisch aussehen kann, bleibt unklar.</p>



<p>Der Kapitalismus ist ein System ökonomischer Anarchie, in der die Verteilung der Waren nach ständig wechselnden und unüberschaubaren individuellen Profitinteressen organisiert wird. Ein Kapitalist investiert nur in der Hoffnung, in Zukunft einen Profit generieren zu können. Nichts kann ihm das garantieren. Würde ein Staat versuchen, eine Marktwirtschaft bürokratisch zu verwalten, Geld in die Wirtschaft zu pumpen und durch Steuern wieder rauszuziehen, wie er denkt, dass es sinnvoll sein könnte, ohne die Folgen wirklich abschätzen zu können, wären enorme Disproportionen in der Wirtschaft und Inflation die Folge.</p>



<p>Daraus erübrigt sich auch die Vorstellung linker Sozialdemokraten als Luftschloss, die meinen, dadurch, dass man mit der MMT einfach neues Geld in die Welt pusten kann, könne man auch ganz einfach den Sozialstaat, das Gesundheitswesen usw. ausbauen. Irgendwo müssen die Ressourcen dafür herkommen und das Kapital findet deutlich profitablere Geschäfte als kostenlose Gesundheitsversorgung oder besseres Kindergeld.</p>



<p>Der Staat kann nicht einfach erzwingen, dass Produktionskapazitäten dafür zur Verfügung gestellt werden. Viele links-reformistische Regierungen, wie in jüngerer Vergangenheit in Griechenland und Venezuela, haben versucht, durch Defizite im Staatshaushalt die sozialen Ausgaben zu sanieren und wurden dafür mit dem internationalen Boykott des Kapitals konfrontiert, woraufhin sie ihre Programme zurückgenommen und stattdessen Austeritätspolitik durchgesetzt haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ist ein rationales Wirtschaftssystem trotzdem möglich?</strong></h3>



<p>In Wahrheit ist die MMT keine neue revolutionäre Theorie, die die Dogmen der orthodoxen bürgerlichen Wirtschaftswissenschaft über den Haufen wirft. Tatsächlich ist sie ein verzweifelter Ausdruck dessen, dass die Grenzen des Kapitalismus lange überschritten sind und nur die sozialistische Planwirtschaft den Weg nach vorne weisen kann.</p>



<p>Die linken MMTler sehen alle Probleme, die der Kapitalismus an die Oberfläche spült. Sie sehen, dass, obwohl der Reichtum der Gesellschaft immens ist, nur 70 bis 80% der bestehenden Produktionskapazitäten tatsächlich genutzt werden, während die Arbeiterklasse in Armut versinkt. Doch sie begreifen nicht, dass diese Entwicklung der inhärenten Logik des kapitalistischen Systems entspringt.</p>



<p>Die öffentlichen Investitionen, die die MMTler vorschlagen, sind möglich. Aber nur durch einen rationalen Produktionsplan, der die Verteilung der Ressourcen und die Produktion auf die Bedürfnisse der Menschheit orientiert und nicht auf die Profitinteressen einzelner Unternehmen.</p>



<p>Um das zu erreichen, genügt es nicht für die Arbeiterklasse, bloß die Kontrolle über die Zentralbank und die Geldversorgung zu haben. Sie muss die gesamte Kapitalistenklasse von der Bühne der Geschichte fegen und selbst die Kontrolle über die Produktion in die Hand nehmen.</p>
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