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		<title>Nein zum Stellenabbau! Ford gehört in Arbeiterhand! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tatjana P.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 06:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">Nachdem im vergangenen Jahr die VW-Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze bangen mussten, trifft es nun erneut die Belegschaft von Ford in Köln. Obwohl die IG Metall 2022 einen Kündigungsschutz bis 2032 durchsetzen konnte, versucht Ford offenbar nun, diesen gezielt zu umgehen. Im März kündigte der US-Mutterkonzern Ford Motor Company die sogenannte Patronatserklärung auf, in der sich der Konzern zuvor verpflichtet hatte, Verluste der deutschen Tochtergesellschaft auszugleichen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Ford steckt seit Längerem in einer tiefen Krise. Schon zuvor kündigte das Unternehmen Stellenabbau an. Seit Monaten sind die Ford-Arbeiter bereits in Kurzarbeit und baden das Missmanagement der Bosse aus. Seit November 2024 ist nun bekannt, dass 2.900 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Nach dem Rückzug der finanziellen Rückendeckung aus den USA könnte Ford gezielt auf eine Insolvenz zusteuern, um den vereinbarten Kündigungsschutz zu umgehen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Auch Ford hat es wie andere Automobilkonzerne nicht geschafft sich konkurrenzfähig zu halten. Versuche, die Produktion auf E-Mobilität umzustellen, sind kläglich gescheitert. Die Nachfrage nach den neuen Modellen Capri und Explorer ist nicht da, vor allem, weil die Konkurrenz aus China wesentlich günstigere E-Autos verkauft. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Belegschaft zeigte sich von Beginn an skeptisch gegenüber der Umstellung auf E-Mobilität. Viele empfanden die Entscheidung als verfrüht und befürchteten, dass die Produktion in Köln langfristig eingestellt werden könnte. Besonders der Wegfall des Fiesta-Modells wurde als harter Einschnitt erlebt. </p>

<h3><strong>Gegen den Stellenabbau</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 27. März verhandeln die IG Metall und Ford über einen Sozialtarifvertrag. Die Gewerkschaft fordert hohe Abfindungen sowie die Einrichtung von Transfergesellschaften, in denen betroffene Beschäftigte bis zu drei Jahre weiterqualifiziert werden sollen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Dabei kämpft die IG Metall-Führung nicht für den Erhalt aller Arbeitsplätze, sondern akzeptiert den Stellenabbau grundsätzlich und gestaltet ihn gemeinsam mit den Bossen. Ob der Abbau am Ende „sozialverträglich“ abläuft oder nicht – feststeht: Arbeitsplätze sollen gestrichen werden und die Gewerkschaftsführung hält nicht dagegen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Bereitschaft der Beschäftigten, ihre Jobs zu verteidigen, ist deutlich spürbar. In einer Urabstimmung stimmten 93,5 Prozent für den Streik gegen den Stellenabbau. Schon zuvor war der Organisationsgrad bei Ford außergewöhnlich hoch – nun nähert er sich der 100-Prozent-Marke. Am 14. Mai legten ganze 11.500 Beschäftigten beim ersten regulären 24-Stunden-Streik in der Geschichte des Kölner Werks die Arbeit nieder. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Ein entschlossener Kampf gegen den Stellenabbau wäre also möglich. Doch statt diesen Weg zu wählen, stellt die IG Metall-Führung bereits die Weichen für den Umbau des Konzerns. Unter den Beschäftigten wächst die Sorge, dass der Abbau von 2.900 Stellen nur der Anfang ist – und in Zukunft ganze Werke geschlossen werden und Ford in Deutschland begraben wird. Ohne entschlossenen Widerstand könnte genau dieses Szenario Realität werden. </p>

<h3><strong>Kampf auf ganzer Linie</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen Betrieben der Automobil- und Zulieferindustrie bahnen sich ähnliche Szenarien an. Die IG Metall-Führung hat bereits bei VW und Mercedes vergleichbare Vereinbarungen getroffen. Doch das Beispiel Ford zeigt deutlich: Auf diesen Kündigungsschutz ist kein Verlass. Die Konzerne setzen ihre Pläne durch, wenn sie Stellen streichen oder Werke schließen wollen – sie finden immer einen Weg. Die Arbeiter können dem Management nicht trauen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Es braucht eine Kehrtwende der Gewerkschaftspolitik. Die IG Metall-Führung muss den Kampf um jeden Arbeitsplatz in der Autoindustrie entschlossen anführen. Auf Werksschließungen und Entlassungen kann die Antwort der Belegschaften bei Ford, VW und Co. heute nur sein: Betriebsbesetzung, Verstaatlichung und Produktionsplanung unter Arbeiterkontrolle. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Das Beispiel Ford macht deutlich: Produktionsentscheidungen werden über die Köpfe der Arbeiter hinweg getroffen. Um Arbeitsplätze langfristig zu sichern, braucht es eine Umstellung auf eine gesellschaftlich nützliche und nachhaltige Produktion – unter der demokratischen Kontrolle der Arbeiter. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Gewerkschaftsführung einen Sozialtarifvertrag vorschlägt, muss die Belegschaft entschlossen gegen diesen Stellenabbau stimmen. Die IG Metall-Satzung selbst verweist auf die Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt- und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmungen in Gemeineigentum – es ist Zeit, diese Forderung ernst zu nehmen und in die Tat umzusetzen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Ford ist ein internationaler Konzern. Deswegen braucht es auch einen internationalen Kampf. Die Arbeiter in den Kölner Ford Werken können heute allen anderen Standorten sowie der gesamten Autoindustrie zeigen, wie sie sich gegen ihre Bosse wehren können. </p>
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		<title>Schlichtung: Klassenfrieden oder kontrollierte Niederlage? </title>
		<link>https://derkommunist.de/schlichtung-klassenfrieden-oder-kontrollierte-niederlage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Quentin Dalmazio]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jun 2025 06:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">Hunderttausende Beschäftigte haben 2025 gestreikt: bei der Post, in Krankenhäusern, bei der Bahn, an Flughäfen, in Metallbetrieben. Die Welle war da – aber die Resultate? Kompromisse, Reallohnverluste, Enttäuschung. Und jedes Mal spielte die Schlichtung eine zentrale Rolle. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Bereits ab 1923 regelte die Weimarer Republik Schlichtungsverfahren gesetzlich, ab 1926 mit dem Arbeitsgerichtsgesetz. SPD-Arbeitsminister Rudolf Wissell setzte auf „sozialen Ausgleich“ der Klassen, doch faktisch wurden Streiks per Schlichtung in die Niederlage geführt. Die Kontrolle ging an staatlich eingesetzte Gremien, oft dominiert von Beamten und Unternehmern. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Nach 1945 übernahm die BRD dieses Modell: Das Tarifvertragsgesetz von 1949 ermöglichte freiwillige Schlichtungsabkommen – insbesondere im öffentlichen Dienst und der Industrie. Friedenspflicht während der Schlichtung bedeutete faktisch: Streikverbot. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Seit den 1980er Jahren wurde diese Praxis verschärft. Im Namen des „Wirtschaftsstandorts Deutschland“ wird Lohnverzicht als patriotische Pflicht verkauft – während Profite ungebremst steigen. Unter SPD-Kanzler Helmut Schmidt wurden Lohnzurückhaltung für „Wettbewerbsfähigkeit“ Alltag, der DGB passte sich an. Schlichtung wurde Routine, Streiks wurden systematisch beendet, Niederlagen als „Kompromiss“ verkauft. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Was wie ein neutrales Vermittlungsverfahren klingt, ist in Wirklichkeit ein zentrales Instrument zur Entschärfung von Klassenkämpfen – durch Demobilisierung, Delegitimierung und Disziplinierung. </p>

<h3><strong>Was passiert bei einer Schlichtung?</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Bosse die Tarifforderungen ablehnen und die Verhandlungen scheitern, schlägt meist die Unternehmerseite eine Schlichtung vor. Eine „unabhängige“ Kommission – zwei politische Schlichter – erarbeitet einen Vorschlag. Sobald dieser Prozess beginnt, gilt Streikverbot. Die Kontrolle über den Kampf wird den Arbeitern entzogen und einem intransparenten, elitär besetzten Gremium übergeben. Doch genau in diesem Moment – wenn Streiks wirken, der Druck steigt, die Medien berichten – liegt die reale Macht bei den Beschäftigten. Und gerade diese Kraft wird durch Schlichtung unterbrochen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die angebliche „Neutralität“ ist eine Illusion. Schlichter wie Roland Koch (CDU) oder Ex-Beamte aus SPD-Ministerien vertreten nicht „das Volk“, sondern den bürgerlichen Staat. Unternehmer öffnen keine Bücher, behaupten aber, sie könnten nicht zahlen – und die Schlichtung übernimmt diese Behauptung ungeprüft. Das Verfahren ist nicht öffentlich, nicht demokratisch kontrolliert, nicht transparent. </p>

<h3><strong>Wie die Schlichtung 2025 kämpfende Belegschaften entwaffnete</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Die Schlichtung erzeugt den Anschein eines Gleichgewichts, wo in Wahrheit die Arbeiterklasse gerade im Vorteil ist. Sie tarnt den Reallohnverlust als fairen Kompromiss, entpolitisiert den Arbeitskampf und liefert der sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaftsführung eine willkommene Ausrede, ihn abzubrechen, ohne offen Verantwortung für die Niederlage zu übernehmen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Ein Blick auf die Schlichtungsergebnisse 2025 zeigt: Überall dasselbe Muster – Mobilisierung von unten, Zugeständnisse nach oben, Reallohnverluste am Schluss.  </p>

<p class="wp-block-paragraph">In der Metall- und Elektroindustrie einigte sich die IG Metall mit den Unternehmerverbänden nach langem Tauziehen auf +5,5% über 25 Monate: 2% ab April 2025, weitere 3,1% ab April 2026 – dazu eine Einmalzahlung von 600 Euro. Gefordert wurden ursprünglich 7% für 12 Monate. Bei einer kumulierten Teuerung von über 22% seit 2019 bedeutet das: ein klarer Reallohnverlust. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Bei der Deutschen Post, trotz massiver Streikbereitschaft und lahmgelegter Zentren im Frühjahr, brachte das Schlichtungsverfahren ebenfalls nur einen mageren Abschluss: 2% mehr Lohn ab April 2025, weitere 3% ab April 2026, ein zusätzlicher Urlaubstag. Von struktureller Verbesserung keine Spur. Auch hier lautete die ursprüngliche Forderung: 7% mehr Lohn auf 12 Monate plus drei Urlaubstage. </p>

<p class="wp-block-paragraph">An den Flughäfen, wo das Bodenpersonal sichere Dienstpläne, mehr Personal und bessere Nachtzuschläge forderte, kam es zu spontanen Streiks in Frankfurt und München. Das Medienecho war groß, die Kampfbereitschaft ebenso. Doch auch hier: Schlichtung. Das Ergebnis? Zwei kleine Entgelterhöhungen (April 2025, Mai 2026), einige Zulagen für Schichtarbeit, ein zusätzlicher Urlaubstag – allerdings erst ab 2027. Von echter Entlastung oder mehr Personal keine Rede. Stattdessen mehr „Flexibilisierung“ auf dem Rücken der Arbeiter. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Frage ist nicht: Wie „fair“ war der Kompromiss? Sondern: Warum wurde der Kampf im Moment der Stärke abgebrochen? Warum entscheiden nicht die Streikenden selbst? Warum wird immer wieder auf das „neutrale“ Gremium verwiesen, statt sich auf die eigene Kraft zu stützen? </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort liegt auf der Hand: Die Schlichtung ist ein politisches Instrument der Herrschenden. Der Druck von unten war da – die Beschäftigten waren kampfbereit. Doch statt die Stärke zu nutzen, wurde der Arbeitskampf durch die Schlichtungen systematisch abgebrochen: im Namen eines angeblich „gesamtgesellschaftlichen Interessenausgleichs“, eingebettet in die Logik der Standortverteidigung. </p>

<h3><strong>Die Fesseln der Sozialpartnerschaft brechen</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Manche sagen: „Die Gewerkschaftsführung will halt nicht kämpfen.“ Ja, aber die Frage ist, warum. Es ist nicht allein persönliches Versagen, sondern eine politische Logik – die der Sozialpartnerschaft. Dahinter steht die Illusion, dass Kapital und Arbeit sich am Verhandlungstisch einigen könnten. Doch in der Realität ist jeder Verzicht der Arbeiterklasse ein Sieg fürs Kapital. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Bürokratie handelt so, weil sie gelernt hat, zu vermitteln – nicht zu kämpfen. Ihr Horizont endet dort, wo der offene Konflikt beginnt. Deshalb gibt es keine Streikversammlungen, keine gewählten Delegierten, keine echte Debatte über Schlichtung. </p>

<p class="wp-block-paragraph">In vielen Betrieben herrscht Enttäuschung. Der Unmut über die passiv abnickende Führung wächst spürbar. 69% im Gesundheitswesen lehnten das Schlichtungsergebnis ab, 84% sagen: Unsere Führung ist nicht mehr glaubwürdig. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Wut an der Basis ist Ausdruck einer tiefer werdenden Kluft zwischen der wachsenden Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse und einer Gewerkschaftsführung, die an die Logik der Sozialpartnerschaft gebunden ist. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabe der Kommunisten ist es, diesen Widerspruch nicht nur zu benennen, sondern eine Alternative aufzuzeigen für eine kämpferische, demokratische Gewerkschaftsbewegung, die sich auf die Kraft der Klasse stützt und mit der Logik der Sozialpartnerschaft bricht. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Schlichtung ist ein Herrschaftsinstrument in Klassenkämpfen, sie ist Klassenpolitik von oben. Wir müssen sie nicht akzeptieren, sondern mit einem kämpferischen Programm beantworten:  </p>

<p class="wp-block-paragraph">• Offene Versammlungen, auch während der Friedenspflicht – damit der Kampf nicht hinter verschlossenen Türen entschieden wird. </p>

<p class="wp-block-paragraph">• An jedem entscheidenden Schritt braucht es offene demokratische Diskussion in Betriebsversammlungen sowie bindende Abstimmungen durch alle Beschäftigten über die nächsten Schritte. </p>

<p class="wp-block-paragraph">• Kein Streikverbot durch Schlichtung – das Streikrecht ist unverhandelbar! </p>
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		<title>Hafenverkauf: Der Kampf ist nicht vorbei!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RKP Hamburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Oct 2024 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten Arbeitsplätze in Hamburg. Jedoch ist die Infrastruktur des Hafens nicht modern genug für die heutigen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb. Dies führt zu riesigen [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten Arbeitsplätze in Hamburg. Jedoch ist die Infrastruktur des Hafens nicht modern genug für die heutigen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb. Dies führt zu riesigen finanziellen Verlusten durch die weiter sinkende Bedeutung des Hafens und der Stadt im internationalen Vergleich. Es wäre ein umfassendes Investitionsprogramm seitens des Senats nötig, um den Abwärtstrend aufzuhalten. Kosten, die angesichts der organischen Krise und der vielen „Baustellen“ überall in der Stadt nicht getragen werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Verantwortung und die finanzielle Last weiterzugeben, suchten sie nach privaten Investoren. Dass Unternehmen die eigenen Profitinteressen im Blick haben und nicht die Gesamtinteressen des Hafens und der Stadt, muss bewusst in Kauf genommen werden. Denn nur so kann im Interesse der Herrschenden ein Versuch des Hinauszögerns der großen Krisensymptome unternommen werden. Den Arbeitern war klar: Diese Privatisierung geht auf Kosten der eigenen Arbeitsbedingungen und eventuell des Arbeitsplatzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verkauft werden sollte schließlich an die Mediterranean Shipping Company (MSC), einer der größten Reedereien der Welt. Sobald dieser Deal an die Öffentlichkeit geriet, erhoben sich einige Hafenarbeiter zu einem wilden Streik. Aufgrund der Zersplitterung der Hafenarbeiter nach Terminals war eine gemeinsame Aktion erschwert. Die streikenden Arbeiter hatten mit Repressionen zu kämpfen. Es zeigte sich, auf wessen Seite der Senat und die Polizei tatsächlich stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus entwickelte sich eine Kampagne unter dem Titel ,,Unser Hafen, nicht euer Casino“, die sich über ein halbes Jahr darum bemühte, den Deal zu verhindern. Etliche Demos, Plakate, Flyer und Kundgebungen später entstand eine Vernetzungsgruppe, die alle linken Kräfte vereinen sollte, um den Deal noch abzuwenden. Einberufen wurde sie von der Aktionsgruppe Notruf 040, die aus Mitgliedern der zuständigen Gewerkschaft ver.di und Hafenarbeitern bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir unterstützten die Hafenarbeiter in ihrem Kampf, indem wir Berichte und Artikel schrieben und unsere Position an Interessierte und Demoteilnehmer trugen. In der Vernetzungsgruppe gab es einige Stimmen, gerade die des Hafenarbeiterkomitees, die sich für einen Streik im Hafen einsetzten, trotz Befürchtungen erneuter Repressionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vernetzungstreffen, an dem auch wir teilnahmen, organisierte eine letzte Kampagnenwoche, wo versucht wurde, durch Aufklärung, Plakataktionen und einer Demo das Ruder zu Gunsten der Arbeiter herumzureißen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben etliche Plakate und Sticker in der Stadt verteilt. Am Tag der Demo kamen allerdings nur ein paar Hundert zusammen. Dies war der Annahme geschuldet, dass viele Hafenarbeiter dachten, der Kampf wäre bereits verloren, vor allem aber der nicht ausreichenden Mobilisierung seitens ver.di, die das Interessenpotential unter den Hamburgern nicht annähernd ausschöpfen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 04. September war es so weit und die Abstimmung im Senat fiel MSC zugute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reederei durfte sich also ab diesem Zeitpunkt in den Hafen einkaufen. Doch der Kampf ist nicht vorbei! Die mit dem Verkauf verbundenen kommenden Angriffe auf die Arbeiter werden Klassenkämpfe hervorrufen. Zudem kursieren schon Verkaufsgerüchte weiterer Hafenteile, wie dem Eurogate, an weitere Reedereien. Wir müssen aus den Fehlern lernen, denn die letzte Schlacht gewinnen wir. Hafen in Arbeiterhand!</p>
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		<title>Eine Ausweitung des Streiks ist der Weg vorwärts!</title>
		<link>https://derkommunist.de/eine-ausweitung-des-streiks-ist-der-weg-vorwaerts/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ed Lorenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 10:43:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb & Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Damit das medizinische Personal des Uniklinikums in Würzburg (UKW) arbeiten kann,  müssen Patiententransporte, Verpflegung und Reinigung gewährleistet sein. Diese Aufgaben übernehmen die Beschäftigten der UKW Service GmbH. Um Lohnkosten einzusparen, [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><p dir="ltr" style="line-height:1.38;text-align: justify;margin-top:0pt;margin-bottom:0pt;" id="docs-internal-guid-37197b77-7fff-4975-5054-db7fc9e8e4e6"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial,sans-serif;color:#000000;background-color:transparent;font-weight:400;font-style:normal;font-variant:normal;text-decoration:none;vertical-align:baseline;white-space:pre;white-space:pre-wrap;">Damit das medizinische Personal des Uniklinikums in Würzburg (UKW) arbeiten kann,  müssen Patiententransporte, Verpflegung und Reinigung gewährleistet sein. Diese Aufgaben übernehmen die Beschäftigten der UKW Service GmbH. Um Lohnkosten einzusparen, wurde das Unternehmen als Tochtergesellschaft des UKW gegründet. Die Kollegen kämpfen nun für einen Angleich an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Beim ersten Warnstreik Anfang Mai mit rund 80 Beteiligten berichteten sie uns, dass sie in der Regel den Branchenmindestlohn der Gebäudereinigung bekommen. Für die Beschäftigten in der Mensa etwa ist eine Arbeitsroutine von zwölf Tagen Arbeit ohne Pause, zwei Tagen Pause und dann wieder zwölf Tage Arbeit Alltag. Beschäftigte im TV-L verdienen bis zu 900 Euro brutto mehr im Monat als die Kollegen der UKW Service GmbH, obwohl ihre Arbeit nahezu identisch ist. Solch eine Lohnangleichung rücken die Bosse nicht einfach so heraus.</span></p><p dir="ltr" style="line-height:1.38;text-align: justify;margin-top:0pt;margin-bottom:0pt;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial,sans-serif;color:#000000;background-color:transparent;font-weight:400;font-style:normal;font-variant:normal;text-decoration:none;vertical-align:baseline;white-space:pre;white-space:pre-wrap;">Allen Streikenden vor Ort ist klar: Nur gemeinsam können sie diesen Arbeitskampf gewinnen. Die Beschäftigten machen dabei vor, wie das geht: Sie versuchen, die nicht-streikenden Kollegen und Beschäftigte aus anderen Betrieben davon zu überzeugen, sich dem gemeinsamen Kampf anzuschließen. So haben die Streikenden an einer Kundgebung zum Erhalt der Galeria-Kaufhof-Filiale, die Ende August geschlossen werden soll, teilgenommen und sich mit den Arbeitern vor Ort solidarisiert. Eine Ausweitung des Streiks ist der richtige Weg vorwärts.</span></p></p>
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		<title>117 Tage Betriebsbesetzung in Eibelstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Kutschera]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 10:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb & Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Betriebs- und Standortschließungen sowie Stellenabbau sind eine Notwendigkeit im kapitalistischen System. Nach jedem Aufschwung folgt eine Krise. Unternehmen kürzen beim Personal, gehen pleite oder wandern in Niedriglohnländer ab, wo für [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Betriebs- und Standortschließungen sowie Stellenabbau sind eine Notwendigkeit im kapitalistischen System. Nach jedem Aufschwung folgt eine Krise. Unternehmen kürzen beim Personal, gehen pleite oder wandern in Niedriglohnländer ab, wo für die Ausbeuter günstigere Bedingungen herrschen. Für die Ausgebeuteten heißt das Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Oft stürzen ganze Städte in die Armut. Denn keine verlorene Stelle kommt wieder.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der aktuellen Rezession stehen wir vor Schließungen und Personalabbau. In der unterfränkischen Region Schweinfurt beispielsweise sollen in den kommenden Jahren Tausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie ihren Arbeitsplatz verlieren. Die betroffenen Unternehmen ZF, SKF, Bosch Rexroth, Schaeffler und Valeo agieren international und verbuchen teilweise Milliardengewinne. Allein die Jagd nach mehr Profit treibt sie dazu, in der Region Schweinfurt abzubauen und die Produktion ins Ausland zu verlagern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie kämpfen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kampfbereitschaft der Belegschaften ist enorm. Über 5.000 Beschäftigte folgten dem Aufruf der IG Metall und zogen im April dieses Jahres durch die Straßen Schweinfurts. Die Gewerkschaft fordert ein klares Bekenntnis von Unternehmen und Politik zum Standort. Doch Appelle und Lobbyismus werden die Arbeitsplätze nicht retten, weder in Schweinfurt noch sonst wo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Autostunde entfernt, im Kleinstädtchen Eibelstadt bei Würzburg, hat in den 1980ern die Belegschaft der Firma Gebrüder Hofmann den Weg nach vorne gezeigt. Nachdem die Insolvenz der Maschinenfabrik bekannt wurde, besetzten am 21. Dezember 1983 die etwa 130 Beschäftigten geschlossen den Betrieb. Mit einer Dauer von 117 Tagen sollte es die bis dato längste Betriebsbesetzung in der Geschichte der Bundesrepublik werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beschäftigte wollen mitreden&nbsp;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Global befand sich die Wirtschaft 1982–1983 in einer Rezession. Die Arbeitslosenquote in der Region Würzburg lag 1983 bei 8,7 %. In Eibelstadt kam zur schlechten wirtschaftlichen Lage das persönliche Versagen der Unternehmensleitung hinzu. Diese hatte 1968 Otto Eggert übernommen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch widersinnige Umstellungen der Produktionsabläufe, den Verzicht auf serielle Herstellung – jeder Kunde bekam einen Prototyp entwickelt – und fehlende Investitionen in die Anlagen fuhr der neue Geschäftsführer die 1870 gegründete Traditionsfirma an die Wand. Schon im März 1983 gingen die Beschäftigten auf die Straße, weil zum ersten Mal Löhne nicht gezahlt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Monaten diskutierte die Belegschaft immer wieder über eine Besetzung, um die sich abzeichnende Insolvenz durch Mitbestimmung abwenden zu können. Noch konnte Eggert mit angeblich eintreffenden Großaufträgen beschwichtigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Betrieb wird besetzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Betriebsversammlung am 20. Dezember 1983 war allen mittlerweile klar, dass die Firma zahlungsunfähig ist. Der Betriebsrat schlug vor, die Fabrik zu besetzen. Belegschaft und IG Metall stellten sich hinter die Idee. Ziel war es in erster Linie, ein Zeichen zu setzen gegen die Willkürherrschaft der Unternehmensleitung – die nicht nur in Eibelstadt, sondern überall herrscht und auch anderswo immer wieder die gleichen fatalen Folgen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem galt es, die Insolvenzmasse zu sichern. Gläubiger der Firma Gebrüder Hofmann versuchten tatsächlich, vor der Insolvenzeröffnung unbezahlte Materiallieferungen zurückzuholen. Diese Werte hätten im Insolvenzverfahren zur Erfüllung des Sozialplans gefehlt. Mit der Besetzung verteidigte die Belegschaft ihre Ansprüche, die rund sechs Millionen Mark umfassten. Einem Schrotthändler z. B. verweigerte sie Zugang zum Fabrikgelände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hoffnung für den Erhalt der Arbeitsplätze brachte Walter Kolbow, Bundestagsabgeordnete der SPD und Mitglied im Verteidigungsausschuss. Er wollte aushandeln, dass das Großunternehmen Liebherr im Gegenzug für Aufträge der Bundeswehr kleinere Aufträge an die Firma Gebrüder Hofmann abgibt. Doch das scheiterte daran, dass die heruntergewirtschaftete Maschinenfabrik die Anforderungen von Liebherr nicht erfüllte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine verpasste Chance</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April 1984 beendete die Belegschaft nach 117 Tagen die Besetzung. Keiner der Arbeitsplätze konnte gerettet werden. Für Geschäftsführer Eggert aber fand die Geschichte ein glücklicheres Ende. Pleite ging nämlich nur die an der Produktion beteiligte Firma. Bereits im März 1983 hatte er ein weiteres Unternehmen gegründet, das von dort an für den Vertrieb der Maschinen zuständig war. Die GHEbavaria Maschinen GmbH besteht bis heute weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Erhalt der Arbeitsplätze hätte es eine Ausweitung des Kampfes gebraucht. Das Potential dafür war, allein schon in der Region Würzburg, gewaltig: Fast zur selben Zeit sollten im Autohandelsunternehmen Kramag 50, bei der Karosseriebaufirma Voll 500 Stellen abgebaut werden; noch 1984 besetzten die Beschäftigten der Rolladenfabrik Grosser und ein Jahr später die der Firma rcs-litho ihren Betrieb. In ganz Deutschland war die Situation mit der Krise die gleiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Belegschaft der Firma Gebrüder Hofmann kämpfte für Arbeiterkontrolle in den Betrieben. Bis heute nennt die IG Metall in ihrer Satzung die „Erringung und Sicherung des Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Betrieb und Unternehmen und im gesamtwirtschaftlichen Bereich durch Errichtung von Wirtschafts- und Sozialräten“ sowie die „Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt- und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmungen in Gemeineigentum“ als ihre Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Forderungen muss sich der Kampf um Standort- und Arbeitsplatzsicherung drehen. Zu deren Umsetzung muss der Deutsche Gewerkschaftsbund mit seinen 5,7 Millionen Mitgliedern eine branchen- und gewerkschaftsübergreifende Offensive organisieren. Nur mit gemeinsamen Streiks können wir den notwendigen Druck aufbauen, um die Kontrolle</p>



<p class="wp-block-paragraph">der Betriebe durch die Belegschaften zu erkämpfen. Unternehmen, die sich weigern, müssen besetzt und entschädigungslos enteignet werden. Wir dürfen keinen einzigen Stellenabbau akzeptieren! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25c0.png" alt="◀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
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