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	<title>Frauenbefreiung Archives -</title>
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	<title>Frauenbefreiung Archives -</title>
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		<title>Ist Hausarbeit ein „unbezahlter“ Job? – Ohne Marxismus keine Antwort auf die Angriffe der Merz-Regierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanna Saarinen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 17:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdrückung]]></category>
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<p>Ende 2023 waren 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Offiziellen Schätzungen zufolge wird diese Zahl bis 2055 auf bis zu 7 Millionen steigen. Den Großteil der Pflege übernehmen dabei immer noch angehörige Frauen. Denn die Kapazitäten der ambulanten Pflegedienste und Altenheime sind seit Jahren ausgelastet und werden kaum ausgebaut. Diese Politik setzen auch die „Reformvorhaben“ der Merz-Regierung fort: „Entbürokratisierung“ und „Flexibilisierung“ von Leistungen, Anreize für private Vorsorge sowie der „Stärkung der häuslichen Versorgung“. Unter dem letzten Punkt stellt sich Familienministerin Prien (CDU) ein Pflegegeld als Lohnersatz für pflegende Angehörige vor und erklärt: „Es wird mit unserer demografischen Entwicklung nicht möglich sein, dass Pflege allein von Fachkräften geleistet wird“.</p>



<p>Die Linkspartei kritisiert den Vorschlag der Gesundheitsministerin. Dieser sei nicht konkret genug und reiche nicht aus, da er lediglich 65% des letzten Nettoeinkommens für die Dauer von zwölf Monaten vorsehe. Sie fordert „eine finanzielle Absicherung der Pflegearbeit durch Geldleistungen und Rentenpunkte“ und erklärt: „Solange Frauen für ihre Sorgearbeit weder ausreichend Zeit noch finanzielle Absicherung erhalten, bleibt Gleichstellung eine leere Worthülse.“</p>



<p>Doch diese Kritik verfehlt den Kern der Sache. Die Merz-Regierung will die Folgen ihrer Austeritätspolitik auf die Arbeiterklasse abladen. Die schrumpfenden staatlichen Leistungen im Gesundheits- und Erziehungssektor müssen von berufstätigen Frauen kompensiert werden, die so noch mehr an Heim und Herd gefesselt und aus ihrem Berufsleben herausgedrängt werden.</p>



<p>Das angekündigte Pflegegeld dient hier als Feigenblatt für dieses Programm, wobei die Linkspartei nur die Größe des Feigenblatts zu kritisieren weiß. Denn für sie handelt es sich bei der Hausarbeit der Frauen um „unbezahlte“ Arbeit, die bis heute nicht gerecht entlohnt werde. Diese Idee ist nicht neu, sondern knüpft an die Forderung eines „Hausarbeitslohns“ von Feministen wie bspw. Silvia Federici an. Doch um zu einem wirksamen Programm gegen die Unterdrückung der Frau zu kommen, braucht es ein klares Verständnis, welche Rolle Hausarbeit innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise einnimmt und was sie von der Lohnarbeit unterscheidet.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Was sind Löhne?</strong></p>



<p>Diese Frage kann nur auf Grundlage des marxistischen Wertgesetzes beantwortet werden. Diese Marx’sche Erkenntnis besagt, dass der Wert einer Ware durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt wird, die zu ihrer Produktion erforderlich ist. Das gilt ausnahmslos für alle Waren innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise, auch für eine ganz besondere Ware: die Arbeitskraft.</p>



<p>Im Kapitalismus verkauft der Arbeiter nicht seine „Arbeit“, sondern seine Arbeitskraft, also seine Fähigkeit zu arbeiten, als Ware auf dem Markt. Diese Ware unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass sie im Produktionsprozess mehr Wert erzeugt, als sie selbst kostet. Genau hier liegt die Quelle des Mehrwerts und damit des Profits der Kapitalistenklasse.</p>



<p>Der Profit wird aber nicht durch den Lohn auf die Arbeiter aufgeteilt. Der Lohn ist nicht ein „gerechter Teil“ des vom Arbeiter geschaffenen Reichtums. Stattdessen wird der Wert der Arbeitskraft, ausgedrückt in Löhnen, auf die gleiche Weise bestimmt wie der jeder anderen Ware: durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion erforderlich ist. D.h. unter anderem durch die Menge an notwendigen Mitteln zum Lebensunterhalt, die die Reproduktion des Arbeiters sichert. So kann der Arbeiter mit seinem Lohn die notwendigen Mittel erwerben, um seine Arbeit täglich fortsetzen zu können.</p>



<p>Das Kapital ist aber davon abhängig, dass nicht nur der einzelne Arbeiter von Tag zu Tag arbeitsfähig gehalten wird. Um das Fortbestehen der kapitalistischen Produktion zu sichern, müssen zudem stets neue Generationen arbeitsfähiger Menschen nachrücken.</p>



<p>Zum Wert der Arbeitskraft gehören daher mehrere Komponenten der Reproduktion: 1) Die Kosten der Ausbildung: Abhängig von der notwendigen Qualifikation und Ausbildungsdauer der jeweiligen Arbeitskraft. 2) Die tägliche Reproduktion: Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit, Transport usw. 3) Die Reproduktion der Arbeiterklasse als Ganzes: Die Sicherung einer neuen Generation von Arbeitskräften.</p>



<p>Wie Marx in „Das Kapital“ erklärt: „Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsenen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie nötige Arbeitszeit.“</p>



<p>Der Wert der Arbeitskraft umfasst also nicht nur das individuelle Überleben des einzelnen Arbeiters, sondern die materielle Grundlage für die Existenz der Arbeiterfamilie. Diese bildet im Kapitalismus eine ökonomische Einheit, durch die die Reproduktion der Arbeitskraft organisiert wird.</p>



<p>Die Produktion von Tauschwert, die im Kapitalismus die Grundlage von Löhnen bildet, findet in der Hausarbeit nicht statt. Sie schafft Gebrauchswerte für den unmittelbaren Familienkonsum, produziert jedoch keine Waren für den Markt. Auch Kinder werden nicht als Ware hergestellt. Ihre Arbeitskraft wird erst dann zur Ware, wenn sie selbst als „freie“ Arbeiter den Arbeitsmarkt betreten. Zwar zwingt die kapitalistische Produktionsweise die Kapitalisten dazu, Löhne zu zahlen, die die Reproduktion der Arbeiterklasse sichern, doch daraus folgt weder, dass Hausarbeit Warenproduktion ist, noch dass sie direkt Mehrwert hervorbringt.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Unbezahlte Arbeit?</strong></p>



<p>Wenn also die Linke von „unbezahlter“ Sorgearbeit spricht und von diesem Standpunkt aus ihr Programm argumentiert, stellt sie sich auf eine falsche theoretische Basis. Denn die sogenannte „reproduktive Arbeit“, also Hausarbeit, Kindererziehung und alle weiteren Sorgearbeiten, werden bereits durch den vom Arbeiter verdienten Lohn abgedeckt. Aus Sicht der Gesetze des Kapitalismus besteht keine ökonomische Schieflage darin, die Hausfrau nicht direkt für die Arbeit zu bezahlen, die sie im Haushalt verrichtet. Der ihr vermeintlich zustehende Lohn, welchen sie für ihren Lebensunterhalt benötigen würde, ist bereits im Lohn des Mannes oder in den Löhnen der arbeitenden Familienmitglieder enthalten.</p>



<p>Das bedeutet nicht, dass hier keine Unterdrückung vorliegt, im Gegenteil. Hausfrauen sind dazu verdammt, die Rolle von Haussklaven für ihre Männer und Kinder zu spielen und dazu finanziell vollständig von ersteren abhängig zu sein. Hausarbeit fesselt Frauen an das private Heim, isoliert sie und verwehrt ihnen eine echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.</p>



<p>Und auch durch staatliche Leistungen wie einen Hausarbeitslohn oder das angekündigte Pflegegeld würde dieser Zustand nicht aufgehoben, sondern nur weiter zementiert werden. Denn ohne das aktive Eingreifen der Arbeiterklasse würden die Kapitalisten das Haushaltseinkommen durch Lohnkürzungen oder Teuerungen sowie das Zusammenstreichen staatlicher Leistungen an das ursprüngliche Niveau angleichen und von da aus ihre Angriffe auf den Lebensstandard fortsetzen.</p>



<p>In ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2025 fordert die Linkspartei die Pflege- und Sorgearbeit gerecht unter Männern und Frauen aufzuteilen. Das soll ermöglicht werden durch die Einführung der 4-Tage-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Zwar geht diese Forderung in Zeiten der Massenentlassungen in eine gute Richtung, doch kann sie weder an der bestehenden Ungleichverteilung der Hausarbeit noch an der Unterdrückung der Frau etwas ändern. Denn am Ende sind es immer noch Kapitalisten, die Arbeitskräfte nach ihren Profitinteressen einstellen. Schwangerschaft und Erziehungsurlaub stellen für diese ein wirtschaftliches Risiko dar.</p>



<p>Unabhängig von den gesetzlichen Rahmenbedingungen werden Frauen im Kapitalismus immer überproportional von Entlassungswellen und prekären Arbeitsverhältnissen betroffen sein, die sie zurück an Heim und Herd zwingen. Der einzige Weg, um die Frau nachhaltig von ihrem Dasein als Haussklavin zu befreien, ist eine konsequente Vergesellschaftung der anfallenden Sorgearbeit.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Private vs. gesellschaftliche Sorgearbeit</strong></p>



<p>Dabei sind die professionelle Arbeit im Pflege- und Sozialbereich und die Arbeit einer Hausfrau zuhause nicht miteinander vergleichbar. Der Umstand, dass Angestellte im „Care“-Bereich bezahlt werden, führt zu einer grundlegenden Veränderung dieser Arbeit. Es ist zwar noch immer genauso anstrengende Arbeit, aber anders als bei einer Hausfrau findet die Arbeit nicht 24/7 im eigenen Zuhause statt, sondern nur für eine bestimmte Zeit am Tag im Austausch für einen festen Lohn.</p>



<p>Ohne Lohn wird keine Arbeit verrichtet. Arbeiterinnen verlassen ihr Zuhause und fahren an ihren Arbeitsplatz, reden mit ihren Kollegen und Bekannten über Erfahrungen und Eindrücke in der Arbeit, werden von einem Unternehmen angestellt und können erkennen, was sie mit all den anderen Arbeitern verbindet. All das hilft einer Arbeiterin, die Natur der Klassengesellschaft und ihre inneren Abläufe zu verstehen. Auf einmal ist es möglich, Teil einer Gewerkschaft zu werden, Rechte einzufordern und durch den politischen Kampf die eigenen Interessen zu erkämpfen.</p>



<p>Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege in bezahlte Lohnarbeit zu überführen, bereitet die Bedingungen für die zukünftige Befreiung der Frau und der Familie aus der häuslichen Sklaverei: Alle erdrückenden Aufgaben, welche heute auf den Familien lasten (Wäsche waschen, Essen bereiten, Kinder- und Altenpflege…) müssen von der Gesellschaft übernommen werden.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Nur mit der richtigen Methode erreicht man ein richtiges Programm</strong></p>



<p>Die Stellung der Frau als Hausfrau ist ein historisches Überbleibsel früherer Klassengesellschaften das der Kapitalismus übernommen und seiner eigenen Logik untergeordnet hat. Friedrich Engels stellt in seinem Werk „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ fest: „Die moderne Familie enthält im Keim nicht nur Sklaverei (servitus), sondern auch Leibeigenschaft [&#8230;]. Sie enthält in Miniatur alle die Gegensätze in sich, die sich später breit entwickeln in der Gesellschaft und im Staat.“</p>



<p>Zudem stützt sich der Kapitalismus auf die besondere Unterdrückung der Frau, um das allgemeine Lohnniveau der Arbeiterklasse niedrig zu halten und zugleich eine Spaltung innerhalb der Arbeiterklasse entlang der Geschlechter zu erzeugen.</p>



<p>Die soziale Lage vieler Frauen, sei es als ökonomisch abhängige Hausfrauen oder als doppelt und dreifach belastete Lohnarbeiterinnen, ist daher das Ergebnis der Klassengesellschaft und eine notwendige Stütze der kapitalistischen Produktionsweise. Forderungen, die sich innerhalb dieses Systems bewegen, können diese Grundlage nicht aufheben.</p>



<p>Ein Programm zur Frauenbefreiung kann nicht aus subjektivem Empfinden, moralischer Empörung oder abstrakten Gerechtigkeitsvorstellungen entwickelt werden. Ohne eine materialistische Analyse der kapitalistischen Produktionsverhältnisse bleiben solche Ansätze wirkungslos und schüren Illusionen über die Reformierbarkeit des Kapitalismus. Das wiederum leistet den getarnten Angriffen der Herrschenden auf die Arbeiterklasse Vorschub anstatt sie als das zu enttarnen, was sie wirklich sind. Nur ein auf den objektiven Klassenverhältnissen beruhendes, marxistisches Programm kann die Ursachen der Frauenunterdrückung benennen und einen realen Weg zu ihrer Überwindung weisen.</p>



<p>Entscheidend ist die Vergesellschaftung der Reproduktionsarbeit, also ihre Herauslösung aus der privaten Familie und ihre kollektive Organisation unter Kontrolle der Arbeiterklasse. Das wird nur innerhalb einer sozialistischen Gesellschaft möglich sein. Nur die Vorteile einer Planwirtschaft können jede Spur häuslicher Sklaverei und die Unterwerfung der Frau unter den Mann ausmerzen, und die Frau ermächtigen, ihr volles Potenzial zu entfalten – etwas, das ihr seit Jahrtausenden verwehrt wird.</p>



<p>Unsere Aufgabe heute ist es, für den revolutionären Sturz des unterdrückerischen kapitalistischen Systems zu kämpfen. Der Kampf für die Befreiung der Frau ist kein individueller, sondern ein kollektiver, welchen wir nur als geeinte Arbeiterklasse gewinnen können.</p>



<p></p>
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		<title>Kampf der häuslichen Gewalt! Frauenkampf heißt Klassenkampf!</title>
		<link>https://derkommunist.de/kampf-der-haeuslichen-gewalt-frauenkampf-heisst-klassenkampf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viktoria Filippovna]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 16:14:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampftag]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdrückung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die meisten Fälle von Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen gehen nicht von Fremden aus, sondern von Männern aus dem engsten Umfeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass der eigene Vater, Freund oder Ehemann [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die meisten Fälle von Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen gehen nicht von Fremden aus, sondern von Männern aus dem engsten Umfeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass der eigene Vater, Freund oder Ehemann der Täter ist, ist sehr viel höher als bei einem fremden Mann. Der gefährlichste Ort für eine Frau ist daher ihre Familie.</p>



<p>Jahr für Jahr steigen die erfassten Zahlen häuslicher Gewalt und Partnerschaftsgewalt (+17,8% seit 2020). 2024 wurde in Deutschland mit mehr als einer Viertelmillion Opfern ein Allzeithoch der gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt erfasst. Jede fünfte Frau in Deutschland hat bereits Gewalt vom Partner oder Ex-Partner erlebt. Gerade mal 3% der Fälle werden zur Anzeige gebracht.</p>



<p>Auch im Bereich der sexuellen Ausbeutung wurde ein neuer Höchststand in Deutschland erreicht. 2025 wurde in Deutschland ein Anstieg des Menschenhandels um 13% und der Prostitution um fast 8% verzeichnet. Die Dunkelziffern sind weitaus erschreckender.</p>



<p>Die Zunahme der Gewalt löst bei vielen die Fragen aus: Warum gibt es diese Gewalt? Ist jeder Mann ein potenzieller Täter?</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Sind alle Männer Täter?</strong></p>



<p>Der Feminismus sucht die Ursache für Unterdrückung und Gewalt an Frauen in jedem individuellen Mann. Er geht von der Erfahrung aus, dass die allermeisten Männer schonmal etwas Frauenverachtendes gesagt und getan haben.</p>



<p>Allerdings kann aus der eigenen Erfahrung genauso abgeleitet werden, dass nicht jeder Mann eine Bedrohung und nicht jeder Mann ein Täter ist. Wahrscheinlich sind sogar die meisten Männer im eigenen Umfeld keine Gefahr, sondern ein wichtiger Bestandteil des Freundes- und Familienkreises.</p>



<p>Die Frage muss aus einer gesellschaftlichen und historischen Perspektive betrachtet werden, um diese Widersprüchlichkeit aufzulösen. Woher kommt die Gewalt und wer profitiert wirklich von der Unterdrückung?</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Wer sind die Täter?</strong></p>



<p>Verschiedene Studien sind sich in einem Aspekt einig: Arbeitslosigkeit, Berufe, die mit Gewalt verbunden sind, prekäre Arbeitsbedingungen und niedriges Einkommen sind Faktoren die Gewalt innerhalb der Familie und der Partnerschaft beeinflussen.</p>



<p>Eine Studie aus <a href="https://academic.oup.com/restud/article/92/6/3649/8193770?login=true#539657961">Brasilien von 2025</a> konnte feststellen, dass der Verlust des Jobs die Wahrscheinlichkeit von häuslicher Gewalt um 30% ansteigen lässt. In Deutschland erschien 2008 die Studie „<a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/93968/f832e76ee67a623b4d0cdfd3ea952897/gewalt-paarbeziehung-langfassung-data.pdf">Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen</a>“. Diese kam zu einem ähnlichen Ergebnis: „Männer, die nicht erwerbstätig waren, übten häufiger körperliche/sexuelle Gewalt gegen die aktuelle Partnerin aus als Männer, die erwerbstätig waren.“ Außerdem konnte festgestellt werden, dass es häufiger zu „schweren körperlichen, sexuellen und psychischen Misshandlungen gegen die Partnerin (11% vs. 5%)“ kommt.</p>



<p>In der Arbeiterklasse ist die Gewalt ein Ausdruck der kapitalistischen Ausbeutung. Die tragischen Fälle, die mit extremer Gewalt verbunden sind, stehen in direktem Zusammenhang mit dem Druck, dem Familien im Alltag ausgesetzt werden. Es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Druck mit der verschärften Wirtschaftskrise zunimmt. Der Abbau von Arbeitsplätzen, Anhebung der Arbeitszeit und weitere Sparmaßnahmen im sozialen und Gesundheitssektor werden den Anstieg der Barbarei innerhalb der Familie vergrößern.</p>



<p>Die Krise kettet Frauen fester an den Mann, Herd und Familie. Wenn Kindergärten schließen oder unterbesetzt sind, wenn die Arbeitslosigkeit hoch ist, dann bleiben als Erstes die Frauen zu Hause, kümmern sich um Kinder und arbeiten in Teilzeit oder gar nicht mehr. Das bindet Frauen an gewalttätige Partner und verdrängt sie aus dem gesellschaftlichen Leben.</p>



<p>Wir dürfen aber nicht ignorieren, dass Gewalt gegen Frauen in allen Klassen existiert. Und dass sie überhaupt in der Arbeiterklasse existiert, liegt an der Klassengesellschaft als solcher.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Von der Familie…</strong></p>



<p>Erst mit Entstehung der Klassengesellschaft wurde die Frau an den Mann gekettet und so an Heim und Herd. Diesen Prozess beschreibt Friedrich Engels ausführlich in seinem Meisterwerk „Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“. Er zeigt, dass die patriarchale Familie mit dem Privateigentum an den Produktionsmitteln und den Arbeitsprodukten, die im Besitz des Mannes landeten, entstand.</p>



<p>Die Entstehung der patriarchalen Familie zwang den Frauen die Monogamie auf, damit der Mann die Abstammung seiner Kinder sicherstellen und ihnen seinen Besitz vererben konnte. Daraus floss sein Besitzanspruch auf die Frau: die Kontrolle über die Fruchtbarkeit und somit den Körper. Frauen wurden in die Rolle von Haus- und Sexsklavinnen gedrängt.</p>



<p>Natürlich hat sich seitdem einiges getan. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich weiterentwickelt, doch die monogame Familie ist geblieben. Innerhalb der besitzenden Klassen wird bis zum heutigen Tage vererbt – daher hat sich dort die Rolle der Frau nicht verändert. Das bestimmt die Stellung aller Frauen in der Gesellschaft.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>…zur Epstein-Klasse</strong></p>



<p>Mit der Veröffentlichung der Epstein-Files ist die Diskussion um sein widerwärtiges Netzwerk aus Menschenhandel und Vergewaltigung, dass die ganze Welt umspannt, wieder aufgeflammt. Dieser Fall zeigt uns, wie die herrschende Klasse in jedem Land der Welt Frauen wirklich sieht: als Sex-Objekte, die nach Belieben gekauft, missbraucht und getötet werden können. Die Geheimdienste in den USA, ehemalige und aktuelle US-Präsidenten sowie die britische Monarchie wussten davon und waren <a href="https://marxist.com/britain-the-prince-and-the-paedophile.htm">Mittäter</a>. Die reichen und mächtigen Männer der Welt nutzen ihre Position, um sexuelle Gewalt an Frauen auszuüben.</p>



<p>Die herrschende Klasse beutet gemeinschaftlich die Körper aller Frauen der Arbeiterklasse aus. Sie haben materiell keinen anderen Wert für sie, deswegen ist so etwas widerwärtiges wie der Epstein-Komplex möglich. Dieser Fall zeigt uns außerdem, dass der Staat kein Interesse daran hat, die Situation der Frauen zu verbessern. Im Gegenteil! In Wahrheit schützt und fördert der bürgerliche Staat die Unterdrückung der Frauen. Vergewaltigung in der Ehe wurde erst 1997 in Deutschland strafbar und das nur unter großem gesellschaftlichem Druck – der von Frauen gehasste Kanzler Friedrich Merz stimmte damals dagegen. Das zeigt eindeutig, welche Rolle die Familie in diesem System spielt.</p>



<p>Die meisten Frauen sind Arbeiterinnen. Für die Kapitalisten sind sie lediglich eine Masse zur Ausbeutung und in erster Linie Gebärmaschinen, die in doppelter Unterdrückung gehalten werden müssen. Die Familie hat in der Arbeiterklasse einen anderen Zweck als in den besitzenden Klassen. Sie ist eine ökonomische Einheit, die die Quelle des kapitalistischen Profits reproduziert: die Arbeiterklasse. Das ist der Kern der doppelten Ausbeutung der Frauen – Ausbeutung als Teil der Arbeiterklasse für den Profit der Kapitalisten und die Ausbeutung innerhalb der Familien. Deswegen werden Frauen schlechter bezahlt, arbeiten nur Teilzeit oder haben gar keine Jobs. Die herrschende Klasse drängt sie in die Rolle von Haussklavinnen.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Pornoindustrie, Prostitution und Gewalt</strong></p>



<p>Männer aus der Arbeiterklasse werden innerhalb dieser Gesellschaft geboren und erzogen – sie sind nicht immun gegen die Ideologie der herrschenden Klasse, die von der Unterdrückung und sexuellen Ausbeutung profitiert.</p>



<p>Sexismus und das Bild der Frau als Gebärmaschine, zusammen mit einem Männlichkeitsbild, dass den Mann als Versorger, als starkes Geschlecht porträtiert, sind dafür ein zentrales Mittel. Da dieses Bild aus alten gesellschaftlichen Verhältnissen entsprungen ist, ist es tief verankert im gesellschaftlichen Bewusstsein. Die Studie „Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen“ konnte zum Beispiel auch feststellen, dass „ein besonderes Risiko von Gewalt dort besteht, wo Frauen ihren Partnern in ökonomisch-sozialer Hinsicht überlegen sind.“</p>



<p>Heutzutage spielen darüber hinaus die Pornoindustrie und die Prostitution eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur ein ideologisches Mittel, sondern verfestigen materielle Verhältnisse. Jeder kann ins Internet gehen und sich Millionen von Videos anschauen, in denen Frauen auf verschiedenste Weisen erniedrigt und vergewaltigt werden. Statistisch gesehen haben Männer im Alter von zehn bis zwölf Jahren das erste Mal einen Porno geschaut – das hat enormen Einfluss auf ihre psycho-sexuelle Entwicklung und vor allem darauf, wie Frauen gesehen werden: als Sex-Objekt. Das alles vermittelt Männern von klein auf eins: Frauen stehen den Männern zur Verfügung. Diese Beziehung zwischen den Geschlechtern ist das Produkt der Klassengesellschaft und wird im Kapitalismus immer bestehen bleiben.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Wie beenden wir die Gewalt?</strong></p>



<p>Es ist nicht im Vorteil für die Männer der Arbeiterklasse, Frauen zu unterdrücken und missbrauchen zu können. Tatsächlich trägt diese Spaltung zwischen männlichen und weiblichen Arbeitern nur dazu bei, die Arbeiterklasse in der Unterwerfung unter die herrschende Klasse zu halten.</p>



<p>Für beide Geschlechter ist es vorteilhaft diese Spaltung zu überwinden. Nur ein geeinter Klassenkampf von Männern und Frauen kann den Kapitalismus stürzen und beide Geschlechter von der Ausbeutung der Kapitalisten befreien. Dafür braucht es ein politisches Programm, das die Interessen der arbeitenden Männer und Frauen vereint. Ein Kampf für kürzere Arbeitszeiten, für die Vergesellschaftung der Reproduktionsarbeit, für höhere Löhne und besser Arbeitsbedingungen.</p>



<p>So ein Programm veranschaulicht den männlichen Arbeitern, dass ihre prekären Arbeitsbedingungen kein individuelles Versagen sind, sondern die Konsequenz des Abwälzens der Krise des Kapitalismus auf die Arbeiterklasse.</p>



<p>Ebenso können Frauen erst dann effektiv gegen ihre Unterdrückung kämpfen, wenn sie ihre Unterdrückung in der Familie und Partnerschaft nicht allein als privates Problem behandeln, sondern als Gewalt der kapitalistischen Klassenverhältnisse. Diese Gewalt kann von mündigen Klassenkämpferinnen und Revolutionärinnen beendet werden.</p>



<p>Nur der geeinte Kampf beider Geschlechter der Arbeiterklasse gegen den gemeinsamen Klassenfeind kann der Unterdrückung der Frau und der Gewalt ein Ende setzen. Deshalb: Vorwärts zur sozialistischen Revolution! Die Frau frei vom Mann und beide frei vom Kapital!</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Unser Programm für die Befreiung der Frau</strong></p>



<p>Frauen sind im Kapitalismus Menschen zweiter Klasse. Die Epstein-Files liefern Beweise für die widerwärtigsten Gewalttaten gegen tausende Kinder und Frauen durch die Reichen und Mächtigen dieser Welt. Und das Schlimmste daran: Die Täter, die Politiker und Milliardäre, müssen keine Konsequenzen fürchten. Gewalt an Frauen und Mädchen hat System.</p>



<p>Deutschland ist Land der Femizide in Europa, allein dieses Jahr waren es schon sieben. Der Täter ist in fast allen Fällen der (Ex-)Partner. Frauen sind oft wirtschaftlich abhängig von Männern, weil sie schlechter verdienen, häufiger arbeitslos oder in Teilzeit sind.</p>



<p>Emotionale Abhängigkeit geht mit wirtschaftlicher Abhängigkeit einher und niedriges Selbstbewusstsein wird Frauen gesellschaftlich bereits im Kindesalter anerzogen. Der Weg aus einer unglücklichen oder gewaltvollen Beziehung ist vielen Frauen daher versperrt. Frauenhäuser sind komplett unterfinanziert, und von den wenigen Vergewaltigungen, die angezeigt werden, werden nicht einmal 8% verurteilt. Wir müssen das Problem an der Wurzel anpacken und für ökonomische Unabhängigkeit kämpfen:</p>



<p><strong>Gleiche Arbeit, gleicher Lohn! Für substanzielle Lohnerhöhungen und Anpassung der Tarifverträge in allen Berufen!</strong></p>



<p><strong>Für eine gewerkschaftliche Organisierungsoffensive, gerade in den migrantisch geprägten Arbeitsbereichen!</strong></p>



<p>Frauen werden in der Krise zurück an den Herd und in die Familie gedrängt, wo Kranke versorgt, Angehörige gepflegt und Kinder aufgezogen werden, wenn das öffentliche Angebot nicht mehr ausreichend oder die Qualität erbärmlich ist.</p>



<p><strong>Für flächendeckende, ganztägige, öffentliche Kinderbetreuungsplätze!</strong></p>



<p><strong>Für einen bedarfsdeckenden Ausbau hochqualitativer öffentlicher Pflegeplätze!</strong></p>



<p><strong>Für öffentliche, kostengünstige Kantinen und non-profit Catering in den Betrieben und Schulen, in allen Gemeinden und Stadtvierteln!</strong></p>



<p><strong>Für eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich!</strong></p>



<p>Die Krise trifft Frauen am härtesten. Einsparungen im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich, wo überwiegend Frauen arbeiten, treffen die Arbeiterinnen doppelt und dreifach. Lohnkürzungen und Entlassungen üben enormen Druck auf die bereits überlasteten Arbeitskräfte aus, während die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Dass die Kolleginnen in diesen Sektoren nicht nur wütend, sondern auch kampfbereit sind, zeigte sich an der deutschlandweiten Krankenhausbewegung und den Tarifkämpfen im öffentlichen Dienst für bessere Löhne, kürzere Arbeitszeit und mehr Personal. Trotz des riesigen Potenzials werden diese Bewegungen durch die Gewerkschaftsführungen regelmäßig demobilisiert. Wir fordern:</p>



<p><strong>Für die völlige Ausfinanzierung eines gänzlich öffentlichen Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystems!</strong></p>



<p><strong>Nein zu Profitmacherei, nein zu Privatisierungen und Auslagerungen!</strong></p>



<p><strong>Für mehr Lohn, mehr Personal und eine Arbeitszeitverkürzung!</strong></p>



<p><strong>Für eine vergütete Ausbildung in Pflege und Frühpädagogik!</strong></p>



<p><strong>Den Sektor streikfähig machen – auch außerhalb der Tarifverhandlungen!</strong></p>



<p><strong>Für betriebsübergreifende Vernetzung und politischen Austausch, wie man den Kampf gegen die Sparpolitik organisieren kann! Für eine klassenkämpferische Gewerkschaftsopposition!</strong></p>



<p>Das Gesundheitssystem ist sexistisch. Kontrolle über den eigenen Körper und die eigene Sexualität ist im Kapitalismus immer den Profiten untergeordnet. Anstatt in Frauengesundheit zu investieren, wird eingespart.</p>



<p>Bis heute ist Abtreibung in Deutschland nicht legal und kostenfrei, sondern lediglich „straffrei“. Das Angebot ist beschränkt, und die hohen Kosten müssen privat getragen werden. Das Gleiche gilt für die systematische Diskriminierung von LGBT-Personen in der Gesundheitsversorgung, z.B. beim Zugang zu Behandlungen wie Hormontherapie, körperangleichenden Operationen oder psychischer Unterstützung.</p>



<p><strong>Gratis-Zugang zu Verhütung und Hygieneartikeln!</strong></p>



<p><strong>Kostenlosen, flächendeckenden Zugang zu öffentlichen Abtreibungsangeboten und Programmen für Frauengesundheit!</strong></p>



<p><strong>Wissenschaftlichen Sexualkundeunterricht!</strong></p>



<p><strong>Kampf gegen die soziale, rechtliche und medizinische Diskriminierung von Frauen und LGBT-Personen!</strong></p>



<p><strong>Ausbau von kassenfinanzierten Therapieplätzen!</strong></p>



<p>Deutschland ist das Bordell Europas. Gerade hier haben es Zwangsprostitution und Menschenhandel einfach. Im Jahr 2002 wurde unter der rot-grünen Regierung, angeführt von Gerhard Schröder, das „Prostitutionsgesetz“ eingeführt. So wurde Prostitution von einer „Sittenwidrigkeit“ zu einem „normalen Gewerbe“. Das Gesetz ordnete Prostitution ab da an als „Dienstleistung“ ein und machte sie somit legal – zu einem „Beruf wie jedem anderen“.</p>



<p>Dieses Gesetz war völlig reaktionär, denn es hat die Unterdrückung der Frau verschärft. Die Stellung der Bordellbetreiber, Freier und Zuhälter wurde gestärkt, der Schutz der Frauen bleibt aus. Die meisten Frauen werden in der Illegalität prostituiert: unter Zwang und sklavenähnlichen Zuständen.</p>



<p>Der Staat verbreitet so die reaktionäre Idee, dass Prostitution eine gewöhnliche Dienstleistung sei. Die prostituierte Frau würde Sex als Dienstleistung anbieten. Doch das ist grundlegend falsch! Prostitution ist Frauenkauf, ist Menschenhandel, ist Sklaverei – Frauen werden gekauft, ihr gesamter Körper, ihre Leiblichkeit, durch Zuhälter und Freier in Besitz genommen. Im Endeffekt wird die Prostituierte zur Ware, zum Objekt für die Begierden des Freiers. Frauen sollen für Männer permanent verfügbar sein – eine reaktionäre Ideologie, die das Verhältnis zwischen Männern und Frauen vergiftet und mit Gewalt füllt. Das spaltet die Arbeiterklasse, wovon die Kapitalisten profitieren. Deswegen fordern wir:</p>



<p><strong>Gegen die Kriminalisierung und staatliche Diskriminierung von Prostituierten! Für öffentlich ausfinanzierte und jederzeit verfügbare Ausstiegsprogramme, die einen sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz garantieren!</strong></p>



<p><strong>Kampf gegen Zuhälter, Bordelle und Freier! Kampf gegen die Pornoindustrie</strong><strong>! Die Pornoindustrie fördert </strong><strong>nachweislich Sexismus und Gewalt an Frauen. Um für die Sicherheit von Frauen zu sorgen und Gewalt an Frauen zu bekämpfen, müssen die Pornoindustrie,</strong><strong> Bordelle und die Zuhälterei</strong> <strong>zerschlagen werden!</strong></p>



<p><strong>Bezahlbaren Wohnraum für alle! Damit sich keine Frau mehr auf dubiose Angebote einlassen muss, um dann sexuellem Missbrauch ausgesetzt zu sein oder gar in die Prostitution gezwungen zu werden.</strong></p>



<p>Wir haben keine Illusionen, dass der Staat die Unterdrückung von Frauen lösen wird. Der Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt an Frauen kann nicht durch Bittstellen an die Regierungen der Reichen geführt werden – er muss gegen die Regierungen und das Kapital geführt werden. Dazu müssen wir uns organisieren. Für den Sturz des Kapitalismus! Keine Befreiung der Frau ohne Sozialismus! Kein Sozialismus ohne Befreiung der Frau!</p>
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		<title>Ist Hausarbeit ein „unbezahlter“ Job? – einer falschen Theorie folgen reaktionäre Positionen in der Praxis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lucha de Clases]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2025 06:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Silvia Federici, eine prominente Feministin und eine der eifrigsten Verfechterinnen von Hausarbeitslöhnen, unterstützt diese Forderung mit folgender Begründung: Dieser Lohn wäre ein Weg, um das Wesen der Care-Arbeit grundlegend zu [&#8230;]</p>
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<p>Silvia Federici, eine prominente Feministin und eine der eifrigsten Verfechterinnen von Hausarbeitslöhnen, unterstützt diese Forderung mit folgender Begründung:</p>

<p>Dieser Lohn wäre ein Weg, um das Wesen der Care-Arbeit grundlegend zu verändern und zu betonen, dass es sich dabei an und für sich um einen Job handelt. Hausarbeit muss als bezahlte Tätigkeit betrachtet werden, da sie zur ‚<em>Produktion von Arbeit beiträgt und Kapital produziert und damit jede andere Form der Produktion möglich macht</em>.‘ (<a href="https://archive.org/details/2013RevolucionEnPuntoCero/page/n9/mode/2up/">Revolución en punto cero, S.21</a>)</p>

<p>Man kann diese Ideen wie folgt zusammenfassen: Im Elternhaus werden die Arbeiterkinder – die Arbeiter von morgen – produziert, verpflegt und aufgezogen. Die Kapitalisten bekommen diese Arbeit umsonst. Sie tragen nichts zur Erziehung der Arbeiter bei, welche dann in den Arbeitsmarkt eintreten und in den Unternehmen ausgebeutet werden. Außerdem ist die „Schöpferin“ dieser „reproduktiven Arbeit“ (d.h. diejenige, die die Arbeitskraft produziert) die Hausfrau, welche keinen Cent dafür bekommt. Ihre „Arbeit“ wird vom Kapitalismus als ungelernte und als wenig wertvoll abgetan, nur die Arbeit von Männern außerhalb des Zuhauses wird wertgeschätzt. Daraus folgt: wenn der Mann für seine als wertvoll erachtete Arbeit Lohn erhält, dann muss „Reproduktionsarbeit“, die für die Entstehung einer neuen Generation Arbeiter unbedingt notwendig ist, dieselbe Anerkennung erhalten. Die Hausfrau sollte folglich ein Gehalt bekommen. Das würde ihr auch erlauben, innerhalb der Familieneinheit Unabhängigkeit zu erlangen.</p>

<p>Wenn wir uns mit theoretischen Fragen beschäftigen, müssen wir uns auf die grundlegenden Prinzipien besinnen, um die korrekten Schlüsse zu ziehen. Die marxistische Position zu dieser Frage basiert auf zwei Aspekten. Der erste ist der wissenschaftliche Standpunkt der Marxschen Arbeitswerttheorie, und zwar in Bezug auf die Zusammensetzung des Werts der Arbeitskraft (d.h. die Zusammensetzung des Lohns). Der zweite ist ein politischer, sozialistischer Standpunkt, der mit den allgemeinen Interessen der Arbeiterklasse und speziell der arbeitenden Frauen in ihrem Kampf für soziale Befreiung, für den Sozialismus und für die Überwindung der patriarchalischen Familie übereinstimmen muss.</p>

<p>Wir werden die von der Hausfrau geleistete Hausarbeit aus diesen beiden Perspektiven analysieren, um so die Forderung eines Hausarbeitslohns zu bewerten. Der Einfachheit halber werden wir dafür das grundlegendste Beispiel als Ausgangspunkt nehmen: eine Arbeiterfamilie, in der der Mann auswärts arbeitet, mit der hausarbeitenden Frau zu Hause.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Was sind Löhne?</h3>

<p>Zunächst einmal sollten wir definieren, was der Wert der Arbeitskraft – also der Lohn – ist und wie er ermittelt wird. Arbeitskraft ist eine Ansammlung von physischen und intellektuellen Fähigkeiten, die es einem Arbeiter ermöglichen, Arbeit für ein Unternehmen / einer Einrichtung / ein anderes Individuum zu leisten, die mit einem Lohn abgegolten wird.</p>

<p>Der Wert der Arbeitskraft, ausgedrückt in Löhnen, wird auf die gleiche Weise bestimmt wie der jeder anderen Ware: durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion erforderlich ist, d.h. durch die Menge an notwendigen Mitteln zum Lebensunterhalt, die unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen jeder Epoche die Reproduktion des Arbeiters sichert. So kann der Arbeiter mit seinem Lohn die notwendigen Mittel erwerben, um seine Arbeit täglich fortsetzen zu können: Nahrung, Wohnung, Kleidung, Bildung, Transport usw.</p>

<p>Die Reproduktion der Arbeiter durch den Lohn hat einen doppelten Charakter: die Reproduktion der eigenen Arbeitskraft des Arbeiters, damit er jeden Tag Arbeit verrichten kann, und – das ist der springende Punkt – die Möglichkeit, eine Familie zu gründen, die die geschlechtliche Reproduktion zukünftiger Arbeiter sicherstellt, damit die kapitalistische Produktionsweise weiter funktionieren kann, auch wenn die verschlissene Arbeitskraft aus dem Produktionsprozess ausscheidet.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Marx und Engels über Löhne und Hausarbeit</h3>

<p>Marx und Engels beziehen sich in all ihren Texten zur Ökonomie auf die oben beschriebene Definition von Löhnen. Marx schreibt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Was ist nun also der Wert der Arbeitskraft? Wie der jeder andern Ware ist der Wert bestimmt durch das zu ihrer Produktion notwendige Arbeitsquantum. Die Arbeitskraft eines Menschen existiert nur in seiner lebendigen Leiblichkeit. Eine gewisse Menge Lebensmittel muß ein Mensch konsumieren, um aufzuwachsen und sich am Leben zu erhalten. Der Mensch unterliegt jedoch, wie die Maschine, der Abnutzung und muß durch einen andern Menschen ersetzt werden. Außer der zu seiner eignen Erhaltung erheischten Lebensmittel bedarf er einer andern Lebensmittelmenge, um eine gewisse Zahl Kinder aufzuziehn, die ihn auf dem Arbeitsmarkt zu ersetzen und das Geschlecht der Arbeiter zu verewigen haben. Mehr noch, um seine Arbeitskraft zu entwickeln und ein gegebnes Geschick zu erwerben, muß eine weitere Menge von Werten verausgabt werden.” (Karl Marx, Lohn Preis und Profit, 1865.)</p>
</blockquote>

<p>Marx hebt in demselben Text folgendes hervor:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Seine äußerste Grenze [des Lohnes] ist durch das physische Element bestimmt, <em>d.h. um sich zu erhalten und zu reproduzieren</em>, um ihre physische Existenz auf die Dauer sicherzustellen, muß die Arbeiterklasse die <em>zum Leben und zur Fortpflanzung</em> absolut unentbehrlichen Lebensmittel erhalten. Der Wert dieser unentbehrlichen Lebensmittel bildet daher die äußerste Grenze <em>des Werts der Arbeit</em>.” (Ebenda)</p>
</blockquote>

<p>Es ist wichtig festzuhalten, dass Marx selbst unmissverständlich betont, dass der Lohn nicht nur als Mittel zum Unterhalt des einzelnen Arbeiters, sondern auch zum Unterhalt seiner Familie (zu der auch die Hausfrau und die Kinder gehören) erzielt wird. Wie Marx in Das Kapital erklärt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsnen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie nötige Arbeitszeit.“ (Karl Marx, Das Kapital, eigene Hervorhebung.)</p>
</blockquote>

<p>Und weiter:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Der Eigentümer der Arbeitskraft ist sterblich. Soll also seine Erscheinung auf dem Markt eine kontinuierliche sein, wie die kontinuierliche Verwandlung von Geld in Kapital voraussetzt, so muß der Verkäufer der Arbeitskraft sich verewigen, ‚wie jedes lebendige Individuum sich verewigt, durch Fortflanzung‘. Die durch Abnutzung und Tod dem Markt entzogenen Arbeitskräfte müssen zum allermindesten durch eine gleiche Zahl neuer Arbeitskräfte beständigt ersetzt werden. Die Summe der zur Produktion der Arbeitskraft notwendigen Lebensmittel schließt also die Lebensmittel der Ersatzmänner ein, d.h. der Kinder der Arbeiter, so daß sich diese Race eigentümllicher Warenbesitzer auf dem Warenmarkte verewigt.“ (Karl Marx, Das Kapital)</p>
</blockquote>

<p>Auch Engels schreibt ist seinem Text „Rezension des Ersten Bandes Das Kapital“:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Was ist der Wert der Arbeitskraft? Der Wert jeder Ware wird an der Arbeit gemessen, die zu ihrer Herstellung erforderlich ist. Die Arbeitskraft existiert in Form des lebenden Arbeiters, <em>der zum Leben und auch zum Unterhalt seiner Familie</em>, die den Fortbestand der Arbeitskraft auch nach seinem Tod garantiert, ein gewisses Maß an Lebensunterhalt benötigt. <em>Die zur Herstellung dieser Lebensgrundlagen erforderliche Arbeitszeit stellt daher den Wert der Arbeitskraft dar.</em> Der Kapitalist bezahlt den Arbeiter wöchentlich und kauft ihm so den Einsatz seiner Arbeitskraft für eine Woche ab. Bis jetzt hoffen wir, dass die Ökonomen uns in Bezug auf den Wert der Arbeitskraft mehr oder weniger zustimmen werden.“ (F. Engels, Rezension des ersten Bandes von Karl Marx‘ Kapital für das Demokratische Wochenblatt)</p>
</blockquote>

<p>Interessant sind auch Marx Ausführungen zu den Kosten für Ausbildung und Erziehung des Arbeiters, die ebenfalls im Lohn beinhaltet sind:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Um die allgemeine menschliche Natur so zu verändern, dass sie Fertigkeiten und Geschicklichkeit in einem bestimmten Arbeitszweig erwirbt, der zu einer entwickelten und spezifischen Arbeitskraft wird, ist eine bestimmte Ausbildung oder Schulung erforderlich, die wiederum eine mehr oder weniger große Menge an Warenäquivalenten umfasst. Je nach dem Charakter der Arbeitskräfte werden die Kosten für die Ausbildung höher oder niedriger sein. Diese Lernkosten, die im Falle der gewöhnlichen Erwerbsbevölkerung extrem niedrig sind, werden daher in den Geldbetrag eingerechnet, der für ihre Produktion ausgegeben wird.“ (Kapital, Band 1. Kapitel IV „Die Umwandlung von Geld in Kapital“, Abschnitt 3, Kauf und Verkauf der Erwerbsbevölkerung).</p>
</blockquote>

<p>Der zentrale Punkt ist folgender: Wie Marx und Engels erklären, deckt der Lohn des Arbeiters einerseits die Arbeitszeit ab, die notwendig ist, um den Arbeiter innerhalb gegebener gesellschaftlicher Bedingungen zu erhalten, damit er jeden Tag an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann, und andererseits für die Reproduktion der Arbeitskraft; d.h. um eine Familie zu gründen und einen Nachkommen zu hinterlassen. Kurz gesagt: Die so genannte „reproduktive Arbeit“, wie ein Teil der feministischen Bewegung die Hausarbeit definiert, wird bereits durch den vom Arbeiter verdienten Lohn abgedeckt.</p>

<p>Aus der Sicht der Gesetze des Kapitalismus besteht keine ökonomische oder moralische Ungerechtigkeit darin, die Hausfrau nicht direkt für die Arbeit zu bezahlen, die sie im Haushalt verrichtet. Der ihr zustehende vermeintliche Lohn, welchen sie für ihren Lebensunterhalt benötigen würde, ist bereits im Lohn des Mannes oder in den Löhnen der arbeitenden Familienmitglieder enthalten. Das ist keine Ungerechtigkeit in der kapitalistischen Ausbeutung, sondern ein Zeugnis der Unterdrückung und häuslichen Versklavung der Hausfrau unter der kapitalistischen Produktionsweise. Frauen sind dazu verdammt, die Rolle der Mägde für ihre Männer und Kinder zu spielen und dazu finanziell vollständig von ersteren abhängig zu sein. Aus diesem Grund ist die Forderung nach einem Lohn für Hausfrauen eine unmöglich zu verwirklichende Utopie. Sie hat keine Grundlage in der wissenschaftlichen Ökonomie und ist zusätzlich reaktionär, wie wir in weiterer Folge ausführen werden.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Sind Kapitalisten großzügige Menschen?</h3>

<p>Nähern wir uns der Sache aus einem anderen Blickwinkel. Nehmen wir an, die Frau verrichtet produktive Arbeit, die darin besteht, zur Erzeugung von Lohnarbeitern in Form ihrer Kinder und ihres Mannes beizutragen (sie bereitet das Essen zu, badet ihre Kinder, pflegt sie, wenn sie krank werden, kleidet sie, putzt und unterhält das Haus usw.). So müsste die Frau als Arbeiterin betrachtet werden, die genau wie ihr Mann einen Preislohn haben sollte, der sich aus den Mitteln für den täglichen Lebensunterhalt zusammensetzt. Tatsächlich gibt es aber natürlich keinen Kapitalisten, der sie direkt bezahlt. Sie wäre also dazu verdammt in Armut zu verhungern – das ist aber in der Realität nicht der Fall.</p>

<p>Woher kommen also die Mittel für den Lebensunterhalt der Hausfrau? Woher kommt das Geld, mit dem die Erziehung der Kinder, die Gesundheitsfürsorge oder das Haus, in dem sie lebt, bezahlt wird – wenn doch die Hausfrau keinen Cent erhält? Egal, wie man es dreht und wendet, die Antwort ist klar. Alle notwendigen Mittel für den Lebensunterhalt der Frau und ihrer Kinder (Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung, Gesundheit, Strom usw.) können nur vom Lohn des Mannes kommen. Würde der Lohn des Mannes also nur die Mittel für seinen eigenen Lebensunterhalt beinhalten, gäbe es für seine Frau und seine Kinder gar nichts. Oder sind die Kapitalisten so entgegenkommend, dem Arbeiter einen Lohn zu zahlen, durch den viele Menschen (eher schlecht als recht) leben können? Im Grunde genommen ist dem so.</p>

<p>Würden die Kapitalisten der Argumentation von Leuten wie Federici Beachtung schenken, würden sie sagen:</p>

<p>„Was du vorschlägst, klingt gut für uns. Die Frau muss für ihre Arbeit bezahlt werden, und da von dem Lohn, den wir dem Arbeiter zahlen, derzeit mehr als eine Person leben kann, werden wir den Lohn des Arbeiters auf das Notwendigste reduzieren, damit er über die Runden kommt, als ob er allein leben würde. (Welch ein Glück, dass uns nun linke Berater darauf hinweisen, dass wir unwissentlich für zweihundert Jahre die Gesetzmäßigkeiten der ‚Marxschen Arbeitswerttheorie‘ gebrochen haben!) Wir werden ab jetzt der Hausfrau den ihr zustehenden Anteil geben, damit sie von ihren eigenen Mitteln leben kann“.</p>

<p>Anders gesagt, Arbeitgeber würden jeden Monat zwei Löhne aushändigen – einen für den Angestellten, und einen weiteren für seine Frau.</p>

<p>Ein Einkommen für die Hausfrau zu sichern wäre ein großer Sieg für den feministischen Kampf, wenn auch um den Preis, dass der Lohn des Ehemanns um die Hälfte gekürzt würde. Am Ende hätte sich nichts geändert; die Summe beider Löhne würde denselben Lohn ergeben, den der Mann vorher bekommen hat. Kein Kapitalist würde mehr geben, als er vorher gegeben hat. Was würde das also beweisen? Schlichtweg, dass der Lohn des Mannes die Mittel für den Lebensunterhalt von Frau und Kindern beinhaltet. Das ist es, was wir damit auch zeigen wollten, und was Marx und Engels schon vor anderthalb Jahrhunderten erklärt haben.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Die Abwertung des Familienlohns</h3>

<p>Diese Realität über die Eigenschaften des Familienlohns wird in vielerlei Hinsicht tagtäglich bestätigt. In einem rückständigen kapitalistischen Land wie Spanien fand die großflächige Einbeziehung der Frauen in den Arbeitsmarkt später statt als in Westeuropa und Nordamerika. Es ist folglich nicht ungewöhnlich, dass ältere Menschen erzählen, dass vor 40 oder 50 Jahren die Familie mit einem einzigen Lohn (dem des Ehemannes) auskam. Heute aber müssen beide Partner arbeiten, und selbst dann kommen sie oft kaum über die Runden. Wie wirkt sich das auf die marxistische Theorie über die Lohnzusammensetzung in der Arbeiterfamilie aus?</p>

<p>Die stattgefundene Veränderung besteht darin, dass die massenhafte Integrierung von Frauen in den Arbeitsmarkt dazu geführt hat, dass die Kapitalisten den allgemeinen Durchschnittslohn tendenziell senken. Sofern die Frau arbeitet, benötigt der Mann keinen „Extra“-Zuschlag mehr, um den Rest der Familie zu unterstützen.</p>

<p>Das hatte Marx schon erklärt, als er die Auswirkungen der Maschinerie auf die arbeitende Familie diskutierte. Dabei berücksichtigte er nicht nur die Einbindung der Frau in die außerhäusliche Arbeit, sondern auch die der Kinder:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Maschinerie, indem sie jedes Mitglied der Familie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt den Wert der Arbeitskraft des Mannes auf seine ganze Familie. Sie entwertet also seine Arbeitskraft. Der Ankauf der Arbeitskraft einer vierköpfigen Familie mag vielleicht mehr kosten als früher der Ankauf der Arbeitskraft des Familienoberhauptes, aber dafür treten vier Tage Arbeit an die Stelle von einem, und ihr Preis fällt im Verhältnis zum Überschuß der überschüssigen Arbeitskraft von vier gegenüber der überschüssigen Arbeitskraft von einem. Damit die Familie leben kann, müssen nun vier Menschen nicht nur arbeiten, sondern überschüssige Arbeit für den Kapitalisten aufwenden. Wir sehen also, dass die Maschinerie, während sie das menschliche Material, das den Hauptgegenstand der Ausbeutungsmacht des Kapitals bildet, vermehrt, zugleich den Grad der Ausbeutung erhöht.“ (Karl Marx, Abschnitt 3. Kapitel 15 ‚Maschinerie und große Industrie‘. Das Kapital, Bd. 1., 1867).</p>
</blockquote>

<p>Mit anderen Worten: Der Lohn, der es einer Familie erlaubt, sich selbst zu versorgen, wird individuell abgewertet, je mehr Mitglieder der Familie in den Arbeitsmarkt einbezogen werden. Das bestätigt wiederum, dass jeder individuelle Lohn dann einen Anteil des gesamten Familienunterhalts enthält.</p>

<p>Es ist natürlich nicht so, dass jeder Kapitalist die Löhne seiner Arbeiter einzeln und unter sorgfältiger Abwägung derer jeweiligen Situation anpasst. Es wird aber der Durchschnittslohn an die gegebenen Umstände (anhängig von Branche, der geografischen Lage und den dazugehörigen typischen Familienverhältnissen und den durchschnittlichen Lebenskosten) angepasst – so wie wir das auch von anderen Teilen der kapitalistischen Wirtschaft wie Preisen, Profitraten, Mehrwertraten etc. kennen.</p>

<p>Marx diskutiert die Auswirkungen der außerhäuslichen Arbeit der Frau auf die Arbeiterfamilie sehr ausführlich und sagt in einer der Fußnoten im Kapital folgendes:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Da gewisse Funktionen der Familie, z.B. Warten und Säugen der Kinder usw., nicht ganz unterdrückt werden können, müssen die vom Kapital konfiszierten Familienmütter mehr oder minder Stellvertreter dingen. Die Arbeiten, welche der Familienkonsum erheischt, wie Nähen, Flicken usw., müssen durch Kauf fertiger Waren ersetzt werden. Der verminderten Ausgabe von häuslicher Arbeit entspricht also vermehrte Geldausgabe. Die Produktionskosten der Arbeiterfamilie wachsen daher und gleichen die Mehreinnahme aus. Es kommt hinzu, daß Ökonomie und Zweckmäßigkeit in Vernutzung und Bereitung der Lebensmittel unmöglich werden.“ (Karl Marx, Anm. 39. Abschnitt 3. Kapitel 15 ‚Maschinerie und große Industrie‘. Das Kapital, Bd. 1., 1867)</p>
</blockquote>

<p>Schlicht gesagt, so wie das Familieneinkommen durch die Erwerbstätigkeit, steigen auch die Erhaltungskosten der Familie, entweder durch einen höheren Verbrauch von Grundprodukten (Kleidung etc.) oder dadurch, dass es notwendig wird für die Betreuung der Kinder, die Reinigung des Hauses usw. jemanden einzustellen.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Sind Kinder ein von der Hausfrau produzierter „Tauschwert“?</h3>

<p>Ein letzter Aspekt, den es zu analysieren gilt, ist die Behauptung der Theoretikerinnen dieser neuen feministischen Tendenz, dass Hausfrauen Arbeiterinnen sind die ihre Kinder zu „Arbeitskraft“-Waren machen, zu neuen Lohnarbeitern, die einen „Tauschwert“ besitzen. Wie schon besprochen wird behauptet, dass Hausfrauen für diese Arbeit überhaupt keine Vergütung erhalten. Es lohnt sich, diesen Punkt an dieser Stelle zu vertiefen, um weitere Schlussfolgerungen ziehen zu können.</p>

<p>In dem Buch Reproduktive and Domestic Labour schreiben Isabel Larrañaga, Begoña Arregui und Jesús Arpal:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Überschattung der reproduktiven Arbeit durch die produktive Arbeit rührt von der Unterscheidung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert her, die von der Wirtschaftstheorie unterstützt wird. Durch diese Unterscheidung wird Arbeit, die auf die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse abzielt, als Gebrauchswert bezeichnet, während Produkte, die für den Tausch auf dem Markt bestimmt sind, als Tauschwert bezeichnet werden. Der Handel, der nur Waren einen Wert gibt, die einen Tauschwert liefern können, entzieht der Reproduktionsarbeit ihre gesellschaftliche Relevanz und verweist sie damit in den häuslichen Bereich, da ihr wirtschaftlicher Nutzen nicht messbar ist. Die Logik des Kapitals hat Arbeit und Beschäftigung miteinander vermengt und uns ein enges und einseitiges Verständnis von wirtschaftlicher Aktivität aufgezwungen.“</p>
</blockquote>

<p>Auf die gleiche Verwirrung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert sowie auf das gleiche Missverstehen des Lohnbegriffs stoßen wir bei einem anderen prominenten Verfechter der Hausarbeit, Iñaki Gil de San Vicente:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wenn wir den Wert, der im häuslichen oder reproduktiven Bereich investiert wird, in die bezahlte Arbeit einbeziehen würden, wäre das Lohnniveau viel höher als es derzeit ist, aber das ist nicht der Fall… Da es keinen Mechanismus gibt, der die reproduktive Arbeit anerkennt, wird der von ihr erzeugte Wert vom Kapitalisten enteignet. Daher liegt es im Interesse des kapitalistischen Systems, die hauptsächlich von Frauen geleistete Reproduktionsarbeit zu verbergen. Würde man diese unbezahlte Arbeit offenlegen oder beziffern, würde die Profit- und Akkumulationsrate des Kapitals sinken.“ (aus: Capitalism and the National and Social Emancipation of Gender)</p>
</blockquote>

<p>Diese gesamte Argumentation, die sich als marxistische auszugeben versucht, wonach die Hausfrau Werte (=Kinder) produziert, ist schlichtweg falsch.</p>

<p>Erstens wird ein Teil des Arguments durch die Tatsache widerlegt, dass die Bildung der Kinder – ein wesentlicher Teil ihres Ausbildungsprozesses als zukünftige Lohnarbeiter – außerhalb des Hauses stattfindet: im Kindergarten, in der Grundschule, in der weiterführenden Schule, in der Hochschule und an der Universität, ohne dass die Mutter (oder der Vater) direkt daran beteiligt sind. Zweitens haben wir gesehen, dass diese Ausgaben bereits im Lohn des Mannes enthalten sind, der diese Leistungen in Form von Steuern oder Gebühren bezahlt. In gleicher Weise haben wir bereits ausführlich behandelt, dass Unterhaltskosten für das Kind, die Mutter und andere Familienausgaben im Lohn des Mannes enthalten sind.</p>

<p>Das Problem von Federici, Gil de San Vincente und deren Anhänger ist, dass sie nicht erklären können, warum die Kapitalisten den Müttern (und Vätern) keinen Cent zahlen, obwohl sie deren produzierte Ware – die Kinder, die Lohnarbeiter – kaufen, um sie in ihren Firmen anzustellen. Wem kauft der Kapitalist diese Ware ab? Nicht der Mutter, nicht dem Vater, sondern der „Ware“ Arbeitskraft selbst, also von den Kindern. Junge Arbeiter bekommen Lohn, einen Tauschwert für ihre im Unternehmen geleistete produktive Arbeit – einen Lohn, der ihnen und nur ihnen gehört. Mit diesem Lohn erwerben jungen Arbeiter die Dinge, die sie für das alltägliche Leben benötigen, was ihren Anteil an den Kosten des Familienheims einschließt. Möglicherweise entscheiden sie sich auch dazu, ganz auf eigenen Beinen zu stehen.</p>

<p>Das bringt uns zu folgender Schlussfolgerung: Ein Gegenstand, unabhängig von seinem Gebrauchswert, wird erst zur Ware mit einem Tauschwert, wenn er auf den Markt kommt und dort gegen Geld gehandelt wird. Der Umstand, dass menschliche Arbeit aufgebracht wurde, um ihn zu produzieren, macht ihn noch nicht zur Ware. Ein Paar Schuhe, dass ich für den eigenen Gebrauch hergestellt habe, besitzt zwar einen Gebrauchswert – es befriedigt ein spezifisches Bedürfnis – ist aber keine Ware. Erst wenn ich die Schuhe auf den Markt bringe, um sie zu verkaufen, werden sie zur Ware mit einem Tauschwert, gegen den ich sie eintauschen kann. Die Lohnarbeit charakterisiert [im Unterscheid zur Sklavenarbeit], dass ihr Eigentümer der „freie“ Arbeiter ist (der seine Arbeitskraft für eine gewisse Zeit an einen Kapitalisten verkauft). Die Arbeitskraft ist also erst dann eine Ware, wenn sie den Arbeitsmarkt betritt, nicht davor. Und sie wird von ihrem Besitzer auf den Markt getragen, d.h. von den Arbeitern selbst.</p>

<p>Die Arbeit der Hausfrau ist also keine Warenproduktion, seien es nun ihre Kinder oder etwas anderes. Die sogenannte Hausarbeit beinhaltet die Aufrechterhaltung des Familienheims – ganz im Sinne der Haussklaven im alten Rom. Der Unterschied ist, dass die Frau im Kapitalismus rechtlich gesehen eine „freie Bürgerin“ ist.</p>

<p>Die Frau produziert Gebrauchswerte für den Familienkonsum, so wie wir es aus alten Bauernfamilien kennen. Die Kinderbetreuung innerhalb der Familie fällt in diese Kategorie der Gebrauchswerte und nicht in die der Waren, welche verkauft werden. Wenn die Kinder zu Arbeitern werden, wird ihre Arbeitskraft offensichtlich zu einer Ware und erhält einen Tauschwert, der die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit widerspiegelt, die in ihre Produktion investiert wurde. Die Tatsache, dass Kinder vielleicht in der Zukunft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden, gibt ihnen noch keinen Tauschwert. Es macht sie heute noch nicht zur Ware. Partner entscheiden sich nicht mit dem erklärten Ziel für Kinder, die Kapitalisten mit Arbeitern zu versorgen, sondern aufgrund menschlicher Neigungen. Fortpflanzung und Kindererziehung liegen außerhalb des Kreislaufs der kapitalistischen Ökonomie. Erst wenn Kinder sich dazu entschließen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, können sie Teil der „Arbeiterschaft“ werden, indem sie ihre Arbeitskraft an andere verkaufen. In diesem Moment wird ihre Arbeitskraft zur Ware mit einem Tauschwert, und sie selbst Teil der Lohnsklaverei.</p>

<p>Das steht jedoch alles nicht im Widerspruch zur Tatsache, dass Kapitalisten gezwungen sind, ihren Arbeitern einen Lohn zu zahlen, der es ihnen erlaubt, sich fortzupflanzen und ihre Kinder zu erziehen. Die Kapitalisten sind dazu gezwungen, weil sie ihre Arbeiterkräfte ständig erneuern müssen – sei es aufgrund von Erschöpfung, Alter oder dem Tod eines Arbeiters. Mit dieser Bezahlung haben die Kapitalisten zwar noch keine Garantie, dass ihnen diese Rechnung auch aufgeht: Vielleicht entschließt sich ein Paar gegen Kinder, oder vielleicht versterben diese frühzeitig, oder sie treten nie in die Lohnarbeit ein. Aber der Kapitalist hat keine andere Wahl, als dieses Risiko auf sich zu nehmen, und das aus einem sehr banalen Grund. In einer Gesellschaft, in der die Lohnarbeit dominiert, wird eine Familie keine Kinder haben, wenn sie es sich nicht leisten kann. Das gesamte System der Lohnarbeit würde in sich zusammenbrechen, weil es keine Menschen gäbe, die für andere Menschen arbeiten könnten. Denn ohne Arbeiter gäbe es auch keine kapitalistische Produktion.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Reproduktive Arbeit oder Haussklaverei?</h3>

<p>Unsere Ablehnung von Hausarbeitslöhnen ist von einem politischen, sozialistischen Standpunkt genauso entschieden wie aus ökonomisch-wissenschaftlicher Sicht.</p>

<p><br />Wir haben schon gezeigt, dass die Stellung der Hausfrau jener der Haussklaven im alten Rom sehr ähnlich ist. Sie wird von ihrem Herrn ernährt, gekleidet und versorgt. Dadurch ist sie an den Mann und seinen Willen gekettet. Ein bekanntes Zitat von Marx besagt: „Frau und die Kinder sind die Sklaven des Mannes“. Engels zitiert in seinem Werk über den Ursprung der Familie Marx und stellt fest:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die moderne Familie enthält im Keim nicht nur Sklaverei (servitus), sondern auch Leibeigenschaft, da sie von vornherein Beziehung hat auf Dienste für Ackerbau. Sie enthält in Miniatur alle die Gegensätze in sich, die sich später breit entwickeln in der Gesellschaft und im Staat.“ (Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates)</p>
</blockquote>

<p>Heute versuchen ehemalige Marxisten wie Federici die Sozialwissenschaft in Bezug auf die Stellung der Frau 150 Jahre zurück zu werfen. Den „marxistischen Feminismus“ hat Federici in den 1970er Jahren hinter sich gelassen. Auf ihre alten Tage hat sie die Freuden der Hausarbeit wiederentdeckt und positioniert die Frau der Arbeiterklasse wieder zwischen Töpfe und Pfannen, Windeln und Mopps, dümmlichen Seifenopern und ohne Ausbildung oder Beschäftigung.</p>

<p>Federici behauptet:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Forderung nach einem Lohn für Betreuungsarbeit war für viele Frauen wirklich befreiend, da Frauen so verstehen, dass das, was sie tun, eine Arbeit ist: nicht natürlich, sondern Ausbeutung.“ (Interview, 24.5.14 eldiario.es)</p>
</blockquote>

<p>Was wir hier haben, ist eine moralistische Theorie („Was soll heißen, dass die Arbeit der Hausfrau nicht produktiv sei?! Warum wird nur die Arbeit des Mannes ökonomisch wertgeschätzt?!“), ohne jeglichem wissenschaftlichen Wert, wie wir gerade erklärt haben.</p>

<p>Die Bezahlung der Hausfrau würde tatsächlich nicht nur den Lebensstandard der Arbeiterfamilie und damit das Freiheitsniveau der Hausfrau unverändert belassen, sondern auch die Vorstellung von der Hausfrau als Lasttier, das den ganzen sozialen Druck, der auf Arbeiterfamilien lastet, auf seinem Rücken trägt, verewigen (einschließlich psychischer und körperlicher Misshandlung). Sie würde weggesperrt werden vom sozialen Leben, gefangen in ihren eigenen vier Wänden und zu Arbeit gezwungen, die an ihrem Körper zehrt und ihren Geist vernebelt. So wird sie leichter zur Verteidigerin des Status Quo bewegt, was auch eine konservative Haltung zur politischen und gewerkschaftlichen Aktivität der Männer und Kinder befördert.</p>

<p>Selbst die Mehrheit der feministischen Bewegung in den 1960er und -70er Jahren hat dies verstanden, die in Einklang mit den Marxisten die häusliche Sklaverei der Frau verurteilte. Gerade in Spanien unter dem Eindruck des Kampfes gegen die Franco Diktatur wäre jeder, der die Forderung nach Lohn für häusliche Arbeit bei einem feministischen oder linken Treffen erhoben hätte, ohne Umschweife und völlig zurecht einfach rausgeworfen worden.</p>

<p>Heute allerdings gibt es sowohl in der Linken als auch der feministischen Bewegung eine ganze Reihe an „Theoretiker“, die diese Position verteidigen. Häusliche Arbeit sei emanzipatorisch und müsste bezahlt werden, was der Kapitalismus jedoch verweigere. Die Forderung nach staatlichen Subventionen oder Entschädigungen durch die Kapitalisten tarnt die Haussklaverei und erhält sie damit weiter aufrecht.</p>

<p>Warum Federici und Co. heute eine ganz andere Position als früher vertreten, hat einen ganz einfachen Grund: Sie behaupten zwar noch immer Marxisten zu sein – denn ohne dieses Etikett würden sie ihren Anti-Establishment-Glamour verlieren und nicht so viele Bücher verkaufen oder zu so vielen Konferenzen eingeladen werden. Gleichzeitig haben sie jedoch jeglichen Versuch aufgegeben, auf Basis der marxistischen Theorie für eine wirklich sozialistische Perspektive zu kämpfen. Sie geben sich als „pragmatisch“ und „realistisch“ aus, dabei haben sie sich schlichtweg dem Kapitalismus unterworfen.</p>

<p>Noch eindeutiger erkennt man das in Aussagen wie der folgenden aus einem Interview von vor einigen Jahren, in dem Silvia Federici erklärte:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„In den 1970er Jahren, als sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa strategische Entscheidungen getroffen werden mussten, hat die feministische Bewegung den Bereich der Reproduktion komplett aufgegeben und sich fast ausschließlich auf die Arbeit außerhalb des Hauses konzentriert. Das Ziel war, Gleichberechtigung durch Arbeit zu gewinnen. Doch die Männer waren am Arbeitsplatz unzufrieden, und Gleichheit zu erreichen, nur um genauso unzufrieden und unterdrückt zu sein wie sie, ist keine Strategie.“ (<a href="https://www.pikaramagazine.com/2014/07/tell-us-federici/">Pikaramagzine, 2014</a>)</p>
</blockquote>

<p>Was sagt Federici hier? „Hausarbeit ist schlecht, aber Arbeit in einem Unternehmen ist auch schlecht. Außerdem müssen Frauen dann eine ‚zweite Schicht‘ zu Hause schieben, mit Kindererziehung, Putzen usw. Da wir also keine andere Alternative sehen, wäre es doch noch immer besser, ins Haus zurückzukehren, das uns zwar versklavt, aber wir können zumindest Lohn dafür fordern.“</p>

<p>So glanzvoll sind also die Aussichten, die radikale Feministen wie Federici den Millionen an unterdrückten, armen und arbeitenden Frauen anzubieten haben. Wir können uns sicher sein, dass diese Lebensperspektive weit entfernt von jener ist, die Federici und andere Feministen in dieser Strömung für sich selbst verwirklicht haben.</p>

<p>Wir wollen nicht bestreiten, dass Arbeit im Kapitalismus entmenschlichend und ausbeuterisch ist, für Männer wie für Frauen. Und ja, Frauen sind gezwungen „Doppelschichten“ in der Arbeit und Zuhause zu leisten, denn natürlich befreit die Arbeit im Unternehmen die Frau nicht per se – aber sie gibt ihr die Möglichkeit, sich von ihrem Partner unabhängig zu machen. Einen „Hausarbeitslohn“ im Kapitalismus zu erreichen ist eine Illusion, besonders im aktuellen Kontext der Wirtschaftskrise und der anhaltenden Sparmaßnahmen. Unsere Antwort muss sein, den Kampf für die Vergesellschaftung der Hausarbeit mit dem Kampf für Sozialismus zu verknüpfen. Nur so können wir die Unterdrückung der Frau an der Wurzel packen, anstatt uns nur mit dem kleineren Übel, utopischen oder schlichtweg reaktionären Forderungen zu begnügen.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Lohnarbeit im Heim</h3>

<p>Professionelle Arbeit im Pflege- und Sozialbereich und die Arbeit einer Hausfrau zuhause sind miteinander nicht vergleichbar.</p>

<p>Der Umstand, dass Personen im „Care“ Bereich bezahlt werden, führt zu einer grundlegenden Veränderung dieser Arbeit. Es ist zwar noch immer genauso anstrengende wie schlecht bezahlte Arbeit, aber Arbeiter in diesem Bereich sind nicht mehr persönlich in die Arbeit, die sie verrichten, involviert. Anders als bei einer Hausfrau findet die Arbeit nicht im eignen Zuhause 24/7 statt, sondern nur für eine bestimmte Zeit am Tag im Austausch für einen definierten Lohn. Ohne Lohn wird keine Arbeit verrichtet. Arbeiterinnen verlassen ihr Zuhause und fahren an ihren Arbeitsplatz, reden mit ihren Kollegen und Bekannten über Erfahrungen und Eindrücke in der Arbeit, werden von einem Unternehmen angestellt und können erkennen, was sie mit all den anderen Arbeitern verbindet. All das hilft einer Arbeiterin, die Natur der Klassengesellschaft und ihre inneren Abläufe zu verstehen. Auf einmal ist es möglich, Teil einer Gewerkschaft zu werden, Rechte einzufordern und durch den politischen Kampf die eigenen Interessen zu erkämpfen. Dadurch bildet sich nicht nur ein qualitativ neues politisches Bewusstsein – auch der Selbstwert von „Care“- Arbeiterinnen steigt damit auf ein völlig anderes Niveau. Das alles ist nicht vergleichbar mit dem Leben einer Hausfrau, eingesperrt in ihrem eigenen Haus. Die Entfremdung der Arbeiterin ist dieselbe, die alle Arbeiter erfahren, egal ob Metallarbeiter oder Sekretär: es ist die Entfremdung einer Arbeiterin, nicht die eines Sklaven. Für die Hausfrau ist ihr Zuhause ihre Welt; für die Pflegekraft ist ihre Welt draußen, im sozialen Leben und in der Verteidigung ihrer Interessen als Arbeiterin und von Tausenden von Menschen wie ihr.</p>

<p>Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege in bezahlte Lohnarbeit zu überführen bereitet die Bedingungen für die zukünftige Befreiung der Frau und der Familie aus der häuslichen Sklaverei: Alle erdrückenden Aufgaben, welche heute auf den Familien lasten (Wäsche waschen, Essen bereiten, Kinder- und Altenpflege…) würden von der Gesellschaft übernommen. Neben gut ausgestatteten Kindergärten in den Gemeinden und an den Arbeitsplätzen, können im Sozialismus Freizeit- und Spielzentren für Kinder und Jugendliche errichtet werden, die gut gepflegt, brauchbar und lehrreich sind. Pflegeheime werden nicht die düsteren, schmutzigen, schlecht in Stand gehaltenen und teuren Einrichtungen sein, die wir derzeit gewohnt sind. Sie wären auf dem Niveau von hochwertigen Hotels, die kostenlos oder zu geringen Kosten zur Verfügung stehen, inklusive angeschlossenen, voll ausgestatteten Gesundheitseinrichtungen. Die Arbeiter in diesem Sektor müssten keine langen, anstrengenden Schichten durchstehen. Ihr Arbeitstag wäre vier oder fünf Stunden lang, vielleicht sogar kürzer. Die fortschrittlichste Technologie würde eingesetzt werden, um die körperliche Anstrengung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen, alten oder kranken Menschen auf ein Minimum zu reduzieren. Die gesamte Technologie wäre darauf ausgerichtet, die Arbeit bei jeder Aufgabe zu minimieren, insbesondere bei denen, die große körperliche Anstrengung erfordern.</p>

<p>Wie Engels so treffend schreibt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Hier zeigt sich schon, daß die Befreiung der Frau, ihre Gleichstellung mit dem Manne, eine Unmöglichkeit ist und bleibt, solange die Frau von der gesellschaftlichen produktiven Arbeit ausgeschlossen und auf die häusliche Privatarbeit beschränkt bleibt. Die Befreiung der Frau wird erst möglich, sobald diese auf großem, gesellschaftlichem Maßstab an der Produktion sich beteiligen kann und die häusliche Arbeit sie nur noch in unbedeutendem Maß in Anspruch nimmt. Und dies ist erst möglich geworden durch die moderne große Industrie, die nicht nur Frauenarbeit auf großer Stufenleiter zuläßt, sondern förmlich nach ihr verlangt, und die auch die private Hausarbeit mehr und mehr in eine öffentliche Industrie aufzulösen strebt.“ (Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats)</p>
</blockquote>

<h3 class="wp-block-heading">Für eine sozialistische Alternative zur Haussklaverei</h3>

<p>Marxisten stehen für die Vergesellschaftung der Kindererziehung sowie der Alten- und Behindertenbetreuung. Die Gesellschaft als Ganzes würde diese Aufgaben übernehmen und die arbeitende Familie, insbesondere die Hausfrau, von ihnen befreien. Tatsächlich hat die kapitalistische Entwicklung bereits zur Vergesellschaftung einiger Aspekte des Familien- und Gemeinschaftslebens geführt, zum Beispiel durch öffentliche Verwaltungssysteme oder Auslagerung an Privatunternehmen (wenn auch nur teilweise und unzureichend). Dazu gehören die Bildung, das Gesundheitswesen, Transport, Telekommunikation, Elektrizität, Abfallwirtschaft usw. Seit einiger Zeit sehen wir einen ähnlichen Trend bei der Versorgung von alten und Menschen mit Behinderungen, bei den sogenannten Pflegediensten.</p>

<p>Doch im Kapitalismus haben diese Schritte zur Vergesellschaftung der Hausarbeit ihre Grenzen. Die Kapitalisten wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, einen größeren Teil des Mehrwerts, den sie den Arbeitern auspressen (dies ist die Quelle ihrer Profite), an die Gesellschaft abzugeben, um damit eine Vergesellschaftung der Hausarbeit zu finanzieren. Daher muss ein Klassenkampf dafür geführt werden.</p>

<p>Sollte eine Hausfrau in diesem Sinne einen Lohn erhalten, um allein, unabhängig von ihrem Mann, leben zu können? Natürlich soll sie das, aber nicht aufgrund ihrer Position als Hausfrau, aus der sie sich befreien muss. Wir fordern, dass alle Arbeitslosen eine feste, angemessene und gut bezahlte Arbeit erhalten. Während sie arbeitslos sind, sollten sie Arbeitslosengeld in Höhe des Mindestlohns erhalten. Wir fordern, dass Hausfrauen, so wie Arbeitslose, diese Leistungen erhalten, dies aber unbedingt in Kombination mit der Forderung nach qualitativ hochwertigen und gut bezahlten Arbeitsplätzen für alle. Wir ermutigen jede Frau eine Arbeit zu finden, die es ihr ermöglicht, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir fordern sie auf, ihren Horizont zu erweitern, ein vielfältigeres soziales Leben außerhalb des Familienhauses zu führen und sich in den bewussten Kampf anderer Arbeiter für ein Übergangsprogramm zum Sozialismus mit Forderungen wie den folgenden einzubringen: Reduktion der Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich, kostenlose öffentliche Kindergärten, kostenlose öffentliche Kantinen, kostenlose öffentliche Waschsalons und professionelle Pflegearbeit durch bezahlte Arbeiter.</p>

<p>Wir müssen erklären, dass wir eine allgemeine Vergesellschaftung der Hausarbeit nur in einem sozialistischen System, in dem die Wirtschaft generell in kollektives Eigentum überführt und von den Arbeitern demokratisch geführt wird, erreichen können.</p>

<p>Engels schreibt:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Mit dem Übergang der Produktionsmittel in Gemeineigentum hört die Einzelfamilie auf, wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft zu sein. Die Privathaushaltung verwandelt sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder wird öffentliche Angelegenheit…“ (Friedrich Engels, Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates)</p>
</blockquote>

<p>Die Vorteile einer sozialistischen Planwirtschaft – kollektive Arbeit und Unterdrückung des Profitmotivs in jeder menschlichen Tätigkeit, wahre Nächstenliebe ohne religiöse Heuchelei oder Eigennutz, zusammen mit der fortschrittlichsten Technologie und Wissenschaft – würden in einer sozialistischen Gesellschaft jede Spur häuslicher Sklaverei und die Unterwerfung der Frau unter den Mann ausmerzen, und die Frau ermächtigen, ihr volles Potenzial zu entfalten – etwas, das ihr seit Jahrtausenden verwehrt wird.</p>
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		<item>
		<title>Frauenunterdrückung: Was tun? </title>
		<link>https://derkommunist.de/frauenunterdrueckung-was-tun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adam Czaplinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 13:30:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Wie bekämpfen wir Unterdrückung wirksam?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neben den Lasten der Lohnarbeit kommen für Frauen zusätzlich gaffende Blicke, geringere Löhne, herablassende Sprüche, Bevormundung, die Bürde der ungleichen Verteilung von Reproduktionsarbeit (Kochen, Putzen, weitere Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege usw.), [&#8230;]</p>
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<p>Neben den Lasten der Lohnarbeit kommen für Frauen zusätzlich gaffende Blicke, geringere Löhne, herablassende Sprüche, Bevormundung, die Bürde der ungleichen Verteilung von Reproduktionsarbeit (Kochen, Putzen, weitere Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege usw.), die Angst, nachts alleine unterwegs zu sein hinzu. Obwohl die Frau formal vor dem Gesetz gleichgestellt ist, hat sich ihre Lage in den letzten Jahren besonders verschlechtert. </p>

<h3><strong>Kapital gegen Arbeiterinnen</strong> </h3>

<p>Die Veröffentlichung des „Gender Pay Gap“ (GPG) 2024 löste eine gewisse Freude aus: Im Jahresvergleich sank der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen von 18% auf einen Tiefstand von 16%. Doch das ist Augenwischerei. Die Senkung lag nicht etwa an höheren, gerechteren Löhnen für Frauen, sondern an der tiefen Krise in der männerlastigen Industrie, wodurch der durchschnittliche Reallohn von Männern stärker gefallen ist. </p>

<p>Der Hauptgrund für die geringere Bezahlung von Frauen liegt in der Teilzeitarbeit. Frauen arbeiten anteilig deutlich häufiger in Teilzeit (50%) als Männer (13%), und hauptsächlich, um die Reproduktions- und Lohnarbeit überhaupt miteinander vereinbaren zu können. Pro Woche verrichten Frauen 30 Stunden Reproduktionsarbeit, und damit 44,3% mehr als Männer mit 21 Stunden. Familie ist allzu oft Pflicht, statt freie Wahl. </p>

<p>Selbst wenn man von der systematischen Benachteiligung durch Teilzeitbeschäftigung und der Tatsache, dass Frauen insgesamt in schlechtbezahlten Branchen arbeiten, absieht und sich den „bereinigten“ GPG anschaut, verdienen Frauen bei gleicher Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie 6% weniger als Männer. </p>

<p>Langfristig führt dies zu Altersarmut. 2024 waren 410.000 Frauen auf die Grundsicherung im Alter angewiesen, das sind 100.000 mehr als noch 2014 – trotz der Tatsache, dass die Erwerbstätigenquote von Frauen von 58,9% (2003) auf 73% (2022) gestiegen ist. Die Alterseinkünfte im Jahr 2023 von Frauen waren 27,1% niedriger als die von Männern. </p>

<h3><strong>Reproduktionsarbeit</strong> </h3>

<p>Weil Frauen hauptsächlich Reproduktionsarbeit verrichten und z. B. schwanger werden können oder sich um ihr krankes Kind kümmern müssen, erlauben es sich Kapitalisten, Frauen weniger Lohn zu geben, da sie im Beruf potenziell kurz- und mittelfristig wegfallen könnten. Geringere Löhne für Frauen werden wiederum als Vorwand genutzt, um auch die Löhne von Männern zu drücken. </p>

<p>Wiederum wäre es möglich Frauen (und Männer) von den Lasten der Reproduktionsarbeit weitgehend zu entlasten, durch öffentliche und kostengünstige Kantinen in den Betrieben, Schulen und Stadtvierteln; Wäschereien, flächendeckende und ganztägige Kitas, ausfinanzierte Pflegeheime usw. Aber dafür wollen die Kapitalisten nicht zahlen. Stattdessen sind soziale Bereiche wie Gesundheit und Pflege üblicherweise die ersten Opfer des Spardiktats. </p>

<p>Deshalb müssen die Gewerkschaften flächendeckende gewerkschaftliche Organisierung schaffen. Insbesondere Frauen müssen sie systematisch organisieren und gegen diese Sparmaßnahmen und Entlassungswellen, für höhere Tariflöhne, Renten, Arbeitszeitverkürzung und mehr Personal kämpfen &#8211; und sich nicht mit zu wenig abspeisen lassen. Die aktuellen Arbeitskämpfe im Rahmen des Tarifvertrags im öffentlichen Dienst müssen genau dafür genutzt werden. Dadurch könnten Frauen bei reduzierter Wochenarbeitszeit Vollzeit arbeiten und finanziell eigenständig sein. Vor allem in Bereichen wie der Heimpflege, Handel oder Gastro braucht es eine Organisierungsoffensive von Frauen, da sie dort besonders wenig organisiert und extrem ausgebeutet werden. </p>

<h3><strong>Gewalt und Frauenbild</strong> </h3>

<p>Der schlechte Lohn der Frau führt zur ökonomischen Abhängigkeit von ihrem Partner. Das Armutsrisiko alleinerziehender Mütter ist viermal höher als das verheirateter. Dadurch steigt der Druck bei ihren Partnern zu bleiben – auch wenn die Beziehung ungesund ist oder gewalttätig wird. </p>

<p>Nach offiziellen Angaben stieg 2023 die Zahl weiblicher Opfer sexualisierter Gewalt um 6,2% auf 52.330; die Zahl weiblicher Opfer häuslicher Gewalt um 5,6% auf 180.000. Bemerkenswert ist, dass Fälle von Hasskriminalität gegen Frauen – Straftaten, die ausschließlich auf frauenfeindlichem Gedankengut basieren – 2023 um 56,3% auf 322 Fälle stiegen. </p>

<p>Neben der gestiegenen finanziellen Abhängigkeit vom Partner – angetrieben durch die Pandemie und Inflation im Zuge des Ukrainekrieges – führt das Bundeskriminalamt diesen Anstieg “auf die Ablehnung von Gleichberechtigung und die Verbreitung extremistischer Ideologien im Internet zurück.“ 45% der Fälle von Hasskriminalität gegen Frauen sind dem rechten Spektrum zuzuordnen, was insbesondere durch die AfD und sogenannte “Alphamänner” online angefeuert wird. Kapitalisten begrüßen diese rückwärtsgewandten Rollenbilder, um die Lohnunterschiede und die Hausarbeit der Frauen zu legitimieren. </p>

<p>Der Aufstieg der Rechten ist die direkte Folge der Sparpolitik und der Angriffe der Establishment-Parteien auf die Arbeiterklasse. In der Tat sind es diese “demokratischen” Parteien, die die Lage der Frauen verschlimmern, insbesondere von Opfern von Gewalt. </p>

<h3><strong>Unterfinanzierung</strong> </h3>

<p>Ursprünglich hatte die Ampelregierung eine verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsstellen versprochen. Sie taten das Gegenteil. 2022 mussten 15.000-mal Schutzsuchende abgewiesen werden. Es existieren nur 7.000 Frauenhausplätze, während 14.000 Plätze fehlen. Beratungsanfragen können nicht ausreichend bearbeitet werden. Besonders akut ist die Lage für behinderte, migrantische und geflüchtete Frauen, weil spezialisierte Beratungsstellen fehlen. </p>

<p>Das kürzlich verabschiedete „Gewalthilfegesetz“ bietet (erst) ab 2032 einen kostenlosen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt an, aber keinen Anspruch auf einen Frauenhausplatz. Auf Druck der CDU sind Transfrauen ausgeschlossen. </p>

<p>Außerdem wurde neulich wegen Widerstand der FDP und CDU Paragraf 218 nicht abgeschafft, welcher Abtreibungen im ersten Trimester unter Strafe setzt. Frauen werden also unverändert ihrer Autonomie beraubt, wenn sie vor einer Abtreibung zu einer Zwangsberatung und Wartezeit zwischen Beratung und Abtreibung verpflichtet werden, oder eine Abtreibung ab dem 4. Monat wollen. </p>

<p>Wir dürfen kein Vertrauen in die Kapitalisten und ihre Politiker setzen, sondern müssen einen gewerkschaftlichen Kampf für die Ausfinanzierung von Frauenhäusern und allen anderen Anlaufstellen führen, was durch die Kapitalisten selbst bezahlt werden soll. Gewerkschaften haben dabei die Aufgabe, ihre Möglichkeiten (Betriebsversammlungen, Betriebsräte und Medien) zu nutzen, um eine permanente Aufklärungsarbeit gegen Gewalt an Frauen zu leisten. Es braucht kostenlosen, flächendeckenden Zugang zu öffentlichen Abtreibungsangeboten und Programmen für Frauengesundheit. </p>

<h3><strong>Frauen hassen Merz</strong> </h3>

<p>Nicht mal das Mindestmaß an Schutz und Selbstbestimmung interessiert die Kapitalisten und Politiker. Stattdessen nutzen alle Parteien von SPD bis AfD Morde an Frauen für rassistische Hetze und stellen Gewalt an Frauen als ein importiertes Problem aus dem „barbarischen Ausland“ dar. Dieser Kulturkampf verschlimmert die Lage von Frauen – insbesondere Migrantinnen – und treibt die Massen in die Arme der AfD mit ihrem reaktionären Frauenbild. </p>

<p>Wenig überraschend blicken Frauen ohne Enthusiasmus auf Friedrich Merz (CDU). Merz’ berüchtigter Ruf unter Frauen hat eine lange Geschichte: 1995 stimmte Merz gegen die Liberalisierung des Abtreibungsrechts, 1997 gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe – mit der Begründung, dass „die Ehe an Wert verlieren werde“ –, und 2006 gegen das Gleichbehandlungsgesetz. </p>

<p>Die kommende CDU-geführte Regierung macht kein Geheimnis daraus, dass alle den Gürtel enger schnallen müssen, um die Kapitalisten aus ihrer Wirtschaftskrise zu retten. Die ökonomische Lage der Frau wird enorm schlechter werden, die Gewalt wird steigen und Anlaufstellen werden weiter kaputtgespart. </p>

<h3><strong>Eine Brot- und Klassenfrage</strong> </h3>

<p>Wir kämpfen für die Enteignung der Kapitalisten, weil nur in einer demokratischen Planwirtschaft Geld und Ressourcen im Interesse der Massen verteilt und investiert werden können. Dadurch würden Frauen von den Lasten der Reproduktionsarbeit befreit und vollumfänglich in das gesellschaftliche Leben eingebunden werden. </p>

<p>Die populäre Meinung, dass Männer der Arbeiterklasse von der Frauenunterdrückung profitieren, stimmt nicht und behindert sogar den Befreiungskampf von arbeitenden Frauen, die gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen kämpfen müssen. Nur die Männer und Frauen der Kapitalistenklasse und ihre nächsten Verbündeten in Staat, Politik und Wirtschaft profitieren von der Unterdrückung von Frauen, während die Arbeiterklasse lediglich kleine Krümel zugeworfen bekommt und entlang des Geschlechts gespalten wird. </p>

<p>Die Frauenfeindlichkeit wird nicht über Nacht verschwinden. Doch die Einheit von Männern und Frauen der Arbeiterklasse im alltäglichen Kampf gegen die Kapitalistenklasse trägt mehr als alles andere dazu bei, frauenfeindliches Gedankengut aufzulösen. In diesem Kampf wird deutlich: Nicht Männer im Allgemeinen oder dieses und jenes Gesetz sind das Problem, sondern der Kapitalismus an sich. </p>

<p>Die Befreiung der Frauen ist nicht vom Kampf für die sozialistische Revolution zu trennen</p>
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		<title>Austerität tötet Frauen! </title>
		<link>https://derkommunist.de/austeritaet-toetet-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viktoria Filippovna]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2025 10:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
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<p>„Jeden Tag werden mehr als 140 Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer einer Sexualstraftat. Sie werden Opfer, weil sie Frauen sind. Das ist unerträglich – und verlangt konsequentes Handeln&#8220;, sagte Nancy Faeser (SPD) im November 2024. So richtig die Aussage ist, umso ekelhafter kommt es ausgerechnet aus dem Mund der Frau, die als Innenministerin alle Verschlimmerungen der Lage der Frauen mitträgt und mitentscheidet. Weil sich Deutschland in der tiefsten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg befindet, hat die Ampelregierung die Spar- und Kürzungspolitik deutlich verschärft. </p>

<h3><strong>Steigende Gewalt und sinkende Finanzierung</strong> </h3>

<p>Im November letzten Jahres veröffentlichte das Statistische Bundesamt den Lagebericht „Geschlechtspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023”, der einen furchtbaren Anstieg häuslicher und sexueller Gewalt gegen Frauen offenbart. 2023 wurde fast täglich eine Frau von Partnern, Ex-Partnern oder Familienmitgliedern getötet und alle drei Minuten wurde eine Frau Opfer häuslicher Gewalt. Insgesamt wurden 360 Frauen und Mädchen umgebracht und 983 Frauen und Mädchen wurden Opfer von versuchten Tötungen. Die Dunkelziffer bei allem dürfte dabei nochmal erschreckend höher sein. </p>

<p>In Deutschland gibt es zu wenige Frauenhäuser. Rund 400 Frauenhäuser mit insgesamt 7.000 Plätzen sind vorhanden. Diese sind meist überfüllt – die meisten schutzsuchenden Frauen werden abgewiesen. Über 16.000 Frauen haben 2023 keinen Platz erhalten, das heißt, sie wurden dorthin zurückgeschickt, wo sie misshandelt, geschlagen und vergewaltigt werden. Eine einheitliche Finanzierung der Frauenhäuser gibt es nicht. Vielfach müssen die Schutzsuchenden für die Unterbringung sogar selbst zahlen. Das führt dazu, dass sich viele Frauen dafür entscheiden, zum gewalttätigen Partner zurückzukehren. Jede Abweisung und jede Rückkehr zum Täter können dabei tödlich enden. </p>

<h3><strong>Sparen, Kürzen, Streichen</strong> </h3>

<p>2023 kürzte die Ampelregierung die Mittel für den Ausbau der Frauenhäuser von 30 Mio. Euro auf 20 Mio. Euro, nur um wenige Wochen später einen Förderstopp zu verhängen: Eingegangene Anträge werden nicht mehr bearbeitet. Eine Studie von 2008 über die Auswirkungen der Kürzungspolitik auf die Situation der Frauen ergab, dass vielfach als Erstes in Verwaltung, Bildung und im öffentlichen Sektor gekürzt wurde. Also dort, wo zum Großteil Frauen beschäftigt sind. </p>

<p>Daneben führten Kürzungen im sozialen Bereich dazu, dass Frauen wieder vermehrt in den Haushalt gedrängt wurden. Wenn Kindergärten schließen oder unterbesetzt sind, wenn im Gesundheitssystem gespart wird und pflegebedürftige Menschen zu Hause gepflegt werden, wenn es hohe Arbeitslosigkeit gibt, dann bleiben als Erstes die Frauen zu Hause und kümmern sich um Kinder, pflegen Angehörige, arbeiten in Teilzeit oder gar nicht mehr. Das bindet Frauen an gewalttätige Partner. </p>

<h3><strong>Zurück an Heim und Herd</strong> </h3>

<p>Spar- und Kürzungspolitik machen alle erkämpften Reformen und Errungenschaften der Arbeiterklasse zunichte. Verschlimmert wird das Problem durch imperialistische Konflikte und dem Auferstehen des deutschen Militarismus, welche die Staatsausgaben umso mehr belasten. Sie kurbeln die Kürzungen weiter an. </p>

<p>Die Situation der Frauenhäuser und die Zunahme von häuslicher Gewalt und Tötungen zeigen sehr eindrücklich: Frauenbefreiung und Frauenrechte waren nie im Interesse der Herrschenden. Für die Kapitalisten kommt es tatsächlich gelegen, dass Frauen die Privatisierungen von Pflege- und Sorgearbeit selbst ausbaden müssen. Lieber sollen Frauen überlastet werden und sterben, als dass nur ein Bruchteil der Profite der Kapitalisten in den Schutz von Frauen fließt. Um ihre Profite zu erhalten, machen sie das Leben für uns alle zur Hölle. Der Kampf für Frauenbefreiung ist der Kampf für ein besseres Leben für die gesamte Arbeiterklasse. Wir sagen: Pflege statt Panzer! Frauenhäuser statt Fregatten! </p>
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		<title>Indien: Wütende Proteste nach Vergewaltigung und Mord an junger Ärztin</title>
		<link>https://derkommunist.de/indien-wuetende-proteste-nach-vergewaltigung-und-mord-an-junger-aerztin/</link>
					<comments>https://derkommunist.de/indien-wuetende-proteste-nach-vergewaltigung-und-mord-an-junger-aerztin/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Attard, marxist.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 17:59:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Global]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das 31-jährige Opfer war eine Praktikantin, die in Kalkutta Atemwegsmedizin studierte. Solche Doktoranden werden stark ausgebeutet und zu 36-Stunden-Schichten gezwungen. Nach einer dieser zermürbenden Schichten wurde sie von einer Gruppe [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das 31-jährige Opfer war eine Praktikantin, die in Kalkutta Atemwegsmedizin studierte. Solche Doktoranden werden stark ausgebeutet und zu 36-Stunden-Schichten gezwungen. Nach einer dieser zermürbenden Schichten wurde sie von einer Gruppe vergewaltigt und ermordet.</p>



<p>Als Reaktion ist Mitte August in Kalkutta eine wütende Protestbewegung ausgebrochen. Angeführt von Frauen, weiteten sich die Proteste auf viele Städte aus. Hunderttausende Frauen und Männer gingen auf die Strasse.</p>



<p>An der Spitze der Protestbewegung stehen doktorierende Ärzte. Sie haben erklärt, dass sie streiken werden, bis konkrete Massnahmen ergriffen werden.</p>



<p>Die Regierung des Bundesstaates hat Schlägertruppen geschickt, um die Demonstrationen in Kalkutta anzugreifen. Dutzende wurden verhaftet, darunter auch unsere kommunistischen Genossen.</p>



<p>Die <em>Revolutionären Kommunisten Indiens</em> (und Deutschlands!) erklären ihre volle Solidarität mit den Demonstranten und den streikenden jungen Medizinern und fordern Gerechtigkeit!</p>



<p><strong>Schluss mit der Gewalt gegen Frauen: Schluss mit dem Kapitalismus!</strong></p>



<p>Sexuelle Gewalt und das verfallende indische Gesundheitssystem sind politische Fragen. Das abscheuliche kapitalistische System, das Premierminister Modi verteidigt, und die chauvinistische Hindutva-Ideologie, die er propagiert, sind die eigentliche Ursache des Zerfalls der indischen Gesellschaft.</p>



<p>Wir dürfen keine Illusionen haben: Der indische Staat wird nicht in der Lage sein, Frauen oder junge Mediziner in Zukunft zu schützen. Tatsache ist, dass sexuelle Gewalt und Femizid die giftigen Früchte einer verrotteten kapitalistischen Gesellschaft sind.&nbsp;</p>



<p>In Indien könnte heute ein kleiner Funke eine riesige Massenbewegung wie in Bangladesch auslösen. In der indischen Gesellschaft brodelt die Wut. Sie kam in den letzten Jahren in einer Reihe beispielloser Kämpfe zum Ausdruck, darunter einige der grössten Generalstreiks der globalen Geschichte und die siegreiche Bauernbewegung gegen Premier Modis verhasstes Agrargesetz.</p>



<p>Wir sagen: Alle auf die Strasse, bis wir Gerechtigkeit haben! Um die Gewalt gegen Frauen zu beenden, müssen wir den Kapitalismus beenden!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Unser kommunistisches Programm für die Befreiung der Frau</title>
		<link>https://derkommunist.de/unser-kommunistisches-programm-fuer-die-befreiung-der-frau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Revolutionare Kommunistische Partei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2024 20:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Kommunist]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[RKP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hingezufügt von AC am 25.03.2024</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<ul class="wp-block-list">
<li>Frauen werden unterdrückt, weil wir in einer Klassengesellschaft leben, die Kapitalismus heißt. Deshalb sagen Kommunisten: Keine Befreiung der Frau ohne Sozialismus, kein Sozialismus ohne Befreiung der Frau! </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Voraussetzung ist der gemeinsame Kampf der werktätigen Frauen und Männer gegen den Kapitalismus und ihre gemeinsame Organisierung in der Revolutionären Kommunistischen Partei und in den Gewerkschaften: Für die Enteignung der Milliardäre und Millionäre sowie die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien und Banken unter Arbeiterkontrolle in einer demokratischen Planwirtschaft. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Statt Einheit mit den Bossen stehen Kommunisten für die Einheit und die Interessen aller Arbeiterinnen und Arbeiter im Klassenkampf gegen den Kapitalismus. Wir kämpfen für ein Ende der Sozialpartnerschaft in den Gewerkschaften und die Verdrängung des Reformismus aus allen Organisationen der Arbeiterklasse. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Deshalb haben Kommunisten die Verantwortung, im Betrieb, in der Schule, Uni, Gewerkschaft oder im Stadtteil kommunistische Zellen aufzubauen, die den Kampf gegen den Kapitalismus organisieren. Unser Programm zielt auf die volle Befreiung aller Arbeiterinnen und Arbeiter ab. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einheit duldet keine reaktionären Ideen. Der Kapitalismus fesselt die Frau an Heim, Herd und Familie und versucht, sie so aus dem öffentlichen Leben zu drängen und die Arbeiterklasse entlang der Geschlechter zu spalten. Deshalb bekämpfen Kommunisten konsequent Sexismus und die Darstellung von Frauen als (Sex-)Objekte. Sie klären über den rückständigen Charakter der Hausarbeit und die mit ihr verbundene Vergeudung von Zeit, Kraft und Mitteln auf. Deshalb sind wir auch für die Organisierung von Hausfrauen und Arbeitslosen. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Hausarbeit muss vergesellschaftet werden. Kommunisten sind für ein kostenloses, staatlich vollfinanziertes und öffentliches Gesundheits- und Sozialsystem: Wäscherein, Kantinen, Putzdienste, bedarfsdeckende Kinderbetreuung, Alters-/Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kommunisten wollen Vollbeschäftigung durch konsequente Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Wir sind für den Stopp und die Rückführung von Privatisierungen, Outsourcing und Befristungen. Dabei gilt gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für alle sowie freier Zugang zu allen Berufen ohne geschlechtsspezifische Benachteiligung. Nur so kann die Abhängigkeit der Frau vom Mann gebrochen werden. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kommunisten stehen dafür ein, dass Frauen uneingeschränkte Kontrolle über ihr Leben und ihren Körper erlangen. Deshalb muss der § 218 StGB abgeschafft und Schwangerschaftsabbrüche kostenlos in angstfreier Umgebung bei höchstem medizinischen Standard durchgeführt werden. Auch sollte die Ehescheidung einseitig ohne Begründung und ohne bürokratischen Aufwand jederzeit möglich sein. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Organisierung und gemeinsamer Kampf von Arbeiterinnen und Arbeitern ist das beste Mittel, um Gewalt an Frauen zu bekämpfen. Dabei setzen wir uns auch für den Ausbau und vollständige staatliche Finanzierung von Frauenhäusern und -beratungsstellen ein sowie für staatlich finanzierte unabhängige Stellen für Anzeigen von und Betreuung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Kapitalismus zwingt Frauen in die Prostitution. Deshalb bekämpfen Kommunisten Zuhälterei und Pornoindustrie sowie die Kriminalisierung von Prostituierten. Wir sind für das Bleiberecht, Ausbildung und Jobgarantie für alle sowie Ausstiegshilfen aus der Prostitution. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Jeder muss in Würde und Sicherheit leben können. Deshalb kämpfen Kommunisten für die Verstaatlichung von Grund und Boden; die entschädigungslose Enteignung von Immobilienunternehmen sowie von leerstehenden Wohnflächen; die Verteilung von Wohnraum unter allen Bedürftigen und einen massiven Ausbau des öffentlichen sozialen Wohnungsbaus. </li>
</ul>



<p></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nur wer die Mittel zur Erzeugung des gesellschaftlichen Reichtums besitzt, kann die Gesellschaft verändern. Das Hindernis der Gleichstellung von Mann und Frau ist das kapitalistische Privateigentum. An seine Stelle muss die sozialistische Planwirtschaft treten. Arbeiterinnen und Arbeiter vereinigt euch!</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie kämpfen Kommunisten für Frauenbefreiung?</title>
		<link>https://derkommunist.de/wie-kaempfen-kommunisten-fuer-frauenbefreiung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Adrian Espurna]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2024 19:51:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitungen zum Parteiaufbau]]></category>
		<category><![CDATA[Der Kommunist]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinzugefügt von AC am 25.03.2024</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kapitalismus bedeutet für Frauen vor allem Erniedrigung, Ausbeutung und Unterdrückung. Der Sexismus als ideologische Stütze dieser Verhältnisse durchdringt alle Bereiche des Lebens, angefangen bei herabwertenden Kommentaren in der Schule, an der Uni oder im Betrieb bis hin zu körperlicher oder psychischer Gewalt an Frauen. Die Untätigkeit der Liberalen, tatsächliche Maßnahmen für Gleichstellung und -berechtigung zu ergreifen, zeigt vielen Frauen: Sie müssen sich selbst zu Wehr setzen. </p>



<p>Aber weder die Reformisten noch die Feministen können die Ursache der Frauenunterdrückung erklären und einen realen Kampf anführen. Dazu sind nur wir Kommunisten in der Lage. Unsere Aufgabe ist es, diejenigen in unserem Umfeld, die es mit dem Kampf um Frauenbefreiung ernst meinen, um ein kommunistisches Programm zu versammeln. Damit legen wir die Grundlage, die Unterdrückung der Frau tatsächlich zu bekämpfen und zu beseitigen. </p>



<p><strong>Kommunisten mobilisieren zum 8. März! </strong></p>



<p>Als Kommunisten gehen wir am 8. März natürlich auf die Straße. Der Frauenkampftag ist für uns aber kein symbolischer Akt. Täglich sind unsere Klassenschwestern Übergriffen durch ihre Vorgesetzten, Lehrer oder Professoren ausgesetzt. Beinahe die Hälfte aller Frauen in Deutschland war Opfer sexistischer Gesten und Übergriffe. Tatsächlich dürfte das Dunkelfeld noch viel höher liegen. Gegen all diese Vorfälle, wo auch immer sie passieren, stehen Kommunisten auf und ermutigen andere, das gleiche zu tun. Unsere Freunde, Bekannte, Mitschüler, Kommilitonen und Kollegen beider Geschlechter fordern wir daher auf: Geht mit uns zusammen am 8. März auf die Straße! </p>



<p>Wir reden mit unserem Umfeld über die Ursachen von Frauenunterdrückung und die Notwendigkeit unseres kommunistischen Programms. Dazu nutzen wir die Zeitung. Allen Kämpfern um uns herum machen wir deutlich: „Der Kommunist“ ist auch deine Waffe, mit der du zum 8. März mobilisieren kannst. Deswegen geben wir ihnen Zeitungen mit, die sie selbst verkaufen können. Mit den Leuten, die konsequent gegen Frauenunterdrückung und damit die Klassengesellschaft kämpfen wollen, bauen wir eine kommunistische Zelle in unserer Schule, an unserer Uni oder im Betrieb auf. </p>



<p><strong>Kommunisten finden Mitstreiter! </strong></p>



<p>Vor dem 8. März laden wir jeden in unserem Umfeld ein, sich mit uns auf die Demonstrationen vorzubereiten. Dabei stellen wir die Frage in den Mittelpunkt, welche Argumente und Slogans wir brauchen, um Kämpfer von unserem Programm zu überzeugen, und bereiten Reden in diesem Sinne vor. Noch ist unsere Organisation vergleichsweise klein. Um das zu ändern, müssen wir auffallen! Deswegen rüsten wir uns mit kämpferischen Bannern und Schildern aus. </p>



<p>Auf den Demos am 8. März treffen wir auf tausende radikalisierte, vor allem junge Menschen. Ein großer Teil von ihnen bezeichnet sich schon als Kommunist, eine noch breitere Schicht will ernsthaft etwas gegen Frauenunterdrückung unternehmen. Beide können wir erreichen! Bei den Demos gehen wir selbstbewusst auf jeden zu und erklären, warum man sich für die Befreiung der Frau als Kommunist organisieren und die Revolutionäre Kommunistische Partei aufbauen muss. Damit kann man sofort anfangen und auf der Demo die nächsten Mitstreiter finden! </p>



<p><strong>Kommunisten bleiben standhaft! </strong></p>



<p>Als Kommunisten lassen wir uns nicht durch „FLINTA*-only“-Auflagen spalten. Durch ihre undemokratischen Methoden vereinnahmen liberale Organisatoren den Frauenkampftag für sich und nehmen ihm die Kraft, weil sie die Bewegung entlang der Geschlechter spalten und den Kapitalisten damit direkt in die Karten spielen. Wir lassen uns von diesen Antikommunisten nicht einschüchtern und reagieren kreativ auf Ausschlüsse von den Demos, schließlich hat die kommunistische Arbeiterbewegung den Frauenkampftag ins Leben gerufen. </p>



<p>Wir werden stets mit unseren Bannern, Fahnen und Zeitungen bei den Kämpfen auftreten – das lassen wir uns nicht nehmen. Wir können mit dem Megafon unsere Reden halten, wenn uns die Organisatoren nicht zu Wort kommen lassen. Wir nutzten jede Möglichkeit, unsere Ideen an die Demonstrierenden zu bringen. </p>



<p>Wir werden stets zeigen, dass wir Frauenunterdrückung nur durch die Methoden des Klassenkampfes und den Sturz des Kapitalismus beenden können. Deswegen grenzen wir uns ganz klar von den Liberalen und Reformisten ab. Sie haben keine Klassenperspektive und verschieben die Frauenbefreiung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Wir stellen uns gegen die ideologischen Vertreter des Postmodernismus, die den Kampf gegen das System als Ganzes in spezifische Kämpfe aufspalten. Mit ihrem Fokus auf Quoten, Safe Spaces und Gendersprache verschleiern sie die wahren Ursachen der Frauenunterdrückung und sabotieren die Einheit der Arbeiterklasse. </p>



<p><strong>Kommunisten kämpfen weiter! </strong></p>



<p>Für Kommunisten hört der Kampf nach dem 8. März nicht auf. Die Ursache für die Unterdrückung der Frau ist die Klassengesellschaft. Deswegen bauen wir eine Revolutionäre Kommunistische Partei auf, die den Kapitalismus stürzen kann. Egal ob beim Klimastreik, Arbeitskampf, den Protesten gegen die AfD und den Krieg in Gaza: Wir nehmen an all den Kämpfen gegen die hässlichen Symptome dieses Systems teil, um diejenigen um ein kommunistisches Programm zu versammeln, die es genauso ernst meinen wie wir. </p>



<p>Willst auch du konsequent für die Befreiung der Frau kämpfen? Dann bau mit uns die RKP auf! Komm mit uns zum Frauenkampftag und bring deine Freunde, Bekannte, Mitschüler, Kommilitonen und Kollegen mit! Diskutier mit ihnen über unser Programm! Hilf uns dabei, in allen Kämpfen die nächsten Kommunisten zu finden!</p>
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		<item>
		<title>Heraus zum 8. März: Frauenbefreiung durch Revolution</title>
		<link>https://derkommunist.de/heraus-zum-8-maerz-frauenbefreiung-durch-revolution/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanna Saarinen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 15:49:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Kommunist]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinzufugt von KSOB 24.3.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Frauenkampftag zeigt sich besonders deutlich: Frauen sind nicht dazu bereit, die Angriffe auf ihre Rechte hinzunehmen und wollen für einen Wandel der Gesellschaft kämpfen. Denn Frauenunterdrückung ist kein Thema der Vergangenheit. Frauen haben die schlechtere Stellung auf dem Arbeitsmarkt und in der Familie. Das soll die ausbeuterische Herrschaft des Kapitals stützen. Noch immer verdienen sie für gleiche Arbeit weniger Lohn und werden im Job diskriminiert. Zusätzlich tragen sie fast den ganzen Teil der Haus- und Pflegearbeiten auf ihren Schultern. Viele Frauen zwingt das in Teilzeit oder dauerhaft in den Haushalt und kettet sie ihr Leben lang finanziell an ihren Partner.</p>



<p>Die Klassengesellschaft ist die Wurzel von Frauenunterdrückung und Sexismus. Die Krise des Kapitalismus trifft die Lebensbedingungen von Frauen besonders hart. Denn systematische Kürzungen im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen werden überwiegend zu Lasten von Frauen vorgenommen. Die Probleme, mit denen Frauen konfrontiert sind, sind aber nicht „nur“ Fragen materieller Natur. Die Unterdrückung der Frau wird zusätzlich von der herrschenden Ideologie und den Massenmedien gestützt. </p>



<p>Im Kampf um die Befreiung der Frau ist auf die Bürgerlichen und Liberalen kein Verlass. Für sie ist der Kampf um Gleichstellung ein Kampf um die Teilhabe an den Privilegien der Männer ihrer Klasse: das Recht, Karrierebestrebungen als erste Priorität vor der Kindererziehung zu verfolgen; Kanzlerinnen und Geschäftsführerinnen zu werden. Für die große Mehrheit der Frauen wird so nichts verändert.</p>



<p>Statt uns mit Kulturkampf um Sprachreformen, Quoten und sicheren Freiräumen zufrieden zu geben, nehmen wir einen ernsthaften Kampf gegen Unterdrückung und Diskriminierung auf. Dafür braucht es Streiks und Massenproteste der gesamten Arbeiterklasse. Kurz: Methoden des Klassenkampfes.</p>



<p>Denn Frauenunterdrückung hat es nicht immer gegeben. Historisch gesehen ist sie ein relativ neues Phänomen. Sie entstand parallel mit dem Privateigentum und der daraus resultierenden Klassengesellschaft vor etwa 6.000 Jahren. Die zuvor von der Mutterfolge abgeleiteten Verwandtschaftsformen wurden gebrochen, um es Männern zu ermöglichen Reichtum an ihre Nachkommen zu vererben. Freie Polygamie wandelte sich zu strenger Monogamie und die gesellschaftliche Stellung der Frau veränderte sich von der angesehen Verwalterin aller Stammesangelegenheiten zur Haussklavin.</p>



<p>Sexismus, Rassismus, Homophobie, Transphobie, religiöse, ethnische und nationale Spaltungen – sie alle sind für die Kapitalisten nützliche Werkzeuge, um eine Gruppe von Arbeitern gegen eine andere auszuspielen. Die endgültige und wirkliche Emanzipation der Frauen wird erst dann erreicht werden, wenn die Klassengesellschaft beseitigt ist. Unsere Aufgabe heute ist es, für den revolutionären Sturz des unterdrückerischen kapitalistischen Systems zu kämpfen. Der Kampf um Frauenrechte ist kein individueller, sondern ein kollektiver, welchen wir nur als geeinte Arbeiterklasse gewinnen können.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bolschewismus und der Kampf gegen Frauenunterdrückung</title>
		<link>https://derkommunist.de/bolschewismus-und-der-kampf-gegen-frauenunterdrueckung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tatjana P.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 10:46:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bolschewismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Kommunist]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität & Unterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Lenin]]></category>
		<category><![CDATA[Revolutionen]]></category>
		<category><![CDATA[Stalinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie & Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Wie bekämpfen wir Unterdrückung wirksam?]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://derkommunist.de/?p=1034</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hinzugefugt von KSOB 24/3/24</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="1034" class="elementor elementor-1034" data-elementor-post-type="post">
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<p>Die Oktoberrevolution 1917 in Russland war das bedeutendste Ereignis des 20. Jahrhundert. Zum ersten Mal konnten Marxisten ihr Programm und ihre Ideen gegen die Unterdrückung der Frau in die Praxis umsetzen. Sie begannen mit dem Aufbau einer Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ungleichheit.</p>

<p>Noch im Oktober 1917 führten die Bolschewiki die rechtliche Gleichstellung von Frauen ein. Von den Gesetzen, die der Frau zuvor eine untergeordnete Stellung zugewiesen hatten, war in der jungen Sowjetrepublik kein Stein auf dem andern geblieben.</p>

<h3><strong>Arbeiterinnen und Arbeiter an der Macht</strong></h3>

<p>Die revolutionäre Sowjetregierung führte kostenlose Abtreibungen als Recht für alle Frauen ein. Kirche und Staat wurden getrennt und so die Eheschließung und die Registrierung von Kindern der kirchlichen Kontrolle entzogen. Die Ehe konnte nun durch ein einfaches, auf gegenseitigem Einverständnis beruhendes Registrierungsverfahren geschlossen werden. Jeder Partner konnte den Namen des anderen annehmen oder seinen eigenen behalten. Die Ehe musste nicht eingetragen werden, und die Scheidung konnte auf Wunsch einer Person, auch ohne die Zustimmung des Partners, vollzogen werden.</p>

<p>Alle Kinder wurden gleichbehandelt, unabhängig davon, ob sie in oder außerhalb der Ehe geboren wurden. Es wurde ein bezahlter Mutterschaftsurlaub vor und nach der Geburt eingeführt, und die Nachtarbeit für Schwangere und Stillende wurde verboten. Darüber hinaus wurden spezielle Entbindungsstationen eingerichtet.</p>

<p>Das war äußerst fortschrittlich. In keinem kapitalistischen Land waren Frauen den Männern rechtlich gleichgestellt. Selbst heute, mehr als 100 Jahre nach der Russischen Revolution, können viele Frauen in den sogenannten demokratischen Ländern von solchen Gesetzen nur träumen. Aber, wie Lenin immer wieder betonte, Gesetze allein reichen nicht. Für einen Fortschritt in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern müssen auch die materiellen Voraussetzungen geschaffen werden. In einer Rede vor Arbeiterinnen in Moskau im Herbst 1919 erklärte Lenin:</p>

<p>„Solange die Frau von der Hauswirtschaft völlig in Anspruch genommen ist, bleibt ihre Lage immer noch beengt. Zur vollständigen Befreiung der Frau und zu ihrer wirklichen Gleichstellung mit dem Mann bedarf es gesellschaftlicher Einrichtungen, bedarf es der Teilnahme der Frau an der allgemeinen produktiven Arbeit. Dann wird die Frau die gleiche Stellung einnehmen wie der Mann.“</p>

<blockquote>
<p>„Wir bereiten uns jetzt ernstlich darauf vor, den Boden für den sozialistischen Aufbau herzurichten, der eigentliche Aufbau der sozialistischen Gesellschaft aber wird erst dann beginnen, wenn wir die vollständige Gleichstellung der Frau durchgesetzt haben und gemeinsam mit der von dieser abstumpfenden, unproduktiven Kleinarbeit befreiten Frau an die neue Arbeit gehen werden.“ (Lenin: Über die Aufgaben der proletarischen Frauenbewegung)</p>
</blockquote>

<p>Deswegen begann die revolutionäre Sowjetregierung damit, die Hausarbeit zu vergesellschaften. Alle Aufgaben, die vorher einzelnen Haushalten aufgebürdet wurde und vor allem auf den Schultern der Frauen lasteten, sollten zu gesellschaftlichen Aufgaben werden. Es sollten Kinderkrippen, Kindergärten, öffentliche Kantinen und öffentliche Wäschereien eingerichtet werden. Damit wäre auch die materielle Grundlage für eine Veränderung der Familie gelegt worden. Die Familie wäre nicht mehr eine wirtschaftliche Einheit, in welcher der Vater als finanzieller Versorger bessergestellt ist. Männer und Frauen würden Beziehungen eingehen, weil sie es wollen und nicht, weil sie es aufgrund äußeren Drucks müssen.</p>

<p>Die rechtliche Gleichstellung galt in Russland nicht nur für Frauen, sondern für unterdrückte Gruppen im Allgemeinen. Im Zarenreich war Homosexualität verboten und wer nicht in die patriarchalen Normen von Geschlecht und Sexualität passte, musste damit rechnen, in ein Arbeitslager verbannt zu werden. Bereits 1918 erließ die Sowjetregierung ein Dekret, das die Anwendung der vorrevolutionären zaristischen Gesetze einstellte. Mit dem neuen Strafgesetzbuch von 1922 wurde Homosexualität entkriminalisiert.</p>

<h3><strong>Russland vor 1917</strong></h3>

<p>Vor der Revolution waren Bauern die Mehrheit der Bevölkerung im zaristischen Russland, die schon seit Jahrhunderten in ländlicher Rückständigkeit lebten. Das zaristische Recht erniedrigte Frauen zu Sklaven. Sie wurden als Eigentum von Männern angesehen, die per Gesetz das Recht hatten, ihre Frauen zu schlagen.</p>

<p>Aber wie im Rest der Welt veränderte die Industrialisierung die Beziehungen innerhalb der Kernfamilie radikal. Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise wurden die Frauen aus der Isolation der Haussklaverei herausgerissen und in die Fabriken gezogen. Dadurch entwickelten sie ein politisches Bewusstsein. Sie erkannten ihre Interessen und begannen sie zu verteidigen. Sie wurden sich der Tatsache bewusst, dass sie weniger Rechte hatten als Männer und für ihre Rechte kämpfen konnten. Deswegen bezeichnete Lenin die Beteiligung von Frauen an der gesellschaftlichen Produktion als fortschrittlich. Auch wenn die Arbeiterinnen schon im sehr jungen Alter bis zu achtzehn Stunden täglich in der Fabrik arbeiteten, waren diese Bedingungen ein Fortschritt gegenüber dem Leben unter vorkapitalistischen Verhältnissen.</p>

<h3><strong>Anfänge der Frauenbewegung</strong></h3>

<p>Ab 1878 erhielten russische Frauen der Oberschicht erstmals Zutritt zu Hochschulen, wo sie radikale und revolutionäre Ideen kennenlernten. Viele junge Frauen begannen sich in ausschließlich weiblichen Studiengruppen zu organisieren, einige sogar in sozialdemokratischen Zirkeln. Diese Frauen organisierten auch Studienzirkel, die sich in der Regel an Fabrikarbeiterinnen richteten. Eine wichtige Tätigkeit dieser Zirkel bestand darin, neuen Mitgliedern anhand illegaler Literatur Lesen und Schreiben beizubringen. Die Zirkel stützten sich vor allem auf das Studium der Politik und Solidarität unter arbeitenden Frauen.</p>

<p>So entstand ein neuer Typus von revolutionären Arbeiterinnen. Sie begnügten sich nicht mehr damit, nur passive Beobachterinnen der Aktivitäten der radikalen Intellektuellen zu sein. Sie organisierten „Sonntagsschulen“, die von den Behörden als Bibelstudien genehmigt wurden. Diese Sonntagsschulen wurden aber häufig dazu genutzt, marxistische Ideen zu verbreiten.</p>

<p>Als sich 1895 viele der sozialdemokratischen Zirkel zum Vorläufer der Sozialdemokratischen Partei Russlands, dem Petersburger Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse, zusammenschlossen, gab es so schon einige revolutionäre Vorreiterinnen. Mitbegründerinnen des Bundes waren neben Lenin auch Nadeschda Krupskaja, Apollinaria Yakubova und andere spätere Bolschewistinnen.</p>

<p>Die revolutionäre Arbeit richtete sich nun mehr und mehr auf die Arbeitermassen aus, die ab Mitte der 1890er Jahre zunehmend mit Streiks für ihre Interessen kämpften, wie etwa die Textilarbeiterinnen.</p>

<h3><strong>Das erste Programm der Frauenbefreiung</strong></h3>

<p>Die Gewerkschaften in Russland hatten zunächst eine reaktionäre Position gegenüber Frauen. Sie waren gegen ihre Aufnahme, da sie Frauen für rückständig und konservativ hielten. Damit waren sie nicht allein. In der Anfangsphase der Arbeiterbewegung war diese Meinung in allen Ländern vorherrschend. Doch allmählich erkannten die fortschrittlichsten Arbeiter die Notwendigkeit, die Spaltung der Arbeiterklasse nach Geschlechtern zu überwinden.</p>

<p>Lenin hatte hierzu eine klare Position: Die Revolution wird nur dann erfolgreich sein, wenn die gesamte Arbeiterklasse diese Aufgabe übernimmt. Deswegen mussten auch Frauen von der sozialistischen Revolution überzeugt werden.</p>

<p>1889 verfasste Krupskaja mit Lenins Unterstützung den ersten sozialistischen Text über die Unterdrückung russischer Frauen, das Pamphlet „Zhenshchina-Rabotnitsa“ (Die Arbeiterin). Darin beschrieb sie die Lebensbedingungen der arbeitenden Frauen in Russland und betonte, dass sie ein doppeltes Interesse an der Revolution haben – als Arbeiterin und als Frau. Das Pamphlet forderte die russische Sozialdemokratie erstmals dazu auf, die Arbeiterinnen als eigenständige Gruppe in der Arbeiterklasse anzuerkennen und unter ihnen spezielle Forderungen voranzubringen. Sie forderte die Genossen dazu auf, den Arbeiterinnen zu helfen, sich zu organisieren und in ihnen das Klassenbewusstsein zu wecken.</p>

<p>Auf dem Kongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands von 1903 wurde das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für Männer und Frauen ab dem zwanzigsten Lebensjahr im Programm bestätigt. Das Programm wurde zusätzlich um folgende Punkte erweitert: finanzielle Entlastung durch staatliche Unterstützung bei Lebensmitteln, Kleidung und Schulmaterial für bedürftige Kinder bis zum sechzehnten Lebensjahr, kostenlose Schulpflicht für beide Geschlechter, Verbot von Frauenarbeit in gesundheitsschädlichen Branchen und Ernennung von Inspektorinnen zur Durchsetzung des bestehenden gesetzlichen Schutzes.</p>

<h3><strong>Feminismus vs. Bolschewismus</strong></h3>

<p>In der kleinbürgerlichen Frauenbewegung engagierten sich hauptsächlich Intellektuelle der besser gestellten Schichten Russlands. Obwohl auch viele Bolschewistinnen anfangs nicht aus der Arbeiterklasse kamen, gab es entscheidende Unterschiede zwischen den Feministinnen und den Bolschewistinnen.</p>

<p>Wie auch heute noch, wurden schon die Bolschewiki von den kleinbürgerlichen Feministinnen angegriffen, weil sie sich angeblich nicht um die Frauenfrage kümmerten. Die kleinbürgerliche Frauenbewegung in Russland blieb außerhalb der Arbeiterbewegung und befasste sich zunächst vor allem mit dem Recht der Frauen auf Bildung. Unter den damaligen Bedingungen in Russland wandte sie sich damit nur an einen sehr kleinen Teil der russischen Frauen.</p>

<p>Um 1900 schien es möglich zu sein, eine bürgerliche Demokratie in Russland zu errichten, weshalb die kleinbürgerliche Frauenbewegung damit begann, sich politisch zu organisieren. Wie in anderen Ländern setzten sie sich für das Frauenwahlrecht ein.</p>

<p>Die Bolschewiki kämpften auch für demokratische Forderungen, die alle Frauen unabhängig von ihrer Klasse betrafen, wie etwa das Recht auf Scheidung. Sie lehnten es jedoch ab, diese Forderungen für sich allein stehen zu lassen. Für sie war klar, dass die Befreiung der Frauen nur durch den Sozialismus erreicht werden konnte. Lenin erläuterte die Beziehung zwischen dem Kampf für demokratische Forderungen und dem Sozialismus wie folgt:</p>

<blockquote>
<p>„Dieser Einwand zeigt, daß die Beziehung zwischen der Demokratie überhaupt und dem Kapitalismus nicht im geringsten begriffen worden ist. Im Kapitalismus herrschen – nicht als Einzelfälle, sondern als typische Erscheinungen – solche Verhältnisse, die es den unterdrückten Klassen unmöglich machen, ihre demokratischen Rechte zu ‚realisieren‘. Das Recht der Ehescheidung wird im Kapitalismus in der Mehrzahl der Fälle nicht realisierbar sein, denn das unterdrückte Geschlecht ist ökonomisch geknechtet, denn die Frau bleibt im Kapitalismus, wie die Demokratie auch geartet sein mag, die ‚Haussklavin‘, die in Schlafzimmer, Kinderstube und Küche eingesperrte Sklavin. (….)“</p>

<p>„Nur Leute, die völlig unfähig sind zu denken oder denen der Marxismus völlig unbekannt ist, folgern daraus: Also ist die Republik nichts wert, die Freiheit der Ehescheidung nichts wert, die Demokratie nichts wert, die Selbstbestimmung der Nationen nichts wert! Die Marxisten aber wissen, daß die Demokratie die Klassenunterdrückung nicht beseitigt, sondern lediglich den Klassenkampf reiner, breiter, offener, schärfer gestaltet, und das ist es, was wir brauchen. Je vollständiger die Freiheit der Ehescheidung, um so klarer ist es der Frau, daß die Quelle ihrer ‚Haussklaverei‘ der Kapitalismus ist und nicht die Rechtlosigkeit. Je demokratischer die Staatsordnung, um so klarer ist es den Arbeitern, daß die Wurzel des Übels der Kapitalismus ist und nicht die Rechtlosigkeit. Je vollständiger die nationale Gleichberechtigung (sie ist nicht vollständig ohne die Freiheit der Lostrennung), um so klarer ist den Arbeitern der unterdrückten Nationen, daß das Grundübel der Kapitalismus ist und nicht die Rechtlosigkeit. Und so weiter.“ (Lenin: Über eine Karikatur auf den Marxismus)</p>
</blockquote>

<p>Die Bolschewiki sahen das Endziel des Kampfes um die Befreiung der Frauen nicht in Konkurrenz mit den Interessen der Männer. Für sie war klar, dass der Kampf der arbeitenden Frauen gemeinsam mit den Männern ihrer Klasse gegen die herrschende Klasse und ihre Gesellschaft geführt werden muss.</p>

<p><strong>Die Arbeit der Bolschewiki unter Frauen</strong></p>

<p>Kommunisten haben sich schon von Anfang an mit der Frauenbefreiung beschäftig, insbesondere in Deutschland. Schon Marx und Engels haben sich in vielen Schriften mit der Frauenbefreiung auseinandergesetzt. Auch August Bebel, der Mitbegründer der SPD, hat mit seinem Werk „Die Frau und der Sozialismus“ einen Beitrag geleistet.</p>

<p>Insbesondere Clara Zetkin hat einen bedeutenden Beitrag zum Kampf um die Frauenbefreiung geleistet. Sie hat sich vehement für ein Frauenprogramm innerhalb der SPD und in der zweiten und dritten Internationale eingesetzt. Zetkin war bis 1917 Chefredakteurin der sozialdemokratischen Frauenzeitung „Die Gleichheit“. Diese Zeitung wurde aber nicht für die systematische Arbeit unter den Arbeiterinnen und den Aufbau von Kampfzellen in den Betrieben genutzt. In der SPD wurden Frauen auch in eine eigene „Frauenorganisation“ gewissermaßen abgeschoben. Das versuchte der Parteivorstand auch mit Rosa Luxemburg, die ihm zu revolutionär war. Rosa wehrte sich aber erfolgreich dagegen als Frau nur für die „Frauenthemen“ zuständig zu sein. Selbst der Spartakusbund organisierte nach seiner Gründung im Ersten Weltkrieg keine systematische revolutionäre Arbeit unter Frauen.</p>

<p>Lenin hingegen hat eine Kaderpartei von geschulten Marxisten aufgebaut, die ihre Zeitung als Werkzeug zum Aufbau der Partei benutzt haben, was entscheidend für den Erfolg der Revolution war. Von Anfang an wurden auch die Frauen von den Bolschewiki dazu ermutigt, sich zu organisieren und sich dem Kampf der männlichen Arbeiter anzuschließen. Sie betonten, dass sie den separaten Organisationen der bürgerlichen Frauenbewegung den Rücken kehren müssen. Frauen sollten stattdessen Teil der Arbeiterorganisationen sein.</p>

<p>Es gab großes Potenzial unter den Arbeiterinnen. Deshalb wurde 1914 für die systematische Arbeit eine Frauenzeitung namens „Rabotniza“ (Arbeiterin) herausgegeben. Die erste Ausgabe dieser Zeitung erschien am Internationalen Frauenkampftag, wurde aber auch bald darauf wieder verboten.</p>

<p>Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurden viele Arbeiter an der Front verheizt, ihren Platz in den Fabriken nahmen Frauen und Jugendliche ein. Insbesondere in der Textilindustrie bildeten Frauen in vielen Fabriken die Mehrheit unter den Arbeitern. Auch in der Metallindustrie stieg die Anzahl der weiblichen Arbeiter deutlich an.</p>

<p>Frauen waren in einer äußerst prekären Lage. Während die Männer an der Front starben, trauerten die Frauen und Kinder zuhause um ihre Söhne, Brüder und Väter. Zusätzlich litten sie unter Hunger. Viele Frauen lebten allein, kümmerten sich um ihre Kinder und den Haushalt, gingen gleichzeitig einer harten Arbeit in der Fabrik nach, standen stundenlang in Brotschlangen. Ihre Wut war gewaltig.</p>

<p>So war es auch kein Wunder, dass die Frauen eine maßgebliche Rolle in der Revolution von 1917 spielten. Die Russische Revolution begann am Internationalen Frauentag, dem 23. Februar (nach dem julianischen Kalender der 8. März). Selbst die fortschrittlichsten Schichten der organisierten Arbeiterklasse, einschließlich der Bolschewiki, hatten in diesem Moment noch nicht ganz begriffen, wie reif die Situation für eine Revolution war.</p>

<p>In der M. Aivaz-Fabrik schlugen die Arbeiterinnen vor, den Frauenkampftag als Tag der Gleichberechtigung der Frauen zu begehen. Sie wiesen darauf hin, dass Frauen nicht nur in der Fabrik arbeiten, sondern sich auch zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen und baten die männlichen Arbeiter, ihre Forderungen zu unterstützen. Eine Betriebsversammlung beschloss, in den Streik zu treten, und schickte Arbeiterdelegationen in andere Fabriken. Immer mehr Fabriken schlossen sich dem Streik und den Demonstrationen an.</p>

<p>Daraus entstanden Massenstreiks, die in einen Generalstreik mündeten, der die Februarrevolution entzündete. Später übernahm die Arbeiterklasse mit den Bolschewiki an der Spitze, die Macht in der Oktoberrevolution, weil die Februarrevolution ihre Probleme nicht lösen konnte.</p>

<p>In den Monaten dazwischen erschien die „Rabotniza“ erneut und wurde zu einem wichtigen Werkzeug für die Arbeit der Bolschewiki. In der Redaktion des Blattes saßen führende Bolschewistinnen wie Nadeschda Krupskaja, Innessa Armand, Alexandra Kollontai, Konkordiya Samoilova und andere Petersburger Arbeiterinnen. Diese Frauen widmeten sich voll und ganz der revolutionären Sache, sie organisierten Versammlungen und konzentrierten die Arbeit allgemein auf die Entwicklung der Revolution. Jede Fabrik hatte ihre eigenen Vertreterinnen in der Redaktion und es gab wöchentliche Treffen, an denen alle teilnahmen und die Berichte aus den verschiedenen Bereichen besprachen. Die Zeitung wurde auch als Instrument genutzt, um in den gewerkschaftlichen und politischen Strukturen, die dem Bewusstsein der Massen noch hinterherhinkten, ein besseres Verständnis für die Rolle der Arbeiterinnen zu schaffen.</p>

<p><strong>Stalinistische Degeneration</strong></p>

<p>Trotz der vielen fortschrittlichen Rechte für Frauen konnte die Sowjetrepublik nicht das volle Potenzial nutzen. Die Rückständigkeit des Landes und die Isolation der Revolution wurden zum Hindernis. Für Lenin war klar, dass die junge Sowjetrepublik auf erfolgreiche Revolutionen in den weiterentwickelten kapitalistischen Ländern angewiesen war, insbesondere in Deutschland. Die russische Arbeiterklasse war der Funke, der einen revolutionären Weltbrand entzündete. Lenin war aber der Einzige, der damals erkannte, dass es für eine siegreiche Revolution eine Kaderpartei brauchte, die sich systematisch mit den Arbeitermassen verbunden hatte. Dieser Faktor fehlte in den anderen Ländern, weswegen die sozialistischen Revolutionen dort in einer Niederlage endeten.</p>

<p>Die junge Sowjetunion blieb isoliert und eingekreist von Imperialismus. Sie war aber bei weitem nicht industriell entwickelt genug, um die Bedürfnisse der Menschen zu versorgen. Das wiederum führte dazu, dass sich eine Bürokratie unter der Führung von Stalin herauskristallisierte, die sich über die Gesellschaft erhob. Der junge Arbeitersaat degenerierte politisch.</p>

<p>Diese politische Konterrevolution fand ihren deutlichen Ausdruck in der Stellung der Frau. Sie führte zu Rückschritten oder der Zurücknahme vieler Errungenschaften der Revolution. Zum Beispiel wurden Ehescheidungen wieder schwieriger, Abtreibungen wurden wieder verboten und die Kindertagesstätten waren nur noch so lange offen wie die Frauen arbeiteten. Homosexualität wurde wieder verboten. Trotz dieser Einschnitte waren die Frauenrechte in der Sowjetunion wesentlich fortschrittlicher als die der kapitalistischen Länder. Frauen konnten studieren, was sie wollten und arbeiten gehen, ohne nach der Erlaubnis des Ehemanns zu fragen. Allerdings lastete die Hausarbeit in der stalinistischen Sowjetunion wieder fast vollständig auf Frauenschultern.</p>

<p><strong>Lenin studieren!</strong></p>

<p>Frauen sind heute in Deutschland dem Gesetz nach gleichgestellt. In der Realität ist es aber eine Frage des eigenen Geldbeutels, ob Frauen tatsächlich vom Mann befreit sind. Natürlich hat z. B. jede Frau das Recht, sich scheiden zu lassen. Ob man sich das leisten kann, ist aber eine andere Frage. Deswegen ist auch heute die Frauenbefreiung klar eine Klassenfrage. Aus diesem Grund ist auch der Kampf um die Frauenbefreiung nicht losgelöst vom Kampf der gesamten Arbeiterklasse.</p>

<p>Um auch heute als Kommunisten erfolgreich gegen die Frauenunterdrückung zu kämpfen, studieren wir die Lehren der Russischen Revolution und die Ideen des Revolutionärs, der diese erst möglich gemacht hat. Die Ideen Lenins sind auch 100 Jahre nach seinem Tod relevant für unseren Kampf gegen den Kapitalismus und für die Befreiung der Frau.</p>
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