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	<title>Betrieb Archives -</title>
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	<title>Betrieb Archives -</title>
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		<title>FSJ: Günstige Arbeit in systemrelevanten Berufen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam Werner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 10:46:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schätzungsweise 100.000 junge Menschen haben sich im letzten Jahr dafür entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) zu absolvieren. Was in der [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Schätzungsweise 100.000 junge Menschen haben sich im letzten Jahr dafür entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) zu absolvieren. Was in der Theorie nach einem entspannten Praktikum klingt, erweist sich in der Praxis jedoch oft als körperlich anstrengen der und schlecht bezahlter Job.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Großteil dieser jungen Menschen arbeitet in stationären Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Kliniken und in ambulanten sozialen Diensten wie der Obdachlosenhilfe. FSJler und BFDler müssen oft in Schichtdiensten arbeiten und übernehmen teilweise Aufgaben, für die sie nicht qualifiziert sind. Berichte über Jugendliche, die dem enormen Druck nicht standhalten und ihren Dienst abbrechen, häufen sich. Für ihre harte Arbeit erhalten die Freiwilligen keinen Lohn, sondern lediglich ein sogenanntes Taschengeld in Höhe von maximal 432 Euro für eine 40-Stunden-Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bürgerlichen Politiker dienen die Freiwilligen lediglich dazu, die Krise im Gesundheits- und Sozialsystem abzufedern. In den systemrelevanten Berufen werden die jungen Menschen als kostengünstige Arbeitskraft eingesetzt, um ohne Investitionen Personalengpässe zu überbrücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Freiwilligendienst mag in seiner jetzigen Form eine verlockende Möglichkeit bieten, herauszufinden, ob einem die Arbeit mit Menschen zusagt. Doch letztlich lernen junge Menschen dabei vor allem, wie es ist, unter Druck und für wenig Geld zu arbeiten.</p>
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		<title>Eine Ausweitung des Streiks ist der Weg vorwärts!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ed Lorenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 10:43:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb & Gewerkschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Damit das medizinische Personal des Uniklinikums in Würzburg (UKW) arbeiten kann,  müssen Patiententransporte, Verpflegung und Reinigung gewährleistet sein. Diese Aufgaben übernehmen die Beschäftigten der UKW Service GmbH. Um Lohnkosten einzusparen, [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><p dir="ltr" style="line-height:1.38;text-align: justify;margin-top:0pt;margin-bottom:0pt;" id="docs-internal-guid-37197b77-7fff-4975-5054-db7fc9e8e4e6"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial,sans-serif;color:#000000;background-color:transparent;font-weight:400;font-style:normal;font-variant:normal;text-decoration:none;vertical-align:baseline;white-space:pre;white-space:pre-wrap;">Damit das medizinische Personal des Uniklinikums in Würzburg (UKW) arbeiten kann,  müssen Patiententransporte, Verpflegung und Reinigung gewährleistet sein. Diese Aufgaben übernehmen die Beschäftigten der UKW Service GmbH. Um Lohnkosten einzusparen, wurde das Unternehmen als Tochtergesellschaft des UKW gegründet. Die Kollegen kämpfen nun für einen Angleich an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Beim ersten Warnstreik Anfang Mai mit rund 80 Beteiligten berichteten sie uns, dass sie in der Regel den Branchenmindestlohn der Gebäudereinigung bekommen. Für die Beschäftigten in der Mensa etwa ist eine Arbeitsroutine von zwölf Tagen Arbeit ohne Pause, zwei Tagen Pause und dann wieder zwölf Tage Arbeit Alltag. Beschäftigte im TV-L verdienen bis zu 900 Euro brutto mehr im Monat als die Kollegen der UKW Service GmbH, obwohl ihre Arbeit nahezu identisch ist. Solch eine Lohnangleichung rücken die Bosse nicht einfach so heraus.</span></p><p dir="ltr" style="line-height:1.38;text-align: justify;margin-top:0pt;margin-bottom:0pt;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial,sans-serif;color:#000000;background-color:transparent;font-weight:400;font-style:normal;font-variant:normal;text-decoration:none;vertical-align:baseline;white-space:pre;white-space:pre-wrap;">Allen Streikenden vor Ort ist klar: Nur gemeinsam können sie diesen Arbeitskampf gewinnen. Die Beschäftigten machen dabei vor, wie das geht: Sie versuchen, die nicht-streikenden Kollegen und Beschäftigte aus anderen Betrieben davon zu überzeugen, sich dem gemeinsamen Kampf anzuschließen. So haben die Streikenden an einer Kundgebung zum Erhalt der Galeria-Kaufhof-Filiale, die Ende August geschlossen werden soll, teilgenommen und sich mit den Arbeitern vor Ort solidarisiert. Eine Ausweitung des Streiks ist der richtige Weg vorwärts.</span></p></p>
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		<title>117 Tage Betriebsbesetzung in Eibelstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Kutschera]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 10:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Betrieb & Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Betriebs- und Standortschließungen sowie Stellenabbau sind eine Notwendigkeit im kapitalistischen System. Nach jedem Aufschwung folgt eine Krise. Unternehmen kürzen beim Personal, gehen pleite oder wandern in Niedriglohnländer ab, wo für [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Betriebs- und Standortschließungen sowie Stellenabbau sind eine Notwendigkeit im kapitalistischen System. Nach jedem Aufschwung folgt eine Krise. Unternehmen kürzen beim Personal, gehen pleite oder wandern in Niedriglohnländer ab, wo für die Ausbeuter günstigere Bedingungen herrschen. Für die Ausgebeuteten heißt das Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Oft stürzen ganze Städte in die Armut. Denn keine verlorene Stelle kommt wieder.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der aktuellen Rezession stehen wir vor Schließungen und Personalabbau. In der unterfränkischen Region Schweinfurt beispielsweise sollen in den kommenden Jahren Tausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie ihren Arbeitsplatz verlieren. Die betroffenen Unternehmen ZF, SKF, Bosch Rexroth, Schaeffler und Valeo agieren international und verbuchen teilweise Milliardengewinne. Allein die Jagd nach mehr Profit treibt sie dazu, in der Region Schweinfurt abzubauen und die Produktion ins Ausland zu verlagern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie kämpfen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kampfbereitschaft der Belegschaften ist enorm. Über 5.000 Beschäftigte folgten dem Aufruf der IG Metall und zogen im April dieses Jahres durch die Straßen Schweinfurts. Die Gewerkschaft fordert ein klares Bekenntnis von Unternehmen und Politik zum Standort. Doch Appelle und Lobbyismus werden die Arbeitsplätze nicht retten, weder in Schweinfurt noch sonst wo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Autostunde entfernt, im Kleinstädtchen Eibelstadt bei Würzburg, hat in den 1980ern die Belegschaft der Firma Gebrüder Hofmann den Weg nach vorne gezeigt. Nachdem die Insolvenz der Maschinenfabrik bekannt wurde, besetzten am 21. Dezember 1983 die etwa 130 Beschäftigten geschlossen den Betrieb. Mit einer Dauer von 117 Tagen sollte es die bis dato längste Betriebsbesetzung in der Geschichte der Bundesrepublik werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beschäftigte wollen mitreden&nbsp;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Global befand sich die Wirtschaft 1982–1983 in einer Rezession. Die Arbeitslosenquote in der Region Würzburg lag 1983 bei 8,7 %. In Eibelstadt kam zur schlechten wirtschaftlichen Lage das persönliche Versagen der Unternehmensleitung hinzu. Diese hatte 1968 Otto Eggert übernommen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch widersinnige Umstellungen der Produktionsabläufe, den Verzicht auf serielle Herstellung – jeder Kunde bekam einen Prototyp entwickelt – und fehlende Investitionen in die Anlagen fuhr der neue Geschäftsführer die 1870 gegründete Traditionsfirma an die Wand. Schon im März 1983 gingen die Beschäftigten auf die Straße, weil zum ersten Mal Löhne nicht gezahlt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Monaten diskutierte die Belegschaft immer wieder über eine Besetzung, um die sich abzeichnende Insolvenz durch Mitbestimmung abwenden zu können. Noch konnte Eggert mit angeblich eintreffenden Großaufträgen beschwichtigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Betrieb wird besetzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Betriebsversammlung am 20. Dezember 1983 war allen mittlerweile klar, dass die Firma zahlungsunfähig ist. Der Betriebsrat schlug vor, die Fabrik zu besetzen. Belegschaft und IG Metall stellten sich hinter die Idee. Ziel war es in erster Linie, ein Zeichen zu setzen gegen die Willkürherrschaft der Unternehmensleitung – die nicht nur in Eibelstadt, sondern überall herrscht und auch anderswo immer wieder die gleichen fatalen Folgen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem galt es, die Insolvenzmasse zu sichern. Gläubiger der Firma Gebrüder Hofmann versuchten tatsächlich, vor der Insolvenzeröffnung unbezahlte Materiallieferungen zurückzuholen. Diese Werte hätten im Insolvenzverfahren zur Erfüllung des Sozialplans gefehlt. Mit der Besetzung verteidigte die Belegschaft ihre Ansprüche, die rund sechs Millionen Mark umfassten. Einem Schrotthändler z. B. verweigerte sie Zugang zum Fabrikgelände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hoffnung für den Erhalt der Arbeitsplätze brachte Walter Kolbow, Bundestagsabgeordnete der SPD und Mitglied im Verteidigungsausschuss. Er wollte aushandeln, dass das Großunternehmen Liebherr im Gegenzug für Aufträge der Bundeswehr kleinere Aufträge an die Firma Gebrüder Hofmann abgibt. Doch das scheiterte daran, dass die heruntergewirtschaftete Maschinenfabrik die Anforderungen von Liebherr nicht erfüllte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine verpasste Chance</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April 1984 beendete die Belegschaft nach 117 Tagen die Besetzung. Keiner der Arbeitsplätze konnte gerettet werden. Für Geschäftsführer Eggert aber fand die Geschichte ein glücklicheres Ende. Pleite ging nämlich nur die an der Produktion beteiligte Firma. Bereits im März 1983 hatte er ein weiteres Unternehmen gegründet, das von dort an für den Vertrieb der Maschinen zuständig war. Die GHEbavaria Maschinen GmbH besteht bis heute weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Erhalt der Arbeitsplätze hätte es eine Ausweitung des Kampfes gebraucht. Das Potential dafür war, allein schon in der Region Würzburg, gewaltig: Fast zur selben Zeit sollten im Autohandelsunternehmen Kramag 50, bei der Karosseriebaufirma Voll 500 Stellen abgebaut werden; noch 1984 besetzten die Beschäftigten der Rolladenfabrik Grosser und ein Jahr später die der Firma rcs-litho ihren Betrieb. In ganz Deutschland war die Situation mit der Krise die gleiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Belegschaft der Firma Gebrüder Hofmann kämpfte für Arbeiterkontrolle in den Betrieben. Bis heute nennt die IG Metall in ihrer Satzung die „Erringung und Sicherung des Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Betrieb und Unternehmen und im gesamtwirtschaftlichen Bereich durch Errichtung von Wirtschafts- und Sozialräten“ sowie die „Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt- und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmungen in Gemeineigentum“ als ihre Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Forderungen muss sich der Kampf um Standort- und Arbeitsplatzsicherung drehen. Zu deren Umsetzung muss der Deutsche Gewerkschaftsbund mit seinen 5,7 Millionen Mitgliedern eine branchen- und gewerkschaftsübergreifende Offensive organisieren. Nur mit gemeinsamen Streiks können wir den notwendigen Druck aufbauen, um die Kontrolle</p>



<p class="wp-block-paragraph">der Betriebe durch die Belegschaften zu erkämpfen. Unternehmen, die sich weigern, müssen besetzt und entschädigungslos enteignet werden. Wir dürfen keinen einzigen Stellenabbau akzeptieren! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25c0.png" alt="◀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
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