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	<title>Kultur Archives -</title>
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		<title>Hände weg von unseren Unis! Kürzungen und Kriege stoppen! Sozialismus erkämpfen! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[RKP Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 May 2025 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland Kultur & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Militarismus]]></category>
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<p>Der Berliner Senat (CDU/SPD) hat im Dezember ein massives Kürzungsprogramm im Abgeordnetenhaus beschlossen. Für dieses Jahr hat er 3 Mrd. Euro aus dem Haushalt gekürzt und in den beiden Folgejahren sollen weitere 1,6 Mrd. folgen. Der Wissenschaft entzieht der Senat allein dieses Jahr 250 Mio. Euro, davon 122 Mio. den staatlichen Hochschulen. In den kommenden zwei Jahren sollen bei der Wissenschaft erneut jeweils über 80 Mio. Euro gekürzt werden. </p>

<p>Den Berliner Hochschulen drohen dramatische Folgen. Die Universität der Künste könnte 2026 ihre Strompreise und Miete nicht mehr zahlen. Es steht in Frage, ob sie im Wintersemester überhaupt noch Studenten aufnimmt. Für freie Arbeitsstellen ist bereits ein Besetzungsstopp verhängt. </p>

<p>Die drei anderen großen Berliner Universitäten können solch drastische Folgen noch durch Rücklagen hinauszögern. Aber auch sie besetzen freie Stellen in Lehre und Verwaltung teilweise nicht mehr oder unterziehen sie einer „kritischen Überprüfung“. Ganzen Studiengängen droht die Abschaffung. Bis 2027 könnten 40.000 Studienplätze gestrichen werden. Dazu kommen ein Anstieg des Sozialbeitrags von 22 Euro für alle Studenten, steigende Preise in den Mensen und der Verfall der Wohnheime. </p>

<h3><strong>Kürzen für Aufrüstung</strong> </h3>

<p>Diese Kürzungen sind die Folge der kapitalistischen Krise und des imperialistischen Wettrüstens. Die deutsche herrschende Klasse will ihre Interessen weiterhin global verteidigen und rüstet zügellos auf. Im letzten Jahr stiegen die Rüstungsausgaben um 28%. Bezahlen muss das die Jugend und die Arbeiterklasse. </p>

<p>Bei allen „Redundanzen“ (Bildung, Gesundheit, Soziales usw.) kürzen die Regierungen im Auftrag der Profite des Kapitals. Sie zerstören unsere Lebensgrundlage und beschallen uns jeden Tag zur Rechtfertigung mit ihrer Kriegspropaganda. </p>

<p>Aber die Jugend sieht das Leid, das die imperialistischen Kriege der Herrschenden verursachen. Und sie sieht zunehmend, dass dieses System ihr keine Zukunft bietet. Von steigenden Preisen und Mieten bis zum Klimawandel – der Kapitalismus bringt die Hölle auf die Erde. Deshalb sind 4 von 5 Jugendlichen nicht bereit, im Krieg für Deutschland zu sterben und 7 von 10 wollen es nicht mit einer Waffe in der Hand verteidigen. </p>

<h3><strong>Wille zum Kampf</strong> </h3>

<p>Der Wahlerfolg der Linkspartei beweist, dass ein großer Teil der Jugend gegen Rassismus, Kürzungen und Aufrüstung kämpfen, tatsächlich „auf die Barrikaden“ gehen, will. Auf diese Stimmung treffen die Kürzungen des Senats und der neuen Bundesregierung. Die Studenten der Berliner Hochschulen lehnen die Kürzungen entschieden ab. Alle, mit denen wir darüber diskutieren, sind dagegen. Viele wären bereit, sich einer Bewegung gegen die Kürzungen anzuschießen. </p>

<p>Die Kürzungen sind abwendbar. Aber diese Stimmung hat noch keinen Ausdruck gefunden, weil die Führung der Linkspartei sowie der Gewerkschaften GEW und ver.di keinen Kampf gegen die Kürzungen organisieren. Mit ihren Apparaten und Ressourcen könnten sie die Berliner Studenten ermächtigen und den Kampf über alle Sektoren der Wirtschaft und Verwaltung ausweiten. Diese Zurückhaltung ist ein Hindernis, aber nicht unüberwindbar. </p>

<p>Studenteninitiativen beginnen, den Kampf auf eigene Faust zu organisieren. Sie machen Infotische und Diskussionsveranstaltungen zu den Kürzungen, auch Demonstrationen werden geplant und Vollversammlungen an den Unis werden diskutiert. Diese Schritte sind wichtig, da sie das Potenzial haben, breitere Teile der Studierenden mit in den Kampf zu ziehen. </p>

<p>Die Erfahrung der Bildungsproteste in den 2000er Jahren zeigen, dass wir eine breite Bewegung brauchen. Über Jahre fanden damals Demonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern gegen Angriffe auf das Bildungssystem statt. Allein am 17. Juni 2009 gingen über 270.000 Schüler, Studenten und Azubis auf die Straße. Im November und Dezember desselben Jahres wurden Hörsäle an etwa 30 Hochschulen gleichzeitig besetzt. Doch diese Proteste schafften es nicht, ihre Forderungen durchzusetzen. Die Bewegung hatte eine entscheidende Schwäche: Ihre Forderungen waren auf das Bildungssystem beschränkt. </p>

<h3><strong>Studenten und Beschäftigte</strong> </h3>

<p>Wir Kommunisten unterstützen jede Aktivität an den Unis, welche die Selbstaktivität der Studenten fördert. Wir beteiligen uns daran und mobilisieren mit. In diesem Kampf treten wir für ein revolutionäres Programm ein. </p>

<p>Um den Forderungen der Studenten Wirkungsmacht zu verleihen, brauchen wir die Vereinigung mit der Arbeiterklasse. Die Kürzungen treffen auch die Angestellten an den Hochschulen: Entlassungen und Einstellungsstopps sorgen für Mehrbelastung durch Personalmangel; eingedampfte Mittel zerstören Forschungsprojekte und Lehre. Studenten und Beschäftigten der Unis müssen zusammen kämpfen. </p>

<p>Eine Bewegung an den Hochschulen könnte aufzeigen, dass man sich gegen die Kürzungen wehren kann und die Beschäftigten in anderen Bereichen der Daseinsvorsorge und der Wirtschaft inspirieren, es uns gleich zu tun. Nur eine breitere Massenbewegung hat die Schlagkraft, die Kürzungen an den Unis abzuwehren. Deswegen muss sich der Kampf an den Universitäten gegen alle Kürzungen in Berlin und Deutschland richten. </p>

<h3><strong>Für Revolution</strong> </h3>

<p>Auch die Bundesregierung bläst zum Angriff auf die Arbeiterklasse und Jugend. Wir denken, der Kampf an den Berliner Unis sollte ein Leuchtfeuer für bundesweite Gegenwehr werden. Wir Kommunisten treten dafür ein, dass die Forderungen unseres Protests sich nicht auf die Hochschulen beschränken, sondern an die Wurzel der gesamten Sparpolitik gehen. </p>

<p>Wir können Kürzungen zurückschlagen, aber wenn wir den Kapitalismus nicht stürzen, werden die Herrschenden die nächste Spar-Runde vorbereiten. Wir wollen nicht den Rest unseres Lebens damit verbringen, Angriffe auf unseren Lebensstandard abzuwehren. Allein der Sanierungsstau an den Hochschulen beträgt deutschlandweit 140 Mrd. Euro. Überall, wo jetzt gekürzt wird, sieht es nicht besser aus. Niedergang und Elend liegen im System. </p>

<p>Wir wollen eine Gesellschaft errichten, die uns allen ein besseres Leben ermöglicht und das Wettrüsten beendet. Wir treten für ein revolutionäres Programm ein. Der Reichtum der Gesellschaft und die Kontrolle über die Wirtschaft muss bei der Arbeiterklasse und Jugend liegen. Der Kampf gegen Kürzungen ist der Kampf für den Sozialismus! </p>

<p>Du teilst unsere Ideen? Hilf mit, der Stimme des Kommunismus mehr Gehör zu verschaffen! </p>
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		<title>Psychische Erkrankungen: Wir müssen das System ändern! </title>
		<link>https://derkommunist.de/psychische-erkrankungen-wir-muessen-das-system-aendern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alma Lieckfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2025 09:45:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland Kultur & Wissenschaft]]></category>
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<p>Immer mehr Jugendliche leiden unter psychischen Erkrankungen. Wie beispielsweise die Krankenkasse KHH erhoben hat, sei die Häufigkeit wiederkehrender Depressionen bei Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren von 2013 bis 2023 um 130% gestiegen. Woher kommt diese krasse Entwicklung? </p>

<p>Wir leben in einer Gesellschaft im Niedergang. Die Anzeichen des Verfalls sind auf allen Ebenen zu sehen: Krieg in Europa und Nahost, Inflation, Wirtschaftskrise, Altersarmut und Klimawandel sind ein paar der meistgenannten Ängste junger Menschen laut der aktuellen Shell Jugendstudie. </p>

<p>Viele schauen in diese untergehende Welt und fragen sich: Warum gibt es Krieg? Wieso studiere ich überhaupt, wenn ich danach keinen guten Job finde oder mich kaputtarbeiten muss? Warum habe ich keine Zeit für Hobbies? Weshalb schaffe ich es nicht, Freundschaften und Beziehung ausreichend zu pflegen? </p>

<p>Und weil man nicht versteht, fühlt man sich dieser Welt hilflos ausgeliefert, spürt einen Kontrollverlust über das eigene Leben. Wenn mir meine Kollegin erklärt „Hätte ich damals in der Schule besser aufgepasst, hätte ich auch etwas Richtiges aus meinem Leben machen können” drückt sie unbewusst einen kapitalistischen Mythos aus: Nämlich, dass es ein Paradies an Möglichkeiten gibt, dass wir alles nur mit genug Anstrengung erreichen können. Depression ist die Kehrseite dieses leeren Versprechens. </p>

<h3><strong>Wer die Welt versteht, muss nicht verzweifeln</strong> </h3>

<p>Im Mittelpunkt von Psychotherapie steht aber nicht die Frage, wie man die Welt verändern kann, die uns krank macht. Stattdessen heißt es: Schuld bist du nicht – aber dein Weg zur Verbesserung besteht darin, an dir zu arbeiten, dich zu verändern, dich zu optimieren, achtsam zu werden, dich so zu akzeptieren, wie du bist (nämlich toll), um in diese kranke Welt hineinzupassen und mit ihr zurechtzukommen. Das hilft vielleicht dem Einzelnen, beseitigt aber die zugrundeliegenden Ursachen nicht. </p>

<p>„Die jungen Menschen [&#8230;] schauen in die Zukunft und wissen gar nicht so genau, für welche Zukunft es sich richtig lohnt zu leben und zu streben“, erklärt der Jugendforscher Simon Schnetzer. Er schlussfolgert: „Wir werden als Gesellschaft eine Riesenaufgabe haben, diesen jungen Menschen die Zuversicht zu geben, dass es sich lohnt, in diesem System dabeizubleiben.“ </p>

<p>Er drückt aus, was auch wir sagen und viele Menschen spüren: Es lohnt sich nicht in diesem System für dieses System dabeizubleiben. Man möchte die Welt verstehen und wissen, wie man sie verändern kann, um seinen Platz darin zu finden. Man möchte ihr nicht mehr hilflos ausgeliefert sein. Es ist einzig und allein der Marxismus, der einem das Werkzeug dafür in die Hand geben kann. </p>

<p>Es ist nämlich nicht die Welt, die untergeht, sondern der Kapitalismus. Er ist bis an die Wurzel verrottet, aber er bringt gleichzeitig das Potential zu seinem eigenen Sturz hervor. Die schmerzhaften Todeskrämpfe sind gleichzeitig Geburtswehen einer neuen Gesellschaft. Die aktuellen Ereignisse lassen die Arbeiterklasse ihren historischen Auftrag verstehen: dieses System auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern. Deswegen sind Marxisten revolutionäre Optimisten. </p>
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		<title>Des Erlösers Geburt</title>
		<link>https://derkommunist.de/des-erloesers-geburt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rosa Luxemburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2024 14:41:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus: «Vorwärts» (Berlin), Nr. 301 vom. Dezember 1905 Mehr als neunzehn Jahrhunderte sind verflossen, seit die gläubige Menschheit die Geburt des Zimmermannssohnes aus Nazareth feiert, der dem Menschengeschlechte als Erlöser verkündet [&#8230;]</p>
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<p><em>Aus: «Vorwärts» (Berlin), Nr. 301 vom. Dezember 1905</em></p>
<hr />
<p>Mehr als neunzehn Jahrhunderte sind verflossen, seit die gläubige Menschheit die Geburt des Zimmermannssohnes aus Nazareth feiert, der dem Menschengeschlechte als Erlöser verkündet ward. In einer furchtbaren Zeit der Zersetzung des alten Römerreiches, da Millionen in ausweglosem Elend, in Sklaverei und Erniedrigung versanken, in dieser düsteren sozialen Nacht ging die Morgenröte der christlichen Erlösung auf, von den Elenden und Enterbten mit frommem Glauben und jauchzender Hoffnung begrüßt. Und heute wieder, wie seit bald zweitausend Jahren werden die Glocken von unzähligen Kirchtürmen in unzähligen Städten und Dörfern mit eherner Zunge die Wiederkehr jenes freudigen Tages preisen, in hohen Palästen und niedrigen Hütten werden Tannenbäume im Kerzenlicht und Flitterschmuck erglänzen zur freudigen Feier der Geburt des Erlösers.</p>

<p>Doch wo ist die Erlösung geblieben? Darben nicht heute Millionen in täglicher Pein, wie vor Jahrtausenden? Und werden sie nicht wie damals von den Reichen mit Füßen getreten, die doch schwerer in das Himmelreich kommen sollten, denn ein Kamel das Nadelöhr passieren?</p>

<p>Es ist nichts als eine pfäffische Lüge, wenn dem Volke eingeredet wird, das Christentum habe eine seelische und nicht eine leibliche Erlösung verheißen und vollbracht, das Reich Jesus sei nicht von dieser Welt. Nichts als ein unbestimmter Wunsch auf die Glückseligkeiten des Jenseits, sondern als ein Evangelium der Erlösung von dem materiellen Elend, der sozialen Ungleichheit und der sozialen Ungerechtigkeit hienieden auf Erden ward die christliche Lehre gepredigt und aufgenommen. Die Erlösung von den ungeheuerlichen Folgeerscheinungen der Klassenherrschaft, von gesellschaftlichen Kontrasten, von täglicher Not, von Bedrückung des Menschen durch den Menschen, der Volksmasse durch eine Handvoll Mächtiger – das war das Evangelium der ersten Apostel des Christentums und das war es, was ihnen die Anhänger und die Gläubigen in hellen Scharen zuführte. So irdisch, so realistisch, so sinnlich war diese Erlösung gemeint, dass die ersten Christen sofort an die Wurzel des sozialen Übels, an die Eigentumsverhältnisse die Axt mit wuchtigem Hiebe  anlegten. Das Evangelium der christlichen Erlösung war ein durch Jahrhunderte hallender schmetternder Trompetenruf zum Kriege wider die Reichen und das Privateigentum. «Ihr Elenden», rief der heilige Basilius im vierten Jahrhundert den Reichen zu, «wie wollt Ihr Euch vor dem ewigen Richter verantworten? Ihr erwidert uns: Wie habe ich unrecht, da ich nur für mich behalte, was mir gehört? Ich aber frage Euch: Was nennt Ihr Euer Eigentum? Von wem habt Ihr es erhalten? Wodurch werden die Reichen reich, als durch die Besitznahme von Dingen, die allen gehören? Wenn jeder für sich nicht mehr nähme, als er zu seiner Erhaltung braucht, und den Rest den anderen ließe, dann gäbe es weder Reiche noch Arme.» Und zwei Jahrhunderte später donnerte noch ein anderer wackerer Gottesstreiter, Gregor der Große: «Es genügt nicht, dass man anderen ihr Eigentum nicht nimmt, man ist nicht schuldlos, solange man Güter sich vorbehält, die Gott für alle geschaffen hat. Wer den anderen nicht gibt, was er hat, ist ein Totschläger und Mörder, denn da er für sich behält, was zur Erhaltung der Armen gedient hätte, kann man sagen, dass er tagaus, tagein so viele erschlägt, als von seinem Überfluss leben konnten.» Diese schneidende Sprache führten die Jünger Jesu wider die soziale Ungleichheit der Menschen und mit solchen rein irdischen Argumenten führten sie die Sache der Enterbten, die zu erlösen der große Nazarener seine Schule stiftete.</p>

<p>Allein, die materiellen Verhältnisse erwiesen sich stärker als die feurigste Rede der christlichen Apostel. Die Worte eines Chrisostomus, des Mannes mit dem goldenen Munde, die Donnerstimme des großen Gregors verhallten wie die Stimme des Rufers in der Wüste. Der Strom der geschichtlichen Entwicklung, dem das christliche Evangelium des Kommunismus und der Abschaffung des Reichtums eine Zeitlang zu trotzen versuchte, riss das kühne Boot der Welterlöser mit, kehrte es um und zwang es, mit dem Gang der Verhältnisse zu schwimmen. Die Klassengesellschaft hat die zu ihrer Vernichtung verkündete Lehre in ihren eigenen Dienst gespannt, die Erlöserin – Kirche wurde zu einem neuen Pfeiler der jahrtausende alten Sklaverei der Volksmassen. Aus dem Evangelium der sozialen Gerechtigkeit haben die herrschenden Klassen und ihre Diener, die Kirchendiener, ein Evangelium der Barmherzigkeit, aus der Religion Freier und Gleicher eine Religion der Bettler und der Aussätzigen gemacht, aus der irdischen sozialen Erlösung von Hunger, Not und Erniedrigung – ein Wolkenkuckucksheim der «Seelenerlösung» nach dem Tode. Dieser unbarmherzige Prozess der historischen Umschmelzung der christlichen Erlösungslehre dauert bis auf unsere Tage fort. Die mittelalterliche feudale Gesellschaft hatte den urwüchsigen, kühnen christlichen Kommunismus zu der krankhaften, tränenreichen christlichen Barmherzigkeit, zur Lehre des weltabgeschiedenen Klosterlebens verrenkt. Die kapitalistische Neuzeit hat die christliche Charitas zur Heuchelei, zum frechen Hohn auf die christliche Lehre gemacht. In jeder Klassengesellschaft, wo die Not der Massen eine soziale Notwendigkeit, ist die Heuchelei eine öffentliche, staatliche Einrichtung. Mit jedem weiteren Schritte in der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft wird die mit dem christlichen Glauben getriebene Heuchelei der herrschenden Klassen gröber und ungeschminkter.</p>

<p>Elende Heuchelei ist dieses offizielle Weihnachtsfest, wo zur Feier der Geburt des Erlösers der Armen, der Geburt in der Krippe, von der reichen Bourgeoisie am Tannenbaum ein Luxus getrieben wird, der den notleidenden, frierenden, darbenden Massen Hohn spricht. Elende Heuchelei die frommen Gebete und die himmelwärts verdrehten Blicke der salbungsvollen Kirchendiener, die zum Weihnachtsfest, zur Geburtsfeier des milden Menschenfreundes rüstend, zuvor eilig zu neuen Mordwerkzeugen und neuen Lasten für die Bedrückten ihren Segen geben. Elende Heuchelei dies ganze offizielle Christentum der heutigen Gesellschaft, das sich eine Adventnacht auswählte, um durch einen räuberischen Überfall Millionen fleißiger Arbeiter den letzten Bissen täglichen Brotes vom Munde zu reißen und kurz vor Glockenschlag des Weihnachtsfestes den schwarzen Brüdern in Afrika neue Gräuel des Krieges, neue furchtbare Vernichtungsbotschaft ins Land schickt als Bescherung. Das einzig Wahre an dem heutigen christlichen Weihnachtsfest, aus dem jeder innere lebendige Geist verschwunden, von dem nur der tote Brauch und das sinnliche Blendwerk geblieben, ist das ewig grüne Tannenbäumchen, der duftige Gruß der reinen frischen Natur, das Bäumchen, das die christlichen Kirchendiener der alten naiven Heidenwelt und ihrem Sonnenkultus gestohlen und mitten in das fremde, unnatürliche Milieu der christlich-bürgerlichen Heuchelei gepflanzt haben – zur Freude der Kinder und der kindlichen Erwachsenen.</p>

<p>Dieser Welt der offiziellen christlichen Heuchelei gegenüber stehen wir proletarische «Rotte», wir «Vaterlandslosen», wir Geächteten, wir «Elenden», und mit Prometheus fragen wir:</p>

<p>Ich dich ehren? Wofür?<br />Hast du die Schmerzen gelindert<br />Je des Beladenen?<br />Hast du die Tränen gestillet<br />Je des Geängsteten?</p>

<p>Auch wir feiern die Ankunft des Erlösers, des wahren Erlösers der Menschheit. In jeder verfallenden Gesellschaft, in der die aufstrebende, unterdrückte Klasse durch ihren Kampf neue Bahnen der Entwicklung nicht auszuhauen vermag, da taucht der Glaube an einen wundertätigen Erlöser auf, die ermüdete, verzweifelte Menschheit klammert sich an die Darstellung einer mächtigen, rettenden Persönlichkeit, die durch ihre Wunderwirkung alle erlösen wird. Das alte Volk der Hebräer erwartete seine Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei von Mose, in dem verfallenden Rom steht Christus als Erlöser auf, in den Anfängen der kapitalistischen Gesellschaft, bevor noch das moderne Proletariat auf die geschichtliche Bühne trat, suchte ein Fourier lange den Mächtigen und Reichen, der ihm helfen sollte, seinen Erlösungsplan für die Menschheit zu verwirklichen.</p>

<p>Uns hat der Erlöser Sozialismus den starken Hammer des Klassenkampfes und der Erkenntnis in die Hände gedrückt und zugerufen: Erlöset euch selbst! Die Selbsterlösung der Menschheit durch den Kampf des klassenbewussten Proletariats, die Erlösung der Masse nicht durch einen wundertätigen Erlöser, sondern durch die Masse selbst, &#8211; das ist der erlösende Gedanke des Sozialismus, das unser Erlösungsevangelium.</p>

<p>Auch wir feiern unser Weihnachtsfest, auch wir stecken Lichter auf unseren Weihnachtsbaum, auch unter uns ist heut’ Freude, und Hoffnung und Glaube ziehen in unsere Herzen. Denn unsere Erlösung vollzieht sich schon mit jedem Tage, mit jeder Stunde. Hört Ihr vom Osten das Stimmengewirr und den Lärm des Kampfes? Dort brechen bereits unsere Brüder ihre schwersten Ketten, die Selbsterlösung der Masse beginnt, der zündende Blitz der sozialistischen Erkenntnis hat bereits die alte Finsternis erhellt, der starke Hammer des Klassenkampfes wird geschwungen, das Volk wird zum Schmiede des eigenen Schicksals.</p>

<p>Auch dort in dem «heiligen Russland» wurde Jahrhunderte lang Weihnachten gefeiert. In dem alten frommen «Mütterchen Moskau» erdröhnten alljährlich zur Geburt des Erlösers die betäubenden schweren Glocken von den vierzig mal vierzig schwerfälligen byzantinischen Kirchen mit ihren breiten, schreiend goldenen Kuppeln. In der neueren Zarenhauptstadt, in Petersburg, wurden alljährlich zur Feier der christlichen Weihnacht am Newastrande krachende Salutschüsse gegeben. Fromm bekreuzten sich dreimal mit eiliger Gebärde und besonderer orthodoxer Fingerstellung die offiziellen russischen Christen und berührten in fleißigem Erdengruß unzählige mal den Boden mit der schweißperlenden Stirn. Jahrein – jahraus jubelte die russische Christenheit ob der Geburt des Erlösers, dieweil Millionen Muschiks an Hungertyphus und Skorbut starben, wegen rückständiger Steuern mit Nagajkas [Knütteln] ausgepeitscht wurden, dieweil Hunderte Fabrikproletarier in 16stündiger Fron verkrüppelten und bei geringster Auflehnung erschossen wurden, dieweil Kibitkas mit eintönigem Schellengeläute über die unendliche Schneesteppe Sibiriens fegten und einen Schub Verbannter nach dem anderen in das große Totenhaus der Zwangsarbeit in den Bergwerken lebendig ablieferten. Und es war knapp zwei Wochen nach dem letzten orthodoxen Weihnachtsfest, als in Petersburg der Zug der Zweihunderttausend mit dem Kruzifix in der Hand vor das Zarenschloss zog, um in des Erlösers Namen um Erlösung von der furchtbaren Sklaverei zu flehen. Noch waren die feierlichen Glockentöne der Weihnachtsfeier in den Lüften nicht verklungen, als sie von krachenden Gewehrsalven übertönt wurden, und des Erlösers Kruzifix senkte sich blutbespritzt zu Boden, entfiel der todesstarren Hand der Bittenden unter dem Kugelregen des allerchristlichen Zaren. Darauf ermannte sich die Volksmasse und griff zur Selbsterlösung, von der Bitte und der Hoffnung zum Kampf, vom Kruzifix – zum roten Banner der Sozialdemokratie.</p>

<p>Ein Jahr ist seitdem verflossen, heute kehren die Weihnachten wieder, die heilige Nacht zieht im heiligen «Russland» herauf – über einem rauchenden Trümmerhaufen der ehemaligen christlichen Zwingburg. Noch ist heiß der Kampf und furchtbar der Opfer Zahl. Doch die Erlösung, die Selbsterlösung des russischen Volkes, unser aller Selbsterlösung hat begonnen. Das rote Banner, unserer Erlösung Zeichen, flattert aus dem Kampfgewühl immer wieder siegreich in den Lüften auf und Millionen und Abermillionen Enterbter, Erlösungsharrender scharen sich um die Sturmfahne auf dem ganzen Erdenrund. Klopfenden Herzens, des Glaubens und der Hoffnung voll, senden wir heut heiße Blicke nach dem Osten und begleiten jede Bewegung der stolzen Standarte mit Jubel. Die ersten Wälle der alten Gesellschaft fangen an zusammenzustürzen, die rote Fahne führt siegreich den ersten Sturmlauf aus.</p>

<p>Und so feiern wir heute unser Weihnachtsfest, durch einen Abgrund getrennt von der heuchlerischen bürgerlichen Christenwelt mit ihren heuchlerischen Feiern, Gebeten und Glocken. Um unseren grünen Lebensbaum geschart, fest im Glauben und froh in der Hoffnung auf der Menschheit nahende Erlösung, gestützt auf den nie versagenden Hammer – unserer Arbeit und unserer Befreiung Symbol, feiern wir unser Arbeitsfest, wir Millionen Elender und Enterbter, ein stolz und trotzig und kräftig Geschlecht und rufen der verlogenen herrschenden Christenwelt zu, wie Prometheus:</p>

<p>Hier sitz’ ich, forme Menschen<br />Nach meinem Bilde,<br />Ein Geschlecht, das mir gleich sei,<br />Zu leiden, zu kämpfen,<br />Zu genießen und zu freuen sich<br />Und Dein nicht zu achten,<br />Wie ich!</p>

<p> <em> <br /></em></p>
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		<title>Filmkritik: „Führer und Verführer“</title>
		<link>https://derkommunist.de/filmkritik-fuehrer-und-verfuehrer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Franz Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jul 2024 09:33:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Regisseur Joachim A. Lang hat einen Film über Goebbels und dessen Nazi-Propaganda gemacht, um „die Mechanismen der Demagogie [zu] verstehen und [so] die Hetzer der Gegenwart [zu] entlarven“, wie [&#8230;]</p>
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<p>Der Regisseur Joachim A. Lang hat einen Film über Goebbels und dessen Nazi-Propaganda gemacht, um „die Mechanismen der Demagogie [zu] verstehen und [so] die Hetzer der Gegenwart [zu] entlarven“, wie es im Vorspann heißt. In Wahrheit ist dieser Film selbst Propaganda.<br>Für die bürgerlichen Liberalen ist vor allem die Propaganda schuld am Aufstieg der Nazis, genauso wie am Erfolg der AfD: Kleine „giftige Gnome“ wie Goebbels oder Höcke, die mit verführerischen Redekünsten die ungebildeten Massen hinters Licht führen, seien der Grund für den Niedergang „unserer“ Demokratie.</p>



<p>In Wahrheit ist „unsere Demokratie“ nur der Schleier für die Diktatur der Reichen. Entscheiden tun die, die sich Parteispenden und Bestechungsgelder leisten können: die Kapitalistenklasse. Solange die Wirtschaft wächst, können sie die Illusion der Demokratie aufrechterhalten. Sobald die Krise kommt, wird der wahre Charakter dieses politischen Systems immer offensichtlicher für die Massen. Es sind also die Kapitalisten selbst, die das Vertrauen in die Demokratie zerstören.</p>



<p>Das können und wollen sie aber nicht wahrhaben. Deswegen schieben sie alles auf diese verteufelten „Hetzer“, „Verführer“ und „Demagogen“, auf die TikTok-Künste der Maximilian Krahs. Sie verklären und überhöhen die Wirkmacht von deren Propaganda zu Magie, die aus dem Nichts kommend die Massen in ihren Bann zieht. Und so sagt Hitler im Film nach einer gelungenen Propagandainszenierung zu Goebbels im typischen Führer-Sound: „Mein Hexenmeister hat wieder gezaubert!“</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Propaganda</strong></p>



<p>„Führer und Verführer“ ist kein guter Film. Hitler und Goebbels sind schlecht gespielt und leben vor allem von ihrem klischeehaften Akzent. Neben Goebbels‘ propagandistischem Wirken, erfahren wir vor allem viel Belangloses über seine Bettgeschichten und die kriselnde Ehe mit Magda („Wenn du diese Frau weitersiehst, gehe ich zum Führer!“). Die Dialoge wirken oft gekünstelt und sind einige Male erwiesenermaßen historisch inakkurat, obwohl der Film genau mit diesem Anspruch antritt.</p>



<p>Kunst und Fiktion können Mittel der Wahrheitsfindung sein: Sie können uns Dinge erahnen und spüren lassen, die wir historisch nicht mehr genau rekonstruieren können; sie können das Wesen einer Sache mit ihren Mitteln auf den Punkt bringen. Das passiert hier nicht. Was der Film auf ästhetischer Ebene nicht vermag, versucht er auf dokumentarischer Ebene wettzumachen: Immer wieder werden Interviews mit Holocaustüberlebenden oder Originalaufnahmen des Massenmordes zwischen die gespielte Handlung geschnitten. Aber auch diese historischen Dokumente erklären nichts und helfen nicht zu verstehen. Sie dienen einzig dazu, Schock und moralische Empörung hervorzurufen. Vom Hunger zermarterte Leichen, nackte Frauen, die zur Erschießung in eine Grube steigen müssen, in der bereits die Leichen ihrer Vorgänger liegen – diese Bilder erweitern nicht unser Verständnis vergangener (oder gegenwärtiger) Realität. Sie sagen nur, was wir schon wissen: „Die Nazis waren schrecklich!“ Das ist Effekthascherei und soll der politischen Aussage des Films moralische Autorität verleihen.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Verteidiger des Status quo</strong></p>



<p>Die politische Aussage des Films ist klar: Höcke und die AfD sind Nazis, ihre Propaganda ist gefährlich. Ist sie erfolgreich, droht ein zweiter Holocaust. Und wer gegen Israels Genozid kämpft, ist im Zweifel genauso schlimm.</p>



<p>In Wahrheit ist die AfD eine rechte, demagogische Partei, aber keine faschistische. Bei ihrem Wahlsieg droht weder ein neues faschistisches Regime noch ein zweiter Holocaust. Warum also diese hartnäckigen Nazivergleiche? Die kapitalistische Krise hat die politische Stabilität des bestehenden Systems untergraben. Das Merkel’sche Dogma der „Alternativlosigkeit“ lässt sich nicht mehr aufrechterhalten. An seine Stelle tritt die Behauptung, es gäbe zwar eine Alternative zum bestehenden System, aber nur eine furchtbare: den Holocaust 2.0. Deswegen solle man lieber das bestehende politische System verteidigen und die Reihen fest hinter den Eliten schließen.</p>



<p>Die Kapitalisten haben Angst, dass wir darauf kommen, dass es eigentlich noch eine andere Alternative gibt: Sozialismus. Deswegen finanzieren sie solche Filme.</p>
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