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		<title>Die serbische Revolution und ihre Räte: Alle Macht den Zborovi!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Volgger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 13:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Massenprotest]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>
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<p>Seit über einem halben Jahr nach dem Zusammenbruch des Bahnhofsdachs in Novi Sad vollzieht sich ein politisches Erdbeben in Serbien, angeführt durch die studentische Jugend. Was mit der Forderung nach einer politischen Aufklärung der Tragödie vom 1. November 2024 begann, hat sich mittlerweile in eine ausgereifte Massenbewegung entwickelt. </p>

<p>Das Misstrauen in alle bürgerlichen Institutionen und offiziellen oppositionellen Kräfte hat sich von Beginn an in der Selbstorganisation der Studenten in Plena an den Unis ausgedrückt. Entgegen dem korrupten Regime des Präsidenten Aleksandar Vučić stellten die Plena tatsächliche demokratische Werkzeuge der Bewegung dar. Sie waren offen für alle Studenten, diskutierten und stimmten über die Ausweitung der Proteste ab. </p>

<p>Das war das Grundgerüst für die Proteste in den ersten Monaten. Mit Hilfe der bzw. durch die Plena selbst wurden heroische Streiks und Proteste organisiert, wie der Busfahrerstreik im Dezember, die Besetzung des Infrastrukturministeriums und schließlich ein großer Streik von IT-, Bildungs-, Presse- und Kulturarbeitern, der zum Rücktritt des Ministerpräsidenten im Februar führte. </p>

<h3><strong>Selbstorganisation der Massen</strong> </h3>

<p>Vučić brachte durch seine Kompromisslosigkeit den Studenten jedoch bei, dass es weit mehr braucht als vereinzelte Streiks und Massendemonstrationen. Gestärkt durch die breite Unterstützung riefen die Studenten deshalb Anfang März zu einem Generalstreik und der landesweiten Bildung von „Zborovi“ (z.Dt. „Räte“) auf, um so viele Menschen wie möglich in den Kampf mit einzubeziehen. In über 50 Städten und Gemeinden hat dieser Aufruf zur Selbstorganisation Widerhall gefunden. </p>

<p>Jetzt waren es nicht mehr nur Studenten, die den Kampf vorantrugen. Die Zborovi haben gerade deshalb revolutionäres Gewicht, weil sie durch ihr Einbeziehen aller Schichten der Arbeiterklasse beginnen, die Interessen des Proletariats als Klasse zu vertreten. </p>

<p>Dass Vučić und alle „neutralen“ Institutionen des Staates trotz rechtlicher Bestimmungen nicht die Baudokumentationen herausgeben und sie unfähig sind, die andauernde Krise und Armut zu bewältigen, zwingt die Massen in Serbien zum selbstständigen Handeln. So beschlossen beispielsweise die Studenten, den größten TV-Sender zu besetzen, gründeten mit den dortigen Arbeitern ein Zbor und strahlten die gemeinsamen Forderungen des Rats und der Studenten landesweit aus. </p>

<h3><strong>Schule der kommenden Revolution</strong> </h3>

<p>Die Bewegung steht an einem Scheideweg. Bisher wurde keines ihrer Ziele erreicht. Um das zu schaffen, muss die Studentenschaft die Zborovi weiter im Land und auf die Betriebe ausweiten und sie in einem landesweiten Zbor vereinigen. Das würde die Bewegung befähigen, den lang ersehnten Generalstreik durchzuführen, der beim ersten Versuch wegen der Passivität der Gewerkschaftsführung noch begrenzt blieb. Sie könnte Vučić so nicht nur stürzen, sondern mit den Räten selbst die Macht übernehmen. Das wäre der einzige Ausweg aus der Krise, welche die tatsächliche Wurzel der Proteste darstellt. </p>

<p>Das Grundproblem ist aber, dass sich die komplette Entwicklung hin zu den Zborovi unbewusst vollzieht, weil die nächsten Schritte der Bewegung spontan aus den direkten Erfahrungen im Klassenkampf abgeleitet werden. Darin macht sich das Fehlen einer kommunistischen Partei deutlich, die durch die Einsicht in die Dynamik des Klassenkampfes der unbewussten Entwicklung ein Bewusstsein für die nächsten Schritte entgegenhalten kann. </p>

<p>Die unmittelbare Zukunft der Bewegung ist deswegen unklar. Was aber die kommenden Jahre und Jahrzehnte betrifft, ist die Zukunft klar gesetzt: Serbien, aber auch Europa, entwickelt sich zu einem Knotenpunkt der Weltrevolution. Abermillionen Menschen schreiben in Südosteuropa nach Jahrzehnten von Passivität wieder ihre eigene Geschichte und machen ihre Erfahrung im Kampf gegen die korrupte Kapitalistenclique. Egal ob sie siegen, einen Teilsieg erringen oder Vučić noch im Amt bleibt: Diese Erfahrungen bilden die Schule der kommenden serbischen Revolution! </p>
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		<title>Die griechische  Arbeiterklasse zeigt ihren Kampfeswillen</title>
		<link>https://derkommunist.de/die-griechische-arbeiterklasse-zeigt-ihren-kampfeswillen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michele Rocco Troccolo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 06:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Global]]></category>
		<category><![CDATA[Massenprotest]]></category>
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<p>Am 28. Februar, zum zweiten Jahrestag des Zugunglücks in Tembi, bei dem 57 Menschen starben und viele weitere verletzt wurden, protestierten Millionen in Griechenland. Ein Generalstreik legte das Land lahm. Letztliche Ursache des Unglücks ist die gefährliche Unterfinanzierung der privatisierten griechischen Eisenbahnen. Neben der Forderung nach Aufklärung erstarkt nun auch der Ruf nach Rücktritt der Regierung. Griechenland befindet sich in einer tiefen sozialen und politischen Krise mit möglichen revolutionären Konsequenzen.</p>

<p>Das muss alle Linksliberalen erstaunen, denn sie haben 2023 noch von einem „Rechtsruck“ in Griechenland gesprochen. Bei den Wahlen hatten Konservative und Rechte über 50% erhalten. Davon ging sogar 10% auf extrem rechte Parteien.</p>

<p>Die Proteste zeigen, dass die wirkliche Spaltung nicht zwischen rechts und links verläuft, sondern zwischen arm und reich. Hunderttausende stellen sich die Frage: Wer profitiert von den jahrelangen Kürzungen, Privatisierungen und Angriffen auf unseren Lebensstandard? Und wer muss die Rechnung zahlen?</p>

<p>Wahlergebnisse drücken häufig diesen grundlegenden Widerspruch verzerrt aus. Insbesondere wenn es keine Kraft gibt, die die Klassenfrage in den Mittelpunkt stellt. Syriza, die „Koalition der Radikalen Linken“, hatte 2015 einen phänomenalen Wahlsieg errungen, weil sie als glaubwürdige Verteidigerin der Interessen der Arbeiter aufgetreten war. 2009 noch eine Kleinstpartei (5%), stieg sie 2012 rasant (Mai: 17%; Juni: 26%) und erreichte im Januar 2015 ihr höchstes Ergebnis (36%).</p>

<p>2023 ist sie dann wieder auf 17% gefallen. Der Aufstieg der Konservativen und Rechten an der Wahlurne ist nur die Kehrseite davon. Syriza hat ein Vakuum hinterlassen: Die Massen suchen nach einer Partei, die kämpft.</p>

<h3><strong>Sackgasse Reformismus</strong></h3>

<p>Syriza war im Januar 2015 an die Regierung gewählt worden, um die Kürzungspolitik der Troika (EU, IWF, EZB) zu verhindern. Da nach der Krise von 2008 Banken und Unternehmen mit Staatsgeld gerettet wurden, sollte – wie auch heute – die Arbeiterklasse die Rechnung zahlen. Syriza stellte sich in Worten dagegen.</p>

<p>Die Strategie der Führung basierte aber auf einem fatalen Fehler: Sie hoffte, mit der Troika einen guten Kompromiss abschließen zu können. Dafür drohte sie mit dem EU-Austritt Griechenlands. Für die Troika hingegen ging es mittlerweile um mehr als die Rückzahlung von Schulden und den Zusammenhalt der EU: Ein Sieg dieser Protestbewegung hätte weitere Bewegungen im krisengeschüttelten Europa bedeutet. Deswegen gab sie keinen Zentimeter nach.</p>

<p>Syriza hätte also in der Folge die Bewegung weiter eskalieren müssen, um ihr Versprechen einzuhalten. Um die Interessen der Arbeiter zu sichern, gab es keinen Weg vorbei an der Verstaatlichung der Schlüsselindustrien und Banken.</p>

<p>Vor diesem revolutionären Akt schreckte die Führung zurück, denn sie wollte den Kapitalismus gut verwalten, nicht stürzen. Sie flüchtete sich im Juli 2015 in eine Volksabstimmung: Sollen die Sparmaßnahmen angenommen werden? Die Situation völlig falsch einschätzend rechneten sie mit einem „Ja“, welches ihnen die Legitimität gegeben hätte, den „Volkswillen“ mit „Zähneknirschen“ umzusetzen – während sie sicher in ihren Regierungsposten sitzen.</p>

<p>Dass über 60% mit „Nein“ stimmten, riss die Führung in eine weitere Krise, aber hielt sie letztlich nicht auf, dann trotzdem die Kürzungen durchzusetzen. Auf dieser Basis konnten 2019 die Konservativen die Wahl gewinnen. Trotzdem erlangte Syriza noch 32% und hätte durch eine ernste Fehleranalyse das Ruder herumreißen können. Erst die „Oppositions“-Politik, in der Syriza vielen Angriffen auf die Arbeiterklasse zustimmte, führte zu der extremen Wahlniederlage in 2023.</p>

<h3><strong>Die Massen sind bereit, ihre Führung nicht</strong></h3>

<p>Die Führung von Syriza erklärte sich stattdessen ihre Niederlage durch einen gesellschaftlichen Rechtsruck. Mit dieser „Analyse“ hatte sie schon vorher ihren eigenen programmatischen Rechtsschwenk gerechtfertigt. Immer wieder hört man von solchen Linksreformisten, dass die Massen nicht bereit seien zu kämpfen. Dabei ist es ihr Unwille, der die Mobilisierung auf den Straßen und in den Betrieben zurückhält – siehe 2015.</p>

<p>Jeglicher Zweifel über den Kampfeswillen der Arbeiterklasse sollte nach den aktuellen riesigen Demonstrationen und Streiks beseitigt sein. Auch ohne Syriza geht sie gegen die Kürzungsregierung auf die Straße. Sie verlangt nach einer Partei, die die Bewegung vorantreibt und bereit ist, den Kampf zu Ende zu führen.</p>
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		<title>Gesamt-jugoslawische Mobilisierung!</title>
		<link>https://derkommunist.de/gesamt-jugoslawische-mobilisierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helene Biberic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2025 06:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Balkan]]></category>
		<category><![CDATA[Massenprotest]]></category>
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<p>Die Studentenproteste in Serbien, die am 26.11.24 begannen, haben sich zu einer massiven Bewegung entwickelt. Was als Uniblockade gegen Polizeigewalt begann, breitete sich im ganzen Land aus und zog Studenten, Schüler und Arbeiter an. Heute haben die Proteste 302 Orte in ganz Serbien erreicht, vereint unterstützen sie die Forderungen der Studierenden.</p>

<p>Nach zwei Monaten Unibesetzungen, Demos und Straßenblockaden vereinte der Aufruf zum Generalstreik am 24. Jänner die Studenten mit Arbeitern aus IT, Presse, Bildung und Kultur: der größte Protest seit dem Sturz Miloševićs im Jahr 2000. Nur drei Tage später blockierten Demonstranten 24 Std. lang den Verkehrsknoten Autokomanda in Belgrad.</p>

<p>Das erzwang am 28. Jänner den Sturz der Regierung, Premierminister Vučević trat unter enormem Druck zurück. Die Studenten setzten ihren Kampf fort: Am 1. Februar marschierten Zehntausende von Belgrad nach Novi Sad und blockierten im Gedenken an die 15 Opfer von Novi Sad die drei Hauptbrücken der Stadt für 72 Stunden. Am 14. Februar marschierten Zehntausende in Kragujevac, gefolgt von einem Arbeitskampf in Belgrad gegen die Privatisierung des städtischen O-Busunternehmens. Studenten schlossen sich mit „Generalstreik“-Bannern an.</p>

<h3><strong>Ein verzweifeltes Regime: Angst und Unterdrückung</strong></h3>

<p>Schon in seiner Neujahrsansprache sah man Serbiens Präsidenten Vučić die Angst an, er sprach von Bolschewiki und Menschewiki und verglich die Proteste mit der Pariser Kommune: „Ich bin gegen die Pariser Kommune; ich stehe für Demokratie!“</p>

<p>In einem verzweifelten Versuch, dem Generalstreik entgegenzuwirken, organisierte Vučić seine eigene Kundgebung, die „Bewegung für Volk und Staat“ und „mobilisierte“ bezahlte Loyalisten. Dies konnte den Schwung der Proteste jedoch kaum dämpfen.</p>

<p>Das Regime griff auch zur Gewalt – vom Rammen eines Autos in die Menge der Demonstranten bis hin zur brutalen Misshandlung einer Studentin durch regierungsnahe Schläger: Diese Repressionsakte haben die öffentliche Wut nur noch weiter angeheizt.</p>

<h3><strong>Studentenwiderstand: Plena und Verteidigungseinheiten</strong></h3>

<p>Als Reaktion auf die Polizeigewalt begannen die Studenten, Verteidigungstaktiken zu entwickeln. Polizeispezialeinheiten („Kobra“) werden häufig gegen Demonstranten eingesetzt. Die Studenten bildeten daher ihre eigenen Einheiten namens „Dabrovi“ (Biber), um die Demos vor Angriffen zu schützen.</p>

<p>Darüber hinaus gründeten sie Gruppen, die sich um Spenden, Hygiene und Logistik kümmerten. Sie haben die Uni-Campusse übernommen und organisieren die Proteste demokratisch durch Plena – Vollversammlungen, bei denen Entscheidungen durch direkte Mehrheitswahl getroffen werden. Um den Kampf auf eine höhere Ebene zu heben, müssen die Plena erweitert und auf die Arbeitsplätze ausgedehnt werden. Dies geschieht bereits an den Schulen. Das Lehrpersonal organisiert sich auch so, um seinen Streik zu organisieren.</p>

<p>Weder die Opposition noch die derzeitige Regierung kann die Massenbewegung übernehmen, weil diese keiner der etablierten politischen Kräfte Vertrauen schenkt. Die Opposition fordert eine Übergangsregierung aus Experten und „faire“ Wahlen, aber viele Studenten lehnen diese Idee ab und erinnern daran, dass ähnliche Versprechen nach dem Sturz Miloševićs gescheitert sind. Sie wissen, dass ein Regierungswechsel allein keine fundamentalen Probleme löst.</p>

<p>Die Oppositionsparteien haben bewiesen, dass sie keine Alternative bieten können. Ein Wechsel des Regierungspersonals wird die Macht der korrupten Eliten nicht untergraben. Die Antwort liegt in der Mobilisierung und dem Aufbau von Organen der Arbeitermacht, die in der Lage sind, die Leitung der Industrie, des Transportwesens, der Krankenhäuser sowie der Schulen und Universitäten zu übernehmen. Die Unis und Schulen sind nur die Speerspitze.</p>

<h3><strong>Regionale Solidarität</strong></h3>

<p>Die spalterische nationalistische Rhetorik aller ex-jugoslawischen Eliten bricht in sich zusammen, während die Solidarität über alle Grenzen hinweg wächst. Der Grund dafür ist, dass Arbeiter und Jugendliche auf dem gesamten Balkan den Kapitalismus zunehmend satt haben. Wir sind alle mit den gleichen Problemen konfrontiert. Die Plena haben sich jetzt im gesamten ehemaligen Jugoslawien ausgebreitet und die Regierungen in Angst versetzt. Kroatien hat sogar den Reiseverkehr nach Serbien eingeschränkt.</p>

<p>Am 17. Februar organisierten 400 Studenten in Zagreb ein Plenum gegen Studiengebühren, inspiriert von den serbischen Protesten. Tage später forderten Studenten in Ljubljana eine öffentliche Entschuldigung von Bürgermeister Janković für seine Unterstützung des serbischen Präsidenten Vučić. Tausende wurden in Solidarität mobilisiert. In Mazedonien fanden Proteste gegen einen Femizid statt, während in Banja Luka (Republika Srpska, Bosnien) Tausende in Solidarität demonstrierten. Das Regime von Dodik reagierte mit Repressionen und sperrte sogar Schüler in Schulen ein – erfolglos.</p>

<p>Diese Kämpfe sind eng verbunden. Korruption, Arbeitslosigkeit und sinkende Lebensstandards plagen den Balkan seit der Zerstörung Jugoslawiens. Über fünf Mio. Menschen sind ausgewandert. Von Ljubljana bis Skopje nutzen die Herrscher religiöse Spaltung und Nationalismus, um eine Bevölkerung zu kontrollieren, die gemeinsame Kämpfe und eine gemeinsame Geschichte hat. Diese Spaltung erleichtert die imperialistische Ausplünderung der gesamten Region und ist der Boden, auf dem die Korruption blüht. Die Menschen auf dem Balkan schließen sich jetzt erneut gegen ein System zusammen, das alle außer die korrupten Eliten im Stich gelassen hat.</p>

<h3><strong>Der Weg vorwärts: Aufbau der Arbeitermacht</strong></h3>

<p>Die Bewegung wächst, und immer mehr Arbeiter schließen sich ihr an. Die Lehrer gehen voran, trotz der Drohung, die Gehälter derjenigen zu kürzen, die die Studenten unterstützen. Der von Studierenden propagierte Generalstreik war die seit Jahren wirkungsvollste Aktion und treibt das Klassenbewusstsein voran.</p>

<p>Um erfolgreich zu sein, müssen die Studierenden bewusst ihre Ziele mit dem Kampf der Arbeiterklasse im Allgemeinen in Einklang bringen. Die Arbeiter müssen auf die Appelle der Studierenden eingehen und sich als Klasse der Bewegung anschließen. Sie müssen auch ihre Gewerkschaften von korrupten Politikern zurückfordern. Die Proteste haben derzeit keine konkrete Führung. Die Organisierung einer Generalversammlung der Plena mit Delegierten von Studierenden und Arbeitern könnte eine koordinierte Bewegung gewährleisten, die in der Lage ist, soziale und demokratische Verbesserungen zu erringen, die über den Sturz der Regierung hinausgehen.</p>

<p>Der Aufbau einer Massenbewegung in den Nachbarländern Serbiens für die Abschaffung der Studiengebühren und gegen Ausbeutung am gesamten Balkan ist die beste Form der Solidarität. Denn diese Bewegung ist viel mehr als nur wütende Studenten gegen Vučić. Sie ist Ausdruck der Wut gegen die herrschende Klasse und das Establishment. Dies bereitet den Boden für revolutionäre Explosionen, die die Grundpfeiler des Kapitalismus erschüttern werden – Pfeiler, die bereits jetzt zu zersplittern beginnen. Der Kapitalismus bietet keine Lösung für die Krise – nur eine geplante sozialistische Wirtschaft kann eine bessere Zukunft sichern. Der sozialistische Wandel auf dem Balkan ist nicht nur eine Idee – er ist eine Notwendigkeit.</p>

<p>Kapitalismus bedeutet Korruption – für eine sozialistische Revolution auf dem Balkan!</p>
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