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	<title>Leitartikel Archives -</title>
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	<title>Leitartikel Archives -</title>
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		<title>Merz-Regierung und AfD bekämpfen! Kapitalismus stürzen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 09:01:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anti-AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
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		<category><![CDATA[Sparpolitik]]></category>
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<p>Der deutsche Kapitalismus ist in einer fundamentalen Krise. Die Herrschenden kennen nur einen Ausweg: Die Arbeiterklasse soll den Gürtel bedeutend enger schnallen. Über Jahre hat das Finanzkapital Friedrich Merz für das Kanzleramt aufgebaut. Er organisiert eine allgemeine Offensive der herrschenden Klasse gegen die Arbeiterklasse vermittels des Staates.</p>



<p>Sein Auftrag ist Austerität, Kahlschlag bei den Sozialversicherungen und der Unternehmensregulierung, damit die Produktionskosten – der Lebensstandard der Arbeiterklasse – sinken und die Profite der Kapitalisten steigen. Zudem soll der Staat den Konzernen mit Garantien und Subventionen aufwarten und die Profite zusätzlich heben. Umverteilung von unten nach oben ist das Programm der Schwarz-Roten Koalition.</p>



<p>Aber der herrschenden Klasse geht es nicht schnell genug. Im November letzten Jahres waren bereits 77% der Unternehmer mit der Regierung unzufrieden, bei mittelgroßen Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten sogar 83%. Die Stimmung unter Unternehmern und Managern gegenüber der Regierung sei „extrem negativ, teils regelrecht aggressiv“, sagt der Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger. Die Kapitalisten drängen zum schnelleren Kahlschlag und pochen darauf, dass Merz endlich durchgreift und der Koalition mittels seiner „Richtlinienkompetenz“ das Programm der herrschenden Klasse diktiert.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Die SPD wird abgerichtet</strong></p>



<p>Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, erklärt: „Ich gebe der Regierung noch Zeit bis ins nächste Frühjahr“. An die Adresse der SPD heißt es seinerseits, er „hoffe auf die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie“, d.h. darauf, dass sie an der Agenda 2010 von Schröder und Müntefering anknüpft und eine Agenda 2030 umsetzt.</p>



<p>Jedoch steht die SPD so schwach in der Wählergunst da wie nie zuvor und versucht aus Erhaltungstrieb, die harten Angriffe, die das Kapital fordert, durch Verschuldung hinauszuzögern. Doch das Finanzkapital erhöht den Druck auf die SPD, die es in die Regierung genommen hat, damit sie die Arbeiterklasse unter der Betondecke des Reformismus passiviert und die Kürzungspolitik durchsetzt.</p>



<p>Schon im letzten Jahr opponierte die „Junge Gruppe“ der CDU/CSU-Fraktion im Interesse des Finanzkapitals in der Rentenfrage gegen den Regierungskurs, der ein Zugeständnis an die SPD war. Jetzt folgte der nächste Stich von Saskia Ludwig (CDU-Fraktion). Im Interview mit der Berliner Zeitung erklärte sie, sie würde „keinem Antrag der Regierung mehr zuzustimmen, der eine zusätzliche Verschuldung nach sich zieht“. Das ist eine direkte Absage an die SPD-Politik und auch eine Warnung an den Kanzler.</p>



<p>Damit gibt Ludwig der Stimme der Kapitalisten weiteren Nachdruck in der CDU-Fraktion und droht der SPD mit dem Regierungsaus: Es sei „schwer vorstellbar“, dass „die Koalition mit einer Sozialdemokratie, die sich scheinbar selbst aufgegeben hat“, die Legislatur durchhält. Schließlich greift sie die SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas persönlich an. Diese habe „dem Mittelstand in Deutschland den Krieg erklärt, gegen den sie gemeinsam mit den Linken und Linksextremen in diesem Land kämpft.“ Auch der Verband der Chemischen Industrie ermahnt die SPD: „Wir sind nicht im Klassenkampf.“</p>



<p>Das Finanzkapital und die CDU versuchen, die SPD-Fraktion auf Linie zu peitschen. Ein zentrales Werkzeug hierfür ist für das Finanzkapital der Aufstieg der AfD. Es macht sich diesen zunutze, um die SPD mit dem Schreckgespenst des „Faschismus“ auf den geforderten Kürzungskurs zu drängen – dieser notwendig um die „Demokratie“ zu „retten“. „Ich appelliere an alle, die Gefahr des Rechtsextremismus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt Bundesbankpräsident Joachim Nagel, „das bedroht unseren Wohlstand“ – ein „Wohlstand“, der für die Arbeiterklasse und Jugend ewige Sparpolitik bedeutet.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Spaltungslinien in den besitzenden Klassen</strong></p>



<p>Unter dem Druck der tiefen ökonomischen Krise entwickelt sich derweil eine Spaltung in den besitzenden Klasse, die sich auch zunehmend in der CDU selbst ausdrückt. Der Kanzler Friedrich Merz erklärt noch, dass mit einem „Unterbietungswettbewerb“ keine Wahlen zu gewinnen sind, und setzt damit, wie der tonangebende Teil der herrschenden Klasse, darauf, dass die Kürzungen erfolgreich im Rahmen der „Sozialpartnerschaft“ durchgesetzt werden.</p>



<p>Während das Finanzkapital die AfD noch aus der Regierung raushalten will, drängt ein wachsender Teil des Kleinbürgertums und Schichten von kleineren Kapitalisten darauf, die AfD ins Boot zu holen. Mittlerweile sagt ein Drittel der Unternehmer und Manager, dass sie die AfD wählen würden. Und auch im rechten Flügel der CDU formiert sich eine Strömung, die diese Entwicklung repräsentiert und dem vom Kanzler untersagten Unterbietungswettbewerb Auftrieb gibt, wie die „Lifestyle-Teilzeit“-Hetze zeigt.</p>



<p>Zugespitzt stellt sich folgende Frage in den besitzenden Klassen immer schärfer: Setzen sie ihr Programm zusammen mit den „Sozialpartnern“ (SPD und DGB-Vorstände) durch, oder setzen sie auf eine Bürgerblockregierung und treten ihrem „Sozialpartner“ zumindest vorläufig in den Hintern.</p>



<p>Die kommenden Landtagswahlen im Osten werden in dieser Hinsicht zu einem Kräftemessen zwischen verschiedenen Flügeln der besitzenden Klassen. Die Krise des Kapitalismus vertieft die Krise der bürgerlichen Demokratie immer weiter. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wird dieses Jahr gewählt und die AfD liegt dort gegenwärtig bei knapp 40%. Eine Minderheit der CDU pocht dort auf die Zusammenarbeit mit der AfD und erhofft sich durch gemeinsame Bürgerblock-Regierungen, widerstandslos ein hartes Sparprogramm durchzusetzen.</p>



<p>Das Finanzkapital fürchtet noch, dass die AfD in Regierungen verantwortungslos handelt. Vor allem aber fürchtet es die Reaktion aus der Arbeiterklasse und der Jugend gegen so eine Regierung der sozialen Angriffe, die sich nicht der Zusammenarbeit mit den DGB-Führungen sicher sein kann. Es fürchtet, dass die Stimmung der Massen in einen offenen Klassenkampf umschlagen könnte. Die Arbeiterklasse, die größte und stärkste soziale Kraft in der Gesellschaft, ist sehr politisiert, wütend und vieler Illusionen in die bürgerlichen Institutionen beraubt.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Reformismus und Aufstieg AfD</strong></p>



<p>Trotz dieser Abwehrhaltung des Finanzkapitals gegen die AfD ist diese rechte, demagogische Partei Teil der allgemeinen Offensive der herrschenden Klasse gegen die Arbeiterklasse. Sie ist ein Produkt der Krise des Kapitalismus. Jetzt, wo die AfD in den Umfragen und bei Wahlen sehr stark abschneidet, sehen Teile des Kleinbürgertums und der herrschenden Klasse, denen selbst die SPD zu „rot“ ist, in der AfD ein Werkzeug für die Durchsetzung ihrer Interessen. Sie wollen extreme Einschnitte im Lebensstandard der Arbeiterklasse sehen, um ihre Profite zu steigern.</p>



<p>Ihnen ist die rassistische und soziale Demagogie der AfD ein nützliches Werkzeug, um die Wut von den Teilen der Arbeiterklasse zu kanalisieren, die durch die passivierende Betondecke des Reformismus zutiefst verbittert und im Klassenbewusstsein zurückgeworfen sind. Die AfD hält so die Passivität und Spaltung der Arbeiterklasse aufrecht, was der gesamten herrschenden Klasse nützt.</p>



<p>Aber die Demagogie und die verbalen Angriffe der AfD gegen das „Establishment“, die „Kartell-Parteien“ usw. destabilisieren gleichzeitig das gesamte Herrschaftsgefüge des Finanzkapitals, weil sie das Vertrauen der Massen in die Institutionen der bürgerlichen Herrschaft zusätzlich schleifen. AfD-Regierungen wären mindestens genauso instabil und krisengebeutelt wie die Regierungen der etablierten Parteien. Zudem könnte deren reaktionäre Politik die Wut in den klassenbewussten Schichten der Jugend und Arbeiterklasse schneller zuspitzen und den Klassenkampf früher entflammen.</p>



<p><a></a>Deshalb macht der tonangebende Teil der herrschenden Klasse noch an der Kampagne gegen die AfD mit. Wir dürfen uns aber nicht von dieser Politik täuschen lassen. Weil die Herrschenden die AfD nicht mehr kleinhalten können, versuchen sie gleichzeitig, die AfD so hinzubiegen, dass sie in Regierungen teilnehmen kann. Dafür sorgen der Verfassungsschutz, die Presse, aufgebauschte Skandale usw. Das zeigt Wirkung: Die Führung der AfD schniegelt sich längst für mögliche Regierungsbeteiligungen.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Linkspartei behindert Klassenbewusstsein</strong></p>



<p>Aber die Entwicklung der Gesellschaft geht nicht nur in eine reaktionäre Richtung. Der Aufstieg der AfD sowie die Politik der Merz-Regierung, die nur Austerität und Aufrüstung verfolgt, erzeugt Radikalisierung nach links in der Jugend und in Schichten der Arbeiterklasse. Sie suchen einen Weg zum Klassenkampf und einer sozialistischen Gesellschaft.</p>



<p>Die Linkspartei versucht mit ihren Warnungen vor einer „Faschisierung“ der Gesellschaft diese Stimmung einzufangen. Sie schlägt vor, die AfD und die Merz-Regierung durch eine „Volksfront“-Bewegung zu bekämpfen und dadurch die Grundlage für eine „antifaschistische Regierung“ mit SPD und Grünen zu legen – Parteien, die für Militarismus, Krieg und Austerität stehen. Im Kern verfolgt die Linkspartei das gleiche Programm wie die tonangebenden Teile der herrschenden Klasse. Sie versucht, die „Demokratie zu retten“ – d.h. die Herrschaft der Kapitalistenklasse. Sie möchte lediglich die Krisenlasten „gerechter“, durch Steuern und Schulden, zwischen den Klassen verteilen.</p>



<p>Deshalb erklärt sie, dass die linke Bewegung ausdrücklich auf eine „reine Strategie ‚Klasse gegen Klasse‘“ verzichten sollte. Das heißt, sie soll darauf verzichten, den Kapitalismus, die Ursache der Angriffe des Finanzkapitals und des Aufstiegs der AfD, zu bekämpfen. Wir warnen vor solcher Politik, die mit Teilen der herrschenden Klasse eine Übereinkunft sucht. Damit wirft der Reformismus die Arbeiterklasse und die Jugend den Reichen zum Fraß vor.</p>



<p>Der Verzicht auf Klassenkampf in einer Situation, in der die herrschende Klasse eine allgemeine Offensive organisiert, stärkt nur die Betondecke des Reformismus. Damit hindert die Führung der Linkspartei die klassenbewussten Schichten der Jugend und Arbeiterklasse daran, sich effektiv gegen die Angriffe der herrschenden Klasse zu wehren und die AfD erfolgreich zu bekämpfen. Das führt dazu, dass die gesamte Arbeiterklasse passiviert, demobilisiert und gespalten wird. Die reformistische Politik ist der wichtigste Treiber der Zustimmungswerte für die AfD in der Arbeiterklasse.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Es braucht revolutionäre Politik</strong></p>



<p>Deshalb schlagen wir Kommunisten den klassenbewussten Schichten der Jugend und Arbeiterklasse eine reine „Klasse gegen Klasse”-Strategie vor, um die Spaltungen in der Arbeiterklasse zu überwinden. Wir treten für ein kommunistisches Programm ein, dass das Ziel hat, den Kapitalismus zu stürzen und die Macht über Wirtschaft und Politik in die Hände der Arbeiterklasse zu legen.</p>



<p>Die herrschende Klasse will zwar in die Offensive, aber sie kann das nur, wenn die Arbeiterklasse sich nicht wehrt. Wenn die Arbeiterklasse sich bewegt und einen Abwehrkampf gegen die Angriffe des Kapitals führt, dann kann sie die Betondecke des Reformismus durchbrechen, die Herrschenden in die Schranken weisen und ihr System stürzen.</p>



<p>So ein Klassenkampf lässt sich nur mit einem kommunistischen Programm organisieren, weil es die Interessen der gesamten Klasse formuliert. Wenn so ein Programm in der Arbeiterklasse Wurzeln schlägt, dann kann es sie aufrütteln, aufklären, organisieren und zum Kampf bewegen.</p>



<p>Der Ansatzpunkt dafür liegt in den Schichten der Jugend und der Arbeiterklasse, die sich stark nach links radikalisieren. Immer mehr wollen die Ausbeutung und Unterdrückung des Kapitalismus nicht mehr dulden. Das drückt sich in der Anti-Wehrpflicht-Bewegung aus, in Kämpfen gegen Rassismus und die AfD, in den Bewegungen für die Befreiung von Palästina und Kurdistan, in der Solidarität mit Venezuela und Kuba sowie im Hass auf die „Epstein-Klasse“.</p>



<p>Aber auch breitere Schichten der Arbeiterklasse versuchen ihre Interessen gegen die Angriffe der herrschenden Klasse zu verteidigen: in Tarifkämpfen für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen, in Abwehrkämpfen gegen Austerität, Entlassungen und Werkschließungen.</p>



<p>Alle diese Bewegungen und Kämpfe müssen letztendlich den Kapitalismus herausfordern und Teil einer allgemeinen Gegenoffensive der Arbeiterklasse und Jugend werden, um Erfolge zu erzielen.</p>



<p>Der Klassenkampf braucht dich! Bau die RKP mit uns auf und gibt so dem Kommunismus eine laute Stimme und ein sichtbares Banner in der Arbeiterbewegung. Pack mit an für die sozialistische Weltrevolution, um dem Kapitalismus ein Ende zu setzen und eine Gesellschaft in Frieden, Wohlstand und Solidarität zu errichten.</p>
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		<title>Gen-Z-Revolutionen und Generalstreik in Italien! Die Macht der Massen entfesseln!</title>
		<link>https://derkommunist.de/gen-z-revolutionen-und-generalstreik-in-italien-die-macht-der-massen-entfesseln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 13:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Revolutionen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Reformismus]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die vergangenen Monate haben den wahren Charakter der Periode offenbart, in der wir heute leben. Der Klassenkampf ist im Aufstieg und Revolutionen sind auf der Tagesordnung. Wir müssen aus den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die vergangenen Monate haben den wahren Charakter der Periode offenbart, in der wir heute leben. Der Klassenkampf ist im Aufstieg und Revolutionen sind auf der Tagesordnung. Wir müssen aus den Geschehnissen die richtigen Lehren ziehen, um die Bewegung in Deutschland für die kommenden Jahre zu orientieren:</p>



<p style="font-size:22px"><strong>1) Generation Revolution</strong></p>



<p>Wer jung ist, dessen Bewusstsein ist ungetrübt vom Ballast der Vergangenheit. Geboren zu Beginn dieses Jahrtausend und bewusst geworden inmitten der tiefsten Krise des Kapitalismus, kennt die Generation Z den Kapitalismus nur als Gesellschaft gebrochener Versprechen, andauernden Niedergangs, extremer Krisen und Katastrophen.</p>



<p>Weltweit wächst eine „Generation Revolution“ heran, die ihre Zukunft aus den Fesseln des Kapitals herausbrechen wird. Realitätsfremde Politiker verleumden sie gern als verweichlicht und arbeitsscheu. Aber dieses Jahr gab sie eine Kostprobe ihrer Lebenskraft: die Gen-Z-Revolutionen in Indonesien, Nepal, Osttimor, Philippinen, Peru, Madagaskar.</p>



<p>Die Jugend zeigte Regierungen die Grenzen ihrer Macht auf oder brachte sie sogar zu Fall. Auch in Serbien, Frankreich (Bloquons tout!), Griechenland (Generalstreik) und insbesondere in Italien (politischer Generalstreik für Palästina) stand sie dieses Jahr mutig an der Spitze von Klassenkämpfen und revolutionären Bewegungen.</p>



<p>Auch in Deutschland wächst so eine Generation heran. Die Welle der Radikalisierung begann maßgeblich mit den Klimaprotesten ab 2018. Viele haben gelernt, dass Appelle an Regierungen vergeblich sind. Die Mitverantwortung aller Parteien am Völkermord an den Palästinensern und deren Heuchelei haben diese Einsicht nur vertieft.</p>



<p>Ein großer Teil der Jugend entdeckte für sich den „Schulstreik“ als Kampfmittel, mit welchem man nicht nur gegen untragbare Umstände protestieren, sondern sich auch gegen die Institutionen der kapitalistischen Herrschaft auflehnen kann. Die Erfahrungen aus den Schulstreiks wird die Jugend vertiefen, sobald sie zu Betriebsstreiks greift. Inspiration zu diesem Schritt liefert der italienische Generalstreik.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>2) Direkte Aktion der Massen</strong></p>



<p>Die Gen-Z-Revolutionen und Bewegungen waren so mächtig, weil sie direkte Aktionen der Massen waren — im Unterschied zu den üblichen Demonstrationen oder direkten Aktionen von isolierten Kleingruppen. Millionen von Menschen traten in den Kampf und genossen den Rückhalt der überwältigenden Mehrheit der Gesellschaft.</p>



<p>Den Bewegungen lag die Erfahrung zu Grunde, dass einfache Demonstrationen allein nicht ausreichen, um die Herrschenden in Bedrängnis zu bringen und die eigenen Interessen durchzusetzen. Die Massen müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und den Kampf auf die Frage der Macht lenken: Wer regiert und in wessen Interesse?</p>



<p>Diese Klassenkämpfe scheinen ihre Ursachen in kleinen Ereignissen zu haben: In Serbien der Einsturz eines Bahnhofsdachs; in Italien die Drohungen Israels, die „Flotilla“ anzugreifen; in Nepal Videos korrupter Politiker; in Spanien blockierten einige Demonstranten eine Etappe des Vuelta-Radrennens und wenige Tage später machten es Hunderttausend in Madrid ihnen gleich.</p>



<p>Diese Ereignisse waren Zufälle, die eine tieferliegende Notwendigkeit zum Vorschein brachten. Die wirklichen Ursachen und der Motor dieser Klassenkämpfe sind die akkumulierten Folgen von Jahrzehnten organischer Krise des Kapitalismus.</p>



<p>Der Kapitalismus hat seine Existenzberechtigung längst verloren und zieht die Menschheit in den Abgrund. Chaos, Kriege und der Kampf um die Neuaufteilung der Welt zwischen den Imperialisten sind die neue Normalität. Aber diese Systemkrise ist auch der Motor von Klassenkampf und Revolutionen.</p>



<p>Auch in Deutschland hat sich jede Menge brennbaren Materials im Bewusstsein angesammelt: Jahrzehnte von Austerität, steigende Ausbeutung, Inflation, politische Skandale, Ausverkauf der DDR, Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Energiekrise, Völkermord in Palästina, Einschränkungen demokratischer Rechte.</p>



<p>Die Folge ist die rasant wachsende Ablehnung des Establishments und fallendes Vertrauen in die staatlichen Institutionen sowie die starke Polarisierung, die sich im Niedergang der etablierten Parteien, im Aufstieg der AfD wie auch im diesjährigen Aufstieg der Linkspartei ausdrückt. Auch hierzulande werden die Massen irgendwann in Aktion treten.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>3) Politischer Streik</strong></p>



<p>Einen Wendepunkt für den Klassenkampf markiert der politische Generalstreik in Italien. Millionen von Menschen solidarisierten sich mit den Palästinensern und richteten ihren Kampf gegen die Meloni-Regierung, die Israels Völkermord unterstützt und die kapitalistische Krise auf dem Rücken der italienischen Massen austrägt.</p>



<p>Italien zeigt: Wer Austerität, Deindustrialisierung, Aufrüstung und Einschränkungen demokratischer Rechte im eigenen Land bekämpfen will, muss uneingeschränkt solidarisch mit den Palästinensern sein und für ihre Freiheit kämpfen. Die Arbeiterklasse braucht eine vom Establishment unabhängige Position, denn wer sich in Fragen der Außenpolitik auf die Seite der Herrschenden stellt, stärkt seine eigenen Unterdrücker. Die Position muss deshalb sein: Kampf gegen die eigene herrschende Klasse, der Hauptfeind steht im eigenen Land.</p>



<p>Die direkte Aktion der Massen war in Italien damit verbunden, dass Teile der Arbeiterklasse als Klasse handelten, d.h. mit den Methoden, die die Macht der herrschenden Klasse erschüttern und herausfordern: Streik, politischer Streik, politischer Generalstreik.</p>



<p>Ein politischer Generalstreik geht weiter als allein der Sturz einer Regierung. Er rüttelt am Fundament des Kapitalismus — den Eigentumsverhältnissen — und stellt die Machtfrage grundsätzlicher: Wessen Interessen und Bedürfnisse sollen Banken und Konzerne befriedigen? Wem sollen sie gehören? Wer ist Herr der Gesellschaft?</p>



<p>Wenn die Arbeiterklasse zu politischen Generalstreiks greift, dann markiert das einen fundamentalen Fortschritt des Bewusstseins und Wandel im Kräfteverhältnis zwischen den Klassen. Die italienische Arbeiterklasse hat einen neuen Zyklus des explosiven Klassenkampfes in Europa eingeleitet, der sich über die kommenden Jahre entfalten wird.</p>



<p>Deutschland ist der Katalysator für diese Entwicklung. Die Krise der deutschen Industrie zieht die gesamte EU abwärts. Die deutsche herrschende Klasse handelt nach dem Prinzip „Germany first“, d.h. sie wälzt ihre Krise auf den Rest Europas ab. Das schürt die Flamme des Klassenkampfes in Europa. Die Bewegung in Deutschland muss echte internationale Solidarität üben und diese Flamme auch hierzulande entzünden.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>4) Reformistische Führung überwinden</strong></p>



<p>Die Revolutionen und Klassenkämpfe in all den verschiedenen Ländern gingen viel weiter, als die traditionellen Führungen der Gewerkschaften und Arbeiterparteien es wollten. In Wirklichkeit lähmen und behindern die reformistischen Führer jede Entwicklung des Klassenkampfes. Sie handeln als Stützpfeiler des Kapitalismus.</p>



<p>Die Initiative ging immer von den Massen aus — vor allem von der Jugend. Sie zwangen ihre Führungen zum Handeln. So rief Italiens größter gewerkschaftlicher Dachverband den Generalstreik nur deshalb mit aus, weil seine Mitglieder gegen den Willen der Führung die Vorbereitungen bereits begonnen hatten.</p>



<p>Die lähmende Rolle der offiziellen Führungen wird für die Arbeiterklasse immer offensichtlicher und bringt sie dazu, den Kampf in die eigenen Hände zu nehmen, um die Blockade der Bürokratie zu durchbrechen. Dieser Konflikt zwischen Basis und realitätsfremder Führung legt die Grundlage für eine Erneuerung der Führung in den Gewerkschaften im Klassenkampf.</p>



<p>So bildete sich in Folge der Gelbwesten-Bewegung in Frankreich ab 2018, eine wachsende linke Opposition im zweitgrößten Gewerkschaftsverband CGT heraus — die Unité CGT. Diese Opposition möchte die Erfahrungen der Bewegung in den Gewerkschaften der CGT verankern und beteiligt sich am Kampf gegen Macron und seine Regierungen.</p>



<p>CGT Unité war Teil der Bewegung „Bloquons tout!“ — Lasst uns alles blockieren! — im September, die eine Regierung zu Fall brachte und den geplanten Kürzungsmaßnahmen des französischen Establishments einen Riegel vorschob. Das Establishment kann seine Haushaltskrise nicht lösen, weil die offizielle Führung der Gewerkschaft gezwungen war, die Bewegung mitzutragen.</p>



<p>Auch in Deutschland macht die Deindustrialisierung eine Streikbewegung notwendig. Die Austerität — ein politischer Angriff der Merz-Regierung auf das ganze Volk — kann nur mit politischen Streiks und Generalstreiks zurückgewiesen werden, wie auch die Unterstützung des Völkermords in Gaza und das in die Länge ziehen des Ukraine-Kriegs durch die Bundesregierung.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>5) Klassenkampf für Sozialismus</strong></p>



<p>Die Bewegungen dieses Jahres zeigen, dass höhere Löhne, ein ausfinanzierter Sozialstaat und Frieden nur gegen die Interessen der Herrschenden und ihre Regierungen durchgesetzt werden können: durch Organisierung der Massen für den Kampf auf der Straße und im Betrieb um die Macht in der Gesellschaft.</p>



<p>Die Methoden, mit denen die Arbeiterklasse ihre Interessen durchsetzen kann, haben die Bewegungen gezeigt. Was ihnen allen aber gefehlt hat, ist ein Programm, dass diese Interessen eindeutig formuliert und die Selbstaktivität der Massen, die Mobilisierung ihrer Macht, dem Zufall entreißt und zu einer bewusst gesetzten Aufgabe macht.</p>



<p>Hierfür muss die Arbeiterbewegung ihre vollständige politische Unabhängigkeit gewinnen. Anstelle der Zusammenarbeit mit den Kapitalisten und den bürgerlichen Regierungen muss sich die Arbeiterbewegung allein auf die eigene Kraft stützen, den Klassenkampf wählen und für die Überwindung des Kapitalismus kämpfen.</p>



<p>Die radikalen Schichten der Jugend können diese Aufgabe lösen, wenn sie ideologisch mit dem Reformismus brechen und sich um ein kommunistisches Programm organisieren. Dann können sie jeden Kampf im Hier und Jetzt als einen Schritt hin zur sozialistischen Revolution führen. So würde die Arbeiterklasse schneller aus der Sackgasse des Reformismus herausfinden und die Erneuerung der Führung insbesondere der DGB-Gewerkschaften gelingen.</p>



<p>So ein Programm kann nicht nur die Angriffe der herrschenden Klasse und ihrer Regierungen aufhalten, es würde auch dem Aufstieg der rechten Demagogen ein Ende bereiten, wie Italien zeigt. Trotz eingeschränktem Streikrecht und Drohungen von Meloni und Co. konnten die Rechten den Generalstreik nicht aufhalten.</p>



<p>Das verdeutlicht: Anders als die Linkspartei es vorgibt, kann man die AfD nicht mit dem Programm „Rettet die Demokratie“ bekämpfen. Man muss den Kampf gegen die Merz-Regierung, das Establishment und den Kapitalismus insgesamt führen. Das würde die Passivität, die den Massen von ihrer reformistischen Führung aufgezwungen wird, durchbrechen und den Demagogen den Schein einer Alternative rauben.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>6) Funken der Weltrevolution</strong></p>



<p>Die weltweiten Bewegungen zeigen, dass der Sozialismus schon heute weltweit erkämpft werden kann. Die sozialistische Weltrevolution wird von der Krise des Kapitalismus erzeugt. Die Arbeiterklasse hat die historische Rolle, diese Aufgabe zu lösen. Es ist der einzige Weg, der die Gesellschaft aus der Barbarei und zu neuem Fortschritt führen kann.</p>



<p>Die Bewegung in Serbien zeigt, dass die Arbeiterklasse und Jugend sich bereits unbewusst dieser Aufgabe zuwenden. Dort bildeten Studenten und Arbeiter dieses Jahr Aktionskomitees (Zborowi) welche die Grundlage einer sozialistischen Rätemacht hätten sein können, die den bürgerlichen Staat ersetzen würde.</p>



<p>Die Massen lernen aus ihren Erfahrungen, sie inspirieren sich über Grenzen hinweg, wie die gemeinsamen Slogans (Alles blockieren!), gemeinsame Symbole (One-Piece-Fahnen) und gemeinsame Methoden (Aufstände, Massenaktionen, politische Streiks) zeigen.</p>



<p>Aber was fehlt ist eine Weltpartei, die in diesen Bewegungen eine bedeutende Rolle spielt und sie zusammenführt, wie es einst die Kommunistische Internationale unter der Führung von Lenin und Trotzki tat. Sie nahm teil an Revolutionen und Klassenkämpfen, organisierte diese, wertete systematisch Erfahrungen aus, diskutierte Erfolge und Niederlagen, entwickelte Programme, Strategien und Taktiken, mit welchen der Erfolg der Weltrevolution nicht dem Zufall überlassen werden sollte.</p>



<p>Heute knüpfen wir mit dem Aufbau der Revolutionären Kommunistischen Internationale (RKI) an diesem Projekt an. In der Verbindung aus den internationalen Erfahrungen und den Ideen von Marx, Engels, Lenin und Trotzki liegt der Schlüssel für eine neue Weltpartei der sozialistischen Revolution, die den Kampf gegen Kapitalismus und Imperialismus zum Ziel führen wird.</p>



<p>Der Klassenkampf ist im Aufschwung und die Massen nehmen immer häufiger und entschiedener ihr Schicksal in die eigenen Hände. Organisier dich in der RKI, wenn auch du Einfluss auf den Gang der Geschichte nehmen und für das notwendige revolutionäre Programm in der Bewegung kämpfen willst. Kämpf mit uns für Sozialismus in unserer Lebenszeit.</p>
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		<title>Leitartikel Der Kommunist Nr. 12 – Friedrich Merz: Großer Mann auf tönernen Füßen!</title>
		<link>https://derkommunist.de/leitartikel-der-kommunist-nr-12-friedrich-merz-grosser-mann-auf-toenernen-fuessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2025 12:58:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf den letzten Metern ins Kanzleramt stolpert Friedrich Merz (CDU). Kanzler wird er auch von Gnaden der Linkspartei. Das gesamte Establishment dankt der Linksfraktion für ihre Rettungsaktion, denn eine Mehrheit [&#8230;]</p>
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									<p style="font-weight: 400;">Auf den letzten Metern ins Kanzleramt stolpert Friedrich Merz (CDU). Kanzler wird er auch von Gnaden der Linkspartei. Das gesamte Establishment dankt der Linksfraktion für ihre Rettungsaktion, denn eine Mehrheit fehlt der Regierung laut Umfragen bereits wieder. Der Kanzler ist sogar der Unbeliebteste seit 1949.</p><p style="font-weight: 400;">Der Sauerländer möchte dennoch entschlossen wirken. In seiner Regierungsansprache zu seinen Kollegen im Bundestag setzt er auf Pathos: <em>„Wir erleben eine Welt in Bewegung, geradezu in Aufruhr. Die Entscheidungen, die wir zu treffen haben, werden die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland zumindest für einige Jahre prägen. Sie werden prägend sein für das Leben unserer Kinder und Enkelkinder.“</em></p><p style="font-weight: 400;">Inmitten eines extremen historischen Wendepunktes übernimmt eine kleine „Große Koalition“ die Regierungsgeschäfte der taumelnden Bundesrepublik. Jetzt ist Friedrich Merz der Kapitän dieses sinkenden Schiffs.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Null Wachstum</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Merz will das Ruder rumreißen. Er spielt den starken Mann des deutschen Finanzkapitals. Die Kapitalistenvereinigung „Wirtschaftsrat der CDU e.V.“ hat ihn an die Spitze der Partei gehievt und für das Kanzleramt fit gemacht. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat ihm das Programm diktiert.</p><p style="font-weight: 400;">Seit 2020 hat die deutsche Wirtschaft laut dem IW 735 Mrd. Euro verloren, was 4,3% des BIP entspricht. Das HRI warnt in seiner Konjunkturprognose davor, dass in den nächsten zehn Jahren kein Wachstum mehr stattfinden könnte. Das mögliche jährliche Wachstum schätzen sie auf 0,3%. Diese wahrscheinliche Stagnation ist aber noch nicht einmal eingetreten, denn 2025 wird Deutschland das dritte Jahr in Folge in der Rezession stecken – die Wirtschaftsleistung wird schrumpfen.</p><p style="font-weight: 400;">Das Hauptproblem – darin sind sich alle ernsthaften Kapitalstrategen einig – sind die Kapitalisten selbst. Investierten sie 1995 noch 140 Mrd. Euro in die Erweiterung der Produktionsmittel, waren es 2024 nur noch 11 Mrd. oder umgerechnet 0,3% des BIP. Jetzt geben 54% der Unternehmen, die keine Investitionen planen, in einer Umfrage an, dass der Hauptgrund für ausbleibende Investitionen „mangelnde Nachfrage“ und „noch ausreichende Kapazitäten“ seien. Anders ausgedrückt: Überproduktion.</p><p style="font-weight: 400;">Keine Investitionen, keine Konkurrenzfähigkeit, kein Wachstum – das will Merz ändern. Er fordert Investitionen „aus der Privatwirtschaft und aus den Kapitalmärkten“. Im Gegenzug wird seine Regierung „die Rahmenbedingungen schaffen“ (Deregulierung, Lohnkürzungen, Steuersenkungen für Unternehmen) und Schulden machen. Aber das wird die Wirtschaft nicht aus diesem Teufelskreis der kapitalistischen Produktionsweise befreien. Das könnte nur die Enteignung der Kapitalistenklasse und eine sozialistische Planwirtschaft.</p><p style="font-weight: 400;">Da sie keine neuen Märkte schaffen können, um die Überproduktion zu überwinden, werden die nötigen Investitionen nicht kommen. Die Wirtschaftsverbände und die neue Regierung haben nur eine Antwort: Profite steigern durch Angriffe gegen die Arbeiterklasse. Ein Hauptprojekt des Kanzlers: Die Deutschen sollen mehr arbeiten – längere Arbeitszeit, späterer Rentenbeginn. „Mit Viertagewoche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“, hetzt er gegen die Arbeiterklasse und Jugend.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Kürzungen &amp; Kulturkampf</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Weil das Wirtschaftswachstum fallen und auch in Zukunft höchstens stagnieren wird, werden Bund, Länder und Kommunen bis einschließlich 2029 voraussichtlich 81,2 Mrd. Euro weniger durch Steuern einnehmen als noch im Herbst 2024 erwartet.</p><p style="font-weight: 400;">Der Haushalt bleibt das Kernproblem, an dem auch die Merz-Regierung scheitern könnte. Im Juni sollen der Haushalt für 2025 und bald darauf der für 2026 im Bundestag beschlossen werden. In einem Brief des Finanzministeriums an alle anderen Ministerien heißt es, sie sollen alle Ausgaben absenken, die künftig durch das Sondervermögen finanziert werden. Ebenso seien die Einzelpläne des Wirtschafts-, Verkehrs- und Forschungsministeriums „um die Maßnahmen, die zukünftig im Klima- und Transformationsfonds finanziert werden, abzusenken“.</p><p style="font-weight: 400;">Der neue Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), der sich selbst als „Investitionsminister“ betitelt, wird tatsächlich der „Kürzungsminister“ sein. Alles stehe unter „Finanzierungsvorbehalt“, poltert Klingbeil. Alles außer Subventionen für die Wirtschaft und die Aufrüstung. Merz will 5% des BIP jährlich in die „Kriegsertüchtigung“ stecken. Das wären 225 Mrd. Euro pro Jahr – ca. 50% des gesamten aktuellen Bundeshaushalts.</p><p style="font-weight: 400;">Verschärft wird die Haushaltskrise, weil Deutschland nun gegen dieselben EU-Schuldenregeln verstößt, deren Verschärfung es letztes Jahr durchgesetzt hatte. Das könnte der Regierung auf die Füße fallen.</p><p style="font-weight: 400;">So oder so, Kürzungen im Haushalt werden kommen. Kriegsminister Boris Pistorius (SPD) sagt: „Mit Sozialleistungen und mit Bildung lässt sich dieses Land nicht verteidigen.“ Klingbeil moniert, der SPD sei „der Charakter als Partei der Arbeit abhandengekommen“. Den Schluss, den die SPD-Führung und -Fraktion daraus ziehen, ist nicht der Kampf um gutbezahlte und sichere Arbeit für alle, sondern Angriffe auf Arbeitslose und von Sozialleistungen abhängige Beschäftigte. Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, wird die Hetzkampagne gegen die untersten Schichten der Arbeiterklasse in Taten gießen: arbeiten für Hungerlohn oder verhungern.</p><p style="font-weight: 400;">Diese Angriffe werden früher oder später eine enorme Gegenreaktion der Arbeiterklasse provozieren. Der Klassenkampf von unten wird kommen. Deshalb werden CDU und SPD umso fester in das Horn des Kulturkampfs blasen, um die Arbeiterklasse und die Jugend zu spalten. Sie wollen so Zeit gewinnen für die unbeliebteste Regierung der BRD.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Hetze im Namen der „Demokratie“</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Merz hat Alexander Dobrindt (CSU) zum Innenminister auserkoren, einen dezidierten Krieger der „konservativen Revolution“ und besonders aggressiven Migrantenhasser und Auto-Lobbyisten. Er soll der AfD das Wasser in punkto Hetze und Rassismus abgraben. Generell fallen die CDU/CSU Minister damit auf, vehemente Gegner von Muslimen und der LGBT-Community zu sein.</p><p style="font-weight: 400;">Aber solche Versuche, die AfD zu schwächen, haben in der Vergangenheit nichts gebracht und werden auch in Zukunft nichts erreichen. Die AfD wird stärker, weil die Regierung die Krise des Kapitalismus auf die Schultern der Arbeiterklasse und Jugend abwälzt. Der Lebensstandard der Massen sinkt, das Leben im Kapitalismus birgt nur noch Unsicherheit und Zukunftsangst.</p><p style="font-weight: 400;">Die Heuchelei der bürgerlichen Parteien, die die Krise des Systems den Massen aufbürden, untergräbt das Vertrauen in die Institutionen des bürgerlichen Staats und die etablierten Parteien. Die Massen suchen nach Antworten für ihre Probleme und finden sie in entstellter Form bei der AfD, weil die reformistische Führung der Arbeiterbewegung eine tragende Säule für das Establishments ist.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Was sagt der DGB?</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Die Führung der DGB-Gewerkschaften klammert sich wie gewohnt an das von der SPD besetzte Arbeitsministerium. Realitätsfern kommentiert DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi den Koalitionsvertrag: „Endlich gibt es klare Perspektiven für Beschäftigte und Wachstum.“ Ihre Position zeigt, dass die Führung des DGB die Krise des Kapitalismus im Rahmen des Kapitalismus lösen möchte.</p><p style="font-weight: 400;">Der DGB sieht wohlwollend auf die geplanten Subventionen für die Konzerne und die Aufrüstung und gibt sich mit Phrasen im Koalitionsvertrag zufrieden: „Der 500-Milliarden-Fonds für Infrastruktur, die Reform der Schuldengrenze, steuerliche Abschreibungen für Investitionen, Steuersenkungen für Arbeitnehmer*innen, ein stabiles Rentenniveau und der Mindestlohn von 15 Euro ab 2026 sind wichtige Erfolge, für die wir lange gekämpft haben.“</p><p style="font-weight: 400;">Die DGB-Führung bemängelt zwar, dass all diese Vorhaben unter „Finanzierungsvorbehalt“ stehen und „Finanzierungslücken“ wohl kaum geschlossen werden „trotz Sondervermögen und gelockerter Schuldenbremse“. Doch der mahnende Ton kann nicht über die versöhnliche Haltung der Gewerkschaftsführung hinwegtäuschen.</p><p style="font-weight: 400;">Anstatt gegen die Kriegstreiber-Regierung in die Offensive zu gehen und den Kampf gegen sie vorzubereiten, streuen die reformistischen Führer Sand in die Augen der Arbeiterklasse. Ohne Klassenkampf und Revolution werden die Probleme des Kapitalismus in Deutschland ungelöst bleiben.</p><p style="font-weight: 400;">Der DGB könnte die Schwäche der Regierung ausnutzen, um die Interessen der Arbeiterklasse auf breiter Front durchzusetzen: höhere Löhne, keine Entlassungen, keine Werkschließungen, keine Arbeitszeiterhöhung usw. Stattdessen stützt die Führung des DGB zusammen mit der SPD die herrschende Klasse in ihrem Bestreben, die Arbeiterklasse für die Krise bezahlen zu lassen.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Die Linkspartei und die Jugend</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Merz ist ein Kanzler auf tönernen Füßen. Er führt eine zum Scheitern verurteilte Krisenregierung an, weil ihr Programm keinen der Widersprüche lösen wird, in welche der deutsche Kapitalismus ökonomisch, politisch und sozial verstrickt ist.</p><p style="font-weight: 400;">Das eröffnet dem Klassenkampf von unten eine große Chance. Das Potenzial echte Gegenwehr gegen die neue Regierung zu leisten, ist vorhanden. An der Linkspartei hat sich die Politisierung eines großen Teils der Jugend nach links offenbart. Die Linkspartei wird als Kraft wahrgenommen, die den Kürzungen und der rassistischen Hetze etwas entgegenstellen kann.</p><p style="font-weight: 400;">Die Linkspartei hat auf ihrem Parteitag im Mai sogar beschlossen sich als „sozialistische Mitgliederpartei“ und als „organisierende Klassenpartei“ zu verstehen. Die politische Lage in diesem Land bietet die beste Grundlage, diese Orientierung in die Tat umzusetzen. Alle Sozialisten und Kommunisten haben heute die Pflicht, gegen Kürzungen und Aufrüstung sowie für den Sturz der Merz-Regierung zu kämpfen.</p><p style="font-weight: 400;">Jan van Aken, Heidi Reichinneck und Ines Schwerdtner können jetzt ihr Versprechen einhalten, die Linkspartei zur sozialen Opposition zu machen, die nicht nur in Wahlkämpfen in Aktion tritt, sondern auch soziale Bewegungen organisiert. Das könnte angesichts des gesellschaftlichen Klimas einen Aufschwung des Klassenkampfes in Deutschland in die Wege leiten.</p><p style="font-weight: 400;">Jedoch steckt die Linkspartei in einer fatalen Sackgasse. Der Vorstand und die Fraktion sehen die Hauptaufgabe der Linkspartei darin, die AfD zusammen mit den etablierten Parteien zu bekämpfen. Deshalb bieten sich Vorstand und Fraktion dem Establishment als zuverlässiger Partner an – auch der CDU/CSU. Deshalb haben sie Merz eine schnelle Wiederholung der Kanzlerwahl im Bundestag ermöglicht. Statt das Establishment zu bekämpfen, stabilisieren sie ihr Herrschaftssystem.</p><p style="font-weight: 400;">Das gibt der AfD den Spielraum, sich als Anti-Establishment-Partei zu inszenieren. Denn der Großteil der Arbeiterklasse rechnet die Linkspartei dem Establishment zu – nicht ohne Grund. Der CDU-Politiker Mario Voigt sagt über die Linkspartei: „Mit einer Partei, die nicht wie die AfD auf einen Systemsturz hinarbeitet, kann die CDU jenseits aller grundsätzlichen Differenzen parlamentarische Absprachen aus staatspolitischer Verantwortung treffen.“</p><p style="font-weight: 400;">Wiederum bittet Ines Schwerdtner Merz darum, ihre Partei stärker einzubinden, wenn es um politische Entscheidungen geht, denn die Linksfraktion werde „nicht nur helfen, wenn die Hütte brennt“. Dieser reformistische Kurs der Linksparteiführung drängt diejenigen, die gerade aus guten Gründen das Establishment verachten, in die Arme der AfD. Die rechten Demagogen gewinnen an Zuspruch, weil es von Seiten der Arbeiterbewegung an einem überzeugenden Angebot mangelt.</p><p style="font-weight: 400;">Die reformistische Parteiführung schafft es nicht, ein Programm zu formulieren und eine Praxis für ihre Partei abzuleiten, welche sich einzig und allein auf die Interessen der Arbeiterklasse stützen und den Sturz des Kapitalismus möglich machen. Aber genau so ein Programm braucht die Arbeiterklasse und die Jugend, um die Kürzungen und die Abrüstung abzuwenden, aber auch, um positive Reformen zu erkämpfen.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Die Aufgabe der Kommunisten</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Aus diesem Grund organisieren wir Kommunisten uns in der RKP. Wir arbeiten darauf hin, die Arbeiterbewegung und die Jugend für ein revolutionäres sozialistisches Programm zu gewinnen und im Kampf zu vereinen. Wir wollen eine Kraft werden, die die Selbstaktivität der Massen immer fördert und dauerhaft die Flamme des Klassenkampfs schürt.</p><p style="font-weight: 400;">Wir wollen dabei mit allen gemeinsam kämpfen, die für die Interessen der Arbeiterklasse und Jugend eintreten. In den Debatten und Kämpfen der Bewegung tritt die RKP für die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus ein – ganz in der Tradition von Marx, Engels, Lenin und Trotzki.</p><p style="font-weight: 400;">Wir sind überzeugt: Unser Programm kann die Krise des Kapitalismus wirklich lösen, denn wir wollen dieses System nicht retten, sondern den Kapitalismus durch eine sozialistische Revolution überwinden. Wir brauchen auch dich dafür. Tritt bei und bau mit uns die RKP auf!</p>								</div>
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		<title>Der Zweite Weltkrieg – eine historische Klarstellung</title>
		<link>https://derkommunist.de/der-zweite-weltkrieg-eine-historische-klarstellung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alan Woods]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2025 10:20:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte ab 1945]]></category>
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		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. Mai jährt sich dieses Jahr zum 80. Mal der sogenannte „VE Day“ – der Tag des Sieges in Europa –, an dem der Zweite Weltkrieg in Europa offiziell [&#8230;]</p>
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<p>Am 8. Mai jährt sich dieses Jahr zum 80. Mal der sogenannte „VE Day“ – der Tag des Sieges in Europa –, an dem der Zweite Weltkrieg in Europa offiziell zu Ende ging.</p>

<p>Dieses historische Ereignis wird in vielen Ländern mit unterschiedlichsten Feierlichkeiten begangen werden. Bei all diesen orchestrierten offiziellen Veranstaltungen wird jedoch eine Leerstelle besonders ins Auge fallen: Wie üblich wird Russland nicht eingeladen.</p>

<p>Das offensichtlichste Beispiel für dieses zynische Manöver war die jüngste Feier zur Befreiung von Auschwitz. In der ersten Berichterstattung ließ uns die BBC wissen, das berüchtigte NS-Vernichtungslager sei von anonymen „alliierten Truppen“ befreit worden. Eine Erwähnung Russlands oder der Sowjetunion fehlte vollständig.</p>

<p>Tatsache ist: Auschwitz wurde am 27. Januar 1945 von der Roten Armee der Sowjetunion befreit. Und doch durfte kein einziger russischer Vertreter an der Gedenkveranstaltung teilnehmen. Für alle, die noch einen Rest Verstand besitzen, ist klar: Diese pompösen offiziellen Spektakel haben weit mehr mit der gegenwärtigen politischen Lage zu tun als mit den Ereignissen vor 80 Jahren.</p>

<p>Seit vielen Jahrzehnten sind wir einer regelrechten Propagandaflut ausgesetzt, die den Anschein erweckt, Hitler sei in erster Linie von den Amerikanern und Briten besiegt worden. Heldenfilme über die vermeintlichen Großtaten der westlichen Alliierten gehören seit 1945 zum festen Repertoire Hollywoods.</p>

<p>Tatsächlich begann die militärische Beteiligung der USA und Großbritanniens auf dem europäischen Kriegsschauplatz erst wirklich mit der Landung in der Normandie im Sommer 1944.</p>

<p>Bis dahin handelte es sich um einen gigantischen Krieg zwischen der Sowjetunion und Hitlerdeutschland, das sich auf die vereinten Produktivkräfte Europas stützte. Und es war Russland – genauer gesagt: die Sowjetunion – die in diesem epischen Ringen die entscheidende Rolle spielte. Während des größten Teils des Krieges blieben die USA und Großbritannien weitgehend Zuschauer.</p>

<h3><strong>Die UdSSR und der Krieg</strong></h3>

<p>Man versucht immer wieder, Stalin als einen „großen Feldherrn“ darzustellen. Das ist völlig unzutreffend. In Wirklichkeit führten Stalins politische Entscheidungen dazu, dass die Sowjetunion 1941 Hitler nahezu schutzlos ausgeliefert war und beinahe vernichtet wurde.</p>

<p>Nachdem er Lenins Politik – den revolutionären Internationalismus – aufgegeben hatte, setzte Stalin stattdessen auf eine Reihe von diplomatischen Manövern mit anderen Regierungen, um eine direkte Verwicklung in den Krieg zu vermeiden.</p>

<p>Dabei verfolgten auch die sogenannten westlichen Demokratien ihre eigenen Manöver. Sie beschwichtigten Hitler systematisch („Appeasement“), in der Hoffnung, seinen Blick nach Osten zu richten und ihn zu einem Angriff auf die Sowjetunion zu ermutigen.</p>

<p>Als Stalin dies erkannte, reagierte er mit dem Abschluss eines Nichtangriffspakts mit Nazideutschland – dem Hitler-Stalin-Pakt. Dieser Schritt war von sowjetischer Seite aus tatsächlich defensiv gemeint: Er sollte den deutschen Angriff auf die Sowjetunion verzögern oder verhindern.</p>

<p>Grundsätzlich kann so ein diplomatisches Manöver aus kurzfristig-praktischen Erwägungen gerechtfertigt sein. Aber es konnte die Sowjetunion nicht schützen, wie sich im Weiteren herausstellte.</p>

<p>Stalin verließ sich derart blindlings auf sein „kluges“ Manöver mit Hitler, dass er zahlreiche Berichte einfach ignorierte, die vor einem bevorstehenden Angriff der Deutschen warnten. So kam es, dass die UdSSR im Augenblick der Wahrheit dem Nazi-Angriff schutzlos ausgeliefert war.</p>

<p>Als Hitlers Generäle Einwände gegen den Überfall auf die Sowjetunion erhoben, antwortete er, dass die Rote Armee infolge von Stalins Säuberungen keine fähigen Generäle mehr habe.</p>

<p>Er prahlte damit, dass es nur eines kräftigen Tritts bedürfe, damit das ganze morsche Gebäude in sich zusammenfällt. In den ersten Monaten nach dem deutschen Überfall im Sommer 1941 schien sich diese Einschätzung zu bestätigen.</p>

<p>Als der Angriff begann, wollte Stalin es zunächst nicht glauben. Aus Angst, dass ihn die Deutschen provozieren wollten, befahl er der Armee, keinen Widerstand zu leisten. Das Ergebnis war eine militärische Katastrophe.</p>

<p>Die sowjetische Luftwaffe wurde am Boden zerstört. Millionen Soldaten der Roten Armee, die keinen wirksamen Widerstand leisten konnten, wurden eingekesselt, gefangen genommen und in Vernichtungslager deportiert, wo die meisten von ihnen ums Leben kamen.</p>

<p>Die sowjetische Führung befand sich im völligen Ausnahmezustand. Stalin geriet in Panik und zog sich für einige Zeit völlig zurück. Sein Verhalten bedeutete ein elendes Versagen und einen Verrat an der Sowjetunion, die durch seine kopflose Politik an den Rand der Vernichtung gebracht wurde.</p>

<p><em>In Wirklichkeit gewannen die sowjetischen Arbeiter und Bauern den Krieg nicht dank, sondern trotz dem Stalin-Regime.</em></p>

<h3><strong>Die Sowjetunion sammelt sich</strong></h3>

<p>Doch Hitler hatte sich verrechnet. Geblendet von seinen schnellen Erfolgen im Westen unterschätzte er das militärische Potenzial der Sowjetunion erheblich. Trotz der verbrecherischen Politik Stalins war die UdSSR in der Lage, sich rasch zu erholen und ihre industrielle und militärische Kapazität wiederaufzubauen.</p>

<p>Die Nazis, gestützt auf die gewaltigen Ressourcen ganz Europas, steigerten ihre Produktion enorm – mit riesigen Stückzahlen an Panzern, Sturmgeschützen und Flugzeugen. Doch bis 1943 gelang es der Sowjetunion, die Wehrmacht in Rüstungsvolumen und Feuerkraft zu übertreffen, indem sie das gewaltige Potenzial der Planwirtschaft mobilisierte.</p>

<p>Die in der UdSSR hergestellten Waffen und Ausrüstungen waren von hoher Qualität und den Modellen der Deutschen, Briten und Amerikaner oft ebenbürtig und nicht selten überlegen. Das widerlegt die immer wieder vorgebrachte Behauptung, eine verstaatlichte Planwirtschaft könne keine hochwertigen Güter produzieren.</p>

<p>Doch es gab noch einen zweiten, entscheidenden Grund für den Erfolg der UdSSR im Krieg: den außerordentlichen Kampfgeist der Roten Armee. Die sowjetische Arbeiterklasse kämpfte für die Verteidigung dessen, was von den Errungenschaften der Oktoberrevolution geblieben war.</p>

<p>Trotz der ungeheuerlichen Verbrechen Stalins und der Bürokratie war die verstaatlichte Planwirtschaft eine enorme historische Errungenschaft. Dafür lohnte es sich zu sterben und zu kämpfen – anders als für den Faschismus, der nur die destillierte Essenz des Imperialismus und Monopolkapitalismus ist.</p>

<p>Die Werktätigen der UdSSR kämpften und starben in einem Ausmaß, das kaum fassbar ist. Der außergewöhnliche Mut der sowjetischen Arbeiterklasse und ihrer Roten Armee wurde daher zum entscheidenden Faktor für die Niederlage Nazideutschlands.</p>

<p>Es liegt auf der Hand, warum der Westen so eifrig bemüht ist, die historische Wahrheit zu verfälschen und die entscheidende Rolle der Sowjetunion auszublenden: Der glorreiche Sieg der Roten Armee bezeugt die kolossale Überlegenheit einer staatlichen Planwirtschaft. Sie ermöglichte es der UdSSR, die ersten Katastrophen nach Kriegsausbruch zu überstehen und die Produktivkräfte östlich des Urals neu zu organisieren.</p>

<p>Auf der Grundlage ungeheurer Opfer bewies die sowjetische Arbeiterklasse zweifelsfrei die Lebenskraft der neuen Eigentumsverhältnisse, die durch die Oktoberrevolution geschaffen worden waren.</p>

<p><em>Die staatliche Planwirtschaft war im Krieg ein enormer Vorteil für die UdSSR.</em></p>

<p>Doch das Sowjetvolk zahlte einen furchtbaren Preis für den Krieg. 27 Millionen Menschen starben und die Produktivkräfte wurden völlig ruiniert.</p>

<h3><strong>Die Forderung nach der zweiten Front</strong></h3>

<p>Nach dem deutschen Überfall forderte die Sowjetunion wiederholt die Eröffnung einer zweiten Front gegen Deutschland. Doch Churchill hatte es damit nicht eilig. Der Grund dafür war weniger militärisch als politisch.</p>

<p>Die Politik und Taktik der britischen und amerikanischen herrschenden Klassen im Zweiten Weltkrieg waren keineswegs das Ergebnis ihrer Liebe zur Demokratie oder ihres Hasses auf den Faschismus. Sie ergaben sich aus ihrem nackten Klasseninteresse.</p>

<p>Als Hitler 1941 die Sowjetunion überfiel, gratulierte sich die britische Bourgeoisie selbst. Sie ging davon aus, dass die UdSSR rasch von Deutschland besiegt würde. Dabei würde, so glaubten sie, Deutschland so geschwächt, dass man anschließend eingreifen und „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ könnte.</p>

<p>Doch die Pläne sowohl der britischen als auch der amerikanischen herrschenden Kreise waren völlig verkehrt. Die Sowjetunion wurde nicht von Nazideutschland besiegt, sondern schlug zurück und fügte Hitlers Armeen eine entscheidende Niederlage zu.</p>

<p>Die Interessen des britischen und des amerikanischen Imperialismus waren unterschiedlich, ja unvereinbar. Das zeigte sich in den Auseinandersetzungen zwischen Churchill und Roosevelt in der Frage um den D-Day.</p>

<p>Der amerikanische Imperialismus wollte Hitlers Sieg verhindern, weil ein solcher Sieg einen mächtigen Rivalen der USA in Europa geschaffen hätte. Zugleich aber lag es im Interesse des US-Imperialismus, Großbritannien und sein Empire zu schwächen. Sein Ziel war, nach der Niederlage Deutschlands und Japans Großbritannien als führende Weltmacht abzulösen.</p>

<p>Obwohl die USA formell mit Großbritannien verbündet waren, nutzten sie den Krieg systematisch dazu, die britische Stellung in der Welt zu untergraben und insbesondere das britische Monopol auf Indien und Afrika zu brechen.</p>

<p>Churchill wiederum wollte den Krieg der Alliierten auf das Mittelmeer beschränken – zum einen wegen des Suezkanals und der Route nach Britisch-Indien, zum anderen, weil er eine Invasion des Balkans ins Auge fasste, um den Vormarsch der Roten Armee dort zu blockieren.</p>

<p>Mit anderen Worten: Churchills Kalkulationen beruhten ausschließlich auf den strategischen Interessen des britischen Imperialismus und der Notwendigkeit, das Empire zu verteidigen. Zudem hatte Churchill die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass sich Russland und Deutschland gegenseitig erschöpfen und im Osten ein Patt entsteht.</p>

<p>Schließlich zwangen die Entwicklungen im Osten sie jedoch zum Handeln.</p>

<h3><strong>Die italienische Nebenfront</strong></h3>

<p>Roosevelt drängte auf die Eröffnung einer zweiten Front in Frankreich. Churchill hingegen plädierte ständig für Verzögerung. Das führte zu erheblichen Spannungen zwischen London und Washington.</p>

<p>Während die Rote Armee bei Kursk in einen tödlichen Kampf gegen die Wehrmacht verwickelt war, landeten britische und amerikanische Truppen an den Stränden Siziliens.</p>

<p>Die Invasion Italiens war in Wirklichkeit eine Ablenkung vom eigentlichen Kriegsschauplatz. Der Hauptteil der Kämpfe gegen Nazideutschland fand weiterhin an der Ostfront statt, wo die Rote Armee rund 200 deutschen Divisionen gegenüberstand. In Sizilien hingegen hatten es die britischen und US-amerikanischen Streitkräfte mit gerade einmal zwei deutschen Divisionen zu tun.</p>

<p>Vergeblich forderte Mussolini von Hitler Verstärkung. Dessen ganze Aufmerksamkeit war auf die Ostfront fokussiert. Doch auch Churchills Einschätzung, Italien sei die Schwachstelle Europas, stellte sich als falsch heraus.</p>

<p>Das planlose Hin und Her der amerikanischen Generäle verschaffte Hitler Zeit, die italienische Front zu verstärken. So kam es zur blutigen Schlacht von Monte Cassino.</p>

<p>Die Operationen in Italien wurden zusätzlich dadurch verkompliziert, dass sich nach dem Sturz Mussolinis 1943 abzeichnete, dass die starke Widerstandsbewegung unter Führung der italienischen Kommunisten die Macht übernehmen könnte.</p>

<p>Die Reaktion der britischen Royal Air Force bestand darin, sofort eine brutale Bombenkampagne gegen die norditalienischen Städte zu starten, um eine Machtübernahme durch die italienischen Kommunisten zu verhindern.</p>

<p>Die Briten und Amerikaner befürchteten, dass die Partisanen lange vor dem Eintreffen der alliierten Truppen die Kontrolle gewinnen könnten. Aus ihrer Sicht war es besser, die Nazis weiter gegen die Partisanen kämpfen zu lassen, um den Widerstand zu schwächen.</p>

<p>Während also in Italien Alliierte gegen Deutsche kämpften, bestand zwischen beiden Seiten ein stillschweigendes Übereinkommen, dass der gemeinsame Klassenfeind, die italienische Arbeiterklasse, aufgehalten werden müsse.</p>

<p>Selbst auf dem Höhepunkt des Krieges war also die Klassenfrage, die Angst vor der Revolution, ein schwerwiegendes Element in den Berechnungen der herrschenden Klasse. Als die Kampfhandlungen eingestellt wurden, verstärkte sich das noch.</p>

<p>Währenddessen kam es an der Ostfront zu einer entscheidenden Wende.</p>

<h3><strong>Stalingrad und Kursk</strong></h3>

<p>Nach einem erbitterten Kampf brach der deutsche Widerstand in Stalingrad Ende Januar 1943 zusammen. Zum Zorn Hitlers, der der 6. Armee den Befehl gegeben hatte, bis zum letzten Mann zu kämpfen, kapitulierte General Paulus vor der Roten Armee.</p>

<p>Selbst Churchill, ein tollwütiger Antikommunist, sah sich gezwungen zuzugeben, dass die Rote Armee der deutschen Wehrmacht in Stalingrad „die Eingeweide herausgerissen“ habe.</p>

<p>Doch hinter diesem Lob verbarg sich eine existenzielle Angst der britischen Führung, die mit jedem Tag, ja mit jeder Stunde wuchs.</p>

<p>Während der Stalingrad-Kampagne verlor Deutschland insgesamt rund 500.000 Mann, darunter 91.000 Gefangene. Auf diese vernichtende Niederlage folgte im Sommer 1943 ein noch entscheidenderes Ereignis: die Schlacht bei Kursk – die größte Panzerschlacht der Geschichte, mit etwa 10.900 Panzern, 2,6 Millionen Soldaten und 5.000 Flugzeugen. Es war wahrscheinlich dich entscheidendste Schlacht des gesamten Krieges.</p>

<h3>Das Gerangel um den D-Day</h3>

<p>Gegen Ende 1943 wurde den Amerikanern klar, dass die UdSSR dabei war, den Krieg an der Ostfront zu gewinnen. Wenn nichts geschähe, würde die Rote Armee Europa einfach überrollen.</p>

<p>Churchill sah sich gezwungen, dem beharrlichen Drängen des amerikanischen Präsidenten nachzugeben. Doch noch zögerte er. Erst im Frühling 1944 kam es zur Eröffnung der zweiten Front.</p>

<p>Die Invasion der Normandie begann überstürzt im Sommer 1944, als die Rote Armee rasch Richtung Berlin marschierte. Die Alternative wäre gewesen, der Roten Armee am Ufer des Ärmelkanals zu begegnen.</p>

<p>So groß war die Besorgnis der Imperialisten, dass sie einen neuen Plan ausarbeiteten: Operation Rankin – eine Notlandung in Deutschland, falls es kollabieren oder kapitulieren sollte. Ihr Ziel war eindeutig: Sie wollten vor der Roten Armee in Berlin sein.</p>

<p>„Wir sollten bis nach Berlin vorrücken“, erklärte Roosevelt gegenüber seinem Generalstab. „Die Sowjets könnten dann das Gebiet östlich davon übernehmen. Die Vereinigten Staaten sollten Berlin bekommen.“</p>

<p>Doch es kam anders. Die britischen und US-amerikanischen Armeen rückten bis an die Grenzen Deutschlands vor, kamen aber nicht weiter. Der Vormarsch der Roten Armee hingegen war der spektakulärste in der gesamten Geschichte der Kriegsführung.</p>

<p>Am 25. April 1945 erreichte die Rote Armee Berlin.</p>

<h3><strong>Das Ende des Krieges</strong></h3>

<p>Noch fast bis zum Schluss erließ Hitler Befehle an Truppen, die es nicht mehr gab, und verschob imaginäre Divisionen und Flugzeuge. Doch die Götterdämmerung war gekommen. Am 30. April beging er Selbstmord. Seine Leiche wurde mit Benzin übergossen und verbrannt.</p>

<p>Während sie in Flammen aufging, erschütterte das Donnern der sowjetischen Kanonen Berlin. Am 2. Mai wurde die Sowjetflagge über dem Reichstag gehisst. Am nächsten Tag kontrollierten die sowjetischen Streitkräfte ganz Berlin. Fünf Tage später kapitulierte Deutschland.</p>

<p>Churchill schrieb an die Sowjetregierung, die Erfolge der Roten Armee verdienten „uneingeschränktes Lob“, und zukünftige Generationen würden ihnen in gleicher Weise zu Dank verpflichtet sein „wie wir, die das Glück haben, diese stolzen Leistungen miterlebt zu haben“.</p>

<p>Doch diese Worte triefen vor Heuchelei. In Wahrheit war Churchill über den sowjetischen Sieg keineswegs erfreut. Er begann umgehend mit den Planungen für einen neuen Krieg: den sogenannten Kalten Krieg gegen die Sowjetunion.</p>

<p>Wenig bekannt ist, dass die Niederlage Japans in Wirklichkeit durch den vernichtenden Schlag der Roten Armee in der Mandschurei herbeigeführt wurde. Nach einem Blitzangriff hatte die Rote Armee die japanischen Streitkräfte zerschlagen und rückte, mit direktem Kurs auf Japan, rasch weiter vor.</p>

<p>Am 6. August 1945 wurde über dem Zentrum von Hiroshima erstmals in der Geschichte eine Atombombe eingesetzt. Drei Tage später folgte eine weitere über Nagasaki. Bis zu 246.000 Menschen starben. Diese Bomben galten in Wirklichkeit nicht Japan, das bereits am Boden lag und um Frieden bat. Vielmehr waren sie waren ein Signal an die Sowjetunion: Bis hierher und nicht weiter. Das war die einzige Möglichkeit für die Amerikaner, die Rote Armee davon abzuhalten, Japan zu besetzen.</p>

<p>Hier zeigte sich erstmals deutlich der Konflikt zwischen dem US-Imperialismus und der UdSSR, der nach 1945 für Jahrzehnte zum bestimmenden Element der Weltlage wurde. Die Saat des Kalten Krieges wurde eingepflanzt.</p>

<h3><strong>Die neue Weltordnung</strong></h3>

<p>Kurz vor seinem Tod war Trotzki der Ansicht, dass die Sowjetunion den Krieg unter dem stalinistischen Regime wahrscheinlich nicht überstehen würde. Wie Napoleon erklärte, ist allerdings der Krieg die komplizierteste aller Gleichungen.</p>

<p>Trotzkis Prognose wurde von der Geschichte widerlegt. Aber kein noch so großes Genie hätte die eigentümliche Entwicklung des Zweiten Weltkriegs vorhersehen können. Tatsächlich erwiesen sich die Perspektiven Stalins, Hitlers, Roosevelts und Churchills allesamt als grundlegend falsch – mit katastrophalen Folgen.</p>

<p>Der spektakuläre Sieg der UdSSR im Krieg veränderte die Lage grundlegend. Für eine ganze Periode führte er zu einer Stärkung des stalinistischen Regimes.</p>

<p>Gleichzeitig fegte eine revolutionäre Welle über weite Teile Europas hinweg. Es war der Verrat der Stalinisten und Reformisten, der verhinderte, dass die Arbeiterklasse in einer Reihe von Ländern die Macht ergriff. So wurden die politischen Voraussetzungen für die Restauration des Kapitalismus nach dem Krieg geschaffen.</p>

<p>Doch der entscheidende Faktor war, dass der US-Imperialismus gezwungen war, selbst aktiv zu werden, um das kapitalistische System in Europa und Japan zu stützen. Aus Angst vor dem Gespenst des Kommunismus sahen sich die amerikanischen Imperialisten gezwungen, das kapitalistische System auf eigene Kosten abzusichern.</p>

<p>Die USA erlitten niemals eine solche Bombenkampagne, wie sie die Wirtschaft in Europa und Japan zerstörte. Gegen Ende des Krieges wurden zwei Drittel der weltweiten Goldreserven in Fort Knox aufbewahrt. Der Dollar war buchstäblich Gold wert.</p>

<p>Diese Wirtschaftsmacht erlaubte es den USA, Europa mit dem Marshallplan gewaltige Unterstützung zukommen zu lassen. Das schuf die materielle Basis für einen Wirtschaftsaufschwung und die Wiederherstellung des sozialen und politischen Gleichgewichts.</p>

<p>Unter diesen Bedingungen wurde die Welt fortan von zwei Giganten dominiert: dem US-Imperialismus und der mächtigen stalinistischen Sowjetunion. Diese Konstellation ging als Kalter Krieg in die Geschichte ein und prägte die Weltordnung über Jahrzehnte hinweg. Diese Ausgabe von <em>Ιn Verteidigung des Marxismus</em> beleuchtet diese Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln.</p>

<p>Inzwischen hat sich das große Rad der Geschichte weitergedreht. Heute wird die Macht des US-Imperialismus von einem wiedererstarkten Russland herausgefordert, das sich von dem wirtschaftlichen Zusammenbruch nach der kapitalistischen Restauration der 1990er Jahre teilweise erholt hat, und von der aufsteigenden, hochindustrialisierten Wirtschaft des chinesischen Imperialismus.</p>

<p>Das alte, instabile Gleichgewicht ist zerstört. Neue Widersprüche treten rasch zutage. Eine neue, stürmische historische Periode hat begonnen. Es wird viele Niederlagen und Rückschläge geben, aber inmitten des Sturms entstehen die Bedingungen für eine Zuspitzung des Klassenkampfs. Früher oder später wird in dem einen oder anderen Land die sozialistische Revolution wieder auf die Tagesordnung treten.</p>
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		<title>Die Jugend, die Linkspartei und der Klassenkampf</title>
		<link>https://derkommunist.de/die-jugend-die-linkspartei-und-der-klassenkampf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 12:51:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie & Organisation]]></category>
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<p>Der Wahlerfolg der Linkspartei zeigt, dass es in der Jugend einen echten Wunsch nach einem Kampf gegen all die Übel der kapitalistischen Gesellschaft gibt. Sie erhielt 8,8% der Stimmen bei der Bundestagswahl und konnte dadurch ein überraschendes Comeback feiern. Mittlerweile liegt sie sogar bei 11% in den Meinungsumfragen. Bei jungen Menschen ist sie die stärkste Partei. In Berlin hatte sie sogar die Wahlen gewonnen.</p>

<p>Das Ergebnis unter den Erstwählenden hat die enorme Polarisierung in der Jugend offengelegt: 27% DIE LINKE, 6% BSW, 20% AfD – während SPD, CDU, Grüne und FDP zusammengenommen nur noch 43% erhalten haben.</p>

<p>Die Jugend kennt den Kapitalismus nur als System permanenter Krisen und ständigen Niedergangs. Die Zukunft Deutschlands sehen nur noch 46% der Jugendlichen optimistisch, 2021 lag der Wert noch bei 62%. Beim Blick auf die Zukunft der Welt sind sogar nur 38% zuversichtlich.</p>

<p>Das Leben im krisengebeutelten Kapitalismus bedeutet für die Jugend ständige Zunahme psychischer Belastungen: 51% leiden unter Stress, 36% unter Erschöpfung, 33% haben Selbstzweifel usw. Die größten Sorgen bereiten der Jugend Inflation (65%), Krieg in Europa und Nahost (60%), teurer und knapper Wohnraum (54%), Spaltung der Gesellschaft (49%), Klimakatastrophe, Aufstieg der Rechten usw.</p>

<p>Gleichzeitig sind die Generationen seit den 2000ern, die politisiertesten und politisch aktivsten seit Jahrzehnten sind. 50 % der jungen Menschen bezeichnen sich als politisch interessiert. Sie haben die Arabischen Revolutionen der 2010er; die Massenbewegungen in Lateinamerika, Afrika und Asien; Fridays for Future; Black Lives Matters; die Frauenbewegungen in Spanien, Irland, Polen, Iran sowie jüngst die Proteste gegen den Völkermord in Gaza gesehen oder erlebt.</p>

<p>Die Jugend sucht nach Veränderung, nach einem würdevollen Leben sowie sinnstiftender und sicherer Arbeit. Der Wunsch nach einer besseren Gesellschaft muss sich früher oder später in Klassenkampf umwandeln. Der Wahlerfolg der Linkspartei hat die kämpferische Stimmung in der Jugend offengelegt.</p>

<p>Kurz vor der Wahl konnte die Linkspartei ihr Ansehen als Kraft für soziale Gerechtigkeit stärken und vor allem als Vorkämpferin gegen Rassismus und reaktionäre Migrationspolitik. Die Abstimmung im Bundestag zwischen CDU und AFD für eine rassistische Asyl-Resolution sendete eine Schockwelle durch die Jugend. Die Linkspartei schleuderte dem entgegen, dass sie „auf die Barrikaden“ gehen würde: gegen Rassismus, Sparpolitik, Aufrüstung und Krieg. Das war der zentrale Faktor, der der Linkspartei den überraschenden Wahlerfolg ermöglichte.</p>

<p>Dieses Versprechen zu kämpfen, hat eine breite Schicht der Jugend für die Linkspartei begeistert. Die Partei konnte es an die kämpferische Energie anknüpfen, mit der Hunderttausende gegen Merz und die AfD demonstriert haben.</p>

<p>Die Linkspartei wird als eine kämpferische Partei wahrgenommen, die sich gegen den offenen Rassismus der etablierten Parteien und die brutale Sparpolitik in Berlin wendet. Damit konnte sie an die Sorgen eines großen Teils der jungen Menschen anknüpfen.</p>

<h3><strong>Zur Geschichte der Linkspartei</strong></h3>

<p>Dabei war die Linkspartei bereits seit Jahren in einer tiefen Krise. Noch am Tag der Abstimmung über die rassistische Asyl-Resolution lag sie bei 3% in den Meinungsumfragen. Ein Niveau auf dem sie sich seit einem Jahr befand. Selbst in der Bundestagswahl 2021 schaffte sie den Wiedereinzug in den Bundestag nur dank dreier Direktmandate. 2023 spaltete sich die Partei. Die Abspaltung um Sahra Wagenknecht (Bündnis Sahra Wagenknecht &#8211; BSW) passte sich der AfD an und erhob kriegs- und einwanderungsfeindliche Forderungen. Die Mehrheit setzte die Anpassung der Partei an die Liberalen und die Sozialdemokratie fort.</p>

<p>Die gesellschaftlichen Wurzeln der Linkspartei liegen vor allem in zwei tiefgreifenden Einschnitten in das Leben und Bewusstsein der Massen in den 1990er und den frühen 2000er Jahren.</p>

<p>Der Zusammenbruch der Sowjetunion und die darauffolgende Abwicklung der DDR-Planwirtschaft durch das westdeutsche Kapital und Establishment hatten barbarische Folgen für die Arbeiterklasse in Ostdeutschland: industrieller Kahlschlag, Massenarbeitslosigkeit und -abwanderung, Zusammenbruch der sozialen Sicherheit. Eine nachhaltig demütigende Erfahrung, die der PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) ab Mitte der 90er eine Massenbasis im Osten gab.</p>

<p>Des Weiteren waren breite Schichten von der Politik der Rot-Grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder schwer enttäuscht. Die reformistische SPD handelte als Erfüllungsgehilfe von Kapitalisteninteressen in der bürgerlichen Regierung mit den Grünen. Das Kapital diktierte die reaktionäre Agenda-Politik – sozialer Kahlschlag, Sparpolitik, Angriffe auf Arbeitsrechte, Hartz IV – und Rot-Grün führte aus. Darauf formte sich Widerstand auf den Straßen sowie eine Opposition aus Gewerkschaftern und SPD-Mitgliedern, welche 2004 die WASG (Arbeit &amp; soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative) gründeten. </p>

<p>Zur Mitte der Nullerjahre gab es also zwei Parteien links der SPD, die den Willen zum Widerstand in den klassenbewussten Schichten der Arbeiterklasse und Jugend gegen die Schröder-Agenda und den Kahlschlag im Osten zum Ausdruck brachten. Diese beiden Parteien schlossen sich am 16. Juni 2007 zur linksreformistischen Partei DIE LINKE zusammen. Das war ein Fortschritt, denn der Klassenkampf erforderte einen organisierten Ausdruck, der alle Kampfwilligen sammeln und geeint in Bewegung setzen konnte.</p>

<p>Der Aufstieg der Linkspartei war ein Produkt der Krise der SPD. Ihre Führung und der Apparat hatten nicht nur keine Reformen, sondern nur noch Konterreformen anzubieten. Der Reformismus zwingt die Arbeiterklasse in eine ungleiche Ehe mit ihrem Klassenfeind, den Kapitalisten. In der Krise des Kapitalismus wälzen die Herrschenden die Krisenfolgen auf die Arbeiterklasse ab, während letztere durch ihre reformistische Führung am Widerstand behindert wird.</p>

<p>Die Linkspartei war ein erster Versuch der Arbeiterklasse, aus dieser Zwangsehe auszubrechen. Mit ihr begann eine neue Etappe des Klassenkampfes. Zum ersten Mal gab es eine Partei links der SPD, die in Ost und West eine Massenbasis gewinnen und der Arbeiterbewegung einen kämpferischen Impuls geben konnte. Die Linkspartei erreichte Erfolge bei Landtags- und Bundestagswahlen, ihre Mitgliedschaft wuchs, sie gab einer großen Schicht linker Aktivisten die Möglichkeit, für Veränderung zu kämpfen und sie weckte Hoffnungen auf positive Reformen. Aber bald geriet diese Aufbruchstimmung in Konflikt zum politischen Fundament der Linkspartei.</p>

<h3><strong>Eine grundlegende Schwäche</strong></h3>

<p>Granden wie Gregor Gysi oder Dietmar Bartsch hatten sich von Anfang an mit dem Kapitalismus arrangiert und der Mitgliedschaft der Linkspartei eine reformistische Desorientierung verpasst, indem sie behaupteten, dass Wahlen, parlamentarische Arbeit und die Beteiligung an bürgerlichen Regierungskoalitionen mit SPD und Grünen Reformen bewirken könnten.</p>

<p>Die Partei mobilisierte keinen Kampf für ihr Programm sowohl außerhalb als auch innerhalb des Parlaments. Stattdessen passte sich die Partei den Zwängen des kapitalistischen Systems an. Dies führte zu einer ständigen Unterwürfigkeit gegenüber den liberalen Medien sowie der Sozialdemokratie und der herrschenden Klasse selbst. Dort, wo sie auf regionaler Ebene in die Regierung kam, beugte sie sich dem Druck zur Durchführung von Sparmaßnahmen und Privatisierungen, anstatt den Widerstand durch die Arbeiterbewegung zu organisieren. Wo sie nicht an der Regierung war und sich an sozialen Bewegungen beteiligte, übernahm sie nicht die Führung.</p>

<p>Nach einem kurzen Aufstieg setzte bereits in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre ein Abstieg ein, aus dem die Linkspartei und insbesondere ihre Vorstände keine richtigen Schlussfolgerungen zogen. Ein Aufruf zur Erneuerung folgt auf den anderen. Doch inhaltlich bleibt es beim Alten: stetige Anpassung an liberale Ideen und den Parlamentarismus.</p>

<p>Die Linkspartei verkümmerte zur Wahlkampfmaschine und die zahme Idee eines „Demokratischen Sozialismus“ im Parteiprogramm fiel unter den Tisch. In der Corona-Pandemie, mit dem Ukrainekrieg, in der Energiekrise und Inflation und auch gegenüber der tiefen Wirtschaftskrise seit 2018 blieb die Linkspartei völlig passiv. Sie verzichtete darauf die Kapitalistenklasse im Klassenkampf herauszufordern und stürzte in eine tiefe Krise seit 2020. Die Führung der Linkspartei hatte sie inmitten der tiefsten Krise des Kapitalismus in eine völlige Lähmung manövriert, die zur breiten Abwendung von der Partei führte.</p>

<p>2023 kommentierten wir die Krise der Linkspartei:</p>

<p>„Heute zeigt sich deutlicher denn je, dass die Zwangsjacke des Reformismus gesprengt werden muss. Vom Klimawandel bis zur Inflation – alle Krisensymptome des Kapitalismus erfordern massenhaften Widerstand. Die Bewegungen um Fridays for Future, Black Lives Matter, aber auch die Streikbewegungen der letzten Monate zeigen, dass sich ein solcher Kampf auf der Straße und in den Fabriken anbahnt, in welchem die Arbeiterklasse und die Jugend selbst auf den Plan rücken. Das erfordert einen neuen organisierten Ausdruck: eine Arbeiterpartei, die den Kampf für die sozialistische Revolution aufnimmt.“</p>

<h3><strong>Die Linkspartei heute</strong></h3>

<p>Vor der Bundestagswahl in diesem Jahr schien die Linkspartei aus ihrer Passivität auszubrechen. Die Partei hob sich von den Bewegungen ab, die den Rassismus und die reaktionäre Politik von AfD und CDU herausforderten. Die Linkspartei schien in dieser Frage die ehrlichste Partei zu sein, denn SPD, Grüne und FDP organisierten ihre eigene reißerische rassistische Anti-Flüchtlings-Hysterie. Die Linkspartei organisierte auch einen energischen Haustür-Wahlkampf, insbesondere in Berlin und Leipzig, und nahm sich der Probleme der Massen an: hohe Mieten, schlechte Löhne und Sparmaßnahmen. Dies belebte die Hoffnungen in die Partei, aber das kämpferische Auftreten der Partei war nicht von Dauer.</p>

<p>In der Pressekonferenz am Tag nach der Wahl sagte Jan van Aken, der Vorsitzende der Linkspartei: Seine Partei wird „jeden Angriff auf den Sozialstaat bekämpfen sowohl im Parlament als auch auf der Straße“. Und verwies darauf, dass die Neumitglieder darauf brennen, „weiterzumachen auf der Straße“.</p>

<p>Jedoch hat die Führung der Linkspartei seitdem keine Kämpfe organisiert, um die sozialen Errungenschaften zu verteidigen und die Aufrüstung abzuwenden. Stattdessen ermöglichte sie es den etablierten Parteien CDU/CSU, SPD und Grüne einen Putsch im alten Bundestag gegen das neue Wahlergebnis durchzuführen. Sie stimmte dafür, dass der alte Bundestag zusammentreten soll, um eine Debatte und Abstimmung durchzuführen über das 500 Mrd. Euro Sondervermögen für „Infrastruktur“ und die Reform der Schuldenbremse, die eine ungebremste schuldenfinanzierte Aufrüstung ermöglicht.</p>

<p>Während die Bundestagsfraktion dann dennoch gegen diese Konterreform stimmt, verdeutlichte die Regierungsträger der Linkspartei in den Bundesländern Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ihre Loyalität zu den bürgerlichen Partien mit ihrer – nicht notwendig gewesenen – Zustimmung zu den Kriegskrediten im Bundesrat.</p>

<p>Es ist klar: Wer sich für die Aufhebung der Schuldenbremse im Parlament einsetzt, aber nicht den Kampf gegen Sparpolitik und Aufrüstung in den Betrieben, Stadtteilen, Bildungseinrichtungen und Gewerkschaften organisiert, der gibt der kommenden Regierung – allem mündlichen Protest zum Trotz – einen Freifahrtschein für Militarismus und Umverteilung von unten nach oben.</p>

<p>Diese Konterreform wird die kommende Regierung aus CDU/CSU und SPD voll ausschöpfen. Diese Kriegstreiber kaufen jetzt Panzer und Bomben. Sie exportieren Waffen und entsenden Soldaten in alle Welt. Sie befeuern den Ukrainekrieg und Israels Völkermord.  In diesem Monat hat Deutschland zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft Truppen in einem anderen Land, nämlich in Litauen, stationiert. Gleichzeitig wollen sie die Jugend hierzulande zu Kanonenfutter machen und setzen mit dem „Operationsplan Deutschland“ Kriegsvorbereitungen gegen Russland in Gang.</p>

<p>Für diese imperialistische Großmachtpolitik soll die Arbeiterklasse bezahlen. Mit anti-russischem und anti-muslimischen Chauvinismus und mit Kriegsangst wollen sie Patriotismus erzeugen und unseren Geldbeutel locker machen. CDU/CSU, SPD und Grüne laden zusammen mit den Unternehmerverbänden, unterstützt von der AfD, die Kosten für Krise und Krieg auf die Arbeiterklasse und Jugend ab.</p>

<p>Die herrschende Klasse verlangen Opferbereitschaft von der Jugend und Arbeiterklasse, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt hätten und die „Friedensdividende“ aufgebraucht sei. Das ist eine Lüge. Die Krise des Kapitalismus in Deutschland haben die Kapitalisten, ihre Politiker und ihre Regierungen zu verantworten. Was wir erleben, ist die Entfesselung der Krise dieses Systems in pure Barbarei. Sie zerstören alles, was ein halbwegs zivilisiertes Leben möglich macht.</p>

<p>In dieser Situation streckt die Führung der Linkspartei in einem Beschluss vom 1. März ihre Hand „allen demokratischen Parteien“ entgegen. Auch ihr Abgeordneter Gregor Gysi, der dienstälteste Parlamentarier und deshalb Alterspräsident des neuen Bundestags, bekräftigte diese Haltung in seiner Eröffnungsrede des neuen Bundestags am 25. März:</p>

<p>„Die Mehrheit der Mitglieder des Bundestages geht davon aus, dass man durch die Bundeswehr und deren Waffen ein hohes Abschreckungspotential benötigt, sodass kein Land sich wagte uns anzugreifen. Sie meinen, dass nur auf dieser Basis auf Augenhöhe Verhandlungen geführt werden können. Diejenigen die das anders sehen, z. B. ich, dürfen diejenigen die diesen Standpunkt vertreten niemals als Kriegstreiber bezeichnen. Denn sie wollen ja auf ihrem Weg Frieden sichern.“</p>

<p>Gysi trat als vehementer Befürworter von „Verteidigungsausgaben“ auf und verschwieg die sozialen Konsequenzen und die kommende barbarische Politik der bürgerlichen Parteien.</p>

<p>Angetreten war die Linkspartei mit dem Versprechen „auf die Barrikaden“ zu gehen. Sie sagte, sie werde die Kürzungspolitik, Aufrüstung und Tatenlosigkeit der bürgerlichen Parteien in der Klimakrise anprangern und einen Kampf dagegen führen. Doch Gysis erster Auftritt im neuen Bundestag stand im Lichte der Versöhnung mit dem Klassenfeind. Damit beschreitet die Führung der Linkspartei nach der Bundestagswahl den selben Pfad, der sie vorher in die tiefe Krise geführt hat.</p>

<h3><strong>Was braucht es jetzt?</strong></h3>

<p>Der Wahlerfolg der Linkspartei hat den Wunsch der Jugend zu kämpfen offengelegt. Die Linkspartei hat es jetzt in der Hand die Passivität der Arbeiterbewegung, die den Massen von der Gewerkschaftsführung auferlegt wird, zu durchbrechen, indem sie die Jugend auf die Straße mobilisiert für eine Protestbewegung gegen Sparpolitik, Aufrüstung und die kommende Regierung.</p>

<p>Das ist die Verantwortung, die die Linkspartei jetzt trägt: Sie muss die soziale Opposition auf die Straße zu bringen, sie sollte ihre Mitgliedschaft und Wählerschaft (über 4 Mio. Stimmen) zum Kampf rufen. Wir Kommunisten sind der Meinung, die Linkspartei sollte für ihr Programm auf der Straße kämpfen, dafür wurde sie gewählt.</p>

<p>Die Jugend kann, in dem sie mutig vorangeht, dem Rest der Arbeiterbewegung vormachen, dass es möglich ist zu kämpfen. Sie ist inspiriert durch die weltweiten Klassenkämpfe und hat das Potential die Arbeiterbewegung im Deutschland zu inspirieren. Wenn man entschlossen kämpft, kann man gewinnen. Jetzt ist die Zeit zu handeln, die Zeit für einen soziale Bewegung auf der Straße, an deren Spitze die Jugend steht.</p>

<p>Wir Kommunisten setzen uns für solch eine Offensive ein und werben überall dafür. Die herrschende Klasse verlangt von der gesamten Arbeiterklasse einen enormen Aderlass. Die Jugend sollte sagen: Wir zahlen nicht für eure Krise! Wir lassen uns nicht nehmen, was wir haben! Uns steht noch viel mehr zu! Wir wollen mehr vom Leben!</p>

<p>Wir denken, dass die Jugend und Arbeiterklasse nicht nur radikalere Kampfmethoden braucht, sondern auch ein Programm, dass die Massen mobilisieren kann, um die herrschende Klasse zurückzuschlagen. Der Reformismus und die Sozialpartnerschaft haben jede unabhängige Bewegung der Arbeiterklasse und Jugend gehemmt und in Niederlagen geführt haben. Die Arbeiterbewegung braucht deshalb eine Stimme und organisierende Kraft, die sie aus dieser Sackgasse führt und den Klassenkampf wiederbelebt.</p>

<p>Wir Kommunisten von der RKP in Deutschland kämpfen für so eine Partei. Unser Programm stellt sich gegen den nationalen Patriotismus und gegen die Verteidigung dieses Ausbeuter- und Unterdrückersystem. Wir sagen, die Jugend und die Arbeiterbewegung kann nur auf die eigene Kraft setzen. Sie muss ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, das heißt die Macht in der Gesellschaft erkämpfen.</p>

<p>Wir sagen: Friede den Hütten, Krieg den Palästen. Für uns heißt das: Klassenkampf satt Kuschelkurs. Die Zukunft der Jugend und der Arbeiterklasse liegt im Kampf gegen den Kapitalismus, für die sozialistische Revolution.</p>
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		<title>Leitartikel – Der Kommunist Nr. 11: Sie rüsten für Krieg und Kürzungen! Wir rüsten für Gegenwehr!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 13:08:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer in den 2000ern geboren ist, kennt den Kapitalismus nur als Gesellschaft permanenter Krisen. Das Bewusstsein der Jugend wird durch historische Hammerschläge und das tägliche Bröckeln der Fundamente dieser Gesellschaft [&#8230;]</p>
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<p style="font-weight: 400;">Wer in den 2000ern geboren ist, kennt den Kapitalismus nur als Gesellschaft permanenter Krisen. Das Bewusstsein der Jugend wird durch historische Hammerschläge und das tägliche Bröckeln der Fundamente dieser Gesellschaft geformt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Weltwirtschaftskrise 2008, die Eurokrise 2010, die „Flüchtlingskrise“ 2015/16, die Corona-Pandemie 2020, der Ukrainekrieg, die Energiekrise und Inflation sowie der andauernde Wirtschaftskrieg zeigen immer wieder, dass der Kapitalismus keine würdevolle und sichere Zukunft bieten kann.</p>
<p style="font-weight: 400;">Diese allgemeine Unsicherheit und Anarchie des Kapitalismus drücken sich durch alltägliche Unterdrückung und Demütigung im Alltag der Massen aus. Über 14 Mio. Menschen leben in Deutschland in Armut, darunter jeder vierte junge Erwachsene. Seit 2020 sind Nahrungsmittel 35%, Haushaltsenergie 48% und Freizeitangebote 15% teurer geworden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Mieten steigen enorm, sodass immer mehr Studenten ihren Studienort vom Geldbeutel abhängig machen. Um über die Runden zu kommen, müssen immer mehr von ihnen arbeiten. Der wachsende Stress und das kapitalistische Bildungssystem enttäuschen die Hoffnungen ans Studium, weshalb etwa ein Viertel der Bachelor-Studenten abbrechen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der „Ausbildungsreport Bayern 2024“ zeigt, dass die Zufriedenheit der Auszubildenden abnimmt. 30% sind unzufrieden, 26% machen Ausbildungen, für die sie sich nicht interessiert haben, und 7% sehen ihre Ausbildung als „Notlösung“. Nur 25% der jungen Frauen finden einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf, während 35% einen „nicht geplanten“ Beruf ergreifen müssen. 46% bewerten die Qualität des Berufsschulunterrichts negativ.</p>
<p style="font-weight: 400;">Derweil steigt die Jugendarbeitslosigkeit seit 2022 um 40%. Der Grund liegt am Einstellungsstopp in vielen Branchen. Gleichzeitig beschweren sich die Bosse über „Passungsprobleme“, „Vermittlungshemmnisse“, „notorische Unbeliebtheit einiger Ausbildungsberufe“ sowie „mangelnde Qualifikation“. Fast 3 Mio. der unter 34-Jährigen in Deutschland haben keine Ausbildung, weil diese oft mit extrem schlechtem Lohn und erdrückenden Bedingungen am Arbeitsplatz einhergeht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Krise der Wirtschaft, der Daseinsvorsorge, der Institutionen und der offiziellen Ideologien zeigen, dass der Kapitalismus der Jugend keine Zukunft in Fragen sicherer und sinnvoller Arbeit, Bildung, Kultur und zivilisierter Lebensverhältnisse zu bieten hat.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dagegen wächst der Unmut. Die Generationen der 2000er ist die politisch aktivste und interessierteste seit Jahrzehnten. Sie wendet sich ab von den etablierten Parteien, die den Status Quo verteidigen. Die Bundestagswahl hat die enorme Polarisierung unter den Erstwählenden offengelegt: 27% Linkspartei, 6% BSW, 20% AfD – während SPD, CDU, Grüne und FDP zusammengenommen nur noch 43% erhalten haben.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Jugend hat neben den Krisen und dem alltäglichen Niedergang des Kapitalismus gewaltige soziale und politische Erdbeben erlebt – global wie auch in Deutschland: der Arabische Frühling, die revolutionären Kämpfe gegen die Sparpolitik der Troika in Griechenland, Massenbewegungen in Lateinamerika, Afrika und Asien, Fridays for Future, Black Lives Matter, Frauenbewegungen in Spanien, Irland, Polen und dem Iran sowie jüngst die Proteste gegen den Völkermord in Gaza.</p>
<p style="font-weight: 400;">In all diesen Klassenkämpfen stehen die jungen Generationen an der Spitze der Proteste. Sie haben das Scheitern des linken Reformismus miterlebt und politisieren sich weiter, suchen nach kämpferischen Lösungen und Methoden, um ihre Interessen durchzusetzen.</p>
<p style="font-weight: 400;"> </p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Offensive der Herrschenden</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">In dieser Situation wird voraussichtlich eine CDU-SPD-Koalition die Regierung übernehmen. In der Jugend hat so eine Koalition keine Basis. Nur knapp ein Viertel der Wahlberechtigten vertraut Friedrich Merz.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die etablierten Parteien haben der kommenden Regierung grünes Licht für die Aufrüstung gegeben, wobei auch die Linkspartei im Bundesrat zustimmte. Das Sondervermögen von 500 Mrd. Euro für „Infrastruktur“, das ebenfalls für die Kriegsertüchtigung Deutschlands verwendet werden soll, ebenso wie die von der Schuldenbremse ausgenommenen Rüstungsausgaben wenden die Kürzungspolitik im offiziellen Haushalt nicht ab.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die kommende Regierung wird bei Bildung, Sozialem und Kultur enorme Einsparungen vornehmen, um die steigenden Zinsen und Tilgungsraten auf Kosten eines zivilisierten Lebensstandards der Massen zu bedienen. Bis Ende 2028 fehlen der Regierung über 130 Mrd. Euro für kommende Haushalte.</p>
<p style="font-weight: 400;">Gleichzeitig melden sich 108 Wirtschaftsverbände, angeführt von BDA, BDI, DIHK und ZDH mit einem „Brandbrief“ an die CDU, CSU und SPD. Sie fordern deutlich schärfere Konterreformen bei Unternehmenssteuern, sozialen Sicherungssystemen, Bürokratie und Energiepreisen. Das Kapital verlangt, die Profitbedingungen auf Kosten der Arbeiterklasse zu verbessern.</p>
<p style="font-weight: 400;">Nicht nur das. Der Unternehmerverband Gesamtmetall hat einen Gesetzesentwurf zur Einschränkung des Streikrechts vorgelegt, der von der künftigen Regierung umgesetzt werden soll. Nach Auslaufen der „Friedenspflicht“ wäre Streiken nur noch 2 Stunden pro Woche erlaubt. Schlichtungen wären faktisch verpflichtend, wenn die Bosse dies von der Gewerkschaft einfordern. Arbeitskämpfe wären dann nur möglich, wenn die Bosse die Schlichtung abbrechen oder nicht akzeptieren. Dieses Gesetz würde das ohnehin schon restriktive Streikrecht in Deutschland weiter einschränken.</p>
<p style="font-weight: 400;">Diese Kampagne der herrschenden Klasse zur Einschränkung demokratischer Rechte geht noch weiter. CDU/CSU und SPD wollen die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen können, wenn Menschen als „Terrorunterstützer, Antisemiten und Extremisten“ gelten. Auch die „Sympathiewerbung“ für Organisationen, die als „terroristisch“ eingestuft werden, sollen wieder kriminalisiert werden. In den 70er Jahren wurde dies gegen unliebsame linke politische Gruppen eingesetzt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Gegen wen diese Maßnahmen wirklich gerichtet sind, zeigt die Eskalation der Repression gegen vier Aktivisten der Palästinasolidarität in Berlin. Das Landesamt für Einwanderung hat gegen sie mehrjährige Einreise- und Aufenthaltsverbote angeordnet. Bis zum 21. April sollen sie Deutschland verlassen oder werden abgeschoben. Drei der Aktivisten sind EU-Bürger und eine von ihnen ist Amerikanerin. In den Bescheiden heißt es, dass ihre Ausweisung „zur Abschreckung anderer Ausländer“ notwendig sei. „Insbesondere das Existenzrecht, der Schutz und die Integrität des Staates Israel sind deutsche Staatsräson“ und das müsste „jederzeit mit Leben gefüllt“ werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wer sich gegen imperialistisches Schlachten, für demokratische Rechte und für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt, wird immer härtere Repression erfahren. Die herrschende Klasse setzt einen Generalangriff auf die Arbeits- und Lebensverhältnisse sowie die demokratischen Rechte der Arbeiterklasse und Jugend in Gang. Diese Maßnahmen versucht sie als notwendige Mittel der Verteidigung von Demokratie, Wohlstand und Freiheit zu verkaufen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Gleichzeitig fordert sie von den Massen Patriotismus ein, indem sie mit ihrer Kriegshetze versucht, eine Belagerungsmentalität herzustellen. Vor allem der Jugend will sie Vaterlandsliebe und den Wunsch einhämmern, für dieses Ausbeutersystem zu sterben. Der deutsche Imperialismus will seine Einflussgebiete mit Militärmacht, mit dem Lebensstandard und dem Leben der Massen erkaufen.</p>
<p style="font-weight: 400;"> </p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Vorbereiten auf Gegenwehr</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Diese Entwicklung ist eine Notwendigkeit der kapitalistischen Krise. Aber ob diese Angriffe durchgesetzt werden oder nicht, hängt vom Kräfteverhältnis der Klassen im Klassenkampf ab. Die Arbeiterklasse ist die Mehrheit der Gesellschaft und hat die Macht, diese Angriffe abzuwehren, wenn sie sich kollektiv den Kapitalisten und ihrem Staat entgegenstellt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Doch die Führung der DGB-Gewerkschaften steht so einer Mobilisierung der Massen zum Kampf vehement im Weg. In den letzten Jahren hat sie Tarifkämpfe in der Coronapandemie ausgesetzt, Werksschließungen, Massenentlassungen und schlechte Lohnabschlüsse hingenommen. Die jüngsten Streiks bei VW zeigen jedoch das große Potenzial für massenhaften Widerstand: Über Hunderttausend Arbeiterinnen und Arbeiter legten die Produktion lahm.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die reformistischen Führer der Gewerkschaften klammern sich mit zunehmender Tiefe der kapitalistischen Krise umso fester an den Versuch, einen Klassenkompromiss zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten herzustellen. Sie glauben, hohe Profite deutscher Unternehmen seien die Voraussetzung für gute Löhne, Arbeitsplätze und demokratische Rechte der Arbeiterklasse. Aber das ist eine Illusion.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Konzerne haben seit Jahrzehnten Rekordprofite eingesteckt, während die Arbeiterklasse stagnierende oder fallende Lebensstandards in Kauf nahm – aufgezwungen durch die Sozialpartnerschaft. Tatsächlich ist es so, dass die Arbeiterklasse kollektiv für ihre Interessen gegen die Kapitalistenklasse und ihren Staat kämpfen muss, um soziale Reformen zu erwirken.</p>
<p style="font-weight: 400;">Insbesondere im Niedergang des Kapitalismus ist der Klassenkampf der einzige Weg, die Angriffe des Kapitals abzuwenden und ein besseres Leben zu erreichen. Die Krise des Kapitalismus muss genutzt werden, um das System zu überwinden. Diese Einsichten beginnen sich langsam im Bewusstsein eines wachsenden Teils der Jugend zu verankern.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Wahlerfolg der Linkspartei, die vor der Bundestagswahl versprochen hat, „auf die Barrikaden“ zu gehen, zeigt den Kampfwillen der Jugend. Die Linkspartei kann jetzt die Passivität der Arbeiterbewegung, die von der Gewerkschaftsführung auferlegt wird, durchbrechen und die Jugend zu einer Protestbewegung auf der Straße gegen Sparpolitik, Aufrüstung und die kommende Regierung mobilisieren.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Linkspartei hat die Verantwortung, die soziale Opposition auf die Straße zu bringen, sie sollte ihre Mitgliedschaft und Wählerschaft (über 4 Mio. Stimmen) zusammen mit der Linksjugend, dem SDS sowie den DGB-Gewerkschaftsjugenden zum Kampf rufen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Jugend kann mutig vorangehen und der Arbeiterbewegung zeigen, dass es möglich ist zu kämpfen. Inspiriert durch weltweite Klassenkämpfe hat sie das Potential, die Arbeiterbewegung in Deutschland zu inspirieren. Wer entschlossen kämpft, kann gewinnen. Es ist Zeit zu handeln, Zeit für eine soziale Bewegung auf der Straße, an deren Spitze die Jugend steht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wir Kommunisten setzen uns für solch eine Offensive ein und werben überall dafür. Die herrschende Klasse verlangt von der gesamten Arbeiterklasse einen enormen Aderlass. Die Jugend sollte sagen: Wir zahlen nicht für eure Krise! Wir lassen uns nicht nehmen, was wir haben! Uns steht noch viel mehr zu! Wir wollen mehr vom Leben!</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Jugend und Arbeiterklasse brauchen radikalere Kampfmethoden sowie ein Programm, dass die Massen mobilisieren und die herrschende Klasse zurückschlagen kann. So ein Programm stellt sich gegen den nationalen Patriotismus und gegen die Verteidigung dieses Ausbeuter- und Unterdrückersystem. Die Jugend und die Arbeiterbewegung können nur auf die eigene Kraft setzen. Sie müssen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen und die Macht in der Gesellschaft erkämpfen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die herrschende Klasse will gewaltige Schulden und enorme Kürzungen. Wir sagen: Es braucht einen gesamtgesellschaftlichen Kassensturz: Wir wollen Einsicht in die Buchführung des Staates, der Banken und der Konzerne. Was geschieht mit all dem Geld? Wer bereichert sich? Wieso ist die Wirtschaft in so einer tiefen Krise?</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Bosse sagen, es wurde versäumt zu investieren. Aber sie sind dafür verantwortlich. Sie können nicht die Kosten für ihre bewusste Zerstörung der Gesellschaft auf uns abschieben. Wir wollen die Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen. Die Arbeiterklasse und Jugend wissen am besten, welche Investitionen für ein zivilisiertes Leben notwendig sind. Deshalb sagen wir: Die Arbeiterklasse und die Jugend müssen kontrollieren und entscheiden, wie viel Geld in welchen Bereich fließt: in neue Produktionsanlagen, in Bildung, in Infrastruktur usw.</p>
<p style="font-weight: 400;">Um diese Kontrolle effektiv auszuüben, müssen Banken, Konzerne und die Staatsmacht in die Hände der Arbeiterklasse und Jugend übergehen. Die Menschheit steht am Scheideweg: Kapitalismus und Barbarei oder Sozialismus und sozialer Fortschritt.</p>
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			</item>
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		<title>Eine marxistische Analyse von Donald Trump</title>
		<link>https://derkommunist.de/eine-marxistische-analyse-von-donald-trump/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alan Woods]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Mar 2025 11:04:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Militarismus]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="4340" class="elementor elementor-4340" data-elementor-post-type="post">
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<p></p>
<p>Ein Gespenst geht um in Europa. Ein schreckliches Phänomen, als wäre es durch schwarze Magie aus der finstersten Hölle heraufbeschworen worden und plötzlich aufgetaucht, um die guten Menschen auf dieser Erde zu plagen und zu martern, sie um den Schlaf zu bringen und ihre Albträume in Besitz zu nehmen.</p>
<p> </p>
<p>Das Schlimmste daran ist, dass es scheinbar niemand erklären kann. Es stellt sich dar wie eine unaufhaltsame, alles hinwegfegende Naturgewalt. In erstaunlich kurzer Zeit ist es ihm gelungen, das wohlhabendste und mächtigste Land der Erde unter seine Kontrolle zu bringen.</p>
<p> </p>
<p>Die vereinten Kräfte des Großen und Schönen, all die Verteidiger der „regelbasierten Weltordnung“, die Schutzpatrone von Apfelkuchen und Mutterfreuden haben sich zum Sieg über dieses Ungeheuer der Ungerechtigkeit verbündet.</p>
<p> </p>
<p>Unsere wunderbare freie Presse – jeder weiß, sie ist die größte Vorkämpferin der Meinungsfreiheit – zog wie ein Mann in den hehren Kampf um Demokratie, Freiheit, Recht und Ordnung.</p>
<p> </p>
<p>Alle sind sie gescheitert.</p>
<p> </p>
<p>Dieses Gespenst heißt Donald J. Trump.</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Panik</strong></h3>
<p> </p>
<p>Der völlige intellektuelle Bankrott der herrschenden Klasse offenbart sich in der gänzlichen Unfähigkeit der Kapitalstrategen, die gegenwärtige Lage zu begreifen, geschweige denn zufriedenstellend einzuschätzen, was in Zukunft passieren wird.</p>
<p> </p>
<p>Dieser geistige Niedergang hat in den führenden Politikern Europas seinen Tiefpunkt erreicht. Sie haben diesen einst mächtigen Kontinent in den wirtschaftlichen, kulturellen und militärischen Sumpf getrieben und ihn völlig hilflos gemacht.</p>
<p> </p>
<p>Nachdem sie über Jahrzehnte alles für den Vorteil des US-Imperialismus geopfert und sich an die Demütigung gewohnt hatten, Washingtons unterwürfige Lakaien zu sein, wurden sie nun von ihren ehemaligen Verbündeten im Stich gelassen und müssen selbst schauen, wo sie bleiben.</p>
<p> </p>
<p>Die Niederlage in der Ukraine und der Zusammenbruch ihrer absurden Träumereien von einem vernichtenden Sieg über Russland haben ihre Dummheit nun völlig zur Schau gestellt. Jetzt sind sie mit einem mächtigen und erstarkten Russland konfrontiert, einer riesigen Armee, mit modernsten Waffen bis an die Zähne bewaffnet und durch jahrelange Kampferfahrung gestählt.</p>
<p> </p>
<p>In dieser kritischen Situation hat die Macht sie verlassen, die sie verteidigen sollte. Wie kopflose Hühner laufen sie umher und überstürzen sich in der Hast, ihre unerschütterliche Unterstützung für Wolodymyr Selenskyj zu beteuern.</p>
<p> </p>
<p>Sie schimpfen und wüten gegen den Mann im Weißen Haus, den sie allein für die Katastrophe verantwortlich machen, die sie plötzlich ereilt hat.</p>
<p> </p>
<p>Doch diese ganze Hysterie drückt nur ihre Panik aus – und diese wiederum die tiefsitzende, nackte Angst. Hinter der trotzigen Fassade sind diese Führer vor Angst erstarrt wie Kaninchen im Scheinwerferlicht.</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading">Und warum?</h3>
<p> </p>
<p>Wenn wir das Klagelied aus Empörung und Beschimpfungen kurz ausblenden und uns fragen, was das alles bedeutet, so zeichnen sich im dichten Nebel der Medienhysterie bald die verschwommenen Umrisse der Wahrheit ab.</p>
<p> </p>
<p>Für jeden, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, ist es offensichtlich, dass eine so gewaltige Krise nicht das Werk eines einzelnen Mensch sein kann, selbst wenn er über übermenschliche Kräfte verfügen würde. Diese „Erklärung“ erklärt nichts und gehört eher in das düstere Reich der Dämonologie als in eine politische Analyse.</p>
<p> </p>
<p>In apokalyptischen Tönen beschwört uns der <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2024/nov/06/us-election-donald-trump-new-world-order">Guardian</a>:</p>
<p> </p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ob wir es wollen oder nicht, wird Trump die globale Agenda verändern. Der Kampf gegen den Klimawandel wird einen schweren Rückschlag erleiden, die internationalen Beziehungen werden kuhhändlerischer werden, der Kampf der Ukraine gegen den russischen Aggressor könnte verraten werden und Taiwan wird in den Lauf einer chinesische Waffe blicken. Überall werden liberale Demokratien, auch Großbritannien, von ihren eigenen Trump-Imitatoren unter Druck gesetzt werden, angetrieben von wahrheitsverachtenden sozialen Medien.</p>
 
<p>Die amerikanischen Wähler haben diese Woche etwas Schreckliches und Unverzeichliches getan. Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Sie haben sich von der gemeinsamen Ethik und den Regeln abgewandt, die die Welt seit 1945 – im Großen und Ganzen – zum Besseren geprägt haben. Die Amerikaner sind zu dem Schluss gekommen, dass Trump nicht „weird“ ist, wie vorübergehend Mode war, zu behaupten, sondern Mainstream. Die Wähler sind am Dienstag zur Wahl gegangen und haben weird gewählt. Die Amerikaner müssen mit den Konsequenzen leben.“ (<em>The Guardian</em>, 6. November 2024)</p>
</blockquote>
<p> </p>
<p>Na, wenn das so ist. Der <em>Guardian</em>, jener abscheulichste, schamloseste Ausdruck liberaler Heuchelei, gibt den Amerikanern die Schuld – sie haben die unverzeihliche Sünde begangen, in einer freien und fairen Wahl für einen Kandidaten zu stimmen, der ihm nicht gefällt.</p>
<p> </p>
<p>Und wie erklärt man diesen empörenden Regelverstoß? Der <em>Guardian</em> teilt uns völlig unironisch mit, dass es an der „Weirdness“ des amerikanischen Volkes liege. „Weird“, also komisch, ist anscheinend alles, was mit den Vorurteilen der Redaktion des <em>Guardian</em> nicht übereinstimmt.</p>
<p> </p>
<p>Was sie wirklich meinen, ist, dass die amerikanischen Wähler – Millionen gewöhnlicher Arbeiterinnen und Arbeiter – eigentlich nicht befähigt sind, ihr Wahlrecht auszuüben, weil sie eben organisch „weird“ sind.</p>
<p> </p>
<p>Das heißt einfach, dass alle Amerikaner von Natur aus zum Rassismus, zum Hass auf Minderheiten und zu einem unverständlichen Widerwillen gegen die Prinzipien des bürgerlichen Liberalismus neigen. Deswegen haben sie eine natürliche Abneigung gegen die Demokratie und eine Neigung zum Faschismus, den eben Donald Trump repräsentiert.</p>
<p> </p>
<p>Aber woher kommt diese Weirdness? Waren dieselben amerikanischen Wähler auch „weird“, als sie für Joe Biden oder Obama stimmten? Offenbar waren sie damals absolut zurechnungsfähig. Was hat sich also geändert?</p>
<p> </p>
<p>Das wirklich Komische ist hier nicht das Benehmen der amerikanischen Wähler, deren Entscheidungen durchaus rational und leicht nachvollziehbar sind, sondern die geistigen Verrenkungen dieser erbärmlichen, kleinbürgerlichen, liberalen Schmierfinkenbande, deren Bekenntnis zur Demokratie exakt an dem Punkt endet, wo die Wähler sich „falsch“ entscheiden.</p>
<p> </p>
<p>Ihre Vorstellung von Demokratie – nämlich, dass Wahlen nur dann akzeptabel sind, wenn dabei Kandidaten herauskommen, die wir gut finden – erscheint mir dann doch eher „weird“. Sie wurde allerdings eindrucksvoll bestätigt, als vor Kurzem <a href="https://marxist.com/romanian-establishment-annuls-election.htm">das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Rumänien anulliert wurde</a>, weil die Behörden einfach unglücklich damit waren, dass in der ersten Wahlrunde ein Kandidat gewonnen hatte, mit dem sie unzufrieden waren: Călin Georgescu. Zur Sicherheit wurde ihm dann gleich verboten, an der Wahlwiederholung teilzunehmen, die im Mai stattfindet.</p>
<p> </p>
<p>Diese Maßnahmen wurden von der EU-Führung in Brüssel vollständig unterstützt. Und es besteht kein Zweifel, dass <em>The Guardian</em> die Annullierung der Wahl mit Begeisterung gefeiert hat. Offenbar ist das die Methode, um Wahlsiege von Leuten wie Donald Trump zu verhindern!</p>
<p> </p>
<p>Hurra! Dreifaches Hoch auf die Demokratie!</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Faschismus ist da!</strong></h3>
<p> </p>
<p>Von Anfang an starteten die Medien eine laute Kampagne, um Trump als Faschisten darzustellen. Hier ein paar zufällig ausgewählte Beispiele aus der Presse:</p>
<p> </p>
<p><a href="https://www.lemonde.fr/en/opinion/article/2025/03/02/trump-s-first-weeks-as-president-have-been-enough-to-give-the-nightmare-of-america-s-turn-to-fascism-a-feeling-of-reality_6738723_23.html"><em>Le Monde</em></a><em>: </em>„Trumps erste Wochen als Präsident reichten aus, um dem Albtraum eines faschistischen Amerikas eine beängstigende Realität zu verleihen.“</p>
<p> </p>
<p><a href="https://www.newstatesman.com/international-politics/2025/01/can-the-united-states-resist-fascism"><em>New Statesman</em></a>: „Können die Vereinigten Staaten dem Faschismus widerstehen?“</p>
<p> </p>
<p><a href="https://www.newyorker.com/magazine/dispatches/what-does-it-mean-that-donald-trump-is-a-fascist"><em>The New Yorker</em></a>: „Was bedeutet es, dass Donald Trump ein Faschist ist?“</p>
<p> </p>
<p><a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2025/jan/24/trump-fascism-what-to-do"><em>The Guardian</em></a>: „Trumps Neofaschismus ist da. Hier sind zehn Dinge, die du tun kannst, um ihn zu bekämpfen.“</p>
<p> </p>
<p>Auch allerlei Establishment-Figuren äußerten sich in ähnlicher Weise. Mark Milley, ein pensionierter US-Armeegeneral und ehemaliger Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, gab eine <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2024/oct/11/bob-woodward-book-mark-milley-trump">düstere Warnung an die USA</a> heraus: „Er ist der gefährlichste Mensch aller Zeiten. Ich hatte schon den Verdacht, als ich mit dir über seinen geistigen Verfall sprach, aber jetzt wird mir klar: Er ist ein totaler Faschist. Er ist jetzt die größte Bedrohung für dieses Land.“</p>
<p> </p>
<p>Kamala Harris <a href="https://www.bbc.co.uk/news/articles/c1dp7xnyr51o">stimmte zu</a>, dass Trump ein Faschist sei, während sich Joe Biden immerhin darauf beschränkte, ihn als „<a href="https://www.politico.com/news/2022/08/25/biden-trump-philosophy-semi-fascism-00053831">halbfaschistisch</a>“ zu bezeichnen. Trotzdem hat er wiederholt gewarnt, dass Trump eine Gefahr für die Demokratie darstelle – eine Meinung, die viele teilen, darunter der Generalstaatsanwalt von Arizona, der zu dem Schluss kommt: „Wir stehen an der Schwelle einer Diktatur.“</p>
<p> </p>
<p>Anthony Scaramucci, der kurze Zeit für Trump als Pressesprecher des Weißen Hauses arbeitete, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7nC3UGUy7NU&amp;ab_channel=TheRestIsPolitics">brachte es noch direkter auf den Punkt</a>: „Er ist ein verdammter Faschist. Der Fascho aller Faschos.“</p>
<p> </p>
<p>Wie zu erwarten, haben sich auch zahlreiche prominente Figuren der „Linken“ diesem Chor angeschlossen. Alexandria Ocasio-Cortez (die oft als „sozialistische“ Demokratin präsentiert wird) <a href="https://www.instagram.com/seanhannity/reel/DFDkCsOsGmo/?locale=zh_tw&amp;hl=ar">klagt</a>: „Wir stehen am Vorabend einer autoritären Regierung. So sieht der Faschismus des 21. Jahrhunderts aus.“</p>
<p> </p>
<p>Und so setzt sich die ermüdende Litanei Tag für Tag endlos fort. Die Absicht ist offensichtlich: Durch ständige Wiederholung soll die Idee als Wahrheit etabliert werden. Diese gewaltigen Heißluftwolken erzeugen viel Hitze – aber kaum Licht.</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was ist Faschismus?</strong></h3>
<p> </p>
<p>Offensichtlich wird hier der Begriff „Faschismus“ nicht als wissenschaftliche Definition, sondern mehr als vulgäre Beschimpfung eingesetzt, als Ersatz für Wörter wie „Drecksack“ oder dergleichen.</p>
<p> </p>
<p>Solche Beleidigungen mögen kurzfristig dabei helfen, Frust abzubauen. Man schimpft über eine Person, die einem nicht passt, fühlt sich danach erleichtert und geht zufrieden nach Hause, in dem Glauben, einen grandiosen politischen Schlag gegen den Feind gelandet und die Sache der Freiheit irgendwie weitergebracht zu haben.</p>
<p> </p>
<p>Leider sind solche Siege praktisch ziemlich nutzlos. Dieser terminologische Radikalismus ist lediglich Ausdruck hilfloser Wut. Wenn man dem verhassten Feind in Wirklichkeit nichts anhaben kann, beglückwünscht man sich eben dafür, dass man ihn aus sicherer Entfernung beleidigt hat.</p>
<p> </p>
<p>Wer echte Kämpfe gegen echte Feinde führen will, anstatt wie Don Quijote vor Windmühlen herumzufuchteln, braucht andere, ernstzunehmendere Mittel. Die erste Voraussetzung für einen Kommunisten ist eine präzise, wissenschaftliche Analysemethode.</p>
<p> </p>
<p>Der Marxismus ist eine Wissenschaft. Und wie jede Wissenschaft hat er eine exakte Terminologie. Begriffe wie „Faschismus“ oder „Bonapartismus“ haben (für uns jedenfalls) eine klare Definition. Sie sind nicht einfach nur Schimpfwörter oder Etiketten, mit denen man beliebig jeden bekleben kann, der einem nicht passt.</p>
<p> </p>
<p>Beginnen wir also mit einer präzisen Faschismusdefinition. Im marxistischen Sinne ist Faschismus eine konterrevolutionäre Massenbewegung, die sich vor allem aus dem Lumpenproletariat und dem wütenden Kleinbürgertum zusammensetzt. Er dient als Rammbock, um die Arbeiterklasse zu zerschlagen und zu vereinzeln und einen totalitären Staat zu errichten, in dem die Bourgeoisie die Staatsmacht an eine faschistische Bürokratie überträgt.</p>
<p> </p>
<p>Das zentrale Merkmal eines faschistischen Staates ist eine extreme Zentralisierung der Macht. Die Banken und großen Konzerne bleiben unangetastet, stehen aber unter der Kontrolle eines mächtigen faschistischen Verwaltungsapparats. Im <a href="https://www.marxists.org/archive/trotsky/germany/1933/330610.htm"><em>Porträt des Nationalsozialismus</em></a> beschreibt Trotzki diesen Mechanismus so:</p>
<p> </p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Der deutsche wie der italienische Faschismus stiegen zur Macht über den Rücken des Kleinbürgertums, das sie zu einem Rammbock gegen die Arbeiterklasse und die Einrichtungen der Demokratie zusammenpreßten. Aber der Faschismus, einmal an der Macht, ist alles andere als eine Regierung des Kleinbürgertums. Im Gegenteil: Er ist die gnadenloseste Diktatur des Monopolkapitals.“</p>
</blockquote>
<p> </p>
<p>Das sind die Grundzüge des Faschismus. Und wie passt das zum Trump-Phänomen? Wir haben bereits eine komplette Trump-Regierung erlebt. Die Demokraten und das liberale Establishment warnten damals lautstark, dass er die Demokratie abschaffen werde. Das ist nicht passiert.</p>
<p> </p>
<p>Es gab keine systematische Unterdrückung von Streiks oder Demonstrationen und erst recht keine Abschaffung der Gewerkschaften. Es fanden weiterhin reguläre Wahlen statt, und am Ende – wenn auch unter lautstarkem Protest – wurde Trump in einem Wahlprozess von Joe Biden abgelöst. Was auch immer man über Trumps erste Amtszeit sagen mag – mit Faschismus hatte sie nichts zu tun.</p>
<p> </p>
<p>Der eigentliche Angriff auf die Demokratie kam vielmehr von Biden und den Demokraten, die mit allen Mitteln versuchten, Trump politisch zu erledigen. Der gesamte Jutizapparaat wurde mobilisiert, um ihn mit unzähligen Anklagen vor Gericht zu bringen, um ihm um jeden Preis einen Schuldspruch anzuhängen, ihn sicher hinter Gittern zu verwahren und ihn so davon abzuhalten, sich erneut um das Präsidentenamt zu bewerben.</p>
<p> </p>
<p>Die gesamte Medienlandschaft wurde mobilisiert, um ihn systematisch zu diffamieren. Das erzeugte ein Klima, in dem mindestens zwei Mordanschläge auf ihn verübt wurden. Dass Trump nur knapp einem Attentat entgangen ist (und das typisch für ihn als „göttliche Fügung“ darstellte), war letztlich reiner Zufall.</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Eine reaktionäre Utopie</strong></h3>
<p> </p>
<p>Die Ideologie des Trumpismus – soweit sie überhaupt existiert – hat mit Faschismus herzlich wenig zu tun. Trump ist nicht für einen starken Staat, sondern träumt von einem entfesselten freien Markt, in dem der Staat keine oder nur eine minimale Rolle spielt.</p>
<p> </p>
<p>Sein Programm ist der Versuch, zu den wirtschaftspolitischen Vorstellungen von Roosevelt zurückzukehren – allerdings nicht zu Franklin Delano Roosevelt, dem Architekten des New Deal, sondern zu Theodore Roosevelt, der bereits vor dem Ersten Weltkrieg Präsident war.</p>
<p> </p>
<p>Am 10. Januar schrieb <a href="https://www.lemonde.fr/en/international/article/2025/01/10/trump-revives-imperialism-a-la-teddy-roosevelt_6736920_4.html"><em>Le Monde</em></a>:</p>
<p> </p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Es liegt ein Hauch von Déjà-vu in der Luft. Donald Trump schockierte seine Verbündeten am Dienstag, dem 7. Januar, indem er den Einsatz militärischer Gewalt zur Rückeroberung des Panamakanals oder den Kauf Grönlands nicht ausschloss. Mit diesem Bluff belebt der designierte Präsident die alte Tradition des US-Imperialismus zur Jahrhundertwende wieder.</p>
</blockquote>
<p> </p>
<p>Die ‚goldene Ära‘, die nach dem Bürgerkrieg begann, ist Trumps Traum: eine Zeit der Anhäufung kolossaler Vermögen, allgegenwärtiger Korruption und protektionistischer Zölle, die die amerikanische Industrie schützten – eine Zeit ohne Einkommenssteuer.</p>
<p> </p>
<p>Vor allem aber war es eine Epoche des Imperialismus, um die US-Hegemonie über die westliche Hemisphäre zu sichern. In dieser Zeit kauften die USA Alaska von den Russen (1867), marschierten in Kuba, Puerto Rico und den Philippinen ein – 1898 ‚befreit‘ vom spanischen Kolonialismus – und begannen mit dem Bau des Panamakanals, der 1914 fertiggestellt wurde.“</p>
<p> </p>
<p>Mit anderen Worten: Trump will die Uhr um hundert Jahre zurückdrehen, in eine imaginäre Vergangenheit, eine Amerika-Version von vor dem Ersten Weltkrieg. Ein Amerika, in dem ein ungebremster Kapitalismus florierte, Gewinne explodierten, freie Unternehmen ungestört expandierten und der Staat sich nicht einmischte. Eine Zeit, in der sich die USA nach Belieben in Mexiko, Panama und der gesamten westlichen Hemisphäre austoben konnten und den gebrechlichen spanischen Kolonialismus aus Kuba vertrieben, um es anschließend in eine amerikanische Kolonie zu verwandeln.</p>
<p> </p>
<p>Davon kann man halten, was man will. Mit dem Faschismus hat dieses Ideal allerdings wenig zu tun. Und diese verklärte Geschichtsauffassung hat keinerlei reale Substanz oder Bezug zur Welt des 21. Jahrhunderts.</p>
<p> </p>
<p>Die Ära von Teddy Roosevelt war eine Zeit, in der der Kapitalismus noch nicht sein gesamtes Potential als fortschrittliches Wirtschaftssystem erschöpft hatte. Die USA waren eine aufstrebende, frisch industrialisierte Macht, die in vielerlei Hinsicht bereits den alten europäischen Staaten überlegen war und gerade erst begann, sich als globale Kraft zu behaupten.</p>
<p> </p>
<p>Doch seither ist eine ganze Epoche vergangen. Die USA stehen heute vor einem völlig veränderten internen und externen Kräfteverhältnis. Trumps Versuch, die Welt so wiederheruzstellen, wie sie in diesen längst vergangenen Tagen war, ist zum Scheitern verurteilt. Er wird an der veränderten Weltlage und am Kräfteverhältnis innerhalb der US-Klassengesellschaft zerschellen. Sein Programm ist letztlich eine reaktionäre Utopie.</p>
<p> </p>
<p>Wir werden auf diese Punkte noch zurückkommen. Doch zunächst müssen wir mit den hysterischen und völlig falschen Versuchen abrechen, die sowohl von links als auch von rechts versuchen, das mysteriöse Phänomen Donald J. Trump zu erklären.</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Eine falsche Methode</strong></h3>
<p> </p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die enorme praktische Bedeutung einer korrekten theoretischen Orientierung zeigt sich am deutlichsten in Zeiten akuter sozialer Konflikte, rascher politischer Verschiebungen und abrupter Veränderungen der Situation … Gerade in solchen Perioden entstehen notwendigerweise alle möglichen Übergangs- und Zwischensituationen und -kombinationen. die gegen die gewohnten Schemata verstoßen und doppelte, scharfe theoretische Aufmerksamkeit erfordern. Kurz gesagt: Wenn man in einer ruhigen, ‚organischen‘ Phase (vor dem Krieg) von den Zinsen einiger fertiger Abstraktionen leben konnte, so bringt uns in unserer Zeit jedes neue Ereignis mit voller Wucht das wichtigste Gesetz der Dialektik bei: Die Wahrheit ist immer konkret.“<br />(<a href="https://www.sozialistischeklassiker2punkt0.de/sites.google.com/site/sozialistischeklassiker2punkt0/trotzki/1934/leo-trotzki-bonapartismus-und-faschismus.html"><em>Bonapartismus und Faschismus</em></a>, Leo Trotzki, 1934)</p>
</blockquote>
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<p>Viel zu oft beobachte ich, dass Menschen auf der Linken, wenn sie mit einem neuen Phänomen konfrontiert werden – einem, das sich scheinbar allen bisherigen Normen und Definitionen entzieht –, reflexartig nach Etiketten suchen. Und sobald sie ein passendes Etikett gefunden haben, suchen sie sich die Fakten zusammen, die es bestätigen sollen.</p>
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<p>Sie sagen: <em>Ah, ich weiß, was das ist! Das ist Faschismus! Oder Bonapartismus! Oder irgendetwas anderes, das mir gerade einfällt. </em>Das ist eine falsche Methode. Das ist das Gegenteil des dialektischen Materialismus. Und es führt nirgendwohin. Es ist ein Beispiel für bequemes Denken – die Suche nach einer simplen Antwort auf neue und komplexe Fragen.</p>
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<p>Statt Klarheit zu schaffen, lenkt diese Methode nur von den eigentlichen Problemen ab. Sie führt zu endlosen und völlig sinnlosen Diskussionen über künstlich eingeführte Fragen, die am Ende nur für mehr Verwirrung sorgen, anstatt die wirklich wichtigen Fragen zu beantworten.</p>
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<p>Lenin erklärte in seinen <a href="http://kpd-ml.org/doc/lenin/LW38.pdf"><em>Philosophischen Heften</em></a>, dass das grundlegende Gesetz der Dialektik die absolute Objektivität der Betrachtung sei: „Nicht Beispiele, nicht Abschweifungen, sondern das Ding an sich selbst.“</p>
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<p>Das ist das Wesen der dialektischen Methode. Das Gegenteil der Dialektik ist die Gewohnheit, einer Sache einfach ein Label aufzukleben und sich einzubilden, damit hätte man sie verstanden.</p>
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<p>Mein guter Freund John Peterson bemerkte kürzlich zu mir, dass Donald Trump „ein Phänomen“ sei. Ich denke, das trifft es ziemlich genau. Es besteht kein Grund, ihn mit historischen Figuren zu vergleichen. Wir müssen anerkennen, dass Donald Trump einfach Donald Trump ist. Und genau so sollten wir ihn betrachten: ein neues Phänomen, das wir anhand konkreter Fakten analysieren müssen – nicht durch Gemeinplätze.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bonapartismus?</strong></h3>
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<p>Trotzkis Artikel <em>Bonapartismus und Faschismus</em> liefert eine präzise marxistische Definition von Bonapartismus: „Eine Regierung, die sich über die Nation erhebt, schwebt jedoch nicht in der Luft. Die wahre Achse der gegenwärtigen Regierung verläuft durch die Polizei, die Bürokratie und die militärische Clique. Es handelt sich um eine militärisch-polizeiliche Diktatur, noch leicht bedeckt mit den Dekorationen des Parlamentarismus. Doch eine Regierung des Säbels in der Eigenschaft des Schiedsrichter der Nation, das ist eben Bonapartismus.“</p>
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<p>Das Wesen des Bonapartismus, der in vielen verschiedenen Gewändern auftreten kann, bleibt immer dieselbe: eine Militärdiktatur.</p>
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<p>In <a href="https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1932/09/01-bonfasch.htm"><em>Deutschland: Der einzige Weg</em></a> erklärt Trotzki, wie der Bonapartismus entsteht: „Sobald der Kampf zweier sozialer Schichten – der Besitzenden und der Besitzlosen, der Ausbeuter und der Ausgebeuteten – seinen höchsten Spannungsgrad erreicht, sind die Bedingungen für die Herrschaft von Bürokratie, Polizei, Soldateska gegeben. Die Regierung wird ‚unabhängig‘ von der Gesellschaft.“</p>
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<p>Das ist unmissverständlich. Aber wie passt das zur aktuellen Lage in den USA? Gar nicht. Machen wir uns nichts vor: Die herrschende Klasse greift nur in letzter Instanz zur Reaktion in der Form des Bonapartismus oder Faschismus. Ist das wirklich die aktuelle Lage? Ja, es gibt erhebliche Spannungen in der amerikanischen Gesellschaft, und sie destabilisieren die bestehende Ordnung ernsthaft.</p>
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<p>Aber zu glauben, der Klassenkampf habe bereits die kritische Stufe erreicht, in der die Herrschaft des Kapitals kurz vor dem Sturz steht und der herrschenden Klasse nur noch die Lösung bleibt, einem bonapartistischen Regime die Macht zu übergeben, ist reine Fantasie. Diese Eskalationsstufe haben wir noch nicht einmal annähernd erreicht.</p>
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<p>Natürlich kann man in der aktuellen Situation bestimmte Elemente des Bonapartismus ausmachen. Das mag zutreffen. Aber man könnte dasselbe über fast jedes moderne bürgerlich-demokratische Regime sagen.</p>
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<p>Im „demokratischen“ Großbritannien unter Tony Blair verlagerte sich die Macht faktisch vom Parlament ins Kabinett – und von dort in die Hände einer kleinen Clique von nicht gewählten Beamten, Beratern und PR-Leuten. Es existierten zweifellos Elemente dessen, was man ein parlamentarisch-bonapartistisches Regime nennen könnte.</p>
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<p>Aber das bloße Vorhandensein einzelner Elemente eines Phänomens bedeutet nicht, dass das Phänomen tatsächlich schon da ist. Man kann also argumentieren, dass es Elemente des Bonapartismus im Trumpismus gibt. Sicher. Aber Elemente allein machen noch kein vollständig entwickeltes Phänomen aus.</p>
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<p>Hegel bemerkt in der <a href="http://www.zeno.org/Philosophie/M/Hegel,+Georg+Wilhelm+Friedrich/Ph%C3%A4nomenologie+des+Geistes/Vorrede"><em>Phänomenologie des Geistes</em></a>: „Wo wir eine Eiche in der Kraft ihres Stammes und in der Ausbreitung ihrer Äste und den Massen ihrer Belaubung zu sehen wünschen, sind wir nicht zufrieden, wenn uns an Stelle dieser eine Eichel gezeigt wird.“</p>
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<p>Diese falsche Methode führt zu endlosen Fehlern. Zuerst versucht man, ein Phänomen äußerlich zu definieren. Dann hält man um jeden Preis an der Definition fest und versucht, sie mit allen möglichen, an den Haaren herbeigezogenen, „klugen“ geschichtlichen Beispielen zu untermauern.</p>
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<p>Unweigerlich taucht jemand anderes auf und sagt: „Nein, das ist kein Bonapartismus!“, bringt eigene, ebenso “kluge” Fakten ins Spiel und fängt an, dagegen zu argumentieren.</p>
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<p>Beide haben gleichermaßen recht und unrecht. Wohin führt eine solch zirkuläre Debatte? Dorthin, wo ein Hund landet, wenn er seinem Schwanz nachjagt – nirgendwohin.</p>
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<p>Korrekte historische Analogien können in manchen Fällen zwar hilfreich sein. Aber das gedankenlose und mechanische Aneinanderreihen oberflächlich ähnlicher, aber wesentlich unterschiedlicher Phänomene ist eine sichere Methode, um Verwirrung zu stiften.</p>
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<p>Ein Beispiel für eine sinnvolle und angebrachte Analogie wäre meiner Meinung nach, Putins Regime als eine Form des bürgerlichen Bonapartismus zu bezeichnen. Das ist eine hilfreiche Analogie. Bei Trump hingegen ist die Sache komplizierter.</p>
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<p>Das Problem ist, dass Bonapartismus ein extrem dehnbarer Begriff ist. Er umfasst eine ganze Bandbreite an Varianten, beginnend mit dem klassischen Bonapartismus, der im Kern nichts anderes als Herrschaft des Säbels ist.</p>
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<p>Aber die gegenwärtige Trump-Regierung in Washington bleibt bei all ihren Eigentümlichkeiten eine bürgerliche Demokratie.</p>
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<p>Gerade diese Eigenheiten müssen wir untersuchen und erklären. Und wenn wir – ganz ehrlich – nichts in der Geschichte des Altertums oder der Neuzeit finden können, das sich mit Trump auch nur vergleichen lässt, wenn wir keine fertige Definition haben, die perfekt passt, dann bleibt uns nur eine einzige Möglichkeit: Wir müssen anfangen, zu denken.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Krise des Kapitalismus</strong></h3>
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<p>Der große Philosoph Spinoza sagte, dass die Aufgabe der Philosophie nicht darin bestehe, zu weinen oder zu lachen, sondern zu verstehen. Wenn wir Donald J. Trump begreifen wollen, müssen wir daher die Pseudowissenschaft der Dämonologie beiseitelassen und die Dinge beim Namen nennen.</p>
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<p>Zunächst einmal ist Trump, was auch immer man sonst über ihn sagen mag, kein böser Geist mit übermenschlichen Kräften. Er ist ein gewöhnlicher Sterblicher – soweit man einen amerikanischen Milliardär als solchen bezeichnen kann. Und wie der Aufstieg jeder anderen historischen Figur ist auch der seine letztlich auf objektive gesellschaftliche Prozesse zurückzuführen.</p>
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<p>Mit anderen Worten: Sein Aufstieg ist untrennbar mit der objektiven Weltlage in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts verbunden.</p>
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<p>Der entscheidende Wendepunkt in der modernen Geschichte war die Krise von 2008, die das gesamte System ins Wanken brachte. Der Kapitalismus stand am Rande des Zusammenbruchs. Als Lehman Brothers pleite ging, erinnere ich mich noch genau daran, wie Banker öffentlich äußerten, sie hätten Angst, dass sie binnen weniger Monate von den Straßenlaternen hängen würden.</p>
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<p>Diese Angst war keineswegs unbegründet. Tatsächlich waren alle objektiven Bedingungen für eine sozialistische Revolution vorhanden. Das einzige, was diese Entwicklung verhinderte, war die panische Intervention des Staates, der das Finanzsystem mit enormen Mengen an öffentlichen Geldern rettete.</p>
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<p>Das stellte einen eklatanten Widerspruch zu all den Theorien dar, die die offiziellen bürgerlichen Ökonomen drei Jahrzehnte lang gepredigt hatten. Über Jahre wurde uns eingetrichtert, dass der Staat keine oder nur eine minimale Rolle in der Wirtschaft spielen dürfe. Der freie Markt würde alle Probleme lösen, wenn man ihn sich selbst überließ.</p>
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<p>Doch im Moment der Wahrheit entlarvte sich diese Theorie als falsch. Das kapitalistische System wurde nur durch massives staatliches Eingreifen gerettet. Doch diese Rettung brachte neue Widersprüche mit sich: enorme, letztlich untragbare Schulden.</p>
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<p>Seit 2008 steckt der Kapitalismus in seiner tiefsten Krise. Er taumelt von einer Katastrophe zur nächsten. Bei jedem Schritt griffen die Regierungen auf die gleiche, verantwortungslose Politik zurück: Staatsverschuldung und massives Gelddrucken, um kurzfristig die Löcher zu stopfen.</p>
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<p>Die kurzsichtigen Strategen des Kapitals – dieser erbärmliche Haufen bürgerlicher Ökonomen und ihr nicht minder bankrottes politisches Establishment – glaubten allen Ernstes, das könne ewig so weitergehen: Unbegrenzte Geldmengen aus dem Nichts, endlose billige Kredite, niedrige Inflation, niedrige Zinsen. Doch sie haben sich geirrt.</p>
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<p>Sie häuften lediglich Widersprüche auf und bereiteten damit die größte Krise aller Zeiten vor.</p>
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<p><a href="https://marxist.com/crisis-of-capitalism-and-tasks-of-marxists-1.htm#:~:text=The%20last%20two,is%20already%20surmounted">Wir sagten damals voraus</a>, dass alle Versuche der Bourgeoisie, das wirtschaftliche Gleichgewicht wieder herzustellen, nur zur Zerstörung des gesellschaftlichen und politischen Gleichgewichts führen würden. So ist es auch gekommen.</p>
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<p>Die objektiven Bedingungen für eine sozialistische Revolution waren eindeutig vorhanden. Warum kam es nicht dazu? Weil eine entscheidende Variable in dieser Gleichung fehlte: die revolutionäre Führung.</p>
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<p>Über Jahre hinweg schlug das Pendel in Land um Land nach links aus. Das spiegelte sich im Aufstieg einer ganzen Reihe von radikal klingenden linken Bewegungen wider: Podemos in Spanien, Syriza in Griechenland, Bernie Sanders in den USA – und allen voran Corbyn in Großbritannien. Doch all das zeigte letztlich nur, wo die Grenzen des Linksreformismus liegen.</p>
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<p>Man nehme das Beispiel Tsipras: Ganz Griechenland stand hinter ihm, als er sich gegen das Austeritätsdiktat aus Brüssel stellte. Doch er kapitulierte. Und das Ergebnis war ein Rechtsruck.</p>
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<p>In Spanien verlief es ähnlich. Podemos gab sich anfangs ein ausgesprochen radikales Image. Doch die Führung beschloss, „verantwortungsvoll“ zu handeln – und ging eine Koalition mit den Sozialdemokraten ein, mit den erwartbaren Konsequenzen.</p>
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<p>In den USA katapultierte sich Bernie Sanders aus dem Nichts heraus an die Spitze einer Massenbewegung, die unmissverständlich nach einer sozialistischen Alternative suchte. Er hatte jede Möglichkeit, eine ernsthafte linke Alternative zu den Demokraten und Republikanern aufzubauen. Aber was tat er? Er kapitulierte vor dem Establishment der Demokratischen Partei – und die Gelegenheit war vertan.</p>
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<p>Am deutlichsten zeigte sich das in Großbritannien: Corbyn kam wie Sanders aus dem Nichts. Eine mächtige Bewegung nach Links katapultierte ihn an die Spitze der Labour Party. Diese Bewegung hatte nicht er geschaffen, aber sie machte ihn zu ihrem Bezugspunkt, zum Ausdruck des aufgestauten Zorns und der tiefen gesellschaftlichen Unzufriedenheit.</p>
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<p>Das Ergebnis versetzte die herrschende Klasse in Panik und Verblüffung. Sie erklärte offen, dass sie die Kontrolle über Labour verloren hatte. Und so war es. Oder besser gesagt: Es hätte wahr sein sollen.</p>
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<p>Doch im Moment der Wahrheit weigerte sich Corbyn, gegen die rechte Führung der Labour-Parlamentsfraktion vorzugehen, die mit der Unterstützung der bürgerlichen Medien eine brutale Kampagne gegen ihn organisierte.</p>
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<p>Am Ende kapitulierte Corbyn vor den Rechten und bezahlte den Preis für seine Feigheit. Was sich hier zeigte, war nichts anderes als die organische Rückgratlosigkeit des linken Reformismus.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Trump und Corbyn</strong></h3>
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<p>Hier zeigt sich ein krasser Kontrast zu Donald Trump. Auch er wurde vom Establishment angegriffen, sogar von der eigenen Parteiführung. Doch im Gegensatz zu Corbyn tat er, was Corbyn hätte tun müssen: Er mobilisierte seine Basis gegen die alte Führung der Republikaner und zwang sie zum Rückzug.</p>
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<p>Das ändert natürlich nichts daran, dass Trump ein reaktionärer bürgerlicher Politiker blieb. Doch man muss schon zugeben, dass er den Mut und die Entschlossenheit hatte, die Corbyn offenkundig fehlten.</p>
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<p>Trump scherte sich außerdem keinen Deut um politische Korrektheit und Identitätspolitik, während die linken Reformisten diese Ideologie leider blind geschluckt haben. Das spielte bei Corbyn eine absolut verheerende Rolle.</p>
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<p>Als ihn die Parteirechte wegen angeblichen Antisemitismus angriff (ein völlig haltloser Vorwurf), knickte er sofort ein. Er wurde zur leichten Beute für die reaktionäre zionistische Lobby und die gesamte britische Bourgeoisie. In kürzester Zeit war er auf elende Unterwerfung reduziert – ein hilfloses Opfer seiner eigenen Fixierung auf reaktionäre Identitätspolitik.</p>
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<p>Hätte Corbyn wie Trump gehandelt, hätte er sich der Antisemitismus-Kampagne direkt entgegengestellt, seine Basis gegen das rechte Establishment entfesselt und die Labour-Partei gründlich von diesen verfaulten Elementen gesäubert.</p>
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<p>Hätte er das getan, hätte er ohne jeden Zweifel gewonnen. Doch er tat es nicht. Das ermöglichte dem rechten Labour-Flügel, in die Offensive zu gehen, die Linke aus der Partei zu werfen – einschließlich Corbyn selbst – und Labour von oben bis unten zu säubern. Das Ergebnis war der Sieg von Starmer – und das Experiment „Corbynismus“ endete in einem völligen Desaster.</p>
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<p>Diese Erfahrung hat sich immer und immer wieder wiederholt. Und jedes Mal spielte die Führung der Linken eine absolut erbärmliche Rolle. Sie enttäuschten ihre Basis und übergaben die Macht kampflos an den rechten Flügel.</p>
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<p>Genau das – nichts anderes – erklärt den aktuellen Rechtsruck. Er war unvermeidlich nach der feigen Kapitulation der Linken.</p>
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<p>Sollen sich andere über Trump und rechte Demagogen beklagen. Unsere Antwort darauf ist Verachtung: Hört auf zu jammern. Ihr seid selbst schuld! Ihr habt einfach bekommen, was ihr verdient. Und jetzt müssen wir alle die Konsequenzen tragen.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was stellt Trump wirklich dar?</strong></h3>
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<p>Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Donald Trump ist ein reaktionärer bürgerlicher Politiker. Das lohnt sich kaum auszusprechen. Ebenso wenig muss man wiederholen, dass Kommunisten ihn in keiner Weise unterstützen.</p>
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<p>Aber diese Feststellung allein bringt uns keinen Schritt weiter in der Analyse von Trump und Trumpismus. Ist es zum Beispiel korrekt zu sagen, dass es keinen Unterschied zwischen Trump und Biden gibt?</p>
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<p>Ja, sie sind beide bürgerliche Politiker, die im Wesentlichen für die gleichen Klasseninteressen stehen. In diesem Sinne könnte man sagen, sie sind alle gleich. Doch selbst für die Blindesten unter den Blinden muss klar sein, dass es sehr ernste Unterschiede zwischen beiden gibt, ja ein Abgrund zwischen beiden klafft.</p>
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<p>Denn nur weil zwei bürgerliche Politiker grundsätzlich dieselben Klasseninteressen vertreten, heißt das noch lange nicht, dass es innerhalb dieser Klasse keine scharfen Konflikte gibt. Solche Konflikte hat es tatsächlich immer gegeben.</p>
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<p>Das zentrale Problem der Bourgeoisie ist, dass das Modell, das den Kapitalismus jahrzehntelang stabil gehalten hat, endgültig gescheitert ist.</p>
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<p>Die Globalisierung, die es ihnen lange erlaubte, die Grenzen des Nationalmarktes zu überwinden, ist an ihre Grenzen gestoßen. An ihre Stelle tritt der Aufstieg des wirtschaftlichen Nationalismus. Überall setzt die Kapitalistenklasse nun ihre eigenen nationalen Interessen gegen die der anderen durch. Die Ära des Freihandels weicht einer Ära der Zölle und Handelskriege.</p>
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<p>Die Nostalgiker des Liberalismus beklagen das Ende der alten Ordnung. Doch Donald Trump umarmt sie mit der Inbrunst eines frisch Bekehrten. Und damit hat er die Weltordnung auf den Kopf gestellt – zum Entsetzen der schwächeren Nationen.</p>
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<p>Donald Trump ruft sich damit den Zorn seiner früheren „Verbündeten“ in Europa herbei, die ihm für ihr ganzes Unglück die Schuld geben. Doch er hat diese Situation nicht erfunden. Er ist nur ihr schärfster und konsequentester Vertreter.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Bankrott des Liberalismus</strong></h3>
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<p>Seit vielen Jahren haben die herrschende Klasse und ihre politischen Vertreter im Westen systematisch ein pseudo-progressives Image gepflegt, um die Realität der Klassenherrschaft zu verschleiern. Sie haben die sogenannte Identitätspolitik geschickt als Waffe der Konterrevolution eingesetzt.</p>
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<p>Und die „Linken“, denen jegliche belastbare ideologische Grundlage fehlt, haben diesen Unsinn komplett geschluckt. Das hat sie in den Augen der Arbeiterklasse nur noch weiter diskreditiert. Statt für die tatsächlichen Interessen von Arbeitern, Frauen und anderen unterdrückten Schichten zu kämpfen, streiten sie sich über Worte und wiederholen endlos die Phrasen der sogenannten politischen Korrektheit.</p>
<p> </p>
<p>Wenn dann ein Donald Trump kommt und Identitätspolitik und politische Korrektheit anprangert, ist es wenig überraschend, dass er bei Millionen einfacher Menschen auf Resonanz stößt, deren Gehirne nicht völlig vom postmodernen Wahnsinn vernebelt sind.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Verteidigen die Liberalen die Demokratie?</strong></h3>
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<p>Die Liberalen haben eine ziemlich merkwürdige Auffassung von Demokratie. Wie wir gesehen haben, sind sie für Wahlen – aber nur, wenn ihr bevorzugter Kandidat gewinnt. Fällt das Ergebnis nicht in ihrem Sinne aus, schreien sie sofort Betrug, werfen mit Anschuldigungen über Wahlfälschung um sich und spekulieren über alle möglichen fragwürdigen Machenschaften – meist ohne einen einzigen Beweis.</p>
<p> </p>
<p>Das war nach Trumps Wahlsieg über Hillary Clinton 2016 zu beobachten. Trump war der erste US-Präsident der Geschichte, der weder ein öffentliches Amt noch eine militärische Laufbahn hatte. Er war ein Außenseiter, der nicht mit dem bestehenden Washingtoner Establishment verbandelt war, das seit Jahrzehnten das politische Monopol innehatte.</p>
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<p>Sie sahen in ihm eine Bedrohung für ihr Monopol und handelten entsprechend, um die Demokratie zu untergraben und das Wahlergebnis rückgängig zu machen. Die Demokraten inszenierten den berüchtigten „Russiagate“-Skandal mit dem klaren Ziel, Trump aus dem Amt zu drängen.</p>
<p> </p>
<p>Das könnte man mit Fug und Recht einen demokratischen Putschversuch nennen. Ein Verstoß gegen die Demokratie? Natürlich. Aber wenn es manchmal nötig ist, die Regeln der Demokratie zu brechen, um die Demokratie zu verteidigen, dann muss das eben so sein.</p>
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<p>Anschließend gingen sie zu den absurdesten Mitteln über, um zu verhindern, dass Trump je wieder Präsident wird. Eine regelrechter Tsunami von Gerichtsverfahren wurde gegen ihn losgetreten, mit dem Ziel, ihn ins Gefängnis zu bringen.</p>
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<p>Vier große Prozesse richteten sich direkt gegen ihn – angefangen mit der berüchtigten Stormy-Daniels-Affäre, über Wahlmanipulationsvorwürfe in Georgia bis hin zur Affäre um geheime Dokumente in Mar-a-Lago. Dazu kamen über 100 weitere Klagen gegen seine Regierung.</p>
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<p>Die Massenmedien wurden vollständig mobilisiert, um diesen Angriff auszunutzen. Aber es ging völlig nach hinten los. Jedes dieser Verfahren führte nur dazu, dass seine Unterstützung in den Umfragen weiter wuchs. Das Endergebnis zeigte sich bei der Präsidentschaftswahl am 5. November 2024.</p>
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<p>Mit der zweithöchsten Wahlbeteiligung seit 1900 (nach 2020) gewann Trump 77.284.118 oder 49,8 Prozent der Stimmen. Das war die zweithöchste Stimmenzahl in der US-Geschichte (nach Bidens Sieg 2020). Trump gewann alle sieben Swing States.</p>
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<p>Das war nicht einfach nur ein Wahlsieg – es war ein triumphaler Durchmarsch. Es war eine totale Abfuhr für das liberale Establishment der Demokraten. Und eine schallende Ohrfeige für die korrupten Medien, die sich fast geschlossen hinter Harris gestellt hatten. Von den Tageszeitungen stellten sich 54 hinter Harris und nur 6 hinter Trump. Von den Wochenzeitungen waren 121 für Harris und nur 11 für Trump. Wie soll man das erklären?</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Trump und die Arbeiterklasse</strong></h3>
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<p>Bemerkenswert ist der Unterschied in der Klassenzusammensetzung der Stimmen. Während die Mehrheit der Wähler mit einem Einkommen von über 100.000 Dollar für Harris stimmte, <a href="https://www.ft.com/content/6de668c7-64e9-4196-b2c5-9ceca966fe3f">konnte Trump die Mehrheit der Wähler mit einem Einkommen unter 50.000 Dollar für sich gewinnen</a>.</p>
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<p>Daran ist überhaupt nichts Überraschendes oder “Weirdes”. Trumps Anziehungskraft auf die Arbeiterklasse hat eine materielle Grundlage. Seit den frühen 1980ern sind die Reallöhne der amerikanischen Arbeiterklasse entweder stagniert oder gesunken – insbesondere, weil Jobs in andere Länder ausgelagert wurden. Das <a href="https://www.epi.org/publication/charting-wage-stagnation/">Economic Policy Institute</a> berichtet, dass die Einkommen der mittleren und unteren Klasse sich seit den späten 1970er Jahren kaum gestiegen sind, während die Lebenshaltungskosten kontinuierlich anstiegen.</p>
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<p>In vielen US-Städten herrschen mittlerweile Zustände von Elend und Verwahrlosung, die den ärmsten Gegenden Lateinamerikas, Afrikas oder Asiens in nichts nachstehen. Und dieses Elend existiert neben der obszönsten Konzentration von Reichtum in wenigen Händen, die seit über 100 Jahren zu beobachten war.</p>
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<p>Doch all das bleibt für die „progressiven“ Mittelschichtslinken offenbar unsichtbar. Das politische Establishment und seine gutbezahlte Journalisten- und Kommentatorenbande waren auf ihrer identitätspolitischen Vergiftung derart hängengeblieben, dass sie die wirklichen Probleme der Arbeiterklasse – egal ob schwarz oder weiß, männlich oder weiblich, hetero oder queer – konstant ignoriert haben.</p>
<p> </p>
<p>Ein typisches Beispiel war die absurde Kampagne der politisch korrekten Dummköpfe, den Begriff „Latinx“ als genderneutrale Alternative zu „Latino“ zu etablieren. Doch laut <a href="https://www.pewresearch.org/race-and-ethnicity/2024/09/12/latinx-awareness-has-doubled-among-u-s-hispanics-since-2019-but-only-4-percent-use-it/">Pew Research</a> verwenden gerade mal vier Prozent der Hispanics diesen Begriff – 75 Prozent sagen, er solle überhaupt nicht benutzt werden.</p>
<p> </p>
<p>Diese Ignoranz öffnete Demagogen wie Donald Trump Tür und Tor, um die aufgestaute Wut von Millionen Menschen aufzugreifen, die sich vom liberalen Establishment in Washington völlig ignoriert fühlten.</p>
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<p>2024 konnte Trump deshalb seine Basis ausbauen, indem er gezielt schwarze und lateinamerikanische Arbeiterklasse-Milieus ansprach.</p>
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<p>Das ist das direkte Ergebnis des Verrats der „Linken“ wie Sanders, die keinerlei klare Alternative zu den Liberalen aufzeigten und damit rechten Demagogen wie Trump Tür und Tor öffneten.</p>
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<p>Tatsache ist, dass bis vor Kurzem selbst der Begriff <em>Arbeiterklasse</em> in der Wahlpropaganda der großen Parteien praktisch nicht mehr existierte. Noch die wagemutigsten Linken sprachen stattdessen von der <em>Mittelschicht</em>. Und so war die amerikanische Arbeiterklasse in der politischen Praxis schlichtweg ausradiert.</p>
<p> </p>
<p>Natürlich gab es hier und da eine Ausnahme. Aber es ist wirklich keine Übertreibung zu sagen, dass ausgerechnet Donald Trump – ein milliardenschwerer, rechter Demagoge – der Einzige war, der in seinen Reden beanspruchte, für die Arbeiterklasse einzutreten. Man könnte fast sagen, dass er allein die Arbeiter wieder ins Zentrum der amerikanischen Politik gerückt hat.</p>
<p> </p>
<p>Natürlich wissen wir, dass das bloße Demagogie ist – leere Rhetorik ohne Substanz. Natürlich sagt Trump solche Dinge nur für seine eigenen Zwecke, die zwangsläufig mit den Interessen der Klasse zusammenhängen, der er angehört.</p>
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<p>Das ist uns völlig klar und es ist völlig belanglos. Die einfache Wahrheit ist, dass es den Millionen von Arbeitern, die ihn gewählt haben, eben nicht klar war. Diese Wahrheit ignorieren wir auf eigene Gefahr.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wessen Interessen verteidigt Trump?</strong></h3>
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<p>Die Antwort darauf ist eigentlich denkbar einfach. Wir sagen: Dieser Milliardär verteidigt die Interessen seiner Klasse. Alles, was er sagt, dient letztlich diesen Interessen – also den Interessen der Kapitalisten und Banker. Daraus folgt wie die Nacht auf den Tag, dass diese Interessen niemals mit denen der Arbeiterklasse übereinstimmen können.</p>
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<p>Um die Unterstützung der Arbeiter zu gewinnen, wird er aber manchmal Dinge sagen, die für sie plausibel klingen. Wenn er über Jobs, sinkende Löhne oder steigende Preise spricht, dann kommt das natürlich an.</p>
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<p>Und es kann sogar sein, dass die eine oder andere seiner Aussagen faktisch korrekt ist. Trump hat selbst zugegeben, dass er einige Ideen aus Sanders’ Reden verwendet hat, um Arbeiter für sich zu gewinnen.</p>
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<p>Natürlich bleibt er trotzdem ein reaktionärer, bürgerlicher Politiker. Aber das heißt nicht, dass er dasselbe ist wie jeder andere reaktionäre, bürgerliche Politiker. Er hat seinen eigenen Blick auf die Dinge, seine eigene Sichtweise, Politik und Strategie, die sich in vielen grundlegenden Punkten von derjenigen von Joe Biden und seiner Clique unterscheidet.</p>
<p> </p>
<p>In mancher Hinsicht scheinen seine Positionen sogar mit unseren übereinzustimmen – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Man denke an seine Haltung zum Ukraine-Krieg, an die Auflösung von USAID oder seine Ablehnung der sogenannten „Wokeness“. Dass es solche Überschneidungen zwischen dem, was bürgerliche Politiker sagen, und dem, was wir selbst vertreten, geben kann, ist nichts Neues. Trotzki hat das schon vor langer Zeit erklärt.</p>
<p> </p>
<p>Im Mai 1938 schrieb er den Artikel <a href="https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1938/05/denken.htm"><em>Lernt denken – ein freundschaftlicher Rat an gewisse Ultralinke</em></a>. Darin heißt es: „In neunzig von hundert Fällen setzen die Arbeiter tatsächlich ein Minuszeichen, wo die Bourgeoisie ein Pluszeichen setzt. In zehn Fällen hingegen sind sie gezwungen, dasselbe Zeichen zu setzen wie die Bourgeoisie – allerdings mit ihrem eigenen Stempel, der ihr Misstrauen gegenüber der Bourgeoisie ausdrückt. Die Politik des Proletariats ergibt sich keineswegs automatisch aus der Politik der Bourgeoisie, nur mit umgekehrtem Vorzeichen (dann wäre jeder Sektierer ein Meisterstratege). Nein, die revolutionäre Partei muß sich in jedem Falle, in der inneren wie in der äußeren Lage, unabhängig orientieren und die Entscheidungen treffen, die den Interessen des Proletariats am besten entsprechen. Diese Regel gilt für Kriegszeiten genauso wie für Friedenszeiten.“</p>
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<p>Selbst wenn Trump also die Wahrheit sagt, tut er das immer aus der Perspektive seiner eigenen Klasseninteressen und zu reaktionären Zwecken, mit denen wir absolut nichts gemeinsam haben.</p>
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<p>Der entscheidende Punkt ist: Wir müssen in jeder Frage die Klassenposition betonen. Deshalb wäre es absolut unzulässig, uns mit Trumps Politik zu identifizieren. Es wäre ein schwerer Fehler.</p>
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<p>Doch es wäre ein noch weitaus größerer Fehler – ja, geradezu ein Verbrechen –, auch nur einen Moment lang an der Seite der sogenannten „liberalen“ und „demokratischen“ Bourgeoisie zu stehen, deren Angriffe auf Trump nichts anderes sind als ein Versuch des reaktionären bürgerlichen Establishments, das von Trump aktuell bekriegt wird.</p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das kleinere Übel?</strong></h3>
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<p>Sobald man sich Zugeständnisse an Anschuldigungen wie „Faschismus“, „Bonapartismus“ oder die angebliche „Gefahr für die Demokratie“ macht, begibt man sich in Gefahr – und sei es nur unbewusst – auf die Position des kleineren Übels abzurutschen. Das ist aber zweifellos die größte Gefahr.</p>
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<p>Ist es richtig zu sagen, dass das Biden-Regime gegenüber Trump fortschrittlich war? So wurde es uns verkauft. Und die sogenannte Linke hat das naiv geschluckt.</p>
<p> </p>
<p>Sie versuchen zu argumentieren, Trump sei ein Feind der Demokratie. Doch wer sich das ungeheuerliche Verhalten der Biden-Clique ansieht, erkennt, dass sie bis zum letzten Moment nichts als Verachtung für die Demokratie zeigte.</p>
<p> </p>
<p>Man nehme nur Bidens sogenannte „eiserne“ Unterstützung für Israels Angriff auf Gaza – die ihm den Spitznamen „Genocide Joe“ einbrachte. Oder die brutale Unterdrückung des Versammlungsrechts unter seiner „demokratischen“ Regierung, bei der hunderte Studierende zusammengeschlagen und 3.200 landesweit verhaftet wurden, nur weil sie sich friedlich mit Palästina solidarisierten.</p>
<p> </p>
<p>Biden hatte versprochen, „der gewerkschaftsfreundlichste Präsident in der Geschichte der USA“ zu sein, doch er zerschlug das Streikrecht der Eisenbahner. Er hatte versprochen, die Abschiebungen unter Trump zu beenden – und deportierte am Ende sogar mehr Menschen ohne Papiere als sein Vorgänger. Und die Liste ließe sich fortsetzen.</p>
<p> </p>
<p>Selbst als bereits offensichtlich war, dass er unfähig war, das Amt auszuüben, und er von seiner eigenen Partei als Präsidentschaftskandidat abgesetzt war, klammerte sich Biden weiter an sein Amt.</p>
<p> </p>
<p>Selbst nachdem die überwältigende Mehrheit der Wählerschaft die Demokraten abgewählt hatte, nutzte er seine Macht als Präsident, um offen Sabotage gegen den demokratisch gewählten Kandidaten Trump zu betreiben, und die USA an den Rand eines Krieges mit Russland zu treiben.</p>
<p> </p>
<p>Es wäre schwer, sich eine unverhohlenere Missachtung der Demokratie und des Willens der überwältigenden Mehrheit der US-Bevölkerung vorzustellen. Doch dieser Gangster und seine Clique gaben weiterhin vor, die Verteidiger der Demokratie gegen die angebliche Gefahr der Diktatur zu sein!</p>
<p> </p>
<p>Auch vieles andere, was Biden und seine Gang taten, war unendlich konterrevolutionärer, desaströser und ungeheuerlicher als irgendetwas, von dem Trump je geträumt hat. Das ist die Wahrheit. Und es gibt trotzdem Linke, die behaupten, es wäre vorzuziehen, wenn man die Demokraten gegen Trump unterstützt, „um die Demokratie zu verteidigen“!</p>
<p> </p>
<p>Unsere Aufgabe ist es nicht, uns an ein sinkendes Schiff zu klammern. Im Gegenteil – wir tun alles, um es zum Sinken zu bringen. Es ist nicht unsere Politik, Illusionen in die Liberalen und ihre sogenannte Demokratie zu säen, sondern sie als zynische Unwahrheit und Täuschung zu entlarven.</p>
<p> </p>
<p>Trotzki machte in <a href="https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1934/wohinfr1/wohin1.htm#zusa"><em>Wohin geht Frankreich?</em></a> klar, dass die Politik des „kleineren Übels“ nichts als ein Verbrechen und ein Verrat an der Arbeiterklasse ist: „Die Arbeiterpartei soll sich nicht mit hoffnungslosen Versuchen abgeben, diese Partei von Bankrotteuren zu retten, sie muss im Gegenteil aus Leibeskräften den Prozess der Befreiung der Massen vom Einfluss der Radikalen fördern.“ [Die Radikalen waren eine liberale Partei, die in den 1930er Jahren in Frankreich an der Macht war.]</p>
<p> </p>
<p>Das ist heute ein ebenso treffender Ratschlag. Im Kampf gegen die Trump-Reaktion dürfen wir uns in keiner Weise mit den bankrotten liberalen Demokraten assoziieren.</p>
<p> </p>
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Weg zur Arbeiterklasse</strong></h3>
<p> </p>
<p>Übergangsperioden wie die, in der wir uns gerade befinden, führen zwangsläufig zu Verwirrung. Wir werden immer wieder mit vielerlei neuen und komplexen Phänomenen konfrontiert sein, für die es keine klaren historischen Präzedenzfälle gibt.</p>
<p> </p>
<p>Um sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen, muss man sich jederzeit an den grundlegenden Prinzipien orientieren und darf sich nicht durch diese oder jene zufällige Entwicklung vom Kurs abbringen lassen. Das zentrale Element der gegenwärtigen Lage ist, dass die objektive Lage einerseits nach einer revolutionären Lösung schreit.</p>
<p> </p>
<p>Das Potenzial ist vorhanden. Andererseits gibt es aktuell keine Kraft, die stark genug wäre, um dieses Potenzial zu verwirklichen. Daher bleibt es – zumindest vorerst – eben nur ein Potenzial.</p>
<p> </p>
<p>Die Massen suchen verzweifelt nach einem Ausweg aus der Krise. Sie setzen einen Politiker nach dem anderen auf die Probe und decken rasch die Mängel aller bestehenden Organisationen auf. Das erklärt die allgemeine politische Instabilität, die sich in heftigen Schwankungen im Wahlverhalten ausdrückt – mal nach links, dann nach rechts, und wieder zurück.</p>
<p> </p>
<p>In der Abwesenheit einer revolutionären Führung bleibt das Feld offen für die verschiedensten seltsamen Abweichungen und Demagogen à la Trump.</p>
<p> </p>
<p>Solche Figuren können in kürzester Zeit aufsteigen und dem aufgestauten Zorn der Massen einen Ausdruck verleihen. Doch früher oder später scheitern sie an der Realität, und die Enttäuschung ebnet den Weg für eine neue Bewegung in die entgegengesetzte Richtung.</p>
<p> </p>
<p>Wer das rein negativ betrachtet, hat den Prozess völlig missverstanden. Die Massen sind verzweifelt und brauchen schnell Lösungen für ihre Probleme. Figuren wie Trump scheinen ihnen genau das zu versprechen.</p>
<p> </p>
<p>Wir müssen das verstehen und solche Bewegungen nicht einfach als “rechtsextrem” (ein ohnehin völlig nichtssagender Begriff) abtun. Natürlich gibt es in solchen Bewegungen immer reaktionäre Elemente. Aber die Tatsache, dass sie eine Massenbasis haben, bedeutet, dass sie auch innere Widersprüche enthalten.</p>
<p> </p>
<p>Wenn wir einen Weg zu den Arbeitern finden wollen, egal in welchem Land, dann müssen wir sie nehmen, wie sie sind – nicht wie wir sie gerne hätten. Um einen Dialog mit den Arbeitern zu führen, müssen wir an ihrem aktuellen Bewusstseinsstand ansetzen. Jede andere Herangehensweise ist nichts als ein Rezept für Sterilität und Hilflosigkeit.</p>
<p> </p>
<p>Wer ernsthaft mit einem Arbeiter sprechen will, der Illusionen in Trump hat, kann nicht mit schrillen Verdammungen oder Faschismus-Vorwürfen anfangen. Wenn wir ihm aber aufmerksam zuhören, können wir bei vielen Punkten anknüpfen, bei denen Übereinstimmung besteht, und dann mit geschickten Argumenten nach und nach Zweifel daran säen, dass die Interessen der Arbeiterklasse wirklich von einem milliardenschweren Geschäftsmann vertreten werden können.</p>
<p> </p>
<p>Natürlich werden diese Argumente in der aktuellen Etappe nicht notwendigerweise Erfolg haben. Die Arbeiterklasse lernt im Allgemeinen nicht aus Diskussionen, sondern durch eigene Erfahrung. Und die Erfahrung mit einer neuen Trump-Regierung wird für viele Arbeiter eine äußerst schmerzhafte Lernkurve sein.</p>
<p> </p>
<p>Deshalb müssen wir gegenüber Trump-Wählern freundlich auftreten, allem zustimmen, dem wir zustimmen können, und ihnen dann geschickt die Grenzen des Trumpismus aufzeigen und für den Sozialismus argumentieren.</p>
<p> </p>
<p>Die Widersprüche werden früher oder später an die Oberfläche kommen. Trotzdem werden sich die Illusionen in Trump eine Weile halten.</p>
<p> </p>
<p>Wer sich den vielen ehrlichen Arbeitern gegenüber, die aus völlig verständlichen Gründen jetzt Trump unterstützen, nur feindselig und aggressiv verhält, erreicht gar nichts. Eine solche Herangehensweise ist völlig steril und kontraproduktiv.</p>
<p> </p>
<p>Die Geschichte kennt viele Beispiele von Arbeitern, die ihre ersten politischen Erfahrungen mit extrem rückständigen, ja sogar reaktionären Ansichten machten, nur um dann unter dem Einfluss der Ereignisse in die entgegengesetzte Richtung zu gehen.</p>
<p> </p>
<p>Zu Beginn der Russischen Revolution 1905 waren die Marxisten eine kleine, isolierte Minderheit. Die große Mehrheit der russischen Arbeiter war rückständig, gläubig und hatte Illusionen in den Zaren.</p>
<p> </p>
<p>Die überwältige Mehrheit der Arbeiter in St. Petersburg folgten anfangs dem Popen Gapon, der aktiv mit der Polizei zusammenarbeitete. Als die Marxisten Flugblätter verteilten, die den Zaren angriffen, wurden die Flugblätter oft zerrissen und die Revolutionäre oft von eben diesen Arbeitern zusammengeschlagen.</p>
<p> </p>
<p>Doch nach dem Massaker des Blutsonntags am 9. Januar verwandelte sich all das in sein Gegenteil. Die gleichen Arbeiter, die zuvor die Flugblätter zerrissen hatten, kamen nun zu den Revolutionären gelaufen und verlangten Waffen, um den Zaren zu stürzen.</p>
<p> </p>
<p>In den USA gab es ein weniger dramatisches, aber dennoch aufschlussreiches Beispiel: Farrell Dobbs. Dieser junge Arbeiter begann seine politische Laufbahn in den 1930er Jahren als überzeugter Republikaner.</p>
<p> </p>
<p>Doch durch die Erfahrung des Klassenkampfes wechselte er direkt von der rechten Republikanischen Partei zum revolutionären Trotzkismus und wurde zu einer der zentralen Figuren der Teamster-Rebellion in Minneapolis.</p>
<p> </p>
<p>In den kommenden stürmischen Klassenkämpfen in den USA werden wir viele solcher Beispiele sehen. Und einige der Arbeiter, die heute noch Trump oder ähnlichen Demagogen hinterherlaufen, können auf Grundlage der kommenden Ereignisse für das Banner der sozialistischen Revolution gewonnen werden.</p>
<p> </p>
<p>An der Oberfläche wirkt die Trump-Bewegung stabil, ja unzerstörbar. Doch das ist eine optische Täuschung. In Wahrheit ist sie extrem heterogen und voller Widersprüche. Früher oder später werden sie aufbrechen.</p>
<p> </p>
<p>Trumps liberale Feinde hoffen darauf, dass das Scheitern seiner Wirtschaftspolitik zu weit verbreiteter Enttäuschung führt und er seine Unterstützung verliert. So etwas vorherzusehen, ist keine Kunst. Die Zölle führen schon jetzt zu unvermeidbaren Gegenmaßnahmen. Diese müssen sich schließlich in Arbeitsplazverlusten und Werksschließungen in den betroffenen Branchen ausdrücken.</p>
<p> </p>
<p>Doch Prognosen über einen baldigen Niedergang der Trump-Bewegung sind verfrüht. Trump hat enorme Erwartungen und Hoffnungen bei Millionen Menschen geweckt, die zuvor völlig perspektivlos waren. Solche Illusionen sitzen tief. Sie sind stark genug, um eine ganze Serie von Erschütterungen und vorübergehenden Enttäuschungen zu überstehen.</p>
<p> </p>
<p>Es wird Zeit brauchen, bis der hypnotische Bann von Trumps Demagogie nachlässt. Doch früher oder später wird die Desillusionierung einsetzen – und je länger es dauert, bis die Arbeiterklasse erkennt, dass ihre Klasseninteressen nicht vertreten werden, desto heftiger wird die Reaktion ausfallen.</p>
<p> </p>
<p>Trump ist schon sehr alt geworden. Selbst wenn er einem Attentat entgeht, wird früher oder später die Natur ihre eisernen Gesetze durchsetzen. So oder so ist es unwahrscheinlich, dass er noch einmal für das Präsidentenamt kandidiert – selbst wenn sich die Regeln zu seinen Gunsten ändern ließen.</p>
<p> </p>
<p>Trumpismus ohne Donald J. Trump ist kaum vorstellbar. Gerade seine Persönlichkeit, sein unbestreitbares Talent als Massenführer und Meister der Demagogie ist der Kitt, der seine heterogene Bewegung zusammenhält. Ohne ihn werden die inneren Widersprüche, die in ihr schlummern, unweigerlich an die Oberfläche treten und zu internen Krisen und Spaltungen in der Führung führen.</p>
<p> </p>
<p>J.D. Vance scheint der wahrscheinlichste Nachfolger von Trump zu sein, doch er besitzt weder dessen immense Autorität noch dessen Charisma. Er ist jedoch ein kluger Mann, der sich – je nach Verlauf der Ereignisse – in die unterschiedlichsten Richtungen entwickeln kann. Was dabei herauskommt, ist nicht vorhersehbar.</p>
<p> </p>
<p>Ein bekanntes Gesetz der Mechanik besagt, dass jede Aktion eine gleich große und entgegengesetzte Reaktion erzeugt. Trump ist ein Meister der Übertreibung. Seine demagogischen Äußerungen kennen keine Grenzen. Alles ist „marvellous“, „tremendous“, „wonderful“, „enormous“ und so weiter. Und entsprechend wird die Enttäuschung, wenn sie kommt, ebenso gewaltig sein.</p>
<p> </p>
<p>An einem bestimmten Punkt wird seine Bewegung beginnen, sich entlang von Klassenlinien aufzuspalten. Sobald die Arbeiter sich von ihm abwenden, werden sich die fanatisierten kleinbürgerlichen Elemente wahrscheinlich den Embryo einer neuen, tatsächlich faschistischen oder bonapartistischen Organisation bilden.</p>
<p> </p>
<p>Aus diesem chaotischen Prozess heraus wird die Bewegung hin zu einer dritten Partei unaufhaltsam werden. Ihrer Natur nach wird sie zunächst widersprüchlich sein – keineswegs zwangsläufig links oder fortschrittlich. Doch die Ereignisse werden ihre eigene Logik entfalten.</p>
<p> </p>
<p>Viele Arbeiter, die sich an Trumps Experiment die Finger verbrannt haben, werden nach einer neuen Banner suchen, das ihren Zorn und ihren tief verwurzelten Hass auf die Reichen und das Establishment klarer widerspiegelt, der selbst nichts anderes ist als ein unreifes, instinktives Aufbegehren gegen das kapitalistische System selbst. Das wird sie mit voller Wucht nach links treiben.</p>
<p> </p>
<p>Es ist keineswegs abwegig anzunehmen, dass einige der kühnsten, engagiertesten und selbstlosesten Kämpfer der zukünftigen kommunistischen Bewegung in den USA genau aus jenen Arbeitern bestehen werden, die einst die Schule des Trumpismus durchlaufen haben und daraus die richtigen Lehren gezogen haben. Wie wir gesehen haben, gibt es für solche Entwicklungen zahlreiche historische Parallelen.</p>
<p> </p>
<p>Zum Abschluss sei eines klargestellt: Was ich hier skizziert habe, ist keine ausgearbeitete Perspektive, geschweige denn eine detaillierte Vorhersage der Zukunft. Um das zu leisten, bräuchte man nicht die marxistische Methode, sondern eine Kristallkugel – die leider noch nicht erfunden wurde.</p>
<p> </p>
<p>Auf der Grundlage aller mir verfügbaren Fakten habe ich eine vorläufige Einschätzung gegeben, die nicht mehr als eine begründete Annahme sein kann. Die gegenwärtige Situation ist eine extrem komplexe Gleichung mit vielen möglichen Lösungen. Erst die Zeit wird die Lücken füllen und uns die Antwort liefern.</p>
<p> </p>
<p>Die Geschichte wird uns noch viele Überraschungen bereiten. Nicht alle werden schlecht sein.</p>
<p></p>
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		<title>An DIE LINKE: Mit Klassenkampf gegen Aufrüstung und Sparpolitik! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Revolutionare Kommunistische Partei]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2025 09:45:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterbewegung]]></category>
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<p style="font-weight: 400;"><em>Erklärung der Anti-Militarismus-Konferenz (22. und 23. März) der RKP an die Genossinnen und Genossen der Partei DIE LINKE und ihre Bundestagsfraktion.</em></p>
<p style="font-weight: 400;">Der Wahlerfolg der Linkspartei zeigt, dass vor allem die Jugend – aber nicht nur sie – eine ernstzunehmende Opposition gegen Aufrüstung und Sparpolitik möchte. Gefragt ist Politik, die die Kriegstreiber und Kürzer am Sozialstaat und in den Betrieben nicht nur in Worten an den Pranger stellt, sondern gegen sie „auf die Barrikaden“ geht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ihr habt einen kämpferischen Ton im Wahlkampf angeschlagen und einen Wunsch von Millionen Menschen offengelegt: Endlich muss eine gesellschaftliche Opposition entstehen, die den Kampf auf der Straße, in den Stadtteilen, Betrieben und DGB-Gewerkschaften organisiert. Dank der Stimme und der Unterstützung von Millionen von Menschen könnt ihr eine Bewegung gegen Sparpolitik, Deindustrialisierung, Aufrüstung und Kriegsvorbereitungen anstoßen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Das Parlament ist eine nützliche Bühne, um die Politik der herrschenden Klasse anzuprangern und die gesellschaftliche Opposition zu mobilisieren. Aber die Interessen der „99 Prozent“ lassen sich nicht mit parlamentarischen Reden und Anfragen oder durch die Zusammenarbeit „mit allen Demokraten“ durchsetzen. Die Kapitalistenklasse und ihr Staat geben nur her, was die Arbeiterbewegung ihnen im Klassenkampf abringt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Auf das Zerwürfnis zwischen dem US-Imperialismus und den europäischen Mächten antworten die Herrschenden in Europa mit Aufrüstung. Auch sie wollen bei der räuberischen Neuaufteilung der Welt nicht leerausgehen. Sie wollen die EU zur Militärmacht machen, an deren Spitze ein kriegsfähiges Deutschland steht. Dafür wollen CDU/CSU, SPD und Grüne ein 500 Mrd. Euro „Sondervermögen“ beschließen und die Schuldenbremse für Aufrüstung nicht mehr gelten lassen. Sie garantieren den Aktionären der (Rüstungs-)Industrie unbegrenzte Profite.</p>
<p style="font-weight: 400;">Den bürgerlichen Politikern, den Banken und Konzernen können wir unsere Sicherheit nicht anvertrauen. Diese Kriegstreiber kaufen jetzt Panzer und Bomben. Sie exportieren Waffen und entsenden Soldaten in alle Welt. Sie befeuern den Ukrainekrieg und Israels Völkermord. Gleichzeitig wollen sie die Jugend hierzulande zu Kanonenfutter machen und setzen mit dem „Operationsplan Deutschland“ Kriegsvorbereitungen gegen Russland in Gang.</p>
<p style="font-weight: 400;">Für diese imperialistische Großmachtpolitik soll die Arbeiterklasse bezahlen. Mit anti-russischem und anti-muslimischen Chauvinismus und mit Kriegsangst wollen sie Patriotismus erzeugen und unseren Geldbeutel locker machen. CDU/CSU, SPD und Grüne laden zusammen mit den Unternehmerverbänden, unterstützt von der AfD, die Kosten für Krise und Krieg auf die Arbeiterklasse und Jugend ab.</p>
<p style="font-weight: 400;">Sie verlangen Opferbereitschaft von uns, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt hätten und die „Friedensdividende“ aufgebraucht sei. Das ist eine Lüge. Die Krise des Kapitalismus in Deutschland haben die Kapitalisten, ihre Politiker und ihre Regierungen zu verantworten. Was wir erleben, ist die Entfesselung der Krise dieses Systems in pure Barbarei. Sie zerstören alles, was ein halbwegs zivilisiertes Leben möglich macht.</p>
<p style="font-weight: 400;">In eurem Beschluss vom 1. März streckt ihr „allen demokratischen Parteien“ eure Hand entgegen. Dabei sind sie es, die die Aufrüstung und den Militarismus in Deutschland und der EU vorantreiben. So werdet ihr die in eurem Wahlprogramm formulierten Ziele nicht erreichen: sozialer Ausgleich, Vergesellschaftung und Konversion der Rüstungsindustrie, Stopp der Aufrüstungsspirale und der Waffenlieferungen oder den Abzug der Bundeswehr aus dem Ausland.</p>
<p style="font-weight: 400;">Indem ihr diesen Handlangern von Tod und Ausbeutung eure Hand reichen wollt, macht ihr euch zu deren Feigenblatt. Aber die Linkspartei wurde gewählt, damit sie gegen die Politik der Reichen und Imperialisten „auf die Barrikaden“ geht – nicht für friedfertige Zusammenarbeit mit CDU/CSU, SPD und Grüne.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wer sich für die Aufhebung der Schuldenbremse im Parlament einsetzt, aber nicht den Kampf gegen Sparpolitik und Aufrüstung in den Betrieben, Stadtteilen, Bildungseinrichtungen und Gewerkschaften organisiert, der gibt der kommenden Regierung – allem mündlichen Protest zum Trotz – einen Freifahrtschein für Militarismus und Umverteilung von unten nach oben.</p>
<p style="font-weight: 400;">Sozialisten und Kommunisten wollen der imperialistischen Barbarei ein Ende setzen. Wir sind Teil der Arbeiterbewegung und müssen ihre Speerspitze werden. Die Führungen von SPD und DGB-Gewerkschaften haben längst vor dem bürgerlichen Staat und den Unternehmerverbänden kapituliert. Wollt auch ihr diesen Weg weiter gehen?</p>
<p style="font-weight: 400;">Es ist offensichtlich, dass der Reformismus und die Sozialpartnerschaft jede unabhängige Bewegung der Arbeiterklasse und Jugend gehemmt und in Niederlagen geführt haben. Die Arbeiterbewegung braucht deshalb eine Stimme und organisierende Kraft, die sie aus dieser Sackgasse führt und den Klassenkampf wiederbelebt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Linkspartei wurde gewählt, weil sie die Hoffnung nach einer gesellschaftlichen Bewegung gegen die Politik der Reichen geweckt hat. Nehmt diesen Auftrag ernst und organisiert diese Bewegung. Wir werden jeden Schritt in diese Richtung unterstützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wir, die Revolutionäre Kommunistische Partei, werden als Teil einer solchen Massenbewegung mit unserem Programm mitkämpfen:</p>
<ul>
<li>Wir sind kein Kanonenfutter! Kein Mensch und kein Cent für die imperialistischen Interessen und Kriege Deutschlands, der NATO und der EU. Keine Unterstützung für den Ukrainekrieg! Keine Unterstützung für Israels Völkermord! Keine Vorbereitungen auf Krieg mit Russland! Alle Truppen zurückholen und alle Waffenexporte einstellen!</li>
<li>Nein zu Kürzungspolitik und zur Verschuldung für Aufrüstung. Wir führen den Kampf nicht allein im Parlament oder vor dem Verfassungsgericht. Wir setzen uns ein für eine Protest- und Streikbewegung in den Unis, Schulen, Betrieben und im DGB!</li>
<li>Enteignet die Banken und Konzerne. Konfisziert den Reichtum der Milliardäre und Millionäre. Dann sind Investitionen möglich in gutbezahlte und sichere Arbeitsplätze, in neue klimafreundliche Produktionsanlagen, in den Ausbau von Infrastruktur, in Krankenhäuser, Schulen, Kitas, Unis.</li>
<li>Gegen Militarismus und Aufrüstung kämpfen heißt gegen Imperialismus und Kapitalismus kämpfen. Unser Ziel ist eine sozialistische Planwirtschaft unter Kontrolle und Verwaltung der Arbeiterklasse – der großen Mehrheit der Werktätigen und der Jugend.</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Es ist an der Zeit, eine Offensive der Organisierung und der Mobilisierung zu starten. Die Arbeiterklasse und Jugend Griechenlands, Serbiens und Spaniens gehen schon jetzt zu Millionen gegen Kürzungspolitik auf die Straße und zeigen mit Generalstreiks ihre gesellschaftliche Macht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Lasst uns ihnen die Hand ausstrecken, denn wenn auch wir hierzulande einen solchen Schritt machen, dann wird eine Welle der Inspiration durch Europa und die Welt gehen. Wenn wir hier die Kriegs- und Profitmaschinerie aufhalten, dann wird der Militarismus weltweit einen schweren Schlag erleiden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Unsere Tradition sind Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht: Der wahre Weg zum Frieden heißt Klassenkampf und Internationalismus! Wir stehen vor der Wahl: Sozialismus oder Barbarei!</p>
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		<title>Bundestagswahl: Merz übernimmt sinkendes Schiff</title>
		<link>https://derkommunist.de/bundestagswahl-merz-uebernimmt-sinkendes-schiff/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Feb 2025 18:07:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Friedrich Merz (CDU) wird der nächste Kanzler. Am Wahlabend erklärte er: Bis Ostern soll eine Regierung stehen, denn sein Auftrag sei es Europa zu einigen, alles warte auf Führung aus [&#8230;]</p>
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									<p><span data-contrast="auto">Friedrich Merz (CDU) wird der nächste Kanzler. Am Wahlabend erklärte er: Bis Ostern soll eine Regierung stehen, denn sein Auftrag sei es Europa zu einigen, alles warte auf Führung aus Deutschland. Merz soll der „europäische Kanzler“ werden, der sich den USA, Russland und China entgegenstellt und die EU, wie es im SPIEGEL gewünscht wird, zur „Großmacht“ ausbaut.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Doch diese Aufgabe wird sich als Unmöglichkeit erweisen. Die nächste Regierung wird schwach und unbeständig sein – mehr noch als die Ampel. Schließlich ist der deutsche Kapitalismus im scharfen Niedergang, denn die Grundlagen seiner Stärke sind unwiederbringlich dahin.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Pyrrhussieg der CDU</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Merz wird sein Amt als unbeliebtester Kanzler jemals aufnehmen. Er ist bereits nur halb so „beliebt“ wie Olaf Scholz (SPD) bei dessen Amtsantritt 2021. Laut Politbarometer sprachen sich gerade mal 32% für Merz aus. Auch das Wahlergebnis der CDU/CSU (28,5%) ist kein Ausdruck ihrer Stärke, es ist das zweitschlechteste Ergebnis in der Geschichte der Partei – nur 4,4% mehr als 2021.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die rassistische Migrationsfrage, die in den letzten Wochen erneut, wie die Sau durchs Dorf gejagt wurde, spaltet und polarisiert die Massen sehr. Friedrich Merz wollte markieren, dass die Merkel-Ära der CDU nun endgültig überwunden ist und die CDU einen offen rassistischen Kurs fährt. Dafür inszenierte er kurz vor der Wahl die Abstimmung im Bundestag über die Einschränkung der Migration. Die FDP stimmte mit CDU und AfD dafür, aber das rettete sie nicht mehr.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die Grünen und SPD spielten die Empörten, aber daraus konnten sie keinen Profit schlagen. Das Mistrauen und die Ablehnung gegen beide Parteien sitzen tief. Diese Wahl hat die Ampelparteien abgestraft (SPD 16,4%; Grüne 11,6%; FDP 4,6%). Was wir nach der Bundestagswahl 2021 gesagt haben, hat sich bewahrheitet: Die „Fortschrittskoalition“ hat alle ihre Versprechen gebrochen und so dafür gesorgt, dass der Niedergang der CDU zeitweilig gebremst wurde und die AfD jetzt deutlich gestärkt ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Der Versuch von Merz, die AfD mit den eigenen Mitteln zu schlagen, hat der CDU aber nichts gebracht, sie fiel deutlich hinter die eigenen Umfragewerte zurück. Vor allem hat Merz den Erfolg der AfD zementiert, die mit 20,8% der Stimmen die eigentliche Gewinnerin der Wahl ist. Ihre Inszenierung als unbeugsame Anti-Establishment Partei trägt immer mehr Früchte, weil die Massen nicht nur die Ampelpolitik ablehnen, sondern auch die der Großen Koalitionen (CDU und SPD) davor.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p>Auch die Partei Die Linke, die 8,8% der Stimmen erhielt, konnte dadurch ein überraschendes Comeback feiern. Sie ist nun die stärkste Kraft unter jungen Menschen und hat die Wahlen in Berlin gewonnen. Auch wenn Die Linkspartei mit ihrem Programm weit davon entfernt ist, eine antikapitalistische Alternative zum Establishment und zur AfD zu bieten, hat sie davon profitiert, dass sie an die kämpferische Energie anknüpfen konnte, mit der Hunderttausende gegen Merz und die AfD demonstriert haben. Die Linkspartei wird als eine kämpferische Partei wahrgenommen, die sich gegen den offenen Rassismus der etablierten Parteien und die brutale Sparpolitik in Berlin wendet. Damit konnte sie an die Sorgen eines großen Teils der jungen Menschen anknüpfen: Angst vor sinkendem Lebensstandard, Krieg, Klimakatastrophe und dem Aufstieg der Rechten. Ob die energische Mobilisierung rund um den Wahlkampf der Partei sich in einer radikaleren Opposition gegen die künftige Regierung niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.</p><p><span data-contrast="auto">Das Bündnis Sahra Wagenknecht hat es nach vorläufigem Ergebnis (4,97%) nicht ins Parlament geschafft, ihr fehlen ca. 12.000 Stimmen. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass sie doch noch einziehen werden, dann wird Merz eine dreier Koalition bilden müssen, was eine enorm instabile Regierung aus CDU, SPD und Grüne erfordern würde. Aber auch die sich nun abzeichnende Koalition aus CDU und SPD wird unter dem Druck der globalen Krise und des Klassenkampfes paralysiert sein.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Am Ende dieser Legislaturperiode, wie lange sie auch dauern mag, werden sich beide Parteien massiv abgewirtschaftet haben und wenn es keine Kraft gibt, die glaubwürdig für die Interessen der Arbeiterklasse und Jugend kämpft, dann könnte die AfD in der nächsten Bundestagswahl stärkste Kraft werden. Jetzt ist die CDU wieder an der Reihe, die Krise der bürgerlichen Demokratie, der staatlichen Institutionen und der Wirtschaft zu vertiefen. Gelegenheiten dazu wird Merz zu genüge haben, denn sein Programm hat keine Lösungen für die Probleme unserer Zeit.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Der Trump-Schock</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Donald Trump hat die schützende Hand der USA von Europa weggezogen und zeigt den deutschen Kapitalismus vor aller Welt in nackter Pracht: verkümmert, gebrechlich und verängstigt. Schon Joe Biden entriss der herrschenden Klasse Deutschlands das linke Standbein, als er Nord Stream zerstören ließ. Trump nimmt ihr das andere, in dem er die „transatlantische Freundschaft“ zerreißt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Ohne florierende Industrie und ohne funktionierende NATO ist der deutsche Imperialismus ein Zwerg unter Zwergen in der verstrittenen europäischen Gemeinschaft kleinwüchsiger altersschwacher Nationen. So beginnt nun das Endspiel der EU: Ohne starkes Deutschland keine handlungsfähige EU. Ohne handlungsfähige EU kein Deutschland, das Gewicht in den internationalen Beziehungen hat.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die EU büßt ihre Rolle als imperialistischer Faktor ein. Eine neue Weltordnung entsteht, in welcher Deutschland und mit ihr die EU von der globalen Krise des Kapitalismus und dem Kampf zwischen den imperialistischen Mächten USA, China und Russland zerrissen wird. Keine Macht der Welt kann diesen Prozess mehr aufhalten, schon gar nicht die Kleingeister, die jetzt nach dem Ruder der Regierung greifen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Alles fürs Militär</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Merz ist gezwungen, die neue Realität anzuerkennen, dass „diesem Teil der Amerikaner, dieser Regierung, das Schicksal Europas weitgehend gleichgültig ist“. Die Trump-Regierung hätte nicht anders als Russland in den Wahlkampf eingegriffen. Für den Kanzler in spe gilt, die EU müsse militärische Unabhängigkeit von den USA erlangen. Schließlich sei nicht einmal klar, ob die NATO „in ihrer gegenwärtigen Verfassung“ noch existieren wird.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Robert Habeck (Grüne), der am Tag nach der Wahl seine Politikerkarriere an den Nagel gehängt hat, erklärte am Abend davor verzweifelt, dass nun „Unsummen von Geld“ gebraucht würden, um den militärischen und ökonomischen Rückstand zu den USA aufzuholen. Das alles sei von den US-Tech-Giganten kontrolliert, die jetzt eng mit Donald Trump sind, was „uns gerade zu bindet und fesselt“ – beinahe wäre ihm der Freud’sche Versprecher „knechtet“ unterlaufen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Scholz mahnt seine Kollegen, dass ein „Konsens“ eingehalten bleiben müsse: „Das Ende der NATO einleiten, dass sollten wir nicht unterstützen.“ Und auch Merz ist die Vasallentreue zu den USA nicht ausgetrieben. Seine Hoffnung liegt darin, Trump in der NATO „an Bord halten“ zu können. Dafür müsse Deutschland im Juni beim NATO-Gipfel glaubhaft machen, dass es „zwei plus X Prozent vom BIP“ für Aufrüstung ausgeben wird, so Jens Spahn (CDU). Merz sieht auch 5% als möglich an – ganz im Sinne Trumps.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Aber Trump setzt diese Messlatte an, weil er die USA aus Europa zurückziehen und den Artikel 5 (Bündnisfall) der NATO aufgeben will. Das zeigt sich an seinen Ideen in Bezug auf eine „Friedenssicherung“ nach dem Ukrainekrieg, die nach Trump durch europäische Truppen erfolgen solle. Für sie soll der Artikel 5 nicht gelten, wenn es nach Trump geht.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Bankrott des „Westens“</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Der Ukrainekrieg ist der unmittelbarste Schauplatz auf dem die liberale, transatlantische Elite aus CDU, Grüne, FDP und dem SPD-Apparat ihren Überlebenskampf gegen die neue Weltordnung führt. Ihr gesamtes Weltbild bricht zusammen. </span>Die Ukraine steuert auf eine unmittelbare Niederlage zu. Jetzt geht Trump über die Köpfe der Europäer hinweg, um den Frieden auszuhandeln, denn die Verlängerung des Krieges ist für den US-Imperialismus nicht von existenziellem Interesse.</p><p><span data-contrast="auto">Das europäische Establishment wiederum will den Ukrainekrieg bis zu einem Siegfrieden führen, denn eine Niederlage der Ukraine ist auch eine Niederlage der EU, der NATO und der „westlichen Wertegemeinschaft“. Sie können sich diese vollständige Bankrotterklärung vor aller Welt nicht leisten – vor allem nicht vor der europäischen Arbeiterklasse und Jugend.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die europäischen Transaltantiker fassen den Ukrainekrieg bereits als Weltkrieg auf, weil er eine neue Weltordnung ans Tageslicht bringt: Das Kräfteverhältnis zwischen USA, Russland, China und Europa hat sich massiv verschoben. Der Ukrainekrieg hat die offenkundige Aufteilung Europas unter diesen Mächten in Gang gesetzt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Ukrainisches Blut</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Deshalb hofft Merz darauf, dass der Alleingang der Trump-Regierung im US-Kongress aufgehalten wird und der Ukrainekrieg weiter geht – mit Unterstützung der USA. Die EU ist nicht in der Lage, den Krieg auf eigene Faust zu finanzieren und die ukrainische Armee zu versorgen. Deshalb suchen die europäischen Transatlantiker nach gewichtigen Argumenten, um Trump zu überzeugen. Noch-Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ließ durchscheinen, dass es EU-Pläne gibt, 700 Milliarden Euro für diesen Krieg zu mobilisieren.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Aber Trumps Haltung dazu ist klar: Wenn die Ukraine und die EU sein Verhandlungsergebnis mit Russland nicht akzeptieren, dann müssen sie ohne die USA den Fleischwolf am Laufen halten. Merz hat wiederum seine Haltung zu Krieg ohnehin deutlich gemacht: „Freiheit ist wichtiger als Frieden.“ Er ist nach wie vor dafür, Taurus-Marschflugkörper zu liefern und den Krieg mit Milliarden zu finanzieren.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Nur eins ist Merz, Scholz, Habeck und Co. wichtig: Die Ukrainer sollen weiterkämpfen, für „unsere Demokratie“ und „unsere Freiheit“. Hinter dem moralischen Schleier, dass nicht über die Köpfe der Ukrainer hinweg entschieden werden dürfe, wie der Krieg ende, steckt das kalte Interesse der deutschen und europäischen liberalen Elite, die Einflusssphäre der EU mit ukrainischem Blut zu erkaufen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die deutsche Elite zusammen mit ihren Freunden in Paris, London und Warschau sind bereit, das Blutvergießen weiterzuführen. Doch nicht der Selbstbestimmung und Souveränität der Ukraine willen. Scholz sagt, dass die EU am meisten für die Ukraine gemacht habe und deshalb auch eine Rolle spielen soll in der Entscheidung über das Schicksal der Ukraine. Schließlich würde „dort nichts funktionieren ohne uns“.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Es ist nicht nur Trump, der aus der Investition in den Ukrainekrieg einen Profit schlagen will, in dem er versucht, sich die ukrainischen Rohstoffe unter den Nagel zu reißen. Auch die EU und allen voran Deutschland wollen ihren Teil vom ukrainischen Kuchen haben und ihre Einflusssphäre gegenüber Russland mit ukrainischem Blut erkaufen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Dabei verlieren die Transatlantiker jedoch jegliche Haftung mit der Realität: Biden zwang sie gegen ihren Willen in den Ukrainekrieg. Jetzt wo dieser offenkundig verloren ist, wollen sie diesen Krieg nicht beenden. Während ihnen das Geld für Industrie, Infrastruktur und Sozialstaat entflieht, wollen sie noch mehr Geld für einen sinnlosen Krieg verbrennen. Das wird wiederum an der Heimatfront den Klassenkampf schüren.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Aufstieg der AfD</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Der nächste Schauplatz im Überlebenskampf ist in Deutschland selbst: Er wird um die Kontrolle des Staatsapparates und der politischen Orientierung ausgetragen. Die Krise der „westlichen Wertegemeinschaft“ findet ihr Spiegelbild im Inneren: die Krise des Liberalismus. Der gesamten herrschende Klasse ist die transatlantische Vasallentreue in Fleisch und Blut übergegangen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Sie versucht die Quadratur des Kreises, indem sie zwischen „Unabhängigkeit“ und Knechtschaft zum US-Imperialismus balancieren will. Aber ihre Zeit ist abgelaufen, die Grundlage der „transatlantischen Gemeinschaft“ existiert längst nicht mehr. Davor hat sie stets die Augen verschlossen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Umso mehr trifft sie ein weiterer Verrat der USA völlig unvorbereitet: Trumps Unterstützung der AfD. JD Vance hat die AfD bei der Münchner Sicherheitskonferenz verteidigt und der deutschen Elite attestiert, die größte Gefahr für die Demokratie zu sein. Elon Musk hat die AfD protegiert und auch Trump bedient sich der AfD. Die von den Liberalen als Kreml- und Anti-Amerika-Partei verschriene AfD entpuppt sich jetzt auch noch als unbewusstes Trojanisches Pferd der Trump-Regierung.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Für den Flügel der herrschenden Klasse der USA, der sich hinter Trump vereinigt hat, ist die Unterstützung reaktionärer nationalistischer Parteien in Europa ein weiterer Hebel, die Uneinigkeit der EU zu fördern, sie zusätzlich zu lähmen, um die besten Deals in unilateralen Verhandlungen herauszuschlagen. Mit ihrer Anti-EU-Haltung wird die AfD, so wie alle anderen rechten Anti-EU-Parteien, die Zentrifugalkräfte der EU verstärken. Das wird die Neuaufteilung Europas unter den USA, China und Russland beschleunigen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Um ihre Macht im Staatsapparat und in Europa fürchtend beschwört die CDU jetzt die Notwendigkeit zusammenzustehen. Spahn mahnt wiederholt, dass die SPD und die Grünen bereit sein müssen, das Programm der CDU uneingeschränkt mitzutragen, weil sonst die AfD nicht aufgehalten werden könne. Insbesondere die SPD macht sich bereit der CDU diesen Dienst zu erweisen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Aber damit werden sie der AfD nicht schaden und ihre Kontrolle über den Staatsapparat nicht mehr lange gegen die AfD verteidigen können. Im Gegenteil, indem sie die Politik der AfD in der Migrationsfrage kopieren, gleichzeitig die gesamte Krisenlast auf die Arbeiterklasse abwälzen und in der Kriegsfrage für noch mehr Ängste sorgen werden, wird die AfD noch mehr Zuspruch erhalten. Deren Anti-Establishment-Demagogie fruchtet, weil die Transatlantiker jahrzehntelang das Land heruntergespart haben und das Leben für die Massen immer härter wird.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Germany first</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Seine Wurzeln findet dieser Überlebenskampf der transatlantischen Elite in der Krise des Kapitalismus. Alle herrschenden Klasse wollen ihre wirtschaftlichen Probleme und den drohenden Klassekampf auf die anderen Länder abwälzen – allen voran das US-Kapital. Wenn die USA als mächtigster Imperialist auf „America first“ setzt, d.h. auf Wirtschaftsnationalismus, dann müssen alle anderen nachziehen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Auch für Deutschland gilt immer mehr „Germany first“, d.h. staatliche Subventionen für die eigenen Banken und Konzerne. In der EU ist diese Tendenz bereits in der Energiekrise 2022 offengelegt worden. Die deutsche Herrschende Klasse setzte vor allem darauf die eigene Wirtschaft zu retten, mit dem sogenannten 200 Mrd. Euro „Doppel-Wumms“ von Olaf Scholz. Jetzt in der Industriekrise Europas versucht die herrschende Klasse, erneut nur die eigene Wirtschaft zu retten, sie blickt allein auf die Deindustrialisierung Deutschlands sowie die eigene Haushaltskrise.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die herrschende Klasse kann hierfür bereits nicht das nötige Geld mobilisieren. Dafür müsste sie sowohl die Schuldenbremse auflösen – sehr gut möglich, dass dies in dieser Regierungsperiode passiert – als auch massive Kürzungen am Sozialstaat durchsetzen. Gleichzeitig widersetzt sich Deutschland einer gemeinsamen Verschuldung der EU und fordert eine geringe Staatsverschuldung der anderen Mitglieder. So steht es einer gemeinsamen europäischen Anstrengung im Weg.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Gerade die kommende Merz-Regierung wird auf noch mehr Wirtschaftsnationalismus setzen, so die Einheit der EU weiter untergraben und die gesamte EU wirtschaftlich beschädigen. Doch genau das steht im direkten Widerspruch zu den Profitinteressen des deutschen Kapitals, die wachsenden Freihandel und eine geeinte EU brauchen. Merz wird auf diesen Widerspruch keine Antwort finden und die Hoffnungen seiner europäischen Kollegen, ein „europäischer Kanzler“ zu sein, enttäuschen. Unter seiner Führung werden die Zentrifugalkräfte der EU erstarken.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Weil diese Krise aber vor allem auf dem Rücken der Arbeiterklasse und Jugend durch Sparpolitik ausgetragen werden wird, wird die Polarisierung in Deutschland und Europa wachsen. Die Betonung der „deutschen Interessen“ wird gerade die rechten Elemente der Elite an die Spitze der bürgerlichen Parteien befördern. Und weil die AfD unter dem Anti-Establishment-Deckmantel an Stärke gewinnt, wird der rechte Flügel der CDU eine offene Anbiederung an die AfD suchen. Merz wird eine noch rechtere CDU hinterlassen. Diese Entwicklung wird den Klassenkampf entfesseln – in Deutschland und Europa.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Krise des Reformismus</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Schuld für den Aufstieg der AfD und die soziale Krise trägt in letzter Konsequenz der Reformismus. Der Versuch von SPD, DGB-Gewerkschaften und der Linkspartei, die Krise des Kapitalismus „verantwortungsvoll“ mit den Bossen zu managen, hat uns erst in diese Situation geführt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die Sozialpartnerschaft der Gewerkschaftsspitze und die Integration der Spitzen von SPD und der Linkspartei in den Staatsapparat haben die Arbeiterbewegung in eine Sackgasse geführt, sie entwaffnet und der Kürzungspolitik, der Inflation, der Deindustrialisierung und Kriegstreiberei ausgeliefert.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die SPD zahlt hierfür ihren Preis. Scholz hat die Partei in die schwerste Niederlage seit 1887 geführt. Aber gelernt hat die SPD-Führung nichts. Sie läuft sich zum Juniorpartner der CDU warm. Ihre Rolle soll es sein, die Gewerkschaften einzubinden und die Sparpolitik der kommenden Regierung durchzusetzen. Spahn hat schon verdeutlicht, dass Gespräche mit den Gewerkschaftsspitzen laufen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die Führung der DGB-Gewerkschaft hat sich schon im vorauseilenden Gehorsam auf diese Rolle eingestellt. Bei der jüngsten Tarifverhandlung mit der Deutschen Bahn hat die EVG-Spitze eine jämmerliche Lohnerhöhung von 6,5% auf 33 Monate „ausgehandelt“, ohne auch nur einmal die Kampfkraft der Eisenbahner zu zeigen. Ihre Begründung: Merz will die DB zerschlagen, deshalb sollte der Abschluss vor Regierungsübernahme der CDU erfolgen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die Gewerkschaftsführung kuscht vor einer Auseinandersetzung mit dem Kapital und ihrer Regierung. Auch die Verhandlungen bei VW haben bereits diesen Ton gesetzt. Aber die Drohung der CDU ist nur der Anfang eines gewaltigen Sparpakets, das die Arbeiterklasse zu zahlen haben wird, wenn sie sich nicht wehrt. Merz wird die Krise der deutschen Wirtschaft verschlimmern und die Gewerkschaften haben keine Antwort auf diese Situation.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p>Diese Wahl zeigt jedoch, dass es in der Jugend bereits eine massive Opposition gegen das Establishment und den rechten Flügel gibt. Die Linkspartei ist die erste Partei unter den 18- bis 24-Jährigen, mit mehr als 25% der Stimmen. Bei den jungen Frauen ist dieser Anteil sogar noch höher. Der Kampf gegen die Sparpolitik, die zukünftige Regierung und die AfD kann nur gewonnen werden, wenn er die Jugend mit der Arbeiterklasse vereint.</p><p>Die Führung der Linkspartei wird durch die Ereignisse gnadenlos auf die Probe gestellt werden. Ihre Wähler und Mitglieder werden nun sehen wollen, <span data-contrast="auto">ob sie mehr sein kann als nur eine verbale Opposition auf TikTok und im Parlament. Über die letzten 10 Jahre war sie durchweg eine Bremse im Klassenkampf, was die Linkspartei in ihre tiefe Krise stürzte. Ihr Programm und Spitzenpersonal spricht dafür, dass sie diese Rolle nicht hinter sich gelassen hat. Chancen, das Gegenteil zu beweisen, wird ihr Merz mehr als genug geben.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><h3><b><span data-contrast="auto">Jugend in die Offensive!</span></b><span data-ccp-props="{}"> </span></h3><p><span data-contrast="auto">Der Todeskampf, den die herrschende Klasse in Deutschland führt, ist die Folge der globalen kapitalistischen Krise und der zugespitzten imperialistischen Konkurrenz. Im Kapitalismus gibt es keine Lösung im Interesse der Arbeiterklasse und Jugend. Für sie gibt es keinen Grund, die Ordnung zu verteidigen, die jetzt im Untergang begriffen ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Das Wahlergebnis der 18- bis 24-Jährigen zeigt, dass der Ausschlag der Polarisierung hier am weitesten nach links ausfällt. In der Jugend gibt es den Drang gegen soziales Elend, gegen steigende Mieten und Arbeitslosigkeit, gegen Inflation und Deindustrialisierung, gegen Rassismus und Krieg zu kämpfen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Dieser Kampf muss sich aber gegen den Kapitalismus richten, damit er von Erfolg gekrönt sein kann. Der Blick in die USA, nach Österreich und gerade nach Ostdeutschland zeigt: Den Kampf gegen die Rechten und die ganzen Übel des Kapitalismus kann man nicht gewinnen, wenn man den Transatlantikern und Liberalen hinterherrennt. Die CDU, die Grünen, die FDP und auch die Spitze der SPD sind unsere Feinde, genauso wie die AfD.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Um den Aufstieg der Rechten zu beenden, kommt es jetzt darauf an, den Klassenkampf gegen die kommende erratische Merz-Regierung zu organisieren. Sie wird versuchen, die gesamte Krisenlast, Aufrüstung, Deindustrialisierung und den Ukrainekrieg auf die Arbeiterklasse abzuwälzen. Aber diese Regierung wird keine starke sein. Wenn sie als solche erscheint, dann nur, weil die Organisationen der Arbeiterklasse noch nicht kämpfen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Aber jeder Versuch der kommenden Regierung den Massen einen Schlag zu versetzen, wird die Möglichkeit einer sozialen Explosion nach sich ziehen. Der Klassenkampf ist die notwendige Folge der aktuellen Krise. Es kommt darauf an, sich drauf vorzubereiten. Statt zu versuchen, die Polarisierung aufzuhalten, wie es BSW, Linkspartei und SPD tun, sollten wir diese Entwicklung als Ausdruck einer tieferen Notwendigkeit begreifen: Der Kapitalismus ist überreif, er muss gestürzt werden.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die sozialistische Revolution reift mit jedem Tag heran, deshalb sind wir optimistisch. Die Polarisierung nach links in der Jugend ist ein wesentlicher Schritt in diesem Prozess, der das Erwachen der Arbeiterklasse vorwegnimmt. Wir wollen diese Chance nutzen, um mit diesem Teil der Jugend die Grundlage dafür zu legen, eine revolutionäre Führung in der Arbeiterbewegung aufzubauen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Die herrschende Klasse wünscht sich einen europäischen Kanzler, den sie nicht bekommen wird. Stattdessen wird sie den Sturm ernten, den sie mit ihren Taten sät. Dieser Sturm wird die europäische Revolution sein. Hilf mit, diese Perspektive zum Erfolg zu führen und bau mit uns die RKP auf.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p><p><span data-contrast="auto">Wir wollen eine echte revolutionäre und klassenkämpferische Opposition in Betrieben und auf der Straße schaffen, um Merz und Co., die AfD und den Kapitalismus zu bekämpfen und zu besiegen. Das ist es, was es jetzt braucht.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>								</div>
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		<title>Leitartikel – Der Kommunist Nr. 9: Deutschlands Niedergang hält kein Kreuz auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Kutschera]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2025 11:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Elon Musk wolle, so SPD-Chef Lars Klingbeil, Deutschland ins Unheil stürzen. Der Tech-Milliardär und Berater des US-Präsidenten Donald Trump versuche „nichts anderes als Wladimir Putin“. Musk hatte sich in einem [&#8230;]</p>
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									<p style="font-weight: 400;">Elon Musk wolle, so SPD-Chef Lars Klingbeil, Deutschland ins Unheil stürzen. Der Tech-Milliardär und Berater des US-Präsidenten Donald Trump versuche „nichts anderes als Wladimir Putin“. Musk hatte sich in einem Gastbeitrag in der „Welt“ für die AfD als letzte Hoffnung Deutschlands angesichts der Bundestagswahl am 23. Februar ausgesprochen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Klingbeil erklärte mit Blick auf das russische Staatsoberhaupt: „Beide wollen unsere Wahlen beeinflussen und unterstützen gezielt die Demokratiefeinde der AfD. Sie wollen, dass Deutschland geschwächt wird und ins Chaos stürzt.“</p>
<p style="font-weight: 400;">Einen weiteren Aufschrei der bürgerlichen Öffentlichkeit provozierte das Live-Interview Musks mit der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel auf dessen Plattform X. Sogar die EU-Kommission ermittelt, ob der Milliardär die Reichweite des Streams manipuliert hat, um Einfluss auf die Wahl zu nehmen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Warum die Empörung? Es ist Alltag in der Diktatur der Reichen, dass Medienunternehmen Kandidaten interviewen – und auch selbst darüber entscheiden, wem sie eine Plattform geben und Wahlempfehlungen für die Kandidaten aussprechen, die deren Interessen als Produktionsmittelbesitzer am besten vertreten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Auch direkt nehmen Kapitalisten Einfluss auf die Entscheidungen in der Politik, etwa durch Bestechung mit Spenden und Aufsichtsratsposten, ihre Lobbyorganisationen und Unternehmerverbände. Diese Verflechtung ist das Wesensmerkmal des bürgerlichen Staats und der parlamentarischen Demokratie.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Der große Bruder wendet sich ab…</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Was der herrschenden Klasse in Deutschland schlaflose Nächte bereitet, ist vielmehr der Fakt, dass ein Berater des US-Präsidenten sich deutlich gegen ihre Interessen ausspricht. Das drückt gewaltige Umwälzungen in den internationalen Beziehungen aus.</p>
<p style="font-weight: 400;">Donald Trump hat einerseits heftige Schutzzölle auf Importe in den USA angekündigt. Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Exportabnehmer Deutschlands. 1,2 Millionen Arbeitsplätze hierzulande hängen von diesem Geschäft ab laut einer Studie des Prognos-Instituts. Das entspreche 10% aller zwölf Millionen Stellen, die direkt und indirekt auf Ausfuhren angewiesen seien.</p>
<p style="font-weight: 400;">Andererseits fordert der neue US-Präsident, dass NATO-Länder 5% statt wie zuvor 2% ihres Bruttoinlandprodukts (BIP) für Rüstung ausgeben. In der Vergangenheit hatte Trump gedroht, bei zu geringen Militärausgaben eines NATO-Partners diesem im Bündnisfall nicht zur Seite zu stehen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Sowohl Trumps Protektionismus als auch dessen NATO-Politik sind ein Alptraum der Herrschenden in Deutschland. Seit ihrer Staatsgründung 1949 ist die Bundesrepublik auf die USA angewiesen. Freihandel mit und der militärische Schutz durch die Vereinigten Staaten waren die wesentlichen Faktoren für den Wiederaufstieg und Erfolg des deutschen Imperialismus. Die BRD diente den USA wiederum als Frontstaat gegen die Sowjetunion.</p>
<p style="font-weight: 400;">Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Zum einen war der Nachkriegsaufschwung die materielle Grundlage für die ökonomische und wirtschaftliche Unterstützung Deutschlands. Heute herrscht auf der ganzen Welt und in jedem Sektor eine Überproduktionskrise.</p>
<p style="font-weight: 400;">„America first“ heißt deswegen die Devise des US-Imperialismus, unabhängig von Trump. Auch dessen Vorgänger Joe Biden setzte schon auf protektionistische Maßnahmen wie beispielsweise den Inflation Reduction Act.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zum anderen hat sich nach dem Untergang der Sowjetunion und mit dem kapitalistischen Aufstieg Chinas der Schwerpunkt der USA zunehmend nach Fernost verlagert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Vor unseren Augen vollzieht sich ein Kampf um die Neuaufteilung der Welt, vor allem zwischen der Volksrepublik und den Vereinigten Staaten. Um darauf seine Kräfte zu bündeln, will Trump den Ukraine-Krieg möglichst schnell beenden.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>… und der kleine Bruder verfällt in Schockstarre</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Das ist der Hintergrund, vor dem sich die Bundestagswahl abspielt. Der deutsche Imperialismus muss sich in einer neuen Weltordnung zurechtfinden. Die Zeit drängt: Das zweite Jahr in Folge ist die Wirtschaft hierzulande geschrumpft.</p>
<p style="font-weight: 400;">Doch wer in die Programme der Parteien, aber auch die Analysen der Wirtschaftsverbände schaut, der sieht vor allem eines: Schockstarre. Die Herrschenden sind geistig in den „guten alten Zeiten“ verfangen, die nicht wiederkehren werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die CDU, die laut den Umfragen die Wahl gewinnen wird, verspricht mit ihrer „Agenda 2030“ ein Wirtschaftswachstum von 2%. Um dieses zweckoptimistische Ziel zu erreichen, sieht das Programm Steuersenkungen, Kürzungen von Sozialleistungen und eine Erhöhung der Ausbeutung vor.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit Steuererleichterungen will die Union etwa dazu anheizen, Überstunden zu leisten und im Rentenalter weiterzuarbeiten. „Arbeitsverweigerern“ dagegen sollen Sozialleistungen vollständig gekürzt werden, genauso wie Flüchtlingen ohne Aufenthaltstitel.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ähnliches wie die CDU fordert auch die FDP: Steuersenkungen und Mehrarbeit. Einig sind sie sich auch beim Abbau der staatlichen Bürokratie, um den Haushalt zu entlasten und Investitionen zu erleichtern.</p>
<p style="font-weight: 400;">Hinter dieses Programm stellt sich der Präsident des Arbeitgeberverbandes Rainer Dulger, der sich eine Koalition der beiden Parteien wünscht. Doch Ökonomen warnen, dass deren Pläne nicht gegenfinanziert seien, obwohl sowohl CDU als auch FDP an der Schuldenbremse festhalten.</p>
<p style="font-weight: 400;">SPD und Grüne wiederum wollen Investitionen durch eine Reichen- und Erbschaftssteuer sowie durch Kredite finanzieren. Einer der beiden Parteien wird voraussichtlich den Koalitionspartner der CDU stellen – als Juniorpartner.</p>
<p style="font-weight: 400;">Schon die Ampel-Regierung, wo Sozialdemokraten und Grüne die Mehrheit hatten, zerbrach am Widerstand der herrschenden Klasse, vermittelt durch die FDP. Das Kapital will keine hauptsächlich kreditfinanzierte Investitionspolitik. Zu sehr fürchten sie das Schreckgespenst der Inflation. Außerdem soll eine Steigerung der Ausbeutung der Arbeiterklasse die deutsche Wirtschaft konkurrenzfähiger machen. Daher unterstützt Dulger Schwarz-Gelb.</p>
<p style="font-weight: 400;">Doch so oder so wird die kommende Regierung keinen Ausweg aus der Krise finden. Im Kapitalismus investieren Unternehmen nur in die Produktion, wenn es für sie profitabel ist. Wegen der globalen Überproduktion laufen die Fabriken seit Jahrzehnten schon unter ihrer maximalen Auslastung.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es spielt also keine Rolle, ob Unternehmen durch Schulden, geringere Steuern oder durch Angriffe auf die Arbeiterklasse und Armen unterstützt werden. Am Ende landet das Geld in den Taschen der Kapitalisten, nicht in Produktionsanlagen, oder wird verspekuliert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aber ohne Investitionen wird die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb untergehen. Deswegen stehen wir vor einem industriellen Niedergang, egal welche Partei die Bundestagswahl gewinnt.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Verzweifelte Liebesbeweise…</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Vor dem Ukraine-Krieg waren billiges Öl und Gas aus Russland ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, mit dem deutsche Unternehmen ihre Konkurrenten auf dem Weltmarkt unterbieten konnten. Das war der Grund, warum die Weltwirtschaftskrise von 2008 sie nicht so heftig traf.</p>
<p style="font-weight: 400;">US-Präsident Biden zog die deutsche herrschende Klasse in den Konflikt mit Russland, in dem sie nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren hatte. Sie klammerte sich an den Rockzipfel des großen Bruders in der Hoffnung, dass dieser ihn nicht fallen lassen wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">So sind auch die aktuellen Debatten im Wahlkampf zu verstehen. Keine der etablierten Parteien hinterfragt den Krieg in der Ukraine. CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz und die FDP wollen Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine liefern, mit denen Ziele in Russland beschossen werden sollen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Robert Habeck, der für die Grünen im Rennen ist, setzt sich dafür ein, 3,5% des BIPs in die Aufrüstung Deutschlands zu investieren, um sich Trumps Forderung anzunähern.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zwar lehnt die SPD beides ab und spricht im Wahlprogramm von „Besonnenheit und Augenmaß“. Doch dort heißt es auch: „Die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine müssen gewahrt bleiben.“</p>
<p style="font-weight: 400;">Angesichts deren militärischer Niederlage ist das eine wahnwitzige Vorstellung. Das Zwei-Prozent-Ziel der NATO stellen die Sozialdemokraten aber nicht in Frage, genauso wenig wie die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland.</p>
<p style="font-weight: 400;">Während die etablierten Parteien Russland verfluchen und transatlantische Geschlossenheit beschwören, will Trump im Alleingang Frieden in der Ukraine verhandeln. Der US-Imperialismus hat den Krieg zwar verloren. Trotzdem konnte er die Verbindung zwischen Russland und Europa nachhaltig kappen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Herrschenden hierzulande schauen währenddessen in den Abgrund. Der deutsche Imperialismus ist ohne die USA und die NATO zu schwach, eine Rolle auf der Weltbühne zu spielen. Aber der Kampf um die Märkte spitzt sich durch die Überproduktionskrise zu. Deutschland muss handeln. Deswegen die verzweifelte Anbiederung an die Vereinigten Staaten und die Aufrüstung.</p>
<p style="font-weight: 400;">Tatsächlich beschleunigt der Militarismus aber nur den Niedergang, weil er Löcher in die Haushalte frisst, besonders wenn die Profite nicht sprudeln. Die Ampel ging bereits am Versuch zugrunde, den Etat für 2024 aufzustellen. Weitere Regierungen werden ihr folgen.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>… und Kuschelkurs der Alternativen</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Die Unfähigkeit der etablierten Parteien, der Krise etwas entgegenzusetzen, eröffnet Kräften wie der AfD und dem BSW die Chance, sich als vermeintliche Alternative in die Strategie-Debatte des deutschen Imperialismus einzubringen. Nicht Musk, sondern die Herrschenden selbst haben dieses Chaos heraufbeschworen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Sowohl AfD als auch BSW sehen den Konflikt mit Russland als Ursache für den Niedergang der Wirtschaft und jammern über die Bevorzugung der Großkonzerne gegenüber dem „Mittelstand“ bei Subventionen. Das Problem ist für sie allein das Versagen der etablierten Parteien.</p>
<p style="font-weight: 400;">Damit sind auch AfD und BSW in der Vergangenheit hängengeblieben. Die Monopole geben den Ton im Staat an, weil sie heute der bestimmende Faktor der Wirtschaft sind in Deutschland und weltweit. Deren Profitinteressen sind außerdem die Wurzel für Militarismus und Krieg. Das bedeutet der Kapitalismus im Stadium des Imperialismus.</p>
<p style="font-weight: 400;">Das Kapital wiederum hasst die AfD und das BSW, weil sie die transatlantische Zusammenarbeit in Frage stellen – genauso wie die EU, ein weiteres Werkzeug der Imperialisten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Doch statt den Kampf gegen die Diktatur der Reichen zu führen, schielen die AfD und das BSW auf Regierungsbeteiligungen mit den etablierten Parteien. Diese wollen nicht mit ihnen zusammenarbeiten, wenn es sich vermeiden lässt. Daher gestalten sich mit der Zersplitterung der Parlamente Koalitionsverhandlungen immer schwieriger. Regierungen werden zunehmend instabil und handlungsunfähiger.</p>
<p style="font-weight: 400;">Unter solchen Umständen muss die nächste Regierung unabhängig von ihrer Zusammensetzung versuchen, den Platz des deutschen Imperialismus in einer neuen Weltordnung zu behaupten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die herrschende Klasse kann diese Situation nicht verstehen. Denn das wäre ein Eingeständnis ihres Niedergangs. An diesem werden auch mehr Ausbeutung, Spar- und Kürzungspolitik sowie die gewaltige Aufrüstung nichts ändern. Der verrottende deutsche Imperialismus wird zwischen den Großmächten USA und China zu Staub zermalmt werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Diese Situation würde einer starken Linken im Bundestag unzählige Möglichkeiten eröffnen, das Parlament als Plattform zu nutzen, die Machenschaften der Imperialisten zu enthüllen. Doch den Kampf müsste sie auf die Straße und in die Betriebe tragen, um die Kriegstreiber dort zu treffen, wo es ihnen wehtut: ihren Profiten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die LINKE wird diese Kraft nicht sein. Immer wieder hat sie gezeigt, dass für sie das Parlament das einzige Kampffeld ist und sie für Regierungsbeteiligungen alle Prinzipien über Bord werfen würde. Deswegen ringt sie jetzt um den Einzug in den Bundestag.</p>
<p style="font-weight: 400;">Gerade in der Kriegsfrage stellt sich die Partei vollständig hinter die Herrschenden: Eine konsequente Ablehnung der NATO, von Waffenlieferungen und des Genozids in Gaza vertritt sie nicht. Stattdessen säubert die LINKE Abweichler vom Kuschelkurs wie den Palästina-Aktivisten Ramsis Kilani.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Du hast trotzdem die Wahl!</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Mit deinem Kreuz am 23. Februar kannst du den Militarismus und den industriellen Niedergang Deutschlands nicht aufhalten. Keine der Parteien wird dem etwas entgegensetzen. Und trotzdem kannst du jetzt die richtige Wahl treffen: Mach mit bei unserer Anti-Militarismus-Kampagne und bau die RKP auf!</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Todeskampf des deutschen Imperialismus bedeutet heftige Angriffe auf die Massen. Diese Attacken werden aber die „guten alten Zeiten“ nicht wiederbringen. Und das wird Widerstand provozieren. Die RKP will diesen Kampf auf die tatsächliche Ursache lenken: den Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium. Bereite dich mit uns darauf vor!</p>								</div>
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