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	<title>Kultur &amp; Wissenschaft Archives -</title>
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	<title>Kultur &amp; Wissenschaft Archives -</title>
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		<title>Kneecap unter Beschuss: Zensur im Takt der Kriegspropaganda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Len Suchkov]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 08:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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<p>Während das Coachella-Festival Jahr für Jahr der Schauplatz der Selbstinszenierung schlechthin ist, brachte eine Performance in diesem Jahr den glitzernden Vorhang zum Reißen. Das nordirische Rap-Trio Kneecap sendete während seines Konzerts eine klare Botschaft aus: Israel begeht einen Genozid in Gaza, und die westlichen Regierungen ermöglichen ihn. Das Publikum stimmte „Free Palestine!“-Parolen an und im Publikum ließen sich Kufiyas und Palästina-Fahnen erkennen.</p>



<p>Die Band, die auf gälischer Sprache über Rebellion gegen die britische Besatzungsmacht in Nordirland rappt, spricht sich seit Anbeginn ihrer Karriere offen gegen den Genozid in Palästina aus. Nun hat sie den Zorn der herrschenden Klasse auf sich gezogen, indem sie öffentlich deren Rolle und Interessen in diesem Völkermord entlarvt. Kneecap erinnert an die koloniale Geschichte Großbritanniens und drückt Solidarität mit denjenigen aus, die dem Imperialismus heutzutage zum Opfer fallen. Die Band ist den Herrschenden so unbequem, weil sie sich nicht scheut, deren Verlogenheit&nbsp;&nbsp;an den Pranger zu stellen.</p>



<p>Nun ermittelt eine britische Anti-Terror-Einheit gegen Kneecap wegen mutmaßlichen Äußerungen bei einem Konzert. Basierend auf einem Video von fragwürdiger Qualität werden ihnen mögliche Sympathiebekundungen für Hezbollah und die Hamas vorgeworfen.&nbsp;</p>



<p>Zeitgleich häufen sich Medienkampagnen, Konzertabsagen und Visa-Entzüge. Britische Parlamentsabgeordnete wie Kemi Badenoch (Conservative Party) fordern ein Verbot der Band. Aber auch hier in Deutschland wurde die Gruppe, nachdem „Die Welt“<em>&nbsp;</em>sie ins Visier nahm, von den beiden bedeutenden Festivals Hurricane und Southside ausgeladen. Geplante Tourdaten in Hamburg, Berlin und Köln wurden ebenfalls von den Veranstaltern abgesagt.&nbsp;</p>



<p>Doch wir sehen auch eine Welle der Solidarität mit der Band, ob in Europa oder Nordamerika. Fakt ist, die mediale Hetzjagd um Kneecap prallt an vielen Arbeitern und Jugendlichen vollständig ab. Der Versuch, die Aussagen der Band mit der Gewalt von Bomben und Raketen, welche tagtäglich nach Israel geliefert werden, gleichzusetzen, gleicht einem schlechten Witz.</p>



<p>In einem Interview im Nachrichtensender „GB News“ stellte unsere britische Genossin Fiona Lali fest: „Die ganze Diskussion dreht sich nur noch um Rhetorik und die Absage von Konzerten. Und ich denke, die normalen Leute sind davon angewidert. Denn die wahre Gewalt geht vom Parlament aus. Ich würde sagen, sie geht vom kapitalistischen System als Ganzes aus. Jeden Tag findet systemische Gewalt statt, im Nahen Osten und in Großbritannien.“</p>



<p>Auf die Nachfrage, ob sie die Regierung des Mordes beschuldigt, antwortete sie entschlossen: „Auf jeden Fall! Keir Starmer im Besonderen, David Lammy im Besonderen, für ihre Rolle in Palästina und ihre Rolle bei der Sparpolitik.“ Krieg und Krise hängen unmittelbar zusammen: Um ihre Profite zu sichern, rüsten die westlichen Kapitalisten auf, liefern Waffen und kürzen zuhause kräftig.</p>



<p>Spätestens nach der teils fiktionalisierten Biographie über die Geschichte Kneecaps, welche Anfang des Jahres in den deutschen Kinos lief, ist klar, dass die Band nur ein Ausdruck dessen ist, was sich bereits seit einiger Zeit unter der Oberfläche entwickelt: Wut gegen den Status quo.</p>



<p>Kneecap verkörpert das, was das kapitalistische System am meisten fürchtet: ein antiimperialistischer Widerstand, welcher sich nicht so einfach korrumpieren lässt. Hunderttausende folgen der Band auf Social Media, Konzerte sind innerhalb weniger Stunden ausverkauft</p>



<p>In einem Statement vom 25. April schrieb die Band auf X: „Der Grund, warum Kneecap angegriffen wird, ist einfach: Wir sagen die Wahrheit, und unser Publikum wächst. Diejenigen, die uns angreifen, wollen die Kritik an einem Massenschlachten zum Schweigen bringen. Sie benutzen falsche Anschuldigungen des Antisemitismus als Waffe, um abzulenken, zu verwirren und einen Völkermord zu decken.“&nbsp;</p>



<p>Weiter heißt es: „Es ist uns völlig egal, welche Religion jemand ausübt. Wir wissen, dass es eine große Anzahl jüdischer Menschen gibt, die über diesen Völkermord genauso empört sind wie wir. Was uns beschäftigt, ist, dass die Regierungen der Länder, in denen wir auftreten, einige der schrecklichsten Verbrechen unseres Lebens ermöglichen &#8211; und wir werden nicht schweigen. Die jungen Leute bei unseren Konzerten durchschauen die Lügen.“</p>



<p>Die aktuelle Hetze ist nicht nur ein Angriff auf eine unbequeme Band, sie ist ein Versuch der herrschenden Klasse, hörbaren Widerstand gegen die Symptome der kapitalistischen Weltordnung zu ersticken. Die Repression trifft Kneecap, aber gemeint sind wir alle!</p>
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		<title>Des Erlösers Geburt</title>
		<link>https://derkommunist.de/des-erloesers-geburt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rosa Luxemburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2024 14:41:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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<p><em>Aus: «Vorwärts» (Berlin), Nr. 301 vom. Dezember 1905</em></p>
<hr />
<p>Mehr als neunzehn Jahrhunderte sind verflossen, seit die gläubige Menschheit die Geburt des Zimmermannssohnes aus Nazareth feiert, der dem Menschengeschlechte als Erlöser verkündet ward. In einer furchtbaren Zeit der Zersetzung des alten Römerreiches, da Millionen in ausweglosem Elend, in Sklaverei und Erniedrigung versanken, in dieser düsteren sozialen Nacht ging die Morgenröte der christlichen Erlösung auf, von den Elenden und Enterbten mit frommem Glauben und jauchzender Hoffnung begrüßt. Und heute wieder, wie seit bald zweitausend Jahren werden die Glocken von unzähligen Kirchtürmen in unzähligen Städten und Dörfern mit eherner Zunge die Wiederkehr jenes freudigen Tages preisen, in hohen Palästen und niedrigen Hütten werden Tannenbäume im Kerzenlicht und Flitterschmuck erglänzen zur freudigen Feier der Geburt des Erlösers.</p>

<p>Doch wo ist die Erlösung geblieben? Darben nicht heute Millionen in täglicher Pein, wie vor Jahrtausenden? Und werden sie nicht wie damals von den Reichen mit Füßen getreten, die doch schwerer in das Himmelreich kommen sollten, denn ein Kamel das Nadelöhr passieren?</p>

<p>Es ist nichts als eine pfäffische Lüge, wenn dem Volke eingeredet wird, das Christentum habe eine seelische und nicht eine leibliche Erlösung verheißen und vollbracht, das Reich Jesus sei nicht von dieser Welt. Nichts als ein unbestimmter Wunsch auf die Glückseligkeiten des Jenseits, sondern als ein Evangelium der Erlösung von dem materiellen Elend, der sozialen Ungleichheit und der sozialen Ungerechtigkeit hienieden auf Erden ward die christliche Lehre gepredigt und aufgenommen. Die Erlösung von den ungeheuerlichen Folgeerscheinungen der Klassenherrschaft, von gesellschaftlichen Kontrasten, von täglicher Not, von Bedrückung des Menschen durch den Menschen, der Volksmasse durch eine Handvoll Mächtiger – das war das Evangelium der ersten Apostel des Christentums und das war es, was ihnen die Anhänger und die Gläubigen in hellen Scharen zuführte. So irdisch, so realistisch, so sinnlich war diese Erlösung gemeint, dass die ersten Christen sofort an die Wurzel des sozialen Übels, an die Eigentumsverhältnisse die Axt mit wuchtigem Hiebe  anlegten. Das Evangelium der christlichen Erlösung war ein durch Jahrhunderte hallender schmetternder Trompetenruf zum Kriege wider die Reichen und das Privateigentum. «Ihr Elenden», rief der heilige Basilius im vierten Jahrhundert den Reichen zu, «wie wollt Ihr Euch vor dem ewigen Richter verantworten? Ihr erwidert uns: Wie habe ich unrecht, da ich nur für mich behalte, was mir gehört? Ich aber frage Euch: Was nennt Ihr Euer Eigentum? Von wem habt Ihr es erhalten? Wodurch werden die Reichen reich, als durch die Besitznahme von Dingen, die allen gehören? Wenn jeder für sich nicht mehr nähme, als er zu seiner Erhaltung braucht, und den Rest den anderen ließe, dann gäbe es weder Reiche noch Arme.» Und zwei Jahrhunderte später donnerte noch ein anderer wackerer Gottesstreiter, Gregor der Große: «Es genügt nicht, dass man anderen ihr Eigentum nicht nimmt, man ist nicht schuldlos, solange man Güter sich vorbehält, die Gott für alle geschaffen hat. Wer den anderen nicht gibt, was er hat, ist ein Totschläger und Mörder, denn da er für sich behält, was zur Erhaltung der Armen gedient hätte, kann man sagen, dass er tagaus, tagein so viele erschlägt, als von seinem Überfluss leben konnten.» Diese schneidende Sprache führten die Jünger Jesu wider die soziale Ungleichheit der Menschen und mit solchen rein irdischen Argumenten führten sie die Sache der Enterbten, die zu erlösen der große Nazarener seine Schule stiftete.</p>

<p>Allein, die materiellen Verhältnisse erwiesen sich stärker als die feurigste Rede der christlichen Apostel. Die Worte eines Chrisostomus, des Mannes mit dem goldenen Munde, die Donnerstimme des großen Gregors verhallten wie die Stimme des Rufers in der Wüste. Der Strom der geschichtlichen Entwicklung, dem das christliche Evangelium des Kommunismus und der Abschaffung des Reichtums eine Zeitlang zu trotzen versuchte, riss das kühne Boot der Welterlöser mit, kehrte es um und zwang es, mit dem Gang der Verhältnisse zu schwimmen. Die Klassengesellschaft hat die zu ihrer Vernichtung verkündete Lehre in ihren eigenen Dienst gespannt, die Erlöserin – Kirche wurde zu einem neuen Pfeiler der jahrtausende alten Sklaverei der Volksmassen. Aus dem Evangelium der sozialen Gerechtigkeit haben die herrschenden Klassen und ihre Diener, die Kirchendiener, ein Evangelium der Barmherzigkeit, aus der Religion Freier und Gleicher eine Religion der Bettler und der Aussätzigen gemacht, aus der irdischen sozialen Erlösung von Hunger, Not und Erniedrigung – ein Wolkenkuckucksheim der «Seelenerlösung» nach dem Tode. Dieser unbarmherzige Prozess der historischen Umschmelzung der christlichen Erlösungslehre dauert bis auf unsere Tage fort. Die mittelalterliche feudale Gesellschaft hatte den urwüchsigen, kühnen christlichen Kommunismus zu der krankhaften, tränenreichen christlichen Barmherzigkeit, zur Lehre des weltabgeschiedenen Klosterlebens verrenkt. Die kapitalistische Neuzeit hat die christliche Charitas zur Heuchelei, zum frechen Hohn auf die christliche Lehre gemacht. In jeder Klassengesellschaft, wo die Not der Massen eine soziale Notwendigkeit, ist die Heuchelei eine öffentliche, staatliche Einrichtung. Mit jedem weiteren Schritte in der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft wird die mit dem christlichen Glauben getriebene Heuchelei der herrschenden Klassen gröber und ungeschminkter.</p>

<p>Elende Heuchelei ist dieses offizielle Weihnachtsfest, wo zur Feier der Geburt des Erlösers der Armen, der Geburt in der Krippe, von der reichen Bourgeoisie am Tannenbaum ein Luxus getrieben wird, der den notleidenden, frierenden, darbenden Massen Hohn spricht. Elende Heuchelei die frommen Gebete und die himmelwärts verdrehten Blicke der salbungsvollen Kirchendiener, die zum Weihnachtsfest, zur Geburtsfeier des milden Menschenfreundes rüstend, zuvor eilig zu neuen Mordwerkzeugen und neuen Lasten für die Bedrückten ihren Segen geben. Elende Heuchelei dies ganze offizielle Christentum der heutigen Gesellschaft, das sich eine Adventnacht auswählte, um durch einen räuberischen Überfall Millionen fleißiger Arbeiter den letzten Bissen täglichen Brotes vom Munde zu reißen und kurz vor Glockenschlag des Weihnachtsfestes den schwarzen Brüdern in Afrika neue Gräuel des Krieges, neue furchtbare Vernichtungsbotschaft ins Land schickt als Bescherung. Das einzig Wahre an dem heutigen christlichen Weihnachtsfest, aus dem jeder innere lebendige Geist verschwunden, von dem nur der tote Brauch und das sinnliche Blendwerk geblieben, ist das ewig grüne Tannenbäumchen, der duftige Gruß der reinen frischen Natur, das Bäumchen, das die christlichen Kirchendiener der alten naiven Heidenwelt und ihrem Sonnenkultus gestohlen und mitten in das fremde, unnatürliche Milieu der christlich-bürgerlichen Heuchelei gepflanzt haben – zur Freude der Kinder und der kindlichen Erwachsenen.</p>

<p>Dieser Welt der offiziellen christlichen Heuchelei gegenüber stehen wir proletarische «Rotte», wir «Vaterlandslosen», wir Geächteten, wir «Elenden», und mit Prometheus fragen wir:</p>

<p>Ich dich ehren? Wofür?<br />Hast du die Schmerzen gelindert<br />Je des Beladenen?<br />Hast du die Tränen gestillet<br />Je des Geängsteten?</p>

<p>Auch wir feiern die Ankunft des Erlösers, des wahren Erlösers der Menschheit. In jeder verfallenden Gesellschaft, in der die aufstrebende, unterdrückte Klasse durch ihren Kampf neue Bahnen der Entwicklung nicht auszuhauen vermag, da taucht der Glaube an einen wundertätigen Erlöser auf, die ermüdete, verzweifelte Menschheit klammert sich an die Darstellung einer mächtigen, rettenden Persönlichkeit, die durch ihre Wunderwirkung alle erlösen wird. Das alte Volk der Hebräer erwartete seine Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei von Mose, in dem verfallenden Rom steht Christus als Erlöser auf, in den Anfängen der kapitalistischen Gesellschaft, bevor noch das moderne Proletariat auf die geschichtliche Bühne trat, suchte ein Fourier lange den Mächtigen und Reichen, der ihm helfen sollte, seinen Erlösungsplan für die Menschheit zu verwirklichen.</p>

<p>Uns hat der Erlöser Sozialismus den starken Hammer des Klassenkampfes und der Erkenntnis in die Hände gedrückt und zugerufen: Erlöset euch selbst! Die Selbsterlösung der Menschheit durch den Kampf des klassenbewussten Proletariats, die Erlösung der Masse nicht durch einen wundertätigen Erlöser, sondern durch die Masse selbst, &#8211; das ist der erlösende Gedanke des Sozialismus, das unser Erlösungsevangelium.</p>

<p>Auch wir feiern unser Weihnachtsfest, auch wir stecken Lichter auf unseren Weihnachtsbaum, auch unter uns ist heut’ Freude, und Hoffnung und Glaube ziehen in unsere Herzen. Denn unsere Erlösung vollzieht sich schon mit jedem Tage, mit jeder Stunde. Hört Ihr vom Osten das Stimmengewirr und den Lärm des Kampfes? Dort brechen bereits unsere Brüder ihre schwersten Ketten, die Selbsterlösung der Masse beginnt, der zündende Blitz der sozialistischen Erkenntnis hat bereits die alte Finsternis erhellt, der starke Hammer des Klassenkampfes wird geschwungen, das Volk wird zum Schmiede des eigenen Schicksals.</p>

<p>Auch dort in dem «heiligen Russland» wurde Jahrhunderte lang Weihnachten gefeiert. In dem alten frommen «Mütterchen Moskau» erdröhnten alljährlich zur Geburt des Erlösers die betäubenden schweren Glocken von den vierzig mal vierzig schwerfälligen byzantinischen Kirchen mit ihren breiten, schreiend goldenen Kuppeln. In der neueren Zarenhauptstadt, in Petersburg, wurden alljährlich zur Feier der christlichen Weihnacht am Newastrande krachende Salutschüsse gegeben. Fromm bekreuzten sich dreimal mit eiliger Gebärde und besonderer orthodoxer Fingerstellung die offiziellen russischen Christen und berührten in fleißigem Erdengruß unzählige mal den Boden mit der schweißperlenden Stirn. Jahrein – jahraus jubelte die russische Christenheit ob der Geburt des Erlösers, dieweil Millionen Muschiks an Hungertyphus und Skorbut starben, wegen rückständiger Steuern mit Nagajkas [Knütteln] ausgepeitscht wurden, dieweil Hunderte Fabrikproletarier in 16stündiger Fron verkrüppelten und bei geringster Auflehnung erschossen wurden, dieweil Kibitkas mit eintönigem Schellengeläute über die unendliche Schneesteppe Sibiriens fegten und einen Schub Verbannter nach dem anderen in das große Totenhaus der Zwangsarbeit in den Bergwerken lebendig ablieferten. Und es war knapp zwei Wochen nach dem letzten orthodoxen Weihnachtsfest, als in Petersburg der Zug der Zweihunderttausend mit dem Kruzifix in der Hand vor das Zarenschloss zog, um in des Erlösers Namen um Erlösung von der furchtbaren Sklaverei zu flehen. Noch waren die feierlichen Glockentöne der Weihnachtsfeier in den Lüften nicht verklungen, als sie von krachenden Gewehrsalven übertönt wurden, und des Erlösers Kruzifix senkte sich blutbespritzt zu Boden, entfiel der todesstarren Hand der Bittenden unter dem Kugelregen des allerchristlichen Zaren. Darauf ermannte sich die Volksmasse und griff zur Selbsterlösung, von der Bitte und der Hoffnung zum Kampf, vom Kruzifix – zum roten Banner der Sozialdemokratie.</p>

<p>Ein Jahr ist seitdem verflossen, heute kehren die Weihnachten wieder, die heilige Nacht zieht im heiligen «Russland» herauf – über einem rauchenden Trümmerhaufen der ehemaligen christlichen Zwingburg. Noch ist heiß der Kampf und furchtbar der Opfer Zahl. Doch die Erlösung, die Selbsterlösung des russischen Volkes, unser aller Selbsterlösung hat begonnen. Das rote Banner, unserer Erlösung Zeichen, flattert aus dem Kampfgewühl immer wieder siegreich in den Lüften auf und Millionen und Abermillionen Enterbter, Erlösungsharrender scharen sich um die Sturmfahne auf dem ganzen Erdenrund. Klopfenden Herzens, des Glaubens und der Hoffnung voll, senden wir heut heiße Blicke nach dem Osten und begleiten jede Bewegung der stolzen Standarte mit Jubel. Die ersten Wälle der alten Gesellschaft fangen an zusammenzustürzen, die rote Fahne führt siegreich den ersten Sturmlauf aus.</p>

<p>Und so feiern wir heute unser Weihnachtsfest, durch einen Abgrund getrennt von der heuchlerischen bürgerlichen Christenwelt mit ihren heuchlerischen Feiern, Gebeten und Glocken. Um unseren grünen Lebensbaum geschart, fest im Glauben und froh in der Hoffnung auf der Menschheit nahende Erlösung, gestützt auf den nie versagenden Hammer – unserer Arbeit und unserer Befreiung Symbol, feiern wir unser Arbeitsfest, wir Millionen Elender und Enterbter, ein stolz und trotzig und kräftig Geschlecht und rufen der verlogenen herrschenden Christenwelt zu, wie Prometheus:</p>

<p>Hier sitz’ ich, forme Menschen<br />Nach meinem Bilde,<br />Ein Geschlecht, das mir gleich sei,<br />Zu leiden, zu kämpfen,<br />Zu genießen und zu freuen sich<br />Und Dein nicht zu achten,<br />Wie ich!</p>

<p> <em> <br /></em></p>
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		<title>„Wohlstand für Alle“: Wieso Lenins Imperialismus-Theorie richtig ist</title>
		<link>https://derkommunist.de/wohlstand-fuer-alle-wieso-lenins-imperialismus-theorie-richtig-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Krone]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 12:42:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kürzlich veröffentlichte der Podcast „Wohlstand für Alle“ (WFA) eine Folge, in der die Imperialismustheorie Lenins für falsch erklärt wird. Wir Kommunisten bewerten Theorien danach, ob sie die Welt erklären können. [&#8230;]</p>
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									<p style="font-weight: 400;">Kürzlich veröffentlichte der Podcast „Wohlstand für Alle“ (WFA) eine Folge, in der die Imperialismustheorie Lenins für falsch erklärt wird. Wir Kommunisten bewerten Theorien danach, ob sie die Welt erklären können. Denn wir wollen Strategien und Taktiken für unseren Kampf entwickeln. Es ist völlig legitim, selbst so etablierte Theorien wie die des Imperialismus von Lenin zu kritisieren. Jedoch muss man das, was man kritisieren will, auch verstanden haben. Das ist bei WFA aber nicht der Fall.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Wem gehört der Staat?</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Die Argumentation von WFA fußt vor allem auf einer falschen Staatsauffassung. Als „größte Schwäche“ Lenins wird hierbei die Tatsache angeführt, dass der kapitalistische Staat das Gesamtinteresse seiner jeweiligen Kapitalistenklasse vertritt. Für WFA gilt allerdings das „Primat des Politischen“ – das staatliche Handeln werde nicht von den Interessen der herrschenden Klasse bestimmt, sondern von den ganz eigenen Interessen und Politikern dieses Staates.</p><p style="font-weight: 400;">Diese falsche Idee führt zu falschen Schlussfolgerungen. Natürlich ist es nicht so, dass hinter jeder kleinsten Entscheidung der Regierung die geballte Macht der Kapitalistenklasse steht. Vor allem bei richtungsweisenden Entscheidungen ist es aber durchaus so, dass die Interessen des Kapitals tonangebend sind.</p><p style="font-weight: 400;">Um das sicherzustellen, organisiert sie sich in Unternehmerverbänden, hält sich mit den Massenmedien ein Monopol über die Meinungsbildung und besticht Abgeordnete sowie Parteien. Das ist nicht immer direkt erkennbar. Bei genauerem Blick sind diese Verflechtungen allerdings deutlich sichtbar. Alles andere wäre auch äußerst merkwürdig. Wieso sollten die Kapitalisten als erste herrschende Klasse in der Geschichte die Kontrolle über ihren Staat vollkommen in fremde Hände legen?</p><p style="font-weight: 400;">Das Aus der Ampel-Koalition ist ein gutes Beispiel für die Einflussnahme der herrschenden Klasse. Angesichts der desaströsen wirtschaftlichen Lage Deutschlands ist eine Wende in der Politik für sie notwendig geworden. Diese Erwartungshaltung kommunizierten die Kapitalisten klar und deutlich an die Regierung. Doch der Wirtschaftsgipfel von Kanzler Olaf Scholz (SPD), Unternehmerverbänden und Gewerkschaften brachte keine Einigung.</p><p style="font-weight: 400;">Der Ex-Finanzminister Christian Lindner (FDP) hielt sein eigenes Treffen mit Vertretern des Kapitals ab. Kurz darauf machte er sein Wirtschaftsprogramm zur Bedingung für den Verbleib der FDP in der Koalition. Die Regierung fiel und für Lindners Vorstoß gab es warme Worte aus den Reihen der herrschende Klasse, die schnelle Neuwahlen forderte. Die Ampel musste gehen, weil sie die geforderte Wirtschaftswende nicht brachte.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Wieso gibt es Kriege?</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Aber nicht nur in innenpolitischen Fragen bestimmt die herrschende Klasse die wesentliche politische Richtung des Staates, auch die Außenpolitik ist von ihren Interessen bestimmt. WFA äußert daran Zweifel, insbesondere im Fall von Kriegen. Schließlich seien diese kostspielig und auf den ersten Blick scheinen die Kapitalisten oft nicht unmittelbar von ihnen zu profitieren. Lenin behauptet jedoch nicht, dass Kriege allein zur Sicherung von Rohstoffen und Märkten geführt werden. Er schreibt etwa, dass die Kapitalisten auch „nach der Eroberung von Ländern, nicht so sehr direkt für sich als vielmehr zur Schwächung des Gegners und Untergrabung <em>seiner</em> Hegemonie“ streben.</p><p style="font-weight: 400;">In diesem Sinne kann es sehr wohl im Interesse des Kapitals sein, dass sein Staat in einen Krieg gegen konkurrierende Imperialisten zieht. Indem Gegenspieler geschwächt werden, stärkt man umgekehrt die eigene geopolitische Lage und kann den Einfluss des eigenen Kapitals auf eine ganze Reihe anderer Gebiete halten oder sogar stärken.</p><p style="font-weight: 400;">Das sieht man sehr gut im Ukrainekrieg, der keinesfalls wegen der Ukraine selbst ausgefochten wird. Die USA wollten vielmehr ihren Konkurrenten Russland schwächen, um so dessen Wirkmacht in einer Reihe von andere Weltregionen zu schwächen, z. B. im Nahen Osten. Doch dieser Versuch scheiterte. Deutschland wurde in den Krieg hineingezogen, obwohl er desaströs für die Herrschenden hierzulande ist. Doch um seine ökonomischen Interessen überhaupt auf der Weltbühne durchsetzen zu können, ist der deutsche Imperialismus auf die USA angewiesen und musste spuren.</p><h3 style="font-weight: 400;"><strong>Reformismus oder Revolution?</strong></h3><p style="font-weight: 400;">Geht man nun trotz der genannten Punkte weiter davon aus, dass das Agieren von Staaten von der ökonomischen Basis getrennt abläuft, landet man im Kern bei nichts anderem als Idealismus und Reformismus. Wenn nicht die herrschende Klasse den bestimmenden Faktor darstellt, wer dann? Dann würde es reichen, einfach das richtige Personal mit besseren Ideen in die Regierung zu wählen, um eine bessere Gesellschaft aufzubauen.</p><p style="font-weight: 400;">Für uns ist hingegen klar: Wollen wir die imperialistischen Verbrechen beenden und eine Welt des Friedens schaffen, reicht es nicht, eine „bessere“ Regierung zu wählen. Wir müssen die Kapitalisten entmachten und den Kapitalismus als Ganzes, auch den bürgerlichen Staat, stürzen. Und weil vermeintlich kluge Podcasts dafür nicht ausreichen, bauen wir die Revolutionäre Kommunistische Partei auf – als Werkzeug, um die Arbeiterklasse zum Sieg zu führen!</p>								</div>
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		<title>Herrhausen: Herr des deutschen Imperialismus</title>
		<link>https://derkommunist.de/herrhausen-herr-des-deutschen-imperialismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis U.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2024 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue ARD-Serie zeigt spannend auf, wie Imperialismus funktioniert: Alfred Herrhausen war bis zu seinem Tod 1989 der mächtigste Manager Deutschlands. Als Chef der Deutschen Bank war er einer der [&#8230;]</p>
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<p>Eine neue ARD-Serie zeigt spannend auf, wie Imperialismus funktioniert: Alfred Herrhausen war bis zu seinem Tod 1989 der mächtigste Manager Deutschlands. Als Chef der Deutschen Bank war er einer der Schlüsselfiguren des deutschen Imperialismus und der Restauration des Kapitalismus im Ostblock. Was macht aber diese Serie nicht nur spannend, sondern auch politisch interessant?</p>



<p><strong>„Nach einer wahren Geschichte. Soweit Geschichte wahr sein kann“.</strong> Von Anfang an schwebt dieser Cliffhanger über der Serie. Die offizielle Geschichte besagt, dass Herrhausen 1989 bei einem Anschlag durch die RAF starb. Jedoch ranken sich bis heute mehrere Spekulationen um die Hintermänner des Anschlages: Neben der Stasi werden mögliche Verstrickungen vom Verfassungsschutz und der CIA nicht ausgeschlossen. Zwar werden keine neuen Erkenntnisse in dieser Frage geliefert, aber das Drehbuch lässt den Zuschauer weitere Fragen aufwerfen.</p>



<p>Eine davon behandelt die Lüge der „deutsch-amerikanischen Freundschaft“. Das deutsche Kapital war dem amerikanischen um viele Schritte bei der Eroberung neuer Märkte im Ostblock voraus, was der amerikanischen herrschenden Klasse ein Dorn im Auge war. Beide kämpften um die Vorherrschaft im zerfallenden Ostblock. Herrhausen half der Sowjetbürokratie bei Glasnost und Perestroika, um die Restauration des Kapitalismus im Interesse des deutschen Finanzkapitals zu lenken – mit Milliardenkrediten von der Deutschen Bank.</p>



<p>Während Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) darin das Ende der DDR sah, ging das deutsche Finanzkapital unter Führung Herrhausens noch weiter: Sie erkannten darin die Chance um die Eroberung neuer Märkte und damit der Expansion des deutschen Imperialismus. „Wir wollen Kredite nicht verschenken. Wir wollen Märkte erschaffen […]. Wir müssen auch unsere Partner platzieren: Siemens, Thyssen, Daimler.“, so Herrhausen gegenüber Kohl an einem Badesee im Film.</p>



<p>Der Vierteiler thematisiert die enge Beziehung zwischen dem Finanzkapital und dem Staat. Helmut Kohl als Bundeskanzler auf der einen und Alfred Herrhausen als Deutsche Bank-Chef auf der anderen Seite verbindet eine politische Duzfreundschaft. Das ging im Film sogar so weit, dass Kohl Herrhausen tief in der Nacht anrief, um ihn über politische Entwicklungen zu informieren – oder dass sich beide persönlich im Urlaub trafen, um über die Ausrichtung der deutschen Außenpolitik zu diskutieren.</p>



<p>Beide Seiten sind voneinander abhängig. Kohl, der den Anschluss der kriselnden DDR an die BRD im Blick hatte, als auch Herrhausen, der durch den Fall des Stalinismus neue Märkte für das deutsche Kapital erschließen wollte. Er wurde von Kohl immer wieder in die Sowjetunion oder nach Ungarn zu Verhandlungen geschickt. Herrhausen trat de-facto als Finanz- und Außenminister in einer Person auf. „Ich weiß nicht, ob Herrhausen als Bankensprecher oder als Finanzminister hier ist“, so ein Akteur im Film. Das Phänomen dieser engen Verflechtung vom Staat mit dem Finanzkapital bezeichnen wir als Imperialismus, dem höchsten Stadium des Kapitalismus.</p>



<p>Der Lauf der Geschichte zeigte, dass der dadurch vergrößerte EU-Binnenmarkt nach Osten den deutschen Kapitalisten Extraprofite bescherte. Jedoch befindet sich heute der deutsche Imperialismus in einer tiefen Krise und schaut wehmütig zurück auf die „glorreichen Zeiten“. Daher empfehlen wir nicht nur das Studium von Lenins Buch über den Imperialismus, sondern auch die Filmserie „Herrhausen“, um den deutschen Imperialismus besser verstehen zu können.</p>



<p><strong>„Herrhausen – Der Herr des Geldes“</strong> kostenlos in der ARD Mediathek</p>
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		<title>Sport im Dienste der Arbeiterbewegung: Aufstieg und Fall des Arbeitersports</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Connor John]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2024 12:23:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Mai 1893 rufen in Gera 39 Vertreter von 51 Vereinen den Arbeiter-Turner-Bund (ATB) ins Leben. Nach Gründungsbeschluss treten sofort weitere 42 Vereine bei. Der ATB wird der erste überregionale [&#8230;]</p>
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									<p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Im Mai 1893 rufen in Gera 39 Vertreter von 51 Vereinen den Arbeiter-Turner-Bund (ATB) ins Leben. Nach Gründungsbeschluss treten sofort weitere 42 Vereine bei. Der ATB wird der erste überregionale deutsche Arbeitersportverein und tritt eine rasante Entwicklung los. Bereits 1910 zählte der Verband über 150.000 Mitglieder und beinahe 2000 zugehörige Vereine.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Ziel des Verbands war die Ermöglichung der Teilnahmen an sportlichen Aktivitäten für jeden Menschen, da sich die bürgerlichen Verbände und Vereine stark gegenüber der Arbeiterklasse abschotteten. So organisierten die Mitglieder der Vereine unabhängige Turniere in verschiedensten Sportarten, aber auch soziale und Bildungsveranstaltungen. Dies sollte der Vernetzung und dem Aufbau der Arbeiterbewegung dienen.<br /><br /></span></p><h3 style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;"><strong>Die Anfänge des Arbeitersport</strong></span></h3><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Denn trotz des Fokus auf den Sport sah sich der ATB in erster Linie als politische und antikapitalistische Organisation. In der ersten Ausgabe der Arbeiter-Turnerzeitung hieß es: „Die freiheitlich gesinnten Turner werden eifrig mitarbeiten, ein altes verfaultes System mit Stumpf und Stiel auszurotten, alte Ruinen niederzureißen, damit neues Leben aus ihnen erblühe. Unter diesen neuerrichteten Gebäuden erst werden wir ausrufen können: Wir haben Friede, Freiheit, Recht. Keiner ist des andern Knecht.“</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Nach Ende des Ersten Weltkrieges gewann der Fußball als neuer Massensport im ATB an Bedeutung. So fand 1919 eine Umbenennung in Arbeiter-Turn- und Sportbund statt, um den neuen Sport in den Mittelpunkt zu rücken. Die Zeit der Weimarer Republik brachte den ATSB in seiner Entwicklung deutlich weiter. So konnte man bis Ende 1920 knapp 60.000 Mitglieder in der Abteilung Fußball zählen und zwischen 1918 und 1920 über 300 Vereine vom konkurrierenden und dem bürgerlichen Lager verbundenen Deutschen Fußball-Bund abwerben. Ein weiterer Meilenstein war 1920 die Organisation einer ersten nationalen Fußballmeisterschaft sowie eines ersten offiziellen internationalen Fußballspiels zwischen dem SV Weser 08 Bremen und Upricht Holland.<br /><br /></span></p><h3 style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;"><strong>Spaltung des ATSB</strong></span></h3><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Doch blieb auch der ATSB nicht von der Spaltung der Arbeiterbewegung verschont. Auf dem 16. Bundestag 1928 wurden durch die sozialdemokratische Führung, ausgehend vom Landesverband Berlin, jegliche kommunistischen oder der KPD nahestehenden Vereine ausgeschlossen. Dies führte 1929 zur Gründung der der KPD nahestehenden Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit (kurz: Rotsport).</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Aber auch diese Spaltung konnte den Erfolgszug des Arbeitersportes nicht zurückhalten. So zählte Rotsport 1931 bereits 100.000 Mitglieder, organisierte eine nationale Fußballmeisterschaft und wurde in Berlin trotz schwerster Repressionen zum Gastgeber für die zweite internationale Spartakiade, dem arbeitersportlichen Pendant der Olympischen Spiele. In dieser Zeit nahm auch die Verteidigung gegen die Nationalsozialisten, als Aufgabe des Arbeitersportes, an Bedeutung zu.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Es schien so, als wäre die Bewegung des Arbeitersportes auf bestem Wege, eine ernstzunehmende Gegenbewegung und Alternative für die bürgerlichen Verbänden und Vereinen zu werden, trotz schwerer Repression und Angriffen. Doch die Machtergreifung durch die NSDAP 1933 machte dieser Entwicklung einen Strich durch die Rechnung. ATSB, Rotsport und andere Arbeitersportorganisationen wurden zerschlagen und jegliche Vereine wurden später dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen unterstellt.</span></p><h3 style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;"><strong><br />Kommerzialisierung im Westen</strong></span></h3><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Doch auch nach dem Sturz der NSDAP und dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging es mit dem Arbeitersport nicht mehr bergauf. In der Bundesrepublik fielen die Sportvereine dem Kapitalismus zum Opfer. Es wurde klar, dass Vereine mit mehr Geld auch mehr Erfolg haben, da sie die besten Spieler besser bezahlen können als ihre Konkurrenten. Also versuchten Vereine jeglicher Sportart mehr Geld zu erwirtschaften, was zu ersten Sponsorings und Investoren führte.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">1973 lief Eintracht Braunschweig als erster deutscher Profiverein mit einem Trikotsponsor auf, 1974 stieg mit Bayer Uerdingen der erste Investoren-Verein in die Bundesliga auf und heute mündet die Kommerzialisierung in Deutschland im Versuch des Einstiegs eines Investors in die Deutsche Fußball Liga und dem deutschen Fußballmeister Bayer Leverkusen.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">In anderen Ländern kaufen sich Privatpersonen oder Staaten Vereine und spanische Ligaspiele werden in Saudi-Arabien ausgetragen. Auch andere Sportarten bleiben hiervon nicht verschont. Der Sport verkommt zur Investitionsmöglichkeit für die Kapitalistenklassen, welche sich von ihm Profite erhofft. So wird die die Fußball-Weltmeisterschaft zu einer Präsentationsfläche für Katar und die Olympischen Spiele werden zu einer Dauerwerbesendung für Coca Cola, Samsung und die Allianz.<br /><br /></span></p><h3 style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;"><strong>Degeneration im Osten</strong></span></h3><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Doch auch in den stalinistischen Staaten sah es nicht besser für den Arbeitersport aus. Hier waren die Vereine nicht von der Kommerzialisierung betroffen, doch verkam auch hier der Sport. Statt die sportliche Ertüchtigung und die soziale Vernetzung in den Mittelpunkt zu stellen, war die Hauptaufgabe des Sports in der DDR, die DDR und SED auf internationaler Bühne gut darzustellen und nach innen die Bevölkerung mit Erfolgen abzuspeisen. Tatsächliche sportliche Leistung rückte in den Hintergrund und die Präsentation des Regimes wurde wichtiger.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Ab 1954 entstanden in der DDR Sportclubs (SC). Da die gezielte Förderung von Spitzensportlern in den auf Breitensport ausgelegten Betriebssportgemeinschaften (BSG) kaum möglich war, sollten jene SCs gezielt genutzt werden um Sportler auszubilden, die auf internationalem Parkett mithalten konnten. Es entstanden Vereine wie der SC Dynamo Berlin und die SG Dynamo Dresden im Fußball, aber auch Vereine in deren Sportarten wie z. B. der SC Traktor Oberwiesenthal für Wintersport oder die SG Dynamo Weißwasser im Eishockey.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Diesen Vereinen wurden die BSGs nun untergeordnet. Sie sollten ihre besten Spieler an die neuen SCs delegieren um dort wettbewerbsfähige Mannschaften aufzubauen, was bei den Betriebssportlern auf Widerstand traf. Die sportliche Leistung der BSGs rückte in den Hintergrund, sie sollten schlussendlich zu Ausbildungsvereinen verkommen. Davon profitierte besonders der BFC Dynamo aus Berlin, Stasi-Minister Erich Mielkes Lieblingsclub, welcher die Rolle der Vorzeigemannschaft der DDR übernahm und Rekordmeister der DDR-Oberliga wurde.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Trotzdem hielten sich verschiedene BSG-Mannschaften in den oberen Ligen der DDR. So bleibt bis heute die Mannschaft mit den meisten DDR-Oberliga Spielen die BSG Wismut Aue. Denn schlussendlich war die reine sportliche Leistung in der DDR doch entscheidender, als sie es in der BRD war und ist, in welcher lediglich die reichsten Vereine erfolgreich sein können.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Auch andere Sportarten blieben vom Repräsentationsfetisch der SED nicht verschont. In fast jeder Sportart wurden Sportler mit Doping versorgt, um maximale Erfolge herauszuholen. Teils wurden dabei unerprobte Mittel verwendet oder Sportler bereits in sehr jungen Jahren und ohne ihr Mitwissen gedopt. Die körperlichen Schäden, die dabei entstanden, wurden durch die Stalinisten hingenommen, um die DDR auf internationalem Parkett möglichst stark darzustellen. Konnten die Athleten auf Grund von Verletzungen oder den Folgen des Dopings ihre Leistungen nicht mehr erbringen, ließ sie das Sportsystem fallen.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Die Tradition der Arbeitersportverbände konnte also nicht weitergeführt werden. Im Kapitalismus verkommt der Sport nur zu einem weiteren Geschäft der Kapitalisten. In den stalinistischen Staaten rückte die sportliche Betätigung in den Hintergrund und der Sport sollte vor allem die Führungskaste gut darstellen.</span></p><p style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Die Wurzeln des Arbeitersports waren untrennbar mit dem Kampf für den Sozialismus verflochten. Denn erst wenn wir frei von marktwirtschaftlichem Wettbewerb und frei von nationalistischen Interessen leben, können wir auch frei Sport treiben. Nur in einer sozialistischen und internationalistischen Planwirtschaft können Sportvereine ohne Geldsorgen und ohne Prestigezwang handeln. Stattdessen würden Leidenschaft, Können und Austausch zwischen den Arbeitern aller Länder im Mittelpunkt stehen. Erst dann können wir wahrlich sagen: Sport frei!</span></p>								</div>
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		<title>„Das Philosophenschiff“ – Im Dienste der bürgerlichen Moral</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Viktoria Filippovna]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lenin]]></category>
		<category><![CDATA[Russische Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Jahr des 100. Todestags von Lenin schafft es „Das Philosophenschiff“ auf die Longlist des deutschen Buchpreises. Der Autor Michael Köhlmeiers wärmt darin altbekannte Lügen und Verleumdungen über Lenin, Trotzki [&#8230;]</p>
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<p>Im Jahr des 100. Todestags von Lenin schafft es „Das Philosophenschiff“ auf die Longlist des deutschen Buchpreises. Der Autor Michael Köhlmeiers wärmt darin altbekannte Lügen und Verleumdungen über Lenin, Trotzki und den Bolschewismus auf. Die Literaturkritiker und Feuilletonisten hat das Buch so sehr begeistert, sie hielten es einer Auszeichnung würdig.</p>



<p>Köhlmeier versucht in seinem Roman anhand aus der Geschichte gerissener Schicksale den Roten Terror im Russischen Bürgerkrieg, nach der Oktoberrevolution 1917, als barbarischen Wahnsinn zu zeichnen. Lenin, porträtiert als kalter, teuflischer Kopf hinter den Bolschewiki und Trotzki, als Organisator, Lenins ausführende Hand – sie seien verantwortlich für die Erschießung und Deportation von Millionen unschuldiger Freigeister.</p>



<p>Künstler, Schriftsteller, Professoren, über deren politisches Wirken der Leser höchstens Anspielungen erfährt, macht Köhlmeier zu Opfern kaltblütiger und irrationaler Rache gekränkter Machthungriger. Den Bürgerkrieg verklärt er zu einem „Krieg der Armen und Ungebildeten, der Dummen und Bösartigen gegen die Intelligenzija“.</p>



<p>Die Methode hinter dem Buch ist nicht neu. Trotzki schrieb mal: „Die Lieblingsmethode des moralisierenden Philisters besteht darin, das Verhalten der Reaktion mit dem der Revolution zu identifizieren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Willkür und Despotismus</h2>



<p>Der Roman unterschlägt den historischen Kontext, in dem der Bürgerkrieg stattfand und verklärt die Konterrevolution zur „Paranoia“ der Bolschewiki. „Immer wieder wurde von den Bolschewiken die Gefahr einer Konterrevolution heraufbeschworen“, erzählt die Protagonistin. Sie hätten mittels „Rechtfertigungspropaganda“ Gründe erdacht, um „jemanden zu erschießen“, oder zu deportieren – in aller Regel Unschuldige. Dem Leser drängt sich die „Einsicht“ auf: Der Rote Terror wäre eine barbarische Inszenierung gewesen. Lenin selbst kommt am Ende des Buches zu Wort: „Es gibt nur eine Macht. Die Macht zu töten.“ Getötet hätten die Bolschewiki, um ihren eigenen Wahn, ihre „Paranoia“, zu bestätigen und Lenins Machtgier zu befriedigen.</p>



<p>Diese Fälschung der Geschichte ist nur möglich, weil der Autor den Kontext des Bürgerkriegs verleugnet. Er erwähnt nicht die Invasion von 21 imperialistischen Armeen in die Sowjetunion, die zusammen mit der zarentreuen Weißen Armee weite Teile des Landes besetzen und dabei Bauern und Arbeiter mit Massenerschießungen, Folter und Pogromen unterdrückten. Diese Konterrevolution wollte die bolschewistische Regierung stürzen und die Führer der Oktoberrevolution auslöschen. Ihr Ziel war die Restauration des Kapitalismus und des Zarenreichs.</p>



<p>Stattdessen macht der Autor die weiße Armee zu einer Phantomarmee, ausgedacht von den Bolschewiken. Doch die historische Wahrheit ist, dass der Rote Terror eine Antwort auf die Attentate der Konterrevolution war. Zum Beispiel schoss 1918 die Sozialrevolutionärin Fanny Kaplan drei Mal auf Lenin. Zwei Kugeln verletzten ihn lebensgefährlich. Die Revolution hing am seidenen Faden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ihre Moral und unsere</h2>



<p>Mittels seiner Geschichtsfälschung erhebt sich der Autor auf ein moralisches Podest und lässt den Leser über angeblich sinnlose Deportationen und Morde urteilen. Nur solange die Figuren der Konterrevolution im Roman geschichtslos erscheinen, kann man das Handeln der Bolschewiki vom Standpunkt einer scheinbar universellen Moral beurteilen.</p>



<p>Vom Gesichtspunkt der bürgerlichen Moral und dem zeitlosen „Humanismus“ wirkt der Rote Terror grausam. Diese Moral hat einen faulen Kern. Trotzki erklärte: „Hier wie sonst dient die Moral der Politik.“ So dient auch die bürgerliche Moral der herrschenden Klasse. Sie ist ein ideologisches Werkzeug, mit dem die Herrschenden ihre Ziele rechtfertigen und alles als unmoralisch verurteilen, das gegen ihre Interessen geht. Millionen toter Arbeiter und Bauern, Attentate auf die Bolschewiki, das war nach dieser Moral berechtigter Widerstand, während der revolutionäre Kampf um den Erhalt des ersten Arbeiterstaates als Terrorismus gebrandmarkt wird.</p>



<p>Wer sich der bürgerlichen Moral unterwirft bleibt, wie Trotzki formulierte, „Apostel der Sklaverei und Unterdrückung“. Wir Kommunisten haben eine andere Moral. Für uns gilt der proletarische Klassenstandpunkt als Kompass: Richtig ist, was die Befreiung der Arbeiterklasse aus der kapitalistischen Ausbeutung vorantreibt und den Klassenfeind schwächt. Trotzki bezeichnete die Philosophenschiffe als humanitären Akt. Die Passagiere, die ins Exil geschickt wurden, waren „als solches politisch bedeutungslos. Aber […] potenzielle Waffen in den Händen unserer möglichen Feinde“.</p>



<p><em>Michael Köhlmeier, „Das Philosophenschiff“, Hanser Verlag, 224 Seiten, 24 €</em></p>
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		<title>Wer beherrscht die Kultur? </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alma Lieckfeld und Lukas Kutschera]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Aug 2024 17:47:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[RKI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im krisenzerfressenen Kapitalismus von heute sehen wir eine große Verarmung der Kunst und Kultur. Die Masse der Gesellschaft bekommt einen grauen Brei aus Sex, Sport, Gewalt und Skandalen aufgetischt. Von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im krisenzerfressenen Kapitalismus von heute sehen wir eine große Verarmung der Kunst und Kultur. Die Masse der Gesellschaft bekommt einen grauen Brei aus Sex, Sport, Gewalt und Skandalen aufgetischt. Von den milliardenschweren Medienkonzerne, welche das Programm bestimmen, heißt es: Wir geben der Bevölkerung genau das, was sie will. In Wirklichkeit tischen die Kapitalisten das auf, was sie brauchen, um die Ausgebeuteten besonders in der Krise ruhig zu stellen.&nbsp;</p>



<p>Wie schon die alten Römer betäuben sie die Massen mit Brot und Spielen. Welche andere Funktion haben Sendungen wie „Bauer sucht Frau“, „Germany’s Next Topmodel“, „Tatort“ oder „Blaulichtreport“? Sie sollen die Arbeiterklasse verdummen und ihr von der Ausbeutung eine belanglose Ablenkung bieten.&nbsp;</p>



<p>Marx wusste: „Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“ Unzählige geniale Drehbücher, Romane, Lieder usw. verstauben in Schubladen, weil sie über den Status quo hinausgehen oder keine Profite für die Medienmonopole abwerfen würden, weil sie Konventionen herausfordern.&nbsp;</p>



<p>Es gibt aber noch eine andere Kultur. Hinter den Tresortüren der Reichen schlummern Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Doch die Kapitalisten sehen in Kunst und Kultur lediglich Investitions- oder Spekulationsmöglichkeiten. Leonardo da Vincis Gemälde „Salvator Mundi“ kam für 450,3 Milliarden US-Dollar unter den Hammer. Seit der Auktion wurde es nicht mehr gesichtet und befindet sich angeblich im Besitz des saudischen Königshauses.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Interesse an der Kunst?</strong>&nbsp;</h2>



<p>Die Kapitalisten behaupten gerne, die Arbeiterklasse sei gar nicht an Kunst und Kultur interessiert. Das ist offensichtlich eine Rechtfertigung für ihr Monopol. In der Realität nehmen lange Arbeitswochen, hohe Eintrittspreise und die Ausrichtung von Angeboten auf bürgerliche „Intellektuelle“ den Ausgebeuteten jede Möglichkeit, sich mit den kulturellen Errungenschaften der Menschheit auseinanderzusetzen.&nbsp;</p>



<p>Immer wieder sehen wir einen enormen Wissensdurst der Arbeiterklasse nach Ideen und dem Drang zu verstehen, wenn sie in Bewegung gerät. Die Russische Revolution ist hierfür das beste Beispiel. Millionen Arbeiter und Bauern strömten in die Theater und Konzerthäuser, um sich von Klassikern wie beispielsweise Tschaikowski, Schiller oder Tolstoi verzaubern zu lassen.&nbsp;</p>



<p>Laienschauspielgruppen wurden gegründet und staatlich gefördert. Gleichzeitig hatten nun auch avantgardistische Künstler eine Plattform, von der aus sie Konventionen brechen konnten. Es war die Zeit von revolutionären Kunststilen wie dem Kubismus, Futurismus oder Suprematismus.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kapitalismus bedeutet Niedergang</strong>&nbsp;</h2>



<p>Die kapitalistische Realität dagegen bringt das genaue Gegenteil. Statt öffentlicher Förderung bedeutet die Krise Sparpolitik. Privatisierung, steigende Eintrittspreise und Schließungen sind an der Tagesordnung. Löhne werden gedrückt und die Arbeitszeit erhöht. Trotzki brachte es auf den Punkt: „Wie viele Aristoteles hüten Schweine? Und wie viele Schweinehirten sitzen auf einem Thron?“&nbsp;</p>



<p>Deswegen kämpfen wir Kommunisten nicht nur für materielle Verbesserungen. Wir wollen nichts Geringeres, als die Arbeiterklasse in jeder Hinsicht von ihren Ketten zu befreien. Dazu müssen wir uns aus der Lohnsklaverei lösen und das Monopol der Kapitalisten in allen Bereichen des Lebens brechen.&nbsp;</p>



<p>Trotzki sagte richtig: „Der durchschnittliche Mensch wird sich [im Sozialismus] zu den Höhen eines Aristoteles, eines Goethe oder eines Marx erheben. Und über diesen Kamm werden sich neue Gipfel erheben.“&nbsp;</p>



<p>Der Klassenkampf war schon immer auch ein Kampf um die herrschenden Ideen. Deswegen rüsten wir uns mit dem Marxismus aus. Unser Theoriemagazin „In Verteidigung des Marxismus“ ist dabei eine mächtige Waffe. In der neusten Ausgabe dreht sich alles um das Thema „Kunst und Kultur“. Schließe heute ein Abo ab und bereite dich mit uns vor, die Fesseln des Kapitalismus zu sprengen!&nbsp;</p>
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		<title>Filmkritik: „Führer und Verführer“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franz Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jul 2024 09:33:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Regisseur Joachim A. Lang hat einen Film über Goebbels und dessen Nazi-Propaganda gemacht, um „die Mechanismen der Demagogie [zu] verstehen und [so] die Hetzer der Gegenwart [zu] entlarven“, wie [&#8230;]</p>
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<p>Der Regisseur Joachim A. Lang hat einen Film über Goebbels und dessen Nazi-Propaganda gemacht, um „die Mechanismen der Demagogie [zu] verstehen und [so] die Hetzer der Gegenwart [zu] entlarven“, wie es im Vorspann heißt. In Wahrheit ist dieser Film selbst Propaganda.<br>Für die bürgerlichen Liberalen ist vor allem die Propaganda schuld am Aufstieg der Nazis, genauso wie am Erfolg der AfD: Kleine „giftige Gnome“ wie Goebbels oder Höcke, die mit verführerischen Redekünsten die ungebildeten Massen hinters Licht führen, seien der Grund für den Niedergang „unserer“ Demokratie.</p>



<p>In Wahrheit ist „unsere Demokratie“ nur der Schleier für die Diktatur der Reichen. Entscheiden tun die, die sich Parteispenden und Bestechungsgelder leisten können: die Kapitalistenklasse. Solange die Wirtschaft wächst, können sie die Illusion der Demokratie aufrechterhalten. Sobald die Krise kommt, wird der wahre Charakter dieses politischen Systems immer offensichtlicher für die Massen. Es sind also die Kapitalisten selbst, die das Vertrauen in die Demokratie zerstören.</p>



<p>Das können und wollen sie aber nicht wahrhaben. Deswegen schieben sie alles auf diese verteufelten „Hetzer“, „Verführer“ und „Demagogen“, auf die TikTok-Künste der Maximilian Krahs. Sie verklären und überhöhen die Wirkmacht von deren Propaganda zu Magie, die aus dem Nichts kommend die Massen in ihren Bann zieht. Und so sagt Hitler im Film nach einer gelungenen Propagandainszenierung zu Goebbels im typischen Führer-Sound: „Mein Hexenmeister hat wieder gezaubert!“</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Propaganda</strong></p>



<p>„Führer und Verführer“ ist kein guter Film. Hitler und Goebbels sind schlecht gespielt und leben vor allem von ihrem klischeehaften Akzent. Neben Goebbels‘ propagandistischem Wirken, erfahren wir vor allem viel Belangloses über seine Bettgeschichten und die kriselnde Ehe mit Magda („Wenn du diese Frau weitersiehst, gehe ich zum Führer!“). Die Dialoge wirken oft gekünstelt und sind einige Male erwiesenermaßen historisch inakkurat, obwohl der Film genau mit diesem Anspruch antritt.</p>



<p>Kunst und Fiktion können Mittel der Wahrheitsfindung sein: Sie können uns Dinge erahnen und spüren lassen, die wir historisch nicht mehr genau rekonstruieren können; sie können das Wesen einer Sache mit ihren Mitteln auf den Punkt bringen. Das passiert hier nicht. Was der Film auf ästhetischer Ebene nicht vermag, versucht er auf dokumentarischer Ebene wettzumachen: Immer wieder werden Interviews mit Holocaustüberlebenden oder Originalaufnahmen des Massenmordes zwischen die gespielte Handlung geschnitten. Aber auch diese historischen Dokumente erklären nichts und helfen nicht zu verstehen. Sie dienen einzig dazu, Schock und moralische Empörung hervorzurufen. Vom Hunger zermarterte Leichen, nackte Frauen, die zur Erschießung in eine Grube steigen müssen, in der bereits die Leichen ihrer Vorgänger liegen – diese Bilder erweitern nicht unser Verständnis vergangener (oder gegenwärtiger) Realität. Sie sagen nur, was wir schon wissen: „Die Nazis waren schrecklich!“ Das ist Effekthascherei und soll der politischen Aussage des Films moralische Autorität verleihen.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Verteidiger des Status quo</strong></p>



<p>Die politische Aussage des Films ist klar: Höcke und die AfD sind Nazis, ihre Propaganda ist gefährlich. Ist sie erfolgreich, droht ein zweiter Holocaust. Und wer gegen Israels Genozid kämpft, ist im Zweifel genauso schlimm.</p>



<p>In Wahrheit ist die AfD eine rechte, demagogische Partei, aber keine faschistische. Bei ihrem Wahlsieg droht weder ein neues faschistisches Regime noch ein zweiter Holocaust. Warum also diese hartnäckigen Nazivergleiche? Die kapitalistische Krise hat die politische Stabilität des bestehenden Systems untergraben. Das Merkel’sche Dogma der „Alternativlosigkeit“ lässt sich nicht mehr aufrechterhalten. An seine Stelle tritt die Behauptung, es gäbe zwar eine Alternative zum bestehenden System, aber nur eine furchtbare: den Holocaust 2.0. Deswegen solle man lieber das bestehende politische System verteidigen und die Reihen fest hinter den Eliten schließen.</p>



<p>Die Kapitalisten haben Angst, dass wir darauf kommen, dass es eigentlich noch eine andere Alternative gibt: Sozialismus. Deswegen finanzieren sie solche Filme.</p>
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		<title>Unsere Antwort auf ihre Hetze – Enteignung!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicholas H.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jul 2024 21:59:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Der Kommunist]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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<p>Für den Slogan „From the river to the sea, Palestine will be free!“ wird man in Deutschland potentiell festgenommen und in der meistverkauften Tageszeitung als Antisemit angeprangert. Genau so diffamierte nämlich die BILD-Zeitung kürzlich eine Reihe politischer Aktivisten, die sich für die Befreiung Palästinas und ein Ende des Völkermords im Nahen Osten aussprachen.</p>



<p>Gleichzeitig bewirbt das israelische Immobilienportal des Mutterkonzerns der BILD, Axel Springer SE, mit „From the river to the sea“ Häuser in besetzen palästinensischen Gebieten. Allgemein ist es auffällig, wie tendenziös die gesamte Berichterstattung des Axel Springer Verlags ausfällt.</p>



<p>Die Hetze gegen Kritiker Israels ist aber keine Ausnahme. Die meisten Medien in Deutschland nehmen eine klar zionistische Position ein und unterstützten Israel bedingungslos. Sie übernehmen damit die Darstellung der Regierung, wonach Israel gegen Terrorismus und für das Existenzrecht der Juden kämpfe. Dass Israel nicht nur die Hamas mitgegründet hat, sondern selbst die Palästinenser seit Jahrzehnten terrorisiert, spielt dabei keine Rolle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Profit vor Wahrheit</h2>



<p>Hier zeigt sich, dass die Medien keine neutralen Beobachter sind, die über Tatsachen berichten. Sie sind in den Händen der Kapitalisten eine Waffe zur Durchsetzung ihrer materiellen Interessen. Moral wird zur Auslegungssache. Als richtig gilt, was dem imperialistischer Verbündeten und wichtigen Wirtschaftspartner Deutschlands Israel in seiner menschenverachtenden Politik kompromisslos stützt.</p>



<p>Selbst wenn es nicht darum geht, einen Genozid zu rechtfertigen, muss die Bourgeoisie dafür sorgen, dass der Kapitalismus seine Vormachtstellung als einziges akzeptiertes Wirtschaftssystem behält und die Arbeiterklasse sich nicht gegen ihre eigene Ausbeutung wehrt. Die Grundlage dafür bietet die herrschende Ideologie, welche durch den Staat etwa über das Bildungssystem, das Kulturangebot, aber auch über die öffentlich-rechtlichen Medien erzeugt wird und den Klassenstandpunkt der herrschenden Klasse als Wahrheit ausgibt.</p>



<p>Durch ihre Erziehung und Ausbildung werden Journalisten diese Ideologie eingetrichtert und nur diejenigen, die sie übernehmen, werden angestellt und veröffentlicht. Deshalb ist es gar nicht notwendig, dass die herrschende Klasse direkt bestimmt, was in Artikeln geschrieben wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medien für den Markt</h2>



<p>Private Medienunternehmen unterliegen der kapitalistischen Profitlogik und daher herrscht ein starker Drang nach Monopolisierung. Die fünf größten Unternehmen der Branche kontrollieren etwa 60-70 % der Zeitungen, dasselbe gilt für Fernsehsender und bei Radiosendern sind es gar 80-90 %. Eine Handvoll Konzerne mit Interesse an einer privaten Wirtschaft bestimmten wesentlich die öffentliche Meinung.</p>



<p>Zeitungen, Radio- oder Fernsehsender und Internetportale bieten ihre Dienste für einen Markt an. Dabei ist es weniger der Verkauf der Medieninhalte selbst, welcher den Gewinn bringt, als vielmehr</p>



<p>die Einnahmen durch geschaltete Werbung. Medienkonzerne sind direkt von der Gunst ihrer Sponsoren abhängig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Meinungsmache vs. Meinungsbildung</h2>



<p>Die herrschende Klasse kann nicht verhindern, dass bestimmte Ereignisse wie der Genozid in Gaza das Bewusstsein der Massen formen und Widersprüche in der Darstellung der Medien erkennbar werden. Wenn die Lügen der herrschenden Klasse zu offensichtlich werden und immer mehr Menschen die eigentlichen Ursachen für Kriege und Krisen erkennen, bildet sich in den Massen ein Klassenbewusstsein aus. Die Arbeiter werden alternative Nachrichten fordern. So werden Journalisten unter den Druck der Massen geraten.</p>



<p>Auch Beschäftigte der Medienunternehmen werden ein Klassenbewusstsein entwickeln und mit der Unterstützung der gesamten Arbeiterklasse die Macht der Bourgeoisie über die Medien brechen. Journalisten, Drucker, Grafiker und alle Arbeiter der Medienbranche werden ihre eigenen Werkzeuge gegen die herrschende Klasse wenden, sie enteignen und Nachrichten nach ihren eigenen Ideen und Bedürfnissen hervorbringen.</p>
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		<title>Erinnerung an Corinna Dammann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RKP Wiesbaden]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2024 15:01:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 15. Juni hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass unsere Genossin und Freundin Corinna Dammann am Morgen des 13. Juni auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn kollabiert [&#8230;]</p>
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<p>Am 15. Juni hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass unsere Genossin und Freundin Corinna Dammann am Morgen des 13. Juni auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn kollabiert und vor Ort gestorben ist. Zur genauen Todesursache gibt es noch keine Informationen. Was wir jedoch wissen ist, dass der Verlust von Corinna für uns alle schwer sein wird. Sowohl als Genossin als auch als Freundin wird Corinna uns in Erinnerung bleiben. Wegen ihres außerordentlichen Engagements, Zuverlässigkeit, Disziplin, Empathie und Treue zur Organisation ist sie ein großes Vorbild für uns alle. Sie hinterlässt eine große Lücke die man nicht füllen kann.</p>



<p>Corinna wurde 2001 im Zuge einer Demo gegen den Afghanistankrieg auf unsere Organisation aufmerksam. Bei dieser Demonstration kaufte sie ein Exemplar des Funkens, wie unsere Zeitung damals noch hieß, las dieses zuhause und begann sich für Marxismus zu interessieren. Auf der nächsten Demo traf sie unseren Genossen Hans-Gerd Öfinger, wurde zu einem Treffen der Ortsgruppe Wiesbaden eingeladen und wurde Mitglied. Mit kreativen Ideen wie die Entwicklung von Merchandise brachte sie die Organisation voran. Sie kreierte Buttons und produzierte diese bei sich zuhause. In ihrer Ortsgruppe übernahm sie die Aufgabe der Finanzsekretärin. Diese nahm sie jedoch nicht als rein administrative Aufgabe wahr, sondern als politische, da sie um die Bedeutung der finanziellen Unabhängigkeit einer revolutionären Organisation wusste. Sie selbst brachte große Opfer für die Organisation durch eigene großzügige Spenden. Sie motivierte andere Genossen dazu, sich selbst zu fragen, wie viel sie bereit seien, für eine revolutionäre Partei zu geben. Mit ihr als Finanzsekretärin war Wiesbaden die finanzstärkste Ortsgruppe der gesamten deutschen Sektion.</p>



<p>In politischen Debatten trat sie gegen Abschweifungen und für eine sinnvolle Nutzung der Zeit sowie die Klarheit unserer Ideen und Perspektiven ein. Der respektvolle Umgang mit Menschen war ihr stets wichtig und sie selbst war anderen Genossen gegenüber nie überheblich. Sie war eine hervorragende Zeitungsverkäuferin. Schließlich kam sie durch den Zeitungsverkauf mit dem Marxismus in Kontakt, weshalb es ihr wichtig war, dessen Ideen an andere weiterzugeben. Obwohl sie voll berufsstätig war und Familie hatte, nahm sie sich Zeit für unsere Bundes- und Weltkongresse und sowie die LL-Demos in Berlin. Corinna stand stets auf Seite der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Ihre festen politischen Überzeugungen und unermüdlicher Tatendrang zeigten sich auch bis vor kurzem bei unseren Interventionen auf den Demonstrationen gegen den Völkermord an den Palästinensern. Bei diesen konnte man sich stets auf Corinna verlassen, selbst kurzfristig schaufelte sie sich hierfür Zeit frei. Dies zeigt, dass Zynismus und Pessimismus Corinna fremd waren.</p>



<p>Ihre letzte Nachricht an unsere Genossin Zahra war: „Und noch gute ,watch-sessions‘ zur Gründung der RKI!“ Wir sind sehr traurig darüber, dass Corinna die zukünftige Entwicklung der Organisation, deren fester Bestandteil sie war, nicht mehr wird miterleben können.</p>



<p>Dennoch bleibt sie in unseren Herzen und Gedanken.</p>
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