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	<title>Was bedeutet der Aufstieg der Rechten? Archives -</title>
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		<title>Demokratie retten oder Sozialismus erkämpfen? </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 12:18:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Reformismus]]></category>
		<category><![CDATA[Was bedeutet der Aufstieg der Rechten?]]></category>
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<p>Die CDU lebt ihr rassistisches Anti-Migrations-Programm voll aus und hetzt im Einklang mit der AfD. Beide Parteien liegen gleichauf bei 25%. Die Merz-Regierung (CDU/CSU/SPD) verschärft Grenzkontrollen, schiebt verstärkt ab und hetzt gegen Migranten und Arme. Sie rüstet auf und droht, die Ampelregierung bei Einschränkungen demokratischer Rechte zu übertreffen. </p>

<p>Gleichzeitig fällt die SPD unter 15%, den Grünen sitzt die 10%-Marke im Nacken, während sich die Linkspartei auf 10% hochkämpft. Der liberale Flügel der herrschenden Klasse und die Parteien der Arbeiterklasse verlieren an Boden, während rechte und konservative Politik das Ruder zu übernehmen scheint. Die bürgerliche Demokratie ist in einer tiefen Krise. </p>

<p>Viele fürchten sich vor diesem vermeintlichen „Rechtsruck“. In der Jugend wächst das Bedürfnis dagegen anzukämpfen. Der Wahlerfolg der Linkspartei Anfang des Jahres brachte das zum Ausdruck. Aber es stellen sich mehrere Fragen: Wieso geschieht diese Krise? Und gegen was, wofür und mit wem soll der Kampf geführt werden? </p>

<h3><strong>Linkspartei sieht schwarz</strong> </h3>

<p>Die Linkspartei-Führung und ihre Rosa-Luxemburg-Stiftung blicken entsetzt auf diese Krise. Sie verstehen, dass hinter Friedrich Merz kapitalistische Interessen stehen, die eine Agenda verfolgen „ohne jegliches Zukunftsversprechen, aber mit dem expliziten Willen zu Führung, Härte und Durchsetzung von Klasseninteressen.“ </p>

<p>Das Programm der Merz-Regierung vertieft die Politik vorangegangener Regierungen: Zum einen die „Austerität“, d.h. Kürzungen am Sozialstaat, zum anderen den „Autoritarismus“, vor allem Einschränkungen demokratischer Rechte. Richtig erkennen die linken Reformisten, dass diese Regierung deshalb „nur ein Intermezzo auf dem Weg in eine tiefere politische Krise“ ist. </p>

<p>Sie gehen davon aus, dass Austerität und was sie „Autoritarismus“ nennen, die Arbeiterklasse nur noch wehrloser und passiver machen. Deshalb geht ihre Perspektive einer „tieferen politischen Krise“ nicht von Klassenkämpfen und revolutionären Bewegungen aus. Dabei war dies stets die Antwort der Arbeiterklasse auf solche Politik. Man denke zum Beispiel an Griechenland in der Eurokrise oder an Argentinien seit dem Wahlsieg von Javier Milei. </p>

<p>Die Perspektive der Linkspartei ist ein Abgleiten in den Faschismus in den nächsten 10 bis 20 Jahren, weil der liberale (FDP, Grüne, Führung der SPD) und der konservative (CDU/CSU) Flügel der herrschenden Klasse in der Krise sind und die AfD aufsteigt. Die Verantwortung für den Aufstieg der AfD schieben sie den Massen zu, denen sie „emotionalen Kontrollverlust“, eine kindische Trotzreaktion hin zum gesellschaftlichen Rückschritt unterstellen. </p>

<p>Die Linkspartei sieht in der Abwendung wachsender Schichten der Arbeiterklasse und Jugend von der offiziellen Elite und ihre Hinwendung zur AfD eine „Faschisierung“. Von dieser weltfremden Idee kommt sie zu ihrer dystopischen Perspektive: Sie sagen, wir leben in einer Periode der Reaktion. Deshalb schreibt sich die Linkspartei das heuchlerische Programm der herrschenden Klasse auf die Fahne: „Rettet die Demokratie!“ – d.h. rettet den Kapitalismus. </p>

<h3><strong>Wo hat die AfD Erfolg?</strong> </h3>

<p>Die AfD gewinnt ihren Zuspruch, wo der Kapitalismus eine Schneise des Niedergangs hinterlässt, wo der „Strukturwandel“ vorherrscht: Betriebssterben, Abstieg im Beruf, leerstehende Geschäfte, heruntergekommene Infrastruktur, ländliche Regionen, wo die Jugend wegzieht und nur Alte bleiben. Die AfD wählen besonders ehemalige Nichtwähler, Arbeitslose und manuelle Arbeiter – jene, die von den etablierten Parteien enttäuscht und verraten wurden. </p>

<p>Im Osten hat die westdeutsche Kapitalistenklasse durch die „Wiedervereinigung“ die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft mit Schocktherapie und Treuhand beantwortet. Sie zerstörte die Industrie der DDR und mit ihr Dreiviertel der Arbeitsplätze. Sie zwang Millionen in schlechtbezahlte Jobs, Armut und Angst vor noch tieferem Abstieg. Bis heute liegt der Lohn durchschnittlich 20% unter dem im Westen. Jetzt dominiert die AfD den Osten. </p>

<p>Auch im Westen gewinnt die AfD, wo die Industrie vom Kapital zerstört wurde, wie in Nordrhein-Westfallen oder Saarland. Aber auch in Baden-Württemberg und Bayern, wo eine neue Welle der Deindustrialisierung eingesetzt hat, wegen der Energiekrise, der Trump-Zölle und der Konkurrenz aus China, vor allem aber, weil die Kapitalistenklasse nicht mehr investiert. Die Zukunftsängste der Arbeiterklasse wachsen auch hier. </p>

<h3><strong>Wut auf Establishment</strong> </h3>

<p>Zusammen mit Inflation, sinkenden Löhnen und steigenden Mieten, nimmt der Konkurrenzkampf in der Arbeiterklasse zu und auch kleinbürgerliche Schichten müssen um ihre Existenzen bangen. Daneben sehen nur noch 23% den öffentlichen Dienst, d.h. den Staat, als handlungsfähig an: Kitaplätze fehlen, Termine bei Ämtern sind rar, Krankenhäuser gehen bankrott. </p>

<p>An dieser Situation zugespitzter Konkurrenz und wachsenden Unmuts gegen die verantwortlichen Parteien, knüpft die AfD am stärksten an. Sie inszeniert sich als Fundamentalopposition zum Establishment und knüpft dabei an den sozialen Krisen an, die auf der Arbeiterklasse und Jugend lasten. Jedoch lenkt sie mit rassistischer Demagogie die Wut weg von der Krise des Kapitalismus hin zu Migranten und Asylsuchenden. </p>

<p>Trotzdem ist die Hinwendung zur AfD keine Faschisierung. Das Entscheidende ist der Bruch mit dem Establishment, dessen Politik die Arbeiterklasse unterdrückt. Das ist eine Suchbewegung nach Politik, die den Interessen der Arbeiterklasse entspricht. Das ist eine sehr wichtige Entwicklung hin zum Klassenkampf. </p>

<p>Sollte die AfD in Regierungen kommen, droht uns nicht Diktatur oder Faschismus. Die AfD möchte im Parlament, wie das Establishment, die Profite des Kapitals steigern und die kapitalistische Krise durch Austerität auf die Massen abschieben. Wenn sie dies tut, wird sie die Hoffnungen ihrer Wähler enttäuschen und den Zorn der Arbeiterklasse, einen Sturm des Klassenkampfes, ernten. </p>

<p>Dass es überhaupt diese wachsende Zustimmung zur AfD gibt, ist allein der reformistischen Politik der Führungen von SPD, DGB-Gewerkschaften und Linkspartei zuzuschreiben. Sie haben den Klassenkampf blockiert und zusammen mit dem Establishment die Kosten der kapitalistischen Krise auf die Arbeiterklasse abgewälzt. Im Verständnis dieser Dynamik liegt der Schlüssel für einen erfolgreichen Kampf gegen die AfD. </p>

<h3><strong>Krisenregierungen</strong> </h3>

<p>Die Krise der Demokratie ist die Folge der Krise des Kapitalismus. Der imperialistische Machtkampf zwischen USA, China und Russland hat Deutschland zwischen alle Fronten eingezwängt und weitgehend bewegungsunfähig gemacht. Das führt zu Machtkämpfen um strategische Fragen innerhalb des Establishments und Kapitals sowie zu wachsenden sozialen Krisen. Deshalb bietet die bürgerliche Demokratie nur noch Krisenregierungen. </p>

<p>Die Ampelregierung war gelähmt, weil die Zwänge der kapitalistischen Krise sie zerrieben. Auch der Merz-Regierung ergeht es nicht besser. Der Wahlkampf machte das deutlich, als Friedrich Merz auf die Abstimmung über seine nicht-bindende rassistische Asyl-Resolution bestand, welche von CDU/CSU, FDP und AfD angenommen wurde. Er provozierte damit eine soziale Bewegung gegen sich und läutete eine instabile Regierung ein. </p>

<p>Darauf folgte sein Putsch gegen den neugewählten Bundestag, mit der Abstimmung über Sondervermögen und Aufweichung der Schuldenbremse für unbegrenzte Aufrüstung. Dann scheiterte Merz im ersten Wahlgang ins Kanzleramt und musste bei der Linkspartei um Hilfe betteln. Sie erwies ihm diesen Dienst. Seit dem folgen Streiterei und gebrochene Versprechen. </p>

<h3><strong>Krise der Institutionen</strong> </h3>

<p>So platzte der Kulturkampf mitten in die Koalition. An der Personalie Frauke Brosius-Gersdorf, die die SPD als Verfassungsrichterin vorschlug, entbrannte eine Regierungskrise. Der rechte Flügel der CDU, der von der AfD unter Druck steht und um seine Wahlkreise fürchtet, entfesselte angefeuert von FAZ, BILD, Nius und Junge Freiheit eine Hetz-Kampagne gegen die Juristin um das Thema Abtreibung. </p>

<p>Liberale Kreise drängten Brosius-Gersdorf zum Rücktritt. In der Süddeutschen Zeitung hieß es: „Der Graben mitten durch die Mitte, zwischen progressiven und konservativen Demokraten, würde umso tiefer, je länger dieser Streit andauerte“, und weil das nur der AfD nütze, sollte man nachgeben, um die „Mitte“ und die „Demokratie“ zu retten. Die SPD knickte ein. </p>

<p>Ines Schwerdtner (Die Linke) beklagte, dass die CDU nicht in der Lage sei „so eine Institution wie das Bundesverfassungsgericht zu stützen“. Dabei hätte sie die Heuchelei hinter der unterstellten „Neutralität“ des Verfassungsgerichts angreifen müssen sowie den Klassencharakter der bürgerlichen Demokratie und des Liberalismus. Der ideologische Kitt der bürgerlichen Gesellschaft bröselt für viele bereits sichtbar und Linke müssen diese Entwicklung unterstützen, indem sie die wirklichen Klasseninteressen hinter den staatlichen Institutionen aufzeigen. </p>

<h3><strong>Austerität</strong> </h3>

<p>Wem diese Demokratie wirklich nützt, zeigt die Sparpolitik der Merz-Regierung. Während die Reichen immer reicher werden, sagt der Kanzler mit Blick auf den Sozialstaat: „Wir können uns dieses System nicht mehr leisten.“ Die Merz-Regierung plant einen Kahlschlag bei den Sozialversicherungen. Nach Agenda 2010, möchte das Kapital jetzt eine Agenda 2030 – festgehalten im CDU-Programm und diktiert von den Unternehmerverbänden BDI und BDA. </p>

<p>Die herrschende Klasse verlangt, dass ihre Aufrüstung sowie ihre Subventionen und Deregulierungen für ihre Banken und Konzerne durch die Arbeiterklasse bezahlt werden. Die SPD trägt das mit – trotzt „Bullshit“-Wahlkampfgetöse von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Der Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) pocht darauf, die 170 Mrd. Euro Lücke im Haushalt bis 2029 durch enorme Einsparungen im Sozialstaat zu stopfen. </p>

<p>Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), fordert zudem: „Wir müssen mehr und länger arbeiten.“ Laut Allensbach-Umfrage sehen das 63% der Bürger anders. Nur 18% stimmen der Ministerin zu. Nur 23% finden eine Anhebung des Renteneintrittsalters „akzeptabel“ und nur 23% eine längere Wochenarbeitszeit. Weiter würden sich nur 7% mit geringeren Renten in der Zukunft abfinden und nur 5% mit sinkender Qualität der Gesundheitsversorgung. </p>

<p>Weil die herrschende Klasse keine demokratische Legitimation für ihr Programm hat, schlägt sie zuerst auf die Schwächsten in der Arbeiterklasse ein. Die Regierung, Parteien, Medien und Verbände hetzen gegen Bürgergeldbezieher und Asylsuchende. Trotzdem fänden nur 33% der Bürger Einschränkungen von staatlichen Leistungen „akzeptabel“ und Einschränkungen sozialer Absicherung sogar nur 15%. </p>

<h3><strong>Führung der Gewerkschaften</strong> </h3>

<p>Diese Regierung ist schwach und ihr Programm muss mit Klassenkampf beantwortet werden. Aber DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi klingt versöhnend: „Mehr Investitionen im Bundeshaushalt 2026 von knapp 127 Milliarden Euro sind ein gutes und klares Signal, dass mit dem Kaputtsparen endlich Schluss ist“. Dabei wird nun Bildung und Sozialstaat kaputtgespart. </p>

<p>Und auch die Milliarden für Investitionen werden auf den Konten der Banken, Konzerne und Aktionäre verschwinden, wie im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008, in der Corona-Pandemie und seit der Energiekrise. Auch Yasmin Fahimi ist das bekannt, sie sagt selbst: „Superreiche sind die Krisengewinner der letzten Jahrzehnte.“ </p>

<p>Auch prangert DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel die spalterische Hetze um den Sozialstaat an: „Mit dem Theaterdonner zum Bürgergeld Menschen mit geringen Löhnen gegen Menschen im Bürgergeld gegeneinander auszuspielen, löst keine Probleme und ersetzt nicht die dringend notwendige Diskussion um gerechte Umverteilung.“ </p>

<p>Und so fordert auch Yasmin Fahimi, „eine verfassungsgemäße Vermögenssteuer und eine einmalige Vermögensabgabe der reichsten 3.900 Personen, die fast ein Drittel des gesamten volkswirtschaftlichen Vermögens besitzen“. Diese Forderung entspricht der Stimmung in der Arbeiterklasse und Jugend und eben dieser Druck von unten zwingt die Gewerkschaftsführung zu radikaleren Tönen. </p>

<h3><strong>Arbeiterklasse will kämpfen</strong> </h3>

<p>Auch 2024 war besonders reich an Arbeitskämpfen und Streiks für höhere Löhne, mehr Urlaub und Arbeitszeitverkürzung, gegen Stellenabbau und Schließungen. Gerade in Ostdeutschland streiken Beschäftigte überdurchschnittlich oft und stark für ihre Interessen. Das spricht gegen die These der Faschisierung und gegen die Idee, dass Austerität die Arbeiterklasse nur lähmt und passiv macht. Im Gegenteil: Die Krise der letzten Jahre führt zu wachsender Gegenwehr. </p>

<p>Die Forderungen und Interessen der Beschäftigten stehen in unversöhnlichem Widerspruch zu den Plänen der Merz-Regierung und der Unternehmerverbände. In einer Zeit genereller Angriffe, einer Agenda 2030, hat die Führung der Gewerkschaften die Aufgabe eine bundesweite Protestbewegung zu organisieren. Sie müsste die verschiedenen Arbeitskämpfe, Branchen und Forderungen zu einem einheitlichen bundesweiten Kampf zusammenführen, mit Demonstrationen und Streiks auf der Straße. </p>

<p>Die Merz-Regierung würde wie ein Kartenhaus zusammenfallen, die herrschende Klasse wäre auf dem Rückzug und auch den rechten Demagogen könnte die Arbeiterklasse das Handwerk legen. Stattdessen aber organisieren die Gewerkschaftsführer Niederlagen in den maßgebenden Arbeitskämpfen, wie bei VW. Sie bauen keine bundesweite Solidarität auf und lassen Kämpfe vereinzelt. Ohne Not akzeptieren sie Lohnkürzungen und „sozialverträglichen“ Stellenabbau. </p>

<p>Letztlich bleibt vom Kampf gegen die Superreichen nichts als Rhetorik. Die sozialpartnerschaftliche Führung der Gewerkschaft handelt als Stützpfeiler des deutschen Kapitalismus. Auch ihr Motto ist: „Demokratie retten!“ Das heißt Zusammenarbeit mit der Regierung und den Bossen. Von dieser Absage an den Klassenkampf profitiert die AfD. </p>

<h3><strong>Führung bremst</strong> </h3>

<p>Vor 20 Jahren bestellt die Kapitalistenklasse die Agenda 2010. Damals setzten SPD und Grüne diese gegen die Arbeiterklasse durch. Sie waren damit erfolgreich, weil sich die Führung der Gewerkschaften der Regierung unterordnete. Wie heute organisierten sie keine ernstzunehmende Gegenwehr und lähmten den Widerstand auf der Straße. </p>

<p>Die Opposition von Mitgliedern der Gewerkschaften und SPD gründeten in dem Zuge die WASG, die später mit der PDS zur Linkspartei zusammenging. Die Linkspartei setzt aber nur auf Wahlen und das Parlament, um die Austerität aufzuhalten. Deshalb gab auch sie damals dem Widerstand auf der Straße gegen die kapitalistische Krise keine Perspektive. </p>

<p>Heute hätte die Führung der Linkspartei die Chance zu beweisen, dass sie aus der Vergangenheit gelernt hat: Loyale Opposition zu bürgerlichen Regierungen oder gar Beteiligung an solchen – wie die Linkspartei es auf Landesebene häufig mit SPD und Grünen tat – können die Zwänge des Kapitalismus nicht brechen. </p>

<h3><strong>Wiederholung alter Fehler</strong> </h3>

<p>Die Linkspartei aber führt den alten Kurs weiter. „Demokratie retten“ heißt Zusammenarbeit mit der Merz-Regierung. Ines Schwerdtner beteuert, ihre Partei werde der CDU „nicht nur helfen, wenn die Hütte brennt“. Im Interview bei „Jung und naiv“ machte sie klar, dass sie nicht an einer „Regierungskrise“ interessiert sei, weil das der AfD den „Aufstieg ermöglicht“. So eine loyale Opposition kann Austerität, Aufrüstung und kapitalistische Krise nicht bekämpfen. </p>

<p>Wie weit die Linkspartei bereits ging, um die „Demokratie“ vor der AfD „zu retten“ zeigt ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt. 2020 stimmt dort die Linke-Fraktion für die Schuldenbremse in der Landesverfassung im Austausch gegen einen wertlosen „Antifa-Artikel“ (Artikel 37a). Das sollte die AfD in Sachsen-Anhalt aufhalten. Dort liegt sie jetzt aber bei 39%. Das zeigt: Faschismus-Hysterie und Unterordnung unter kapitalistische Zwänge stärkt die AfD. </p>

<p>Aber die Linkspartei macht gerade so weiter: Im Bundesrat stimmten die Linke-Fraktionen der Landesregierungen von Bremen und Mecklenburg-Vorpommern für die Kriegskredite der Bundesregierung. Jetzt feilt die Bremer Linke-Fraktion mit SPD und Grünen an einem Sparprogramm für den Landeshaushalt. </p>

<h3><strong>Sackgasse Reformismus</strong> </h3>

<p>Dabei positioniert sich die Linkspartei gegen Austerität. Sie fordert „tax the rich“, wie auch die DGB-Führung: Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, höhere Steuern für Manager und eine Vermögensabgabe. Die Linkspartei könnte die Initiative ergreifen für eine Offensive der Arbeiterklasse und Jugend gegen die Merz-Regierung und für einen Kurswechsel der Gewerkschaften. </p>

<p>Diese gemeinsamen Forderungen sind die Grundlage für eine klassenkämpferische Bewegung auf der Straße, in den Betrieben und Bildungseinrichtungen. Stattdessen setzt die Linkspartei auf parlamentarische Debatten um Steuersysteme. Sie erhofft sich davon „Druck“ auf die SPD aufzubauen, die eine Vermögenssteuer in Erwägung zieht, um ihr Haushaltsloch zu stopfen. Aber ohne Klassenkampf hat die Linkspartei kein gewichtiges Argument. </p>

<p>Wie wir bereits zur Debatte über die Schuldenbremse sagten: „Wer sich für die Aufhebung der Schuldenbremse im Parlament einsetzt, aber nicht den Kampf gegen Sparpolitik und Aufrüstung in den Betrieben, Stadtteilen, Bildungseinrichtungen und Gewerkschaften organisiert, der gibt der kommenden Regierung – allem mündlichen Protest zum Trotz – einen Freifahrtschein für Militarismus und Umverteilung von unten nach oben.“ </p>

<p>Auch Geld aus Vermögenssteuern unterläge keiner demokratischen Kontrolle durch die Arbeiterklasse und Jugend. Zudem kommt: Will man an die Vermögen ran, muss man revolutionären Klassenkampf führen. Debatten über „Umverteilung“ werden das nicht erreichen. Die herrschende Klasse muss um ihre Macht fürchten, damit sie ihr Vermögen preisgibt. Nur eine organisierte Arbeiterbewegung kann ihr diese Macht streitig machen. </p>

<p>Die Merz-Regierung hat keine Legitimation für ihre Politik, die etablierten Parteien sind in einer tiefen Krise, die Institutionen des bürgerlichen Staates büßen Vertrauen ein. Die Massen suchen nach Alternativen. Wut und Frustration gegen diese Klassengesellschaft wachsen. Die herrschende Klasse ist in einer Position der Schwäche. </p>

<h3><strong>Revolutionäre Strategie</strong> </h3>

<p>Das alles spricht gegen die Idee der Linkspartei, dass wir in einer Zeit leben, die „Optionen linker und progressiver Entwicklungen schon jetzt entscheidend einschränkt“. In Wirklichkeit bahnen sich Klassenkampf und soziale Explosionen an. Darauf muss sich die Strategie derjenigen ausrichten, die ernsthaft gegen Krieg, Sparpolitik, Aufrüstung, Einschnitte bei demokratischen Rechten und den Aufstieg von rechten Demagogen kämpfen wollen. </p>

<p>„Demokratie retten“ heißt den Klassenkampf aufgeben und somit Austerität und „Autoritarismus“ akzeptieren. Damit trägt die Linkspartei zum Aufstieg der rechten Demagogen bei. Die Demokratie der Reichen ist in der Krise, weil der Kapitalismus in der Krise ist und die Herrschenden diese Krise auf die Arbeiterklasse abwälzen müssen. Damit untergraben sie das Vertrauen der Massen in ihr Regime und destabilisieren ihre eigene Herrschaft. </p>

<p>Das gibt uns wiederum die Möglichkeit das Vertrauen der Massen zu gewinnen, weil diese zum Klassenkampf gezwungen sein werden, um ihre Interessen zu verteidigen. Das erzwingt der Klassenwiderspruch zwischen Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse, der die Grundlage der kapitalistischen Gesellschaft bildet. </p>

<p>Nur Politik, die von diesem Klassenwiderspruch ausgeht, und allein die Interessen der Arbeiterklasse formuliert, kann die Rechten aufhalten und die Krise des Kapitalismus beenden. Dafür muss die Arbeiterklasse die Macht der Kapitalisten brechen, indem sie die Banken und Konzerne enteignet und in eigene Kontrolle und Verwaltung überführt – den Kapitalismus also abschafft. </p>

<h3><strong>Sozialismus in unserer Lebzeit</strong> </h3>

<p>Wir denken, dass die Linkspartei für ihre Forderungen auf der Straße, in den Unis und Betrieben kämpfen sollte. Millionen von jungen Menschen haben sie gewählt, weil sie die Gesellschaft verändern wollen. Eine Bewegung der Jugend könnte die Arbeiterklasse aufrütteln und den Klassenkampf entfesseln. Wir würden das von Herzen begrüßen und unterstützen. </p>

<p>Immer mehr junge Menschen brechen ideologisch mit dem Kapitalismus und suchen einen Weg diesen zu stürzen. Aber auch AfD-Wähler wird die kapitalistische Krise in diesen Kampf gegen die Regierung und die herrschende Klasse zwingen. Deshalb brauchen wir eine Strategie und ein Programm, die diese beiden Schichten zusammenbringen und die Gräben überwinden können. </p>

<p>Wir setzen auf Klassenkampf entlang der gemeinsamen Klasseninteressen, mit dem Ziel einer Planwirtschaft und sozialistischer Demokratie. Unsere Aufgabe ist: Sozialismus erkämpfen! Dabei unterstützen wir jeden Kampf für Reformen. Aber wir setzen uns dafür ein, dass die Arbeiterbewegung und Jugend mit dem Reformismus brechen, der sie an den Kapitalismus fesselt, weil er das Programm von Linkspartei und Gewerkschaften zu einem zahnlosen Tiger macht. </p>

<p>Die Linkspartei könnte mit einem kommunistischen Programm und ihren 100.000 Mitgliedern schon heute der sozialistischen Revolution den Weg ebnen. Weil sie dies nicht tut, bauen wir die RKP auf. Schließ dich uns an und hilf mit, diese kommunistischen Ideen in der Bewegung zu verankern. </p>
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		<title>Was sagen Kommunisten zu einem Verbotsverfahren gegen die AfD?</title>
		<link>https://derkommunist.de/was-sagen-kommunisten-zu-einem-verbotsverfahren-gegen-die-afd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michele Rocco Troccolo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2025 10:17:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anti-AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Was bedeutet der Aufstieg der Rechten?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom Faschismus zum 80. Mal. Die unbeliebteste Regierung seit 1945 wird diesen Jahrestag nutzen, um den Arbeitern und der Jugend Werbung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom Faschismus zum 80. Mal. Die unbeliebteste Regierung seit 1945 wird diesen Jahrestag nutzen, um den Arbeitern und der Jugend Werbung für ihre Demokratie einzuhämmern: Gegen den „aufsteigenden Faschismus“ müsse man die „gemäßigte Mitte“ unterstützen, die in Taten zunehmend das Programm der AfD umsetzt. Entgegengesetzt zu diesen Heuchlern, sehen viele in der Jugend und der Arbeiterklasse die AfD als wirkliche Bedrohung für die Gesellschaft und sind in den letzten Monaten deswegen auf die Straße gegangen.</p>



<p>Jetzt, nachdem die AfD vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft wurde, werden die Forderungen nach einem AfD-Verbot noch lauter. Wir Kommunisten sind der Meinung, dass der Kampf gegen rechte Demagogen durch ein Verbot keinen Schritt vorwärtsgebracht wird. Warum? Die AfD-Führung hat ein reaktionäres Programm, das jeder Kommunist verurteilt. Aber einen Teil der Arbeiterklasse auf den anderen Teil zu hetzen, hilft nur den Kapitalisten. Dies ist ein reaktionärer Kulturkampf: AfD-Wähler vs. Nicht-AfD-Wähler. Dies ist der gleiche Spaltungsmechanismus wie Migranten vs. Nicht-Migranten, den die Regierung und die AfD bedienen. Wir sagen: Es braucht Klassenkampf: Arbeiterklasse vs. Kapitalisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Funktioniert ein Verbot?</h2>



<p>Man mag entgegnen: „Aber die AfD ist reaktionär, wir sollten uns dagegen wehren!“ Das stimmt, aber die Frage ist, was sind die geeigneten Mittel, um uns zu wehren? Die herrschende Klasse und ihre Intellektuellen sind sich bewusst, dass ein Verbot kaum etwas bringt. Der „Extremismusforscher“ Cas Mudde sagt: „Am Ende tut ein Verbot nichts gegen den Nährboden extrem rechter Politik.“</p>



<p>Das muss niemand behaupten, man kann sich einfach das Resultat des Verbots der „Golden Morgenröte“ in Griechenland anschauen. Die Neonazipartei hatte brutale, teilweise tödliche Attacken auf Migranten, linke Rapper, Gewerkschaftsmitglieder und Kommunisten ausgeführt. 2020 wurde die Partei zerschlagen. Dies war der <a href="https://marxist.com/golden-dawn-conviction-2020.htm">Erfolg einer Massenbewegung</a>, die den Staat zwang zu handeln.</p>



<p>Aber heute treiben die Faschisten immer noch ihr Unwesen. Sie haben neue Parteien und Organisationen gegründet und sind weiterhin eng mit dem Staatsapparat verbunden. Nach der Wahl 2023 wurde von einem „Rechtsruck“ in Griechenland gesprochen, weil Konservative und Rechte über 50% erhalten hatten. Davon ging sogar 10% auf extrem rechte Parteien. Der Aufstieg der Rechten war nur möglich, durch eine <a href="https://derkommunist.de/die-griechische-arbeiterklasse-zeigt-ihren-kampfeswillen/">fehlende klassenkämpferische Politik der Arbeiterparteien</a>.</p>



<p>Die Demokratie bekomme eine „Atempause“ wird entgegnet. Aus Sicht von AfD-Wählern und -Sympathisanten – mindestens 10 Millionen Menschen – stellt sich dies aber ganz anders dar: Ihre Meinung soll verboten werden. Das ist ein klarer Angriff auf ein demokratisches Recht. Viele sind zur AfD gewandert, weil alle anderen Parteien nicht in ihrem Interesse handeln. Weil ihre Stimme in dieser „Demokratie“ nicht gehört wird. Jetzt soll ihre Stimme offiziell ausgeschlossen werden.</p>



<p>Die Neutralität des Staates entblößt sich für sie weiter als eine Illusion. In dieser Hinsicht sind die AfD-Wähler im Bewusstsein weiter, als die Parteiführung der Linken, die weiter an dem Märchen des neutralen Staats festhält.</p>



<p>Aber eine Reaktionäre wie Beatrix von Storch – die korrekterweise darauf hinweist, dass der Verfassungsschutz weisungsgebunden der Regierung untersteht – nutzt diesen Angriff auf demokratische Rechte, um für ihre Partei weiter Werbung zu machen. Anstatt der AfD-Wählerschaft zu helfen, zu einer Klassenposition zu kommen, treibt man sie durch die Forderung eines Verbots tiefer in die Arme der AfD. Das Gleiche passiert durch die <a href="https://marxist.com/the-case-of-marine-le-pen-how-the-democrats-are-destroying-democracy.htm">Verurteilung von Le Pen</a> in Frankreich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer sind die AfD-Wähler?</h2>



<p>„Aber“, wird gesagt, „man kann Nazis nicht mit Worten überzeugen“. Korrekt, gegen faschistische Schlägertrupps braucht man Selbstverteidigungseinheiten der Arbeiterorganisationen. Vor 1933 hatte die SPD das „Reichsbanner“, die KPD den „Roten Frontkämpferbund“ und die Gewerkschaften die „Eiserne Front“. Aber auch sie sind daran gescheitert, den Faschismus zu besiegen, weil die stalinistische KPD es nicht verstanden hat, die Arbeiterklasse für den Sturz des Kapitalismus zu gewinnen. Die reformistische SPD und die Gewerkschaften wiederum haben die Arbeiterklasse daran gehindert, den Sozialismus zu erkämpfen.</p>



<p>Der Faschismus ist eine konterrevolutionäre Massenbewegung, deren Ziel es ist, die Arbeiterorganisationen zu zerschlagen und eine totalitäre Diktatur des Monopolkapitals über sie zu errichten. Deshalb ist es ein gravierender Fehler, die Masse der AfD-Wähler und -Sympathisanten mit Faschisten gleichzusetzen. Seit 2017 sind über eine halbe Million Wählende von der antifaschistischen Linken zur AfD gewandert. Von der SPD sind über eine Million abgewandert. Unter Gewerkschaftsmitgliedern ist die AfD sogar überdurchschnittlich repräsentiert. In aktuellen Umfragen ist die AfD zweitstärkste Kraft mit rund 25%.</p>



<p>Diese Arbeiter sind nicht plötzlich alle zu Nazis geworden. Sie sind enttäuscht von den Regierungen und einer Linkspartei in der Opposition, die beide nicht ihre Interessen vertreten. Die kapitalistische Krise wurde auf ihrem Rücken abgewälzt. Sie suchen nach einer Lösung und im Vergleich zur Linken zeigt die AfD, dass sie eine Opposition ist, die nicht klein beigibt und sich traut Probleme anzuprangern und die etablierten Parteien rücksichtslos für ihre Politik zu geißeln. Die AfD schafft es, sich immer wieder als Stimme des „kleinen Mannes“ zu präsentieren.</p>



<p>Ein AfD-Verbot wird dieses Bild nur weiter verstärken, so wie Trump durch die unzähligen Gerichtsverfahren gestärkt wurde. Paradoxerweise könnte eine Zusammenarbeit der Regierungsparteien mit der AfD zur Schwächung der AfD führen, weil sie damit ihr wahres arbeiterfeindliches Programm offenbaren muss. Deswegen wird sich auch in der herrschenden Klasse darum gestritten, <a href="https://www.nzz.ch/report-und-debatte/deutschland-und-die-afd-bedingungen-fuer-eine-zusammenarbeit-zu-stellen-ist-besser-als-eine-brandmauer-zu-errichten-ld.1846719">ob die Einbindung der AfD nicht der bessere Weg ist</a>.</p>



<p>Wir haben es nicht mit dem Aufstieg des Faschismus zu tun oder mit einem gesellschaftlichen „Rechtsruck“. Stattdessen findet die sogenannte „politische Mitte“ immer weniger Zustimmung für ihre Politik des Status Quo. Wer jetzt von Faschismus spricht, übersieht die ansteigende Wut der Arbeiterklasse, die nach einem Ausdruck sucht. Weil keine „linke“ Partei diese Wut wirklich aufgreift, spielt die AfD diese Rolle, wenn auch in sehr deformierter Weise. Gleichzeitig hat ein „auf die Barrikaden“ der Linkspartei gereicht, ihnen Millionen von Stimmen und Zehntausende neue Mitglieder zu bescheren. Heute ist es nicht die Aufgabe einer Arbeiterpartei, sich für den Kampf gegen den Faschismus zu rüsten, sondern den steigenden Klassenkampf aufzugreifen und für die revolutionäre Machtübernahme durch die Arbeiterklasse zu kämpfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erbsenzählerei?</h2>



<p>Kann man nicht beides tun? Die AfD verbieten und ihre Wähler mit einem Klassenprogramm ansprechen? Dies ist im Kern die <a href="https://www.die-linke.de/start/presse/detail/afd-verbotsverfahren-jetzt-auf-den-weg-bringen/">Position von Jan van Aken</a>, Vorsitzender der Linkspartei:</p>



<p>„Ich war früher immer gegen ein Verbotsverfahren, weil man mit einem Verbot natürlich nicht die Ideologie aus den Köpfen herausbekommt. Aber wenn wir uns nun anschauen, wie offen die AfD die Demokratie abschaffen möchte, sollten wir ihr nicht unsere schärfste Waffe – die Demokratie – an die Hand geben.“</p>



<p>„Gleichzeitig müssen wir die AfD auch politisch bekämpfen. Indem wir die Probleme und Nöte der Menschen endlich ernst nehmen und ihnen Zuversicht geben. Indem wir das Leben der Menschen wirklich verbessern. Der Rechtsruck ist kein Zufall – er wurde über Jahre hinweg durch soziale Kürzungen und eine Politik, die sich an den Interessen der Reichen und Mächtigen orientiert, politisch genährt.“</p>



<p>In der Praxis treibt man aber durch das Verbot einen Keil zwischen AfD-Wähler und Nicht-AfD-Wählern. Anstatt den AfD-Sympathisanten zu sagen, „ja, wir sind auch der Meinung, dass die Regierung ein Problem ist, aber eure Lösung ist falsch“, sagt man ihnen, „ihr seid aber das größere Problem und wir arbeiten sogar mit der Regierung zusammen, um eure Partei und eure Meinung zu verbieten“.</p>



<p>Faktisch baut man so ein Bündnis der Arbeiterklasse mit der herrschenden Klasse auf. In den Worten von Gregor Gysi: „Zunächst einmal müssen wir uns – von der CSU bis zur Linken, aber auch mit Gewerkschaften, Kirchen, Unternehmerverbänden, Künstlern und Wissenschaftlern – darauf verständigen, dass wir unsere Grundfesten von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gemeinsam verteidigen“.</p>



<p>Dies ist aber ein Bündnis von Interessensgegnern. Die herrschende Klasse bekämpft die AfD nicht aus denselben Gründen wie Teile der Arbeiterklasse und der Jugend. Sie sieht die AfD als einen Störfaktor in ihrem Geschäft: Sie wollen in Ruhe herrschen und Profite eintreiben, d.h. die Arbeiterklasse ausbeuten. Hinzu kommt, wenn die AfD ihr Anti-EU und Anti-Euro-Programm durchsetzen würde, untergrübe dies die Basis, auf der Deutschland auf dem internationalen Markt überhaupt eine Rolle spielen konnte. Die AfD-Führung steht ansonsten, aber nicht in großem Widerspruch zur herrschenden Klasse. Sie schlägt nur andere Lösungen vor, wie man gute Profite macht und stützt sich für gute Wahlergebnisse auf die Wut eines Teils der Arbeiterklasse und der Jugend</p>



<p>Noch schlimmer an diesem Bündnis ist: Man gibt den Henkern die Waffen, um einen selbst in der Zukunft zu verurteilen. Das Verbot der neonazistischen Sozialistischen Reichspartei von 1952 war der Vorläufer für das KPD-Verbot 1956. Wenn die AfD aufgrund einer Verfassungsfeindlichkeit verboten wird, dann kann mit dieser Begründung jede Organisation verboten werden, die sich kapitalismuskritisch und damit verfassungsfeindlich äußert.</p>



<p>Wie die Linkspartei handelt die <a href="https://www.mlpd.de/videos/gesichert-rechtsextrem-das-war-ueberfaellig-fuer-das-verbot-der-afd">MLPD</a> mit ihrem aktuellen Programm – trotz aller kommunistischer Phrasen – letztlich als verlängerter Arm der herrschenden Klasse. Sie spricht sich für ein AfD-Verbot aus, aber warnt davor, dem Staat zu vertrauen, der nur auf Druck einer antifaschistischen Massenbewegung zu so einem Verbot gezwungen werden kann. Eine scheinbar gut klingende Strategie wird zu einem Desaster, wenn sie auf einer verkehrten Analyse der Welt basiert.</p>



<p>Die MLPD sieht genauso wie die Führung der Linkspartei auf der ganzen Welt den Aufstieg des Faschismus und erstarkende antikommunistische Kräfte, statt einer gesellschaftlichen Polarisierung, die selbst ein Ausdruck des steigenden Klassenkampfs ist. Sich mit falschen Analysen und Kampfmethoden in die Ecke gedrängt, sucht die MLPD ein Bündnis mit allen Kräften, die die bürgerliche Demokratie retten wollen. Wäre da nur nicht der Fakt, dass Trump, Le Pen, Meloni und die AfD <a href="https://www.youtube.com/watch?v=t_TuWkVS8pU">kein Faschismus repräsentieren</a>. Und wäre da nicht der Fakt, dass gerade die herrschende Klasse in Deutschland gegen die AfD mobilisiert, um ihre etablierten Parteien an der Wahlurne zu retten, während die AfD ein deformierter Ausdruck eines Klassenhasses gegen die Herrschenden ist. So wird die MLPD mit ihrer Verbotsforderung ungewollt zur Verteidigerin der „demokratischen Mitte“ und setzt auf Kulturkampf statt Klassenkampf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wofür braucht es die RKP<strong>?</strong></h2>



<p>Die Führungen der „antifaschistischen“ Bewegung, die für ein Verbot der AfD auf die Straße mobilisieren, wollen gleichzeitig „demokratische“ Parteien wie CDU, SPD und Grünen stärken. Auf diesen Demonstrationen halten wir entgegen: diese Parteien vertreten nicht unsere Interessen!</p>



<p>Die RKP tritt ein für ein Klassenprogramm: Während die Kapitalisten für Kürzungen und Krieg rüsten, rüsten wir uns für Gegenwehr. Wir fordern Bildung statt Bomben, Renten statt Raketen und Pflege statt Panzer. Kriegsgewinner und Rüstungsindustrie sollen enteignet werden. Wir verteidigen Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Wir sagen: Gewerkschaften in die Offensive gegen Lohnraub, Entlassungswellen und Aufrüstung. Wir wollen die Diktatur der Reichen zerschlagen und stattdessen die Arbeiterklasse an der Macht.</p>



<p>Dieses Programm tragen wir auf die Straße. Deswegen ist es die Aufgabe von Kommunisten auf Anti-AfD-Demonstrationen mit dem Finger auf die Regierung zu zeigen. Den Organisatoren wird dies nicht gefallen, aber der Aufstieg der AfD und die niedrige Zustimmung zur Regierung zeigen, dass ein großer Teil der Arbeiterklasse nach solch einer Position suchen. Unsere britischen Genossen haben die <a href="https://communist.red/reform-uk-counter-protest-anger-on-the-streets-of-birmingham/">gleiche Erfahrung</a> bei Protesten gegen die Partei Reform UK gemacht und unsere US-amerikanischen Genossen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=2FHG-EmajaE">treffen auf Zustimmung</a> bei ehemaligen Trump und Bernie Sanders Unterstützern.</p>



<p>Keine Worte werden die AfD bekämpfen, sondern Taten. Die Parteiführung der Linken spricht über Klassenkampf. Aber sobald es ans Handeln geht, wendet sie sich an die Gerichte, will mit allen „demokratischen“ Parteien zusammenarbeiten und versucht den Staat wehrhaft zu machen. Sprich: Sie tut alles, außer die Arbeiterklasse und Jugend auf die Straße und in den Betrieben zu mobilisieren. So hat sie Wähler an die AfD verloren.</p>



<p>Der AfD kann man nur durch Klassenkampf begegnen. Die Arbeiterklasse sucht nach einer Partei, die unerschütterlich ihre Interessen vertritt und dafür die besten Methoden bereitstellt. Dies sind die Lehren des Marxismus. Die RKP kämpft darum, ein Programm für unsere Klasse an die Spitze der Arbeiterbewegung zu stellen. Nur dies wird die gesamte Arbeiterbewegung (AfD-Wähler und Nicht-AfD-Wähler) aus den Fängen der herrschenden Klasse, egal welcher Couleur, befreien.</p>
<p>The post <a href="https://derkommunist.de/was-sagen-kommunisten-zu-einem-verbotsverfahren-gegen-die-afd/">Was sagen Kommunisten zu einem Verbotsverfahren gegen die AfD?</a> appeared first on <a href="https://derkommunist.de"></a>.</p>
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