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	<title>Massenbewegung Archives -</title>
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		<title>Indiens „Kakerlaken“ erheben sich: Kein Rückzug, bis Modi fällt!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ravi Mistry]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Massenbewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Artikel wurde ursprünglich auf marxist.com am 29.07.2026 veröffentlicht. Indien hat gerade eine Woche erlebt, in der Jahrzehnte an Ereignissen stattfanden. Trotz brutaler Unterdrückung haben Massendemonstrationen, organisiert von der „Cockroach [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Dieser Artikel wurde ursprünglich auf <a href="https://marxist.com/india-s-cockroaches-rise-no-retreat-until-modi-falls.htm">marxist.com</a> am 29.07.2026 veröffentlicht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Indien hat gerade eine Woche erlebt, in der Jahrzehnte an Ereignissen stattfanden. Trotz brutaler Unterdrückung haben Massendemonstrationen, organisiert von der „Cockroach Janta Party“ (CJP), den Rücktritt des verhassten indischen Bildungsministers Dharmendra Pradhan erzwungen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Dies ist ein wichtiger und seltener Sieg, der im ganzen Land für Aufruhr gesorgt hat.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade als sich Zehntausende darauf vorbereiteten, auf die Straße zu gehen, und Modi sowie die gesamte Regierung in völliger Panik versanken, stoppte die CJP die Proteste abrupt. Dies ist ein schwerwiegender Fehler, der die Gefahr birgt, den Sieg in den letzten Augenblicken noch zu verspielen.</p>

<h2 class="wp-block-heading">Die Generation Z wehrt sich</h2>

<p class="wp-block-paragraph">Die beispiellose „Cockroach”-Bewegung, angeführt von der Generation Z des Landes, hat die gesamte Nation in ihren Bann gezogen. Das ganze Land spricht über Politik. In den großen Städten wie Delhi, Mumbai und Kalkutta herrschte karnevalsähnliche Stimmung.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sogar Bollywood-Superstars wie <a href="https://x.com/BeingSalmanKhan/status/2079980444469395837">Salman Khan</a> und Indiens größter Cricketspieler <a href="https://x.com/sachin_rt/status/2080307190221664539">Sachin Tendulkar</a> gaben vage Unterstützungsbekundungen für die studentischen Demonstranten ab.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und das in einem Land, in dem Widerstand gegen die Regierung und ihren starken Mann Narendra Modi üblicherweise mit Verleumdungen, Zensur, Schlägen, Inhaftierung oder sogar dem Tod geahndet wird.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Ereignisse haben sich rasant entwickelt. Die „Cockroach Janta Party“ (CJP) wurde erst Mitte Mai gegründet, als Reaktion auf die Äußerungen des indischen Obersten Richters Surya Kant, der die arbeitslosen Jugendlichen des Landes als „Kakerlaken“ bezeichnet hatte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Ihr Gründer Abhijeet Dipke kehrte Anfang Juni nach Indien zurück und begann, Kundgebungen abzuhalten. Gegen Ende Juni wurde am Jantar Mantar im Herzen von Lutyens’ Delhi ein Zeltlager errichtet.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Ihre Hauptforderung war der Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan, den sie für das Durchsickern der Prüfungsfragen für die anspruchsvolle NEET-Medizinprüfung verantwortlich machten, wodurch die Prüfung ungültig wurde und mindestens 17 Studierende in den Selbstmord getrieben wurden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Aus Protest trat Sonam Wangchuk, ein bekannter Klimaaktivist und Ingenieur, in ein gandhisches Hungerstreik bis zum Tod ein. Er wurde am Samstag, dem 18. Juli, gewaltsam aus dem Zeltlager entfernt, was den <em>Sansad Chalo</em>-Marsch zum Parlament auslöste.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Bis zu hunderttausend Menschen nahmen an dem Marsch teil und wurden von der Polizei mit Lathi (Schlagstöcken), Tränengas und sogar <a href="https://theprint.in/india/raf-chief-admits-use-of-excessive-force-force-bars-pellet-guns-electric-shock-weapons-at-jantar-mantar/2996422/">Schrotflinten</a> empfangen. Die Bilder entsetzten das Land, insbesondere die Jugend.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch anstatt die Massen einzuschüchtern, entfesselte die Repression die aufgestaute Wut, die sich seit über einem Jahrzehnt aufgebaut hatte. Es entstanden unglaubliche Szenen, in denen Zehntausende junger Menschen in Indien auf die Straßen strömten und zeigten, dass sie keine Angst mehr hatten.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Furchtlosigkeit gegenüber dem repressiven Staatsapparat wurde durch ein weit verbreitetes <a href="https://www.instagram.com/p/DbIFxm1xnLY/?utm_source=ig_embed&amp;ig_rid=AEQH9OL8wWjS9m5R6gqg3uh">Bild</a> verkörpert, das eine junge Frau zeigt, die vor einem mit festgenommenen Demonstranten gefüllten Polizeiwagen steht und sich weigert, zur Seite zu treten, bis diese freigelassen werden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Andere virale Videos zeigen Demonstranten, die bei Lathi-Angriffen geschlagen werden und sofort wieder aufstehen. In Delhi wurden die rechtsextremen Schläger der RSS (<em>Rashtriya Swayamsevak Sangh</em>) von Studenten vertrieben, die Blumentöpfe warfen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Stimmung in der Bewegung war durchweg euphorisch und trotzig. Kreativität und Satire kamen voll zur Geltung. Junge Demonstranten veröffentlichten Reels mit Titeln wie „<a href="https://www.instagram.com/reels/DbG1ixuMSjI/">Machen wir uns bereit, von der Polizei in Mumbai festgenommen zu werden</a>“ oder verkleideten sich als Kakerlaken, Spider-Man, Iron Man, Batman und Superman.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das Zeltlager wurde mit Lebensmitteln, Kleidung und Decken überschwemmt. Dipke (CJP) musste die Menschen öffentlich dazu auffordern, keine weiteren Hilfsgüter mehr zu schicken, weil sie schon zu viel hatten!</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.instagram.com/reels/DbH7vAWzDrp/">Ein virales Video</a> fängt die Stimmung wirklich gut ein. Es zeigt ein Interview mit einem jungen, weißen britischen Touristen aus London, der mitten in den Protesten in Delhi steht. Er erzählt, dass er mit Studenten gesprochen habe, die „gegen diese korrupte Regierung für ihre Bildung kämpfen“.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Er fährt fort:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Nachdem ich so vielen Menschen zugehört habe, ihre Geschichten gehört habe … Modi versaut es allen, in diesem Land müsste alles in Ordnung gebracht werden … die Zensur in den Medien ist falsch … scheiß auf Modi.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Seine Worte werden mit Jubelrufen und Beifall quittiert, als hätte er ein Tor bei der Weltmeisterschaft geschossen.</p>

<h2 class="wp-block-heading">Der starke Mann beugt sich</h2>

<p class="wp-block-paragraph">Amit Shah, der Innenminister und Chef der Polizei von Delhi, ist ein gnadenloses Monster, das als noch brutaler gilt als Modi. Als er den Marsch auf das Parlament sah, setzte er brutale Repressionen ein, um das Lager zu zerstören und die „Kakerlaken“ zu zerschlagen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das war nichts Ungewöhnliches. Doch die trotzige und wütende Reaktion der „Kakerlaken“ alarmierte die BJP-Führung und führte zu gegenseitigen Schuldzuweisungen. Einige BJP-Führer plädierten für mehr Repression, andere dafür, die Demonstranten zu beschwichtigen. Letztendlich taten sie beides.</p>

<p class="wp-block-paragraph">So wurden beispielsweise in Mumbai 300 Strafanzeigen (FIRs) und Verbotsverfügungen gegen Demonstranten erlassen. Gleichzeitig appellierte die Zentralregierung direkt an Sonam, <a href="https://indianexpress.com/article/political-pulse/sonam-wangchuk-ends-fast-government-assurance-talks-10801849/">seinen Hungerstreik zu beenden</a>, und bis Freitag hatte das Kabinett in Eilverfahren zehnjährige Haftstrafen und Geldstrafen von bis zu 10 Crore Rupien (etwas über 1 Million US-Dollar) für die Beamten beschlossen, die für die Durchsickern der Prüfungsunterlagen verantwortlich waren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Dennoch nahmen die Proteste weiter zu. In den großen Städten wie Mumbai, Pune, Kolkata, Bengaluru, Indore und Jaipur strömten Tausende und Abertausende auf die Straße. Auch in den Heimatstädten von Modi und Shah, Ahmedabad und Gandhinagar, versammelten sich die Menschen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Noch bedeutender war, dass am Freitag die <a href="https://x.com/ramanmann1974/status/2080704173214187546">Bauernvereinigung versprach, zum Protestlager zu marschieren</a> und dort zu bleiben, bis die Forderungen der Demonstranten erfüllt seien. Die Bauern selbst hatten Modi zuvor eine Niederlage zugefügt, als sie ihn 2021 zwangen, sein reaktionäres Agrargesetz zurückzuziehen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Schlüssel zu den Zugeständnissen, die die Studierenden Modi abgerungen haben: Er und sein Regime hatten panische Angst vor der Aussicht, dass andere Schichten &#8211; darunter die Bauern und breite Schichten der ausgebeuteten Massen &#8211; in den studentischen Kampf hineingezogen würden. Auch einzelne Jugendliche in kleineren Städten begannen, spontan aktiv zu werden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Genau das geschah in Bangladesch: Die Bewegung begann mit Protesten kleinbürgerlicher Jugendschichten, weitete sich aber schnell aus und zog viel breitere, wütende Schichten der Massen mit ein, die über die brutale Unterdrückung dieser mutigen und aufständischen jungen Menschen empört waren.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><em>The Indian Express</em> <a href="https://indianexpress.com/article/political-pulse/dharmendra-pradhans-exit-what-changed-in-48-hours-concerns-over-house-washout-larger-protests-10803739/">berichtete</a>, dass Modi in den letzten 48 Stunden vor dem Rücktritt von Dharmendra Pradhan die direkte Kontrolle über die Reaktion übernommen habe. Modi veröffentlichte ein verzweifeltes, persönliches Video, um die Demonstranten zu beschwichtigen, gefolgt von <a href="https://www.instagram.com/p/DbLyA8tIo7x/">einem zweiten</a> am Freitagabend um 23:00 Uhr. Hochrangige BJP-Funktionäre verfolgten die Reaktionen aufmerksam. Doch letztendlich verschärfte dies die Situation nur noch weiter. Kommentare wie „Pack deine Koffer“ und Memes mit Modis Gesicht verspotteten einen Mann, der einst gefürchtet war.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Am Freitagabend bereitete sich Pradhan noch immer auf die parlamentarischen Fragestunden vor. Doch die Lage geriet zunehmend außer Kontrolle. Die Gespenster von Rajapaksa und Sheikh Hasina (den Tyrannen, die durch die Revolutionen der Generation Z in Sri Lanka und Bangladesch gestürzt wurden) verfolgten Modi. Doch er hat auch aus ihren Fehlern gelernt: Es ist besser, etwas nachzugeben, als zu riskieren, dass ein Jugendprotest revolutionäre Ausmaße annimmt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Eine hochrangige BJP-Quelle <a href="https://indianexpress.com/article/political-pulse/dharmendra-pradhans-exit-what-changed-in-48-hours-concerns-over-house-washout-larger-protests-10803739/">sagte</a>, es seien „nicht mehr viele Optionen“ übrig geblieben. Und so gab Modi nach.</p>

<h2 class="wp-block-heading">Ein Fehler, die Proteste abzubrechen</h2>

<p class="wp-block-paragraph">Dharmendra Pradhans Rücktritt ist erst <em>der zweite</em> Ministerrücktritt aufgrund von Protesten während Modis zwölfjähriger Amtszeit, und der vorherige stellte keine existenzielle Bedrohung für die Herrschaft der gesamten Regierung dar.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die wahre Bedeutung dieses Zugeständnisses liegt darin, dass die „Kakerlaken“ gezeigt haben, dass Modi <em>nicht </em>unbesiegbar ist. Der „starke Mann“ wurde gezwungen, eine Portion Demut zu schlucken.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Daher herrschte nach der Nachricht von Pradhans Rücktritt am Samstag pure Euphorie. Das Video von Dipkes erster<a href="https://www.instagram.com/reel/DbNcw7sTUFQ/"> Reaktion auf die Nachricht von seinem Rücktritt</a> hat auf Instagram fast 150 Millionen Aufrufe. Durch diesen Erfolg haben Dipke und die CJP enorm an Autorität gewonnen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch die CJP versprach daraufhin sofort, die Proteste im „guten Glauben“ gegenüber der BJP zu beenden. Wir müssen uns absolut im Klaren sein: <strong><em>das war ein großer Fehler.</em></strong></p>

<p class="wp-block-paragraph">Dies hat Verwirrung gestiftet, zu einer Zeit, als Modi und seine gesamte Regierung in der Krise steckten und Zehntausende junger Menschen in Städten außerhalb von Delhi gerade erst begonnen hatten, sich zu mobilisieren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Pradhan wurde durch jemanden ersetzt, der noch schlimmer ist: Pralhad Joshi. Er ist ein RSS-Ideologe, der dafür verantwortlich ist, dass elf Männer freigelassen wurden, die lebenslange Haftstrafen verbüßten, weil sie Bilkis Bano vergewaltigt und ihre Familie bei den Pogromen in Gujarat 2002 ermordet hatten &#8211; die selbstverständlich von Narendra Modi selbst inszeniert wurden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Führung der CJP, darunter Dipke, Saurav Das und Ashutosh Ranka, besteht aus reinen Zufallsfiguren. Sie wurden einfach deshalb an die Spitze der Bewegung katapultiert, weil sie zur richtigen Zeit das Richtige gesagt haben. Ihr „Kakerlaken“-Slogan begann als Scherz, fand aber starken Anklang bei den Millionen Indern, die die Verachtung spüren, die von der herrschenden Klasse ausgeht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Führungskräfte sind keine erfahrenen Aktivisten, geschweige denn Revolutionäre oder Marxisten. Sie alle haben vor nicht allzu langer Zeit renommierte Universitäten im Westen besucht, und die beiden Letzteren hatten relativ komfortable Jobs in der Mittelschicht. Sie scheinen, offen gesagt, schockiert und verängstigt von dem, was sie ausgelöst haben!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Ihre Haltung ist verwirrend, was sich in Slogans wie „<em>Jai Bhim</em>“ („Heil Ambedkar“, dem liberalen Dalit, der die indische Verfassung verfasste) und „<em>Bande Mataram</em>“ (ein nationalistischer Ruf an das Mutterland) zeigt. Sie haben die Menschen auch davon abgehalten, „<em>Aazadi</em>“ (Freiheit) zu rufen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Damit lassen -sich ihre äußerst begrenzten Forderungen erklären: nur einen Minister zu entlassen und Entschädigungen für diejenigen zu fordern, die nach den NEET-Prüfungen Selbstmord begangen haben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Vor allem aber erklärt es <em>ihr Vertrauen in den indischen Staat</em>, in die Polizei, den Obersten Gerichtshof, die „parlamentarische Opposition“ und die indische Verfassung.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sie tasten sich empirisch durch die Ereignisse. Sie verstehen nicht wirklich, wie es ihnen gelungen ist, den Rücktritt von Dharmendra Pradhan zu erzwingen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich fehlt den Führern der CJP eine revolutionäre Perspektive. Wir müssen fragen: Sind diese Menschen geeignet, einen Kampf auf Leben und Tod gegen das Modi-Regime zu führen, hinter dem das noch mächtigere „Billionaire Raj” steht?</p>

<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich dazu sind Narendra Modi und die BJP-Regierung <em>äußerst klassenbewusst</em>.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sie haben erkannt, dass die eigentliche Bedrohung für ihre Herrschaft weniger von den Studierenden selbst ausging, sondern vielmehr von der Gefahr, dass sich die Bauernbewegung mit der Studierendenbewegung verbünden könnte und dass andere Bevölkerungsschichten diesem Beispiel folgen könnten. Sie haben erkannt, dass die Gefahr in den immer wieder aufkommenden Menschenmassen lag. Sie haben den Sturz von Hasina und Rajapaksha miterlebt. Sie erkennen, dass in Indien &#8211; einem Pulverfass &#8211; im Grunde ähnliche Bedingungen herrschen und dass die Studentenbewegung wie ein Funke auf diesem Zündstoff wirken könnte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Modi gab nicht aus Angst vor der „Kakerlaken“-Bewegung selbst nach, sondern weil die Bewegung drohte, außer Kontrolle zu geraten und das gesamte Regime zu stürzen. Er ist nun darauf aus, durch Repression Verwirrung und Angst zu säen. Und Modi hat keine Skrupel, seine „Versprechen“ zurückzunehmen, die schönen Worte der Verfassung außer Kraft zu setzen, seine RSS-Schläger einzusetzen, um die Opposition zu verprügeln, oder die Staatsmacht zu missbrauchen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Nachdem er den Obersten Richter durch das Angebot von Pradhans Rücktritt zum Rückzug bewegt hatte, handelt er nun entschlossen und ungestraft, um die fortschrittlichsten und radikalsten Elemente der Bewegung zu isolieren und an ihnen ein Exempel zu statuieren.</p>

<h2 class="wp-block-heading">Weitsicht statt Überraschung</h2>

<p class="wp-block-paragraph">Was wir letzte Woche erlebt haben, war für Marxisten völlig vorhersehbar, angesichts der ähnlichen Bedingungen in anderen Ländern, die von Gen-Z-Revolutionen erfasst wurden, wie Sri Lanka, Bangladesch und Nepal.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Dürfen wir unsere Leser an <a href="https://marxist.com/the-gen-z-revolutions-india-next.htm">unseren Beitrag</a> vom 3. Oktober letzten Jahres erinnern:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die gleichen Bedingungen, die die Gen-Z-Bewegung ausgelöst haben, bestehen auch in Indien. Und um es noch einmal zu betonen: Wenn der revolutionäre Funke in Indien überspringt, wird dies weitreichendere Folgen haben als jede der Bewegungen, die wir in der jüngeren Vergangenheit gesehen haben.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Wir haben keine Kristallkugel und können nicht mit Sicherheit sagen, wohin die Bewegung führt. Doch seit dem Ende der Proteste hat Modi keine Zeit verloren, repressive Maßnahmen zu ergreifen. Es gibt <a href="https://x.com/DrSauceX/status/2081378788701884836">Berichte über Hunderte</a> von studentischen Demonstranten, die in Bihar und Westbengalen unter strafrechtlichen Vorwürfen festgenommen wurden. Auch regierungsfeindliche Graffiti werden <a href="https://x.com/mariakhan_11/status/2081417759397957843">übermalt</a>.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Pro-Modi-Zellen <a href="https://x.com/choga_don/status/2081583626794229844">verbreiten Propaganda</a>, wonach die Führung der CJP in Fünf-Sterne-Hotels feiere und völlig realitätsfern sei. Es gibt Berichte, dass regierungskritische Inhalte in den sozialen Medien <a href="https://x.com/internetfreedom/status/2081728430316339593">online gelöscht werden</a> und dass RSS-Schläger sich ermutigt fühlen, bekannte „Kakerlaken“ auf offener Straße anzugreifen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Modi rüstet wieder auf. Gleichzeitig könnte er es aber auch übertreiben. Unter dem Druck dieser neuen Welle der Repression sah sich die CJP-Führung <a href="https://x.com/CJP_for_India/status/2081745469844398348">gezwungen zu erklären, dass sie die Proteste wieder aufnehmen werde</a>, sollten die Festgenommenen nicht freigelassen werden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Im Shivaji-Park in Mumbai versammelten sich am Tag <em>nach </em>der einseitigen Beendigung des Protestaufrufs Tausende, um zu feiern, und <a href="https://x.com/AbhiBaakiHai/status/2081274782562320441">skandierten</a>: „<em>Modi, Amit Shah</em>…<em> Abhi Baaki Hai</em>!“ („Modi und Amit Shah sind noch da!“). Offensichtlich sind einige der „Kakerlaken“ bereit, viel weiter zu gehen als die Führung.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Lage ist sehr unbeständig, und es mangelt nicht an Zündstoff, der die Bewegung auf einer noch höheren Ebene wieder entfachen könnte. Die Tatsache, dass die CJP-Führer versuchen, die Bewegung auf die einzige Forderung nach der Absetzung von Pradhan zu beschränken, deutet darauf hin, dass sie im Grunde nicht verstehen, warum sie gewonnen haben. Sie haben aus Angst, die Bewegung könnte zu etwas viel Größerem eskalieren, ein begrenztes Zugeständnis errungen. Sobald die Bewegung jedoch abebbt und Modi im Amt bleibt, wird das Regime auf Rache aus sein.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wie sich das alles von nun an entwickelt, wird von den Ereignissen bestimmt werden. Die „Kakerlaken“ gießen Öl ins Feuer einer ohnehin schon brisanten Lage &#8211; der Iran-Krieg, Trumps Zölle gegen Indien, die Tötung indischer Seeleute durch die USA in der Straße von Hormus, die nationale Frage in Kaschmir, anhaltende Spannungen in Manipur, Bauernproteste gegen das Handelsabkommen zwischen den USA und Indien, grassierende Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen usw.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Der Rückschlag, den Modi im Krieg mit Pakistan erlitten hat, hat ihn ernsthaft geschwächt. Unterdessen verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Massen zusehends. Die mächtige indische Arbeiterklasse, die zwar stark ausgebeutet, aber äußerst mächtig ist, beobachtet all dies, hat sich jedoch noch nicht in Bewegung gesetzt. Doch die Tatsache, dass das Regime selbst privilegierte Schichten von Studierenden als „Kakerlaken“ betrachtet, dass auch diese Studierenden mit Not und Arbeitslosigkeit konfrontiert sind und dass sie in der Lage sind, zu kämpfen <em>und zu gewinnen &#8211;</em> all das muss den Arbeitern Stoff zum Nachdenken geben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wir können mit Zuversicht sagen, dass es in Indien keinen Mangel an revolutionärem Potenzial gibt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und wir dürfen auch nicht vergessen, welch tiefgreifenden Einfluss diese Woche auf die indische Jugend hatte. Die 15- bis 29-Jährigen <a href="https://www.ft.com/content/71bbe9fd-e1cb-4e28-8edb-f319032139c4?syn-25a6b1a6=1">stellen eine größere Bevölkerungsgruppe dar</a> als die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Sie sind in einer Welt aufgewachsen, in der sie nur einen Führer kannten, den sie für allmächtig hielten und die Kosten von Widerstand und offenem Auftreten zu spüren bekamen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sie beginnen, ihre Angst zu verlieren. Es gibt immer mehr Risse in der Fassade, doch sie ist noch nicht vollständig zusammengebrochen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Ereignisse beweisen, wie entscheidend Führung in der Stunde der Wahrheit ist. Das Fehlen einer revolutionären Führung bleibt eine grundlegende Schwäche all der gewaltigen Bewegungen, die Südasien in den letzten Jahren erfasst haben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Indien ist <em>das</em> Schlüssel-Land auf dem Subkontinent. Wir haben bisher nur einen kleinen Einblick in das revolutionäre Potenzial gewonnen, das in der indischen Gesellschaft schlummert. Dies wird kein einmaliges Ereignis bleiben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wir haben eine einfache Botschaft an jene „Kakerlaken“, die über die voreilige Demobilisierung ihrer Führung frustriert sind und sich gegen Modis hartes Durchgreifen wehren wollen:</p>

<ul class="wp-block-list">
<li><em>Kein</em> Kompromiss mit der BJP!</li>

<li><em>Unbefristete </em>Proteste, bis Modi zurücktritt!</li>

<li><em>Unbefristete </em>Proteste, bis die gesamte BJP-Regierung und das von ihr verteidigte System hinweggefegt sind!</li>

<li><em>Sieg</em> für die indische Jugend, die Arbeiter und die Bauern!</li>

<li>Wir haben eine Welt zu gewinnen!</li>
</ul>
								</div>
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			</item>
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		<title>Von Sri Lanka bis Nepal: Lehren aus der revolutionären Welle</title>
		<link>https://derkommunist.de/von-sri-lanka-bis-nepal-lehren-aus-der-revolutionaeren-welle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ben Curry]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2025 14:03:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Revolutionen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Establishment]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Massenbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://derkommunist.de/?p=6234</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gestern schien das Land noch ruhig und die herrschende Clique fest im Sattel der Macht zu sitzen. Einen Tag später stehen die revolutionären Massen vor dem brennenden Parlamentsgebäude. Die Polizei [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Gestern schien das Land noch ruhig und die herrschende Clique fest im Sattel der Macht zu sitzen. Einen Tag später stehen die revolutionären Massen vor dem brennenden Parlamentsgebäude. Die Polizei ist weg, die Abgeordneten sind geflohen – inklusive des Premierministers. Die Fotos und Videos, die vor Kurzem aus&nbsp;<a href="https://marxist.com/rulers-cower-as-nepalese-masses-seek-to-burn-the-system-down.htm">Nepal</a> kamen, waren erstaunlich. Erstaunlich ähnlich sind sie auch den Szenen, die wir bereits in&nbsp;<a href="http://marxist.com/sri-lanka-lessons-from-the-struggle.htm">Sri Lanka</a>,&nbsp;<a href="https://marxist.com/where-next-for-bangladesh.htm">Bangladesch</a>,&nbsp;<a href="https://marxist.com/kenya-welcome-to-the-gen-z-revolution.htm">Kenia</a> und&nbsp;<a href="https://marxist.com/indonesia-the-wheel-of-revolution-has-turned.htm">Indonesien</a> gesehen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist die Bedeutung dieser Ereignisse? Einige Linke, beeindruckt von diesen Szenen, lassen sich von der Flut mitreißen, ohne einen Moment innezuhalten und zu fragen, wohin die Flut überhaupt spült. Sie verhalten sich wie reine Cheerleader für die Massen, was das Letzte ist, was die Massen in einer Revolution brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere wiederum betrachten das Ganze eher zynisch. Sie schauen sich Nepal, Sri Lanka oder jedes andere dieser Beispiele an und vergleichen es mit dem Schema, das in ihren Köpfen steckt, wie eine Revolution&nbsp;<em>auszusehen hat</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie finden keine Arbeiterräte, Sowjets, vor. Vielmehr sind die Massen um zufällig entstandene Führungen oder sogar lediglich Social-Media-Hashtags organisiert, sofern sie überhaupt organisiert sind. Sie sehen auch keine roten Fahnen, sondern stattdessen sri-lankische, kenianische, bangladeschische und nepalesische Flaggen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wenigen Forderungen dieser Bewegungen, sind für ihren Geschmack zu schwammig und begrenzt, besonders im Vergleich zu dem vollendeten Programm einer sozialistischen Revolution, und sie weisen auf die unbestreitbare Tatsache hin, dass diese Revolutionen bisher kaum grundlegende Veränderungen bewirkt haben. Spöttisch erklären sie, dass das überhaupt keine Revolutionen seien und dass man sie doch wieder aufwecken solle, wenn die&nbsp;<em>echte</em>&nbsp;Revolution da ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ernsthafte Kommunisten können wir uns weder von oberflächlichen Erscheinungen beeindrucken lassen, noch können wir erwarten, dass sich Revolutionen nach vorgefassten Schemata richten. Wir müssen das Wesen der konkreten Ereignisse analysieren und konkrete Lehren ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was also ist unsere Haltung gegenüber diesen sich abspielenden Ereignissen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Sri Lanka bis Nepal, haben all diese Revolutionen ihre eigenen, einzigartigen Charakteristika. Aber inzwischen zeichnen sich klare und unmissverständliche Muster ab, die, zusammengenommen, eine Menge über den Charakter der Epoche, in die wir eingetreten sind, aussagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Die Macht der Massen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst einmal muss gesagt werden, dass wir von den revolutionären Massen mehr Anstrengung oder Heroismus nicht hätten verlangen können. Sie haben gezeigt, welche gewaltigen Kräfte in ihnen schlummern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren, als das Volk in Sri Lanka den Präsidentenpalast erstürmte und damit den ersten Dominostein zu Fall brachte, wurde die Polizei wie Spielzeug beiseite gefegt und die Rajapaksas flohen. Keine andere Kraft in der Gesellschaft könnte sich auch nur im Entferntesten mit dieser Macht messen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Regime stand mit einem Mal völlig hilflos da und war der Revolution schutzlos ausgeliefert, die es an Ort und Stelle hätte zerschlagen können. In Wirklichkeit lag die Macht in den Händen der Massen auf der Straße und alles, was gefehlt hätte, wäre, das alte Regime für abgesetzt zu erklären. Jedoch waren die Massen sich dieser Macht nicht bewusst und es gab keine Partei, die durchsetzungsfähig genug war, um in ihrem Namen die Macht zu ergreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kam es dazu, dass an demselben Abend, an dem dieser atemberaubende Sieg errungen wurde, es nichts weiter für die revolutionären Massen zu tun gab, als den Präsidentenpalast zu räumen und nach Hause zurückzukehren. Worauf das alte, verhasste Parlament, in der die herrschende Rajapaksa-Partei eine Mehrheit hatte, seinen Ersatzpräsidenten wählte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. August 2024 fand sich das Regime in Bangladesch in der gleichen verzwickten Lage wieder. Die Polizei, die in den Wochen zuvor noch eine Schreckensherrschaft ausgeübt hatte, trat mit einem Mal in den ‚Streik‘. In Wahrheit waren sie geflohen, weil sie sich vor der Vergeltung der Massen fürchteten. 450 der 600 Polizeistationen im Land waren nur noch rauchende Ruinen und die verhasste Premierministerin Sheikh Hasina wurde von den führenden Militärs in einen Helikopter geladen und aus dem Land befördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die revolutionären Massen hatten die Macht und hätten&nbsp;<em>ihre eigene</em>&nbsp;revolutionäre Regierung errichten können. Aber sie waren sich, wie schon gesagt, ihrer Macht nicht bewusst. Das alte Regime war besiegt. Die alten Generäle und Richter hätte man beiseite werfen können und sollen. Stattdessen gingen die Führer der Studentenbewegung auf die besiegten Generäle zu, um mit ihnen zu&nbsp;<em>verhandeln</em>. Sie einigten sich auf eine Übergangsregierung unter Führung eines Ex-Bankiers, in der sie symbolisch Ministerposten bekamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia wurde trotz all der Opfer und all des Blutvergießens, sogar noch weniger erreicht. Präsident Ruto bleibt weiterhin an der Macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zentrale Rätsel in all diesen Fällen ist der Kontrast zwischen der überwältigenden Macht, die die Massen entfalteten, und wie wenig von Bedeutung sich veränderte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist das Ergebnis eines fehlenden Faktors, auf den wir wiederholt zurückkommen werden: das Fehlen einer revolutionären Führung. Ohne Führung herrscht Verwirrung über das Programm und das Endziel der Revolution. So blieben all diese Revolutionen auf halbem Weg stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber denen, die behaupten wollen, dass dies überhaupt keine Revolutionen waren, sagen wir:&nbsp;<em>Keine andere Art Revolution war unter diesen Umständen möglich</em>. Lenin beantwortet diesen Einwand mit Bestimmtheit in seiner Antwort an diejenigen, die die revolutionäre Bedeutung des irischen Osteraufstands von 1916 verleugneten und ihn auf einen bloßen ‚Putsch‘ zu reduzieren versuchten:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Denn zu glauben, dass die soziale Revolution denkbar ist ohne Aufstände kleiner Nationen in den Kolonien und in Europa, ohne revolutionäre Ausbrüche eines Teils des Kleinbürgertums mit allen seinen Vorurteilen, ohne die Bewegung unaufgeklärter proletarischer und halbproletarischer Massen gegen das Joch der Gutsbesitzer und der Kirche, gegen die monarchistische, nationale usw. Unterdrückung &#8211; das zu glauben heißt der sozialen Revolution entsagen. Es soll sich wohl an einer Stelle das eine Heer aufstellen und erklären: „Wir sind für den Sozialismus“, an einer anderen Stelle das andere Heer aufstellen und erklären: „Wir sind für den Imperialismus“, und das wird dann die soziale Revolution sein! Nur unter einem solchen lächerlich-pedantischen Gesichtspunkt war es denkbar, den irischen Aufstand einen ‚Putsch‘ zu schimpfen. Wer eine ‚reine‘ soziale Revolution erwartet, der wird sie niemals erleben. Der ist nur in Worten ein Revolutionär, der versteht nicht die wirkliche Revolution.“ (Lenin,&nbsp;<a href="https://www.marxists.org/archive/lenin/works/1916/jul/x01.htm"><em>Die Ergebnisse der Diskussion über die Selbstbestimmung</em></a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Das Problem der Führung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehlt zwar an klarer Führung, aber das Entscheidende ist, dass die Massen unter solch verzweifelten Umständen leben, dass es für sie zu einem Ding der Unmöglichkeit wird, auf diesen fehlenden Faktor zu warten. Die Jugend ist noch am wenigsten dazu bereit, geduldig abzuwarten, bis die Bedingungen genau richtig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres markantes Merkmal all dieser revolutionären Umbrüche ist die Art und Weise, wie eine ganz neue Generation von Jugendlichen die Bühne betreten hat. Die Jugend, der ihre Zukunft geraubt wurde, die am wenigsten zu verlieren und am meisten zu gewinnen hat, die energischste Schicht, nicht belastet durch vergangene Niederlagen, stand überall an vorderster Front.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Nepal und Kenia wurde die Bewegung sogar „Gen Z Revolution“ getauft. In Serbien und Bangladesch kanalisierten riesige Studentenbewegungen die Wut von Millionen einfacher Arbeiter und armer Menschen wie ein Blitzableiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es von Land zu Land Unterschiede gibt, stellte meist die Jugend das bisschen an organisierter Führung, das es gab. Bringt sie Verwirrung mit sich? Selbstverständlich. Aber wessen Schuld ist das? Darauf antworten wir mit Nachdruck: es ist die Schuld der Führer der Arbeiterorganisationen, deren Aufgabe es ist, zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine zu verurteilende Tatsache, dass ihre feige Abwesenheit das schmachvolle Gegenstück zu dem Mut der Jugend in der Vorhut bildet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wie die Generäle in Kenia und Bangladesch die Soldaten in Kasernen einsperrten, um zu verhindern, dass sie mit der Revolution infiziert wurden, so bekamen im selben Maße die schweren Bataillone der Arbeiterklasse von den Arbeiterführern ‚Ausgangssperre‘.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kriminell. Letztendlich hat nur die Arbeiterklasse die Macht in ihren Händen, um den Kapitalismus, der die wahre Quelle allen Elends und Leidens der Massen ist, mitsamt Wurzel zu vernichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jugend hat in vielen Fällen versucht, sich mit den Arbeitern zu verbinden. So muss man den Studenten in Serbien zugutehalten, dass sie&nbsp;<em>richtigerweise</em>&nbsp;die Gewerkschaften dazu aufgefordert haben, einen Generalstreik gegen das Vučić-Regime zu organisieren und zur Bildung von <em>zborovi</em>&nbsp;(Massenversammlungen) am Arbeitsplatz aufgerufen haben. Aber die engstirnigen Bürokraten in den Gewerkschaftsbüros widersetzten sich all diesen Aufrufen, die sie als Eingriffe in ihre eigenen kleinen Fürstentümer betrachteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia verteidigte sogar der elende Generalsekretär des COTU-K Gewerkschaftsdachverbandes Rutos regressives Finanzgesetz von 2024, das die ganze Bewegung überhaupt vom Zaun gebrochen hatte!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und 2022, auf dem Höhepunkt des <em>Aragalaya&nbsp;</em>(‚Kampf‘) in Sri Lanka, wurde die Idee, einen<em> hartal</em> (revolutionären Generalstreik) zu führen, weit verbreitet. Aber die Gewerkschaften weigerten sich, zu irgendetwas anderem als einem eintägigen Streik aufzurufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Gegen Korruption</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Verlauf dieser Bewegungen haben wir gesehen, wie die Massen die offensichtlichsten und wirkungsvollsten Symbole ins Visier genommen haben, die ihre Wut hervorrufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die korrupten herrschenden Cliquen, die diese Länder dominieren und sowohl wegen ihrer Brutalität als auch wegen ihrer Korruption verhasst sind, haben die ganze Wut der Massen auf sich gezogen: die Rajapaksa-Clique in Sri Lanka; die Hasina-Clique in Bangladesch; die Ruto-Clique in Kenia; die Herrscher und ihre „Nepo-Kinder“ in Nepal; die Politiker, die sich in Indonesien fabelhafte Gehaltserhöhungen zahlten; und Vučić und seine Schergen in Serbien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber in erster Linie greifen die Massen in Sri Lanka, Kenia, Bangladesch, Nepal, Indonesien und anderswo die&nbsp;<em>Korruption </em>an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Skeptiker weisen darauf hin und spotten, dass das der Beweis für ihre Behauptungen ist, dass dies keine Revolutionen sind. Eine echte Revolution, sagen sie, wäre gegen den Kapitalismus und nicht gegen Korruption.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Korruption ist nur das stärkste und extremste Symptom der ganzen Fäulnis des kapitalistischen Systems selbst. Die Massen sind von einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, des Hasses und der Empörung erfüllt, wenn sie an die unfassbaren Reichtümer denken, die sie umgeben. Aber aus ihrer Sicht wird dieser Reichtum von einer korrupten Elite abgezweigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Kommentatoren erklären, dass Korruption ein bedauerliches Merkmal der sogenannten „Dritten Welt“ ist und verweisen darauf als Ursache ihrer Unterentwicklung. Selbstverständlich tun sie dies, um die Rolle des&nbsp;<em>Imperialismus</em>, der Hauptursache für Armut und Unterentwicklung, zu verschleiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ähnliche Korruption grassiert in&nbsp;<em>allen</em>&nbsp;kapitalistischen Ländern, nicht zuletzt in Europa. Betrachten wir die Ähnlichkeit zwischen dem Verbrechen des Einsturzes des Bahnhofsdachs von Novi Sad in Serbien und der Eisenbahnkatastrophe von Tempi in Griechenland, die beide riesige Massen auf die Straßen brachten. In beiden Fällen sind korrupte Politiker schuld. Sie zählen das Geld, das sie durch Bestechung und korrupte Geschäfte gemacht haben, während die Armen ihre Toten von den Katastrophen zählen, die diese Korruption verursacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen muss ein armer Rikscha-Fahrer in Sri Lanka oder Bangladesch nur seinen knurrenden Magen mit luxuriösen Prestigeprojekten wie dem Lotus Tower in Colombo oder der Padma-Brücke über den Ganges vergleichen, um die enorme Kluft zu spüren, die ihn von seinen Herrschern trennt. Während Jakarta für die Armen eine Hölle auf Erden darstellt, ist die indonesische Regierung damit beschäftigt, eine neue, glitzernde Hauptstadt meilenweit entfernt von der Armut und dem Schmutz der heutigen Hauptstadt zu bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Massen in Sri Lanka, Indonesien, Bangladesch oder Nepal gegen ihre Regime aufstanden, waren es diese verwöhnten Heuchler, diese „Führer der Nation“, die sie angriffen. Instinktiv trafen sie den Kopf dieser verdorbenen Cliquen und brachten uns die Szenen von gestürmten Parlamentsgebäuden, geplünderten Präsidentenpalästen, brennenden Parteibüros und den brennenden Häusern von Parlamentariern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Massen zeigten den richtigen Instinkt, indem sie diese korrupten Gangster angriffen, die sich durch ihre Ämter über die Maßen bereichert hatten. Jedoch, selbst wenn diese Leute hochkant vor die Tür befördert wurden, stehen letztendlich doch nur wieder andere bereit, ihren Platz einzunehmen. Die Sache ist die, dass wir, um Korruption zu beenden, die Herrschaft des Kapitals beenden müssen. Das bedeutet, das Privateigentum abzuschaffen und die bewaffneten Formationen des kapitalistischen Staates, die die Basis der Macht der herrschenden Klasse bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Hass auf alle Parteien</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In all diesen Bewegungen herrscht das Gefühl, dass nicht nur die jetzige herrschende Clique, sondern&nbsp;<em>alle</em>&nbsp;Politiker und Parteien gleich schlecht sind. Die sogenannte ‚Opposition‘ hat sich in den meisten Fällen als genauso korrupt herausgestellt wie die Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sie sind nicht nur aufgrund ihrer Korruption verhasst. Allein die Tatsache, dass sie an denselben verhassten parlamentarischen Spielchen teilnehmen und dieselbe verlogene Politiker-Sprache sprechen, diskreditiert die Opposition in den Augen der Massen genauso wie die Amtsinhaber.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">So erhoben die Massen in Sri Lanka neben dem Slogan „Go home Gota“ (Gota, geh heim), der auf den korrupten Präsidenten Gotabaya Rajapaksa abzielte, den Slogan „Go home 225“ – mit dem alle 225 Abgeordneten des Parlaments gemeint waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia bezeichnen die Jugendlichen die Abgeordneten als ‚MPigs‘ (‚Abgeordnetenschweine‘). Das ist absolut richtig! Während sie Gesetze erlassen, um die Armen ärmer zu machen, haben diese ‚Abgeordnetenschweine‘ – ohne Ausnahme – ihre Schnauzen tief im Futtertrog der parlamentarischen Diäten und Privilegien. Die kenianische Jugend will mit Ruto nichts zu tun haben, aber genauso wenig mit Oppositionsführern wie Odinga, der sich schnell, aus Angst vor der revolutionären Jugend, schutzsuchend hinter Rutos Stiefel verkrochen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Slogan „Kein Stamm, kein Anführer, keine Partei“ erfasste eine sehr gesunde instinktive Ablehnung all jener stammeskapitalistischen Banden, die in Kenia als „politische Parteien“ durchgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn alle existierenden Parteien Werkzeuge dieser oder jener korrupten Fraktion der herrschenden Klasse sind, bedeutet das, dass die Arbeiter und die Jugend ohne Partei auskommen können? Die Antwort lautet: Nein. Die Situation schreit nach einer&nbsp;<em>eigenen</em>&nbsp;Partei und Führung, die&nbsp;<em>ihre</em>&nbsp;Interessen vertritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Die politische Linke: keinen Deut besser</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ablehnung&nbsp;<em>aller</em>&nbsp;politischen Parteien spiegelt auch die Tatsache wider, dass in den meisten Fällen die sogenannten „linken“ Parteien genauso schlecht sind wie die rechten Parteien!</p>



<p class="wp-block-paragraph">In manchen Fällen wurden die „linken“ Parteien genauso korrupt wie die rechten Parteien. Häufig stellen sich diese eifersüchtigen Sozialaufsteiger sogar als noch schlimmer heraus und ziehen das Wort „links“ in den Schmutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist nicht nur das Produkt eines moralischen Defekts oder Versagens der Linken. Diese Fäulnis ist in falschen theoretischen Prinzipien verwurzelt. Schuld an diesem traurigen Zustand trägt insbesondere der Stalinismus mit seiner unheilbringenden „Etappentheorie“, die direkt dazu geführt hat, dass sich viele Parteien der Linken mit den schlimmsten, korruptesten Elementen der herrschenden Klasse verbünden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn nach dieser Theorie sind die drängendsten Aufgaben in unterentwickelten Ländern nicht sozialistische, sondern bürgerlich-demokratische Aufgaben. Darin steckt ein Fünkchen Wahrheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der klarste und drängendste Wunsch der Massen in rückständigen kapitalistischen Ländern wie Nepal, Bangladesch, Sri Lanka und Indonesien ist es, die korrupte und willkürliche Herrschaft der gegenwärtigen Regime zu brechen. Vor allem anderen wollen die Massen, die unter diesen brutalen Regimen leben, frei atmen. Sie wollen demokratische Rechte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aufgaben sind an sich nicht von sozialistischer Natur. Sie sind das, was Marxisten als „bürgerlich-demokratische“ Aufgaben bezeichnen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber von dem Punkt ausgehend, dass die Revolution sich mit bürgerlich-demokratischen Aufgaben konfrontiert sieht, zieht die stalinistische „Etappentheorie“ den Schluss, dass man einen „progressiven“ Flügel der Bourgeoisie finden muss, der diese Revolution anführen kann. Erst nach Jahren kapitalistischer Entwicklung, die das national-bürgerliche Stadium der Revolution einleiten soll, würde das Land schließlich reif für den Sozialismus werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt nur einen kleinen Haken bei der Sache: Es gibt heutzutage in keinem rückständigen Land einen solchen „progressiven“ Flügel der Kapitalistenklasse. Es handelt sich um eine völlig parasitäre Klasse, die vollständig vom Imperialismus abhängig ist. Sie hat Angst vor den revolutionären Massen und vor allem vor der einzigen konsequent revolutionären Klasse in der Gesellschaft, der Arbeiterklasse. All ihre Politik, Handlungen und Äußerungen belegen dies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrer Jagd nach dem Einhorn eines ‚progressiven‘ Flügels der Kapitalistenklasse haben sich die Stalinisten immer ans Bein dieser oder jener korrupten Clique geklammert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommunistische Partei Bangladeschs hat über Jahrzehnte die Awami-Liga von Hasina und ihrem Vater Mujib unterstützt. Sie bezeichneten die Awami-Liga als „fortschrittliche“ Verteidiger der nationalen Befreiung Bangladeschs und begründeten ihre anhaltende Unterstützung damit, dass die „säkulare“ Awami-Liga ein geringeres Übel als die religiösen Fundamentalisten von Jamaat-e-Islami sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sind sie in den Augen der Massen ganz genau so diskreditiert wie Hasina, während die Reaktionäre von Jamaat-e-Islami sich als Märtyrer im Kampf gegen Hasinas Awami-Liga-Regime darstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne revolutionäre Partei, die die Frage der Korruption mit dem Kapitalismus in Verbindung bringen konnte, stellten sich die Islamisten an die Spitze und begannen, selbst von der „Bekämpfung der Korruption“ zu sprechen. „Ja, auch wir sind gegen korrupte Politiker“, sagen sie. „Wir brauchen eine sauberere Politik und neue Gesichter anstelle der alten“. Diese Reaktionäre lenken die Schuld für Korruption vom Kapitalismus weg und auf andere vermeintliche Ursachen, wie einen Mangel an Moral oder Frömmigkeit seitens der Säkularisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vielleicht vernichtendste Anklage gegen die stalinistische „Etappentheorie“ lässt sich anhand des Falls der nepalesischen Maoisten erheben, die das Land politisch dominieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals, im Jahr <a href="https://marxist.com/victory-nepalese-maoists-elections.htm">2006</a>, wurden die Maoisten nach einem jahrzehntelangen Aufstand auf der Grundlage einer revolutionären Welle an die Macht gebracht. Was haben sie also getan? Sie unterzeichneten umgehend eine gemeinsame 12-Punkte-Vereinbarung mit offen bürgerlichen Parteien wie der nepalesischen Kongresspartei und seitdem wird das Land von Koalitionen zwischen sogenannten „Kommunisten“ und diesen bürgerlichen Elementen regiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Rechtfertigung dafür war, dass sich alle „fortschrittlichen“, „antifeudalen“ Kräfte vereinen müssten, um die Monarchie zu stürzen und eine Republik aufzubauen. Dies würde zur Entwicklung des nepalesischen Kapitalismus führen, der zu einem bestimmten Zeitpunkt die Grundlage für eine sozialistische Revolution in Nepal legen würde.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2008 und 2025 wurden jedoch keine Fortschritte verzeichnet. Nepal ist im Index&nbsp;der menschlichen Entwicklung&nbsp;<a href="https://nepaldiplomat.com/3795/">aus 193 Ländern von Platz 140&nbsp;auf Platz 145</a> gefallen. Jedes Jahr fliehen Tausende Jugendliche aus der Armut des Landes, indem sie im Ausland arbeiten, sodass ein Drittel des BIPs aus Überweisungen aus dem Ausland besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sie anderthalb Jahrzehnte lang den Staat im Interesse der Kapitalisten verwaltet haben, sind die maoistischen Politiker selbst zum Gegenstand des Hasses der Massen geworden. Sie sind genauso korrupt wie die offen bürgerlichen Parteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den „Nepo-Kindern“, deren prunkvoller Reichtum die jüngsten Ereignisse ausgelöst hat, finden wir wen? Junge Leute wie Smita Dahal, die mit Handtaschen, die ein Vielfaches eines durchschnittlichen Monatsgehalts eines nepalesischen Arbeiters kosten, durch die Gegend stolziert, und deren Vater kein anderer als der ehemalige Anführer der maoistischen Guerillas, der Vorsitzende Prachanda ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Farbrevolutionen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Ansicht – die bei den Befürwortern der neuen „multipolaren“ Welt beliebt ist – das, was wir sehen, das genaue Gegenteil von Revolution ist. Sie sagen, dass dies&nbsp;Konterrevolutionen oder „Farbrevolutionen“ sind. Das heißt, dass es sich hierbei um finstere Verschwörungen westlicher Geheimdienste handele, die die Massen manipulieren sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe wurde oft über den Arabischen Frühling gesagt, der viele Ähnlichkeiten mit der gegenwärtigen Welle von Revolutionen aufwies. Wir können verstehen, warum einige Leute fälschlicherweise denken, dass hinter dem Arabischen Frühling eine Verschwörung steckte. Die Arbeiterklasse in Ägypten war nicht in der Lage, die Macht zu ergreifen. Das Ergebnis? Mubarak wurde durch Al-Sisi ersetzt und heute ist die Lage in Ägypten hundertmal schlimmer als 2010. Libyen und Syrien konnte der Imperialismus in einen barbarischen Bürgerkrieg stürzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tatsache, dass die gegenwärtige Welle von Revolutionen in Südasien konzentriert ist und dass einige der betroffenen Regime tendenziell China nahestehen, verleiht der Idee, dass dies vom Westen eingefädelte Regimewechsel sind, etwas Glaubwürdigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Idee, dass es sich hier um eine Welle an Farbrevolutionen handeln könnte, hat jedoch eine gewisse Ironie an sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verteidiger der „multipolaren Welt“ behaupten, dass die Linke, um den Imperialismus zu bekämpfen, „progressive“, „antiimperialistische“ bürgerliche Regime im „globalen Süden“ unterstützen muss. Aber sie sind blind gegenüber der Tatsache, dass die Linken gerade eben deshalb so diskreditiert sind, weil sie seit Jahren dasselbe Märchen einer „progressiven“, „antiimperialistischen“ nationalen Bourgeoisie hochhalten, dass sie ein Vakuum hinterlassen. Das können die Reaktionären versuchen zu füllen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorstellung, dass dies „Farbrevolutionen“ sind, ist falsch. Was wir erleben, lässt sich nicht als Verschwörung erklären. Jedoch ist es eine falsche Idee, die ein Fünkchen Wahrheit enthält. Ohne revolutionäre Führung&nbsp;kann&nbsp;die Konterrevolution die Oberhand gewinnen, die Imperialisten&nbsp;können Möglichkeiten&nbsp;finden, um einzugreifen, und die Dinge&nbsp;können&nbsp;in eine sehr reaktionäre Richtung degenerieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir müssen unverblümt sagen, dass die Bilanz dieser Revolutionen dies bestätigt und dass dies eine Lehre ist, die gezogen werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Scheitern der syrischen Revolution, ein proletarisches Programm zu formulieren, erlaubte den Imperialisten, die Bewegung zu kapern und in einen islamistischen Aufstand zu verwandeln. Ebenso driftete der iranische Jugendaufstand 2018, der keinen klaren Klassenansatz entwickelte, in die Umlaufbahn der vom Westen unterstützten liberalen Opposition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in diesen neueren Beispielen? In Kenia bleibt Ruto weiterhin an der Macht. Die nüchterne Wahrheit ist, dass die Jugend es nicht geschafft hat, ihn durch einfache Aktionstage zu Fall zu bringen. In Bangladesch und Sri Lanka wurde das alte Regime gestürzt und doch führen die Regierungen in allen drei Ländern Sparmaßnahmen durch und greifen die Arbeiterklasse und die Armen auf Geheiß des IWF an. Sie alle sind gezwungen, diese Politik durchzuführen, weil sie die einzige Politik ist, die unter dem Kapitalismus möglich ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inmitten der überschwänglichen Begeisterung für die wirtschaftliche „Erholung“ in Sri Lanka blieb die Armutsrate bis zum letzten Jahr doppelt so hoch wie Anfang 2022. Die Jugend versucht auszuwandern, wenn es geht, und ist ansonsten gezwungen, endlos viele Stunden zu arbeiten, um zu überleben. In Bangladesch sind seit der Bewegung im Juli 2024 rund&nbsp;<a href="https://www.thedailystar.net/news/bangladesh/news/21m-people-lost-jobs-and-86-them-women-3904316">2,1 Millionen Arbeitsplätze</a>&nbsp;verloren gegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedingungen verschlechtern sich weiter. Tatsache ist, dass die Wurzel des Leidens und der Unzufriedenheit der Massen in der Krise des Kapitalismus liegt und dass diese Revolutionen nicht die Wurzel des Kapitalismus angegriffen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Korruption wurde nicht beendet. In Bangladesch haben die Studentenführer den größten Teil ihrer Autorität verbraucht. Das Sahnehäubchen ist, was mit dem Quotensystem passiert ist, das die Revolution in Bangladesch ausgelöst hatte. Im vergangenen Jahr mobilisierten die Studenten, um Diskriminierung zu beenden: die Quoten für gut bezahlte Stellen im öffentlichen Sektor für die Angehörigen der Veteranen des Unabhängigkeitskriegs von 1971 zu beenden, um genau zu sein. Ein System, das&nbsp;<em>de facto</em> für die Lakaien von Hasina und dem Awami-Liga-Regime Arbeitsplätze schaffte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Quotensystem wurde in der Tat auf den Müll befördert &#8230; und durch ein Quotensystem mit zugewiesenen Arbeitsplätzen für die Familienmitglieder der Veteranen des Aufstands vom Juli 2024 ersetzt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles, was unter dem Kapitalismus möglich ist, ist eine Neuaufteilung der Beute, aber es gibt nie ein Ende der Plünderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Unvollendete Prozesse</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Revolutionen sind keine Dramen mit nur einem Akt und das ist nicht das Ende der Geschichte. In Sri Lanka, Nepal und Bangladesch wurden die alten, verhassten Regime gestürzt. Die ersten Siege, die die Massen erzielten, waren überwältigend. Doch bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die Siege eher die Erscheinung, als die Substanz des Regimes trafen. Die Köpfe der Regime sind weg, aber der alte Staat, die alte herrschende Klasse, hat immer noch die Macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Gemeinsamkeiten zwischen dem, was wir hier erlebt haben, und den Ereignissen in Russland im Februar 1917.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Arbeiter erstürmten mit einem revolutionären Generalstreik die Bühne. Innerhalb weniger Tage musste der Zar abdanken und eine provisorische Regierung wurde gebildet. Aber als die Begeisterung nachließ, stellte sich heraus, dass die alten monarchistischen Generäle und Bürokraten an Ort und Stelle blieben. Die Kapitalisten besaßen weiterhin die Fabriken, die Grundbesitzer das ganze Land. Es blieb der Zarismus, nur ohne den Zaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sieg war erst dann vollendet, als der alte Staat zerschlagen und die Arbeiter&nbsp;<em>selbst</em>&nbsp;die Macht übernommen hatten. Dies geschah in der Oktoberrevolution von 1917. Und das war nur möglich dank der bolschewistischen Partei, die die Ziele der Revolution klärte und die Arbeiterklasse und andere unterdrückten Massen Russlands um ihr Banner scharen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wäre sie nicht da gewesen, hätte die alte herrschende Klasse Russland in die Barbarei hinabgezogen. Bürgerkrieg, begleitet von Pogromen, hätte auf der Tagesordnung gestanden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre Russland zwischen den imperialistischen Mächten aufgeteilt worden und viele Millionen wären gestorben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Russland hätte ein ähnliches Schicksal erlitten wie der Sudan heute. Dort hatten die revolutionären Massen&nbsp;<a href="https://marxist.com/sudan-uprising-has-ousted-dictator-but-the-regime-tries-to-stay-in-power.htm">2019 die perfekte Gelegenheit,</a>&nbsp;die Macht zu ergreifen. Die Führung ließ sie an sich vorbeiziehen und jetzt wird das Land von einem&nbsp;<a href="https://marxist.com/sudan-bloody-clash-erupts-within-counter-revolution.htm">barbarischen Bürgerkrieg</a> zwischen zwei reaktionären bewaffneten Banden und den verschiedenen imperialistischen Mächten, die hinter diesen Banden stehen, zerrissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich sind solch verheerende reaktionäre Folgen, wie wir sie jetzt im Sudan erleben, keineswegs unausweichlich. Die Stärke der Arbeiterklasse und eine ganze Reihe anderer Faktoren spielen bei der Bestimmung des Ausgangs eine Rolle. Nichtsdestotrotz ist es eine brutale Warnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Wer ist als Nächstes an der Reihe?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die revolutionären Ereignisse, die wir gesehen haben, werden sich wahrscheinlich über einige Jahre in Sri Lanka, Bangladesch, Nepal, Indonesien, Kenia und anderswo fortsetzen. Die Entwicklungen werden manchmal abebben, manchmal sich zuspitzen und zweifellos sogar neue Aufstände hervorbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn uns die Geschichte des Bolschewismus von 1903 bis 1917 eines lehrt, dann, dass eine Partei&nbsp;<em>vor</em>&nbsp;der Revolution aufgebaut werden muss, wenn sie eine entscheidende Rolle spielen soll. Wir wollen nicht völlig auszuschließen, dass eine revolutionäre Partei nicht auch unter den Bedingungen der Revolution aufgebaut werden kann, aber das ist keine leichte Aufgabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir richten das, was wir jetzt zu sagen haben, an die fortschrittlichsten revolutionären Arbeiter und Jugendlichen im Rest der Welt, der noch nicht von der Revolution erfasst wurde. Die Aufgabe, die revolutionäre Partei aufzubauen, muss dringend in Angriff genommen werden, und zwar jetzt! Alle diese Vorkommnisse, die wir aufgelistet haben, weisen auf diese Tatsache hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es braucht Zeit, um den Kaderstamm einer zukünftigen revolutionären Massenpartei aufzubauen. Aber Zeit haben wir nicht im Überfluss. Die Bedingungen, die die Revolutionen in allen zuvor genannten Ländern hervorgebracht haben, reifen&nbsp;<em>überall</em> schnell heran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auffällig, wie ähnlich diese Bedingungen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den ersten Blick waren dies nicht einmal die krisenreichsten Länder der Welt. Ganz im Gegenteil, sie erlebten Booms mit Wachstumsraten, die die Wirtschaftsexperten der fortgeschrittenen kapitalistischen Länder vor Neid erblassen lassen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nepal verzeichnete zwischen 2010 und 2024, das Pandemiejahr 2020 ausgenommen, ein jährliches Wachstum von 4,7 Prozent, Kenia 5,2 Prozent und Indonesien 5,23 Prozent. Sri Lanka geriet früher in die Krise, verzeichnete aber auch in den Jahren 2010 bis 2018 ein durchschnittliches Wachstum von 6,43 Prozent pro Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kratzt man jedoch an der Oberfläche, findet man was? Extrem ungleichmäßiges, „beschäftigungsloses“ Wachstum, anhaltende Armut und ein Berg unbezahlbarer Wucherschulden, die den Imperialisten geschuldet werden. Am bedrohlichsten für die herrschende Klasse sind die hohe Jugendarbeitslosigkeit und das Fehlen einer anständigen Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.statista.com/statistics/813026/youth-unemployment-rate-in-sri-lanka/">In Sri Lanka</a> lag die Jugendarbeitslosigkeit 2021 bei 25 Prozent, dem Vier- bis Fünffachen der durchschnittlichen Quote. 7 Millionen der 44 Millionen Jugendlichen Indonesiens sind arbeitslos. In Bangladesch hat weniger als jeder fünfte 25- bis 29-Jährige einen sicheren Arbeitsplatz mit einem Vertrag, der länger als ein Jahr andauert. Vor der Pandemie waren 39 Prozent aller Bachelorabsolventen <a href="https://thefinancialexpress.com.bd/economy/bangladesh/nearly-39pc-university-graduates-jobless-1556339685">in Bangladesch</a> arbeitslos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein kenianischer Jugendlicher es ausdrückte: „Wir haben keine Arbeitsplätze und keine Zukunft, also haben wir alle Zeit der Welt, euch zu stürzen, und nichts zu verlieren, wenn wir euch bekämpfen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sind dies einzigartige Merkmale dieser Länder? Nein, sind sie nicht. In vielen, vielen anderen Ländern sind die Bedingungen bemerkenswert ähnlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stand 2023 sind&nbsp;<a href="https://marxist.com/debt-crisis-predatory-powers-fight-over-scraps-in-pillage-of-poor-nations.htm">21 Länder</a> mit zusammengenommen 700 Millionen Einwohnern bankrott oder stehen kurz vor dem Bankrott. <a href="https://www.independent.co.uk/news/ap-antonio-guterres-international-monetary-fund-united-states-african-b2374201.html">3 Milliarden Menschen weltweit</a>&nbsp;leben in Ländern, die mehr für die Abzahlung von Schuldzinsen ausgeben als für Gesundheit oder Bildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits während der ‚guten Zeiten‘, haben die Massen damit gekämpft, den Kopf über Wasser halten zu können. Dies gilt insbesondere für arme und sogenannte Länder mit mittlerem Einkommen, die nicht über die notwendigen Reserven verfügten, um die Verwüstungen der durch die COVID-19-Pandemie ausgebrochenen Krise zu überstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Sri Lanka 2022 von der Revolution erfasst wurde, sagten wir voraus, dass ähnliche Ereignisse in einem Land nach dem anderen stattfinden würden, da sie dieselben grundlegenden Merkmale aufweisen. Und so ist es auch passiert und wir gehen zuversichtlich davon aus, dass die lange Liste an Ländern noch nicht vollständig ist. Die herrschenden Klassen Indiens und Pakistans – und ihre vielen ‚Nepo-Kinder‘! – schlottern wahrscheinlich schon mit den Knien, während sie diese Ereignisse beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese revolutionäre Welle hat in den ärmeren, weniger weit entwickelten Ländern begonnen, aber sie wird nicht auf sie beschränkt bleiben. Wie Trotzki erklärte: „Gicht beginnt mit dem kleinen Finger oder dem großen Zeh, aber wenn sie einmal begonnen hat, schreitet sie voran, bis sie das Herz erreicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flammen der Revolution lecken bereits an den Rändern Europas in Serbien, und die&nbsp;Bloquons&nbsp;<em>tout-Bewegung</em>&nbsp;in Frankreich zeigt, dass die Revolution tatsächlich bis ins Herz vordringt. Die Welt steht in Flammen und revolutionäre Explosionen stehen auf der Tagesordnung. Wir müssen diese Tatsache verinnerlichen und damit auch die Verantwortung wahrnehmen, die uns als Revolutionären auferlegt wird, dringend die Internationale aufzubauen.</p>
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