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	<title>Marxismus Archives -</title>
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	<title>Marxismus Archives -</title>
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		<title>Die marxistische Theorie verankern</title>
		<link>https://derkommunist.de/die-marxistische-theorie-verankern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ture Hirche]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 08:53:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitung zum Parteiaufbau]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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<p>Ob Schule, Fernsehen, Uni, Kino oder Zeitung, sie alle haben die Aufgabe, bürgerliche Propaganda an die Massen zu vermitteln und als die korrekte Interpretation der Realität zu etablieren. Jeder, der den Kapitalismus stürzen möchte, benötigt daher eine Theorie, die fußend auf den objektiven Interessen der Arbeiterklasse wissenschaftlich die Widersprüche des Kapitalismus und den Weg zu einer sozialistischen Gesellschaft aufzeigen kann.</p>



<p>Das liefert uns der Marxismus. Seine philosophische Anschauung, der dialektische Materialismus, gibt uns ein Verständnis über die allgemeine Logik der Bewegung. Mit ihr können wir, indem wir erfahren, wo eine Sache herkommt und wie ihre innere Natur beschaffen ist, ihre weitere Entwicklung einschätzen. So können wir z.B. die Entwicklung des Klassenkampfs antizipieren und davon ableiten, wie Kommunisten am Bewusstsein der Avantgarde und Arbeiterklasse anknüpfen können und welche Forderungen sie in den Vordergrund stellen müssen.</p>



<p>Mit derselben Methode hat Marx die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus enthüllt und nachgewiesen, dass er zwangsweise in Krisen kommen muss. Heute nutzen wir diese Erkenntnisse, um die gegenwärtige Krise zu analysieren und an ihr aufzuzeigen, dass die einzige Lösung in der sozialistischen Revolution liegt.</p>



<p>In den kürzlichen Gen-Z-Revolutionen hat sich gezeigt, dass Massenproteste und Revolutionen ohne dieses tiefe Verständnis der Klassenverhältnisse des Kapitalismus, trotz des Heroismus der Massen, in Sackgassen enden. Was fehlt, ist eine starke kommunistische Partei, die sich das Ziel setzt, die Arbeiterklasse an die Macht zu bringen.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Unsere Bildungstradition</strong></p>



<p>Die Revolutionäre Kommunistische Internationale (RKI) will diese Partei weltweit aufbauen. Indem wir heute die fortschrittlichsten Schichten der Arbeiter und Jugend organisieren und ihren Tatendrang auf eine kollektive theoretische Basis stellen, schaffen wir heute das Fundament für eine kommunistische Massenbewegung.</p>



<p>Dabei reicht die politische Tradition der RKI von Marx und der Ersten Internationale, bis zu Lenin und den Bolschewiki, weiter zu Trotzkis Kampf, den Marxismus gegen die Entstellungen des Stalinismus zu verteidigen. Jeder Kommunist hat die Pflicht, neben den Grundpfeilern des Marxismus auch diese Perioden des Klassenkampfs gründlich zu studieren, da sie die beste praktische Auskunft über die Notwendigkeit der Theorie vor allem in Bezug auf revolutionäre Strategie und Taktik liefern.</p>



<p>Die Partei hat die Aufgabe, jeden Genossen in der Ausbildung zu unterstützen, indem sie einen gemeinsamen Rahmen für die Bildungsarbeit schafft. In den einzelnen Ortsgruppen geschieht das durch die Bildungssekretäre. Sie geben der theoretischen Ausbildung eine Orientierung, indem sie die Bedürfnisse ihrer Genossen erfragen, feststellen, wo die Ortsgruppe insgesamt Lücken hat, die nachjustiert werden müssen, und darauf antwortend Texte und Bücher empfehlen, sowie Referatspläne und Lesekreise organisieren. Dieser Ausbildungsplan ist langfristig darauf ausgerichtet, dass die Genossen auf alltägliche politische Fragen tiefgründige Antworten liefern können.</p>



<p>Doch mit dem Wachstum der RKP benötigen mehr Leute theoretische Konsolidierung und neue Ortsgruppen benötigten Genossen, die fähig sind, die Bildungsarbeit zu organisieren.</p>



<p>Je stärker wir werden, desto regulärer werden solche Herausforderungen auftreten. Um mit ihnen besser umgehen zu können, ist es notwendig, einen Apparat zu haben, der von oben nach unten eine zentrale Vorgehensweise kommunizieren kann und dabei im permanenten Austausch mit den Ortsgruppen der Partei steht.</p>



<p>In der Bildungsarbeit haben wir dafür eine Abteilung, die wie ein Bildungssekretär für Bildungssekretäre funktioniert. Sie steht im Austausch mit ihnen, holt sich Erfahrungsberichte ein und hilft Herausforderungen zu überwinden, indem sie den Bildungssekretären die richtigen Ideen an die Hand gibt.</p>



<p>Auf den nationalen Treffen der Bildungsabteilung werden nicht nur die Erfahrungen der Ortsgruppen verallgemeinert und die Bildungssekretäre in organisatorischen Fähigkeiten ausgebildet. Es werden auch Referate zu zentralen theoretischen und historischen Fragen gehalten, die gerade besonders relevant für den Parteiaufbau sind oder wo die Ortsgruppen das Bedürfnis nach einer Klärung haben.</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Den Marxismus studieren</strong></p>



<p>Die übergeordnete Aufgabe der Bildungsabteilung ist, allen Genossen eine Orientierung im weiten Meer der Theorie zu ermöglichen. Der nächste große Schritt in der theoretischen Schulung der Partei wird unser Karl-Marx-Seminar im Dezember sein, bei dem so viele Genossen wie möglich zu marxistischen Referaten und Diskussionen zusammenkommen werden.</p>



<p>Um die Partei wirklich zu einer Organisation geschulter marxistischer Revolutionäre zu machen, benötigt es eine kontinuierliche Beschäftigung mit Theorie. Um dafür einen Startschuss zu setzen, gibt es für jedes Referat eine Liste mit Texten und Büchern. Jede Ortsgruppe soll so die Möglichkeit erhalten, die Genossen tiefer in den Themen des Seminars auszubilden.</p>



<p>Wenn du den Marxismus studieren möchtest, melde dich an fürs Karl-Marx-Seminar und geh auf unsere Leseliste über derkommunist.de.</p>
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		<title>Kann man den Sozialismus durchs Parlament einführen?</title>
		<link>https://derkommunist.de/kann-man-den-sozialismus-durchs-parlament-einfuehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oskar Kiefer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Apr 2025 06:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie & Organisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Star der LINKEN, Gregor Gysi, betont gerne, dass er den Kapitalismus hin zum „demokratischen Sozialismus“ reformieren möchte. Mit Bezug auf Artikel 15 im Grundgesetz, welcher die Möglichkeit bietet, Privateigentum [&#8230;]</p>
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<p>Der Star der LINKEN, Gregor Gysi, betont gerne, dass er den Kapitalismus hin zum „demokratischen Sozialismus“ reformieren möchte. Mit Bezug auf Artikel 15 im Grundgesetz, welcher die Möglichkeit bietet, Privateigentum zu verstaatlichen, erscheint dieses Vorhaben möglich.</p>

<h3><strong>Ist der Staat neutral?</strong></h3>

<p>Allerdings ist das eine pure Illusion und zeigt das komplette Unverständnis vom Wesen des bürgerlichen Staates. Es ist utopisch zu glauben, dass sich die herrschende Klasse kampflos enteignen ließe. Selbst wenn die LINKE eine absolute Mehrheit in der Regierung bekäme, würde die herrschende Klasse auf alle Mittel zurückgreifen, die ihnen der Staat bietet:</p>

<p>Das Bundesverfassungsgericht könnte zentrale Reformen für verfassungswidrig erklären, ebenso könnte der Bundesrat Gesetzesentwürfe verhindern. Reicht das nicht, werden die Medien und der Beamtenapparat immer weiter Druck ausüben, bis die unliebsamen Politiker brechen oder diskreditiert sind. Der selbsternannte Sozialist Jeremy Corbyn in Großbritannien (von 2015 bis 2019 Vorsitzender der Labour Partei) z.B. wurde von den Medien zerrissen und als Antisemit diffamiert. Unter ständigem Druck des rechten Flügels seiner Partei knickte er schließlich ein. Ersetzt wurde er von einem treuen Knecht des Kapitals: Sir Keir Starmer.</p>

<p>Sollten diese legalen Methoden allerdings nicht ausreichen, um die Reformisten in ihre Grenzen zu weisen, treten Geheimdienste, Polizei und Armee auf den Plan, um die Machtverhältnisse gewaltvoll wiederherzustellen. So drohten z.B. britische Generäle mit einem Putsch für den Fall einer Corbyn-Regierung.</p>

<p>Der Glaube, dass diese Institutionen dem Bundestag und somit dem Volk dienen, ist eine Illusion. Das ehemalige Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission und SPD-Minister Gerhard Jahn erklärte in den 1980ern: „Jeder Versuch, den Verfassungsschutz, den Militärischen Abschirmdienst oder den Bundesnachrichtendienst parlamentarisch an die Leine zu nehmen, ist schlicht gescheitert.“</p>

<p>Der bürgerliche Staat ist kein neutraler Schiedsrichter. Seine Aufgabe ist die Verwaltung der Interessen der Kapitalisten und die Sicherstellung der Machtverhältnisse zwischen den Klassen. Sind diese Machtverhältnisse in Gefahr, wird er sie verteidigen.</p>

<h3><strong>Die Lehren der Geschichte ziehen</strong></h3>

<p>Ein Blick in die Vergangenheit beweist das: Im Jahr 1970 gewann die sozialistische Unidad Popular (UP) die Wahlen in Chile. Das war ein unglaublicher Sieg für die chilenischen Arbeiter. Unter ihrem Präsident Salvador Allende konnten einige wichtige Reformen durchgebracht werden, insbesondere entschädigungslose Enteignungen von Minen. Dadurch legte man sich aber mit dem US-Imperialismus an.</p>

<p>Im Kampf gegen Sabotage, Embargos und Boykotte durch die Kapitalisten entstanden Arbeiterräte. Sie hätten den bewaffneten Kampf gegen die Konterrevolution organisieren können. Aber die UP war zu fokussiert auf die Arbeit im Parlament, wo man versuchte, Kompromisse mit den Christdemokraten zu schließen.</p>

<p>Allende weigerte sich, die Arbeiterräte zum Kampf und zur Machtübernahme aufzurufen, weil er die Gesetze des bürgerlichen Staates nicht brechen wollte. So hatten die Kapitalisten und ihre Handlanger Zeit, mithilfe des CIA einen Putsch zu planen und ihn 1973 auszuführen. Allende verließ sich zu dem Zeitpunkt noch auf den Oberbefehlshaber der Armee, Augusto Pinochet, der aber in Wahrheit den Putsch leitete und später brutaler Diktator Chiles werden sollte.</p>

<p>Auch wenn die Kapitalisten untereinander in Konkurrenz stehen, sind sie im Kampf gegen den Sozialismus engste Verbündete. Um gegen deren unvermeidliche Reaktion zu kämpfen, braucht es die Massen der Arbeiter, die zu der Zeit in Chile auch vollkommen bereit gewesen wären zu kämpfen.</p>

<h3><strong>Macht</strong></h3>

<p>Die Macht im Staat kommt nicht durch das Papier, auf dem die Verfassung gedruckt ist, oder durch eine Legitimation an der Wahlurne, sondern durch die Kontrolle über die Produktionsmittel und somit über die Wirtschaft. Diese Macht liegt momentan noch bei der Kapitalistenklasse. Allerdings ist deren Macht auf Sand gebaut, denn es ist die Arbeiterklasse, die tatsächlich die Produktionsmittel benutzt und dadurch den Wert in der Gesellschaft schafft. Wenn die Arbeiterklasse diese Macht geeint nutzt, um ihre Interessen durchzusetzen, kann sie keine Macht der Welt stoppen.</p>

<p>Soziale Errungenschaften und Rechte für die Arbeiter waren immer die Folge harten Klassenkampfes und nicht das Ergebnis „geschickten Taktierens“ im Parlament oder vor Gericht. Aber dieser Kampf muss organisiert werden. Die Arbeit im Parlament ist dieser Aufgabe immer untergeordnet!</p>

<p>Das bürgerliche Parlament sollte genutzt werden, solange die Massen Illusionen darin haben. Aber als Bühne, um den Herrschenden die liberale Maske von der stinkenden Fratze zu reißen und um die Massen zu mobilisieren, selber gegen die Herrschenden zu kämpfen – nicht um den Bürgerlichen die Hand auszustrecken. Denn der Sozialismus lässt sich nur durch den revolutionären Kampf der Arbeiterklasse einführen. Dafür braucht es eine Partei, die nicht im bürgerlichen Parlament, sondern im proletarischen Klassenkampf das Mittel zur Umsetzung des Sozialismus sieht. Deswegen bauen wir die RKP auf.</p>
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		<title>Warum brauchen wir eine Philosophie?</title>
		<link>https://derkommunist.de/warum-brauchen-wir-eine-philosophie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alan Woods]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2025 06:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Dialektischer Materialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen des Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die RKP wird die Zeit bis zum Weltkongress unserer Internationale im August nutzen, um uns die Grundlagen der marxistischen Theorie zu erschließen: Angefangen mit der marxistischen Philosophie, dem Dialektischen Materialismus. [&#8230;]</p>
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<p>Die RKP wird die Zeit bis zum Weltkongress unserer Internationale im August nutzen, um uns die Grundlagen der marxistischen Theorie zu erschließen: Angefangen mit der marxistischen Philosophie, dem Dialektischen Materialismus. Während die ganze Welt scheinbar in Chaos und Wahnsinn versinkt, hilft uns diese Theorie zu verstehen, was geschieht. Wir veröffentlichen hier eine gekürzte Fassung des Textes, der im Original in unserem Buch „Ideologiekritik – Gegen die akademische Entstellung des Marxismus“ veröffentlicht ist.</p>

<h3><strong>Verlangen nach „den Fakten“</strong></h3>

<p>Viele Menschen fühlen sich nur dann sicher, wenn sie sich auf die Fakten beziehen können. Doch die „Fakten“ wählen sich nicht von selbst aus. Es bedarf einer konkreten Methode, die uns hilft, über das unmittelbar Gegebene hinauszuschauen und die Prozesse, die über die „Fakten“ hinausgehen, bloßzulegen. Trotz gegenteiliger Behauptungen ist es unmöglich, ohne eine vorgefasste Meinung einfach die „Fakten“ als Ausgangspunkt zu nehmen. Eine solche vermeintliche Objektivität gibt es nicht.</p>

<p>In unserer Herangehensweise an die Fakten lassen wir unsere eigenen Vorstellungen und Kategorien einfließen. Diese können entweder bewusst oder unbewusst sein, spielen aber immer eine gewisse Rolle. Wer glaubt, ohne Philosophie auskommen zu können – und das trifft auf viele Wissenschaftler zu – wiederholt in der Regel unbewusst die gegenwärtig dominante „offizielle“ Philosophie und die vorherrschenden, gesellschaftlichen Vorurteile. Es ist daher unerlässlich, dass Wissenschaftler und bewusst denkende Menschen im Allgemeinen bestrebt sind, eine konsistente Sichtweise auf die Welt zu entwickeln, eine kohärente Philosophie, die als geeignetes Werkzeug zur Analyse von Dingen und Prozessen dienen kann.</p>

<p>Die Schlussfolgerungen aus der Sinneswahrnehmung sind hypothetisch und erfordern weitere Beweise. Durch Beobachtung über einen langen Zeitraum hinweg, kombiniert mit praktischer Tätigkeit, die es uns ermöglicht, die (Un-)Richtigkeit unserer Ideen zu überprüfen, können wir eine Reihe von wesentlichen Zusammenhängen zwischen Phänomenen entdecken. Gemeinsame Merkmale erlauben es uns, sie zu einer bestimmten Gattung oder Art zusammenzufassen.</p>

<p>Der Prozess der menschlichen Erkenntnis geht vom Besonderen zum Allgemeinen, aber auch vom Allgemeinen zum Besonderen. Es wäre daher falsch und einseitig, das Eine gegen das Andere zu stellen. Im dialektischen Materialismus sind die Methoden der Induktion und der Deduktion (das Schließen von Einzelbeobachtungen auf allgemein gültige Gesetze, und umgekehrt, Anm. d. Red.) nicht miteinander unvereinbar, sondern werden als verschiedene Aspekte des dialektischen Erkenntnisprozesses gesehen, die untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig bedingen.</p>

<p>Induktives Denken ist in letzter Instanz die Grundlage allen Wissens, denn alles, was wir wissen, ergibt sich letztlich aus der Beobachtung der objektiven Welt und aus unserer Erfahrung. Bei näherer Betrachtung werden jedoch die Grenzen einer streng induktiven Methode deutlich. Unabhängig davon, wie viele Fakten untersucht werden, bedarf es nur einer einzigen Ausnahme, um die allgemeine Schlussfolgerung, die wir daraus gezogen haben, zu untergraben. Wenn wir tausend weiße Schwäne gesehen haben und daraus den Schluss ziehen, dass alle Schwäne weiß sind, und dann einen schwarzen Schwan sehen, dann ist unsere Schlussfolgerung nicht mehr gültig.</p>

<h3><strong>Dialektik statt Empirismus</strong></h3>

<p>Der Begriff „Dialektik“ stammt von dem griechischen Wort dialektike, abgeleitet von dialegomai, sich unterhalten oder diskutieren. Ursprünglich bedeutete es die Kunst der Diskussion, die in ihrer höchsten Form in den Sokratischen Dialogen Platons zu sehen ist.</p>

<p>Ausgehend von einer bestimmten Idee oder Meinung, die sich in der Regel aus den konkreten Erfahrungen und Problemen des Lebens der betroffenen Person ableitet, würde Sokrates Schritt für Schritt in einem rigorosen Argumentationsprozess die im ursprünglichen Vorschlag enthaltenen inneren Widersprüche aufdecken, seine Grenzen aufzeigen, die Diskussion auf eine höhere Ebene heben und so zu einem völlig anderen Vorschlag kommen. <br />Die Dialektik setzt eine dynamische Sicht der Natur voraus, die das menschliche Denken von der Starrheit der formalen Logik befreit. Der erste wirkliche Vertreter der Dialektik war der griechische Philosoph Heraklit (um 544–484 v. Chr.).</p>

<p>Im Anti-Dühring gibt Engels folgende Einschätzung über die dialektische Weltauffassung von Heraklit:</p>

<p><em>„Wenn wir die Natur oder die Menschengeschichte oder unsre eigne geistige Tätigkeit der denkenden Betrachtung unterwerfen, so bietet sich uns zunächst dar das Bild einer unendlichen Verschlingung von Zusammenhängen und Wechselwirkungen, in der nichts bleibt, was, wo und wie es war, sondern alles sich bewegt, sich verändert, wird und vergeht. Diese ursprüngliche, naive, aber der Sache nach richtige Anschauung von der Welt ist die der alten griechischen Philosophie und ist zuerst klar ausgesprochen von Heraklit: Alles ist und ist auch nicht, denn alles fließt, ist in steter Veränderung, in stetem Werden und Vergehn begriffen.“</em></p>

<p>In der „Dialektik der Natur“ schreibt Engels auch: </p>

<p><em>„Die Dialektik, die sog. objektive, herrscht in der ganzen Natur, und die sog. subjektive Dialektik, das dialektische Denken, ist nur Reflex der in der Natur sich überall geltend machenden Bewegung in Gegensätzen, die durch ihren fortwährenden Widerstreit und ihr schließliches Aufgehen ineinander, resp. in höhere Formen, eben das Leben der Natur bedingen.“</em></p>

<p>Es ist nicht möglich, die Dynamik der Welt, in der wir leben, ohne dialektisches Denken zu verstehen. Und schon gar nicht ist es möglich, ohne ein Verständnis der Dialektik ein bewusster Revolutionär oder eine bewusste Revolutionärin zu sein, die aktiv und bewusst in den historischen Prozess eingreifen möchten. </p>

<p>Das erste Gesetz des dialektischen Materialismus ist die absolute Objektivität der Betrachtung: nicht Beispiele, nicht Umschweife, sondern die Sache selbst. Die Grundlage all unseres Wissens ist natürlich die sinnliche Erfahrung. Ich erlebe die Welt mit meinen Sinnen und kann sie auf keine andere Weise erleben. Das ist die Essenz des Empirismus. </p>

<p>Aber: Die Möglichkeiten der sinnlichen Erkenntnis sind begrenzt. Die Erkenntnis von Phänomenen, die außerhalb der Reichweite der Empfindung liegen, ist nur durch abstraktes Denken, durch dialektisches Denken, möglich. Der Gegenstand des Denkens hat ein ihm innewohnendes Wesen, das Sein an sich. Der Zweck des Denkens ist es, dieses „Sein an sich“ in ein „Sein für uns“ zu verwandeln, d.h. von der Unwissenheit zur Erkenntnis voranzuschreiten.<br />Wir kommen der Wahrheit nicht näher, indem wir einfach eine Masse von Fakten zusammensammeln.</p>

<p>Die Kraft des Denkens liegt gerade in seiner Fähigkeit zur Abstraktion, seiner Fähigkeit, Besonderheiten auszuschließen und zu Verallgemeinerungen zu gelangen, die die wichtigsten und wesentlichsten Aspekte eines bestimmten Phänomens zum Ausdruck bringen. Der erste Schritt besteht lediglich darin, ein Gefühl für ein Ding als einzelnes Objekt zu bekommen. Dies erweist sich jedoch als unmöglich und zwingt uns, tiefer in die Materie einzutauchen, indem wir innere Widersprüche aufdecken, die den Impuls für Bewegung und Veränderung geben, in denen die Dinge sich in ihr Gegenteil verkehren. </p>

<p>Nur durch das Erkennen dieser widersprüchlichen Tendenzen kann ein betrachtetes Objekt in seiner wahren, dynamischen Realität erkannt werden.</p>

<p>Hegels Grundidee war es, dass Entwicklung durch Widersprüche erfolgt, weshalb man die Dialektik auch als Logik des Widerspruchs bezeichnen kann. Während die traditionelle (formale) Logik Widersprüche zu beseitigen versucht, akzeptiert die Dialektik sie als normale und notwendige Elemente allen Lebens und aller Natur. Giordano Bruno, der italienische Philosoph, Astronom und Mathematiker des 16. Jahrhunderts, dessen Theorien die moderne Wissenschaft antizipierten und der dafür von der Inquisition zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde, gab uns eine entzückende Definition der Dialektik, als er sie als la divina arte degli opposti („die göttliche Kunst der Gegensätze“) bezeichnete.</p>

<h3><strong>Evolution und Revolution</strong></h3>

<p>In der Wissenschaft der Logik, insbesondere im Abschnitt über das Maß, erläutert Hegel seine Theorie der Knotenlinie der Entwicklung, in der eine Reihe kleiner, scheinbar unbedeutender Veränderungen schließlich einen kritischen Punkt erreichen, an dem es einen qualitativen Sprung gibt.</p>

<p>Insbesondere die Idee des Umschlags von Quantität in Qualität steht dabei im Mittelpunkt – eines der Grundgesetze der Dialektik.</p>

<p>Engels wies in seinem Anti-Dühring darauf hin, dass die Natur letztendlich dialektisch funktioniert. Die Fortschritte der Wissenschaft in den letzten hundert Jahren haben diese Behauptung vollauf bestätigt. Amerikanische Forscherinnen und Forscher stehen an der Spitze einiger der wichtigsten Entwicklungen in der modernen Wissenschaft. Ich denke insbesondere an die Arbeit von R.C. Lewontin im Feld der Genetik und vor allem an die Schriften des Evolutionsbiologen Stephen J. Gould.</p>

<p>Der genetische Unterschied zwischen Menschen und Schimpansen beträgt weniger als zwei Prozent, und wir teilen einen großen Teil unserer Gene mit Fruchtfliegen und noch primitiveren Organismen. Der letzte verzweifelte Gegenangriff der Kreationisten, die sich hinter dem Banner des „intelligenten Designs“ verstecken, wurde durch die bemerkenswerten Ergebnisse des Humangenomprojekts zerschmettert. Der zweiprozentige Unterschied, der uns von den anderen Primaten unterscheidet, ist jedoch ein qualitativer Sprung, der die Menschheit auf eine ganz andere und höhere Ebene hebt.</p>

<p>Geschichte und Natur kennen sowohl Phasen der Evolution – eine langsame, allmähliche Entwicklung – als auch solche der Revolution – einen qualitativen Sprung, bei dem der Prozess der Evolution enorm beschleunigt wird. Die Evolution bereitet den Weg für die Revolution, die wiederum den Weg für eine neue Periode der Evolution auf einer höheren Ebene bereitet.</p>

<p>Der amerikanische Physiker und Autor Mark Buchanan weist in seinem Buch „Ubiquity“ darauf hin, dass so unterschiedliche Phänomene wie Herzinfarkte, Lawinen, Waldbrände, Aufstieg und Niedergang von Tierpopulationen, Börsenkrisen, Verkehrsbewegungen und sogar Revolutionen in Kunst und Mode dem gleichen Grundprinzip unterliegen, das sich als mathematische Gleichung, bekannt als Potenzgesetz, ausdrücken lässt. Dies ist eine weitere bemerkenswerte Bestätigung des dialektischen Gesetzes des Umschlags von Quantität in Qualität.</p>

<h3><strong>Gesellschaft verstehen</strong></h3>

<p>Schon bei oberflächlicher Betrachtung der Geschichte sehen wir, dass die menschliche Gesellschaft eine Reihe von Phasen durchlaufen hat und dass sich gewisse Prozesse in regelmäßigen Abständen wiederholen. So wie wir in der Natur den Umschlag von Quantität in Qualität sehen, so sehen wir auch in der Geschichte, dass lange Perioden langsamer, fast unmerklicher Veränderung durch Perioden unterbrochen werden, in denen der Prozess beschleunigt wird, und es dann auch zu qualitativen Sprüngen kommt.</p>

<p>In der Natur können die langen Perioden langsamer Veränderung – Stasis – Millionen von Jahren dauern. Sie werden durch katastrophische Ereignisse unterbrochen, die unweigerlich mit dem Aussterben bisher dominanter Tierarten und dem Aufstieg anderer Arten einhergehen, die vorher unbedeutend waren, sich aber besser an die neuen Umstände anpassen können. In der menschlichen Gesellschaft spielen Kriege und Revolutionen eine so bedeutende Rolle, dass wir sie als Meilensteine betrachten, die eine historische Periode von einer anderen trennen.</p>

<p>Es waren Marx und Engels, die zu der Erkenntnis kamen, dass die wahre Triebkraft der Geschichte die Entwicklung der Produktivkräfte ist. Das bedeutet nicht, wie die Gegner des Marxismus oft behaupten, dass Marx alles auf die Ökonomie reduziert hat. Es gibt viele andere Faktoren, die in die Entwicklung der Gesellschaft einfließen: Religion, Moral, Philosophie, Politik, Patriotismus, Stammesbündnisse etc. All dies bildet ein komplexes Netz sozialer Beziehungen, die ein reichhaltiges und verwirrendes Mosaik an Phänomenen und Vorgängen bilden.</p>

<p>Auf den ersten Blick scheint es unmöglich, die gesellschaftlichen Prozesse in dieser Komplexität fassen zu können. Dasselbe könnte man von der Natur oder gar dem Universum sagen. Dies hindert die Wissenschaft aber nicht daran, die verschiedenen Elemente gesondert zu behandeln, sie zu analysieren und zu kategorisieren. Warum sollten die Menschen über der restlichen Natur stehen und die einzige Gattung im ganzen Universum darstellen, die von der Wissenschaft nicht verstanden werden kann? Die Vorstellung selbst ist absurd und ist lediglich Ausdruck des brennenden Wunsches der Menschen, eine Art besondere Schöpfung zu sein, völlig getrennt von allen anderen Tieren und mit einer besonderen Beziehung zum Rest des von Gott geschaffenen Universums. Doch die Wissenschaft hat diese egozentrischen Illusionen gnadenlos zerstört.</p>

<h3><strong>Widersprüche in der Gesellschaft</strong></h3>

<p>Die dialektischen Gesetze sind nicht auf die Natur beschränkt, sondern gelten auch im Bereich der menschlichen Gesellschaft, der Geschichte und der Ökonomie. Zu der Liste von Phasenübergängen, die in Büchern wie Ubiquity beschrieben werden, können wir auch Revolutionen hinzufügen, die Ausdruck des Kampfes zwischen den Klassen sind.</p>

<p>Im Kommunistischen Manifest erklären Marx und Engels, dass die Geschichte aller bisher existierenden Klassengesellschaften die Geschichte von Klassenkämpfen ist. Die Existenz von Klassengegensätzen droht die Gesellschaft auseinanderzureißen.</p>

<p><em>Doch</em>: So wie es im Atomkern Kräfte gibt, die verhindern, dass er auseinanderfliegt, so gibt es in der Gesellschaft eine ganze Reihe von Mechanismen, die einem ähnlichen Zweck dienen. Aber die bei weitem mächtigste von ihnen ist eine Kraft, die in Form von Tradition, Gewohnheit und Routine in den Köpfen der Menschen selbst wirkt und ein wichtiges Element der Trägheit in der Gesellschaft darstellt.</p>

<p>Die meisten Menschen mögen keine Veränderungen. Sie fürchten jede Störung der bestehenden Ordnung, die ihnen wie ein Sprung ins Unbekannte erscheint. Die meisten Menschen werden mit außergewöhnlicher Hartnäckigkeit an althergebrachten Ideen, Vorurteilen, religiösen Überzeugungen sowie den herkömmlichen politischen Parteien und Führungen festhalten. Keine andere Kraft wirkt so stark im Sinne der Aufrechterhaltung der bestehenden Ordnung. Aber wie alles andere in der Natur kann diese wirksame Trägheit die Dinge nur bis zu einem gewissen Grad zusammenhalten.</p>

<p>Unter der scheinbar ruhigen Oberfläche brodelt es. Unzufriedenheit, Wut, Verbitterung und Frustration ergeben ein explosives Gemisch, das danach strebt, einen Ausdruck zu finden. Früher oder später wird der Punkt erreicht sein, an dem Quantität in Qualität umschlägt.</p>

<p>Wir können den gleichen Prozess bei jedem Streik beobachten. In einem Arbeitskampf verändern sich auch die Menschen, die daran teilnehmen. Arbeiterinnen und Arbeiter, die in der Vergangenheit immer apathisch und passiv waren, werden plötzlich aktiv und überraschen nicht selten gerade diejenigen, die sich sonst gerne als die Fortschrittlichen sehen. In den Worten der Bibel gesprochen: „So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.“ Dieser Satz ist eine äußerst dialektische Feststellung!</p>

<p>Die Widersprüche innerhalb der Gesellschaft – der Klassenkampf – bestehen in der einen oder anderen Form und mit mehr oder weniger starker Intensität fort, bis ein kritischer Punkt erreicht ist. An dieser Stelle treten bestimmte Symptome auf, die die Unmöglichkeit aufzeigen, wie bisher weiterzumachen: Die herrschende Klasse ist gespalten und kann nicht mehr auf die alte Weise regieren; die Massen treten in Aktion, um die bestehende Ordnung herauszufordern; die Mittelschichten schwanken zwischen Revolution und Reaktion. All diese Symptome deuten auf eine bevorstehende drastische Veränderung hin.</p>

<p>Der Umschlag von Quantität in Qualität erfolgt entweder durch einen externen Schock oder durch das Vorhandensein eines Katalysators. Wir sehen genau den gleichen Prozess in einer Revolution.</p>

<p>Aus marxistischer Sicht ist der Sozialismus unvermeidlich, und zwar in dem Sinne, dass der Kapitalismus sein Potenzial zur Entwicklung der Gesellschaft und zur Förderung der Kultur und der Zivilisation ausgeschöpft hat. Indem der Kapitalismus die Produktivkräfte auf das gegenwärtige Niveau gehoben hat, hat er die Basis für die nächste logische Stufe gelegt, nämlich die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die Überwindung des Privateigentums und des Nationalstaates.</p>

<p>Dieser Prozess kann durch eine Reihe von Faktoren beschleunigt oder verzögert werden, nicht zuletzt durch den subjektiven Faktor. Es wird viele Möglichkeiten für die Arbeiterklasse geben, die Macht in ihre Hände zu nehmen. Doch das bloße Vorhandensein einer Möglichkeit bedeutet nicht unbedingt, dass das Potenzial realisiert wird. Das hängt vom konkreten Handeln der Menschen, ihrer Kampfbereitschaft und der Qualität ihrer Führung ab.</p>

<h3><strong>Philosophie und Revolution</strong></h3>

<p>Was die genetische Information für den menschlichen Körper, ist in der revolutionären Partei die marxistische Theorie. Die Partei, auch wenn sie klein ist, kann nur wachsen, wenn sie die notwendige Qualität aufweist. Wenn sie saubere Arbeit leistet und sich ihr die notwendigen Möglichkeiten bieten, wird sie wachsen und sich entwickeln. Qualität wird in Quantität umgewandelt, aber Quantität wiederum wird ab einem gewissen Punkt in eine neue Qualität umschlagen. Unter bestimmten Bedingungen kann eine Massenpartei zu einem Faktor werden, und ihr Handeln kann dann breite Massen beeinflussen. Dann wird sie in eine Position kommen, wo es darum geht, die Massen zum Sieg zu führen.</p>

<p>Die Geschichte der bolschewistischen Partei ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Keine andere Partei in der Geschichte hat in so kurzer Zeit einen so großen Erfolg erzielt und die ursprünglich winzigen und isolierten Gruppen marxistischer Kader in eine Massenpartei verwandelt, die in der Lage war, die größte soziale Revolution der Geschichte durchzuführen.</p>

<p>Lenin und Trotzki haben der revolutionären Theorie immer eine enorme Bedeutung beigemessen und auf dieser Grundlage Perspektiven, Taktiken und Strategien ausgearbeitet. Diese ernsthafte Herangehensweise war letztendlich das Geheimnis ihres Erfolgs. Von Anfang an pochte Lenin auf die Schlüsselrolle, die Theorie einnimmt. Schon in „Was tun?“ schrieb Lenin:</p>

<p><em>„Ohne revolutionäre Theorie kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben. Dieser Gedanke kann nicht genügend betont werden in einer Zeit, in der die zur Mode gewordene Predigt des Opportunismus sich mit der Begeisterung für die engsten Formen der praktischen Tätigkeit paart.“</em></p>

<p>Die wesentliche Bedeutung der dialektischen Methode als wissenschaftliche Grundlage für jede revolutionäre Praxis hat Trotzki in seiner Autobiographie „Mein Leben“ auf brillante Weise erläutert:</p>

<p><em>„Später wurde das Gefühl der Überlegenheit des Ganzen über das Detail ein unzertrennliches Stück meines schriftstellerischen Schaffens und meiner politischen Betätigung. Der stumpfsinnige Empirismus, das Anbeten des mitunter nur eingebildeten oder falsch verstandenen Faktums waren mir verhaßt. Ich suchte für die Fakten Gesetze. […] Auf allen Gebieten ohne Ausnahme konnte ich mich nur dann frei bewegen und handeln, wenn ich den Faden des Ganzen in der Hand hielt. Der sozialrevolutionäre Radikalismus, der die geistige Achse meines ganzen Lebens werden sollte, ist gerade aus dieser intellektuellen Feindschaft zu der Brockenrafferei, zum Empirismus, zu allem geistig Umgeformten und theoretisch Zerfahrenen erwachsen.“</em></p>

<p>Dieser „stumpfsinnige Empirismus, das Anbeten des mitunter nur eingebildeten oder falsch verstandenen Faktums“ ist, wie Trotzki betont, die philosophische Grundlage des Reformismus, der sich durch die feige Unterordnung unter „die Fakten des Lebens“ auszeichnet und der Politik stets als „die Kunst des Möglichen“ konzipiert. Die ernsthafte Herausforderung der herrschenden Ordnung wird als unmöglich, als utopischer Traum oder als gefährliches Abenteurertum angesehen. Demgegenüber unternimmt der Marxismus eine wissenschaftliche Analyse des Status quo, die unter die Oberfläche der „Fakten“ eindringt, um die verborgenen Widersprüche aufzudecken, die schließlich dazu führen werden, dass sich das, was stabil, solide und unveränderlich erscheint, in sein Gegenteil verkehrt.</p>

<p>Marx und Engels sagten, dass die Menschheit vor zwei Alternativen stehe: Sozialismus oder Barbarei. Die Elemente der Barbarei sehen wir bereits, und zwar nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern, wo Millionen von Menschen gezwungen sind, unter alptraumhaften Bedingungen von Armut, Hunger, Krankheit und Krieg zu leben, sondern auch in den sogenannten hochentwickelten kapitalistischen Ländern.</p>

<p>Das Ziel der Marxistinnen und Marxisten ist die sozialistische Transformation der Gesellschaft – und das weltweit. Wir sind der Ansicht, dass sich der Kapitalismus längst überlebt hat und sich in ein repressives, ungerechtes und unmenschliches System verwandelt hat. Das Ende der Ausbeutung und die Errichtung einer harmonischen sozialistischen Weltordnung, die auf einem rationalen und demokratisch erarbeiteten Wirtschaftsplan beruht, wird der erste Schritt zur Schaffung einer neuen und höheren Gesellschaftsform sein, in der wir uns als wirklich freie Menschen verstehen.</p>

<p>Die Philosophie in der modernen Epoche muss der großen Aufgabe dienen, die Arbeit der sozialistischen Revolution zu erleichtern, falsche Ideen zu bekämpfen und die wichtigsten Erscheinungsformen unserer Zeit rational zu erklären und so den Boden für einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft aufzubereiten. Mit den berühmten Worten von Karl Marx:</p>

<p><strong><em>„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an sie zu verändern!“</em></strong></p>

<h3><strong>Leseliste</strong></h3>

<p><em>Um die marxistische Philosophie besser zu verstehen, empfehlen wir folgende Texte:</em></p>

<ul class="wp-block-list">
<li>Rote Reihe Nr. 41: Marxistische Philosophie</li>

<li>Friedrich Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft</li>

<li>Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der Klassischen Deutschen Philosophie</li>

<li>Friedrich Engels: Anti-Dühring</li>

<li>Alan Woods: Geschichte der Philosophie</li>
</ul>
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		<title>Schulden schützen nicht vor Sozialabbau!</title>
		<link>https://derkommunist.de/schulden-schuetzen-nicht-vor-sozialabbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ture Hirche]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 10:42:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterkontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Militarismus]]></category>
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<p>Die von Union und SPD angetriebene und im alten Bundestag durchgesetzte Anpassung der Schuldenbremse ermöglicht es, Ausgaben für Militär und Geheimdienst über einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts von der Schuldenbremse auszunehmen. Das bedeutet praktisch, dass die Bundesregierung nach Belieben Kredite für Aufrüstung aufnehmen kann. Gleichzeitig abgestimmt wurde ein Sondervermögen von 500 Mrd. Euro, das vor allem auf die Sanierung von Transportwegen sowie Investitionen für energieschonende Produktionsverfahren in der Industrie ausgelegt ist.</p>

<p>Damit rückt das deutsche Kapital immer weiter von seiner alten Ansicht ab, die Staatskassen durch die Schuldenbremse zu schonen und erkennt die Notwendigkeit, die marode deutsche Wirtschaft durch neue Investitionen am Leben zu halten.</p>

<h3><strong>Eine Waffe gegen Sozialabbau?</strong></h3>

<p>Im Streit um die Schuldenbremse haben die reformistischen Führer der Arbeiterbewegung stets die Position bezogen, dass es nötig ist, neue Schulden aufzunehmen, um Wachstum und Innovation voranzutreiben. Sie hoffen, dass zumindest ein kleiner Teil der dadurch erzielten Profite auf die Arbeiterklasse abfällt und sozialer Frieden einkehren kann. So begrüßte die Vorsitzende des DGB, Yasmin Fahimi, das Sondervermögen, kritisierte jedoch, dass die Reform der Schuldenbremse nur auf Rüstungsausgaben beschränkt blieb. </p>

<p>DIE LINKE bezog einen ähnlichen Standpunkt. Die Bundestagsgruppe stimmte zwar gegen das Schuldenpaket, weil sie die damit verbundene Aufrüstung nicht mittragen wollte. In einem Beschluss vom 1. März 2025 stellte sie dennoch klar: „Die Linke wird einer Aufhebung der Schuldenbremse im Bundestag zustimmen, Taschenspielertricks wie Sondervermögen finden wir falsch.“</p>

<p>Ihre Position trifft einen wahren Kern. In der Tat war es eine kontraproduktive Entscheidung der herrschenden Klasse, 2009 die Schuldenbremse einzuführen. Seit Anbruch des 21. Jahrhunderts sind Investitionen der Kapitalisten in die Produktion auf einem historischen Tiefstand, da es ihnen auf den überfüllten Märkten weltweit immer schwerer fällt, profitable Anlageoptionen auszumachen. Ein Grund für den zunehmenden Verlust der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu den USA und China war, dass sich der deutsche Staat selbst dazu verpflichtet hatte, keine Schulden zu machen – selbst dann nicht, wenn es um Investitionen in Infrastruktur und Innovation ging, die von Unternehmen nicht übernommen wurden. Die Folge ist Deindustrialisierung.</p>

<p>Das neue Sondervermögen soll diesen Fehler ausbessern, indem der Staat für die ausbleibenden Investitionen aufkommt. Damit treffen sie eine überfällige Maßnahme zum Schutz der Interessen des Kapitals. Doch was springt dabei für die Arbeiterklasse raus? Das bürgerliche Establishment hat in dieser Frage einen realistischeren Einblick als die reformistischen Führer der Arbeiterbewegung. Für Merz, die Arbeitgeberverbände und Co. ist klar: Ohne dass die Mehrheit den Gürtel enger schnallt, wird es nicht gehen.</p>

<p>Denn im Kapitalismus gibt es keine Geschenke. Irgendwann müssen Schulden zurückgezahlt werden. Dafür bitten die Herrschenden die Arbeiter zur Kasse. Kürzungen bei Arbeitslosengeld, Kindergeld, Elterngeld, öffentlichem Personennahverkehr, Wohnungsbau und Kultur sowie Steuererhöhungen sind bereits angekündigt und das ist erst der Anfang eines umfassenden Programms an Konterreformen durch die kommende Regierung.</p>

<p>Auch die Auflösung der Schuldenbremse würde daran nichts ändern. Zahlreiche andere EU-Staaten wie Frankreich oder Italien nehmen seit Jahren im großen Stil Schulden auf, in der Hoffnung, ihr Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Doch die erwünschte Wirkung bleibt aus. Die Wachstumszahlen sind niedrig, die Staatsverschuldung steht in beiden Ländern bei über 100%. Je mehr Schulden der Staat aufnimmt, desto höher steigen die Kreditzinsen. Die Folge ist eine brutale Abwärtsspirale, in der der Staat immer mehr Geld für die Rückzahlung von Schulden aufbringen muss. Das fehlende Geld nimmt er sich durch intensiver werdende Angriffe auf den Lebensstandard der Massen. Die meisten EU-Länder sind bereits in diesem Strudel gefangen und auch Deutschland wird ein ähnliches Schicksal ereilen.</p>

<h3><strong>Arbeiterkontrolle statt Verschuldung und Austerität</strong></h3>

<p>Umso fataler ist da die Tatsache, dass die Landesverbände Bremen und Mecklenburg-Vorpommern der LINKEN im Bundesrat für das Sondervermögen und für die Lockerung der Schuldenbremse zum Wohle der Militarisierung gestimmt haben. Sie reden sich damit raus, dass die Gelder aus dem Sondervermögen dringend für den Haushalt der Bundesländer benötigt werden, in denen sie regieren. Damit haben sie ihre formale Zustimmung für die vom Kapital beschlossene Aufrüstungs- und Kürzungspolitik abgegeben.</p>

<p>Die Linksjugend Berlin reagierte auf diesen Verrat aus den eigenen Reihen und forderte den Rücktritt und den Parteiaustritt der Senatoren und Minister aus Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. In einem offenen Brief betonte sie: „Eine Regierungsbeteiligung, in der Ihr gut bezahlte Posten habt, ist Euch wichtiger als der politische Kampf der eigenen Partei für den Sozialismus und Frieden auf der Welt.“ Im selben Schreiben stellen sie klar, dass es „kein Vertrauen in kapitalistische Regierungsbeteiligung“ geben kann und fordern eine Debatte über den Umgang der Linkspartei mit Parlamentarismus und Regierungsbeteiligungen.</p>

<p>Die RKP unterstützt diesen Schritt der Linksjugend Berlin. Sich auf Abstimmungen im Parlament und auf Forderungen, die nur eine andere Verwaltung des Kapitalismus fordern, zu versteifen, führt die Arbeiterbewegung in eine Sackgasse. Wir können nichts planen, was wir nicht kontrollieren. Solange die Produktion in den Händen der Kapitalisten bleibt, werden Investitionen und Aufnahme von Schulden auch nur für ihre Interessen getätigt.</p>

<p>Doch auch das Kapital kann nicht einfach machen, was es will. In ganz Europa führten und führen Kürzungen im Sozialwesen zu Massenbewegungen und Klassenkampf. Die europäische Arbeiterklasse kann dem Kapital einen Strich durch die Rechnung ziehen, indem sie durch politischen Streik erzwingt, dass die Kürzungsprogramme zurückgenommen werden und keine Schulden aufgenommen werden, die nur den Profiten der Kapitalisten dienen. Die RKP ruft DIE LINKE dazu auf, den Kampf für die Forderungen aus ihrem eigenen Programm zu organisieren. Das könnte DIE LINKE, indem sie ihre Anhängerschaft dazu auffordert, es nicht bei einem Kreuz auf dem Wahlzettel zu belassen, sondern selbst gegen Austerität auf die Straße zu gehen.</p>

<p>Natürlich werden die Kapitalisten ihrerseits mit einem verschärften Klassenkampf von oben antworten. Deshalb kämpft die RKP und die Revolutionäre Kommunistische Internationale für eine sozialistische Föderation in Europa. Ein solches Bündnis wäre stark genug, die zuvor von den Kapitalisten aufgenommenen Schulden einfach zu annullieren. Wachstum und Investitionen würden aufhören nur dem Expansionszwang der Kapitalisten zu dienen. Stattdessen befänden sich Industrie und Finanzwesen in den Händen der Arbeiterklasse, die sie durch einen sozialistischen Produktionsplan für die tatsächlichen Bedürfnisse der Gesellschaft einsetzen würde.</p>
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		<title>Droht der Dritte Weltkrieg?</title>
		<link>https://derkommunist.de/droht-der-dritte-weltkrieg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Franz Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Mar 2025 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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<p>Krieg in Europa ist für 81% der Jugendlichen in Deutschland die größte Sorge. Das zeigt die aktuelle Shell Jugendstudie. Unbegründet ist diese Sorge nicht: Deutsche Politiker überbieten sich gegenseitig mit Vorschlägen, wie viel zusätzliches Geld in die Bundeswehr gepumpt werden soll. Die Wehrpflicht wird auf die eine oder andere Weise wieder eingeführt werden. Weltweit gibt es im Moment so viele Kriege wie seit 1945 nicht mehr. Alle Staaten gemeinsam gaben 2023 so viel Geld für Waffen und Militär aus wie nie zuvor. </p>

<p>Die imperialistischen Blöcke USA, Europa, Russland und China stehen sich waffenstarrend gegenüber. In der Ukraine und im Nahen Osten spielt der US-Imperialismus mit dem Feuer. Und auch in Deutschland sollen wieder amerikanische Mittelstreckenraketen stationiert werden. Viele stellen sich daher gerade die Frage: Droht ein dritter Weltkrieg?</p>

<h3><strong>Kampf um die Neuaufteilung</strong></h3>

<p>Die Ursache von Krieg und Militarismus sind nicht einfach schlechte Politiker mit aggressiver Politik, sondern der Kapitalismus selbst: Die Großkonzerne und das Finanzkapital der verschiedenen Großmächte kämpfen untereinander darum, wer welches Land ausbeuten, wer wo investieren, wer von wo Rohstoffe importieren darf. Die imperialistischen Staaten vertreten dabei die imperialistischen Interessen ihrer jeweiligen Kapitalistenklasse. </p>

<p>Unsere imperialistische Epoche zeichnet sich dadurch aus, dass die Welt bereits vollständig unter den imperialistischen Großmächten aufgeteilt ist, so wie Mafia-Bosse die Stadt untereinander aufteilen. Diese Aufteilung entspricht dem wirtschaftlichen Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Mächten zum Zeitpunkt der Aufteilung. </p>

<p>Aber dieses wirtschaftliche Kräftegleichgewicht bleibt nicht ewig unverändert. Unter bestimmten Umständen können ehemalige Entwicklungsländer mächtige Industrienationen werden, die beginnen, eigene imperialistische Ambitionen zu entwickeln und die alten Großmächte herausfordern. So geschah es z.B. mit Deutschland in den 40 Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, das begann, die bis dahin größte imperialistische Macht Großbritannien herauszufordern. </p>

<p>Ebenso können ehemals mächtige imperialistische Nationen ihren Vorsprung verlieren. Und so entsteht von Neuem ein Konflikt: Die alte Aufteilung der Welt entspricht nicht mehr den neuen, realen Kräfteverhältnissen zwischen den Großmächten und muss daher neu ausgefochten werden &#8211; letzten Endes immer mit Gewalt. Der Konflikt zwischen dem deutschen Kaiserreich und Großbritannien endete nach Jahrzehnten des Wettrüstens und der diplomatischen Spielchen und Provokationen im Ersten Weltkrieg (1914-1918). </p>

<p>Das war, wie Lenin erklärte, ein imperialistischer Krieg, in dem die imperialistischen Räuber und Sklavenhalter untereinander um die Beute kämpften. Folglich durfte die Arbeiterklasse keine Seite in diesem Krieg beziehen. Stattdessen müssen die Arbeiter jedes Landes gegen ihre eigene Kapitalistenklasse kämpfen, mit dem Ziel, dass die Arbeiterklasse in jedem Land die Macht übernimmt und die sozialistische Weltrepublik aufbaut.</p>

<h3><strong>Verschobenes Kräfteverhältnis</strong></h3>

<p>Auch heute erleben wir einen Konflikt um die imperialistische Neuaufteilung der Welt, denn das wirtschaftliche Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Großmächten hat sich in den letzten 35 Jahren verschoben. China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, fordert die USA heraus. Auch andere Länder wie Russland und Indien wollen ein Stück vom Kuchen, während die europäischen imperialistischen Länder verzweifelt versuchen, den Einfluss, der ihnen entgleitet, zu verteidigen.</p>

<p>Die alte Aufteilung der Welt entspricht aber noch dem Stand nach dem Ende des Kalten Krieges 1990, aus dem die USA als einzige nennenswerte Weltmacht hervorgingen und den Anspruch erhoben, überall auf der Welt ihren Willen durchsetzen zu können. </p>

<p>Berauscht von ihrem Sieg über die Sowjetunion wurde die US-amerikanische Kapitalistenklasse und ihre Politiker überheblich.  Sie starteten die langen und zähen Invasionen im Irak und in Afghanistan. In den 90er und 00er Jahren brachen sie ihre Zusagen gegenüber Russland und nahmen viele Länder aus dessen Einflusssphäre in die NATO auf: Polen, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen. Auch das war ein aggressiver Akt der Expansion der USA. </p>

<p>Doch die USA überdehnten sich und wurden unfähig ihre Macht überall auf der Welt aufrechtzuerhalten. Aus dem Irak und Afghanistan mussten die USA unverrichteter Dinge abziehen und ließen Milliarden Dollar und hunderte gefallene Soldaten zurück. Der syrische Bürgerkrieg wurde 2017 vorläufig ohne die Mitsprache der USA durch russische diplomatische Bemühungen beendet. Und auch die Ostexpansion der NATO stieß an ihre Grenzen. 2008 marschierte Russland in Georgien ein und verhinderte einen NATO-Beitritt des Landes. Der Konflikt um die Ukraine, der seit 2014 entflammte, ist ebenfalls Folge dieser Politik. </p>

<p>Die USA befinden sich im relativen Niedergang. Zwar sind sie nach wie vor die wirtschaftlich, militärisch und politisch stärkste imperialistische Macht weltweit. Aber sie sind eben nicht mehr die einzige Weltmacht, sondern nur noch eine neben anderen. Ihr Einfluss auf der Welt ist begrenzt.</p>

<h3><strong>Irrationalität und Fahrlässigkeit</strong></h3>

<p>In letzter Instanz sind es die materiellen Bedingungen (die wirtschaftliche Entwicklung und der Klassenkampf), die den Verlauf der Geschichte bestimmen. Doch auch individuelle Akteure und deren Bewusstsein spielen eine Rolle. Gerade in kritischen Momenten macht es einen Unterschied, ob kluge oder dumme, mutige oder feige, realistische oder überhebliche Führer an der Spitze einer Bewegung oder eines Staates stehen. All das kann über die Geschwindigkeit und den Verlauf des historischen Prozesses entscheiden, wenngleich das Endergebnis im Wesentlichen das gleiche bleibt. </p>

<p>Das Polit-Establishment der USA, also Politiker wie Joe Biden, sind in ihrer Psychologie komplett geprägt von der Vormachtstellung der USA nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Siegesrausch nach 1991. Sie halten es für das gottgegebene Recht der USA, überall auf der Welt ihren Willen durchzusetzen. Sie können und wollen sich nicht damit abfinden, dass das nicht mehr möglich ist &#8211; ihr Bewusstsein hinkt dem realen Prozess hinterher und entspricht nicht mehr der Realität. </p>

<p>Biden und Co. dachten, sie könnten dem relativen Niedergang der USA etwas entgegensetzen, indem sie in der Ukraine und im Nahen Osten hart auftreten und sich weiterhin so verhalten, als wären die USA die einzige Weltmacht. Deswegen verweigerten sie 2021/22 Russland die Garantie die Ukraine nicht in die NATO aufzunehmen, und provozierten den Ukrainekrieg. </p>

<p>Als ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn ein Waffenstillstands-Deal auf dem Tisch lag und sowohl die Ukraine als auch Russland bereit waren zu unterschreiben, sprengte der britische Premier Boris Johnson auf Geheiß der USA die Verhandlungen. So stieß die Sturheit Joe Bidens und seiner Gang die Ukraine, und in der Folge auch die NATO, in einen Krieg, den sie nicht gewinnen konnte. Je klarer sich die Niederlage abzeichnete, desto verzweifelter versuchte Biden, die Ukraine mit immer neuen Waffensystemen zu unterstützen. </p>

<p>Das gipfelte in der wahnwitzigen Entscheidung Bidens, der Ukraine den Beschuss von russischem Staatsgebiet mit amerikanischen ATACMS Raketen zu erlauben. Diese Raketen können nicht ohne die direkte Beteiligung amerikanischer Soldaten von der Ukraine eingesetzt werden. Amerikanische Soldaten waren direkt und maßgeblich an einem militärischen Angriff auf Russland beteiligt. So führte Sleepy Joe Biden die Welt im Alleingang an den Rand eines Atomkriegs. Die Folge ist, dass sich Russland und die USA offiziell nicht mehr in einem Zustand des Friedens befinden.</p>

<p>Das Kalkül Bidens, den Niedergang der USA aufzuhalten, in dem er sich kompromisslos gab, führte zum Gegenteil: die NATO erleidet in der Ukraine gerade eine viel krassere Niederlage, als wenn der Deal im Sommer 2022 unterschrieben worden wäre oder die USA Anfang 2022 zugesichert hätten, die Ukraine nicht in die NATO aufzunehmen. </p>

<p>Doch die Irrationalität Joe Bidens und seiner Mitdenker ist nicht nur persönliche Dummheit, sondern eine historische: Die Geschichte läuft gegen sie, sie stehen an der Spitze einer Institution, die sich im Niedergang befindet, für sie gibt es nur schlechte Optionen. </p>

<p>Diese Episode hat aber gezeigt: die Politiker, die an der Spitze imperialistischer Staaten stehen, handeln nicht immer gemäß ihrer rationalen Interessen und sie sind bereit, die Menschheit an den Rand eines Atomkriegs zu bringen, um ihre kurzsichtigen Interessen durchzusetzen. Und zwar ohne dass die amerikanische Bevölkerung die Möglichkeit gehabt hätte, bei dieser für sie nicht ganz unwichtigen Frage mitzureden. </p>

<h3><strong>Krieg und Revolution</strong></h3>

<p>Der Kapitalismus in der Krise verschärft die Spannungen zwischen den imperialistischen Mächten. Die Folge sind mehr Kriege, gesteigerte Kriegsgefahr, Aufrüstung und Militarismus. Doch das ist nur die eine Seite des Prozesses. Denn die Krise bereitet auch gewaltige soziale Explosionen und ein Auflodern des Klassenkampfes in allen Ländern der Welt vor. Es sind große historische Ereignisse wie Kriege, die das Bewusstsein der Massen beeinflussen. Lenin schreibt:</p>

<p><em>„Krieg ist gleichbedeutend mit der größtmöglichen Krise. Jede Krise bedeutet (mit der Möglichkeit einer vorübergehenden Verzögerung und eines Rückschritts): A) Beschleunigung der Entwicklung; B) Verschärfung der Widersprüche; C) deren Aufdeckung; D) Zusammenbruch von allem, was verrottet ist.“</em></p>

<p>Die gegenwärtige kapitalistische Gesellschaft ist von oben bis unten durchzogen mit Widersprüchen. Denn der Kapitalismus befindet sich in einer Sackgasse und kann die Gesellschaft nicht weiter voranbringen. </p>

<p>Die kapitalistische Krise hat die Staatsschulden überall auf der Welt auf neue Rekordhöhen getrieben. Das bringt gewaltige wirtschaftliche Instabilität, denn es erhöht die Gefahr erneuter Inflation sowie neuer Bankenkrise. Die Staatsschulden abzubauen geht in Zeiten der Wirtschaftskrise nur durch Angriffe auf den Lebensstandard der Massen, was wiederum die Gefahr gewaltiger sozialer Explosionen mit sich bringt. Allein letztes Jahr führten Haushaltskrisen zu revolutionären Massenbewegungen in Kenia und Bangladesch, zu Regierungskrisen in Deutschland und Frankreich und zu einem gescheiterten Putschversuch in Südkorea. </p>

<p>Hinzu kommt jetzt der Militarismus: 2023 stiegen die weltweiten Rüstungsausgaben auf ein Rekordhoch von 2,3 Billionen Dollar. Bereits jetzt fehlt das Geld schmerzlich an anderer Stelle: Laut Oxfam könnten 31,5 Mrd. Dollar  den Welthunger beenden. Mit 325 Mrd. Dollar jährlich könnten die weltweite Armut beenden. Während z.B. Großbritannien von einer sozialen Krise gezeichnet ist und das einst vorbildliche staatliche Gesundheitssystem NHS an allen Ecken und Enden zerfällt, gab die britische Regierung 13 Milliarden Pfund für Waffenexporte für die Ukraine aus. Dabei hätten 11,6 Milliarden Pfund genügt, um die zerfallende Infrastruktur des NHS vollständig zu reparieren. Die 1,4 Milliarden, die übrig bleiben, wären fast genug, um 23.000 Ärzte anzustellen.</p>

<p>Das Misstrauen der Massen in die Herrschenden wächst weltweit. Die Stimmung zwischen den Klassen ist explosiv. Und die Kriege vertiefen das nur. Fast 80% der Amerikaner leben von Gehaltsabrechnung zu Gehaltsabrechnung. Fast 40% von ihnen brauchen zwei Einkommen, um über die Runden zu kommen. Grund ist die massive Inflation, die zu relevanten Teilen eine Folge des Ukrainekriegs ist. Gleichzeitig besitzen 800 Milliardäre mittlerweile so viel Reichtum wie die unteren 50% der US-Bürger zusammen. Ausgaben für medizinische Behandlungen sind der Hauptgrund für Privatinsolvenzen. 41% der Bevölkerung mussten sich über 10.000 US-Dollar oder mehr verschulden, um notwendige medizinische Behandlungen zu bezahlen, obwohl 90% eine Krankenversicherung haben. </p>

<p>Der Hass der Massen auf die Reichen wurde durch den Anschlag auf den CEO von United Healthcare letztes Jahr deutlich. Als dieser verhasste Kapitalist, der den  kranken und sterbenden Arbeitern das Geld aus der Tasche zog, von Luigi Mangione erschossen wurde, bezogen viele Amerikaner die Seite des Schützen. Und 2020 fluteten 10% der amerikanischen Bevölkerung während der Black Lives Matter Bewegung die Straßen und zwangen Trump zur Flucht in seinen Bunker. Als Trump das Militär gegen die Demonstranten einsetzen wollte, weigerten sich seine Generäle. Sie verstanden, dass die Soldaten auf die Seite der Demonstranten überlaufen würden. </p>

<p>In China gibt es eine gewaltige, hart ausgebeutete Arbeiterklasse, deren Kampfbereitschaft wir während der Arbeitskämpfe bei Foxcon vor wenigen Jahren erahnen konnten. Und der chinesische Staat ist hoch verschuldet &#8211; eine massive soziale Explosion ist nur eine Frage der Zeit. Und während sich die russischen Massen zwar im Moment hinter Putin stellen, weil sie sich vom NATO-Imperialismus bedroht fühlen, wird deren soziale Lage sich aber mittelfristig ebenfalls massiv verschlechtern. </p>

<p>Wir sehen, dass auch heute gilt, was Friedrich Engels Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 schrieb:</p>

<p><em>„Der Militarismus beherrscht und verschlingt Europa. Aber dieser Militarismus trägt auch den Keim seines eignen Untergangs in sich. Die Konkurrenz der einzelnen Staaten untereinander zwingt sie einerseits, jedes Jahr mehr Geld auf Armee, Flotte, Geschütze etc. zu verwenden, also den finanziellen Zusammenbruch mehr und mehr zu beschleunigen; andrerseits mit der allgemeinen Dienstpflicht mehr und mehr Ernst, und damit schließlich das ganze Volk mit dem Waffengebrauch vertraut zu machen; es also zu befähigen, in einem gewissen Moment seinen Willen gegenüber der kommandierenden Militärherrlichkeit durchzusetzen. Und dieser Moment tritt ein, sobald die Masse des Volks &#8211; ländliche und städtische Arbeiter und Bauern &#8211; einen Willen hat. Auf diesem Punkt schlägt das Fürstenheer um in ein Volksheer; die Maschine versagt den Dienst, der Militarismus geht unter, an der Dialektik seiner eignen Entwicklung. [&#8230;] Und das bedeutet die Sprengung des Militarismus und mit ihm aller stehenden Armeen von innen heraus.“</em></p>

<p>Auch heute ist das Militär nicht gegen Klassenkampf und Krise im Rest der Gesellschaft immun. Vor allem die Mannschaftsgrade und sogar die niedrigeren Offiziersränge kommen aus den Massen und sehen meist die Welt mit ihren Augen. Denn der Hauptgrund, warum Leute dem amerikanischen Militär beitreten, ist Armut. Das Ergebnis ist, dass die US-Armee vor allem aus Arbeitern, viele von ihnen Schwarz oder Latinos, besteht. Und so regte sich bereits jetzt Protest gegen Präsident Bidens Unterstützung für Israels Völkermord aus den Reihen der Armee. Der bekannteste und tragischste Fall war der 25-jährige Soldat der US-Luftwaffe Aaron Bushnell, der sich vor einem Jahr vor der israelischen Botschaft selbst verbrannte. </p>

<p>Aber auch in der Gesamtgesellschaft ist die Unterstützung für imperialistische Kriege nach den blutigen Abenteuern in Irak und Afghanistan gering. So verfehlte die US-Army ihr Rekrutierungsziel 2023 um 20%. Nur 9% der 16-21 Jährigen könnten sich vorstellen zu dienen.  Und Trumps Versprechen “keine unnötigen Kriege” mehr anzufangen, war kein unwichtiger Beitrag zu seinem Wahlsieg. </p>

<p>Und die Angriffe des bürgerlichen Staates auf demokratische Rechte der Massen, etwa die Repression gegen die Palästina-Bewegung, lassen die Massen den Klassencharakter des Staates immer deutlicher erkennen.</p>

<h3><strong>Droht der Dritte Weltkrieg?</strong></h3>

<p>Einerseits häuft sich im Moment entflammbares Material an: die Spannungen zwischen den imperialistischen Mächten und die wachsende Aufrüstung. Als weiterer Faktor kommen die Provokationen, Irrationalität und die Kriegstreiberei der bürgerlichen Politiker hinzu. Doch das ist nur die eine Seite des Prozesses. Die andere ist die massenhafte Radikalisierung von Milliarden Arbeitern und Jugendlichen auf der ganzen Welt. </p>

<p>Der Klassenkampf im Innern schränkt den Handlungsspielraum aller imperialistischen Staaten in der Außenpolitik ein. Ein kapitalistischer Staat, der einen Krieg führen will, braucht zuhause Ruhe: Die Massen müssen bereit sein, soziale Einsparungen hinzunehmen, um Waffen zu finanzieren und selber im Krieg für die Profite ihrer Bosse zu sterben. Doch das sind sie nicht. In allen Ländern ist die soziale Lage angespannt, die politische Stabilität untergraben. Schon “kleinere” Kriege wie der Krieg in Gaza oder in der Ukraine haben in vielen Ländern riesige Massenbewegungen ausgelöst. Diese “innere Bedrohung” durch die Arbeiterklasse beschränkt die Möglichkeiten der Kapitalisten, Kriege zu führen. </p>

<p>Einige Faktoren machen einen Weltkrieg auf absehbare Zeit unwahrscheinlich: Die Arbeiterklasse macht heute einen viel größeren Anteil der Bevölkerung aus, nämlich in vielen Ländern um die 90%. Zusätzlich sind wir schon bevor ein weltweiter Krieg stattgefunden hat in einer Wirtschaftskrise, was zu politischer Instabilität und einer Zunahme des Klassenkampfes geführt hat. Jede größere militärische Eskalation würde die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise stürzen, da diese heute global viel enger verzahnt ist. Und natürlich hat die Existenz von Atomwaffen die Ausgangslage maßgeblich verändert. Kapitalisten führen Kriege, um Profite zu machen, nicht um die Erde auszulöschen. Aber vor allem würden die Massen, bei jedem ernsten Versuch, einen nuklearen Weltkrieg vom Zaun zu brechen, sich massenhaft dagegen wehren. </p>

<h3><strong>Wer entscheidet über Krieg und Frieden?</strong></h3>

<p>Die Kriegsgefahr und der zunehmende Militarismus stellen unübersehbar die Machtfrage. Die Frage nach Krieg und Frieden kann man nicht beantworten, ohne diese Frage zu beantworten: Wer entscheidet? Wer herrscht? Bourgeoisie oder Proletariat? Überlassen wir es den Imperialisten wie Biden Kriege zu provozieren, diplomatische Spielchen zu spielen und sogar den Atomkrieg zu riskieren, ohne dass die Massen auch nur ein Wörtchen dabei mitreden können? Wer entscheidet, ob Kriege stattfinden, in denen die Arbeiter kämpfen und sterben müssen, ohne dass sie irgendetwas davon haben? In Deutschland werden nun gegen Russland gerichtete amerikanische Mittelstreckenraketen stationiert. Wer hat die deutsche Bevölkerung gefragt, ob sie das möchte? Tatsächlich sind nämlich laut Umfragen 45% dagegen, während nur 40% dafür sind. Die Kapitalisten und ihre Regierung haben einfach eigenständig entschieden, ganz Deutschland in das Schussfeld der zwei Großmächte zu schieben. </p>

<p>Wir Kommunisten sagen: Wir, die Arbeiterklasse, müssen entscheiden, ob Mittelstreckenraketen stationiert werden, ob Geld in die Rüstung oder ins Gesundheitssystem gesteckt wird, ob Deutschland Kriege andernorts unterstützt und in welchen Militärbündnissen wir welche Verpflichtungen eingehen. Dieses Recht zu entscheiden müssen wir uns aktiv nehmen! Die Massen können sich nicht auf irgendwelche Politiker verlassen, sondern müssen selber dafür kämpfen, mit Streiks, Demonstrationen, Fabrikbesetzungen und letztlich mit der Revolution.</p>

<h3><strong>Sozialismus oder Barbarei? Du hast die Wahl!</strong></h3>

<p>Das veränderte Kräfteverhältnis zwischen den Klassen macht einen Weltkrieg auf absehbare Zeit unwahrscheinlich. Erst nach einer ganzen Reihe schwerer Niederlagen der Arbeiterklasse weltweit, wäre es etwa einem wahnsinnigen Diktator möglich, wie in dem Film “Dr. Strangelove” den atomaren Weltkrieg anzuzetteln. </p>

<p>Der Kapitalismus in der tiefen Krise ist dazu fähig, wenn er nicht gestürzt wird, die größten Schrecken hervorzubringen. Aber derselbe Prozess, der die Gefahr eines Weltkriegs in sich trägt, bringt auch die Weltrevolution hervor. Auch wenn die historische Situation heute nicht identisch ist: Wir sollten nicht vergessen, dass der Erste Weltkrieg 1917-18 durch die proletarische Revolution in Russland, Deutschland und anderen Ländern beendet wurde. Der Erste Weltkrieg löste einen Prozess aus, der die Arbeiterklasse mit den Bolschewiki an ihrer Spitze an die Macht brachte. Eine Epoche der sozialistischen Weltrevolution begann.</p>

<p>Unsere Chance als Kommunisten den Kapitalismus zu stürzen und die Arbeiterklasse an die Macht zu bringen wird kommen. Ob wir sie ergreifen können, hängt davon ab, ob wir uns heute vorbereiten und die Revolutionäre Kommunistische Internationale (RKI) aufbauen.</p>
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		<title>DKP und Multipolarität: Keine Waffe gegen den Imperialismus</title>
		<link>https://derkommunist.de/dkp-und-multipolaritaet-keine-waffe-gegen-den-imperialismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adam Czaplinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Stalinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie & Organisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit den 1990er-Jahren gewinnt die Idee der multipolaren Weltordnung an Popularität. So ist die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ein entschlossener Anhänger dieses Konzeptes, demzufolge eine demokratische und friedliche Weltordnung ermöglicht [&#8230;]</p>
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<p>Seit den 1990er-Jahren gewinnt die Idee der multipolaren Weltordnung an Popularität. So ist die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ein entschlossener Anhänger dieses Konzeptes, demzufolge eine demokratische und friedliche Weltordnung ermöglicht wird, wenn nicht mehr nur eine Großmacht (USA) die Welt dominiert, sondern mehrere Großmächte. Die multipolare Welt sei ein Fortschritt, da die Machtansprüche des Westens von anderen Großmächten ausbalanciert werden würden, wodurch unterdrückte Staaten Freiraum erhalten, ihre Industrie weiterentwickeln und den Lebensstandard erhöhen könnten.</p>


<p>Bei vielen Kommunisten und Antiimperialisten ist diese Idee ein ehrlicher Reflex gegen die lange Liste der Verbrechen des westlichen Imperialismus, deren historische und aktuelle Blutspur keine Region der Welt ausspart.</p>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Rolle aufsteigender Imperialisten</strong></h3>


<p>Die DKP überspannt den Bogen jedoch, wenn sie den jüngsten Sturz des syrischen Assad-Regimes als einen „Rückschritt für antiimperialistische Kräfte und Kräfte, die auf eine multipolare Weltordnung hinarbeiten“, bezeichnet. Ihre Behauptung, Syrien sei nun „wieder vollständig zum Spielball des Imperialismus geworden“, verschleiert, dass die langjährige russische Unterstützung des Assad-Regimes kein Akt des Antiimperialismus, sondern selbst ein imperialistischer Versuch war, seine Einflusssphäre zu erweitern.</p>


<p>Allgemein positioniert sich die DKP auffällig unkritisch zu Russland, China oder dem BRICS-Bündnis. Die Moskauer Sicherheitskonferenz, ein Treffen der politischen Elite Russlands und ihrer internationalen Verbündeten, sei ein „Gegenentwurf zur westlichen Hegemonie“, bei der die Zusammenarbeit Russlands und Chinas „den Ländern des Globalen Südens die Demokratisierung der internationalen Beziehungen auf der Grundlage der UN-Charta“ ermögliche.</p>


<p>Das BRICS-Bündnis gilt für sie als „Vehikel zur Überwindung der US-geführten unipolaren Weltordnung hin zu Multipolarität“, welches „auf Diplomatie und Aushandeln unter souveränen Partnern“ setze. Das Bündnis würde eine „herrschaftsarme, gleichberechtigte und sanktionssichere Finanzarchitektur“ schaffen, die weltweit Fortschritt ermöglicht.</p>


<p>Wie lässt sich diese Ansicht jedoch mit dem Fakt vereinbaren, dass globale Konflikte insbesondere in den letzten Jahren zugenommen haben, also genau in der Zeit wo neben den USA eine Reihe an Ländern zu bedeutenden regionalen und globalen Spielern aufgestiegen sind? War es außerdem nicht ausgerechnet der Aufstieg von imperialistischen Mächten (Deutschland, Japan und USA) am Anfang des 20. Jhd., die die Weltdominanz Großbritanniens anfochten, weshalb zwei Weltkriege um die globale Vormachtstellung geführt wurden?</p>


<p>Für die DKP handelt es sich scheinbar nur bei den USA und europäischen Mächten um Imperialisten, bei China und Russland jedoch nicht. Das ist keine wissenschaftliche Anwendung der Imperialismustheorie, sondern eine moralische Kritik, die zwischen scheinbar freundlichen und unliebsamen Ländern unterscheidet.</p>


<p>Dabei sind der Ukrainekrieg, die militärischen Spannungen rund um Taiwan, die Ausweitung militärischer Aktivitäten Russlands in der Sahelzone (bspw. Mali, Niger und Burkina Faso) und die Ausweitung ökonomischer Beziehungen Chinas in Lateinamerika und Afrika Ausdruck des Imperialismus.</p>


<p>Beispielsweise enthüllte ein Bericht von Human Rights Watch die Arbeitsbedingungen in von China betriebenen Kupferminen in Sambia: 18-Stunden-Arbeitstage, unsichere Arbeitsumgebungen, gewerkschaftsfeindliche Praktiken und tödliche Arbeitsunfälle. Inzwischen ist Sambia hoch verschuldet gegenüber China.</p>


<p>Einem Bericht von AidData zufolge gingen 80% chinesischer Darlehen im Rahmen des „Neue Seidenstraße”-Flaggschiffprojekts an afrikanische Länder in einer finanziellen Notlage. China vergibt diese Kredite nicht aus Nächstenliebe, sondern um natürliche Ressourcen auszubeuten und Vorzugsrechte beim Handel zu erhalten. Bei potenziellen Zahlungsausfällen wird China aus einer hohen Position heraus weitere solche Ansprüche durchsetzen können.</p>


<h3 class="wp-block-heading"><strong>Proletarischer Internationalismus</strong></h3>


<p>Letztendlich ist die Idee der multipolaren Weltordnung die moderne Weiterführung der stalinistischen Taktik: Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter. Anstatt auf Klassenunabhängigkeit wird auf Klassenkompromiss gesetzt. Indem die DKP aufsteigenden imperialistischen Mächten den Kampf gegen den westlichen Imperialismus überlässt, sich in Worten und Taten auf ihre Seite stellt und ihre Absichten verschleiert, degradiert sie sich zwangsläufig zum Diener der ausländischen Imperialisten.</p>


<p>Unsere Aufgabe als Kommunisten ist es, die Lügen aller Kapitalistenklassen aufzudecken und ihre wahren Interessen aufzuzeigen. Wir können nur Vertrauen in die internationale Arbeiterklasse und ihre Organisationen setzen. Um den unterdrückten Klassen und Völkern der Welt zu helfen, sollten wir nicht auf eine Multipolarität hoffen, sondern uns auf Karl Liebknechts berühmten Leitspruch „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ zurückbesinnen und unsere herrschende Klasse stürzen.</p>
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		<title>Modern Monetary Theory: Mit Staatsschulden aus der Wirtschaftskrise?</title>
		<link>https://derkommunist.de/modern-monetary-theory-mit-staatsschulden-aus-der-wirtschaftskrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ture Hirche]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jan 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus & Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Ökonomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf der ganzen Welt steht der Lebensstandard der Arbeiterklasse unter Beschuss. Um während der Krise des Kapitalismus konkurrenzfähig zu bleiben, setzen die Kapitalisten aller Länder darauf, ihre Produktionskosten zu reduzieren, [&#8230;]</p>
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<p>Auf der ganzen Welt steht der Lebensstandard der Arbeiterklasse unter Beschuss. Um während der Krise des Kapitalismus konkurrenzfähig zu bleiben, setzen die Kapitalisten aller Länder darauf, ihre Produktionskosten zu reduzieren, indem sie beim Lohn ihrer Angestellten sparen. Mehr arbeiten für weniger Geld ist das Programm der Herrschenden. Der Staat packt bei der Umverteilung von unten nach oben kräftig an und kürzt den Sozialstaat, das Gesundheitswesen und die Bildung zusammen, um Geld für Aufrüstung und Subventionspakete bereitstellen zu können.</p>



<p>Der Grund dafür liegt in der Logik des Kapitalismus. Damit die Wirtschaft wachsen kann, investieren Kapitalisten ihren Profit in die Produktion, um mehr Waren zu verkaufen und den Profit daraus wieder zu reinvestieren. Den Profit gewinnen sie, indem sie der Arbeiterklasse, weniger an Lohn bezahlen als die Waren, die sie für die Kapitalisten herstellt, wert sind. Das bedeutet jedoch, dass die Arbeiterklasse niemals alle Waren zurückkaufen kann, die sie hergestellt hat. Das ständige Reinvestieren der Profite führt dazu, dass es irgendwann zu viele Waren gibt, als dass diese profitabel verkauft werden können. Der Kapitalismus kommt in eine Überproduktionskrise.</p>



<p>Der einzige Weg aus dieser Krise besteht darin, überschüssige Produktionskapazitäten zu zerstören, um wieder neue Möglichkeiten für Investitionen zu schaffen. Doch das will kein Kapitalist auf seine Schultern nehmen. Die Vertreter der herrschenden Klasse der starken kapitalistischen Nation versuchen, die Last der Krise jeweils dem anderen aufzuzwingen. Sie erlassen z.B. Zölle auf ausländische Waren und versuchen, die Preise ihrer Konkurrenz zu unterbieten, mit dem Ziel, sie aus dem Markt zu verdrängen. Gleichzeitig rüstet jeder Staat auf, um seinen Einfluss auf der Erde notfalls auch bewaffnet durchzusetzen. Für die Arbeiterklasse bedeutet das Horror ohne Ende.</p>



<p>Das führt dazu, dass immer mehr Menschen mental mit dem System gebrochen haben und ein wachsender Teil von ihnen begreift, dass, um all diese Missstände aufzulösen, die einzige Lösung der revolutionäre Sturz des Kapitalismus ist. Doch gleichzeitig klammert sich ein hartnäckiger Teil der sogenannten Linken an die Idee, dass der Arbeiterklasse eine lebenswerte Existenz gesichert werden kann, wenn der Kapitalismus einfach unter eine neue Verwaltung gestellt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was ist die MMT?</strong></h3>



<p>Dieser Teil, der vor allem den linken Flügel der Sozialdemokratie repräsentiert, hat sich in der jüngeren Vergangenheit einer Theorie zugewandt, die vorgibt, eine revolutionäre Sichtweise auf die kapitalistische Wirtschaft zu liefern.</p>



<p>Die Modern Monetary Theory (MMT) vertritt die Ansicht, dass Angriffe auf die Arbeiterklasse keine Notwendigkeit im Kapitalismus seien. Im Gegenteil, es sei sogar ökonomisch völlig irrational und die herrschende Klasse würde ihre Attacken einzig und allein deshalb durchführen, weil sie einer ominösen „Spar-Ideologie” auf den Leim gegangen sei.</p>



<p>Stattdessen müsste der Staat neues Geld durch Schulden erschaffen und in die Wirtschaft geben, um neue Nachfrage zu schaffen. Die Hauptargumente der MMT lassen sich in drei Punkten zusammenfassen</p>



<p>1. Ein Staat mit einer eigenen „unabhängigen” Währung kann nicht pleitegehen, da er seine Schulden stets zurückzahlen kann, indem er neues Geld erschafft.</p>



<p>2. Solange die nötigen Produktionskapazitäten für neue Waren existieren, wird es zu keiner Inflation kommen, auch wenn der Staat neues Geld druckt und mehr ausgibt als er einnimmt.</p>



<p>3. Staaten müssen nicht erst Steuern einnehmen, um danach Geld ausgeben zu können. Stattdessen gibt der Staat Geld aus, um die Produktion und Konsumtion anzukurbeln und kontrolliert im Anschluss die Nachfrage durch das Eintreiben von Steuern.</p>



<p>Wenn der Staat tatsächlich Krisen vermeiden oder abschwächen kann, indem er der Wirtschaft Geld schenkt, so gäbe es in der Tat keinen Grund für Angriffe auf den Lebensstandard.</p>



<p>Doch diese Auffassung vom Kapitalismus geht komplett an seiner Realität vorbei. Die MMTler verstehen nicht, dass das Problem nicht der Mangel an verfügbarem Geld ist. Sondern in der Überproduktionskrise fehlen den Kapitalisten profitable Investitionsmöglichkeiten. Staatliche Investitionen überwinden diesen Widerspruch nicht. Wer das verstehen will, muss auf den Zusammenhang zwischen Geld und Produktion schauen.</p>



<p>Im Kapitalismus taucht Reichtum ausschließlich in der Form von Waren auf, die alle einen Tauschwert haben, der sich nach der zu ihrer Herstellung durchschnittlich benötigten Arbeitszeit richtet.</p>



<p>Geld repräsentiert die Summe aller Werte, die in der Wirtschaft im Umlauf sind, und ist das universelle Tauschmittel zwischen ihnen. Auch wenn viele Staaten die Möglichkeit haben, über Kredite von ihrer Zentralbank neues Geld in den Umlauf zu bringen, passiert das vor allem, wenn Unternehmen Kredite bei privaten Banken aufnehmen, um neue Waren zu produzieren. Es ist nicht der Staat, der die Nachfrage nach Geld regelt, sondern die Bedürfnisse der kapitalistischen Produktion.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was passiert, wenn Investitionen sich nicht lohnen?</h3>



<p>Wenn neues Geld in die Wirtschaft kommt, bedeutet das, dass die Summe von Geld im Verhältnis zur Summe von Werten gewachsen ist. Das führt zur Inflation, wenn sich gleichzeitig an der Menge von stofflichem Reichtum nichts verändert. Die Währungspolitik vieler kapitalistischer Staaten seit der Finanzkrise von 2008 macht diesen Zusammenanhangt deutlich.</p>



<p>Um die Wirtschaft zu retten, haben die Staaten begonnen, sie mit Geld zu überschütten und die nötigen Summen durch ihre Zentralbank zu erschaffen. Angefangen mit einem Rettungspaket von 800 Mrd. Dollar in den USA 2008 wurde der Leitzins zusätzlich auf nahezu null gesenkt, damit Unternehmen mehr Kredite aufnehmen und diese investieren.</p>



<p>Die Krönung kam mit der Corona-Pandemie, als die USA weitere 5 Billionen Dollar und die EU 750 Mrd. Dollar in ihre Wirtschaft gepumpt haben.</p>



<p>Dennoch stagnierten die Investitionen nach wie vor. Die Kapitalisten legten ihr Geld lieber in Finanzspekulationen anstatt in der Produktion an, weil es aufgrund einer weltweiten Überproduktion kaum rentable Anlageoptionen gab.</p>



<p>Die einzige Möglichkeit, mit der die MMT die Produktion in einer solchen Situation ankurbeln kann, wäre deshalb durch staatliche Aufträge an die Unternehmen. Doch diese Vorgehensweise ist in einer profitorientierten Wirtschaft extrem gefährlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wonach werden Ressourcen verteilt?</strong></h3>



<p>Angenommen, die Produktionskapazitäten für ein staatliches Nachfrageprogramm existieren und der Staat kann das von ihm geschaffene Geld tatsächlich für neue Waren verwenden. Der Staat würde also Geld an schwächelnde Unternehmen geben und direkt Waren oder Dienstleistungen bei ihnen kaufen, damit sie Arbeitskräfte anstellen und in die Produktion investieren. In der Theorie soll das eine Kettenreaktion auslösen.</p>



<p>Indem der Staat durch sein Investitionsprogramm garantiert, dass es mehr Jobs und damit Löhne gibt, erhöht sich die Nachfrage nach Konsumgütern. Die Unternehmen, die durch die erhöhte Nachfrage und das Geld durch den Staat mehr Vertrauen in die wirtschaftliche Lage haben, beginnen wieder in die Produktion zu investieren, was ebenfalls zu einer erhöhten Nachfrage nach Ressourcen führt, die für die Produktion verwendet werden müssen wie Arbeitskraft, Maschinen, Rohstoffe usw.</p>



<p>Doch der grundlegende Widerspruch des Kapitalismus bleibt bestehen. Die kapitalistischen Märkte können niemals ewig wachsen, da die Ausbeutung der Arbeiterklasse der Menge der profitabel absetzbaren Waren eine harte Grenze setzt. Auch eine Steigerung der Kaufkraft der Arbeiterklasse kann daran fundamental nichts ändern. Die Kluft zwischen dem, was verkauft werden soll und dem, was die Arbeiterklasse kaufen kann, bleibt bestehen. Sonst würden die Kapitalisten keine Profite machen.</p>



<p>Die oben beschriebene Kettenreaktion würde deshalb schnell ins Stocken geraten. Die Wirtschaft könnte zwar einen temporären Wachstumsschub erhalten. Doch die Krise wäre damit nur aufgeschoben und sie würde intensiver zurückkommen.</p>



<p>Der Kapitalismus ist nicht einfach ein System, in dem der Staat durch seine Ausgaben entscheiden kann, wo es Nachfrage geben soll. In diesem System organisiert sich die Verteilung von Ressourcen durch die Gesetze des Marktes, durch Angebot und Nachfrage, nach denen Kapital dort hinfließt, wo es profitabel und von dort verschwindet, wo es unrentabel ist.</p>



<p>Unternehmen Geld zu geben, die nicht gewinnbringend sind und das Geld nutzen, um ihre Produktion auszuweiten, beansprucht Ressourcen, die von anderen Kapitalisten vielleicht tatsächlich hätten profitabel eingesetzt werden können. Nun sind sie jedoch bereits in Verwendung und da sie begrenzt sind, wird es immer teurer, mehr von ihnen zu beschaffen. In Folge würden die Preise steigen und es kommt zur Inflation. Die Investitionen würden aufgrund der unsicheren Lage zurückgehen und Arbeitsplätze gestrichen werden.</p>



<p>Etwas Vergleichbares ist geschehen als Folge der lockeren Geldpolitik in den USA nach 2008. Da die geringen Zinsraten für Kredite nicht gereicht haben, um die Wirtschaft anzukurbeln, hat der Staat einfach damit begonnen, sogenanntes Helikoptergeld auf die Konten von Unternehmen und Bürgern zu überweisen. Die Folge war höhere Instabilität in der Wirtschaft.</p>



<p>Der Internationale Währungsfonds kommentierte dazu: „Eine ultralockere Geldpolitik über lange Zeiträume erleichtert das Überleben von Zombie-Firmen (unprofitable Unternehmen) und wirkt sich durch eine Fehlallokation von Ressourcen und einen geringeren Marktanteil negativ auf Nicht-Zombie-Firmen aus, was wiederum das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt.”</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ist der Staat der bessere Unternehmer?</strong></h3>



<p>MMTler argumentieren zwar, dass der Staat Missverhältnisse ausgleichen könnte, indem er durch eine kluge Steuerpolitik die Nachfrage nach Waren reduziert, wenn diese über das hinausschießt, was die Wirtschaft tatsächlich bereitstellen kann. Doch wie das realistisch aussehen kann, bleibt unklar.</p>



<p>Der Kapitalismus ist ein System ökonomischer Anarchie, in der die Verteilung der Waren nach ständig wechselnden und unüberschaubaren individuellen Profitinteressen organisiert wird. Ein Kapitalist investiert nur in der Hoffnung, in Zukunft einen Profit generieren zu können. Nichts kann ihm das garantieren. Würde ein Staat versuchen, eine Marktwirtschaft bürokratisch zu verwalten, Geld in die Wirtschaft zu pumpen und durch Steuern wieder rauszuziehen, wie er denkt, dass es sinnvoll sein könnte, ohne die Folgen wirklich abschätzen zu können, wären enorme Disproportionen in der Wirtschaft und Inflation die Folge.</p>



<p>Daraus erübrigt sich auch die Vorstellung linker Sozialdemokraten als Luftschloss, die meinen, dadurch, dass man mit der MMT einfach neues Geld in die Welt pusten kann, könne man auch ganz einfach den Sozialstaat, das Gesundheitswesen usw. ausbauen. Irgendwo müssen die Ressourcen dafür herkommen und das Kapital findet deutlich profitablere Geschäfte als kostenlose Gesundheitsversorgung oder besseres Kindergeld.</p>



<p>Der Staat kann nicht einfach erzwingen, dass Produktionskapazitäten dafür zur Verfügung gestellt werden. Viele links-reformistische Regierungen, wie in jüngerer Vergangenheit in Griechenland und Venezuela, haben versucht, durch Defizite im Staatshaushalt die sozialen Ausgaben zu sanieren und wurden dafür mit dem internationalen Boykott des Kapitals konfrontiert, woraufhin sie ihre Programme zurückgenommen und stattdessen Austeritätspolitik durchgesetzt haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ist ein rationales Wirtschaftssystem trotzdem möglich?</strong></h3>



<p>In Wahrheit ist die MMT keine neue revolutionäre Theorie, die die Dogmen der orthodoxen bürgerlichen Wirtschaftswissenschaft über den Haufen wirft. Tatsächlich ist sie ein verzweifelter Ausdruck dessen, dass die Grenzen des Kapitalismus lange überschritten sind und nur die sozialistische Planwirtschaft den Weg nach vorne weisen kann.</p>



<p>Die linken MMTler sehen alle Probleme, die der Kapitalismus an die Oberfläche spült. Sie sehen, dass, obwohl der Reichtum der Gesellschaft immens ist, nur 70 bis 80% der bestehenden Produktionskapazitäten tatsächlich genutzt werden, während die Arbeiterklasse in Armut versinkt. Doch sie begreifen nicht, dass diese Entwicklung der inhärenten Logik des kapitalistischen Systems entspringt.</p>



<p>Die öffentlichen Investitionen, die die MMTler vorschlagen, sind möglich. Aber nur durch einen rationalen Produktionsplan, der die Verteilung der Ressourcen und die Produktion auf die Bedürfnisse der Menschheit orientiert und nicht auf die Profitinteressen einzelner Unternehmen.</p>



<p>Um das zu erreichen, genügt es nicht für die Arbeiterklasse, bloß die Kontrolle über die Zentralbank und die Geldversorgung zu haben. Sie muss die gesamte Kapitalistenklasse von der Bühne der Geschichte fegen und selbst die Kontrolle über die Produktion in die Hand nehmen.</p>
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		<title>Geburtsstunde eines treuen US-Vasallen</title>
		<link>https://derkommunist.de/geburtsstunde-eines-treuen-us-vasallen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2025 17:17:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wieso wird Deutschland im imperialistischen Wettkampf aufgerieben?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den deutschen Eliten dämmert, dass Donald Trump eine „existenzielle Herausforderung der transatlantischen Allianz“ ist. Ihr ganzes Weltverständnis wankt. Ein Kommentar in der FAZ warnt, dass „die größte Gefahr für den [&#8230;]</p>
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<p>Den deutschen Eliten dämmert, dass Donald Trump eine „existenzielle Herausforderung der transatlantischen Allianz“ ist. Ihr ganzes Weltverständnis wankt. Ein Kommentar in der FAZ warnt, dass „die größte Gefahr für den Zusammenhalt und den Bestand der transatlantischen Gemeinschaft womöglich in ihrem Inneren lauert“. Recht hat der Autor. Was daraus folgt, kann er nicht sagen. Eine Antwort finden wir in den Wurzeln der „transatlantischen Gemeinschaft“.</p>

<h3><strong>Niederlage im Zweiten Weltkrieg</strong></h3>

<p>Die deutsche herrschende Klasse wollte im Zweiten Weltkrieg zur alleinigen Weltmacht aufsteigen. Im September 1939 stützte sie sich auf das faschistische Regime, um Europa zu erobern und die Sowjetunion (SU) zu zerstören. Sie wollte ihre imperialistischen Konkurrenten USA, Großbritannien (GB) und Frankreich besiegen und der kommunistischen Weltrevolution ein Ende setzen.</p>

<p>Sechs Jahre später war keines dieser Ziele erreicht. Im Mai 1945 war die Niederlage des deutschen Imperialismus total. Als Sieger des Weltkriegs gingen die SU auf der einen und die USA mit GB auf der anderen Seite hervor. Deutschland wurde von ihnen besetzt. Die späteren Gebiete der BRD teilten die USA, GB und Frankreich untereinander auf und die der DDR sowie Osteuropas fielen unter die Kontrolle der SU.</p>

<p>Für die USA kam es nun darauf an, die SU sowie die revolutionären antikolonialen und sozialistischen Bewegungen zu bekämpfen. In aller Welt blickten die Arbeiter und Unterdrückten inspiriert auf die Planwirtschaft der SU. Gleichzeitig folgte auf die wahnsinnige Barbarei des Zweiten Weltkriegs eine revolutionäre Periode in Europa (Italien, Griechenland, Deutschland, Frankreich) und in den Kolonien (Vietnam, China, Indien). Der Kapitalismus stand weltweit auf Messers Schneide.</p>

<h3><strong>Am Scheideweg</strong></h3>

<p>Das Schicksal des deutschen Kapitalismus lag zum einen in den Händen der Arbeiterklasse, die nach dem Krieg zu Einheit und Sozialismus drängte. Sie forderte Sozialisierung der Banken und Industrien, Arbeiterkontrolle der Produktion sowie Zusammenschluss von SPD und KPD. Bei Wahlen in Hessen, Bremen, Hamburg und Berlin im Jahr 1946 erreichten die SPD und KPD zusammengenommen über 50% der Stimmen. Der Druck war so groß, dass die CDU die Sozialisierung in ihr Programm aufnahm.</p>

<p>Zum anderen lag das Schicksal in den Händen der Besatzer. Um den vollständigen Verlust ihrer Macht fürchtend stürzte sich die deutsche herrschende Klasse, die Eliten aus Wirtschaft, Staat, Wissenschaft und Kultur, in die Arme der USA. In der SU sahen sie richtigerweise ihren Todfeind, der ihnen Eigentum und damit Macht und Herrschaft entreißen würde.</p>

<p>Die USA wussten sich dieses kriecherischen Andienens der deutschen herrschenden Klasse redlich zu bedienen. Sie bauten die BRD zum Bollwerk gegen die sozialistische Weltrevolution und die SU auf. Doch das mussten sie mit Gewalt und Heimtücke gegen den Willen der Arbeiterklasse durchsetzen. Die Sozialdemokratien in Europa unterstützten die USA dabei und die mutwillige Sabotage der Weltrevolution durch die stalinistische SU tat ihr übriges.</p>

<h3><strong>Lügen und Bomben</strong></h3>

<p>Schon während des Kriegs arbeiteten die USA und GB darauf hin, dass das Hitler-Regime nicht von der Arbeiterklasse gestürzt würde, um eine revolutionäre Welle in Europa zu verhindern. Deshalb setzten sie in ihrer Propaganda auf die erlogene „Kollektivschuld“ und schürten Ängste vor wahlloser Vergeltung bei den Deutschen. Ihre Kriegsführung bestätigte diese Ängste, denn ab 1940 setzen die Briten und Amerikaner auf Kollektivbestraffungen durch Flächenbombardierungen von Städten.</p>

<p>Diese Politik kettete die Massen an das faschistische Regime, das sich auch im inneren nur durch Terror aufrechterhielt. Die vernichtenden Wahlniederlagen der faschistischen Parteien nach dem Krieg zeigen eindrücklich, dass das Regime längst hohl war.</p>

<h3><strong>In die eigenen Hände genommen</strong></h3>

<p>Mit der Niederlage im Weltkrieg versank Deutschland im Chaos. Die Wirtschaft und das Transportwesen brachen zusammen, was zur Versorgungskrise mit Lebensmitteln, Kohlen usw. führte. Bis in die 1950er herrschten Hunger und Mangel. Von den 75 Mio. Menschen, die sich in seinem Territorium aufhielten, waren 40 Mio. nicht dort, „wo sie hingehörten“. Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Ausgebombte, heimkehrende Soldaten und Ostvertriebene mussten in den folgenden Jahren entweder aus Deutschland herausgebracht oder in Deutschland verteilt werden.</p>

<p>Dieses Chaos behinderte die Selbstorganisierung der Massen, die sich trotzdem sofort daran machten, ihr Überleben zu organisieren, weil die staatliche Verwaltung zusammengebrochen war. Sie begannen mit Aufräumarbeiten und dem Wiederingangsetzen der Produktion. In Antifaschistischen Ausschüssen organisiert zogen sie hochrangige Nazis zur Rechenschaft. Doch die Besatzungsmächte bekämpft diese Eigeninitiative der Massen und griffen im Westen gegen Ausschüsse und selbstorganisierte Betriebsräte hart durch.</p>

<p>Auch den Wiederaufbau der Arbeiterparteien SPD und KPD behinderten die Besatzungsmächte im Westen. Insbesondere in der SPD arbeiteten sie mit alten antikommunistischen SPD-Führern aus der Weimarer Republik zusammen und verhalfen ihnen durch Intrigen und Manöver an die Spitze der Partei. Dadurch spalteten sie die Arbeiterklasse, verhalfen dem Reformismus zur Dominanz über die Arbeiterbewegung, orientierten die SPD auf die USA und dämmten die Gefahr der Revolution ein.</p>

<h3><strong>Produktion blieb intakt</strong></h3>

<p>Gleichzeitig legten die USA den Grundstein für die wirtschaftliche Erholung des westlichen Imperialismus und die Integration Deutschlands darin, um eine einheitliche Front gegen die SU und die weltweiten revolutionären Bewegungen zu bilden.</p>

<p>Die USA, GB und nach einigem Zögern auch Frankreich stellten die Demontagen von Produktionsanlagen in ihren Besatzungszonen ein und legten ihre Zonen erst zur Bi- später zur Trizone zusammen, um das Produktionspotenzial der westdeutschen Wirtschaft zu erhöhen.</p>

<p>Die deutschen Unternehmen wurden im Krieg kaum beschädigt. Im Mai 1945 war das Anlagevermögen der Industrie sogar 20% höher als 1936, durch enorme Investitionen während des Krieges. Nur ein kleiner Teil der Maschinen war beschädigt oder demontiert worden. Deshalb lag das Produktionspotenzial Westzonen nur 15% unter dem von 1936. Deutschland verfügte somit über enorme Kapazitäten und moderne Industrieanlagen.</p>

<h3><strong>Enteignung und Ausbeutung</strong></h3>

<p>Gleichzeitig war die Reichsmark durch die inflationäre Kriegsproduktion wertlos und damit auch die Löhne der Arbeiter. Aber sie produzierten neuen stofflichen Reichtum, welchen die Kapitalisten und Händler in Erwartung auf eine Währungsreform horteten oder auf dem Schwarzmarkt verkauften. Mit der Einführung der Deutschen Mark 1948 füllten sich die Ladenregale schlagartig mit Waren.</p>

<p>Die Währungsreform war eine massive Enteignung der Massen zugunsten der Kapitalisten, da deren Betriebsvermögen nicht angetastet wurden. Die Arbeiterklasse antwortete am 12. November 1948 mit einem Generalstreik, an dem sich 9 Mio. beteiligten. Vorausgegangen waren seit 1946 Hungermärsche und Streiks. Die DGB-Führung lenkte den Generalstreik in sichere Bahnen und rettete so den Kapitalismus: Die Arbeiter forderten Sozialisierung und Wirtschaftsplanung.</p>

<p>Die Löhne der Massen blieben danach weiterhin so niedrig wie in der Nazi-Zeit und wuchsen bis in die 1960er viel langsamer als die Wirtschaftsleistung. Die Profite der Kapitalistenklasse sprudelten und der Staat förderte Investitionen in Industrie und Infrastruktur.</p>

<h3><strong>Westlicher Imperialismus</strong></h3>

<p>Die USA integrierte die 1949 aus der Trizone gegründete BRD in das Bretton-Woods-System, eine US-dominierte Freihandelszone des westlichen Imperialismus. Die Grundlage hierfür lieferte der Marshall-Plan: Die USA besänftigte mit Finanzspritzen die Reparationsforderungen der westeuropäischen Staaten gegenüber Deutschland und kurbelten deren Wirtschaft an. Das legte die ökonomischen Grundlagen für das „Nachkriegswunder“ der 1950er bis 1970er.</p>

<p>Der Sieg der Chinesische Revolution 1949 und der Koreakrieg ab 1950 besiegelten die Allianz des westlichen Imperialismus. Die deutsche Wirtschaft boomte exportgetrieben: Der Koreakrieg sorgte für enorme Nachfrage nach Stahl und der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg für Nachfrage nach Maschinen und Fahrzeugen. Ab den 1950ern wurde die BRD durch Export zu einer der größten Wirtschaftsmächte und bildete weltmarktbeherrschende Monopole in Chemie, Maschinen und Autos.</p>

<p>Im Jahr 1955 war die BRD im westlichen Imperialismus endgültig angekommen. Sie wurde in die NATO aufgenommen und ihre Wiederaufrüstung und die Wehrpflicht beschlossen – gegen den Willen und große Proteste der Massen und der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter.</p>

<h3><strong>Ideologie der Herrschenden</strong></h3>

<p>Nach Kriegsende arbeiteten die USA eng mit den alten Eliten des Dritten Reichs aus Wirtschaft und Verwaltung zusammen und verzichteten weitgehend auf die „Entnazifizierung“. Geschützt und gefördert durch die USA und GB organisierten diese Eliten die Unternehmensleitungen, Unternehmerverbände, die CDU/CSU, die staatliche Verwaltung, Zeitungen, Universitäten usw. Sie bildeten so die Herrschaftsstruktur der BRD. Die Führungen aus SPD und DGB-Gewerkschaften sicherten diese Herrschaft langfristig ab, indem sie die Klassenkämpfe und die Selbstaktivität der Massen in Sackgassen lenkten.</p>

<p>Die USA sorgten gleichzeitig dafür, dass die Elite in Deutschland eine völlig auf die USA orientierte Weltanschauung entwickelte. Über verschiedene Wege (z.B. Stiftungen und Stipendien) sorgten Geheimdienste, Unternehmen und NGOs aus den USA dafür, dass nach dem Krieg der Großteil der Schriftsteller, Wissenschaftler, Historiker, Professoren usw. die „transatlantische Gemeinschaft“ und den Postmodernismus ins Zentrum der politischen Ideologie der BRD setzte.</p>

<h3><strong>Unlösbare Widersprüche</strong></h3>

<p>Die deutsche herrschende Klasse stieg nach 1945 von der „göttlichen Gnade“ der USA wieder zu einer wirtschaftlichen Weltmacht auf. Seitdem bewegt sie sich in einem unlösbaren Spannungsfeld: Einerseits kämpft sie um unangefochtene Dominanz über Europa und möchte die eigenen Interessen ohne Rücksicht auf US-Interessen durchsetzen. Andererseits muss sie sich der übermächtigen Dominanz der USA über Europa und sich selbst unterordnen.</p>

<p>Ihre Stellung als Weltmacht hat die deutsche herrschende Klasse nicht aus eigener Kraft errungen. Sie war stets von den USA geliehen und musste durch diese abgesichert werden – vor allem durch das NATO-Bündnis. Deshalb kriecht die Elite Deutschlands bis heute so hündisch vor ihrem Herrn.</p>

<p>Gleichzeitig erlaubten die USA ihrem deutschen Vasallen gewissen bewegungsfreiraum, um dessen Loyalität mit Zuckerbrot sicherzustellen. Doch die wirtschaftliche Entwicklung der USA und der globalen Kräfteverhältnisse zwischen den imperialistischen Mächten lässt dies nicht mehr zu. Jetzt muss die Peitsche herhalten.</p>

<h3><strong>Dem Ende entgegen</strong></h3>

<p>Heute sind die Grundlagen eines geeinten westlichen Imperialismus nicht mehr vorhanden. In den 1970ern setzte eine organische Krise des Kapitalismus ein und verstärkte die Konkurrenz unter den kapitalistischen Mächten um profitable Investitionen und Märkte. Dann folgte Ende der 1980er der Zusammenbruch der SU und die Wiedereinführung des Kapitalismus in Osteuropa, den Republiken der SU und auch in China.</p>

<p>Für einen kurzen Moment waren die USA nach 1990 die einzige Supermacht. Die europäischen Mächte, insb. die deutsche herrschende Klasse, wähnten sich in Sicherheit und ordneten sich den USA weiterhin unter – schließlich sei das „Ende der Geschichte“ eingetreten.</p>

<p>In ihrer dekadenten Stimmung übersahen die deutschen Eliten, dass die Welt sich weiterdrehte und unter der Oberfläche gewaltige tektonische Verschiebungen der Kräfteverhältnisse zwischen alten und neuen imperialistischen Weltmächten stattgefunden haben. Der Kampf um die Neuaufteilung der Welt spitzt sich zu. Dies hat einen unaufhaltsamen Niedergang des deutschen Imperialismus eingeleitet, der mit dem Abwenden der USA von Europa rasant von statten geht.</p>

<p>Während alle Pfeiler der alten Ordnung zusammenfallen und die herrschende Klasse sprachlos in den Abgrund blickt, braut sich in Deutschland ein revolutionärer Sturm zusammen. Die Arbeiterklasse wird in dieser Epoche des erbitterten Klassenkampfes viele Chancen haben, an die Stelle des deutschen Imperialismus eine sozialistische Republik zu stellen.</p>
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		<title>Planwirtschaft: Nicht nur möglich, sondern notwendig! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ture Hirche]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Oct 2024 12:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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									<p><span style="color: #000000;">In jedem Klassenzimmer, jeder bürgerlichen Zeitung und jedem Hörsaal schreit es einem entgegen: Der Kapitalismus ist alternativlos. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben angeblich gezeigt, wo andere Gedanken hinführen. Die ökonomischen Probleme in den Ostblockstaaten werden als Rechtfertigung genutzt, um den Kommunismus als gescheiterte Idee abzustempeln. Demnach sei eine sozialistische Wirtschaft geplagt von Mangel, stagnierender Leistung, wenig Innovation und ginge außerdem mit massiven Einschränkungen der Freiheit einher. </span></p><p><span style="color: #000000;">Diese Behauptungen haben sich nach dem Niedergang des Stalinismus in den 1990er Jahren mit großer Hartnäckigkeit etabliert. Doch nun beginnt diese Demagogie zu bröckeln. Denn der Kapitalismus zeigt immer deutlicher, dass er längst kein fortschrittliches System mehr ist und deswegen in einer organischen Krise steckt. </span></p><p><span style="color: #000000;">Das Produktionspotenzial der Gesellschaft ist lange über die Grenzen des Marktes hinausgewachsen. Der in der Produktion geschaffene Reichtum wird lieber vernichtet, als dass er den Bedürftigen zuteilkommt. 863 Millionen Menschen leiden bei einer Weltbevölkerung von 8,16 Milliarden an Hunger, obwohl wir genug Nahrung produzieren, um 10 Milliarden zu ernähren. Millionen leben auf der Straße oder sterben an behandelbaren Krankheiten. Wir versinken tiefer und tiefer in der Klimakrise. </span></p><p><span style="color: #000000;">Der Kapitalismus kann diese Probleme nicht lösen. Er ist ein System ökonomischer Anarchie, in dem der Nutzen dem Profit unterlegen ist und jeder Kapitalist versucht, den anderen auszustechen. Die Zeit war noch nie reifer für eine geplante Wirtschaft, die Produktion und Verteilung auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschheit und des Planeten statt auf den Profit auslegt. <br /><br /></span></p><h3><span style="color: #000000;"><b>Kann eine Planwirtschaft funktionieren?</b> </span></h3><p><span style="color: #000000;">Das häufigste Argument gegen die Planwirtschaft lautet, dass Planung nur auf Basis eines großen bürokratischen Apparates funktionieren kann, der zentral die Rechenführung der Produktion übernimmt. Diese könne jedoch niemals so effektiv wirtschaften wie der Markt, weil ihr ohne die Preissignale des Marktes das nötige Wissen über die sich ständig ändernden Bedürfnisse fehlen würde. </span></p><p><span style="color: #000000;">Solche Thesen beziehen sich vor allem auf die Wirtschaftssysteme der stalinistischen Ostblockstaaten. Doch sie liefern keine Argumente, warum ökonomische Planung nach den Prinzipien der sozialistischen Demokratie nicht funktionieren sollte. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Arbeiterklasse hat dadurch, dass sie Seite an Seite in der Fabrik steht und den Produktionsprozess genau begleitet oder im Büro sitzt und über ihn Rechnung führt, die Leitung der Wirtschaft de facto bereits heute inne. Einzig das Privateigentum an Produktionsmitteln hindert sie daran, all dieses Wissen zusammenzutragen und die Wirtschaft bewusst nach ihren Bedürfnissen zu planen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Oktoberrevolution in Russland und die Erfahrungen der jungen Sowjetunion geben uns einen Eindruck davon, wie eine Planwirtschaft das gesamte Potential der Menschheit entfesseln kann. <br /><br /></span></p><h3><span style="color: #000000;"><b>Das Proletariat am Hebel der Wirtschaft</b> </span></h3><p><span style="color: #000000;">Als die Arbeiter am 7. November 1917 die Macht in Russland unter Führung ihrer Partei, den Bolschewiki, übernahmen, war es den Kommunisten bereits klar, dass Russland unmöglich alleine den Weg zum Sozialismus beschreiten kann. Der Kapitalismus schuf ein System, das die Produktion über den ganzen Globus hinweg miteinander vernetzte. Um den Weg in die klassenlose Gesellschaft zu ebnen, musste die Revolution einen internationalen Charakter haben. </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch die Arbeiter in Russland sind, obwohl sie dort im Vergleich zum Bauerntum eine Minderheit waren, den ersten Schritt gegangen. Durch die Sowjets (Räte) lag die gesellschaftliche Gewalt komplett in den Händen der Unterdrückten. </span></p><p><span style="color: #000000;">In diesen demokratischen Organen, welche in vielen Betrieben, Städten und Regionen bestanden, konnte sich die Arbeiterklasse und das arme Bauerntum seine Delegierten zu jeder Zeit wählen und wieder abwählen, während diese dasselbe Gehalt erhielten wie ein durchschnittlicher Arbeiter. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Fabrikbesitzer waren gebunden an die Entscheidungen der gewählten Delegierten der Fabriken. Was dort entstand, war weit entfernt vom bürokratischen Alptraum, den liberale Ökonomen skizzieren wollen. Lenin schrieb damals: </span></p><p><span style="color: #000000;">„Die schöpferische, lebendige Tätigkeit der Massen ist der Hauptfaktor der neuen Gesellschaft. Die Arbeiter müssen damit beginnen, die Arbeiterkontrolle in ihren eigenen Fabriken zu organisieren und die Bauernhöfe mit Industrieprodukten im Austausch gegen Weizen zu beleben. Jeder Gegenstand, jedes Pfund Brot sollte gezählt werden, denn Sozialismus ist vor allem Buchhaltung. Lebendiger, atmender Sozialismus ist die Schöpfung der Volksmassen selbst.“ </span></p><p><span style="color: #000000;">Damit der Sozialismus aufgebaut werden konnte, musste die Wirtschaft harmonisch miteinander arbeiten. Zu diesem Zweck schufen die Bolschewiki im Dezember den Obersten Rat für Volkswirtschaft (Wesencha), der die Wirtschaft und die Finanzen des jungen Sowjetstaates zentral koordinieren sollte. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die demokratische Kontrolle der einzelnen Betriebe wurde so mit dem gesamten Wirtschaftssystem verbunden. Wesencha setzte sich zusammen aus Repräsentanten der Sowjets und Gewerkschaften. Das Management einzelner Betriebe bestand zu je einem Drittel aus Repräsentanten der regionalen Wirtschaftsräte, der Gewerkschaften und der Belegschaft. </span></p><p><span style="color: #000000;">Dennoch war der Verwaltungsapparat des jungen Sowjetstaates unerfahren und die Arbeiter, der Rückständigkeit Russlands geschuldet, auf einem niedrigen kulturellen Niveau. Aus diesem Grund war man nicht in der Lage, alle Fabriken in Staatseigentum zu überführen. Die Expertise der alten Kapitalisten und Fabrikdirektoren wurde nach wie vor benötigt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.  </span></p><p><span style="color: #000000;">So war der Kapitalismus nicht abgeschafft, aber die politische Macht lag fest in den Händen der Arbeiterklasse. Das zeigt, dass die Wirtschaft nach einer Revolution nicht unmittelbar auf Sozialismus umgestellt werden kann, sondern sich in einer Phase des Übergangs zwischen Kapitalismus und Sozialismus befindet, in der die Überbleibsel der alten Gesellschaft durch die stetige Entwicklung der Produktivkräfte allmählich absterben würden. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Erhöhung der Produktivität der Arbeit würde den Reichtum vermehren und den Arbeitstag reduzieren. Der Bildungsstand kann so erhöht werden und die Arbeiter hätten mehr Zeit, sich in die Verwaltung der Gesellschaft einzubringen und die Relikte der alten Gesellschaft allmählich abzulösen. <br /><br /></span></p><h3><span style="color: #000000;"><b>Die ökonomischen Bedingungen für den Sozialismus </b> </span></h3><p><span style="color: #000000;">Doch der Revolution wurden extreme Steine in den Weg gelegt. Im Sommer 1918 befand sich das ganze Land im Bürgerkrieg, der die Wirtschaft auf 13 % des Niveaus vor dem 1. Weltkrieg reduzierte. Den Fabriken fehlte es an Rohstoffen und die Bevölkerung litt unter Hunger. </span></p><p><span style="color: #000000;">Anstelle den Aufbau des Sozialismus anzuleiten, war es die Aufgabe der wirtschaftlichen Planungsbehörden, die Industrie vor dem kompletten Zerfall zu bewahren und zu gewährleisten, dass die mangelhafte Menge an Munition und Nahrung so gut es ging verteilt wird.  </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch selbst unter Umständen des extremen Mangels zeigte sich, welches Potential entfesselt wird, wenn die vormals Unterdrückten plötzlich kollektiv beginnen, die Gesellschaft zu leiten. Die kommunistischen Arbeiter und Soldaten informierten sich stets über den Zustand des Landes und zeigten Initiative, um bestehende Missstände auszubessern. </span></p><p><span style="color: #000000;">So löste der Beschluss einiger Eisenbahner, samstags unentgeltlich Arbeit zu leisten, um beschädigte Schienen, Lokomotiven und Waggons zu reparieren, eine Begeisterung und Nachahmung in zahlreichen Betrieben aus. </span></p><p><span style="color: #000000;">Ein anderes Beispiel ist der Einsatz revolutionärer Soldaten, deren Armee ihre militärischen Aufgaben bereits erfüllt hat. Bewusst über den schlechten Zustand der Infrastruktur im Ural, debattierten die Soldaten, wie man die Situation verbessern könne und schlugen vor, ihre Armee vorübergehend zur Arbeit einzusetzen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Der Vorschlag wurde schnell angenommen und im Zuge dessen wurden zahlreiche Einheiten mobilisiert, die Infrastruktur aufzubessern, Fläche wieder bebaubar zu machen oder mangelnde Stellen in der Industrie oder der Rohstoffförderung aufzufüllen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Solche Beispiele sind für die Ideologen des freien Marktes unerklärbar. Sie fragen sich, woher eine solche Selbstaufopferungen rühren kann, obwohl der einzelne gar keinen Profit daraus schöpfen kann. Doch die Arbeiter kämpften sehr wohl für ihr Interesse. Sie wussten, dass, wenn die Wirtschaft unter ihrer Leitung arbeitet, die Früchte ihrer Arbeit ihrem Wohlstand und dem der ganzen Gesellschaft zugutekommen würden. </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch so heroisch ihr Einsatz auch war, wird der Sozialismus nicht auf Basis von wirtschaftlichem Zerfall oder freiwilliger Mehrarbeit aufgebaut, sondern durch moderne Industrie und Verkürzung des Arbeitstags. Erst so erhält die Mehrheit die nötige Zeit, um sich aktiv in die Verwaltung der Gesellschaft einzubringen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Im Bürgerkrieg war vor allem das politisch bewusste Proletariat zu großen Teilen an der Front umgekommen und der Arbeitstag musste erhöht werden, um den vollständigen Kollaps der Wirtschaft abzuwenden. Durch das Scheitern der Revolution in Deutschland und anderen Ländern war die Sowjetunion ökonomisch und politisch isoliert und kein industrialisiertes Land konnte ihr zur Hilfe kommen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Diese Umstände führten dazu, dass die aktive Teilnahme an der Demokratie schrumpfte und die Verwaltung in wachsendem Ausmaß von Bürokraten übernommen wurde. Das Motiv dieser Bürokratie bestand jedoch nicht im Aufbau des Sozialismus, sondern in der Erweiterung ihrer Privilegien. Die Sowjets sind so über die Jahre von Organen der direkten Demokratie in über dem Volk stehende Verwaltungsbehörden degeneriert. Die Wirtschaft behielt ihre sozialistische Grundlage, doch das Proletariat war seiner politischen Macht entzogen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch diese Degeneration belegt in keiner Weise, dass eine geplante Wirtschaft nur gegen die Freiheit durchzusetzen ist. Die Sowjetdemokratie hörte auf zu existieren, weil äußere Faktoren sie in ihrem eigenen Blut ertränkten. <br /><br /></span></p><h3><span style="color: #000000;"><b>Erfolge der Planwirtschaft</b> </span></h3><p><span style="color: #000000;">Trotzdem brachte die Planwirtschaft in der Sowjetunion unvergleichbaren gesellschaftlichen Fortschritt, der im Kapitalismus nicht möglich gewesen wäre. Im Kapitalismus wäre die nach dem Bürgerkrieg marode Industrie dicht gemacht worden und Russland wäre auf absehbare Zeit ein Agrarstaat geblieben. Doch der Staat stellte sich schützend vor die Industrie und nutzte die restlichen Erträge der Wirtschaft, um sie zu erhalten und auszubauen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die zentralen Planungsbehörden fertigten in allen ökonomischen Zweigen Statistiken über ihre gegenwärtige Leistung und ihr Wachstumspotenzial an. Diese Daten wurden ab 1928 genutzt, um auf fünf Jahre datierte Pläne mit Wachstumszielen für die verschiedenen wirtschaftlichen Bereiche aufzustellen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Solche Daten könnten im Kapitalismus niemals genau erhoben werden, da die Unternehmen ihre Zahlen lieber unter Verschluss halten, um ihren Konkurrenten nicht zu viel Preis zu geben. </span></p><p><span style="color: #000000;">Während der ersten beiden Fünfjahrespläne wuchs die sowjetische Wirtschaft um 62 bis 70 %, während der Kapitalismus in der Weltwirtschaftskrise versank, zahlreich seine Betriebe schloss und Arbeiter auf die Straße setzte. Bis in die 1960er konnte die Sowjetwirtschaft mit beeindruckenden Ergebnissen strahlen. So wuchs die Wirtschaft von 1945 bis 1964 um 570 % und die Arbeitsproduktivität stieg von 1913 bis 1963 um 1.310 %. 1970 war die Anzahl von Ärzten von 135.000 auf 448.000 angewachsen und die Lebenserwartung hatte sich mehr als verdoppelt.  </span></p><p><span style="color: #000000;">All diese Beispiele bezeugen die Überlegenheit wirtschaftlicher Planung auf Basis wissenschaftlich erhobener Daten gegenüber der ökonomischen Anarchie, der wir im Kapitalismus ausgesetzt sind. </span></p><p><span style="color: #000000;">In der bisherigen Geschichte wurde der Mensch stets von den Produktionsverhältnissen regiert statt andersrum. Mit dem Sozialismus dreht er den Spieß um und beginnt die Produktion nach den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen zu gestalten. </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch in der Sowjetunion und den restlichen Staaten, die nach ihrem Vorbild entstanden, konnte dieser Zustand nie erreicht werden. Ab den 60ern begann das Wachstum zu sinken, bis es in den 70ern und 80ern stagnierte und die Planwirtschaften schließlich zusammenbrachen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Grund für diese Entwicklung war die unkontrollierte Bürokratie, die enorme Misswirtschaft, Korruption und Verschwendung verursachte. Die zentrale Planungsbehörde versuchte, jeden Aspekt der Wirtschaft anzuleiten. Doch es war ihr unmöglich, auch das Handeln der Millionen Bürokraten in der zivilen Verwaltung und den Betrieben zu kontrollieren. </span></p><p><span style="color: #000000;">Das erste Interesse eines Bürokraten ist es, die Anforderungen der über ihm stehenden Bürokratie zu erfüllen, damit er sich verdient macht, seinen Posten zu behalten oder im Rang aufzusteigen. Wenn eine Fabrik also von oben Produktionsziele gesetzt bekam, war für den Fabrikdirektor nur wichtig, Zahlen vorbringen zu können, die diese Ziele erfüllen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Das führte dazu, dass die hergestellten Produkte oft minderwertig waren. Rohstoffe und industrielle Erzeugnisse waren oft nicht gut verarbeitet und Maschinen oder Fahrzeuge mussten schnell wieder in die Reparatur. Nicht selten kam es auch einfach dazu, dass Produktionsangaben übertrieben wurden. <br /><br /></span></p><h3><span style="color: #000000;"><b>Die Kunst ökonomischer Planung </b> </span></h3><p><span style="color: #000000;">Die Widersprüche, die zu dieser Entwicklung führten, wurden schon während des ersten Fünfjahresplans von Leo Trotzki erkannt, der die Sowjetwirtschaft aufmerksam aus der stalinistischen Verbannung beobachtete. </span></p><p><span style="color: #000000;">Der Plan stellte extrem hohe Produktionsziele auf, die nicht immer erreicht werden konnten oder sehr zu Lasten der Qualität der Produkte gingen. Zur gleichen Zeit war die Bürokratie nicht in der Lage, die dadurch entstandenen ökonomischen Missverhältnisse durch Anpassung des Plans auszugleichen. </span></p><p><span style="color: #000000;">In seinem Artikel „Sowjetwirtschaft in Gefahr“ schreibt Trotzki: „A priori ein vollendetes System wirtschaftlicher Harmonie zu schaffen ist unmöglich.“ Er schreibt weiter: „Nur die beständige Regulierung des Plans während der Ausführung, seine teilweise oder gänzliche Umarbeitung auf Grund der aus der Erfahrung gewonnenen Lehren, können seine wirtschaftliche Wirkung sichern.“ </span></p><p><span style="color: #000000;">Damit eine Planwirtschaft, die sich in der Phase des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus befindet, auf die ständig in Bewegung stehenden Dynamiken der Wirtschaft reagieren kann, muss sie sich auf drei Säulen stützen: die zentrale Planungsbehörde, eine starke Währung und als politische Grundlage die Arbeiterdemokratie. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die zentrale Planung ermöglicht es, durch die wissenschaftliche Erhebung ökonomischer Daten alle Wirtschaftsabläufe miteinander zu rationalisieren und die Wirtschaft nach Plan zu expandieren. </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch um den Erfolg des auf dieser Basis erstellten Plans festzustellen, braucht es für eine gewisse Zeit weiterhin Preissignale, die zeigen, ob Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Werden Produkte etwa in einem Sektor teurer, lässt das auf einen Kapitalmangel schließen. Werden sie billiger, liegt ein Überschuss vor. Auf dieser Grundlage kann der Plan angepasst werden. Um diese Signale nicht zu verzerren, braucht es eine unabhängige, stabile Währung.  </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch Statistiken und Märkte können sich nicht selbst regulieren. Dafür braucht es die direkte Kontrolle der Arbeiter über alle Bereiche der Gesellschaft. Trotzki erklärt: „Die Kunst sozialistischer Planwirtschaft fällt nicht vom Himmel und wird nicht bei der Eroberung der politischen Macht fertig eingehändigt. Diese Kunst kann nur im Kampf errungen werden, Schritt für Schritt, nicht von einem Einzelnen, sondern von den Millionen, als Bestandteil der neuen Wirtschaft und Kultur.“ </span></p><p><span style="color: #000000;">Durch die jederzeitige Abwählbarkeit aller Ämter und der Gleichbezahlung jedes Funktionsträgers mit einem durchschnittlichen Arbeiter können schlechte Verwaltung und Korruption schnell bekämpft werden. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Arbeiterklasse hat kein Interesse daran, eine Million Tonnen minderwertigen Stahls zu produzieren, nur um irgendein angeordnetes Produktionsziel zu erreichen. Sie ist daran interessiert, den Wohlstand der Gesellschaft zu erweitern. </span></p><p><span style="color: #000000;">Deshalb wird die Arbeiterklasse gut überprüfen, dass der Produktionsprozess dort, wo er hinkt, ausgebessert und dort, wo er mangelt, ausgebaut wird. Die politische Beteiligung der Arbeiterklasse ist das genaueste Mittel, um zu ermitteln, welche Bedürfnisse existieren und wie die Wirtschaft organisiert werden muss. Da kann kein Markt oder anderswo erstellte Statistik mithalten. <br /></span><span style="color: #000000;" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p><h3><span style="color: #000000;"><b>Planwirtschaft: Der einzige Weg vorwärts für die Menschheit</b> </span></h3><p><span style="color: #000000;">Noch nie waren die Bedingungen für die Errichtung einer Planwirtschaft besser als heute. Seit der Gründung der Sowjetunion ist die Produktivität, der Bildungsstand und die Arbeiterklasse enorm gewachsen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Notwendigkeit ökonomischer Planung wird dadurch bewiesen, dass auch die Kapitalisten ihr Glück nicht vollständig den Launen des Markts überlassen. Um eine effektive Produktion zu gewährleisten, planen die großen internationalen Konzerne schon lange zentral. </span></p><p><span style="color: #000000;">Sie setzen den verschiedenen Branchen in ihrem Unternehmen Produktionsziele, um die voneinander abhängigen Produktionsbereiche auf ihre jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen, und legen global Preise fest. </span></p><p><span style="color: #000000;">Doch die Konkurrenz zwischen diesen Kapitalgiganten verhindert, dass die Anarchie des Marktes vollständig durch ökonomische Kalkulation ersetzt werden kann und diese den Bedürfnissen der Menschheit dient, nicht den Profiten der Monopole. </span></p><p><span style="color: #000000;">Einzig die Übernahme der Produktion durch das Proletariat kann diesen Prozess vollenden. Die Krise des Kapitalismus zwingt es zu diesem Schritt. Nach der Eroberung der Macht würden zunächst die revolutionären Schichten der Arbeiterklasse die Umstrukturierung der Gesellschaft übernehmen. Doch desto mehr die Produktion perfektioniert und dadurch der Lebensstandard erhöht wird, desto mehr steigt auch die Begeisterung an demokratischer Beteiligung in der gesamten Bevölkerung. </span></p><p><span style="color: #000000;">Eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Ökonomie wird darin bestehen, die Arbeitsproduktivität über das Niveau des Kapitalismus zu heben. Die Krise des Kapitalismus macht Investitionen in höhere Produktivität unprofitabel, doch ein wissenschaftlich geplantes System, ausgerichtet auf Bedarf statt auf Profit, bräuchte sich darüber keine Sorgen machen. </span></p><p><span style="color: #000000;">Mit gezielten Investitionen in Technologien und der Rationalisierung der weltweiten Lieferketten würde die Produktivität einen historischen Schub erfahren, auf dessen Grundlage der notwendige Arbeitstag stetig verkürzt werden würde.  </span></p><p><span style="color: #000000;">Auf derselben Grundlage könnte die Menschheit auch der Klimakrise entgegentreten. Bereits jetzt existieren Technologien, um den Großteil der Wirtschaft komplett CO2 frei weiterzuführen, während für den restlichen Teil bereits Modelle bestehen. Ein Arbeiterstaat würde diese Forschungen fördern und die Wirtschaft so schnell wie möglich klimafreundlich machen.  </span></p><p><span style="color: #000000;">Auch der Verschwendung im Kapitalismus, wo Waren und Produktionsmittel vernichtet werden, wenn der Markt übersättigt ist, könnte Einhalt geboten werden. Die sozialistische Wirtschaft wird das, was überschüssig erscheinen mag, für den wachsenden Wohlstand und Bedarf der Gesellschaft verwendbar machen, oder, sollte das nicht möglich sein, als ökonomische Rücklage behalten. Arbeitskräfte in tatsächlich sinnlosen Berufen könnten darüber hinaus schnell umgeschult werden. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die permanente Anstrengung, den Fortschritt der Gesellschaft voranzutreiben, wird es Menschen, deren Vorfahren vielleicht in Lehmhütten lebten oder sich den Rücken am Fließband kaputt arbeiten mussten, erlauben, zu Wissenschaftlern, Künstlern oder Philosophen zu werden. </span></p><p><span style="color: #000000;">Liberale werden vielleicht sagen, dass ohne Profit kaum die Motivation dazu existieren wird. Doch jeder Mensch hat persönliche Ansprüche und Interessen, denen er im Kapitalismus niemals gerecht werden kann. </span></p><p><span style="color: #000000;">Die Produktion eines Überflusses an Reichtum und die Automatisierung des Produktionsprozesses werden es den Menschen erlauben, sich mehr und mehr auf das zu konzentrieren, was sie persönlich und die Gesellschaft weiterbringt. </span></p><p><span style="color: #000000;">Durch die Abschaffung jeglichen Mangels wird die Klassengesellschaft absterben, kapitalistische Überbleibsel wie Staat, Geld und Lohn verschwinden. Erst dann, wenn die alte Gesellschaft den Prozess des Übergangs in die neue vollendet hat, wird der Mensch zum bewussten Richter seines Schicksals und kann ganz nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten leben. Für dieses Ziel, den Kommunismus, kämpfen wir. </span></p>								</div>
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		<title>Gibt es die Arbeiterklasse noch?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannes Wiemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2024 17:20:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Definitiv! Aber seit den 90er Jahren redet uns die kapitalistische Propaganda das Gegenteil ein. Dabei zeigten die 60er Jahre noch etwas ganz anderes: Ein Generalstreik von Millionen französischer Arbeiter legte [&#8230;]</p>
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<p>Definitiv! Aber seit den 90er Jahren redet uns die kapitalistische Propaganda das Gegenteil ein. </p>



<p>Dabei zeigten die 60er Jahre noch etwas ganz anderes: Ein Generalstreik von Millionen französischer Arbeiter legte im Mai 69 das Land für mehrere Wochen lahm, generell gab es einen enormen Aufschwung von Arbeitskämpfen bis Ende der 70er. Aber die großen Streikbewegungen wurden mangels revolutionärer Führung niedergeschlagen und mündeten nur in wenigen sozialen Reformen. Daraufhin waren die 80er Jahre niederschmetternd, Streikbewegungen wurden mit staatlichen Mitteln zerschlagen und das Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse wurde schwer beschädigt.</p>



<p>Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der Sieg des Kapitalismus ausgerufen. Postmoderne Theoretiker entwickelten den Mythos vom „Tod der Arbeiterklasse“ und behaupteten, die Gesellschaft hätte sich in verschiedene soziale Milieus aufgeteilt. </p>



<p>Das ist eine Lüge! Nicht die Höhe des Einkommens oder des Bildungsniveaus bestimmt die Klassenzugehörigkeit. Das Wesen der Arbeiterklasse ist, dass du deinen Lebensunterhalt nur bestreiten kannst, indem du deine Fähigkeit zu arbeiten, an die Kapitalistenklasse verkaufen musst, weil sich die Produktionsmittel im Privateigentum dieser kleinen Elite befinden. Dadurch haben sie die Macht zu entscheiden, wie wir arbeiten und was wir produzieren. Am Allgemeinwohl sind die Kapitalisten nicht interessiert – die gesamte Wirtschaft ist dem Profit unterworfen.</p>



<p>Eine demokratisch geplante Produktion durch die Arbeiterklasse könnte die Bedürfnisse aller Menschen bedienen und Armut, Hunger und Obdachlosigkeit ein Ende setzen! Das zu erreichen, ist möglich! Denn die Arbeiterklasse ist nach wie vor die überwältigende Mehrheit auf dieser Welt. Global gesehen ist die Zahl der Industriearbeiter auf 758 Mio. gestiegen. Zusammen mit dem Dienstleistungssektor (1,65 Mrd.) und der Landwirtschaft (873 Mio.) sind das insgesamt 3,2 Mrd. Arbeiter. Das bedeutet, die überwältigende Mehrheit ist Teil der Arbeiterklasse.</p>



<p>Trotzdem wird uns eingeredet, dass wir als Individuen schwach und isoliert seien. Aber seit der Weltwirtschaftskrise 2008 ist das kapitalistische System in der Dauerkrise – weltweit sinken die Löhne und die Lebensbedingungen werden immer schlechter.</p>



<p>Diese Auswirkungen machen sich bereits in großen Massenstreiks und Aufständen in Frankreich, Großbritannien, in Peru oder Sri Lanka bemerkbar. Auch in Deutschland wird so viel gestreikt wie schon lange nicht mehr. Die Arbeiterklasse erwacht! Und diese globale Arbeiterklasse ist eine mächtige Kraft, die mit einer revolutionären Führung den Kapitalismus stürzen wird.</p>
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