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	<title>Kunst Archives -</title>
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		<title>Filmrezension: „Farha“ – Eine ergreifende und kraftvolle Darstellung der Nakba</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Khaled Malachi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2023 11:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid in Gaza]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein neuer Netflix-Film wirft ein Licht auf die erschütternde Zerstörung, die die Menschen in Palästina durch die zionistische Gründung des Staates Israel erfahren mussten – eine Geschichte, die den Nerv [&#8230;]</p>
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<p>Ein neuer Netflix-Film wirft ein Licht auf die erschütternde Zerstörung, die die Menschen in Palästina durch die zionistische Gründung des Staates Israel erfahren mussten – eine Geschichte, die den Nerv der Zeit trifft!</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="743" height="509" src="https://derkommunist.de/wp-content/uploads/2024/04/farha.png" alt="" class="wp-image-1670" srcset="https://derkommunist.de/wp-content/uploads/2024/04/farha.png 743w, https://derkommunist.de/wp-content/uploads/2024/04/farha-300x206.png 300w" sizes="(max-width: 743px) 100vw, 743px" /></figure>



<p>„Farha“ rückt ein oft vergessenes geschichtliches Ereignis wieder ins Rampenlicht: die Nakba. Während der Nakba 1948 – auf Arabisch wörtlich „Katastrophe“ – wurden schätzungsweise 700.000 Palästinenser von der zionistischen Haganah und paramilitärischen Kräften aus ihrer Heimat vertrieben, was einen blutigen Fleck in der gesamten Region hinterließ.</p>



<p>Es ist eine Sache, über diese Ereignisse zu lesen und die Gewalt zu verstehen, die sie hervorgebracht haben. Die stetige Zunahme der Todesopfer und das ständige ‚Aufflammen‘ des ‚Konflikts‘, können leicht eine desensibilisierende Wirkung gegenüber der Zerstörung des historischen Palästinas haben.</p>



<p>Es ist eine gänzlich andere Sache, die Verwüstung im Spielfilm zu sehen, die durch die ethnischen Säuberungen verursacht wurde, welche die Gründung des Staates Israel kennzeichneten. Und genau das ‚Erfahrbar-Machen‘ ist der jordanischen Regisseurin Darin J. Sallam meisterhaft gelungen<em>.</em></p>



<p><em><strong>Achtung! Die Rezension nimmt Inhalte des Films vorweg.</strong><br></em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Das zionistische Projekt</h3>



<p>Inspiriert von der wahren Geschichte eines 14-jährigen palästinensischen Mädchens, die die Zerstörung ihrer Heimat miterleben sollte, ist der Zuschauer mit der Protagonistin fast den gesamten Film über in einer Speisekammer gefangen, während ihre Hoffnungen und Träume zu Asche zerfallen.</p>



<p>Die 14-jährige Farha wünscht sich nichts mehr, als vom ruhigen beschaulichen Landleben in die Stadt zu ziehen und eine Schulbildung zu erhalten. Um ihren Wunsch zu erfüllen, schlägt gegenüber sie ihrem Vater einen trotzigen und selbstbestimmten Ton an – verheiratet zu werden ist sowieso ihr geringstes Interesse. Farhas Freude und Aufregung übertragen sich sofort auf den Zuschauer, als ihr Vater schließlich nachgibt und ihr einen Schulbesuch zusichert.&nbsp;</p>



<p>Doch innerhalb von Minuten lösen sich Farhas Träume in Luft auf. Sirenen dröhnen, Munitionsgeschosse ertönen und Panik breitet sich in Farhas Augen und unter den Dorfbewohnern aus. Zionistische paramilitärische Gruppen fahren im Dorf vor. Um seine Tochter in Sicherheit zu bringen, schließt Farhas Vater das weinende Mädchen kurzerhand in einer Speisekammer ein, die er von außen provisorisch mit Lehm abdichtet. Der Zuschauer bleibt mit Farha in dem engen dunklen Raum zurück – angetrieben von der Hoffnung, ihr Vater würde bald zurückkommen und sie befreien. Tage und Wochen vergehen – Farhas Vater kommt nicht zurück.&nbsp;<br></p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Fenster zum Leid</h3>



<p>Den Großteil des Films verbringt der Zuschauer eingeschlossen mit Farha in der Speisekammer. Aus kleinen Spalten in der Holztür und einem winzigen Fenster lugen wir ebenso hilflos wie Farha auf die fortwährende Zerstörung. Das Entsetzen erreicht seinen Höhepunkt, als wir miterleben, wie eine palästinensische Familie kaltblütig hingerichtet wird. Wir sehen den Vater der Familie, der in die Enge getrieben mit seinem letzten Atemzug darum bittet, seine Familie verschont zu lassen. Ohne Nachsicht werden seine Schreie und Bitten ignoriert – die Familie wird bis auf den neugeborenen Sohn erschossen. Wir sehen Farhas junges Gesicht eingefallen und mit leerem Blick in den wenig belichteten Raum starrend, während die Schreie des im Staub liegenden Neugeborenen innerhalb der nächsten Stunden verstummen.&nbsp;</p>



<p>Es ist besonders diese Szene, die in den Köpfen der Zuschauer noch lange nachklingt. Und es überrascht keineswegs, dass es diese Szene war, die unter israelischen Beamten für Lärm und empörte Aufschreie gesorgt hat.&nbsp;</p>



<p>Und doch wird das, was wir sehen von der Geschichte bestätigt. Egal welches historische Beispiel wir uns ansehen – die Massaker von Tantura oder Deir Yassin 1948 oder von Dahmash bis zum heutigen Tage – überall finden wir einen Fluss aus Blut, der die Sehnsucht der Palästinenser nach einem friedlichen Leben von dem zionistischen Kolonialprojekt trennt.&nbsp;</p>



<p>Die Art und Weise, wie in den Mainstream-Medien und in Schulbüchern über die Staatsgründung Israels und das zionistische Projekt im weitesten Sinne berichtet wird, ist empörend und zum Teil geschichtsrevisionistisch. Es wird meist schamlos versucht, die Geschichte der palästinensischen Bevölkerung auszulöschen und den Terror zu beschönigen der von dem ausging, was kurz darauf die israelische Verteidigungsmacht werden sollte.</p>



<p>Diese tragische Geschichte macht deutlich, dass die Anfänge Israels auf der brutalen Enteignung des palästinensischen Volkes gründeten: Das zionistische Projekt war immer für solche Tragödien bestimmt.<br></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Nakba geht weiter</h3>



<p>Es ist unmöglich, sich zum Ende des Films gleichgültig zu verhalten. Farha sieht ihren geliebten Vater nie wieder und schließt sich unzähligen anderen Flüchtigen an, die nicht mehr als ihre Geschichte besitzen.</p>



<p>Obwohl die Handlung der Erzählung einfach gehalten wurde, geht die Wirkungsmacht und Durchschlagkraft des Films weit über den beschränken Handlungsrahmen hinaus. Es ist wahrhaft eine Rarität, dass dieser Film, der ein verlorenes Ereignis der Geschichte so gekonnt darstellt, seinen Weg auf die großen Leinwände fand und auf internationale Anerkennung stieß.&nbsp;</p>



<p>Der Film findet so großen Anklang, weil er mehr als nur Farhas Geschichte erzählt. Die Katastrophe ist bis heute Realität für die palästinensische Diaspora – in Jordanien, im Libanon, in Syrien und anderorts – entweder ausgeschlossen oder weit weg von ‚Zuhause‘ geboren.</p>



<p>Sei es heute der Kampf gegen die Zwangsräumungen in Sheikh Jarrah, die erbärmlichen Zustände im Gazastreifen, die Diskriminierung innerhalb der ‚Grünen Linie‘ oder die de-facto Annexion des Westjordanlandes – der Kampf für die palästinensische Befreiung geht weiter!</p>



<p>„Farha“ bedeutet auf Arabisch „Freude“ oder „Feiern“. Doch es ist ein harter Kampf, bis diese Gefühle für die Völker, die unter der eisernen Ferse des Imperialismus und Zionismus leiden, wieder dauerhaft spürbar werden. Nur durch einen revolutionären Kampf, der die gesamte blutgetränkte Region nach sozialistischen Grundsätzen umformt, kann die Feindseligkeit zwischen den Völkern aufgehoben werden und Freude zwischen Klassenbrüdern und -schwestern aufblühen.</p>
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		<title>Beethoven und die Revolution</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa Oefinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2020 00:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ludwig van Beethoven zum 250. Geburtstag. Ludwig van Beethovens Musik zeigt in einzigartiger Weise auf, wie künstlerisches Schaffen von den materiellen Umständen der Zeit abhängt. Sie ist durchdrungen vom Geist [&#8230;]</p>
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<p>Ludwig van Beethoven zum 250. Geburtstag. Ludwig van Beethovens Musik zeigt in einzigartiger Weise auf, wie künstlerisches Schaffen von den materiellen Umständen der Zeit abhängt.</p>



<p>Sie ist durchdrungen vom Geist der Französischen Revolution von 1789 und deren teilweiser Zerschlagung und beherrscht von dem dynamischem Streben nach Vervollkommnung, nach einer besseren Welt außerhalb der Zwänge einer Gesellschaft der Stände oder Klassen.</p>



<p>Nicht von ungefähr wird Ludwig van Beethoven (1770-1827) oft der Beiname des Revolutionärs unter den Komponisten verliehen. Er ist ein Kind seiner Zeit mit ihrem Zeitgeist, namentlich der Französischen Revolution mit ihren Idealen. Jedes einzelne seiner Werke ist eine Hommage, eine Huldigung an die Revolution, in die er so viele Hoffnungen setzte. Die Umwälzung alter Verhältnisse, wie sie in der Französischen Revolution vollzogen wurde, verstand Beethoven in seiner Musik brillant umzusetzen, indem er sich einfach über die gängigen musikalischen Konventionen hinwegsetzte oder alte Formen modifizierte.</p>



<p>Ebenso wie seine Musik sind auch die Umstände ihrer Entstehung durchaus unüblich: zunächst machte Beethoven als Pianist und Klaviervirtuose von sich reden, bevor er sich gänzlich der Komposition widmete. Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern und Künstlern machte er sich jedoch nie von Adel oder Kirche abhängig und wirkte zeitlebens als freier Künstler.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gliederung der Werke</h3>



<p>Aus seinen Werken sprechen Optimismus und tiefe Depression, pathetische Glückseligkeit und schmerzerfüllte Trauer. Über allem steht die scheinbare Unvereinbarkeit dieser beiden Gegensätze und ihre Vereinigung auf höherer Ebene. Eben dies ist wirkliche Essenz einer jeden Sonate, die schon Mozart oder Haydn zur Anwendung brachten – erst Beethoven aber vermochte sie tatsächlich zu revolutionieren und offenbarte damit ihr wahres Wesen. Betrachtet man allein die äußere Form einer Sonate, so fällt ein dialektischer Denkansatz auf: ein schneller erster Satz, auf den ein langsamerer zweiter und ein dritter eher belebten, fröhlichen Charakters folgt, mündet schließlich wieder in einem schnellen letzten Satz. Dieses meist fulminante Finale ist aber mehr als nur ein weiterer schneller Satz. Es ist die Rekapitulation und Weiterführung der Anfangsidee beziehungsweise des anfänglichen musikalischen Themas auf höherer Ebene.</p>



<p>Die Gliederung der Sonate folgt also dem Prinzip der Entwicklung auf der Basis von Widersprüchen, die Bewegung kommt nur durch eben diese Widersprüche zustande. Die Sätze stehen dabei in einer Abhängigkeit voneinander, die nicht anderes ist als die Negation der Negation, die wir Marxisten als Grundpfeiler des dialektischen Materialismus kennen. Seine Musik – die auf einzigartige Art vollendet scheint – stellt den Zeitgeist in einer Weise dar. Sie ist so kontrovers wie die Zeit selbst, voller Widersprüche und Umwälzungen. Das erklärt sicherlich auch, weshalb Beethovens Musik seinerzeit so schockierte und doch die Menschen aufwühlte und eine enorme Anziehung auf sie ausübte, weshalb sie auch heute nichts von ihrem revolutionären Charakter eingebüßt hat und vielleicht aktueller ist denn je.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schicksalsschläge und Depression</h3>



<p>Das Leben Ludwig van Beethovens war geprägt vom frühen Verlust der Mutter, dem schwindenden Gehör bis zu fast vollständiger Taubheit und Phasen tiefer Depression. Auch diese Verzweiflung ist ein zentraler Bestandteil seiner Werke. Beethoven scheut sich nicht davor, Dissonanzen (Missklänge) zu verwenden und sie bewusst nicht aufzulösen. Ein absoluter Tabubruch eigentlich, der zuvor undenkbar gewesen wäre. Sie beschreibt aber vielleicht am besten die Zerrissenheit eines Mannes, der sein Innerstes enthüllt, und macht seine Musik so unglaublich menschlich.</p>



<p>Auch wenn diese persönlichen Einschnitte wie Mahnungen des Schicksals erscheinen mögen, ist die gängige Interpretation der Werke Beethovens (vor allem der 9. Symphonie) als Ausdruck des Schicksals, dass „an die Tür klopft“, eine vollkommen falsche und profane und der Genialität seiner Werke unangemessene Einschätzung. Vielmehr strebte er an, „dem Schicksal in den Rachen zu greifen“, ein Leben ohne Fremdsteuerung und Unterdrückung, ein Leben der freien Selbstverwirklichung zu ermöglichen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beethovens Stärke</h3>



<p>Aus welchem Grund aber wurde und wird Beethoven dann sowohl von der Masse der Bevölkerung als auch von der Bourgeoisie oder gar dem Adel so hoch geschätzt? Wie alle Zusammenhänge lässt sich auch dieser nur dialektisch erklären. Mit vielen seiner Werke, die von Freiheitsstreben und Kampfgeist getränkt sind, konnten sich vor allem die Revolutionäre der französischen Revolution identifizieren. Andererseits verstand es auch die Bourgeoisie, in seinen Werken ihren Kampf mit dem persönlichen Schicksal zu sehen, als Ausgleich für die selbst geschaffenen Widersprüche einer bürgerlichen Gesellschaft in ihrer kapitalistischen Ausprägung.</p>



<p>Der innere Zerfall eines von vornherein zum Scheitern verurteilten Systems wie dem Kapitalismus kann nicht nur an sinkenden Profitraten oder instabilen Regierungen abgelesen werden. Er zeigt sich auch, vielleicht sogar am stärksten, im Zerfall der Kultur. Er zeigt sich im Mainstream, der uns aus Radio oder Fernsehen oder modernen Medien entgegen schlägt oder in kitschigen Teenie-Novellen. Wir dürfen in unserem Kampf die Macht der Worte und der Musik nicht unterschätzen. So wie die Kultur im Kapitalismus für Zwecke des privaten Profits und der Ablenkung verwendet wird, können wir sie aber auch einsetzen im Kampf für eine bessere Zukunft, im Kampf für eine sozialistische Gesellschaft, die Kunst und Kultur nicht den Privilegien einer winzigen Minderheit ausliefert, sondern der freien und uneingeschränkten Entfaltung der gesamten Menschheit dient.</p>



<p>Die Menschheit hat mehr als einmal Giganten des Gedankens und der Tat hervorgebracht, die die Zeitgenossen wie Gipfel einer Bergkette überragten. Das Menschengeschlecht hat ein Recht, auf Aristoteles, Shakespeare, Darwin, Beethoven, Goethe, Marx, Edison, Lenin stolz zu sein. (Leo Trotzki)</p>
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