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	<title>Krieg Archives -</title>
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		<title>Wehrpflicht gegen Putin?</title>
		<link>https://derkommunist.de/wehrpflicht-gegen-putin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Franz Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über 60% der Bevölkerung sind für Wehrpflicht und Wiederaufrüstung. Und zwar nicht, weil sie chauvinistische Nationalisten sind und Krieg wollen. Sie haben ehrlich Angst vor einem russischen Angriff und fallen [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Über 60% der Bevölkerung sind für Wehrpflicht und Wiederaufrüstung. Und zwar nicht, weil sie chauvinistische Nationalisten sind und Krieg wollen. Sie haben ehrlich Angst vor einem russischen Angriff und fallen auf die Propaganda der Herrschenden rein, die Aufrüstung diene dem Frieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Wunder, denn mit einer Medienkampagne wird ihnen Angst und Schrecken eingejagt: „Russische Bedrohung: Was, wenn es auf Rügen passiert?“ fantasiert die SZ. Deutschland rüste nicht für Krieg, sondern für Frieden durch Abschreckung, erklärt Verteidigungsminister Pistorius (SPD). In unzähligen Talkshows belehrt man uns: Wer nicht für die Wehrpflicht ist, will Putins Terrorherrschaft über Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die radikalisierte Jugend muss das widerlegen können, um die Anti-Wehrpflicht-Bewegung auszuweiten. Pazifistische Phrasen, wie Ole Nymoens „Lieber besetzt als tot“, werden hingegen nicht ausreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Schwächt die Aufrüstung Putin?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Putin vertritt die Interessen des russischen Imperialismus und der Oligarchen. Er will die verbliebenen Einflussbereiche Russlands in Osteuropa, dem Kaukasus und andernorts gegen den westlichen Imperialismus verteidigen und, wo möglich, ausweiten. Diese Regionen sind Beute, um die der amerikanische, deutsche und russische Imperialismus zanken, wie im Ukrainekrieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch vor den russischen Arbeitern begründet Putin diesen Krieg anders, um sich zumindest ihre passive Unterstützung zu sichern. Denn Putin ist keinesfalls vom russischen Volk geliebt. Das zeigten Massenproteste 2018 gegen die Erhöhung des Rentenalters und 2021 gegen Korruption. Putins Zustimmungswerte sanken so sehr, dass der russische Staat einfach aufhörte, die Statistik zu veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hat Putin eine gewisse Unterstützung in der Bevölkerung. Und zwar aus einem Grund: Weil er, aus der Sicht der Massen, Russland nach dem Fall der Sowjetunion vor dem Zerfall und der völligen Ausschlachtung durch den US-Imperialismus gerettet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wiedereinführung des Kapitalismus in Russland war eine Katastrophe. Millionen verarmten, die Gesellschaft löste sich stellenweise in Barbarei auf, die Lebenserwartung für Männer sank in kürzester Zeit um zehn Jahre. Westliche Kapitalisten und ehemalige Bürokraten fielen wie Heuschrecken über das Land her. Die Wirtschaft versank in Chaos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Putin kam zur Macht und beendete diesen Zustand. Als bonapartistischer Diktator hielt er die Arbeiterklasse nieder, aber wies auch die Kapitalisten in ihre Schranken, um zu verhindern, dass Russland zerfällt und eine westliche Kolonie wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>NATO-Imperialismus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Sache fürchten die russischen Arbeiter noch mehr als Putin: den NATO-Imperialismus. Sie haben genau beobachtet, welche Zerstörung, Armut und Verwüstung USA und NATO nach 1990 in Jugoslawien und im Nahen Osten brachten. Sie haben keine Illusionen über die Segnungen „westlicher Werte“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich sind US-Imperialismus und NATO die reaktionärste Macht der Welt: Vietnam, Irak, Jugoslawien, Afghanistan, Gaza, Iran – seit 1945 intervenierten die USA militärisch in über 100 Ländern und töteten Millionen Zivilisten, unterstützt von ihren europäischen Verbündeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">USA und EU nutzen zudem Sanktionen, um kleinere Länder ihren imperialistischen Interessen gefügig zu machen. Das trifft vor allem die Zivilbevölkerung. Eine Studie von <em>The Lancet </em>wies nach, dass zwischen 1970 und 2021 ungefähr 38 Millionen Menschen durch westliche Sanktionen starben. Jährlich sind es über 560.000.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Russland im Visier</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig sahen die russischen Arbeiter, wie die NATO nach Ende des Kalten Krieges weiterbestand und sich bis an die Grenzen Russlands ausdehnte. Ab 2014 versuchten die USA auch, die Ukraine endgültig in ihre Einflusssphäre zu ziehen. Dazu organisierten sie einen Staatsstreich, um eine pro-amerikanische Regierung zu installieren. Diese begann einen Bürgerkrieg gegen die eigene russischsprachige Bevölkerung und stützte sich dabei auch auf faschistische Milizen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie müssen die russischen Arbeiter also die europäische Aufrüstung seit 2022 wahrnehmen? Europa gibt schon jetzt mehr Geld für Rüstung aus als Russland; Deutschlands Militärausgaben explodieren; eine deutsche Panzerbrigade mit 5.000 Mann steht im Baltikum; bis vor kurzem sollten US-Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt die kriegstreiberische und antirussische Rhetorik westlicher Politiker. Annalena Baerbock erklärte in ihrer unvergleichlichen Weise: „Wir sind im Krieg mit Russland!“ Der lettische Präsident Edgars Rinkevics sagte in Anlehnung an die völlige Auslöschung Carthagos durch das antike Rom: „Russia delenda est“ („Russland muss zerstört werden!“). Europäische Politiker forderten, dass die Ukraine Russland mit amerikanischen ATACM-Raketen beschießt und dabei auch zivile Opfer in Kauf nehmen solle. Die engagiertesten NATO-Fanboys fabulierten zu Beginn des Ukrainekrieges von einem „Regime Change“ in Russland und davon, das Land zu „dekolonisieren“, also die russische Föderation wie Jugoslawien zu zerschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Frieden durch Aufrüstung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die westliche Aufrüstung wird die russischen Arbeiter nur weiter in die Arme des Putin-Regimes treiben, da ihnen Putin und der russische Militarismus als einziger Schutz vor dem westlichen Imperialismus erscheinen müssen. Jeder Klassenkampf innerhalb Russlands, jede Opposition kann mit Verweis auf die westliche Bedrohung unterbunden werden. Weit davon entfernt, Putin zu schwächen, stärkt die westliche Aufrüstung dessen Glaubwürdigkeit unter den Massen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn auch sie verfolgt einzig und allein den Zweck, imperialistische Profitinteressen in Osteuropa zu schützen. Sie ist ein Akt der Aggression.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte zeigt: Aufrüstung macht Kriege wahrscheinlicher. Eine Studie von Diehl &amp; Crescenzi von 1998 untersuchte 100 Krisen zwischen 1918 und 1990: In den Fällen, in denen beide Seiten zuvor signifikant aufgerüstet hatten, lag die Wahrscheinlichkeit für einen Kriegsausbruch bei 62%. Ohne vorherige Aufrüstung waren es 21%.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Aufrüstung frisst Geld, das sich erst dann rentiert, wenn die Waffen eingesetzt werden und Kriegsbeute gemacht wird. Je mehr Geld für Waffen ausgegeben wurde, desto größer die Versuchung, sie zu nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Kampf dem deutschen Militarismus!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der einzige Weg, um das Leben und Wohlergehen der deutschen Bevölkerung und den Frieden auf dem europäischen Kontinent zu wahren, ist der Kampf der Arbeiterklasse gegen ihre eigene herrschende Klasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Anti-Wehrpflicht-Bewegung zum Ausgangspunkt für eine klassenkämpferische Massenbewegung in Deutschland wird, kann sie etwa durch politische Streiks die Wehrpflicht und andere Aufrüstungsmaßnahmen verhindern. Sie kann erzwingen, dass Geld ins Gesundheitssystem statt in Waffen fließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das würde tatsächlich die Sicherheit erhöhen und Menschenleben retten. Denn noch kein deutscher Zivilist ist durch eine russische Granate gestorben, aber jedes Jahr sterben Zehntausende an den Folgen von Armut und dem kaputtgesparten Gesundheitssystem. Allein 5.000 Schlaganfalltote wären jährlich vermeidbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem zerstören die Kriege der Reichen unseren Lebensstandard: Ukrainekrieg und Irankrieg ließen die Inflation explodieren. Der Wegfall russischer Energie beschleunigt die Deindustrialisierung: 200.000 Industriearbeitsplätze verlor Deutschland seitdem.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Internationalismus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vor allem: Welches Signal würde eine siegreiche Massenbewegung hierzulande an die russischen Arbeiter senden? Sie würden erkennen, dass die NATO kein monolithischer Block ist, sondern dass sie in der Arbeiterklasse der westlichen Länder Verbündete im Kampf gegen den reaktionären westlichen Imperialismus hat. Putin würde eine bedeutende Säule, mit der er sich auf die Massen stützt, wegbrechen: die Bedrohung durch den NATO-Imperialismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So würde die deutsche Arbeiterklasse den russischen Massen die Hände frei machen, um Putin zu stürzen und die Macht zu übernehmen. Ebenso wäre eine solche antimilitaristische Massenbewegung in Deutschland der beste Ausgangspunkt für die Arbeiter hierzulande, selbst die Macht zu übernehmen und endlich die ganzen wirtschaftlichen Ressourcen des Landes unter ihrer Kontrolle zum Schutz und Wohl der Bevölkerung einzusetzen. Dann hätten wir ein Vaterland, das es wert wäre, verteidigt zu werden.</p>
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		<title>Die Reichen wollen Krieg! Stürzt die Reichen!</title>
		<link>https://derkommunist.de/die-reichen-wollen-krieg-stuerzt-die-reichen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kalabekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Generalstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die herrschende Klasse und ihre Merz-Regierung verfolgen ein reaktionäres Programm: Aufrüstung, soziale Angriffe und Wehrpflicht. Merz droht der Jugend: „Wir können und wir dürfen von euch etwas erwarten“ – sprich [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die herrschende Klasse und ihre Merz-Regierung verfolgen ein reaktionäres Programm: Aufrüstung, soziale Angriffe und Wehrpflicht. Merz droht der Jugend: „Wir können und wir dürfen von euch etwas erwarten“ – sprich buckeln und dienen. Die Schulstreik-Bewegung hält dagegen: „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“ Die Meinung ist eindeutig: „Geht doch selbst an der Ostfront sterben!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">So offengelegt war der Klassenwiderspruch dieser Gesellschaft schon lange nicht mehr: Die Interessen der Kapitalistenklasse (Krieg) sind nicht mit den Interessen der Jugend und Arbeiterklasse (eine Zukunft) zu vereinen. Die da oben wollen die Jugend zu Kanonenfutter machen und die Arbeiterklasse noch härter ausbeuten. Die da unten müssen ihre Interessen verteidigen. Der Kapitalismus ist das Problem – der Klassenkampf die einzige Lösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb stehen alle bürgerlichen Parteien in der Militarismus-Frage gegen die Jugend und ihre Bewegung: Sie verteidigen die Interessen des deutschen Imperialismus und wollen eine untertänige Jugend und Arbeiterklasse. Auch die Linkspartei schaut der Schulstreik-Bewegung (trotz lobender Worte) nur vom Seitenrand aus zu. Die DGB-Gewerkschaften tragen die Aufrüstung sogar mit. Die Jugend muss es selbst machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schulstreik-Bewegung spielt heute die Vorreiterrolle im Klassenkampf von unten. Die Schüler, die heute gegen die Politik der Kriegstreiber und Menschenfresser auf die Straße gehen, führen einen politischen Kampf. Sie streiken gegen die staatliche Autorität und widersetzen sich der Hetze, Verleumdung und Repression durch die Medien, Politiker und Schulleiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sind sie Teil eines weltweiten revolutionäre Prozesses. Überall findet ein politisches Erwachen der Jugend und Arbeiterklasse statt: Allein letztes Jahr traten Arbeiter und Jugendliche in Italien, Spanien und Griechenland in politische Streikbewegungen. Die Gen-Z-Revolutionen in Serbien, Nepal, Indonesien, Madagaskar und Marokko versuchten ihre Herrscher zu stürzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Bewegungen und Aufstände beweisen: Eine revolutionäre Jugend kann die Arbeiterklasse aufrütteln und in den Kampf ziehen. Die Schulstreik-Bewegung muss genau das schaffen, um erfolgreich zu sein. Heute sind politische Streikbewegungen notwendiger denn je: Die Verteidigung demokratischer Rechte, die Abwehr von Kürzungspolitik, Aufrüstung und Wehrpflicht sowie von Entlassungen und Lohnkürzungen sind nur so zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Idee müssen wir in den Schulen, Unis und Betrieben diskutieren. Breite demokratische Diskussionen über die Aufgaben der Arbeiterklasse und Jugend in dieser kapitalistischen Krise können den Stein ins Rollen bringen. Sie können die Schulstreik-Bewegung vergrößern und die Verweigerungshaltung der DGB-Führungen untergraben, die uns bei jeder Gelegenheit erklären, dass politische Streiks unmöglich und dazu auch noch „verboten“ seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Generalstreik 1948</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte unserer Klasse ist voll von heroischen Versuchen, die Machtverhältnisse der Gesellschaft umzuwälzen. Die Deutsche Revolution von 1918 bis 1923 ist der schlagende Beweis. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte die Arbeiterklasse regelmäßig ihre Kampfbereitschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. November 1948 fand der zweitgrößte Generalstreik der deutschen Geschichte in der britischen und amerikanischen Besatzungszone (Bizone) statt, an dem sich über 9 Millionen von 11,7 Millionen Beschäftigten beteiligten. Dieser Generalstreik richtete sich gegen die jahrelange Not der Arbeiterklasse, welche von der Währungsreform im Sommer 1948 nur verschlimmert wurde. Arbeiter, Angestellte, Kommunisten und Sozialisten, kämpferische Betriebsräte und Vertrauensleute aus den Gewerkschaften drängten zu diesem Kampf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die DGB- Führung musste sich dem Druck beugen und den Generalstreik ausrufen. Sie forderte unter anderem den Erlass eines Preis-, Kontroll- und Wuchergesetzes; Produktion von preiswerten Massenwaren für den täglichen Bedarf; Planung und Lenkung der Wirtschaft; Überführung der Grundstoffindustrien und Banken in Gemeineigentum; Demokratisierung der Wirtschaft durch paritätische Mitbestimmung der Gewerkschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Hitler-Faschismus wollte der Großteil der Arbeiterklasse einen demokratischen und sozialistischen Neuanfang in der Wirtschaft. Der Kapitalismus hätte gestürzt werden können. Die Reichen fürchteten um ihre Macht, doch die DGB-Führung eilte ihnen zur Hilfe. In Absprache mit den Besatzungsbehörden untersagten sie alle Demonstrationen am Streiktag. Aus Generalstreik wurde „Arbeitsruhe“ und damit eine gravierende Niederlage.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Zeitungsstreik 1952</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald folgte das nächste große Kräftemessen zwischen den Klassen. Ein Kampf um das Betriebsverfassungsgesetz entbrannte. Die DGB-Führung wollte die Rechte der Betriebsräte und der Gewerkschaften ausweiten. Die Kapitalisten und ihr Staat wollten diese Rechte wiederum einschränken und zurückdrängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hundertausende Beschäftigte beteiligten sich im Mai und Juni 1952 an Demonstrationen und Warnstreiks. Der Höhepunkt war ein Streik der Drucker und Setzer bei mehreren Zeitungen. Vom 27. bis 29. Mai erschienen fast keine Zeitungen. Die DGB-Führung brach die Kämpfe jedoch ab, um mit der Regierung von Konrad Adenauer (CDU) zu verhandeln. Die Verhandlungen scheiterten, aber die Führung verzichtete auf weitere Kampfmaßnahmen. Das Betriebsverfassungsgesetz im Sinne der Kapitalisten trat in Kraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ein Exempel am Zeitungsstreik zu statuieren, verklagten einundzwanzig Verlage die Gewerkschaften und forderten Schadensersatz. 1953 erklärten Arbeitsgerichte den Zeitungsstreik für rechtswidrig. Auf diese Urteile geht die bis heute gängige Begründung für das „Verbot“ von politischen Streiks zurück. Zum Schutz der Eigentumsrechte der Kapitalisten seien Streiks nur in Tarifauseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmen bzw. Unternehmerverbänden erlaubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im selben Kampf um das Betriebsverfassungsgesetz schrieb Adenauer einen Brief an die DGB-Führung: Politische Streiks würden „einen Verstoß gegen das Grundgesetz“ darstellen, weil sie der „Parlamentsmehrheit den gewerkschaftlichen Willen aufzwingen“, während doch nur die Wähler das Recht hätten, durch ihre Stimmabgabe „die Zusammensetzung des Parlaments zu bestimmen und damit die parlamentarische Willensbildung zu beeinflussen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Demokratie der Reichen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Später griff die DGB-Führung immer wieder zu Adenauers Argument, wenn aus der organisierten Arbeiterklasse der Ruf nach politischen Streiks und Generalstreiks ertönte. So etwa in der Massenbewegung 1986 gegen den „Aussperrungsparagraphen“ oder 1996 gegen die Sparpolitik Helmut Kohls (CDU), der die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von 100% auf 80% kürzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die deutschen Gewerkschaften werden keinen Generalstreik gegen eine gewählte Regierung führen. Über Regierungen entscheidet in einer Demokratie das Volk am Wahltag. Und da gehört die Entscheidung hin“, sagte 1996 der DGB-Vorsitzende Dieter Schulte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Argumente, die die herrschende Klasse, ihre Regierungen und Gerichte ins Feld führen und an welche sich die Führungen des DGB, der SPD und Linkspartei klammern, richten sich darauf, die Herrschaft der Kapitalistenklasse zu sichern. Dabei beweist die Politik aller Regierungen, was Marx über Parlamentswahlen sagt. Die Arbeiterklasse darf alle paar Jahre wählen, „welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament ver- und zertreten soll“. Sie hat das Programm der Herrschenden zu akzeptieren und soll nicht versuchen, ihre Interessen mit eigenen Mitteln durchzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Kapitalismus heißt Krieg und Krise</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während allein die DAX Konzerne Jahr um Jahr Rekordprofite einfahren (2025: 111 Mrd. Euro) und Rekordausschüttungen an ihre Aktionäre vornehmen (2025: 55,3 Mrd.) führt die Kapitalistenklasse in Deutschland seit Jahren einen Investitionsstreik durch und hat seit 2019 fast 500.000 Arbeitsplätze in der Industrie zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig verlangen die Kapitalisten massive „Strukturreformen“ (Sparpolitik) gegen die Arbeiterklasse. Die Merz-Regierung möchte z.B. die gesetzliche Krankenversicherung eindampfen: Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner; keine Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag; Absenkung des Krankengelds von 70% auf 65%; höhere Zuzahlungen für Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen usw.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herrschende sagen, solche Sparmaßnahmen sowie Deregulierungen der Arbeitsverhältnisse seien notwendig, damit sie wieder investieren und der Lebensstandard steigen könne. Aber die Wahrheit ist, dass die Investitionen seit Jahrzehnten fallen und auch vorausgegangene Sparpolitik, wie die Agenda 2010, hat das nie geändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geld, das der Staat für Aufrüstung und Subventionen an die Unternehmen ausschüttet, landet auf den Konten und im Spekulationskasino der Börsen und Bitcoins. Nur die Umverteilung von unten nach oben spitzt sich unaufhörlich zu und mit ihr die Schere zwischen Arm und Reich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kapitalismus kann es keine Zukunft geben, denn er steckt in der tiefsten Krise aller Zeiten. Lenin erklärte in seinem Meisterwerk „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, dass dieser nur den Drang zu Herrschaft und Unterdrückung kennt. Erneut teilen die Monopole und imperialistischen Staaten die Welt brutal untereinander auf und bringen damit überall nur Tod, Verwüstung und Krisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Politik umzusetzen, greifen die Regierungen und Kapitalisten im eigenen Land zur Spaltung der Arbeiterklasse und der Jugend. Deshalb setzen Merz &amp; Co. auf Rassismus und Wehrpflicht. Sie wollen, dass wir mit unserer Zukunft für die Krisen des Kapitalismus und ihre imperialistischen Raubzüge zahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Für sozialistische Revolution</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diese allgemeine Offensive der Kapitalisten und ihres Staates braucht es eine ebenso allgemeine politische Antwort der Arbeiterklasse und Jugend. Ansatzpunkte gab es dafür bereits viele: 2024 streikten 100.000 Arbeiter bei VW; jährliche Tarifkämpfe; die Palästina-Bewegung und jetzt die Bewegung gegen die Wehrpflicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiterklasse kann ihre Macht entfesseln und die herrschende Klasse in die Schranken weisen. Ihr größtes Hindernis hierfür ist die reformistische Politik ihrer Organisationen. DGB, SPD und Linkspartei dienen sich dem bürgerlichen Staat an und tanzen zu den Bedingungen des Kapitalismus. Sie verordnen der Arbeiterklasse den Klassenkompromiss, auch „Sozialpartnerschaft“ genannt, und sorgen stets für schwere Niederlagen im Klassenkampf. Mit ihrer Unterordnung unter das „Verbot“ von politischen Streiks schwächen sie die Arbeiterklasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Gesetze aber Anwendung finden, hängt vom realen Kräfteverhältnis der Klassen im Kampf ab. Wenn die Arbeiterklasse sich einmal in Bewegung setzt und Millionen ihre Betriebe bestreiken, auf den Straßen demonstrieren und sich in Massenversammlungen auf ihre Interessen und ein Kampfprogramm einigen, dann kann die herrschende Klasse und ihr Staat so einer Bewegung nichts entgegensetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewegung braucht eine revolutionäre Politik. Für eine Zukunft kämpfen kann heute nur eins bedeuten: Für die Überwindung des Kapitalismus kämpfen. Solange die Banken und Konzerne in der Hand einer parasitären Minderheit bleiben, ist es unmöglich, aus dem kapitalistischen Teufelskreis auszubrechen. Privateigentum und Staat sind heute die entscheidenden Barrieren, die jeder fortschrittlichen Entwicklung der Menschheit im Weg stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiterklasse muss die Banken und Konzerne enteignen und an Stelle des bürgerlichen Parlaments eine sozialistische Demokratie errichten, in welcher die Arbeiterklasse und Jugend über alle Fragen der Gesellschaft entscheidet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Interessen der Arbeiterklasse und Jugend durchzusetzen, braucht es eine politische Streikbewegung, die Privateigentum und bürgerlichen Staat in Frage stellt. Die Bewegung gegen die Wehrpflicht kann hierfür den Anstoß liefern, indem sie in jeder Schule, Uni und jedem Betrieb über diese Perspektive diskutiert und aufklärt. Nur so kann der Schulterschluss zwischen Arbeiterklasse und Jugend vorbereitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft gehört der sozialistischen Revolution. Die Revolutionäre Kommunistische Internationale kämpft in Deutschland und weltweit für ihren Erfolg. Schließ dich diesem Kampf an. Nein zur Wehrpflicht! Bildung statt Bomben! Sozialismus statt Krieg!</p>



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		<title>Der Erste Golfkrieg – Wie die Islamische Republik geschmiedet wurde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Esaias Yavari]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 10:10:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Global]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 22. September 1980 sah Saddam Hussein eine Gelegenheit und marschierte in den Iran ein. Das iranische Militär hatte sich nach der Revolution von 1979 weitgehend aufgelöst und die noch [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 22. September 1980 sah Saddam Hussein eine Gelegenheit und marschierte in den Iran ein. Das iranische Militär hatte sich nach der Revolution von 1979 weitgehend aufgelöst und die noch nicht einmal ein Jahr alte Islamische Republik war weit davon entfernt, ihre Macht gefestigt zu haben. Die Islamisten standen vor der schweren Aufgabe, den iranischen bürgerlichen Staat wiederaufzubauen, während die Macht de facto weiterhin auf der Straße lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war das Eingreifen der Arbeiter im Zuge des Generalstreiks im Herbst 1978, das die Proteste der Basarhändler und der Studenten in eine echte Revolution verwandelte. Die Arbeiter bildeten <em>Schuras</em> (Räte bzw. Sowjets) in ihren Stadtvierteln und Fabriken, forderten höhere Löhne und übernahmen in einigen Fällen ihre Betriebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das völlige Versagen der Kommunisten, angesichts der zunehmenden Repressionen eine klare Alternative aufzuzeigen, ermöglichte es den Islamisten unter der Führung von Ajatollah Chomeini, die Revolution an sich zu reißen. Zwar waren an der Revolution selbst Kommunisten beteiligt, darunter die stalinistische Tudeh-Partei, kommunistische Guerillagruppen wie die Volksfedajin, die „islamisch-marxistischen“ Volksmudschahedin (MEK) und säkulare Nationalisten wie die Nationale Front, doch taten die Islamisten alles, um die Kommunisten und die Linke zu isolieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chomeini nutzte den Klerus, um viele der örtlichen Schuras zu kapern und in „Islamische Revolutionskomitees“ rund um die lokalen Moscheen zu verwandeln. Diese bildeten später die Grundlage für die islamistischen paramilitärischen Organisationen. Chomeini hatte zu diesem Zeitpunkt die Unterstützung der westlichen Imperialisten, die ihn gegenüber den Kommunisten bevorzugten. Die USA verhandelten sogar, dass die Überreste der Schah-Armee sich vor dem Sieg der Revolution neutral verhielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es den Islamisten zunächst gelang, die Revolution an sich zu reißen, ließ die Energie der Massen nicht sofort nach. Am 8. März 1979 – dem Internationalen Frauentag und nur einen Monat nach Chomeinis Machtübernahme – brachen Straßenkämpfe aus, als verkündet wurde, dass das Tragen des Hijab in öffentlichen Gebäuden verpflichtend sein würde. Das verwandelte sich in vier Tage Massenproteste, an denen die Kommunisten der Volksfedajin, die MEK und die Tudeh-Partei beteiligt waren. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den islamistischen Schlägern, doch die Konterrevolution war noch zu schwach, und Chomeini war gezwungen, den Erlass zurückzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unmittelbar nach der Machtübernahme forderte Chomeini die Arbeiter auf, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, und drohte ihnen mit Konsequenzen, sollten sie sich weigern. Im Juni 1980 verurteilte er die Arbeiterkontrolle als Sabotage durch „Feinde der Revolution“ und bezeichnete die Streikenden als „Feinde des Volkes und Gottes“. Dennoch blieb die Stimmung unter den Arbeitern kämpferisch, und in vielen Betrieben wurden die neuen Manager, die von der entstehenden Islamischen Republik eingesetzt worden waren, vertrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kurden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Chomeinis schiitischer Islamismus fand bei den überwiegend sunnitischen ethnischen Minderheiten im Iran, wie den Kurden, Turkmenen, Belutschen und Arabern, wenig Anklang; dort dominierten linksnationalistische und kommunistische Organisationen. Dazu gehörten kurdische Organisationen wie die Demokratische Partei des Iranischen Kurdistan (PDKI) und die Gesellschaft der Revolutionären Arbeiter des Iranischen Kurdistan (Komala).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Revolution entwaffneten und vertrieben sie verschiedene islamistische paramilitärische Gruppen und die Armee aus ihren Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chomeini hatte am 19. August 1979 den Dschihad gegen die Kurden ausgerufen und sie als „Separatisten“, „Ungläubige“ und „Feinde des Islam“ bezeichnet. Die Islamisten besetzten rasch viele kurdische Städte, stießen jedoch auf enormen Widerstand. In den Städten Paveh, Sanandadsch und Mahabad griffen unbewaffnete Zivilisten die Besatzer an, woraufhin die Islamisten Massaker verübten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 1983 herrschte in den kurdischen Regionen faktische Autonomie, und Parteien wie die PDKI und Komala behielten die Kontrolle über weite Teile des ländlichen Raums und der Verkehrswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Einmarsch im Iran</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 1979 im Irak an die Macht gekommene baathistische Regime unter Saddam Hussein hatte schnell den Charakter eines sektiererischen sunnitischen Regimes angenommen. Nachdem er dem Iran am 22. September 1980 den Krieg erklärt hatte, stellte Saddam den Konflikt als Fortsetzung des arabisch-persischen Krieges von 633 dar und bezog sich dabei auf die islamische Eroberung des Iran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich erwies sich dieser Krieg als Geschenk des Himmels für die Islamisten und Chomeini, denn er verschaffte ihnen einen perfekten Gegner. Der schiitische Islam ist in der iranischen Gesellschaft tief verwurzelt, insbesondere unter den persischsprachigen Iranern und den iranischen Aserbaidschanern. So stießen Saddams Truppen auf heftigen Widerstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sie hartnäckig gegen die irakischen Streitkräfte kämpften, wurden allein in den ersten drei Monaten des Krieges über 1,5 Millionen Iraner innerhalb des Landes vertrieben und 18.000 getötet, während die irakischen Streitkräfte 80 Kilometer tief in iranisches Gebiet vordrangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die iranische Armee lag in Trümmern, und die Islamische Republik hatte ihre Stärke nur auf 150.000 Soldaten wiederhergestellt, weniger als die Hälfte ihrer Größe vor der Revolution. Qualitativ war die Lage sogar noch schlimmer, da nach der Revolution von 1979 12.000 Offiziere und 85 hochrangige Führungskräfte aus der iranischen Armee entfernt worden waren. Der Großteil der Ausrüstung befand sich in einem völlig maroden Zustand; nur die Hälfte der Luftwaffe und der Panzer sowie ein Drittel der Hubschrauberflotte waren einsatzfähig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chomeini hatte auch berechtigte Zweifel an der Loyalität der Armee. In ihr befanden sich noch viele Anhänger der Monarchie, und ein Teil von ihr hatte im Juli 1980 einen gescheiterten Putschversuch unternommen. Das iranische Militär hatte zudem eine lange Geschichte der Unterwanderung durch Kommunisten und Sympathien für Guerilla-Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste gewählte Präsident der Islamischen Republik, Abolhassan Banisadr, ein islamischer Liberaler und ehemaliges Mitglied der Nationalen Front, setzte sich für den Wiederaufbau der Armee ein. Chomeini bevorzugte hingegen die islamistischen Paramilitärs, deren Oberbefehlshaber er selbst war, und formierte sie zur Islamischen Revolutionsgarde um, die auch die Führung über die Basidsch-Miliz übernahm. So entstand das Parallelheer der Islamischen Republik, wobei die Revolutionsgarde stets besser bewaffnet war als die säkulare Armee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Revolutionsgarde und die Basdisch-Miliz rekrutierten ihre Mitglieder unter den Armen in den Städten und sogar im Lumpenproletariat im Umfeld der Basare – Schichten, die dem Klerus seit jeher nahestanden. Sie bildeten – zusammen mit den Basarhändlern und der persischsprachigen und aserbaidschanischen Landbevölkerung – die soziale Basis des entstehenden Regimes. Die Revolutionsgarden wuchsen rasch von 10.000 Mann im Jahr 1980 auf 450.000 im Jahr 1987 an. Auch die paramilitärische Basidsch-Miliz wuchs schnell und verfügte 1983 über 450.000 Soldaten an der Front, während weitere zwei Millionen im Umgang mit der Waffe ausgebildet waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Irak, der bereits im Kalten Krieg von der Sowjetunion als Stellvertreter bewaffnet worden war, fand auch Verbündete unter den westlichen Imperialisten. Der US-Imperialismus hat sich nie wirklich auf Saddams Seite gestellt. Saddam war ihre einzige Möglichkeit, die Folgen der iranischen Revolution unter Kontrolle zu halten, zumal die iranischen Monarchisten trotz der Unterstützung durch die USA keine ernstzunehmende Alternative darstellten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielmehr wollte er beide Seiten schwächen, um dann über die Trümmer zu herrschen. Zusammen mit der Unterstützung durch andere westliche Verbündete, darunter auch pro-westliche arabische Regime, erhielt der Irak Waffen im Wert von über 63 Milliarden US-Dollar und Kredite in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die islamische Konterrevolution in vollem Gange</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am iranischen Neujahrsfest Nowruz im Jahr 1980 rief Chomeini die „Islamische Kulturrevolution“ aus. Die Universitäten blieben bis 1983 geschlossen, islamistische Schlägergruppen lösten linke Studentengruppen auf und das überwiegend linksgerichtete Hochschulpersonal wurde entlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hijab wurde nach und nach zur Pflicht gemacht. Im August 1980 wurde damit begonnen, die <em>Schuras</em> in den Fabriken zu säubern und sie in Islamische Arbeitsräte umzuwandeln, um die Wiederherstellung der kapitalistischen Ordnung zu erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Juni 1981 wurde Präsident Abolhassan Banisadr vom Madschles (Parlament) seines Amtes enthoben und von Chomeini abgesetzt. Banisadr war ein Jahr zuvor mit großer Mehrheit gewählt worden und hatte versucht, seine Macht durch die Unterstützung der <em>Schuras</em> und kurdischer Gruppen zu festigen. Es kam zu Auseinandersetzungen über das Wesen der Islamischen Republik und Banisadr wurde von den Islamisten für die militärischen Niederlagen gegen den Irak verantwortlich gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Juni, noch vor seiner Amtsenthebung, rief Banisadr zu Protesten auf. Diese Aufrufe fanden bei der MEK ein Echo und zogen 500.000 Menschen in Teheran an. Chomeini hatte mit der Basidsch und den Revolutionsgarden einen gewaltigen Unterdrückungsapparat aufgebaut und schlug die Proteste gewaltsam nieder. Es begann eine Terrorherrschaft, in deren Verlauf zwischen Juni 1981 und März 1982 Zehntausende festgenommen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den kurdischen Gebieten wurden die Städte im Laufe einer brutalen Offensive von der Regierung zurückerobert, doch der Widerstand hielt in Form von Guerillakämpfen an. Im Jahr 1983 nahmen kurdische Parteien, getrieben von ihrer Verzweiflung, sogar Hilfe von Saddam an. Obwohl diese kurdischen Gruppen die irakische Invasion verurteilten, bot der Krieg Chomeini die Möglichkeit, die kurdische Bewegung als Separatisten, ausländische Söldner und Feinde des Islam darzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Rolle der Tudeh-Partei</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tudeh-Partei war die älteste kommunistische Partei im Iran und konnte vor dem Putsch von 1953 Millionen Menschen mobilisieren. Nach der Revolution befand sie sich jedoch noch im Wiederaufbau ihrer Kräfte und zählte 1980 5.000 Mitglieder und 100.000 Sympathisanten. Leider war die Tudeh-Partei fest in der stalinistischen Tradition verankert, die die Aufgaben der iranischen Revolution darin sah, die „antiimperialistischen Errungenschaften zu festigen“, und Chomeini und die Islamisten als „Führer einer antiimperialistischen Kraft“ und vermeintliche Vertreter einer „fortschrittlichen“ nationalen Bourgeoisie betrachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führte zu einer absurden Haltung gegenüber den <em>Schuras</em>. Die <em>Schuras</em> stellten den Keim der Arbeitermacht dar, ähnlich wie die Sowjets in Russland im Jahr 1917, und hätten sich zu einer echten Alternative zum kapitalistischen Staat entwickeln können. Stattdessen forderte die Tudeh-Partei, dass sie lediglich gewerkschaftliche Organisationen neben dem kapitalistischen Staat sein sollten, und unterstützte später die Übernahme der <em>Schuras</em> durch die Islamisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die logische Konsequenz aus der Haltung der Tudeh-Partei gegenüber der Revolution war ihre Unterstützung der Repression des Regimes im Jahr 1981. Die Tudeh-Partei isolierte sich vom Rest der Linken und wurde von vielen als Verräter angesehen. Und trotz ihrer Unterstützung für das Regime litten sie selbst unter der Unterdrückung durch die Islamisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partei wurde im Mai 1983 offiziell aufgelöst und verboten. Daraufhin begann eine Jagd auf die verbleibenden Mitglieder, die zur Verhaftung von Tausenden führte. Letztendlich wurden mehr als 150 Personen hingerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte die Tudeh-Partei nicht bereits alle Brücken zu den Massen abgebrochen, wäre sie heute in einer ganz anderen Lage. Der richtige Ansatz wäre gewesen, den Iran auf der Grundlage der Mobilisierung der Massen selbst gegen Saddam Hussein und seine imperialistischen Verbündeten zu verteidigen und gleichzeitig jeden Versuch der Islamisten, ihre Macht zu festigen, zu bekämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu hätte es gehört, an den <em>Schuras</em> teilzunehmen, eigene Milizen mithilfe ihrer militärischen Organisation aufzubauen, demokratische und ökonomische Forderungen aufzustellen und dabei die Notwendigkeit zu erklären, dass die Massen selbst die Macht übernehmen müssen, um die Revolution zu vollenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Tudeh-Partei bereits jede Chance verspielt, die sich ihr seit Ausbruch der Revolution geboten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schrecken ohne Ende</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne einen klaren revolutionären Weg nach vorn wurde die Lage im Iran für die Massen zu einem Albtraum. Saddam, frustriert vom iranischen Widerstand, griff zu chemischen Waffen wie Senfgas, Sarin und Tabun. Die Folge waren insgesamt 25.000 Tote und 100.000 Verletzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den westlichen Imperialisten war Saddams Einsatz von Chemiewaffen vollkommen bewusst, was durch freigegebene Dokumente und Interviews hinreichend belegt ist. Tatsächlich hatte der westliche Imperialismus dem Irak überhaupt erst dabei geholfen, diese Waffen zu beschaffen, da britische und westdeutsche Unternehmen beim Bau der für ihre Herstellung benötigten chemischen Anlagen mitwirkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Kombination aus schierer Überzahl und extremen Opfern gelang es den iranischen Massen, Saddams Vormarsch bis zum Dezember 1980 aufzuhalten, woraufhin sie begannen, ihn langsam aus dem Iran zurückzudrängen. Die Islamische Republik Iran mobilisierte Millionen von Menschen und griff sogar darauf zurück, Teenager für Angriffswellen und die Räumung von Minen zu rekrutieren, wobei man ihnen Belohnungen im Paradies versprach. Zehntausende Kindersoldaten kamen während des Krieges ums Leben und insgesamt fielen 200.000 bis 600.000 Soldaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis Mitte 1982 waren die irakischen Streitkräfte aus dem Iran vertrieben worden, und im Juli 1982 startete der Iran seine Offensive gegen den Irak. In seiner Verzweiflung leitete Saddam die als „Städtekrieg“ bekannte Bombenoffensive ein, bei der alle größeren Städte im Iran bombardiert und 16.000 Zivilisten getötet wurden. Der Iran, mit seiner aufgrund der westlichen Sanktionen beschränkten Luftwaffe, wandte sich in der Folge der Entwicklung eigener Raketen und Drohnen zu. Heute verlangt der Westen, der genau für dieses Massaker an iranischen Zivilisten verantwortlich war, dass der Iran sein Programm für ballistische Raketen aufgibt und sich selbst wehrlos macht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chomeini forderte sogar den Sturz Saddams, um die „Revolution“ in den Irak und seine pro-westlichen Verbündeten in der Region zu „exportieren“. Sie knüpften Verbindungen zu antiimperialistischen Kräften und anderen Verbündeten wie der Hisbollah im Libanon, der Dawa-Partei im Irak etc. und unterstützten diese. Für den Iran waren dies Fronten im Kampf gegen den wahren Feind hinter Saddam Hussein: den westlichen Imperialismus und insbesondere Amerika. Auch hier fordert der US-Imperialismus, dass die Iraner die Unterstützung von „Stellvertretern“ in der Region einstellen, doch es war genau die vom US-Imperialismus unterstützte Aggression, die die Iraner dazu veranlasste, diese Stellvertreter aufzubauen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erwartete Ausweitung der Islamischen Revolution blieb jedoch aus. Die Schiiten im Irak wurden von Saddam gewaltsam niedergeschlagen und Mitglieder des schiitischen Klerus und persischsprachige Iraker wurden vertrieben oder in den Iran deportiert. Nachdem Saddams Truppen 1982 aus dem Iran verjagt worden waren, sandte er wiederholt Forderungen nach einem Waffenstillstand und bis August 1988 war selbst Chomeini klar geworden, dass der Krieg in einer Pattsituation feststeckte. Gegen Ende des Krieges waren die Massen sowohl vom Krieg als auch von der Unterdrückung erschöpft, die auf die Niederlagen im Klassenkampf folgte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war der Krieg, der letztendlich die Konterrevolution im Iran festigte. Unmittelbar nach dem Krieg waren die Gefängnisse des iranischen Regimes voll mit politischen Gefangenen, denen die Kollaboration mit Saddam, die Abtrünnigkeit vom Islam oder ein Krieg gegen Gott vorgeworfen wurde. Schätzungen zufolge wurden bis zu 30.000 Menschen hingerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Imperialisten: Hände weg vom Iran!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem hat das iranische Regime seine gesamte Legitimität mit der Unabhängigkeit vom westlichen Imperialismus und der Vermeidung der Schrecken eines weiteren Krieges verknüpft. Seine Außenpolitik ist auf dieses Ziel ausgerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig hat das Regime wiederholt seine Bereitschaft signalisiert, sich mit dem westlichen Imperialismus zu verständigen, und fordert, als legitime Macht im Nahen Osten anerkannt zu werden. Der amerikanische Imperialismus in seiner Arroganz kann den Iran jedoch nicht als legitime Macht akzeptieren und hasst die Islamische Republik, weil diese sich weigert, sich ihm zu unterwerfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Haltung ist jedoch völlig heuchlerisch. Es war der westliche Imperialismus, der zur Entstehung und Festigung der Islamischen Republik beigetragen hat – zunächst durch direkte Unterstützung für Chomeini, dann indirekt durch den Irak-Iran-Krieg und die seither anhaltende Feindseligkeit, die das konterrevolutionäre islamistische Regime keineswegs geschwächt, sondern politisch nur gestärkt hat, indem sie dessen antiimperialistischen Ruf untermauerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jegliches Gerede der westlichen Scharlatane über „Menschenrechte“ in der Islamischen Republik, insbesondere in den 1980er Jahren, ist völliger Unsinn. Die Schrecken der Islamischen Republik stehen denen des vom Westen unterstützten Pahlavi-Regimes in nichts nach. Der westliche Imperialismus ist die reaktionärste Kraft der Welt. Das zeigt sich allein schon an seinen verbrecherischen Handlungen im Ersten Golfkrieg und an den unzähligen Verbrechen, die er im letzten Jahrhundert der iranischen Geschichte begangen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Hände weg vom Iran! Klassenkampf gegen Imperialismus!</title>
		<link>https://derkommunist.de/haende-weg-vom-iran-klassenkampf-gegen-imperialismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Emanuel Tomaselli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 10:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Global]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon wieder wurde die US-amerikanische Streitmacht in Bewegung gesetzt. Donald Trump befahl den achten Kriegseinsatz seiner zweiten Amtszeit – diesmal gegen den Iran. Gleich zur Eröffnung wurde eine vollbesetzte Volksschule [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Schon wieder wurde die US-amerikanische Streitmacht in Bewegung gesetzt. Donald Trump befahl den achten Kriegseinsatz seiner zweiten Amtszeit – diesmal gegen den Iran. Gleich zur Eröffnung wurde eine vollbesetzte Volksschule zerbombt, es folgten Atomanlagen und Kulturdenkmäler. Gleichzeitig jagen ICE-Agenten in den USA Migranten wie gemeine Kriminelle und Kuba wird ökonomisch stranguliert. First Lady Melania, ein Geschöpf der Epstein-Insel, darf derweil den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat führen. Die herrschende Klasse der Epoche der allgemeinen kapitalistischen Fäulnis – so charakterisiert Lenin den Imperialismus – ist kaputter, brutaler und zynischer als die römischen Kaiser in der Endzeit des antiken Sklaverei-Imperiums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Guten Glaubens verhandelte Irans Regime mit den USA bis zuletzt über ein neues Abkommen zur zivilen Nutzung der Atomkraft – das Vorläuferabkommen wurde von den USA 2018 aufgekündigt. Der von Sanktionen zerrüttete Iran wollte dieses Abkommen. Seine Verhandler erkannten gegenüber Reuters gar „gemeinsame Interessen an Öl- und Gasfeldern, Gemeinschaftsprojekten, Investitionen im Bergbau und sogar Flugzeugkäufen“. Nicht bereit war der Iran allerdings, über eine einseitige Abrüstung seiner Raketenstreitmacht und die Demobilisierung befreundeter Milizen zu verhandeln. Diese sind die Überlebensgarantie des Regimes und eines souveränen Irans an sich. Wer will daran zweifeln? Das Land wurde zuletzt vor 8 Monaten bombardiert und Israels Verteidigungsminister Katz verkündet auch jetzt, jedes nachfolgende Staatsoberhaupt des Iran nach Belieben zu töten – dies ist der neue Verhandlungsstil der westlichen Diplomatie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die US-Führung verlautbart nun täglich neue und widersprüchliche Argumentationen über Anlass, Ziel, Dauer und Mitteleinsatz des neuen Krieges. Die Military Religious Freedom Foundation berichtet von Beschwerden von über 100 US-Soldaten, dass ihre Offiziere sie auf einen biblisch sanktionierten Krieg eingeschworen hätten. Der Angriff auf den Iran sei das unbestreitbare Zeichen für das schnelle Herannahen der christlichen „Endzeit“. Kriegsminister Hegseth macht den Vorbeter: „Wir sind keine Verteidiger mehr. Wir sind Krieger, ausgebildet, den Feind zu töten und seinen Willen zu brechen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Irans Regime wehrt sich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Uns blieb keine andere Wahl, als die Situation zu eskalieren und ein großes Feuer zu entfachen, damit es jeder sehen würde. Als unsere roten Linien unter Verstoß gegen alle internationalen Gesetze überschritten wurden, konnten wir uns nicht länger an die Spielregeln halten.“ Mit diesen Worten eines iranischen Insiders beschreibt die Financial Times die militärische Defensivtaktik des Regimes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Strategie verfolgt der Iran bisher mit Erfolg. Trotz der Luftüberlegenheit der USA gelingt es ihm, täglich mehrere Gegenangriffe zu lancieren. Diese sind darauf ausgerichtet, größtmögliche Verwerfungen in der Weltwirtschaft hervorzurufen. Angriffe auf Erdölanlagen, die Flughafen-Hubs und Hotels der Golfstaaten sollen jenen politischen Druck ausüben, den man selbst mit erfolgreichen Angriffen auf US-Basen, Konsulate und Israel allein nicht erzielen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Iran sperrt nun auch die Meerenge von Hormus, durch die 20% des weltweiten Erdöls und Flüssiggas gehen. Das zweitgrößte Ölfeld der Welt, Rumaila im Irak, muss seine Produktion einstellen, die größte Raffinerie Saudi-Arabiens wurde stillgelegt, Katars LNG-Anlagen sind heruntergefahren etc. Die Energiepreise explodieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erneuter Anstieg der Inflation und die Vertiefung der Industriekrise in Europa sind die Folge. Die „Unabhängigkeit von russischem Gas“ erweist sich als alleinige Abhängigkeit von den USA. Zaghafte Versuche, nun doch wieder Energie aus Russland zu bekommen, werden jetzt gestartet. Von der Leyen versucht dieser Tage in der Ukraine gar, die Wiederinbetriebnahme der Druschba-Pipeline zu erwirken, gleichzeitig werden russische Gastanker im Mittelmeer versenkt – wie peinlich und kopflos sind die Bourgeoisien Europas!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Ausweitung des Krieges ist kaum mehr zu stoppen. Israel hat seinen Krieg im Libanon, der nie aufgehört hat, mit einer Bodeninvasion intensiviert – 100.000 Reservisten werden eingezogen. Die Hisbollah-Miliz kämpft hier um ihr Überleben. Im Irak kämpfen unterschiedliche Milizen auf verschiedenen Seiten. Der Krieg zwischen Pakistan und Afghanistan ist im Lichte der Iran-Ereignisse zu verstehen, wie auch das internationale militärische Gerangel um Somalia und den Jemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Imperialismus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strategie der USA ist es, ihren wirtschaftlichen Abstieg durch den Einsatz jeder Form von Gewalt zu bremsen. Der Weltmarkt wurde durch ihre Zollpolitik zerrissen, die US-Einfuhrzölle wurden fast versiebenfacht, auf ein 100-jähriges Rekordniveau. Der Hauptkonkurrent China kann jedoch so nicht mehr in die Schranken gewiesen werden, die USA musste in diesem Zollpoker zurückstecken. Sie gingen daher dazu über, ihre massive militärische Überlegenheit in die Waagschale zu werfen. Mittels Drohung und ihrer Flotte versuchten sie sich von Freund und Feind neue Reichtümer in ihr Imperium einzuverleiben. Egal ob Kanadas Ölfelder, Panamas Kanal, Grönlands seltene Erden und strategische Lage, die Reichtümer Venezuelas und nun, so ist der Plan, jene des Iran. Der Iran ist militärisch und politisch die einzige selbstständige Macht im Nahen Osten und kooperiert mit den Konkurrenz-Imperialisten Russlands und Chinas. Dies ist Grund für die USA, ihn niederringen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch jetzt bekommt die USA auch die Grenzen militärischer Macht zu spüren. Das Venezuela-Modell, zu dem Trump nicht müde wird sich selbst zu beglückwünschen, ist nicht auf den Iran übertragbar. Unmittelbar stärkt der Krieg das Regime, das gestürzt werden soll. Das iranische Regime zeigt täglich die internationalen Demonstrationen der Schah-Anhänger, die die Bomben auf „ihr“ Land abfeiern. Dies diskreditiert die pro-imperialistische Opposition in den Augen der Massen, die den Krieg ganz und gar ablehnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Golfstaaten beklagen schon mangelnde Reserven von Luftabwehrraketen, um ihre Oasen für parasitäre Steuerflüchtlinge zu beschützen. Die Lagerbestände für Luftabwehr sind im Westen generell niedrig. Trump verkündet Hormus militärisch zu öffnen – doch niemand weiß wie! In Washington macht sich große Nervosität breit. Täglich wird eine vom Iran stets dementierte Verhandlungsbereitschaft herbeigeredet. Die europäischen Vasallen stellen sich derweil in Dienst dieses neuen, fehlkalkulierten Verbrechens und werden teuer zahlen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reformisten eilen den eigenen Herrschenden dabei zur Hilfe. Der Vorsitzende der deutschen Linkspartei, Jan van Aken, sprach seine Genugtuung über die Ermordung Khameneis durch US-Bomben laut aus. Zeitgemäß religiös: „Mögen sie in der Hölle schmoren.“ Damit erweisen sich die Reformisten wieder als Stiefelknechte des Imperialismus. DIE LINKE ermöglichte schon 100 Mrd. € Aufrüstung Deutschlands im Bundestag, so wie die SPÖ in Österreich. Die Geschichte lehrt und die Zukunft wird es zeigen: Die iranischen Massen werden sich selbst befreien, Hand in Hand mit den Ausgebeuteten und Unterdrückten der Welt – nicht als Sklaven der Kreuzzügler! Wer das nicht verstehen will, ist auch ganz unfähig, die Arbeiter und Jugendlichen vor den eigenen Kapitalisten zu schützen, geschweige denn zu befreien!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kapitalistische Welt ist ein Kartenhaus und kein einziges Regime in der ganzen Region ist stabil, v.a. die prowestlichen nicht. Im zionistischen Staat Israel regiert ein ultrareaktionäres Kriegsregime, das die Gesellschaft tief spaltet. Unter der Decke des obszönen Reichtums der Scheichs schlummert in allen Golf-Diktaturen ein tiefer Hass gegen die eigenen dekadenten Herrschenden. Massenbewegungen sind nur eine Frage der Zeit, die Erinnerungen an den arabischen Frühling sind noch frisch. Auch die Arbeiterklasse in den USA unterstützt die Ambitionen ihrer Herrschenden nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Imperialisten wollen den Iran niederringen und geben sich wild entschlossen, dies mit allen Mitteln durchzusetzen. Sie diskutieren offen Pläne, die vielen unterdrückten Nationen der Region wie die Kurden oder die Belutschen zu Bodentruppen des Imperialismus zu machen, etwa um den Iran aufzuspalten und so zu kontrollieren. „Was wir nicht kontrollieren können, stürzen wir in den Abgrund“, lautet die Kalkulation unserer Herren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung der USA, diesen Krieg zu starten, ist ein Brandbeschleuniger aller internationalen Widersprüche des Weltkapitalismus. Spaniens Premierminister Sánchez spricht von einer „strategischen Fehlentscheidung Trumps“. Der Grund dafür ist, dass der Krieg auch die politische, soziale und wirtschaftliche Grundlage der Regime im Westen weiter untergräbt. Statt die Vormachtstellung der USA abzusichern, droht er ihren Niedergang zu beschleunigen. Dies eröffnet die Perspektive auf eine neue Welle an Revolutionen. Dabei geht es nicht um politische Änderungen, sondern um die soziale Revolution, die Enteignung der Banken und Konzerne. Der Sturz des Kapitalismus ist die Voraussetzung für das Ende von Ausbeutung, Unterdrückung und Kriegen. Schließ dich den Kommunisten an!</p>
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		<title>Wehrpflicht: Die Reichen wollen Krieg? Stürzen wir sie!</title>
		<link>https://derkommunist.de/wehrpflicht-die-reichen-wollen-krieg-stuerzen-wir-sie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Franz Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 15:14:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bundesregierung will die Wehrpflicht wieder einführen. Das ist Teil der allgemeinen Aufrüstung und des zunehmenden Militarismus. In Wahrheit geht es dabei nicht um Landesverteidigung. Auch wenn Russland militärisch gestärkt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will die Wehrpflicht wieder einführen. Das ist Teil der allgemeinen Aufrüstung und des zunehmenden Militarismus. In Wahrheit geht es dabei nicht um Landesverteidigung. Auch wenn Russland militärisch gestärkt aus dem Ukrainekrieg hervorgeht, hat es weder die militärische Stärke noch das Interesse Europa zu erobern. Die Herrschenden schüren aber diese unrealistische Angst, um der Bevölkerung Aufrüstung und Wehrpflicht aufzuzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Wehrpflicht für die Reichen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wahrheit sollen nicht deutsches Staatsgebiet und deutsche Bürger verteidigt werden, sondern die imperialistischen Interessen Deutschlands in anderen Ländern!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kalten Krieg übernahmen die USA Sicherheitsgarantien für Deutschland und andere europäische Länder. Mit US-Rückendeckung konnte der deutsche Imperialismus jahrzehntelang größeren Einfluss in der Welt haben als auf sich allein gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders Osteuropa wird vom deutschen Imperialismus wirtschaftlich ausgebeutet: Deutsche Unternehmen bauen u.a. in Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei Fabriken, die Teile für die deutsche Autoindustrie herstellen. Dabei profitieren sie von niedrigeren Löhnen. Außerdem will Deutschland Rohstoffvorkommen, etwa Lithium, in Serbien ausbeuten. Dieses imperialistische Verhältnis ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und enorm profitabel für die deutschen Kapitalisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch seit einigen Jahren zieht sich der US-Imperialismus militärisch aus Europa zurück, um seine ganze Kraft auf den Kampf gegen den chinesischen Imperialismus zu konzentrieren. Damit würde Deutschland an militärischem und politischem Gewicht verlieren. Gleichzeitig machen andere imperialistische Mächte Deutschland seine Beute in Osteuropa streitig: Russland geht gestärkt aus dem Ukrainekrieg hervor und erhöht seinen Einfluss in der Region. Und auch China gewinnt an Gewicht: Chinesische Investitionen und Warenexporte nach Osteuropa stiegen in den letzten 15 Jahren rasant an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um seinen Einfluss über Osteuropa und andere Regionen nicht zu verlieren, rüstet Deutschland nun massiv auf. Die Aufrüstung soll die USA davon abhalten, sich vollständig aus Europa zurückzuziehen. Außerdem soll Deutschland mit der „stärksten konventionellen Armee Europas“ (Merz) seine Vormachtstellung in Europa selbst durchsetzen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiele sind die Stationierung der 5.000 Mann starken deutschen Panzerbrigade in Litauen und der laufende Bundeswehreinsatz im Kosovo. Aber auch die zweitägige Grönlandexpedition von 13 Bundeswehrsoldaten war ein Versuch, die Stellung des deutschen und europäischen Imperialismus in der Welt zu behaupten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dieser Versuch ist letztlich zum Scheitern verurteilt: Die deutsche Wirtschaft kann nicht mehr mit den Großmächten mithalten. Die EU ist in 27 Staaten zersplittert. Und die deutsche Rüstungsindustrie ist technisch von den USA abhängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das deutsche Kapital versucht es dennoch. Zahlen soll dafür die Arbeiterklasse: riesige Geldbeträge werden im Bildungs-, Gesundheits- und Rentensystem gekürzt und in nutzlose Waffen gesteckt. Die Jugend soll dafür mit der Wehrpflicht ihren Kopf hinhalten – ob sie will oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Die Arbeiterklasse in den Kampf ziehen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jugend will das nicht akzeptieren. Zwei Drittel lehnen die Wehrpflicht ab und im Dezember gingen über 55.000 zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nur wenn die Arbeiterklasse mit in den Kampf tritt, kann die Bewegung erfolgreich sein. Denn nur sie hat wegen ihrer Stellung im Produktionsprozess die nötige gesellschaftliche Macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das größte Hindernis auf diesem Weg sind die reformistischen Führer der DGB-Gewerkschaften und der Linkspartei. Es wäre ihre Pflicht, die Arbeiterklasse für den Kampf gegen Militarismus und Kürzungen zu mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie haben dem Klassenkampf schon lange abgeschworen und sehen ihre Aufgabe darin, Kompromisse mit den Herrschenden zu machen und zu verhindern, dass sich in der Arbeiterklasse ernsthafter Widerstand dagegen regt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in außenpolitischen Fragen übernehmen sie den Standpunkt des deutschen Kapitals. Sie unterstützten den Ukrainekrieg, genauso wie Israels „Recht auf Selbstverteidigung“. Die IG-Metall berät mit der Rüstungsindustrie, wie Deutschland am besten aufrüsten kann!</p>



<p class="wp-block-paragraph">GEW und Ver.di stellen sich in Worten gegen die Wehrpflicht. Das ist gut! Aber sie unternehmen keine Schritte, um einen ernsthaften Kampf dagegen zu führen, der über Symbole hinausgeht! Statt kämpferische Streiks im sozialen Sektor zu organisieren, die Kürzungen verhindern und damit die Aufrüstung lähmen, führen die Gewerkschaftsbürokraten diese Arbeitskämpfe in vorzeitige Niederlagen mit schlechten Tarifabschlüssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schulstreikbewegung hat bei ihrer Konferenz in Göttingen beschlossen, sich mit den Gewerkschaften zu „vernetzen“. Dahinter steckt ein richtiger Gedanke! Aber so formuliert heißt das erstmal nicht viel. Gemeinsame Pressemitteilungen oder Demos reichen nicht aus!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schülerbewegung muss Forderungen aufstellen, die die Arbeiterklasse in den Kampf ziehen können – angefangen bei „Bildung statt Bomben, Renten statt Raketen, Pflege statt Panzer!“ Sie muss an alle Beschäftigten – auch Lehrer und Eltern – appellieren, gegen Aufrüstung, Krieg und Wehrpflicht zu streiken. Sie muss von den Gewerkschaftsführungen öffentlich einfordern, endlich ihrer Pflicht nachzukommen und den Klassenkampf gegen die Reichen aufzunehmen. Gewerkschaften dürfen in Sachen Militarismus nicht mit den Herrschenden kooperieren, sondern müssen sie bekämpfen, und zwar mit Streiks, die ihnen wehtun.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Die Reichen stürzen!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kämpfen gegen die Wehrpflicht, aber das Ende der Wehrpflicht wird keine imperialistischen Kriege verhindern. Wenn es drauf ankommt, ist das „Recht auf Kriegsdienstverweigerung“ wertlos! Das sehen wir in der Ukraine, wo dieses angebliche Grundrecht zu Kriegsbeginn abgeschafft wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solange es die Reichen gibt, werden sie Kriege für ihre Kapitalinteressen führen. Dafür sind sie bereit, uns zu opfern. Deswegen sagen wir als RKP: Die Reichen wollen Krieg? Dann stürzen wir sie!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als RKP kämpfen wir für die Enteignung der Großkonzerne und Banken, die von der Ausbeutung der Arbeiterklasse in anderen Ländern und zuhause profitieren! Und für die Enteignung der Rüstungsindustrie und anderer Kriegsgewinnler! Stattdessen wollen wir eine Planwirtschaft unter Arbeiterkontrolle, die das Leben für alle besser macht und anderen Völkern in Frieden und Freundschaft gegenübertritt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Klassenkampf gegen Wehrpflicht und Aufrüstung!</li>



<li>Bildung statt Bomben, Pflege statt Panzer, Renten statt Raketen!</li>



<li>Demokratische und gewerkschaftliche Rechte für alle Soldaten, Wahl der Offiziere, Ende aller Schikanen gegen Rekruten, Abschaffung der Militärjustiz, Organisierung der einfachen Soldaten als Teil der Arbeiterbewegung!</li>



<li>Sofortiger Rückzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland!</li>



<li>Zerschlagung der NATO!</li>



<li>Enteignung der Rüstungsindustrie und des Großkapitals!</li>



<li>Die Reichen stürzen! Sozialismus erkämpfen!</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Gibt es Hoffnung, solange Krieg herrscht?</title>
		<link>https://derkommunist.de/gibt-es-hoffnung-solange-krieg-herrscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alessandro Giardiello]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2025 16:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der europäische Aufrüstungsplan wird von den herrschenden Klassen in vielerlei Hinsicht gerechtfertigt. So auch mit der Vorstellung, dass riesige Investitionen in Waffen einen Wirtschaftsboom auf dem alten europäischen Kontinent auslösen [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der europäische Aufrüstungsplan wird von den herrschenden Klassen in vielerlei Hinsicht gerechtfertigt. So auch mit der Vorstellung, dass riesige Investitionen in Waffen einen Wirtschaftsboom auf dem alten europäischen Kontinent auslösen und uns aus der langanhaltenden wirtschaftlichen Stagnation herausführen können.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Martin Wolf, Guru der Financial Times, schrieb: „Militärausgaben sind ein Segen für die Wirtschaft (&#8230;) Historisch gesehen sind Kriege die Mutter der Innovation (&#8230;) Krieg ist eine wirtschaftliche Chance.“ Janan Ganesh schloss sich ihm an: „Europa muss den Wohlfahrtsstaat kürzen, um einen Kriegsstaat aufzubauen.“</p>

<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn dieser Ansatz richtig wäre – und das ist er nicht –, gäbe es ein Problem: Europa ist völlig von amerikanischer Technologie und Rüstungsindustrie abhängig. Rund zwei Drittel der Waffen, die die europäischen NATO-Mitglieder in den letzten fünf Jahren importiert haben, wurden in den USA hergestellt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat die Schuldenbremse zugunsten höherer Militärausgaben gelockert. Großbritannien, Frankreich und das arme kleine Italien (letzteres mit deutlich geringeren wirtschaftlichen Spielräumen) bereiten sich darauf vor, dasselbe zu tun. Es braut sich eine kolossale Verschuldung zusammen, eine Art „Militärkeynesianismus“. Kann ein solcher Plan, abgesehen von den moralischen Implikationen einer „Weniger Butter, mehr Waffen“-Politik, auf rein wirtschaftlicher Ebene funktionieren?</p>

<p class="wp-block-paragraph">Da Wolf die Geschichte erwähnt, wollen wir einen Blick auf die Vergangenheit werfen. Die Depression zwischen den beiden Weltkriegen endete mit der Mobilisierung für den Krieg und, was noch wichtiger war, mit dem Ausbruch des eigentlichen Krieges und der daraus resultierenden Vernichtung von Menschenleben, fiktivem Kapital und überschüssigen Waren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Kriege „lösen“ Überproduktionskrisen; eine bloße Erhöhung der Militärausgaben reicht nicht aus. Waffen kurbeln die Wirtschaft nur in dem Maße an, wie sie für neue und verheerende globale Massaker eingesetzt werden.</p>

<h3><strong>Boom und Rezession</strong></h3>

<p class="wp-block-paragraph">Betrachtet man die Nachkriegszeit, lässt sich leicht feststellen, dass der sogenannte Kalte Krieg, der einen seiner Hauptkonfliktschauplätze in Europa hatte, in den 1950er Jahren in den meisten europäischen Ländern, mit Ausnahme Deutschlands, zu einem enormen Anstieg der Militärausgaben führte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Ausgaben halbierten sich in den 1960er Jahren im Durchschnitt, doch der Höhepunkt des Booms lag genau Ende der 1960er Jahre. Es besteht daher kein direkter Zusammenhang zwischen Militärausgaben und Boom. Noch interessanter ist, dass es die Länder waren, die den Krieg verloren hatten (Deutschland und Japan), denen verboten wurde, Geld für den Wiederaufbau ihrer Armeen auszugeben, die das größte Wirtschaftswachstum verzeichneten. Das heißt, Investitionen in die zivile Wirtschaft hatten einen viel stärkeren Einfluss auf die Wirtschaft als Rüstungsausgaben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Behauptungen der Experten der Financial Times führen die Rüstungsausgaben eher zu einer wirtschaftlichen Schädigung als zu einer Erholung der Wirtschaft. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten sich die USA als Weltpolizist und führten zahlreiche Kriege (Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak usw.). </p>

<p class="wp-block-paragraph">Trotz der beträchtlichen finanziellen Reserven, die dem US-Kapitalismus zur Verfügung standen, wurden diese Kriege auf lange Sicht zu einer kolossalen Belastung für die Wirtschaft und verwandelten Washington vom größten Gläubiger der Welt in ihren größten Schuldner. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus führen Rüstungsausgaben zu Inflation, da sie die im Umlauf befindliche Geldmenge (in Form von Staatsschulden) erhöhen, ohne dass ein entsprechendes Maß an Waren auf dem Markt produziert wird.</p>

<h3><strong>Waffen und der Kapitalreproduktionszyklus</strong></h3>

<p class="wp-block-paragraph">Marx erklärte, dass alle Waren einen Gebrauchswert und einen Tauschwert haben. Der Gebrauchswert einer Zigarre besteht darin, dass man sie rauchen kann. Der Gebrauchswert von Waffen besteht darin, dass man sie im Krieg einsetzen kann. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch die meisten Waffen, angefangen bei den Atomwaffen, bleiben weiterhin in Lagerbeständen. Wenn ein Krieg ausbricht, wie in der Ukraine, sind die Reserven erschöpft und die Waffenhersteller machen riesige Gewinne.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Dies ändert jedoch nichts an der allgemeinen Natur der Rüstungsausgaben in der kapitalistischen Gesellschaft, die überwiegend unproduktiv sind. Das Geld für den Kauf von Waffen kommt vom Staat, also aus den Steuern der Arbeiter und in geringerem Maße der Kapitalisten. Diese Ausgaben (selbst wenn sie geliehen sind) stammen also letztlich aus dem durch die reale Produktion geschaffenen Reichtum.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Was mit den Ausgaben für Waffen passiert, ist, dass ein Teil des durch Lohnarbeit geschaffenen Mehrwerts nicht in die Wirtschaft reinvestiert wird. Militärausgaben werden nicht in die Produktion und den sogenannten Reproduktionszyklus des Kapitalismus reinvestiert. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Mit Marx‘ Worten: Es handelt sich um Geld, das in der Wirtschaft zirkuliert (in Form von Profiten für die Waffenhersteller), ohne dass es einen entsprechenden Wert in Form realer Waren gibt.</p>

<h3><strong>Butter statt Waffen</strong></h3>

<p class="wp-block-paragraph">Während des Ersten Weltkriegs sagte ein Pazifist zu Lenin, der Krieg sei „schrecklich“. Lenins Antwort war: „Schrecklich, ja, aber schrecklich profitabel“.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Es ist kein Geheimnis, dass die einzigen, die vom Anstieg der Militärausgaben profitieren, die großen Rüstungskonzerne sind. Im Jahr 2024 erreichten die weltweiten Militärausgaben die schwindelerregende Summe von 2,718 Billionen USD und markierten damit den größten jährlichen Anstieg (+9,4 %) seit dem Kalten Krieg. In Europa betrug dieser Anstieg jedoch 17 %, also fast das Doppelte!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Wahrheit ist, dass wir uns mit großen Schritten auf eine zunehmend militarisierte Gesellschaft zubewegen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Hälfte der weltweit verkauften Waffen wird in den USA produziert. Die fünf größten US-Rüstungsunternehmen haben in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 ihre Umsätze um 11,2 % gesteigert. Lockheed Martin, der Weltmarktführer, führte das Rennen mit einem Umsatz von 52,42 Milliarden USD und einem Nettogewinn von 5,05 Milliarden USD an.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes sind völlig parasitär und leben auf Kosten der Arbeiter. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiterklasse und die Jugend müssen einen umfassenden Krieg gegen den erschütternden Anstieg von Militarismus, Krieg und Sparmaßnahmen führen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Statt eines Wiederaufrüstungsplans müssen wir kämpfen für:</p>

<ul class="wp-block-list">
<li>Ein Programm für sozial nützliche öffentliche Arbeiten.</li>

<li>Mehr Ausgaben für Bildung und Gesundheit. Bücher und Krankenhäuser, nicht Bomben.</li>

<li>Verstaatlichung unter Arbeiterkontrolle und Umstellung der Rüstungsindustrie auf zivile Zwecke.</li>

<li>Einen sozialistischen Produktionsplan, der den Frieden zwischen den Völkern und ein Ende der Ausbeutung der Menschheit zum Ziel hat.</li>
</ul>
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		<title>Hände weg vom Iran! Nein zum imperialistischen „Regimewechsel“! </title>
		<link>https://derkommunist.de/haende-weg-vom-iran-nein-zum-imperialistischen-regimewechsel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Wiemer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jul 2025 06:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der 13. Juni 2025 markierte einen gefährlichen Wendepunkt im Nahen Osten. Israel bombardierte mit Rückendeckung des US-Imperialismus iranische Ziele – ein unprovozierter Akt der Aggression. Offiziell galten die Angriffe militärischen [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der 13. Juni 2025 markierte einen gefährlichen Wendepunkt im Nahen Osten. Israel bombardierte mit Rückendeckung des US-Imperialismus iranische Ziele – ein unprovozierter Akt der Aggression. Offiziell galten die Angriffe militärischen Einrichtungen, die Hauptleidtragenden waren jedoch Zivilisten. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff kam nicht aus dem Nichts. In den letzten zwei Jahren führte Israel eine blutige Angriffswelle nach der anderen: Gaza wurde in Schutt und Asche gelegt, im Westjordanland herrscht Besatzungsterror, im Libanon, Syrien und Jemen schlugen Raketen ein. Zehntausende starben, Hunderttausende wurden verletzt oder in die Flucht oder den Hunger getrieben. Netanjahu setzt auf permanente Eskalation, um die regionale Vorherrschaft Israels zu sichern – und zugleich von der innenpolitischen Krise seines Regimes abzulenken. Der Angriff auf den Iran ist dabei die nächste kalkulierte Eskalation. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Israel hat mehrfach erklärt, nicht nur das Atomprogramm, sondern das ganze Regime ausschalten zu wollen. Aus Sicht Israels und der USA ist der Iran das letzte ernstzunehmende Gegengewicht zur israelischen Vorherrschaft in der Region. Zur Rechtfertigung ihrer Angriffe bedienen sich beide Staaten zynischer Propaganda: Sie knüpfen gezielt an reale Proteste im Iran – etwa nach dem Tod von Jina Mahsa Amini – an, um ihre Bombardierungen als vermeintliche Unterstützung der Bevölkerung darzustellen. Auch Trump sprach offen von „Regimewechsel“ und bezeichnete die Angriffe als „Präventivschläge zum Schutz der freien Welt“. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Das ist blanker Zynismus. Die USA – jahrzehntelang eng mit dem iranischen Schah-Regime verbündet – unterstützen weltweit die reaktionärsten Diktaturen, solange sie westlichen Interessen dienen. Die US-Außenpolitik hat eine lange Tradition der Destabilisierung im Nahen Osten. 1953 stürzte die CIA den demokratisch gewählten Premier Mossadegh, weil er die Ölindustrie verstaatlicht hatte. An seine Stelle trat das Schah-Regime – gestützt auf Repression, Geheimdienstterror und westliche Waffen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die USA sind die brutalste und zerstörerischste Macht auf diesem Planeten. Nirgendwo haben sie so viel Elend, Chaos und Gewalt hinterlassen wie im Nahen Osten. Die Bilanz US-imperialistischer Regimewechsel in der Region ist verheerend: Im Irak forderte die US-Invasion 2003 über eine Million Tote, zerstörte die Infrastruktur und ermöglichte den Aufstieg des IS. In Afghanistan hinterließ die NATO ein Land in Trümmern – wieder unter Taliban-Herrschaft. In Libyen stürzte die NATO Gaddafi, zurück blieb ein zerschlagenes Land voller Milizen und Sklavenmärkte. In Syrien half der westliche Imperialismus beim Sturz Assads und brachte das islamistische Al-Djolani-Regime an die Macht, dessen islamistische Horden Massaker an religiösen Minderheiten begehen. Keine dieser Interventionen diente der Befreiung – es ging immer um Rohstoffe, Handelswege und Einflusszonen. </p>

<h3><strong>Kein Vertrauen in das iranische Regime </strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Sicherlich: Das Regime in Teheran ist reaktionär. Es hält die Massen in Armut, unterdrückt Frauen, Arbeiter und nationale Minderheiten, es verfolgt Oppositionelle, kriminalisiert Streiks und klammert sich an ein oligarchisches Machtgefüge unter religiösem Gewand. Aber dieses reaktionäre Regime ist nicht vom Himmel gefallen – es ist das direkte Ergebnis imperialistischer Unterdrückung durch die USA. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Ohne den Putsch von 1953, ohne die jahrzehntelange Unterstützung der Schah-Diktatur durch Washington, ohne die brutale Unterdrückung der iranischen Arbeiterklasse, hätte das Mullah-Regime 1979 überhaupt nicht an die Macht kommen können. Und ohne die andauernden Aggressionen – Sanktionen, Kriegsdrohungen, Isolierung – hätte es nicht über Jahrzehnte hinweg seine Macht mit dem Argument verteidigen können, es stehe unter imperialistischen Angriffen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Wer gegen das Regime kämpft, wird von der iranischen Bourgeoisie als „Agent des Westens“ verleumdet – eine Propaganda, die durch reale US-Interventionen und brutale Wirtschaftssanktionen stets neu legitimiert wird. Die Leidtragenden sind nicht die Machthaber, sondern die Bevölkerung: Sanktionen machten Medikamente, Babynahrung und Krebsbehandlungen unbezahlbar – am härtesten trifft es Arbeiter, Arme und Rentner.  </p>

<h3><strong>Nur ein sozialistischer Iran kann Imperialismus bekämpfen</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Der einzige Weg zur Befreiung vom Imperialismus führt über die sozialistische Revolution. Nur eine Arbeiterregierung kann den Reichtum des Landes den multinationalen Konzernen entreißen, die Diktatur stürzen und auf einer Klassenbasis an alle unterdrückten Massen der Region appellieren, einen revolutionären Kampf gegen den westlichen Imperialismus zu führen.  </p>

<p class="wp-block-paragraph">Das Mullah-Regime ist unfähig, Armut oder Repression zu beenden und dem westlichen Imperialismus ernsthaft etwas entgegenzusetzen. Seine Korruption und Inkompetenz – etwa bei Spionageabwehr und militärischer Koordination – schwächten die Verteidigung gegen den imperialistischen Angriff Israels und der USA. Die iranischen Massen könnten den Kampf gegen imperialistische Angriffe weit effektiver führen, wenn sie selbst die Macht in die Hand nähmen – statt unter Führung einer klerikalen Bürokratie. Denn die Arbeiterklasse ist die einzige gesellschaftliche Kraft, die sowohl das Interesse als auch die Kraft hat, vollständig mit dem Imperialismus zu brechen.  </p>

<p class="wp-block-paragraph">Das iranische Regime posiert gerne als anti-imperialistisch, etwa durch eine vermeintlich kämpferische Rhetorik gegen die USA und Israel. Auch der Kampf von mit dem Iran verbündeten schiitischen Milizen in der Region gegen die USA und Israel, z.B. der Hisbollah und den Huthi, soll das iranische Regime anti-imperialistisch erscheinen lassen. In Wahrheit beschränkt sich jedoch der „Anti-Imperialismus“ der iranischen Bourgeoisie darauf, darum zu kämpfen, auch einen Sitz am Tisch der Imperialisten zu kriegen und mitreden zu dürfen. Zudem verbündet sich das Regime in seinem Konflikt mit dem westlichen Imperialismus mit dem russischen und chinesischen Imperialismus. Doch auch sie vertreten nicht die Interessen der iranischen Arbeiterklasse. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Klassenkämpfe der letzten Jahre – von Streiks in der Ölindustrie über Lehrerproteste bis zu den Massenprotesten von 2022/23 – zeigen das gewaltige Potenzial. Aber sie zeigen auch, was fehlt: eine bewusste revolutionäre Führung, die diese Kämpfe vereint und zum Sturz von Kapital und Diktatur führt. </p>

<h3><strong>Der Hauptfeind steht im eigenen Land</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Der Sturz des Mullah-Regimes ist allein die Aufgabe der iranischen Massen. Die Arbeiterklasse im Westen kann ihnen dabei am besten helfen, indem sie ihre eigenen imperialistischen herrschenden Klassen und deren kriegstreiberische Außenpolitik bekämpft. Der Arbeiterklasse in den imperialistischen Zentren kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Die iranische Revolution braucht unseren Klassenkampf – hier, in Europa und Nordamerika. Das heißt: Kampf gegen Sanktionen, gegen NATO, Waffenexporte und Kriegspropaganda! </p>
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		<title>Die westlichen Imperialisten zündeln: Nieder mit den Kriegstreibern! Hände weg von Nahost! </title>
		<link>https://derkommunist.de/die-westlichen-imperialisten-zuendeln-nieder-mit-den-kriegstreibern-haende-weg-von-nahost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lukas Kutschera]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jul 2025 06:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim jüngsten G7-Gipfel in Kanada haben die westlichen Imperialisten mal wieder die Realität auf den Kopf gestellt. In einer Erklärung der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs hieß es, das iranische Mullah-Regime [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Beim jüngsten G7-Gipfel in Kanada haben die westlichen Imperialisten mal wieder die Realität auf den Kopf gestellt. In einer Erklärung der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs hieß es, das iranische Mullah-Regime sei die „Hauptquelle regionaler Instabilität und des Terrors“ im Nahen Osten. Dabei sind es eben jene Verbrecher, die seit mehr als einem Jahrhundert Elend und Zerstörung über die Region bringen. Und sie zündeln weiter. </p>

<p class="wp-block-paragraph">In dem Statement begrüßten die G7 (Deutschland, USA, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Kanada und Japan) nicht nur den offensichtlich völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Israels auf den Iran. Kurz danach stiegen die USA selbst in den Konflikt ein, indem sie iranische Atomanlagen bombardierten – was ebenfalls einen klaren Verstoß gegen das internationale Recht darstellt. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch Friedrich Merz (CDU) wie auch seine westlichen Amtskollegen unterstützen den Kriegseintritt der USA. Es gebe keinen Grund, diesen zu kritisieren, so der Bundeskanzler. Wieder einmal offenbart sich die bodenlose Heuchelei dieser Damen und Herren: Ihr Gerede von einer „regelbasierten Weltordnung“ und Völkerrecht ist eine Farce. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Imperialisten spielen mit dem Feuer. Auf die Attacken des zionistischen Regimes reagierte der Iran mit Vergeltungsschlägen gegen Israel. Die Beteiligung der USA beantwortete er mit einem Angriff auf einen ihrer Stützpunkte in Katar. Vorher hatte Teheran angekündigt, dass alle Militärbasen der USA in der Region nun legitime Ziele seien. Außerdem drohte der Iran damit, die Straße von Hormus, durch die 20% der weltweiten Öl-Zufuhr gehen, zu blockieren. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn der Konflikt durch einen wackeligen Waffenstillstand jetzt vorerst ruhen sollte: Die Kriegstreiber haben den Nahen Osten in eine Situation manövriert, die jederzeit einen Flächenbrand entfachen und die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft ins Chaos stürzen könnte. Denn keiner der Widersprüche, die zur Eskalation führten, wurde aus der Welt geschafft. </p>

<h3><strong>Iran vor der Atombombe?</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Was waren die Ursachen dieses Krieges? Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu rechtfertigte die israelischen Angriffe damit, dass der Iran kurz vor der Atombombe stünde. Auch US-Präsident Donald Trump begründete das Eingreifen der USA so. Und Merz pflichtete bei: Die Islamische Republik dürfe niemals über Nuklearwaffen verfügen. Der Iran habe „Tod und Zerstörung über die Welt gebracht, mit Mord und Totschlag, mit Hisbollah und Hamas“, sagte der Kanzler und verwies auch auf die Drohnenlieferungen Teherans an Russland. Deshalb erledige Israel die „Drecksarbeit für uns alle“ und die USA müssten eingreifen, weil es ohne ihre Waffen nicht ginge. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch noch im Mai dieses Jahres erklärte der US-Verteidigungsgeheimdienst, dass der Iran gar keine Atombombe baue. 2003 hat das iranische Staatsoberhaupt Ali Khamenei das Nuklearwaffenprogramm der Islamischen Republik ausgesetzt und seitdem nicht wieder genehmigt. Bis 2018 gab es ein Atomabkommen mit dem Iran. Es war Trump, der dieses während seiner ersten Präsidentschaft aufgekündigt hatte. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Israels Angriffe torpedierten laufende Verhandlungen über einen neuen Deal zwischen den USA und dem Iran. Aber selbst während der jüngsten Eskalation zeigte sich Teheran gesprächsbereit – unter der Voraussetzung, dass der Krieg endet. Die Regierung in Teheran will, dass die westlichen Sanktionen aufhören. Das Atomprogramm ist ihr wichtiges Druckmittel für ein neues Abkommen diesbezüglich. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Nach den US-Angriffen prahlte Trump, die iranischen Anreicherungsanlagen seien „vollständig und total zerstört“. Sein Verteidigungsgeheimdienst sah das jedoch anders und kam in einem Bericht zu dem Schluss, dass das Atomprogramm lediglich um wenige Monate zurückgeworfen worden sei. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Laut Teheran wurde angereichertes Uran vor den Attacken in Sicherheit gebracht. Und offensichtlich lässt sich das technische Know-how für den Bau von Nuklearwaffen nicht so einfach wegbomben. Die Frage ist also alles andere als geklärt und kann als Vorwand für die nächste israelische Intervention gegen den Iran herhalten. </p>

<h3><strong>Will Israel Frieden?</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Nichtsdestotrotz rühmt sich der selbsternannte Deal-Maker Trump damit, einen Waffenstillstand ausgehandelt zu haben. Dieser soll in einen dauerhaften Frieden zwischen Israel und dem Iran übergehen. Doch kaum hatte er die Feuerpause verkündet, flog die israelische Luftwaffe wieder Angriffe auf den Iran. Der US-Präsident reagierte fassungslos. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Netanjahu braucht Krieg. Er versucht, sich auf diese Weise als „starker Mann“ zu beweisen, um so seiner schwindenden Beliebtheit etwas entgegenzusetzen. Verliert er die nächsten Wahlen, erwartet ihn ein Gerichtsprozess wegen Korruptionsvorwürfen. Das steckt hinter dem Genozid in Gaza, der zunehmenden Eskalation im Westjordanland, den Aggressionen gegenüber dem Libanon und Syrien, aber auch hinter dem Konflikt mit dem Iran. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig geht es um die unangefochtene Dominanz des zionistischen Regimes in der Region. Mit seinen engen Verbündeten wie der Hamas, der Hisbollah, den Huthi sowie Milizen im Irak und in Syrien ist der Iran dessen bedeutendster Gegenspieler im Nahen Osten. Die herrschende Klasse Israels träumt deswegen vom Regime Change in Teheran. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Während Bomben auf den Iran regneten, rief Netanjahu das iranische Volk dazu auf, sich gegen die Mullahs zu erheben. Reza Pahlavi – der von Israel hofierte Sohn des Schahs von Persien, dessen Diktatur durch die Massenproteste von 1979 gestürzt wurde – stellte sich prompt als Nachfolger zur Verfügung. Doch Trumps Waffenstillstand schob den israelischen Umsturzfantasien erstmal einen Riegel vor. </p>

<h3><strong>Der Rückzug Trumps</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Teile der herrschenden Klasse der USA wollen die absolute Vorherrschaft im Nahen Osten und drängen seit Jahrzehnten auf einen Krieg mit dem Iran. Die sogenannten Neocons verdrängen aber, dass die USA nicht mehr die unangefochtene Supermacht auf dem Planeten sind und deswegen nicht überall gleichzeitig dominieren können. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Der Präsident erkennt in seiner Außenpolitik dagegen die Grenzen des US-Imperialismus an. Er versucht, die USA aus den kostspieligen Konflikten wie etwa die in der Ukraine und in Nahost hinauszumanövrieren und sich auf die Kerninteressen zu konzentrieren. Das bedeutet, sich auf den Konflikt mit dem aufstrebenden Rivalen China zu fokussieren. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Aufgabe ist nicht leicht, wie sich am Beispiel Iran zeigt. Denn auf Trump wirken verschiedene Kräfte ein, was sich in seinem erratischen Verhalten widerspiegelt. Einerseits wurde er gewählt, weil er sich gegen weitere „ewige Kriege“ aussprach. Andererseits drängten ihn Netanjahu und die Neocons, die beide in seiner Partei und im Staatsapparat viel Einfluss genießen, zu einer Intervention im Iran. Der Präsident versuchte, es allen rechtzumachen. Mit den Angriffen auf die Atomanlagen wollte er eine schnelle Lösung des Konflikts durchsetzen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Einen Regime Change in Teheran lehnt Trump mittlerweile ab – „das würde nur zu Chaos führen“, räumte er nach etwas Hin und Her dann doch selbst ein. Auch im Iran haben sich die USA damit schon die Finger verbrannt: Die CIA und der britische Geheimdienst organisierten 1953 einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammad Mossadegh, weil er die iranische Ölindustrie verstaatlichen wollte. Sie installierten die Schah-Diktatur, welche 1979 durch die „Islamische Revolution“ gestürzt wurde. Das reaktionäre Mullah-Regime haben somit die westlichen Imperialisten zu verantworten. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Für Israels herrschende Klasse wäre ein Rückzug der USA aus dem Nahen Osten fatal. Denn ihre militärische Dominanz ist nur geliehen. Diese hängt vollständig von der Unterstützung durch die westlichen Verbündeten, allen voran von den USA, ab. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Das zionistische Regime ist in einer ähnlichen Situation wie die europäischen Imperialisten – und muss genauso handeln wie sie. Berlin, Paris, London und Co. sabotieren die Friedensverhandlungen mit Russland in der Hoffnung, die USA über den Ukraine-Krieg an sich zu binden. Netanjahu kann aus dem gleichen Grund keinen Frieden in Nahost zulassen. Deswegen hielt auch der von Trump forcierte Waffenstillstand in Gaza nicht. </p>

<h3><strong>Europas Bedeutungslosigkeit</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Mission, die Unterstützung der USA zu sichern, biedern sich die Herrschenden Europas dem Präsidenten bis zur kompletten Selbstverleugnung an. Bedingungslos stellten sie sich hinter den Krieg Israels und der USA. Dabei steht für sie in diesem Konflikt einiges auf dem Spiel. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Mit einer iranischen Blockade der Straße von Hormus wären die europäischen Mächte massiv auf Öl und Gas aus den USA angewiesen. Würde die Weltwirtschaft in eine Rezession taumeln wegen einer Zerrüttung von Lieferketten oder einem Anstieg der Ölpreise durch eine Ausweitung des Konflikts, wären die Länder Europas unter den entwickelten Staaten das schwächste Glied. Inflation und Deindustrialisierung würden befeuert werden. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Trump wiederum machte klar, dass die Europäer keine Rolle in diesem Konflikt spielen: „Der Iran will nicht mit Europa sprechen. Sie wollen mit uns sprechen. Europa wird nicht helfen können.“ Zu Recht spottete der US-Präsident über seinen „aufmerksamkeitsgeilen“ französischen Amtskollegen Emmanuel Macron, als dieser über seine Absichten spekulierte. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Auf gut Deutsch heißt das alles: Die Europäer spucken große Töne, haben aber auf der Weltbühne immer weniger zu sagen. Bricht der Krieg wieder aus und entwickelt sich zum Flächenbrand, könnte das ihren Bedeutungsverlust massiv beschleunigen. Mit den USA und China können die europäischen Imperialisten schon heute nicht mehr schritthalten. </p>

<h3><strong>Für die sozialistische Weltrevolution</strong> </h3>

<p class="wp-block-paragraph">Die herrschende Klasse hierzulande versucht, ihren Niedergang durch massive Aufrüstung aufzuhalten und missbraucht den Krieg in Nahost als Argument für diese Pläne. Merz betonte in diesem Zusammenhang die „neue Realität“, in der sich Deutschland jetzt zurechtfinden müsse. Deshalb soll die Bundeswehr zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ hochgerüstet werden. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Dabei verschweigt der Kanzler die Rolle des deutschen Imperialismus in der Eskalation. Die Bundesrepublik ist der zweitwichtigste Waffenlieferant Israels. Ohne diese Unterstützung wäre der Krieg gegen den Iran niemals möglich gewesen. Unsere Herrschenden sind verantwortlich für die tausenden Toten, die verheerende Zerstörung, die Instabilität in Nahost und die damit verbundenen Gefahren für die Weltwirtschaft. Aus Vasallentreue gegenüber den USA nahmen sie all das in Kauf. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Deswegen ist es unsere Aufgabe, gegen den deutschen Imperialismus zu kämpfen. Die Arbeiterklasse soll für die Aufrüstung mit ihrem Lebensstandard bezahlen. Angriffe auf ihre Löhne, Stellenabbau und Standortschließungen: Schon jetzt hält sie den Kopf hin für die Krise, die sich aus der schwindenden Konkurrenzfähigkeit Deutschlands ergibt. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Und die herrschende Klasse gießt weiter Öl ins Feuer. Trotz aller Krokodilstränen über den Genozid in Gaza unterstützt sie Netanjahu bedingungslos. Sie folgt dem US-Imperialismus blind. Denn sie sieht diese Anbiederung als den wichtigsten Hebel, um ihre Profitinteressen auf der Weltbühne durchzusetzen. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Wir dürfen den Herrschenden daher nicht die Kontrolle über Krieg und Frieden überlassen. Die Arbeiterklasse kann durch Streiks die Herstellung und Lieferung von Kriegsmaterial lahmlegen. Genauso hat sie die Macht, aber auch das Klasseninteresse daran, sich der Aufrüstung sowie der damit einhergehenden Spar- und Kürzungspolitik entgegenzustemmen. Schlussendlich kann sie die Kriegstreiber stürzen, indem sie selbst die Kontrolle über Politik und Wirtschaft übernimmt. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Das ist das Programm, für das alle kämpfen müssen, die die imperialistische Barbarei in Nahost und sonst wo beenden wollen. So wären wir ein Leuchtfeuer für den gesamten Planeten: Etwa für die Massen in der mächtigsten Imperialmacht der Welt, die sich nach einem Ende der „ewigen Kriege“ sehnen, welches ihnen Trump aber offensichtlich nicht bieten kann. Oder für die unterdrückten Völker, die dadurch Luft zum Atmen für ihren Befreiungskampf gewinnen würden. </p>

<p class="wp-block-paragraph">Deshalb sagen wir: Hände weg von Nahost! Nieder mit den Kriegstreibern! Für die sozialistische Weltrevolution! </p>
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		<title>Nieder mit dem Krieg gegen den Iran! Nieder mit dem US-Imperialismus!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RKI]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2025 06:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">„JETZT IST ZEIT FÜR FRIEDEN“, postete US-Präsident Donald Trump am Samstag auf Truth Social. Am selben Tag führten die USA den größten Militärschlag gegen den Iran in der modernen Geschichte durch. Europas Führungspersonal – einschließlich dem gehorsamen Diener in der Downing Street – stellte sich hinter Trump und rief den Iran zu „Zurückhaltung“, zu „Deeskalation“ und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Bertolt Brecht schrieb einmal:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Oberen vom Frieden reden<br />Weiß das gemeine Volk<br />Daß es Krieg gibt.</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Er spielte auf die sorgfältig geführte Kriegspropaganda an, die am Beginn von jedem Feldzug steht. Ihr Zweck ist es, den Krieg in den Augen der Massen als gerecht, defensiv und den Interessen der gesamten Nation dienend darzustellen. In der Wirklichkeit ist es ein verbrecherischer Krieg, geführt im Interesse der herrschenden Klasse, für den die Ärmsten der Gesellschaft am heftigsten zur Kasse gebeten werden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Jeden Akt der Aggression als Verteidigungsmaßnahme darzustellen, ist eine Methode, die in der Geschichte des Klassenkampfes ständig verfeinert wurde. Und doch erstaunt es, mit welch krasser, arroganter Selbstgefälligkeit uns dieser Krieg gegen den Iran heute präsentiert wird. Der alte Brecht würde ungläubig mit den Augen rollen. Wenn es noch nicht jedem klar ist, rücken wir die Sache hiermit ins rechte Licht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Israels Krieg gegen den Iran war ein unprovozierter, ungeheuerlicher Militärangriff und die Beteiligung der USA auf Befehl von Donald Trump ist ein leichtsinniges Risiko, durch das den Menschen in der Region und auf der ganzen Welt furchtbare Konsequenzen drohen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Der Iran stellte keine militärische Gefahr für Israel oder die USA dar. Sein Nuklearprogramm war (laut der CIA selbst) noch mindestens drei Jahre davon entfernt, eine Atombombe überhaupt bauen zu können. Das iranische Regime hat darüber hinaus nie signalisiert, dass es unbedingt darauf erpicht ist, eine Atombombe zu bauen. Es hat im Gegenteil darauf verwiesen, dass es viel lieber einen Deal aushandeln würde, um die westlichen Sanktionen gegen den Iran aufzuheben und im Gegenzug sein Atomprogramm auf zivile Zwecke beschränken. Das war der ganze Inhalt des US-Iranischen Nuklearabkommens, das Trump 2018 zerrissen hat.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die westlichen Verhandlungsappelle widersprechen daher völlig der Faktenlage: Der Iran muss nicht „zurück“ an den Verhandlungstisch, weil er ihn nie verlassen hat. Es war Benjamin Netanjahu, der beschlossen hat, die Verhandlungen zu torpedieren, und der amerikanische „Friedenspräsident“ zog nach. Damit haben der US-amerikanische und der israelische Imperialismus einmal mehr die ohnehin schon angespannte Lage in der Region weiter verschärft.</p>

<p class="wp-block-paragraph">In den letzten beiden Jahren griff Israel den Gazastreifen, die Westbank, den Libanon, Syrien und den Jemen an und zerstörte im Zuge dessen die Lebensgrundlage von Millionen. Es drohte jedem, der dagegen auftreten wollte, mit der vollen Macht seiner Militärmaschinerie. Die ganze Zeit hindurch hatte Netanjahu die volle materielle Unterstützung und politische Rückendeckung durch die USA und den Westen als Ganzes, der seine eigene blutige Interventionsgeschichte im Nahen Osten hat: im Irak, in Afghanistan, Syrien, Libyen und im Jemen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Er hinterließ Tod und Zerstörung. Stolze Nationen mit prächtigen Kulturen wurden in die erniedrigendste Barbarei gestoßen. Keine Macht hat je so viele Leben zerstört wie der US-Imperialismus.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und doch ist es der Iran, der dafür angegriffen wird, ein „destabilisierender Faktor“ zu sein. Das iranische Regime hat die Fähigkeit aufgebaut, sich gegen die willkürlichen und eigennützigen Machenschaften der USA und Israels zu wehren. Das war sein wahres Verbrechen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sich der Iran ein bedeutendes militärisches und politisches Fundament aufgebaut hat, will er jetzt als etablierte Macht im Nahen Osten mit am Tisch sitzen. Amerika und Israel wollen ihren Kuchen aber mit niemandem teilen. Darum geht es.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Demokratie</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Vieles wurde dieser Tage in der westlichen Presse über das Fehlen der Demokratie im Iran geschrieben. Flankiert von seinen westlichen Helfern rief Netanjahu das iranische Volk dazu auf, ihre „Freiheit“ vom „bösen und unterdrückerischen Regime“ zu erobern.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Zuallererst müssen wir uns fragen, mit welchem Mandat Netanjahu, Trump und ihre europäischen Schoßhunde eigentlich auftreten. Netanjahu wird vom Großteil der Bevölkerung in Israel gehasst. Seine Regierung taumelt von Krise zu Krise. Erst vor zwei Wochen stand sie kurz vor dem Zusammenbruch. In Israel weiß jeder, dass Netanjahu von Krieg zu Krieg springt, um die israelische Bevölkerung zu erpressen, ihn weiter an der Macht zu halten. Das Hineinziehen des US-Imperialismus in einen Krieg gegen den Iran ist sein krönender Erfolg – seit dem 7. Oktober 2023 versuchte er das.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Trump hat Netanjahus Köder geschluckt, obwohl er wegen seiner Versprechen gewählt wurde, die Kriege zu beenden, vor allem die im Nahen Osten. 60% der Amerikaner sind gegen den US-Angriff auf den Iran. Nur 16% sind dafür! Trump tritt jetzt in die Fußstapfen von Joe Biden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die verantwortungslosen Taten, die diese Leute mit Unterstützung der europäischen Regime begehen, drohen einen verheerenden regionalen Flächenbrand zu entfachen, der potenziell die ganze Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnte – mit schrecklichen Folgen für Millionen von Menschen. Wo sind die Rechte dieser Menschen?</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und doch versuchen diese Damen und Herren dem iranischen Volk etwas über Demokratie beizubringen – mit vorgehaltenem Revolver. Die Menschen im Iran müssen nur auf den Irak, nach Afghanistan oder nach Libyen schauen, um zu sehen, wohin diese Art von „Demokratie“ führt.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Die wahren Kriegsziele</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Der wahre Grund für diesen Krieg ist nicht Stabilität, Frieden, Demokratie oder die Zerstörung von Atomwaffen. Es geht darum, dass die herrschende Klasse in Israel und ihre Unterstützer im Westen für sich das Recht beanspruchen, in der Region zu tun und zu lassen was sie wollen: schikanieren, niederbomben, einmarschieren – überall, egal bei wem, zu jeder Zeit und ohne Widerstand.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Indem er sich hinter Israel stellt, hat der US-Imperialismus wieder einmal sein Wesen als die brutalste, mörderischste und destabilisierendste Macht auf dem Planeten offenbart. Er ist ein ewiger Quell der Reaktion, der seine Fäulnis auf der ganzen Welt verbreitet. Das macht ihn zum Hauptfeind der internationalen Arbeiterklasse. Die Befreiung der iranischen Arbeiter und Armen ist die Sache der iranischen Arbeiter und Armen selbst. Sie kann nicht vom westlichen Imperialismus gebracht werden. Im Gegenteil: Ihre Befreiung kann nur Hand in Hand mit dem Kampf gegen den US-Imperialismus einhergehen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Imperialisten, die den Nahen Osten seit Jahrzehnten schänden und ausplündern sind dieselben Leute, die die Arbeiter im Westen ausbeuten und unterdrücken. Jetzt sagen sie uns, dass der Iran die größte Gefahr für unsere Sicherheit ist. Aber sie haben viel mehr Blut an ihren Händen, als irgendein anderes Regime auf dieser Welt. In anderen Worten: Der Hauptfeind steht im eigenen Land, und der Kampf für die Befreiung der unterdrückten Nationen ist derselbe, wie der Kampf gegen die Kapitalistenklasse im Westen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Nieder mit dem Krieg gegen den Iran!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Nieder mit dem US-Imperialismus!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!</p>
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		<title>Krieg im Iran: „Wen die Götter vernichten wollen, den machen sie erst verrückt“</title>
		<link>https://derkommunist.de/krieg-im-iran-wen-die-goetter-vernichten-wollen-den-machen-sie-erst-verrueckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alan Woods]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 09:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während ich diese Zeilen schreibe, richtet sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf einen Menschen. Jedes seiner Worte wird studiert, zerlegt und in allen wundersamen Details analysiert, in der Hoffnung, [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Während ich diese Zeilen schreibe, richtet sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf einen Menschen. Jedes seiner Worte wird studiert, zerlegt und in allen wundersamen Details analysiert, in der Hoffnung, irgendeinen Hinweis darauf zu finden, was es heißen oder auch nicht heißen könnte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Anstrengungen der selbsternannten Experten erinnern an die Astrologen der antiken Welt, die mit gleicher Sorgfalt die Eingeweide toter Tiere studierten, um die Zukunft vorherzusagen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Allein, seitdem scheint die Kunst der Wahrsagerei nicht einen einzigen Schritt vorangekommen zu sein.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Seitdem Donald J. Trump gestern vom Gipfel der G7 hinweggerauscht ist und die dort versammelten Würdenträger, die angeblich die ganze uns bekannte Welt beherrschen, verdattert und ungläubig zurückgelassen hat, haben wir noch keinen Anhaltspunkt darüber, was der Präsident der Vereinigten Staaten wohl denken oder tun mag.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Nun bleibt uns nur noch die wissenschaftliche Methode des Marxismus, wenn wir zumindest den Hauch einer Ahnung darüber erhalten wollen, was auf der Welt passiert. Denn so wichtig und bedeutsam die Gedanken und Handlungen Einzelner bei der Gestaltung großer historischer Ereignisse (und sie können an gewissen Punkten von entscheidender Bedeutung sein) sein mögen, reichen sie für sich gesehen doch niemals aus, um etwas zu erklären.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Man muss die Handlungen der Einzelnen schon in ihrem allgemeinen Zusammenhang verorten. Ich erlaube mir daher, das Publikum darauf aufmerksam zu machen, <a href="https://marxist.com/middle-east-crisis-sleepwalking-into-the-abyss.htm">was ich vor einem Jahr über die die Situation im Mittleren Osten geschrieben habe</a>:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Situation im Mittleren Osten ist ein wahres Minenfeld, das nur darauf wartet, in einer gewaltigen und furchtbaren Explosion aufzugehen. Die Handelnden in diesem Drama scheinen ihre Rollen mit einem gewissen blinden Fatalismus zu spielen und selbst nicht zu wissen, was sie als nächstes tun werden. Mit der tödlichen Zwangsläufigkeit von Robotern, denen ein Verhalten einprogrammiert wurde, das sie nicht verstehen und erst recht nicht beherrschen können, machen sie immer weiter.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Man kann keinen Krieg analysieren, ohne sich zunächst über die Ziele der kämpfenden Mächte klarzuwerden. Die Kriegsziele der Israelis sind nicht schwer zu verstehen. Wie ich in früheren Artikeln schon erklärt habe, ist Netanjahu entschlossen, Amerika in seinen Krieg mit dem Iran hineinzuziehen. Seine gegenwärtigen Handlungen ergeben sich ganz logisch daraus.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Linke Kritiker des israelischen Regierungschefs beschreiben ihn mal als Kriegsverbrecher, an dessen Händen das Blut unzähliger unschuldiger Opfer klebt – das stimmt auch zweifellos –, und mal als wahnsinnigen Mörder, der nur von reinem Hass und Blutdurst getrieben ist – das stimmt allerdings nicht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Netanjahu verhält sich überhaupt nicht irrational. Er ist weder von blindem Hass noch von sonst irgendeiner kopflosen Emotion getrieben. Im Gegenteil: Tatsächlich sind seine Berechnungen völlig vernünftig.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wie ich im erwähnten Artikel schrieb:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Netanjahu ist ein zynischer und abgebrühter Politiker, der so einiges an prinzipienlosen Manövern und Korruption auf dem Kerbholz hat. Ihm ist völlig klar, dass es um seine Macht geschehen ist, wenn der Krieg in Gaza endet. Er wird dann im Gefängnis landen. Wenn ihn schon die Aussicht auf das Ende seiner politischen Karriere nicht sonderlich begeistert, dann umso weniger die Wahrscheinlichkeit eines längeren Aufenthalts in einer israelischen Gefängniszelle.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die einzige Möglichkeit für ihn, etwas von seinem Ruf zu retten, ist, sich als starker Führer zu profilieren: Als Feldherr. Aber ein Feldherr muss ins Felde ziehen – so will es die Definition, die also nur einen einzigen Schluss zulässt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Er muss das israelische Volk überzeugen, dass es mit einer existenziellen Bedrohung konfrontiert ist; dass es mächtige Feinde hat, denen es mit Gewalt entgegentreten muss, weil das die einzige Sprache ist, die sie verstehen.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Diese persönlichen Erwägungen bestimmen mit Sicherheit das Denken Netanjahus. Er hat in der Tat große Schwierigkeiten an der Heimatfront. Dieser Schwierigkeiten Herr zu werden, war eben am besten möglich, indem er sich in ein militärisches Abenteuer stürzte, das ihn vor der Öffentlichkeit als „großen Feldherrn“ dastehen lassen würde.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und so schloss ich: „Netanjahu ist auf einen Krieg mit dem Iran versessen, der sich zu einem größeren Krieg in der Region ausweiten wird, in den noch weitere Mächte verwickelt werden – auch die Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist sein Ziel, und er wird sich von nichts und niemandem davon abbringen lassen.“</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das schrieb ich am 2. August 2024 in einem Artikel mit dem Titel: „Krise im Mittleren Osten: Schlafwandelnd in den Abgrund“. Beinah 12 Monate später finde ich nicht, dass ich eine einzige Zeile davon ändern muss.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Ereignisse haben diese Einschätzung zu hundert Prozent bestätigt. Wenn wir von ihr ausgehen, verstehen wir das Wesen und den Ursprung der gegenwärtigen Lage.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Von Helden und Bösewichten</h3>

<p class="wp-block-paragraph">In jedem Drama gibt es Helden und Bösewichte. In jedem Krieg sagt man, es kämpft Gut gegen Böse. Unsere wunderbare freie Presse hat keine Sekunde gezögert, ehe sie uns die Israelis als heldenhafte Verteidiger des Friedens, der Gerechtigkeit und der Demokratie präsentierte. Der Iran hingegen ist selbstverständlich der Ursprung allen Übels im Mittleren Osten, wenn nicht der ganzen Welt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch am Ende zeigt sich, dass diese beiden scheinbar völlig gegensätzlichen und verfeindeten Kräfte gemeinsam eine Katastrophe von weltweitem Ausmaß heraufbeschwören.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wir haben freilich nicht die geringsten Illusionen, was den reaktionären Charakter des iranischen Regimes betrifft. Aber zu versuchen, den weltberühmten Kriegsverbrecher, den Schlächter von Gaza, Benjamin Netanjahu als Verteidiger des Friedens in der Welt hinzustellen, überschreitet wirklich alle Grenzen der Glaubwürdigkeit.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Offensichtlich ist das Ganze eng verknüpft mit der Situation in Gaza – im armen, blutenden, zerschmetterten Gaza, von dem die israelische Armee nichts als einen rauchenden Trümmerhaufen übriggelassen hat. Doch bis heute haben die Israelis ihre erklärten Kriegsziele nicht erreicht. Die Geiseln sind nicht freigelassen worden und die Hamas ist nicht vernichtet. Wie ich vor einem Jahr, im August 2024, erklärte:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Der Krieg in Gaza ist, wie wir gesehen haben, inzwischen hoffnungslos festgefahren. Nachdem das gesamte Gebiet dem Erdboden gleichgemacht wurde, steht die israelische Armee ohne wirkliche Ziele da. Sogar einige Generäle haben mittlerweile ihren Unmut über diese Lage geäußert.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Also muss sich Bibi etwas Neues überlegen. …</p>

<p class="wp-block-paragraph"><em>Eigentlich braucht er eben die direkte Teilnahme des US-Militärs an einer breiteren Auseinandersetzung in der Region. Eine Auseinandersetzung, die die USA und alle ihre Verbündeten zwingt, sich offen an die Seite Israels zu stellen. Also ist Netanjahu fest entschlossen, einen regionalen Konflikt herbeizuführen, der die USA zwingt, direkt an der Seite Israels einzugreifen.</em></p>

<p class="wp-block-paragraph"><em>Dafür hat er sich keinen geringeren Feind ausgesucht als den Iran.</em>“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Also hat Israel hat mit allen nur zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, einen Konflikt mit dem Iran zu provozieren. Ich schrieb:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Israel machte sich an die Umsetzung eines Programms der systematischen Provokation, um den Iran in den Krieg zu zwingen. Am 1. April [2024] tötete Israel mit einem Angriff auf die Konsularabteilung der iranischen Botschaft in Damaskus sieben Iraner, darunter zwei ranghohe Generäle.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wie dressierte Hunde waren Amerikas Verbündete sofort zur Stelle, um Druck auf den Iran auszuüben und ihn zur ‚Zurückhaltung‘ aufzurufen. Warum wird eigentlich immer der Iran ‚zur Zurückhaltung aufgerufen‘ und nie Israel? Ist das nicht komisch? Dabei hätte gerade Israel diesen Ratschlag viel eher verdient.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt wiederholt sich die Geschichte.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Netanjahus Strategie</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Es ist bekannt, dass man sich als Opfer darstellen muss, wenn man eine Aggression vorbereitet. Man muss Schwarz zu Weiß erklären und umgekehrt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Um von seiner schwindenden Beliebtheit ablenken, musste Netanjahu anklagend auf einen äußeren Feind zeigen, der vielleicht noch unbeliebter war als er selbst. Dazu bespielte er geschickt die Angst vor dem Iran, die die herrschende Clique in Israel seit Jahrzehnten geschürt und bewusst übermäßig aufgebauscht hat. Diese Angst richtete sich jetzt auf die angebliche Bedrohung durch eine iranische Atombombe.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Alle kompetenten Quellen, auch in den USA, sind der Auffassung, dass der Iran wohl nicht imstande ist, kurzfristig eine solche Waffe herzustellen, obwohl er im Prinzip über alles verfügt, was letztendlich dazu notwendig wäre. Aber das ist noch lange keine „echte und gegenwärtige Bedrohung“ für Israel, wie Netanjahu behauptet.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenteil. Die US-Geheimdienste haben klargestellt, dass der Iran mindestens noch drei Jahre von einer atomaren Bewaffnung entfernt ist. All das wird jedoch ignoriert, während die Kriegstrommeln immer lauter und beharrlicher geschlagen werden.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Die Sichtweise aus Washington</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Zunächst zum Offensichtlichen: Ein allgemeiner Krieg im Nahen Osten liegt eindeutig nicht im Interesse der USA. Ein solcher Konflikt hätte katastrophale Auswirkungen auf die Weltwirtschaft – und somit auch auf die US-Wirtschaft, die ohnehin bereits von einem Abschwung bedroht ist.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus verfügen die USA über zahlreiche Militärbasen in der Region, die im Falle eines Krieges angreifbar wären, ebenso wie ihre zahlreichen wirtschaftlichen und kommerziellen Interessen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Selbst Joe Biden und seine Kriegstreiberbande hatten das begriffen und zögerten deshalb, Netanjahu grünes Licht für einen Angriff auf den Iran zu geben. Ihnen war lieber, diesen vergifteten Kelch der neuen Regierung unter Donald Trump zu hinterlassen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Auch Trump wollte eindeutig keinen Krieg mit dem Iran. Als Persönlichkeit ist er eindeutig nicht risikofreudig – seine Deals schließt er am liebsten dann ab, wenn vorher schon sicher ist, dass er dabei gewinnt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und vor allem war er im Wahlkampf klar dagegen aufgetreten, Amerika in weitere Kriege zu verwickeln.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Vergessen wir nicht, dass er Amerikas Beteiligung am Ukrainekrieg innerhalb von 24 Stunden beenden wollte. Das war ihm dann doch zu schwer, aber den Anspruch, Amerika von dieser Belastung zu befreien, hat er nicht aufgegeben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Netanjahu ihn unablässig mit Forderungen bombardierte, weigerte er sich bis zum Schluss, einen Angriff auf den Iran zu erlauben. Stattdessen setzte er dafür ein, die heikle Frage des iranischen Atomprogramms am Verhandlungstisch zu lösen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Verhandlungen hatten sogar schon begonnen, als Israel zuschlug – nur wenige Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde, die am 15. Juni hätte stattfinden sollen. Der Angriff hatte also eindeutig zum Ziel, diese Verhandlungen zu sabotieren.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Amerikas Dementis</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Die iranische Führung hat die Amerikaner wütend beschuldigt, ein doppeltes Spiel zu treiben: Während sie sich zynisch auf Verhandlungen herausredeten, hätten sie die Israelis insgeheim in ihren aggressiven Plänen bestärkt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Amerikaner entgegneten empört, sie seien mitnichten am Angriff beteiligt gewesen. Alles in Allem kann man nicht davon ausgehen, dass diese Zurückweisung die Ajatollahs oder sonst jemanden im Iran sonderlich beeindrucken wird.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Einerseits war Trump so dumm, nicht einmal den Versuch zu machen, zu leugnen, dass Israel ihn im Voraus über seine Absichten informiert hatte. Das wird weithin als Hinweis darauf interpretiert, dass er Netanjahu grünes Licht gegeben hat, den Iran anzugreifen – nachdem er das bis jetzt konsequent verweigerte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Amerikaner im Voraus über die Pläne Israels informiert waren, dann erscheint kaum glaubhaft, dass sie nicht auch – und sei es noch so indirekt – beim Angriff selbst eine unterstützende Rolle gespielt haben. Schon Satellitendaten und andere Geheimdienstinformationen hätten einen großen Unterschied für das Gelingen der Operation gemacht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Jeder weiß, dass Israel viele gehorsame Diener an Machtpositionen in den USA hat: Im Außenministerium, im Pentagon, in der ungewählten Beamtenschaft, die aus den immer gleichen Leuten besteht, egal, wer im Weißen Haus sitzt. Aber auch in Schlüsselpositionen des Kabinetts.</p>

<p class="wp-block-paragraph">All diese mächtigen Akteure setzten sich im Vorfeld des Angriffs in Bewegung und übten wohl enormen Druck auf den Präsidenten aus, der seine Unterstützung für Israel ohnehin nicht verbirgt. Dabei ist bekannt, dass Trump plötzlichen Impulsen unterliegt und vollkommen unvorhersehbare Stimmungsschwankungen an den Tag legt, die von einem Moment zum nächsten ganz unterschiedlich ausfallen können.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Trumps Kurswechsel</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Trump in nahezu jedem Satz beteuert, er unterstütze eine Verhandlungslösung mit dem Iran und sei gegen einen Krieg, hat er selbst maßgeblich dazu beigetragen, die laufenden Verhandlungen mit dem Iran zu sabotieren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Bedingungen, die den Iranern jetzt gestellt werden, gehen weit über die ursprüngliche Forderung hinaus, auf Atomwaffen zu verzichten. In Wirklichkeit wird vom Iran verlangt, sämtliche Nuklearanlagen abzubauen und generell auf jede nukleare Anreicherung zu verzichten – ob zu friedlichen oder militärischen Zwecken.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich könnte keine iranische Regierung jemals so unverschämte Forderungen akzeptieren, die eindeutig die Rechte verletzen, die der Iran als souveräner Nationalstaat hat.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Offenbar hat die mangelnde Kompromissbereitschaft des Iran in dieser Frage beim Mann im Weißen Haus zu wachsender Frustration geführt. So wurde er empfänglicher für die hinterlistigen Argumente der mächtigen pro-israelischen Lobby, dass die Machthaber in Teheran angeblich nur die Sprache der Gewalt verstehen würden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Man kann sich durchaus ein Szenario vorstellen, in dem ein gereizter Donald Trump Netanjahu schließlich eröffnet, er sei die „Sturheit“ der Iraner leid und daher könnten die Israelis tun, was immer sie für nötig hielten, um Druck auf Teheran auszuüben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Was Trump tatsächlich zu Netanjahu gesagt hat, ist nicht offiziell bekannt. Aber egal – der israelische Regierungschef verstand es als das grüne Licht aus Washington, auf das er ungeduldig gewartet hatte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Nach diesem Schritt überschlugen sich die Ereignisse in rasender Geschwindigkeit. Das ist kaum überraschend, denn sämtliche Vorbereitungen dafür waren schon lange zuvor getroffen worden.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Ein gefährlicher Schachzug</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Präsident Trump brach seinen Aufenthalt in Kanada ab, wo er sich mit anderen führenden Politikern getroffen hatte, und machte sich am Montagabend auf den Weg zurück nach Washington – nicht ohne vorher noch seinen Verbündeten auf den Schlips zu treten, indem er ihnen vorwarf, sie hätten ungerechtfertigterweise Wladimir Putin ausgeladen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Während er sich öffentlich den Aufrufen zu „Deeskalation“ anschloss, beharrte Trump auf seiner Unterstützung für die israelischen Aggressoren. Am Ende sprechen Taten lauter als Worte. Ohne seine ausdrückliche Erlaubnis hätte die US-Marine keinen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten verlegt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Der Flugzeugträger USS Nimitz verlässt laut Presseberichten zusammen mit seinen neun Fliegerstaffeln und einer Eskorte von fünf Zerstörern das Südchinesische Meer, um sich der Kampfgruppe um die USS Carl Vinson im Arabischen Meer anzuschließen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wenn das die Vorstellung Washingtons von „Deeskalation“ ist, dann fragt man sich zurecht, wie eine tatsächliche Eskalation aussehen könnte!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Möglicherweise verfolgt Trump die Absicht, durch die Präsenz dieser Kräfte den Iran davon abzuhalten, amerikanische Basen anzugreifen. Doch dies ist ein außerordentlich gefährlicher Schritt mit unabsehbaren Risiken.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Allein schon die Präsenz dieser enormen US-Streitkräfte in unmittelbarer Nähe des Iran kann nur als Eskalation aufgefasst werden. Sobald diese Kräfte im östlichen Mittelmeer, im Persischen Golf oder im Roten Meer stationiert sind, wird der Ruf nach ihrem Einsatz unvermeidlich lauter werden, was wiederum die Gefahr eines ernsthaften Zusammenstoßes mit sich bringt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sollten sich die Vereinigten Staaten aktiv in den Krieg einschalten, wären die Amerikaner im gesamten Nahen Osten extrem verwundbar. Die Anwesenheit von Flugzeugträgern wird daran auch nichts ändern.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Etwa 40.000 US-Soldaten sind derzeit über Militärbasen im Nahen Osten verteilt. All diese Basen könnten potenzielle Ziele iranischer Vergeltungsangriffe werden.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Internationale Auswirkungen</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Die internationalen Auswirkungen einer solchen Entwicklung wären noch schwerwiegender. Das bringt uns zum Gespräch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, das vor Kurzem – wohl auf Putins Wunsch – stattfand.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Niemand kann wissen, worüber genau geredet wurde. Es wurde natürlich kein Transkript veröffentlicht. Der russische Präsident wird klar und deutlich gesagt haben, dass eine militärische Einmischung der USA in den Krieg zwischen Israel und dem Iran äußerst ernste Konsequenzen hätte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Vergessen wir nicht, dass Wladimir Putin am 21. April 2025 ein Abkommen mit dem Iran über eine „umfassende strategische Partnerschaft“ abgeschlossen hat.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Paradoxerweise wurde das von den USA ermöglicht, die Russland und dem Iran brutale Sanktionen auferlegt hatten. So wurde Russland zu einem wichtigen Handelspartner des Iran, insbesondere für dessen überschüssiges Öl.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Russland und Iran sind gegenwärtig ökonomisch und militärisch eng verbunden. Beide Länder werden von den meisten westlichen Ländern schwer sanktioniert. Das bedeutet zweifellos, dass jede militärische Bedrohung Irans eine Antwort Russlands nach sich ziehen würde – eine Tatsache, die Putin Trump in ihrem Gespräch zweifellos sehr deutlich gemacht haben wird.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Diese Warnung dürfte auf Trump enormen Eindruck gemacht haben, was seine darauffolgenden Windungen erklärt. Die Aussicht auf einen offenen militärischen Konflikt mit Russland – und beinah unweigerlich auch mit China – wird ihm erheblich zu denken gegeben haben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch während der Mann im Weißen Haus bereits einen schnellen Rückzug einleitete, machte sich sein Freund in London wieder bereit zum Handeln.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Als hätte er zu Hause nicht schon genug Probleme, mit einer schwer angeschlagenen Regierung und eigener massiver Unbeliebtheit, mischt sich nun auch Starmer in die Suche nach einer vermeintlichen „Deeskalation“ im Nahostkonflikt ein.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Was genau will denn Mr Starmer zur „Deeskalation“ beitragen? Er will britische Kampfflugzeuge und einen Flugzeugträger in die Region schicken! Wozu? Das weiß man nicht. Der britische Premierminister sagt es nicht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Aber jeder errät leicht, dass er ihnen alles befehlen wird, was sein Chef im Weißen Haus verlangt. Darum geht es schließlich bei der „Special Relationship“ – jener ist der Herr, dieser der Knecht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Übrigens besteht überhaupt kein Vergleich zwischen britischen Flugzeugträgern und den amerikanischen Supercarriern. Doch darüber schweigen wir lieber. Wie Napoleon einst bemerkte: „Vom Erhabenen zum Lächerlichen reicht schon ein Schritt.“</p>

<h3 class="wp-block-heading">Widersprüchliche Signale</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Wie üblich scheint Trump sich selbst zu widersprechen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Während seines kürzlichen Telefonats mit Putin bot der russische Staatschef offensichtlich seine Vermittlung im Konflikt zwischen Israel und Iran an. Diese Nachricht löste bei den übrigen westlichen Führern auf dem G7-Gipfel einen Herzinfarkt aus.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Trump machte deutlich, dass er persönlich nichts dagegen hätte, wenn Putin eine solche Rolle spielen würde. Dies hätte immerhin den Vorteil, dass der Mann im Weißen Haus von der lästigen Pflicht befreit wäre, zwischen zwei Staaten zu vermitteln, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen und offensichtlich kein ernsthaftes Interesse an einem Ende des Konflikts zeigen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und jeder weiß, dass die Meinung nur eines Mannes in Israel Gewicht hat – und dieser Mann heißt Donald Trump.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Präsident Macron scheint ein Wutanfall ereilt zu haben, der ernsthaft seine Gesundheit gefährden könnte. Sein Zorn war wohl die Folge seiner gewohnheitsmäßigen Annahme, dass einzig und allein er selbst qualifiziert sei, die Rolle eines „ehrlichen internationalen Vermittlers“ zu spielen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser Annahme übersieht er jedoch eine Kleinigkeit: Mittlerweile hat niemand mehr hinreichend Vertrauen in die moralische Integrität des Monsieur Macron, um ihm auch nur einen Gebrauchtwagen abzukaufen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Macron beging zudem den Fehler zu behaupten, Trump hätte das Treffen verlassen, um sich für einen Waffenstillstand im Nahostkonflikt einzusetzen. Trump, offensichtlich verärgert, wies den französischen Präsidenten umgehend und demütigend zurecht. Er bezeichnete ihn als den „geltungssüchtigen Präsidenten Emmanuel Macron“, der „immer daneben liegt!“</p>

<p class="wp-block-paragraph">Er sei keineswegs in der Stimmung, sich für einen Waffenstillstand einzusetzen oder überhaupt über etwas anderes als die bedingungslose Kapitulation Irans zu verhandeln.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wir müssen also versuchen, die leitenden Elemente in Trumps Strategie zu analysieren – immer vorausgesetzt, dass sie überhaupt existieren, wovon man nicht ohne Weiteres ausgehen kann.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Amerikas neue Rolle</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Wenn er einen Fehler macht, wird ein vernünftiger Mensch beschließen, es künftig anders zu machen, damit er den Fehler nicht wiederholt. Die Vorstellung, man könnte einen Fehler machen, deswegen einen Misserfolg erleiden und der vernünftige Schluss daraus wäre, den Fehler einfach immer weiter zu wiederholen, damit er am Ende ein positives Resultat herbeiführt, ist nicht charakteristisch für vernünftiges Denken. Sie gilt vielmehr als verrückt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und sie ist typisch für das, was man im Westen heutzutage strategisches Denken nennt. Die Kriegstreiber in den USA und Europa tun es in der Ukraine. Die USA werden jetzt eingeladen, es im Iran zu tun!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Es scheint den Holzköpfen, die von den kanadischen Rocky Mountains aus die Welt regieren, noch nicht klargeworden zu sein, aber seit Biden und seine Kriegstreiberclique das Sagen hatten, hat sich international einiges verändert.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die USA sind das mächtigste imperialistische Land auf der Erde, aber ihre Macht ist nicht unbegrenzt und gegenwärtig offensichtlich auf dem absteigenden Ast. Konfrontiert mit einem Wirtschaftsriesen wie China und einem aufsteigenden und selbstsicheren Russland wird es immer riskanter für Amerika, sich aufzuplustern.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Im Krieg ist es tödlich, seinen Feind zu unterschätzen. Besser, man überschätzt ihn und bereitet sich auf das Schlimmste vor, als dass man sich blind in den Kampf stürzt, vom Besten ausgeht und damit ein Scheitern garantiert.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Derselbe dumme Fehler, der die USA in den Krieg gegen Russland in der Ukraine führte und jetzt mit einer demütigenden Niederlage endet, wiederholt sich nun – mit viel schwerwiegenderen Konsequenzen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sie kamen einfach nie auf den Gedanken, dass vielleicht nicht alles ganz genau so läuft, wie sie es sich vorstellen. Sie haben auch niemals gedacht, dass es die iranischen Raketen vielleicht doch durch die scheinbar unüberwindbaren israelischen Abwehrsysteme schaffen und in Israel einige wichtige Ziele treffen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und sie leugnen weiter das Offensichtliche – dass die Angriffe auf die Atomanlagen nicht funktionieren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Solche Leute werden uns in den Medien als hochintelligent, ja genial präsentiert. Angeblich verdienen sie nur Lob und Bewunderung. In Wirklichkeit verdienen sie die nächstgelegene Gummizelle zum frühestmöglichen Zeitpunkt, wo sie keine Gefahr mehr für sich und die übrige Menschheit darstellen.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Fehlkalkulationen</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Der reaktionärste Flügel der Republikaner unterstützt sowohl die israelische Regierung als auch ihre Ansicht, dass jetzt der Zeitpunkt ist, in Teheran einen Regimewechsel durchzuführen. Darum – nicht um die Zerstörung des iranischen Atomprogramms – geht es Netanjahu und seiner Bande wirklich.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sie haben sich sehr verschätzt. Viele Iraner hassen das Regime, aber ihr Hass auf die Ajatollahs bedeutet noch lange keine Unterstützung für Netanjahu und die Amerikaner! Eher im Gegenteil.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Aggression Israels mit Unterstützung der USA wird große Teile der iranischen Gesellschaft – selbst die erbittertsten Gegner des Regimes – hinter der Regierung in ihrem Krieg gegen den fremden Aggressor vereinen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Iraner werden keineswegs geneigt sein, „vernünftig“ über ihr Atomprogramm zu verhandeln. Nicht nur in der Regierung, sondern auf der Straße wird sich die Einsicht durchsetzen, dass Verhandlungen mit den Amerikanern reine Zeitverschwendung sind und dass der Iran sich in Wirklichkeit nur dann verteidigen kann, indem er sich zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine atomare Bewaffnung zulegt.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Hat Israel Erfolg?</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Was ist die Bilanz des Kriegsbeginns? Bis jetzt kann man nicht beurteilen, wieviel Schaden die ersten Angriffe auf den Iran verursacht haben – oder die iranischen Angriffe auf Israel.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Wie immer senkt sich jetzt der Kriegsnebel herab, wirft einen dicken Schleier über die reale Situation und macht es äußerst schwierig, die Wahrheit herauszufinden. Fürs Erste prahlen die Israelis. Sie sind die größten Prahlhänse der Welt. Wenn es einen Nobelpreis fürs Prollen und Angeben gäbe, kein Zweifel, an wen er gehen würde.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Leider haben übertriebene Erfolgsmeldungen im Krieg üblicherweise kurze Beine. Die israelischen Aussagen über den angeblichen Erfolg bei der Zerstörung der iranischen Verteidigungssysteme und die Behauptung, man habe Irans Fähigkeit zur nuklearen Bewaffnung entscheidend geschwächt, sind ein Beispiel dafür.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die ursprünglichen Behauptungen Israels, der Iran könne mittelfristig nicht effektiv reagieren, wurden von den Ereignissen sofort widerlegt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Ist es dem israelischen Angriff gelungen, die iranische Luftverteidigung zu überwältigen? Die Antwort darauf ist eindeutig ja. Offenbar wurde dem Angriff eine Cyberattacke vorausgeschickt, die die iranische Luftabwehr mehrere Stunden lang lahmlegte und Teheran dem israelischen Bombardement schutzlos auslieferte.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Iraner erklären jedoch, sie hätten inzwischen begonnen, die Schäden zu beheben. Daraus lässt sich vorhersagen, dass zukünftige israelische Luftangriffe nicht ohne Verluste bleiben werden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Mit Sicherheit hat es im Iran enorme Zerstörung gegeben. Doch das Ausmaß der Zerstörung wird offensichtlich enorm übertrieben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das beweisen schon die überwältigenden Raketenangriffe des Iran – die die Israelis für unmöglich erklärt hatten, weil sie ja angeblich die iranischen Stellungen so verheerend getroffen hätten.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Iraner verloren keine Zeit und entfesselten eine Schreckenswelle von Raketen – wahrscheinlich mehrere Hundert – gegen Ziele in Israel, und zwar in einer solchen Zahl, dass zumindest einige davon das hochgejubelte israelische Raketenabwehrsystem „David’s Sling“ durchdringen konnten.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Israelis behaupten, die meisten dieser Raketen seien abgeschossen worden. Das stimmt mit ziemlicher Sicherheit auch und überrascht nicht. Doch einige Raketen durchbrachen die Abwehr und zerstörten damit den Mythos der Undurchdringlichkeit des sogenannten „Iron Dome“ und von „David’s Sling“. Dabei kam es zu erheblichen Schäden sowohl an militärischen als auch an zivilen Zielen.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.theguardian.com/world/2025/jun/16/israel-iran-conflict-tel-aviv-haifa-missile-strike">Der <em>Guardian</em> berichtete</a>:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Iranische Raketen haben die israelischen Städte Tel Aviv und Haifa getroffen, Wohnhäuser zerstört und unter den Staats- und Regierungschefs beim dieswöchigen G7-Gipfel Besorgnis ausgelöst, dass der Konflikt zwischen den beiden regionalen Erzfeinden zu einem umfassenderen Krieg im Nahen Osten führen könnte.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder von einem Wohngebiet in Tel Aviv, von dem nur noch Trümmer und ein riesiger Krater übrigblieben, bezeugen die außerordentliche Zerstörungskraft dieser Raketen. Ein ernüchternder Weckruf für die israelische Bevölkerung, der man systematisch weisgemacht hat, dass sie mit ihrer wunderbaren Raketenabwehr für immer in Sicherheit wären.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Verstörte Anwohner begutachteten ihre zerstörten Häuser. Mit Entsetzen und Verbitterung kommentierten sie: „Das ist ja wie in Gaza!“</p>

<p class="wp-block-paragraph">Über Nacht ist der Mythos um die Raketenabwehrsysteme Iron Dome, David’s Sling und wie sie sonst noch heißen mögen, die Israel seit dem ersten Krieg der USA gegen den Irak 1991 aufgebaut hat, zerstört worden.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das wird einen psychologischen Schaden auslösen, der alle materiellen Zerstörungen durch die iranischen Raketen bei Weitem übertrifft. Aber Netanjahu kümmert sich nicht um das Leid der Zivilbevölkerung. Mit seiner üblichen zynischen Fassade aus kühler Gelassenheit und eiserner Entschlossenheit stellte er sich vor die Fernsehkameras und versprach der Bevölkerung Israels: „Teheran wird brennen.“ Mit anderen Worten: Es geht einfach so weiter.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Doch hinter seiner Fassade aus gespielter Zuversicht macht sich Netanjahu große Sorgen. Ihm ist durchaus klar, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist, wenn er keinen schnellen Sieg über den Iran erringt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Israel führt weiter Angriffe durch, bei denen es versucht, das politische, militärische und wissenschaftliche Führungspersonal Irans aufzuspüren und zu töten.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Außerdem greift es weiter iranische Raketenabschussrampen und -abwehrsysteme an. Aber der KO-Schlag, auf den es wohl abgezielt hat, als es die Operation am Freitag begann, kommt nicht zustande.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen verstärken sich die Angriffe Irans gegen Israel. Mit der Zeit wird der Vorteil in diesem Abnutzungskrieg immer mehr auf die iranische Seite übergehen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Israels Luftabwehrsystemen gehen die Abfangraketen aus. Früher oder später wird es sein Gebiet nicht mehr so schützen können wie jetzt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Es läuft letztendlich auf simple Mathematik hinaus. Man braucht mindestens zwei Patriot-Raketen, um mit relativ hoher Sicherheit eine eintreffende Rakete abfangen zu können.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Der Iran schickt hunderte Raketen. Man geht davon aus, dass er noch Tausende mehr hat. Israels Patriot-Raketen sind weniger zahlreich und werden bei der derzeitigen Inanspruchnahme schnell zur Neige gehen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Also braucht Netanjahu einen schnellen Sieg. Aber den bekommt er offensichtlich nicht, wenn ihm die USA nicht aktiv beistehen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Israel war bis jetzt nicht in der Lage, die Fordo-Atomanlage ernsthaft zu beschädigen. Rund um die Anlage in Natans haben sie ein paar Löcher in den Boden gesprengt. Es sieht immer mehr danach aus, als würde Israel keines seiner drei Ziele erreichen:</p>

<ol class="wp-block-list">
<li>Es hat die iranische Regierung noch nicht zu Fall gebracht.</li>

<li>Es hat den Iran noch nicht davon abgehalten, Israel zu bombardieren, obwohl angeblich ein Drittel der iranischen Abschussrampen zerstört wurde.</li>

<li>Es hat das iranische Atomprogramm nicht ernsthaft beschädigen oder auch nur dessen Fähigkeit, eine Atombombe herzustellen, ernsthaft beeinträchtigen können.</li>
</ol>

<p class="wp-block-paragraph">Das erklärt, warum er zunehmend panisch um Trumps Hilfe bettelt.</p>

<h3 class="wp-block-heading">Das Risiko für Trump</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Und was ist Trumps Position? Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Man hat den Eindruck, als wüsste Trump selbst nicht, in welche Richtung er geht oder was er tut. Einem Journalisten, der ihn direkt fragte, ob er intervenieren will, antwortete er: „Vielleicht mach ich es. Vielleicht lass ich es auch.“ Wahrscheinlich weiß er es einfach selber noch nicht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Trump scheint empirisch auf die Ereignisse zu reagieren, Entscheidungen zu improvisieren, mal auf diesen, mal auf jenen Druck zu reagieren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Als Immobilienmogul in New York kann man das schon so machen. In der komplexen Welt der internationalen Diplomatie ist es aber hoffnungslos unzureichend. Empirisches Durchwursteln ersetzt keine klarsichtige und konsequent verfolgte Strategie. Eine solche gibt es in dieser US-Regierung aber wohl nicht.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Als Trump auf die jüngsten Ereignisse reagierte, offenbarte sich sein offensichtliches Unwissen über die allereinfachsten Methoden der Diplomatie. Zuerst drückte er der Aggression Israels unverzüglich seine volle Unterstützung aus, wobei er dem Iran dessen Unfähigkeit vorwarf, einen „Deal“ zu machen. Dabei ignorierte er, dass er ihnen ein Angebot gemacht hatte, das sie nicht annehmen konnten, um den <em>Paten</em>falsch zu zitieren.</p>

<p class="wp-block-paragraph">In seiner Euphorie für die Sache Israels ging er sogar so weit, diesen ungeheuren, unprovozierten Angriff als „exzellent“ zu bezeichnen. Außerdem machte er klar, dass er im Voraus über den Angriff informiert worden sei.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das alles hielt ihn aber keineswegs davon ab, wenig später steif und fest zu behaupten, „Amerika hat von dem Angriff keinerlei Kenntnis gehabt und keine Rolle dabei gespielt.“ Ein Dementi, das beim besten Willen kein vernünftiger Mensch glauben kann.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Seither treibt er sein gewohntes Spielchen mit widersprüchlichen Aussagen, die man nach Belieben in jede Richtung interpretieren kann: Einerseits volle Unterstützung für Israel, andererseits die Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen, nach „Deeskalation“ und Wiederaufnahme von Verhandlungen usw.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Solche widersprüchlichen Signale stiften immer Verwirrung, doch in einem Kriegsszenario sind sie regelrecht gefährlich, weil sie eine oder beide Konfliktparteien zu Schritten verleiten können, die katastrophale Folgen haben.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Netanjahu verheimlicht seinerseits nicht, dass ihn Trumps Verhalten zunehmend verärgert. Nach dem Angriff am Freitag schlug Trump vor, das iranische Regime könne noch immer zu Verhandlungen bewegt werden, und meinte, die Iraner „müssen einen Deal machen, bevor nichts mehr übrig ist“.</p>

<p class="wp-block-paragraph">So eine Aussage hatte sich Netanjahu aus Washington nicht gewünscht. Er will keine Wiederaufnahme von Verhandlungen und auch keinen Deal. Er will den Krieg bis zum Ende führen. Und dafür sollen die USA den Krieg gefälligst mitmachen. Kurz: Er will, dass die Amerikaner seinen Krieg für ihn führen!</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das alles ist das notwendige Ergebnis der jahrzehntelangen Nachgiebigkeit der USA und aller anderen westlichen Regierungen, die systematisch ignoriert haben, wie Israel sich mit seinen Verbrechen über alle elementaren internationalen Rechtsnormen hinweggesetzt hat. So schlussfolgerte es, dass es tun und lassen kann, was es will, ohne dass ihm die USA jemals den Geldhahn abdrehen.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptproblem ist hier aber, dass Netanjahus Kriegsziele sich nicht mit denen der USA decken. <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2025/jun/14/netanyahu-trump-iran-israel-war-risk">Der <em>Guardian</em> wies zu Recht darauf hin</a>: „Indem er den Iran angegriffen und die Verhandlungen torpediert hat, hat Netanjahu Trump ausgestochen. Der israelische Regierungschef könnte die USA in einen neuen Konflikt im Mittleren Osten verwickeln, obwohl Trump darauf besteht, dass er das nicht will.“</p>

<p class="wp-block-paragraph">Er fügt hinzu: „In seiner Antrittsrede im Januar bekräftigte Trump seinen Wunsch, Vermittler zu sein, globale Konflikte wie in der Ukraine und in Gaza zu beenden und keine neuen Kriege zu beginnen. ‚Mein stolzestes Vermächtnis wird das eines Friedensstifters und Einigers sein‘, sagte er.“</p>

<p class="wp-block-paragraph">Kriegshetzer wie der republikanische Senator Lindsey Graham fordern hingegen lautstark, dass die Vereinigten Staaten Israel unterstützen sollen. Die bellizistische Israel-Lobby nimmt inzwischen nahezu hysterische Züge an.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Das ist auch kein Wunder. Wer Netanjahus Propaganda geglaubt hat, wonach die iranische Regierung wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würde, ist jetzt enttäuscht und zunehmend frustriert.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und hinter der scharfen Rhetorik zeichnet sich noch etwas anderes ab – Angst.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Denn trotz ihres wütenden Auftretens haben diese Kreise überhaupt nicht begriffen, wie stark der Iran tatsächlich ist und wie groß seine Fähigkeit, einem israelischen Angriff standzuhalten.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Trumps erste Reaktion auf den israelischen Angriff war geradezu töricht: Er bezeichnete ihn als „exzellent“. Mit solchen Aussagen wird er die Iraner ganz bestimmt nicht davon überzeugen, dass Amerika in diesem Konflikt bloß ein unbeteiligter Zuschauer sei.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Anschließend hüllte sich Donald Trump in ein höchst ungewöhnliches und für ihn völlig untypisches Schweigen. Das könnte darauf hindeuten, dass der Mann im Weißen Haus – einmal mehr – ins Grübeln geraten ist. Und es könnte auf einen ernsthaften Konflikt innerhalb seiner eigenen Administration hindeuten.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Bekannt ist, dass Tulsi Gabbard, die Direktorin des Nationalen Geheimdienstes (DNI), Trumps Vorgehen entschieden ablehnt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Aber noch wichtiger ist, dass seine letzten Äußerungen und Handlungen bei seinen Unterstützern wachsende Unruhe, ja Empörung erzeugt haben. Ihm wird nicht entgangen sein, dass seine MAGA-Basis nicht erfreut über sein Verhalten in dieser Angelegenheit ist. Tatsächlich sind selbst die loyalsten Unterstützer des Präsidenten ziemlich wütend.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnern ihn an sein Versprechen aus dem Wahlkampf, Amerika in keinen „forever war“ (ewigen Krieg) mehr zu schicken, ob im Nahen Osten oder sonstwo.</p>

<h3 class="wp-block-heading">„Keine ewigen Kriege mehr“</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Trump versprach seinen MAGA-Wählern, dass er keine „forever wars“ im Mittleren Osten mehr anfangen würde. Daher wird die MAGA-Bewegung jetzt von großer Unruhe erfasst. Das drückt sich etwa in folgender Nachricht aus, die ein Trump-Unterstützer geschrieben hat:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">“F*ck it.</p>

<p class="wp-block-paragraph">I voted for:<br />NO WARS<br />Cheap gas<br />No taxes<br />Cheap groceries<br />MAGA</p>

<p class="wp-block-paragraph">What of these things has actually happened?<br />If Trump takes us to war, I’m done with him and his administration.<br />I’m pissed.”</p>

<p class="wp-block-paragraph">(„Scheiß drauf.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Ich habe:<br />GEGEN KRIEG<br />Für billiges Benzin<br />Gegen Steuern<br />Für billige Lebensmittel<br />Für MAGA gestimmt.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Und was davon ist jetzt wirklich passiert?<br />Wenn Trump einen Krieg anfängt, bin ich fertig mit ihm und seiner Regierung.<br />Ich bin sauer.“)</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">In letzter Zeit sind sehr viele Nachrichten von dieser Art auf Trumps Schreibtisch gelandet.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Kurzum: Trump braucht einen Krieg mit dem Iran ungefähr so dringend wie einen Kropf. Das heißt aber nicht, dass ein solcher Krieg ausgeschlossen wäre. Das ist er keineswegs.</p>

<p class="wp-block-paragraph">Trump steht unter Druck von allen Seiten, und es bleibt unklar, wie er sich am Ende entscheidet. Aber das Risiko ist glasklar:</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Trump einen Krieg anfängt, bin ich fertig mit ihm und seiner Regierung.“</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Deutlicher geht es nicht.</p>
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